Candygirl

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Über Candygirl

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    Hamburg
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    Sport, Malen, Schreiben, Baguette bestellen, Sprechen, meine wundervollen Freunde, Herzen voller Liebe, Liebe in die Welt tragen, lieben

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  1. Kaiserludi, danke :) Und wie schön sich "unsere kleine Candy" anhört. Da wird mir richtig warm ums Herz <3 Tag 23. Ich habe jetzt zwei Tage lang mein "Trennungstagebuch" ruhen lassen und nur meine Gedanken und Gefühle wahrgenommen, ohne ihnen Namen zu geben und sie in Geschichten zu verwandeln. Negative und positive Erinnerungen an die Beziehung und an ihn nahmen sich gegenseitig an die Hand und tanzten im Kreis, sich wirbelnd drehend, immer schneller werdend, bis aus dem Schwarz und Weiß ein silbriges Grau wurde. Ja, grau, denn nichts von alledem könnte nur schwarz oder weiß sein. Da war Liebe. Harmonie. Seelenklänge, nächtige Träume, die ihre Melodien nur für uns sangen. Und dann waren da zwei Menschen mit Geschichten. Ihren Erfahrungen. Ängsten und Gefühlen. Ihren Egos und Projektionen. Er stand nicht vor meiner Tür. Jede Nacht sitze ich am Fenster und warte nicht mehr auf ihn. Schaue hinaus und sehe die Welt. Schaue ihr einfach nur zu, wie sie sich weiterdreht. Wie ein Mann mit Hund und eine Frau mit Regenschirm vorübergehen. Die Blätter fallen. Der Wind weht. Die Welt tut, was sie eben tut und ich stehe am Fenster und sehe ihr zu. Ja, ich bin gerade schwermütig, aber da ist auch etwas anderes in mir. Ich habe überall im Wohnzimmer Kerzen aufgestellt, die alles in warmes, wunderbares Licht tauchen, die Heizung ist an und mir ist mollig warm mit meiner Kuscheldecke auf der Couch. Ich habe außerdem Yoga gemacht und danach ausgiebig geduscht. Jetzt sitze ich hier, schreibe und freue mich über das Schreiben. Ich schreibe das so genau, weil ich vorher überlegt habe, was ich während der Beziehung an einem Freitag für gewöhnlich tat. Ich wäre ins Fitnessstudio gegangen, und danach zu ihm, hätte mich auf die Couch gesetzt und mehrere Zigaretten geraucht, während er irgendetwas herumgekramt oder gekocht hätte, oder was auch immer. Später hätten wir eine Serie geschaut oder Wii gespielt und dabei gekifft. Irgendwann, wenn mir schon die Augen zugefallen wären, hätte er mich an der Hand genommen und ins Bad geführt, wo ich während des Zähneputzens an seiner Schulter halb weiter geschlafen hätte. Im Bett angekommen wäre ich wieder so wach gewesen, dass wir noch tollen Sex gehabt hätten. Wobei der tolle Sex mit der Zeit immer mehr dieses seltsam schale Gefühl in mir hinterließ. Mein Freitag heute war besser. Ich fühle mich gesund. Ich habe seit 4 Tagen nicht geraucht und ich arbeite intensiv an mir selbst. Mache Yoga, schreibe, entwickle mich weiter. Weshalb also diese Schwermut? Ich habe mir heute die gemeinsamen Bilder angeschaut... Ich vermisse das alles. Nicht ihn, aber das alles. Das Lachen, das Berühren, das sich in die Augen schauen, das Kribbeln. Ich will das wieder haben. Und doch, ein bisschen auch ihn. Aber ich muss ihn gehen lassen. Seinen eigenen Weg. Kalter Entzug. Erinnert ihr euch noch an meine Wohnungssuche? Ich habe damals einen Satz gesagt, nachdem ich eine Wohnung nicht bekommen hatte. Ich sagte: "Wenn ich nun diese Wohnung nicht bekomme, dann nur, weil noch etwas Besseres auf mich wartet." Und so kam es auch. Und so wird es auch jetzt kommen... Ich weiß es. Ich habe mir im Winter 2015, kurz bevor ich ihn traf, ein kleines Büchlein gekauft. Es ähnelt sehr meinen alten Tagebüchern. Ich wollte darin eigentlich Ideen für meine Texte sammeln, doch ich schrieb nur wenige Gedanken nieder, legte das Büchlein dann beiseite und vergaß es. Vorgestern dachte ich nun wieder daran und las mir die wenigen Worte durch. Am 30.12.2015 ging ich an meinem alten Internat vorbei, sah das Fenster meines alten Zimmers, an dem ich immer saß und abwechselnd in die Ferne schaute oder schrieb. Ich setzte mich auf eine Steintreppe außerhalb der Mauer des Internats und schrieb in mein Büchlein: "Ich fühlte mich eingesperrt, aber mein Herz wusste, dass die Mauern mich schützen sollten. Die Orte triggern Erinnerungen und ich werde traurig. Da ist viel Schmerz. Leid. Ein gebrochenes Herz. Ein viel zu junges Mädchen, um das alles alleine zu tragen. Deswegen der Blick in die Ferne. Immer schon. Er drückt die Sehnsucht aus. Die Sehnsucht nach Liebe. Das ist die Antwort auf das Rätsel." Vielleicht erinnert ihr euch noch, als ich hier fragte, was dieser Blick in die Ferne zu bedeuten hat. Die Antwort fand ich an diesem Tag. Und noch etwas anderes: "Es kommt niemand. Es kommt niemand, der dich rettet. Aber ich werde kommen, um euch zu sagen, dass niemand kommen wird, euch zu erretten. Es wird niemand kommen." 31.12.2015 (Der Tag, an dem ich ihn zum ersten Mal sah) "Mein Vater fragte mich: "Fährst du weg oder nach Hause? Ohne zu überlegen antwortete ich ihm: "Nach Hause." Ja, ich fahre nach Hause. Weil der Ort, an dem ich zuhause bin, mein Herz ist." 03.01.2016 (Die zweite Nacht mit ihm) "Und immer wieder das gleiche Gefühl nach solchen Nächten. Der Wunsch wegzulaufen, allein zu sein, für mich zu sein, zu verschwinden. Was ist das in mir? Weshalb kann ich mich nicht verbinden?" 12.01.2016 Wenn ein Buch vollgeschrieben ist, muss man ein neues Kapitel beginnen. Leere, weiße Seiten liegen vor einem, welche man mit Leben/Inhalt füllen kann/muss. So wie mein Leben gerade. Das große Unbekannte wartet. Oder soll es das Kleine sein? Wo geht mein Leben hin? Was ist für mich angedacht? Universum, zeig mir den Weg..." Die restlichen Einträge werde ich euch nicht mehr mitteilen, aber ich kann euch sagen, dass er zur richtigen Zeit kam. Ohne ihn hätte ich diese schwere Zeit nicht überstanden. Ich hatte ja meinen Job verloren und war viele Monate lang arbeitslos. Die Einträge enden im März, aber ich erinnere so gut, welch unendlich deprimierten Gedanken ich monatelang hatte. Er kam genau zu richtigen Zeit und er blieb so lange, wie ich ihn gebraucht habe. Das Universum sorgt für uns. Es geschieht alles aus Liebe. Und selbst mein jetziger Schmerz ist nichts anderes als Liebe. Und ich erwähnte ihn mit keiner Silbe in diesem Buch. Er war für mich lange Zeit nicht der Traummann, nach dem ich mich gesehnt hatte. Ich glaube, es hat etwa sechs Monate gedauert, bis ich mich voll und ganz auf ihn einließ. Und es ist seltsam, aber rückblickend glaube ich beinahe, dass er begann sich abzuwenden, nachdem ich begann mich wirklich auf ihn einzulassen. Ich bin müde und werde langsam ins Bett gehen. Das Wochenende wird lang - Yogawochenende meiner Ausbildung. Habt eine schöne, warme Nacht. Danke, dass ihr bei mir seid.
  2. Danke Chopin, für dieses wunderschöne Bild! Ich kann es genau vor mir sehen... Und ganz besonders Danke hierfür: Heute ist Tag 20 und ich bin wirklich grumpy. Aber der Reihe nach. Gestern schickte mich mein Kollege wegen meines Fiebers nach Hause und heute bestand meine Ärztin darauf, mich bis Freitag aus dem Verkehr zu ziehen. Was war nochmal das schlimmste für Candygirl? Richtig, an ihre Wohnung gefesselt zu sein. Nun denn, meine schlechte Laune hat auch was mit dem Rauchstopp zu tun, denn heute ist Tag 1 ohne Zigaretten. Gott argh grhhh. Die vergangenen 19 Tage bin ich umher gerannt wie eine Irre. Ständig bei Freunden, meinen Geschwistern, in Cafes, Clubs, beim Sport, beim Training. Und jetzt, so plötzlich, an meine Wohnung gefesselt. Ich konnte ihn richtig spüren, diesen Gefühlsklumpen in mir, Panik, Schmerz und Unbehagen stiegen auf, wollten in mein Bewusstsein und die Lust auf eine erlösende Zigarette wurde beinahe übermächtig. Glücklicherweise habe ich mir zuvor ein passendes Mantra zurecht gelegt: Ich muss es jetzt schaffen, sonst hört es nie auf. Dieses Mantra hat mich schon ein paar Mal weitergebracht. So geschah es auch dieses Mal: Als der Gefühlsklumpen zur Übermacht in mir wuchs, versuchte ich nicht, ihn wegzudrücken wie all die Jahre zuvor. Ich ließ einfach zu, dass er sich in mir ausbreitete. Das war nicht schön, aber es hat mich auch nicht umgebracht. Ich habe mich sehr hilflos und gedemütigt gefühlt, an die Wand gedrückt und weggeworfen. Da war sehr viel Schmerz. Jemand hat vor kurzem zu mir gesagt: "Das, was dir am schwersten fällt, das brauchst du am meisten." Ich bin sehr gut darin, jeden Abend zum Training zu gehen, selbst dann, wenn da kein Muskel mehr ist, der noch nicht weh tut. Viele bewundern mich für meine Disziplin und Willensstärke. Wenn sie doch nur wüssten, dass ich jeden Abend vor mir selbst weglaufe. Genau das habe ich seit der Trennung getan. Und ja, das war in Ordnung. Jetzt aber bremst mich mein Körper aus und sagt: "Bleib endlich stehen, jetzt bist du stark genug, bleib stehen und schau hinein. Schau alles an: den Schmerz, die Wut, den Zorn, die Hilflosigkeit, die Demütigung, den Verrat, den Vertrauensbruch, die Trauer, das Verlassensein, das Benutztwordensein. Schau an und fühle! Und schau noch viel tiefer..." Und so habe ich einfach gefühlt. Das ist unglaublich! Ich habe einfach innegehalten und gefühlt! Ich gebe zu, lange habe ich das nicht ausgehalten, dann bin ich spazieren gegangen. (Aber zumindest ist der Anfang gemacht) Genau, der Spaziergang. Davon wollte ich berichten. Es trieb mich aus dem Haus, als Trauer und Schmerz mich überschwemmten. Ich erinnerte jene kleine Outdoor-Sportanlage in meiner Gegend, an welcher ich mit ihm ein paar Mal trainiert hatte. Eigentlich nur zweimal, aber diese zweimal waren sehr schön. Es muss irgendwann im Mai gewesen sein. Auf dem Weg dorthin konnte ich mich kaum satt sehen an den Herbstfarben, satt hören an dem raschelnden Laub. Überall so viel Schönheit. Und noch dazu war ich fest entschlossen, mir meine Gegend wieder zurückzuerobern, die Erinnerungen mit ihm durch neue zu überschreiben. Ihn Stück für Stück aus meinem Leben zu vertreiben. Und als ich endlich da war, hatten das bereits andere Menschen für mich getan. Meine gesamte Erinnerung - ausgelöscht. Die Sportgeräte weg, der Boden umgewälzt, mit schweren Reifenspuren darauf, kein Strauch mehr da, nichts. Nur der Geruch von Erde und zerstoßenem Wurzelwerk. Einzig und allein die Dipstangen und das Klettergerüst waren noch da. Ich sah mich um und da erst bemerkte ich sie - die rote Blutsonne. Sogar die Sonne war eine andere heute. Mein ganzes Leben ist ein anderes nun. Und da verstand ich es: Ich muss Erinnerungen nicht überschreiben, denn ohnehin ist alles im Wandel und alles im Fluss. Nichts bleibt, alles verändert sich und je mehr ich mich an etwas klammere, desto schneller rinnt es durch meine Finger hindurch wie Wüstensand. Wenn etwas vergeht, ist es niemals das Ende. So wie dieser Platz, er liegt jetzt eine Zeit lang brach, um eines Tages etwas Neues, etwas Schöneres, etwas Besseres zu tragen. Ich fühlte mich zufrieden, als ich nach Hause ging. Und seitdem ich wieder zuhause bin, bin ich wieder grumpy. Aber vielleicht muss ich das jetzt einfach sein. Einfach nur grumpy sein und fühlen. Bis der Schmerz nachlässt.
  3. Koffer packen?

    Das hier und auch alles andere, was du oben schreibst, finde ich so unendlich traurig... Ich hätte fast geweint. Glaubst du das alles wirklich? Dass es dort draußen nicht dein Yin gibt, das dich zum Lachen bringt, mit dir weint, wenn du traurig bist, dich sanft berührt, wenn deine Hand zur Faust geballt ist? Dass es dort draußen diesen einen Menschen gibt, der so viel mehr ist als nur Sex? Der dich lieben wird? So wie du bist, für alle Zeit dieser Welt? Also ich glaube daran.
  4. Koffer packen?

    Das, was Sprachlos sagt. Sexentzug kann bei Frauen ein Mittel sein, um herauszufinden, wie der Mann wirklich zu ihr steht. Das heißt: Wenn er nicht mehr von mir kriegt, was er will, geht er dann oder bin ich ihm wichtig genug, dass er herausfinden will, WESHALB ich mich distanziere? An manchen Punkten in einer Beziehung muss man einfach miteinander reden. Auch mal sagen: Hey, wenn du dich in letzter Zeit vernachlässigt gefühlt hast, dann tut mir das leid. Ich werde das jetzt ändern. Und dann den Worten Taten folgen lassen. Ab und an muss man die Frau ernst nehmen. Und nicht nur durch.
  5. Ja, so sehe ich das auch, spüre es ganz deutlich. Die Zeit der Dunkelheit ist vorbei, ein Neubeginn steht bevor. Jetzt, genau jetzt, stehe ich an der Schwelle. Zu einem neuen, heilenden Leben, voller Liebe. Ich kann das jetzt, ich bin das jetzt, und so werden sich in meinem Leben ab jetzt Begegnungen manifestieren, die mir die Liebe in meinem Inneren spiegeln. Ich bin nicht mehr die andere Frau. Die Frau, die man fickt und verlässt. In mir ist nun so viel Liebe, so viel Wärme, so viel weibliche Stärke. Ich bin jetzt die Eine. Genau das habe ich mein Leben lang getan. Bin vor Erinnerungen weggelaufen, nur um an einem neuen Ort erschrocken festzustellen, dass sie mich in meinem Inneren jagen. Re VaaN hat schon recht. Dieses Mal bin ich über meinen Schatten gesprungen, habe dem Schmerz ins Angesicht geblickt und habe ihn gehen lassen. Ich habe ihn am Samstag ohne Drama gehen lassen und in Kauf genommen, dass mich so unendlich viele Orte in Hamburg an ihn erinnern werden. Und ja, das tut weh. Aber es gab ein Leben hier vor ihm, und es wird auch ein Leben hier nach ihm geben. Wir hätten uns ja Ende Juni bereits beinahe getrennt... Es war eine schreckliche Zeit, in der er mich immer wieder von sich stieß. Eines Abends rief ich ihn an und im Laufe des Gesprächs beendete ich die Beziehung. Ich hoffte, dass er vor meiner Tür stehen würde, doch er kam nicht. Erneut rief ich ihn an und bat ihn, zu mir zu kommen. Eine Stunde später war er da. Beide weinten wir, aber er brachte es nicht fertig, die Beziehung von sich aus zu beenden. Erst, als ich ihn ermutigte, sagte er unter Tränen: "Ich will diese Beziehung nicht mehr." Zuerst war ich ganz ruhig, doch als ich die Modalitäten der Trennung klären wollte, begann ich zu zittern und zu weinen. Dann stand ich auf - er hatte bereits Schuhe und Jacke angezogen, bereit zu gehen - und sagte: "Wenn du jemals vor deiner Arbeitslosigkeit unglücklich mit mir warst, dann solltest du jetzt gehen, wenn du aber erst seitdem unglücklich bist und zuvor immer mit mir glücklich warst, dann machst du einen Fehler." Ich ging zur Balkontür und schaute hinaus - mit dem Rücken zu ihm. Ich wollte nicht sehen, wenn er geht. Er ging nicht. Er stellte sich hinter mich und umklammerte mich weinend. Die ganz Nacht hielt er mich im Arm und sehr früh am morgen schreckte ich hoch aus einem sonderbaren Schlaf. Sein Körper war noch bei mir. Eng umschlungen liefen wir den ganzen Weg bis zu seiner Wohnung und hielten uns den ganzen Tag fest umfasst, ließen uns nicht mehr los. Wir sprachen nie wirklich über diesen Vorfall, außer, dass ich ihn bat, mir zu sagen, wenn er Freiraum benötigte, denn dann könne ich damit umgehen, ohne Drama zu schieben. Ich änderte mein Verhalten fortan. Ich dachte, wenn ich entspannt und locker bleiben würde, würde sich alles wieder einrenken. Ich wurde noch verständnisvoller und unkomplizierter als ohnehin schon. Er entfernte sich immer mehr, warf mir jedoch dann und wann ein paar Krumen Liebe hin, an denen ich mich hochzog. Ende Juli besuchten wir zusammen meine Eltern und ich tat alles, um den Aufenthalt so angenehm wie nur irgend möglich für ihn zu gestalten. Trug schöne Sommerkleidchen, organisierte Ausflüge auf meine Kosten, bekochte ihn nach seinem Geschmack, erfüllte seine sexuellen Wünsche und reagierte liebevoll auf seine Launen. Es half alles nicht. Er blieb unzufrieden und grimmig. Und irgendwann dämmerte mir, dass sein Verhalten nichts mit seinen eigenen Problemen zu tun hatte, sondern mit unserer Beziehung. Dass er das alles nicht mehr wollte. Wochenlang war ich hin und hergerissen - unglücklich und traurig. Doch vor ihm verbarg ich meine Gefühle. Wenn ich jetzt ehrlich bin, waren die Wochen nach jenem Vorfall im Juni nur noch ein Zucken. Vor Jahren war ich mal beim Schlachten und Zerlegen eines Stiers dabei. Die großen Fleischstücke zuckten sogar noch Stunden danach. So war unsere Beziehung zum Schluss: Die letzten Kontraktionen vor dem endgültigen Tod. Und wenn ich noch ehrlicher bin, spürte ich das alles schon lange, lange Zeit zuvor. Dass er kein Mann für eine Beziehung ist. Er liebte mich und er war selbst hin und hergerissen, denn die gemeinsame Zeit war schön. Sehr schön sogar. Doch alles, was über eine schöne, gemeinsame Zeit hinausging, alles, was Teil einer richtigen, erwachsenen Beziehung ist, das wollte er nicht. So wie ich lange Zeit ebenfalls. Doch ich wuchs langsam hinein in diesen Wunsch, mein Leben für einen anderen Menschen zu öffnen, jemanden ein Teil meines Lebens werden zu lassen und Teil eines anderen Lebens zu sein. Ich wuchs hinein in diesen Wunsch und er blieb so, wie er war. Und jetzt ist es so, wie es ist. Ich werde heute Abend nicht am Fensterbrett sitzen, denn ich will nicht, dass er zurückkommt. Mein Fenster bleibt zu. Es bleibt zu für einen Menschen, der kein Teil meines Lebens sein will und dessen Leben kein Teil des Meinigen sein soll. Es bleibt so lange zu, bis ich das alles verarbeitet habe und wird sich erst wieder öffnen, wenn ich bereit bin, einen neuen Menschen, einen neuen Mann unvoreingenommen, ohne Vergleiche zu ziehen, in mein Leben lassen kann. Einen Mann, der ebenfalls bereit ist, eine richtige Beziehung einzugehen und an ihr zu arbeiten, genauso wie er bereit ist, an der Beziehung zu sich selbst zu arbeiten. Eine wichtige Erkenntnis hatte ich noch: Das alles war kein Drama von mir während der Beziehung. Es waren berechtigte Zweifel, die ich äußerte und die er als Drama hinwegfegte. Einmal nur hätte er mich ernst nehmen müssen, oder zumindest ich mich selbst. Dann hätten wir wie Erwachsene darüber reden können. Aber wie sollten zwei Kinder auch, die wir ja waren, wie Erwachsene über eine Beziehung sprechen? Von daher ist alles gut so, wie es ist. Aber das nächste Mal, da werde ich schlauer sein. Heute ist Tag 19.
  6. Tag 18 - Der Tag nach dem Abschied Ich bin etwas fiebrig heute, gestern eigentlich auch schon. Mit meiner Schwester traf ich mich heute Vormittag an seiner Haltestelle. Er wohnt an einem Knotenpunkt und jeden Tag muss ich daran vorbei. Wir fuhren weiter zu den Landungsbrücken und stiegen in die Fähre. Wie gut mir das alles tat, trotz Fieber. "Komm, lass uns dein gebrochenes Herz die Treppen hinaufschleppen" sagte sie, als wir an dem Bürogebäude Dockland ankamen. Alle paar Meter musste ich mich setzen, doch ich wollte hinauf. Als wir ganz oben waren, sah ich hinab auf das Altonaer Cruise Center. Vor ein paar Wochen standen wir - er und ich, meine Schwester sowie ihr Freund - dort oben, nachdem wir die Urban Challenge, diesen Hindernislauf, absolviert hatten. Ich dachte an jene im Nachhinein lustige Geschichte, als er eigentlich nicht hatte mitlaufen wollen, da er die Tage zuvor Magen-Darm hatte. Ich war mit meiner Schwester bereits auf dem Weg, als er mich plötzlich anrief und kurze Zeit später mit dem Fahrrad um die Ecke bog. Ihm ging es wieder gut, doch nach den ersten vier Kilometern begann ich dann zu frösteln und mein Bauch zu gluckern. Als wir nach einem weiteren Kilometer beim Ausgangspunkt vor der Halfpipe standen, konnte ich nicht mehr weiterlaufen. Meine Schwester begleitete mich zu einem Dixiklo. Dort saß ich dann, weinend und mit Schüttelfrost. Als ich wieder herauskam, war ich kurz davor, nach Hause zu fahren. Doch irgendetwas in mir wollte weiterlaufen. Ich desinfizierte meine Hände und dann gingen wir zurück zur Halfpipe, wo die beiden immer noch in der Schlange standen. Er nahm mich in den Arm, küsste meine Stirn und ich kuschelte mich an seine Brust. Wir waren die letzten, die die Halfpipe passierten. Die Männer zuerst, ohne Hilfe schafften sie es, danach zogen sie uns hoch. Den Rest des Laufs halfen wir uns gegenseitig über die Hindernisse, lachten, über die Situation, die gemeinsame Anstrengung, waren glücklich, liefen und kletterten, krabbelten, hangelten, Treppen hoch, Treppen runter, waren glücklich. Hand in Hand überquerten wir das Ziel. Das Siegerfoto so schön, dass es von den Veranstaltern gepostet wurde. Wir machten auf dem Dach des Cruise Centers unsere eigenen Siegerfotos und danach verabschiedeten wir meine Schwester und ihren Freund. Wir gingen zu ihm und blieben den restlichen Samstag und Sonntag zufrieden und glücklich auf der Couch. "Ich hatte immer gedacht, in der Öffentlichkeit Durchfall zu bekommen und damit ein Dixiklo aufsuchen zu müssen, sei das Schlimmste, was mir passieren könnte. Aber hey, ich habe das überlebt. Ich bin danach sogar noch fünf Kilometer gelaufen" resümierte ich auf dem Dach des Dockland. "Ja, hat uns alle gewundert, wie du das gemacht hast. Du warst echt fertig!" Auf ihr herzhaftes Lachen folgte ein nachdenkliches Schweigen, dann fuhr sie fort: "Du wirst auch das schaffen." Beide sahen wir auf das Cruise Center. Und schwiegen. Die Umrisse unserer vergangenen Seelen verblassten und verschwanden immer mehr vor meinem inneren Auge. Es sind nur noch Erinnerungen. Sie bleiben ein Teil von mir. So wie auch er ein Teil von mir bleiben wird. Für immer. Die Tage werden jetzt vergehen, einer nach dem anderen, und der Wunsch, dass er zurückkommt, wird immer schwächer werden. Aber heute noch, und vielleicht auch noch morgen, werde ich immer wieder aus dem Fenster schauen und hoffen, dass er da unten steht. An der Straße. Dass er zu mir zurückkommt. Nur die Zeit wird mir jetzt helfen. Nur die Zeit. Die Spotify-live-Version ist schöner, aber damit ihr wisst, wie ich mich gerade fühle...
  7. LIeber @Re VaaN, ich danke dir von Herzen. In den letzten Tagen hatte ich beinahe schon ein schlechtes Gewissen, dass ich euch so zuspamme, mit meinem Liebeskummer. Aber ich weiß sonst nicht, wohin damit. So viele Worte. So viele Gefühle. Die Wut ist der Trauer gewichen und mit ihr kamen die Tränen. Ich habe endlich ein Lied gefunden, das mich zum Weinen bringt - Bis ans Ende der Welt von Joris. Gestern begann ich erst zu weinen, nachdem ich den Eintrag geschrieben hatte, es schwarz auf weiß vor mir sah. Ich ging auf und ab in meiner Wohnung, überall der Geist des Vergangenen. Ich sah mich vorm Herd stehen, wie er mich von hinten eng an sich drückte, mich überall berührend, ich sah uns im Badezimmer beim Zähneputzen, wie er mich sogar da in den Arm nahm und wenn er vor mir fertig war, mich beim Vorbeigehen sanft streichelte, ich sah, wie er mich durch den Flur ins Schlafzimmer jagte, es gab nie ein Entrinnen, immer fing er mich und warf mich aufs Bett, wo wir uns leidenschaftlich liebten, ich sah uns am Tisch sitzen, essend und lachend, auf der Couch liegen, wo wir einmal dicht an dicht nach einem späten Frühstück eingeschlafen waren, obwohl wir doch eigentlich soviel hätten machen wollen, Arm in Arm, Körper an Körper, ich sah mich auf dem Balkon stehen, während er im Hof mein Fahrrad reparierte. Jetzt ist da nur Schutt und Asche, denn das Gebäude im Hof wird gerade abgerissen. Ich stehe vor den Trümmern. Gestern Nacht saß ich lange auf dem Fensterbrett im Schlafzimmer, den Blick zur Straße hinaus. Vielleicht, weil ich sehen wollte, dass die Welt sich noch dreht. Während sie für mich stehengeblieben ist. Trotz der späten Uhrzeit noch ein lebendiges Treiben. Blätter fielen, Pärchen Hand in Hand, Autos fuhren vorüber, der Mann gegenüber wie immer vor seinem Laptop, vielleicht ein Schriftsteller. Und da saß ich und Tränen liefen über meine Wangen. Bäche fließen in mir. Solche Dinge passieren, wenn zwei Menschen sich ineinander verlieben, die nicht zueinander passen. Ich habe über Nacht wieder ein Kilo abgenommen und habe mir vorher etwas Kuchen geholt, damit ich zumindest ein bisschen was esse. Mehr als ein paar Gabeln kriege ich jedoch nicht runter. Zu viele Tränen in mir. Ich muss jetzt los, ich treffe mich mit meiner Schwester und wir fahren wieder mit der Fähre. Ich schreibe bestimmt später nochmal. Habt ebenfalls einen schönen Tag - trotz allem, was vielleicht bei euch gerade los ist.
  8. Tag 17 - Tag des Abschieds Heute nun will ich berichten, für was ich mich nach seiner Nachricht entschied. "Das können wir gerne machen." "Sag du, wann und wo. Gib mir nur Bescheid." "Samstag 14:00 bei mir? Dann endet es so, wie es angefangen hat. Nur ohne Happyend, wenn du verstehst. Haha, der war gut ;) "Trauriger Emoji. Ok. Bis Samstag." Er war eine Viertelstunde zu spät. Als es klingelte, wartete ich im Wohnzimmer an der Heizung. Er sah müde aus, hat abgenommen. Sprach kein Wort. Wollte mich umarmen, doch ich wich einen Schritt zurück. Schüttelte den Kopf. "Wie geht es dir?" Fragte ich heiser. "Es geht. Und dir?" "Eigentlich ganz gut." Wir setzten uns auf die Couch. Eine Träne lief über seine Wange. Es war ein schönes, ruhiges Gespräch. In Liebe. Er hätte nie mit mir gespielt, und dass er mich nicht lieben würde, hätte er so nie gesagt. Er hätte mich geliebt und täte es auch jetzt noch. Ich würde für immer ein Teil von ihm bleiben. Wir seien nur zu verschieden. Während er in den Tag hineinlebe, sei ich organisiert und plante mein Leben. Dass meine ganzen Fragen ein Test gewesen seien, sei ihm erst jetzt klar geworden. Er hätte sich gewünscht, dass ich ein Teil seines Lebens bleibe, dass wir uns in unregelmäßigen Abständen sehen, aber er wisse, dass das nicht geht. Er vermisse mich sehr. Dass sein Verhalten mich verletzt hätte, sei ihm nicht bewusst gewesen. Er wünschte sich, dass wir in Kontakt bleiben. Ich gestand ihm zu, dass wir uns zum Geburtstag gratulieren werden, zu mehr bin ich jedoch nicht bereit. "Wenn du bereit gewesen wärst, hätte ich dich geliebt, bis ans Ende meines Lebens." Das war der einzige Satz, bei dem sich meine Augen mit Tränen füllten. Sie verließen mich jedoch nicht. Sie blieben bei mir. Ich schenkte ihm keine einzige Träne. Ich sagte ihm, wie unglücklich ich gewesen sei und dass es mir jetzt jeden Tag besser gehe. Es war nicht ein Mangel an Liebe. Es waren die unterschiedlichen Vorstellungen, wie eine Beziehung zu gestalten ist, wie ein Leben verlaufen soll. Er hätte mich gerne in seinem Leben, doch ich werde mich jetzt jeden Tag weiter entfernen und ich werde nicht zurückgehen. Er: "Ich habe nicht nach einer Beziehung gesucht. Aber mit dir hat sich das alles richtig angefühlt. Doch im Grunde wollte ich keine Beziehung." Ich: "Ich war am Anfang genau so. Aber mit der Zeit habe ich mich geöffnet und habe mir mehr gewünscht. Ich bin jetzt bereit für eine Beziehung." Langes Schweigen. Tränen in seinen Augen. Ich: "Natürlich ist es jetzt schwer. Wir beide haben einen Menschen verloren. Dieser Platz in unserem Leben ist jetzt leer. Natürlich tut das weh. Aber es ist alles gut, so wie es ist." Wir schwiegen mehr, als wir redeten. "Möchtest du noch etwas sagen?" "Du warst eine tolle Freundin. Und du bist eine unglaubliche Frau." "Du solltest jetzt gehen." "Ich würde dich so gerne umarmen. Aber ich weiß, dass das nicht geht." Vielleicht, weil wir uns nicht mehr losgelassen hätten. Ich blieb an der Heizung stehen und sah ihm zu, wie er zur Tür ging. Er öffnete sie und blieb lange stehen. So viele Meter zwischen uns. Bis er langsam verschwand, suchte er meine Augen. Ich blieb einige Augenblicke stehen. Dann ging ich zur Tür. Legte meine Hand auf das Holz. Hörte seinen Atem. Dann drehte ich den Schlüssel um. Sein Atem immer noch an der Tür. Langsam leiser werdend. Das Rascheln der Tüte mit seinen letzten Sachen. Schritte. Eine Tür, die ins Schloss fiel. So endete es nun. In Liebe. Die Wut ist weg. "Wenn du bereit gewesen wärst, hätte ich dich geliebt, bis ans Ende meines Lebens." Und die Wahrsagerin hatte unrecht. Ich gestalte mein Leben selbst. Und es ist ein Leben voller Liebe. Wenn es nur nicht so unendlich schwer wäre. So unendlich schwer.
  9. Tag 16. Heute bin ich etwas schwermütig. Ich komme eben von einer Arbeitskollegin, bei der wir uns zusammen mit zwei anderen Kolleginnen Tarotkarten haben legen lassen. Ich konnte mit Esoterik eigentlich nie was anfangen, aber sie hat Dinge gesagt, die passiert sind, oder von denen ich weiß, dass sie sicher passieren werden. Aber sie hat auch gesagt, dass ich mein Glück in Hamburg nicht finden werde. Und auf die Frage, ob ich das Buch veröffentlichen werde, kam die Todeskarte. Sie sagte, darin sei sehr viel Dunkelheit, und dass es nie in dieser Form an die Öffentlichkeit gelangen wird. So viele Dinge hat sie mir noch gesagt und ich weiß, dass morgen bereits etwas davon eintreffen wird. Auf dem Heimweg fuhr ich mit dem Bus an seiner Wohnung vorbei. So gerne wäre ich ausgestiegen, so viele Male bin ich dort gewesen, so viele Male habe ich mit ihm gelacht und in seinen Armen geschlafen. Aber damit das nie wieder passiert, erzähle ich euch von der letzten gemeinsamen Nacht. Es war der 20.09. Ich kam abends zu ihm und unsere gemeinsame Routine nahm seinen Lauf. Playstation, bettfertig machen, Sex. Danach kuschelte ich mich wie immer an ihn und legte meinen Kopf auf seiner Brust ab, während er den Fernseher einschaltete. High von den Hormonen sagte ich: "Baby, ich bin so glücklich. Geht es dir auch so?" Er wurde wütend und erwiderte genervt: "Immer wieder fängst du damit an, das nervt mich mittlerweile echt. Vor zwei Wochen erst hast du..." Ich war entsetzt. Erschrocken. Und fing an zu weinen. Drehte mich auf die Seite und vergrub mein Gesicht schluchzend in den Laken. Er drehte sich zu mir "Oh man Baby" und wollte mich zu sich ziehen. "Nein, bitte, lass mich. Ich will jetzt alleine sein". Und er ließ mich allein. Die ganze Nacht hindurch spürte ich in den Schlaf hinein meinen Schmerz, während er immer wieder meine Nähe suchte, welche er nicht mehr fand. Am nächsten Morgen stand ich auf. Ohne unser morgendliches Kuschelritual. Als ich fertig war für die Arbeit, ging ich zum Bett zurück, um mein Handy zu holen. Er richtete sich auf und sah mich mit erschrockenen Augen an. Griff nach meiner Hand. Hielt sie fest. "Nein, lass mich." Ich wendete mein Gesicht ab. Er zog mich zu sich und hielt mich fest. Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange, löste mich aus seiner Umklammerung und ging, ohne mich umzudrehen. Später am Tag bekam ich eine Nachricht, in welcher er bekundete, wie leid es ihm täte und dass er mich nicht habe verletzen wollen. "Schon gut." Das antwortete ich ihm immer. Abends stand er nicht vor meiner Tür. Er rief mich nicht an. Ich wusste, dass er zum Fußball schauen verabredet war. Am nächsten Tag wurde ich krank, blieb zuhause und informierte ihn abends. Wir hatten kaum Kontakt außer wenigen, kurzen, belanglosen Nachrichten. Am Sonntag rief er mich an, dass er nun krank sei. Ich rief ihn jeden Tag an, um ihn nach seinem Befinden zu fragen. Ich sagte ihm, wie sehr ich ihn vermissen würde und er erwiderte selbiges. Am Mittwoch, den 27.09. trennten wir uns. Ich bin heute so wehmütig, weil ich nicht wieder so lange alleine bleiben will. Die Kartenlegerin hat mir zwei Männer vorausgesagt. Aber nicht jetzt. Sie sagte, im Moment solle Sex keine Rolle in meinem Leben spielen. Und damit hat sie sicherlich Recht. Mit Schmerz zu suchen, wird Schmerz finden. Ich vermisse die Nähe. Die Wärme. Das Lachen. Das war mein Tag 16.
  10. Ein Rückfall ist ausgeschlossen. Von Tag zu Tag geht es mir ohne ihn besser. Jetzt erst fühle ich, wie unglücklich er mich gemacht hat und ich es zugelassen habe. Ich will mir aber nicht zu viele Vorwürfe machen. Denn diese Episode meines Lebens erinnert mich sehr an das Verdrängen des Missbrauchs in meiner Familie. Es war einfacher für mich, mit der Schuld zu leben ein schlechter Mensch zu sein, als zu erkennen, dass ich ein hilfloses Opfer der Menschen geworden war, die mich hätten beschützen sollen. Es war kurz vor Weihnachten 2010. Ich hatte einen Termin bei meiner Therapeutin, die ich nur noch alle paar Monate aufsuchte. Ich erzählte ihr von meinen Erfahrungen in der Uni sowie meiner Studienstadt. Immer wieder lenkte sie das Thema auf meine Familie. Meine Ohren stellte ich auf Durchzug. Bis sie sagte: "Sala, deine Familie hat deine Seele vergewaltigt." Einige Wochen später kam dieser Satz wie aus dem Nichts in mein Bewusstsein. Ich gab "seelische Vergewaltigung" in das Google-Suchfenster ein. Hallo X, normalerweise will ich es nicht, dich außerhalb der Sitzungen nach etwas zu fragen, oder so... Aber als ich bei dir war, da hast du etwas gesagt von, dass meine Seele von meiner Familie vergewaltigt wurde... Ich kann mich nicht mehr erinnern, was du gesagt hast... Es ist alles dunkel und betäubt, wenn ich mich an diesen Moment, in dem du das gesagt hast, erinnere. Nur diese Worte sind zu mir durchgedrungen... Jedenfalls habe ich angefangen meine Tagebücher wieder zu lesen, alte Briefe, etc. Ich bewahre das alles in einer kleinen Kiste auf, das ganze Leid in einer kleinen Kiste, die ich dann wieder verschließen und im hintersten Eck meines Schranks verstecken kann. Das ist bis hierher eigentlich nichts Neues für mich. Immer wieder habe ich darin gelesen, dann ging es mir schlecht, aber verstanden habe ich nichts. Ich meine, keine größeren Zusammenhänge. Ich habe im Internet nach seelischer Gewalt, Vergewaltigung gesucht. Und ich bin auf das Buch "Masken der Niedertracht" gestoßen. Du kennst es sicher. Ist es das, was mir passiert ist? Ich muss dich eigentlich gar nicht fragen, weil ich es eh weiß. Ich trage nicht den geringsten Teil einer Schuld in mir. Für das, was passiert ist. Es war ihr perverses Spiel, das sie mit mir trieben. Sie manipulierten mich, sie ließen mich glauben, ich sei der Täter. Sie demütigten, erniedrigten, quälten, folterten mich, und ihr Ziel war es, mich auszulöschen, mich zu zerstören. Ich hatte also nie eine Chance. Das konntest du mir nicht sagen, richtig? Ich musste es selbst herausfinden. So etwas kann man ja auch niemandem sagen... Ich spüre jetzt diese Betäubung, von der du gesprochen hast. Diesen Schutz in meiner Seele, mich nicht alles auf einmal spüren zu lassen. Aber ich bin bereit dazu. Weißt du, mir ist aufgefallen, dass ich mich nur bruchstückhaft und dunkel an meine Kindheit und Jugend erinnern kann. Wenn ich das nächste Mal bei dir bin, können wir beginnen, die anderen Teile auszugraben und zu beleuchten. Ich habe keine Angst. Nein, ich habe überhaupt keine Angst. „Ihr seid nicht in euren Körper eingeschlossen, noch an die Felder oder Häuser gebunden. Das, was ihr seid, wohnt über dem Berg und treibt mit dem Wind.“ Khalil Gibran Danke, dass du mich auf diese wunderschönen Gedichte gebracht hast. Sie sind im Moment wie ein Licht für mich. Meine lieben Grüße an dich, X. Sala Das Tor blieb jedoch nicht lange offen und so sollte es erst hier in diesem Forum geschehen, dass ich wirklich die anderen Teile ausgrub und beleuchtete. In dieser Beziehung verharrte ich ebenfalls als die Schuldige. Misstraute meiner eigenen Wahrnehmung, schob sie beiseite und wurde erneut zum Opfer. Doch das ist nun vorbei. Ich bin erwacht, aus dieser langen, dunklen Trance. Vergesst nicht: Ich bin stark. Und ich habe jetzt Flügel. Weite, weiße Schwingen, die sich niemals wieder in Ketten legen lassen. Ich bin frei. Und ich habe bald den Termin bei meiner Therapeutin, um meine heilenden Gedanken und Gefühle bis in die tiefsten Zellen meines Seins zu transportieren, von wo aus sie in mein Leben strahlen werden. Gestern habe ich berichtet, dass ich eine Erkenntnis in Bezug auf meine Oneitis hatte. Wisst ihr, als ich jene Affäre mit diesem Mann begann, war ich sehr zufrieden mit mir selbst. Ich hatte sehr viel trainiert, beinahe einen Sixpack und war sehr schlank. Mein Gesicht strahlte und meine endlos langen, blonden Locken waren glänzend und gesund. Wenn ich durch die Stadt zu ihm lief, trug ich immerzu wunderschöne Kleider, die im Wind flatterten. Meine Haut war braungebrannt und auch in meinem Herzen leuchtete die Sommersonne. Da ich jedoch durch den Sex ohne Liebe immer unglücklicher wurde, es mir jedoch nicht bewusst war, fing ich an zu essen und zu rauchen. Haut und Haare wurden fahl, meinen Körper überzog eine Fettschicht. Meine figurbetonten Kleider konnte ich nicht mehr tragen, weil mein Bauch sich weit vorwölbte. Schwer war meine Seele geworden und mit ihr auch mein Körper. Die Oneitis entstand. Ich dachte, nur mit ihm könne ich wieder glücklich sein. Doch das war nicht wahr. Denn glücklich war ich, bevor ich ihn kannte. Das habe ich jetzt erst verstanden, da ich durch die momentane Trennung so viel Gewicht verloren habe, dass ich wieder den Körper von damals habe. Meine Haare hinken etwas hinterher, aber auch sie werden wieder glänzen. Auf jeden Fall fühle ich mich wieder so leicht und beschwingt wie zu Beginn meiner Oneitis. Ich bin zufrieden mit mir selbst. Ich habe mich nie wirklich nach ihm gesehnt. Sondern nach mir selbst. Heute ist Tag 15. Und ich bin froh, dass es vorbei ist. Dass ich wieder ich selbst sein kann. Ich habe immer mal wieder Wut in mir. Aber auch Dankbarkeit. Denn ich traf ihn, als ich wahrlich ganz unten war. Jene gewalttätigen Affären, der Jobverlust, meine Altlasten im Nacken. Bei ihm durfte sich meine geschundene Seele ausruhen. Ich hatte nur nicht rechtzeitig den Absprung geschafft. Das ist alles. Es geht weiter. Immer. Candy
  11. Ich kann dir leider wirklich nicht weiterhelfen, weil ich Kinder auch nicht sonderlich mag, aber du hast mich wirklich, wirklich, wirklich zum Lachen gebracht mit deiner so blumigen, facettenreichen Ausdrucksweise. Besonders hier: oder hier: und hier: Bitte, hör auf, ich hau mich weg, ah hier, einer noch: Oh Gott, wie unsensibel von mir. Tut mir sehr leid, ich hoffe, ich bin nicht die einzige, die deine Schreibweise urkomisch findet. Großes Talent! Zu deinem Problem glaub ich mutmaßen zu können, dass es vielen erwachsenen Menschen so geht. Meine sogar mal von einem gehört zu haben, der alle Kinder hasst, außer seine Eigenen. Vielleicht gibt sich das also, wenn du mal selber so nen Zwerg in Händen hältst. Und danke, you made my day :)
  12. Tag 14. Komme gerade vom Yoga, wo die einzigen Tränen des Tages flossen. Ansonsten habe ich eine Neuigkeit: Ich habe heute einen Blog erstellt. Bisher gibt es noch keinen Content. Ich werde ebenfalls unter den Pseudonymen Candygirl sowie Sala schreiben. Candygirl liegt mir besonders am Herzen. Weil es so schön leicht klingt. So vergnügt, so freudig, so lebendig, so genießend. Es scheint eigentlich im Gegensatz zu meinen schweren Inhalten zu stehen, aber wisst ihr, ein Teil von mir, derjenige, der nie die Hoffnung verloren hat, der immerzu an Wunder glaubte, der mich durch die schlimmste Zeit meines Lebens getragen hat, der sich nie hat zerstören lassen, ja, dieser Teil von mir ist das, was ich eigentlich bin: Ein lebensbejahendes, glückliches und durchs Leben tanzendes göttliches Wesen. Eventuell setze ich mich am Wochenende ran und fange einfach an. Als ich hier anfing zu schreiben, lag meine Geschichte im Verborgenen, sie klarte mit jedem weiteren Beitrag auf wie ein Tal vom Nebel, am frühen Morgen nach einer regnerischen Nacht. Dieses Mal beginne ich mittendrin. Mitten in der Geschichte. Ich habe alle Erinnerungen meines Lebens und irgendwie stehe ich mit diesem Blog an einem Scheidepunkt. Ich spüre es ganz deutlich. Die Zeit der Dunkelheit ist nun vorüber. Mit dem Loslösen von dieser Beziehung hat sich etwas in mir verändert. Nichts geringeres als die Liebe, die aus allem spricht, kann ich nun mehr in meinem Leben akzeptieren. Und so werde ich mich in diesen Blog hineinschreiben, aus der Asche erhebend wird die Liebe mich leiten, in allem, was ich schreibe, in allem, was ich jetzt tue. Liebe. Eure Beiträge gaben und geben mir so viel Rückhalt, so viel Kraft. Durch all diese schweren Zeiten wart ihr für mich da und ehrlich gesagt fühle ich mich so wohl hier, dass ich beinahe wehmütig werde, wenn ich den Energiefluss eventuell in Richtung eines Blogs lenke. Aber ihr kennt mich ja mittlerweile, ich komme immer wieder zurück. Morgen erzähle ich euch eine Erkenntnis, die ich in den letzten Tagen in Bezug auf meine Oneitis hatte, und um zumindest hin und wieder den Bogen zum Titel des Threads zu spannen ;) Ist was sehr Schönes <3 Tag 14 schon vorbei. Das Einzige, was ich vermisse, ist die körperliche Nähe und das Herumalbern. Genau das will ich wieder. Und noch so viel mehr. Noch so viel mehr. Danke, dass ihr bei mir seid. Candy
  13. Ich danke euch von Herzen, für all diese Beiträge. Danke Hexer, danke Max--Power--, danke Re VaaN, danke John Dread, danke C-h-o-p-i-n. So viele neue Impulse und Sichtweisen. Ich habe eine Nacht drüber geschlafen und weiß jetzt, was ich tue. Aber zuerst der Text, den ich gestern verfasste: Nachtrag Tag 12. Ich hatte von der noch nicht reaktivierten, ehemaligen Fickbeziehung erzählt. Es ist der Mann, mit dem ich den gewalttätigsten Sex meines Lebens sowie jenen Drogen-Dreier hatte, nach welchem ich hier fragte "Weshalb bin ich so kaputt?", um mich im Anschluss aus diesem Forum zurückziehen. Aus Scham. Aus Angst. Aus Hoffnungslosigkeit. Er hatte mir im Laufe der Beziehung geschrieben und mich um ein Treffen gebeten. Er war nur für ein paar Tage hier in Hamburg gewesen, nachdem er Anfang 2016 weggezogen war. Selbstverständlich lehnte ich ab. Jedoch sehr höflich, denn tief in mir drin wusste ich wohl, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt war. Diesem Mann schrieb ich nun letzten Freitag, dass das Fenster wieder offen sei. Zufällig war er gerade in Hamburg. Damit hatte ich nicht gerechnet. Meine Absicht war, mich in seine Gedanken zurückzubringen und in ein paar Wochen oder Monaten einen Anlauf zu nehmen. Noch am selben Abend wollte er mich sehen. Ich zog es vor, eine Freundin zu besuchen und später mit meiner Schwester ins Kino zu gehen. Blade Runner - ein grauenhaft langweiliger Film trotz Ryan Gosling. Und viel zu brutal für meinen Geschmack. Am nächsten Tag ging ich, wie ihr wisst, auf den Kiez und er bat erneut um ein Treffen. Sogar suchen wollte er mich! Auf der Tanzfläche beantworte ich seinen Anruf und meine Freundinnen grölten ins Handy. So etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt. Dass ich nicht einsam war, vielmehr umgeben von Freundinnen und somit nicht needy war, seinen Befehlen zu folgen. Ich schrieb ihm: "Nach zwei Uhr passiert nichts Gutes" und beendete den Fickaufruf mit einem Zwinkersmiley. Am nächsten Tag, ich war gerade mit einer Freundin an der Fähranlegestelle in Övelgönne, wo wir die Oktober-Sonnenstrahlen genossen und ich immer noch den Geschmack des süßen Karamell-Brownie-Cheesecakes im Mund hatte, schrieb er mir erneut. Bestimmt zehn Nachrichten, auf die ich nur antwortete: "Ich bin gerade mit einer Freundin unterwegs." Er lud uns zu sich und seinem Kumpel ins Hotel ein. "Ähm, nein?!" dachte ich jetzt. Vor zwei Jahren noch hätte ich mir flink und gehorsam die Beine rasiert, meine halterlosen Strümpfe angezogen und wäre auf High Heels zu ihnen gestelzt, um mich demütigen zu lassen. Ach ja, die guten alten Zeiten. So needy kannte ich ihn nicht. Er war schon immer abgefuckt, ja, immer auf Koks, bei jeder unserer Begegnungen, doch so wie jetzt war er nie. Unsere wenigen Treffen hatten sich auf mehrere Wochen erstreckt und ich war immer diejenige, die um Audienz bat und er war es, der Termine in seinem vollen Kalender vergab. Doch nicht seine Neediness war es, die mich fernhielt. Es war etwas anderes. In Viper`s Trennungstagebuch hatte ich es gelesen: Kein Sex vor Ablauf von sechs Wochen nach der Trennung. Sonst reißt alles auf, die klaffende Wunde, und man kann nicht mehr an sich halten, sie nicht mehr zurückzuhalten, die Gefühle und Schmerzen, die dann in seine Richtung geschleudert werden wollen. Als könne nur diese eine "Ich vermisse dich" Nachricht das blutende Herz stillen. Doch da ist noch etwas anderes. Ich habe es jetzt erlebt, wie es ist, wenn man zwei Jahre lang mit ein und demselben Mann schläft. Dem Mann, den man liebt. Das will ich wieder. Und das kann eine Fickbeziehung mir nicht geben. Nichts davon. Ich unterwerfe mich nicht mehr. Ich kniee nicht mehr. Ich gehorche keinen Befehlen mehr. Ich bin jetzt eine freie Frau. Diese Beziehung und deren Ende waren mein Befreiungsschlag. Auch wenn ich währenddessen eine Gefangene war. Meine eigene Gefangene. Ich hätte es sehen müssen, als er mir sagte: "Nur weil wir jetzt beide eine Woche Urlaub haben, heißt das nicht, dass wir uns die ganze Zeit sehen.“ Als er seiner Ex-Affäre auf eine Nachricht antworten wollte "Ich bin gerade nicht in Hamburg", während er in unserem gemeinsamen Urlaub mit mir an der Poolbar saß. Als er im Park an den Lippen der Instagram-Schönheit klebte und ich danach nach dem Sex mit eingeplanter, zehnminütiger Kuschelzeit im Regen mit dem Fahrrad nach Hause geschickt wurde. Als er an Weihnachten, nachdem ich tagelang dekoriert und gekocht hatte, die Nacht lieber bei seinem Cousin verbrachte. Als er mir immer und immer wieder absagte, weil andere Dinge wichtiger waren. Als er mich immer und immer nur weit nach 9 sehen wollte und auf meine schüchternen Nachfragen, welche Art Beziehung wir führten, wütend wurde. Zu all diesen und vielen weiteren Begebenheiten hätte ich einfach nur sagen müssen: Digga, fick dich. Und Ciao. Im Juni vor einem Jahr besuchte ich meine Eltern. Mein Vater zeigte mir stolz sein ewiges Terrarium, welches er mit moosigem Waldboden in einer leeren Glühbirne angelegt hatte. Ein kleiner, sich selbst versorgender Mikrokosmos, der nichts von außen brauchte, als ein paar wenige Sonnenstrahlen. Fasziniert stupste ich das Glas an und sah zu, wie diese kleine Welt an jenem drahtigen Gestell baumelte. Ich bemerkte nicht, dass ich mich selbst berührte. Denn ich selbst befand mich in einem selbst erschaffenen Terrarium, speiste mich mit meinen eigenen Gefühlen, bedurfte nur weniger leerer Worte, um weiter wie Robin aus How I met your mother auf Absinth in Glückseligkeit in meinem eigenen Kosmos zu schweben. Bis ich eines Tages mit dem Kopf an das Glas stieß, die Augen langsam blinzelnd öffnete und an die Scheibe klopfte: „Was ist das hier? Weshalb bist du da draußen und ich hier drin?“ Und ich zerschlug das Glas und war wieder in der wahren Welt. Ich wollte das alles so sehr und habe meine eigene Wahrnehmung und all die schlechten Gefühle beiseite geschoben, um nur noch eine Nacht länger gehalten zu werden, mich geliebt zu fühlen. Aber das will ich ab jetzt nicht mehr. Ich will, dass meine Gefühle zur rechten Zeit am rechten Ort gefühlt werden. Tag 13: Gestern konnte ich lange nicht schlafen und habe überlegt, wie ich meine Antwort formulieren sollte. Es reichte von "Sicher nicht, du Bastard" über "Hahaha, fuck you" bis hin zu "Nein, besser nicht, du Hurensohn." Ein Favorit war auch: "Habe kein Bedürfnis, dich jemals wieder zu sehen. Scheißkerl." Und dann entschied ich mich heute morgen doch anders. Wie meine Entscheidung nun ausgefallen ist, möchte ich noch nicht sagen. Diesen Weg möchte ich alleine gehen. Ich habe heute viel an einen meiner Lieblingsorte gedacht. Es ist ein winziger, beinahe unmerklicher Park in der Nähe meiner Wohnung. Ich war am Sonntag vor der Trennung dort und saß auf einer geschwungenen Parkbank am Teich unter einem alten, knorrigen Apfelbaum, dessen wenige Früchtchen verschrumpelt an den kahlen, zitternden Ästen hingen. Das Laub der Kastanienbäume strahlte golden und rot in der spärlichen Herbstsonne, während der Hamburger Wind sie ihrer gewohnten Heimat entriss. Ein Blatt fiel ins Wasser und trieb zur anderen Uferseite, wo die überhängenden Zweige der Trauerweiden auf dem dunkel-trüben Wasser wogend verweilten, als ob ihnen weder der Herbst noch irgendeine Jahreszeit sonst etwas anhaben konnte. Ich spürte den Abschied, als ich da saß. Trauer stieg in mir auf, doch ich weinte nicht. Denn ich war einer von ihnen. Den Bäumen im Herbst.
  14. Dass mein Herz zerbricht. Dass ich fühle, dass mein Herz zerbrochen ist. Dass ich fühle, dass der Mann, der mir in den Schlaf hinein ins Ohr flüsterte "Ich liebe dich so sehr" und der mir versprach "Ich werde gut zu dir sein", nachdem ich ihn an meinen Schmerzen teilhaben ließ, es zerbrochen hat.
  15. Und was wäre dann das Schlauste? Das, was Hexer sagt? Leute, wenn ich Nein sage, dann muss ich akzeptieren, dass die Tür zu ist. Dass es aus und vorbei ist. Aber das ist es ja ohnehin bereits.