Verdacht auf ADHS - Zu welchem Arzt?

88 Beiträge in diesem Thema

Empfohlene Beiträge

Würde man alle psychiatrischen Diagnosen zusammenzählen hätte locker 30-40% der Bevölkerung eine "psychische Krankheit". Sind wir alle krank? Das kann doch nicht sein. Wie kann man denn überhaupt festlegen, ob etwas jetzt eine "Krankheit", oder etwas nur Charakterzüge sind.

Ja, das kommt auch hin. Dennoch sind viele psychische Auffälligkeiten, was denke ich ein besserer Begriff ist, eben so wie ein Hautauschlag oder Verstopfung. Manchmal sieht man sie eben nicht, sie richten auch kaum oder gar keinen Schaden an.

Problematisch werden die Dinge erst, sobald sie das eigene Leben oder das Leben anderer negativ zu beeinflussen beginnen. Bspw. kann jemand mit einer Aggressionsstörung sich super fühlen, andere in seiner Umgebung nicht, da er ständig ausrastet.

Eine Depression kann auf dem Land in einem Familienverband vielleicht noch abgefedert werden, wenn man eben drei Stunden später im Hofladen steht. Bei einem Busfahrer oder Piloten, der dementsprechend betroffen ist, muss SOFORT gehandelt werden.

ADHSler haben als Kinder meist die sog. Knoblauch Fahne: Ihnen geht es total tutti, sie finden sich super, der Rest der Welt sind Idioten. Das legt sich aber meist mit dem Erwachsen sein irgendwann und schlägt relativ oft, sofern die Problematik unbehandelt bleibt und sie auch bestehen bleibt, heftigst um. Dann kommen Komorbiditäten wie Depressionen, bipolare Störungen, Aggressionsstörungen und bei denen, die selbst Coping Mechanismen entwickeln wollen, oft auch Zwangsstörungen dazu. Die Selbstmedikation über Drogenkonsum lassen wir besser auch raus, die ist auch nicht von schlechten Eltern im klinischen Bild.

Ist schon sinnvoll, dass Menschen durch diese Diagnosen-Etikette eine Möglichkeit haben, gezielt an ihren persönlichen Problemen zu arbeiten. Aber es sind meiner Meinung nach eben keine schlimmen Krankheiten, sondern nur "persönliche Probleme" und Verhaltensmuster die einen Probleme bereiten. So etwas haben die meisten Menschen in irgendeiner Form.

Es wäre doch absurd 40% der Bevölkerung als "psychisch krank" abzustempeln, nur weil sie nicht dem Idealbild der Norm entsprechen.

Nein, das Problem ist dass du "psychisch krank" vielleicht etwas besonders stark einstufst.

Wenn jemand eine Erkältung hat und jemand Krebs hat, sind beide krank. Eins ist eben Schlimmer. Es ist eben so, dass fast jeden mal ne psychische Krankheit trifft. Es wäre eben absurd zu behaupten, es gäbe einen Menschen, der nie eine Erkältung oder Kopfschmerzen hat. Bei psychischen Krankheiten machen wir das aber so. Denn psychisch krank scheint immer noch eine ganz böse Diagnose zu sein. Dabei ist es das Normalste der Welt, dass auch die Psyche mal leidet. Wir tun immer so, als wäre unsere Psyche etwas ganz Besonderes und würde nicht erkranken.

Eine leichte depressive Phase hat noch niemanden gekillt und wird meist ohne Hilfe durchgestanden. Sie wird wieder kommen, aber ist oft nicht mal behandlungsbedürftig. Das ist wie eine Erkältung. Bei einer Erkältung hab ich auch lieber Nasenspray und Ibuprofen am Start, aber nötig ist es nicht. Es verändert mich auch nicht dahingehend, dass die Welt für mich nicht mehr durchstehbar ist.

Anders könnte eine schwere psychische Störung dahingehend mit einer schweren Autoimmunkrankheit vergleichen. Sie ist da, sie wird bleiben und sie schränkt denjenigen stark ein. Manchmal kann derjenige nicht arbeiten, manchmal kommt er nicht aus dem Bett.

Im Gegensatz zu körperlichen Krankheiten haben psychische Krankheiten manchmal eben auch Vorteile, gerade Dinge wie Depressionen oder ADHS hatten mal evolutionäre Vorteile, die in unserer heutigen Welt kein Stück mehr existieren. Und deswegen sind sie völlig normal. Und das ist es eben, es ist nicht absurd, eine Erkältung zu haben. Genauso wenig ist es absurd, dass viele, und zwar ein Drittel unserer Bevölkerung zu fast jedem Zeitpunkt, an psychischen Problemen zu knappsen hat. Das ist komplett Normal. Was nicht "normal" ist, ist eine Norm zu schaffen, die voraussetzt, dass wir Menschen so nicht wären. Das ist allerdings quatsch, da stimme ich zu.

  • TOP 4

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wenn man mal Mist baut und deswegen vor Gericht kommt, kann so eine Krankheit ebenfalls sehr nützlich sein, weil man z. B. auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren kann.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Würde man alle psychiatrischen Diagnosen zusammenzählen hätte locker 30-40% der Bevölkerung eine "psychische Krankheit". Sind wir alle krank? Das kann doch nicht sein. Wie kann man denn überhaupt festlegen, ob etwas jetzt eine "Krankheit", oder etwas nur Charakterzüge sind.

Tatsächlich dürften 30-40% stark untertrieben und die Lage weitaus dramatischer sein.

Durch die Neuauflage des DSM im Jahr 2013 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorder, das amerikanische Klassifikationssystem für pychische Störungen) ist ein Leben ohne geistige Störung nahezu unmöglich. Die APA (American Psychiatric Association) hat damit quasi neue Krankheiten (und Patienten) erschaffen, die vorher keine waren.

Beispielsweise wurden z. B. abgemilderter Psychose-Syndrome ins DSM-V als Vorstufe einer Psychose aufgenommen, und sind damit eigenständige Diagnosen. Folglich werden noch mehr als fälschlicherweise krank diagnostiziert werden, und Behandlungen und Medikamente bekommen, die sie eigentlich nicht nötig haben.

Beispiele:

  • musste man für eine Depressions-Diagnose vorher Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit, Minderwertigkeitsgefühle etc. über mindestens zwei Monate zeigen, reichen nun zwei Wochen (jeder Liebeskummer und die Trauer über den Tod des LEbenspartners sowieso reichen demnach als Diagnose Depression völlig aus)
  • Alltagssorgen können ohne Weiteres der Stempel “Mixed Anxiety Depression” aufgedrückt werden
  • für kindliche Wutanfälle gibt es nun auch einen Namen: Disruptive Mood Dysregulation Disorder
  • ADHS-Symptome, wie z. B. Unruhe (“Zappelphillip”) und Konzentrationsmängel müssen nicht mehr bis zum siebenten, sondern zwölften Lebensjahr auftreten

ADHS übrigens, wurde durch die Arbeit am DSM-IV erfunden. Nach dessen Herausgabe stieg die Zahl der Kinder mit dieser Diagnose sintflutartig an (Studien zufolge in den USA eine Million fälschlicherweise).

Bei uns wird zwar primär nach ICD-10 (Klassifikationssystem der UN) diagnostiziert, dessen Regeln jedoch durchaus durch das DSM beeinflusst sind.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich frage mich ob diese Tests wirklich aussagekräftig sind. Ich hatte als Kind so ziemlich alle Symtome von hypoaktivem ADS und habe es dann mal bei einem Spezialisten testen lassen. Resultat: Alles Normal.

Die hatten unter anderem auch einen Aufmerksamkeitstest am Computer gemacht, ich fand den nicht sehr aussagekräftig. 1. arbeite ich gerne am Computer und kann mich da gut konzentrieren, 2. kann ich mich in Testsituationen generell gut konzentrieren und 3. hatte der nichts mit meinen Problemen im Schul/Uni-Alltag zu tun.

Bei Vorträgen kann ich mich trotzdem noch sehr schlecht konzentrieren, egal wie sehr ich es versuche.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Klar gibt es das ADHS Krankheitsbild. Genauso klar, daß es von irgendwelchen Fachleuten, die auch mal zitiert werden wollen, negiert wird.

Aber ich halte viele Diagnosen trotzdem für Modediagnosen: Das Blag kommt nicht zurecht, ist lebhaft, macht Arbeit, also ist es krank.

Bisher hab ich allerdings nur Erfahrungen mit der Testindustrie bzgl. Lese / Rechtschreibschwäche gemacht. Da werden Grundschulkinder mit schlechten schulischen Leistungen getestet und wenn man dann die Testergebnisse vorgestellt bekommt, steht man nur noch fassungslos da. Da wird z.B eine verminderte Intelligenz attestiert, weil das Kind bei einem der Tests über die Linie gemalt hat.

Die Therapieempfehlung war seinerzeit, das Kind in eine spezielle Klasse zu stecken, in der "besser" auf das Kind eingegangen werden könne. Mit ein bißchen Glück, sei es dann schließlich geheilt. Die Noten in solchen Klassen sind auch tatsächlich besser - nur böse Zungen behaupten, daß das daran liegt, daß die Anforderungen auf das absolute Minimum herunter geschraubt werden.

Das Ganze wird sehr viel verständlicher, wenn man weiß, daß diejenigen, welche solche Tests durchführen, die Kinder dann in diesen Spezialklassen unterrichten und dafür sehr sehr sehr viel besser als normalsterbliche Lehrer bezahlt werden.

Das sind Erfahrungen, die ich mit einem meiner Söhne gemacht habe und die inzwischen einige Jahre zurückliegen. Ich habe die vorgeschlagene Maßnahme seinerzeit verweigert. Inzwischen wird es ernsthaft schwierig, neuen Lesestoff für den Bengel zu finden, weil er das meiste schon gelesen hat.

Mein Fazit: Es scheint diese Krankheitsbilder zu geben, die Diagnosen sind allerdings oft laienhaft, vorschnell und keineswegs vorurteilsfrei. Das ist ähnlich wie bei den Schuleignungstests zu meiner Zeit. Sind die Klassen bereits voll, steigt die Durchfallerquote.

bearbeitet von kami70

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Aber ich halte viele Diagnosen trotzdem für Modediagnosen: Das Blag kommt nicht zurecht, ist lebhaft, macht Arbeit, also ist es krank.

Mein Fazit: Es scheint diese Krankheitsbilder zu geben, die Diagnosen sind allerdings oft laienhaft, vorschnell und keineswegs vorurteilsfrei. Das ist ähnlich wie bei den Schuleignungstests zu meiner Zeit. Sind die Klassen bereits voll, steigt die Durchfallerquote.

Gerade mit der Diagnose ADHS sind hier in Deutschland meiner Erfahrung nach die Ärzte sehr sehr vorsichtig. Da wird denke ich teilweise sogar eher "unterdiagnostiziert". Natürlich gibt es trotzdem auch hier Fehldiagnosen, das ist klar.

Trotzdem finde ich, dass gerade bei Depressionen, bipolaren Störungen usw. viel mehr Fehldiagnosen gibt, da dort oft keine wirklich aufwändigen Tests angewandt werden. Neuroleptika und Anti-Depressiva werden teils wirklich leichtfertig verschrieben.

Asperger ist so eine andere Krankheit, die vor allem bei Frauen massiv unterdiagnostiziert sind. Die kommen dann teils in die Depressionsecke usw.

Man muss auch wirklich dazu sagen, dass es sehr schwer ist, Psyche vom Körper zu trennen. Manchmal ist beides parallel betroffen und die sobald die körperliche Ursache behoben ist, verschwinden auch die psychischen Probleme.

Das ganze Feld ist sehr komplex und ganz weit von perfekten Behandlungen entfernt und trotzdem sind viele Betroffene froh, wenn sie überhaupt mal Hilfe bekommen, wenn sie wenigstens endlich mal ihren Alltag auf die Reihe bekommen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wenn man mal Mist baut und deswegen vor Gericht kommt, kann so eine Krankheit ebenfalls sehr nützlich sein, weil man z. B. auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren kann.

Kannste ziemlich knicken. Das ist die beschissenste Defense aller Zeiten. Im Knast hast du wenigstens ne klare Linie wann du rauskommst, in der geschlossenen Psychiatrie kommst du wieder raus, wenn deine Ärzte Lust drauf haben, dich als harmlos einzustufen. Sprich: So gut wie nie ohne Anwalt.

Und bsite dann auf einmal zurechnungsfähig, na dann kommt direkt wieder die Neuaufnahme des Falls, du bist ja dann verhandlungstauglich.

ADHS übrigens, wurde durch die Arbeit am DSM-IV erfunden. Nach dessen Herausgabe stieg die Zahl der Kinder mit dieser Diagnose sintflutartig an (Studien zufolge in den USA eine Million fälschlicherweise).

Nö. Die Bezeichnung ADHS und die Unterteilung in die Arten kam mit dem DSM IV. Die hyperkinetische Störung und ADD gabs schon seit 1900, die Bezeichnungen hyperkinetische Störung und minimale cerebrale Dysfunktion waren bis dahingehend vorherrschend. Das war in den 60ern und 70ern, die heutige Bezeichnung gibt es seit dem DSM-IIIR 1987. Die Bezeichnung hat sich auch seitdem nicht mehr geändert, die Störungsarten auch nicht.

Wenn du dich damit beschäftigt hast, wirst du auch merken WARUM die 12 Jahre Grenze angehoben wurde... ich halte viel für Schwachsinn im DSM-V, das ist aber wiederum eine nützliche Sache.

Es geht dabei vor allem um die diagnostische Problematik dass du teilweise zuwenig Erinnerungen hattest und keine guten Connections. Bis 12 ist ganz klar eine Linie und Erfahrung der Eltern auch mit der Lehrerschaft gegeben.

Es ist eine rein praktische Veränderung, die die Diagnostik erleichtert.

Ich frage mich ob diese Tests wirklich aussagekräftig sind. Ich hatte als Kind so ziemlich alle Symtome von hypoaktivem ADS und habe es dann mal bei einem Spezialisten testen lassen. Resultat: Alles Normal.

Die hatten unter anderem auch einen Aufmerksamkeitstest am Computer gemacht, ich fand den nicht sehr aussagekräftig. 1. arbeite ich gerne am Computer und kann mich da gut konzentrieren, 2. kann ich mich in Testsituationen generell gut konzentrieren und 3. hatte der nichts mit meinen Problemen im Schul/Uni-Alltag zu tun.

Bei Vorträgen kann ich mich trotzdem noch sehr schlecht konzentrieren, egal wie sehr ich es versuche.

Nein, sind sie nicht. Gerade bei intelligenten AHDSlern verzerrt teilweise ihre Faszination mit Tests auch diese Geschichten. Deswegen braucht es ein diagnostisches Interview wie DIVA, Tests, EEG, MRT, Verhaltensbeschreibungen und so weiter, damit man ein gutes Bild kriegt. Der Test allein reicht ebensowenig aus wie ein Schulzeugnis.

Klar gibt es das ADHS Krankheitsbild. Genauso klar, daß es von irgendwelchen Fachleuten, die auch mal zitiert werden wollen, negiert wird.

Aber ich halte viele Diagnosen trotzdem für Modediagnosen: Das Blag kommt nicht zurecht, ist lebhaft, macht Arbeit, also ist es krank.

Wie gesagt ist Deutschland eher unterdiagnostiziert, die beschriebene Modekrankheit existiert statistisch so in Deutschland nicht. In den USA haben wir eine Diagnoserate die DOPPELT so hoch wie die erwartete Prävalenzrate ist. DAS ist überdiagnostiziert. In Deutschland liegen wir noch UNTER der Prävalenzrate. Wie letztens einer der Forscher und Spezialisten in dem Bereich sagte: "Natürlich steigt die Diagnoserate an, wir bringen den Leuten ja gerade erst bei, das auch mal zu erkennen. Das dann die Diagnoserate langsam steigt, ist nicht nur zu erwarten, sondern Ziel des Ganzen. Solange wir uns im statistisch zu erwartenden Bereich aufhalten, ist das völlig normal und ein GUTES Zeichen."

Bisher hab ich allerdings nur Erfahrungen mit der Testindustrie bzgl. Lese / Rechtschreibschwäche gemacht. Da werden Grundschulkinder mit schlechten schulischen Leistungen getestet und wenn man dann die Testergebnisse vorgestellt bekommt, steht man nur noch fassungslos da. Da wird z.B eine verminderte Intelligenz attestiert, weil das Kind bei einem der Tests über die Linie gemalt hat.

Ich fasse mich kurz, weil ich auf die Couch will. Aber ja, so etwas passiert, und nein, sowas hat nichts mit den Tests zu tun. Es hat mit Unfähigkeit zu tun. Als jemand, der eine testpsychologische Ausbildung hat und als Kind trotz eines IQs jenseits der Hochbegabung als "zurückgeblieben" zurückgestuft werden sollte. Weil ich statt ausmalen nur Punkte gemacht habe. Ich sollte Farben anordnen, das habe ich getan. Naja...

Das ist eben Idiotie. Solche Verfahren werden von Testpsychologen entwickelt, genormt und dann oft von Lehrern oder in Testpsychologie schlichtweg nicht ausgebildeten Pädagogen angewandt. Und dann kommt sowas dabei raus und man fasst sich nur an den Kopf.

Trotzdem finde ich, dass gerade bei Depressionen, bipolaren Störungen usw. viel mehr Fehldiagnosen gibt, da dort oft keine wirklich aufwändigen Tests angewandt werden. Neuroleptika und Anti-Depressiva werden teils wirklich leichtfertig verschrieben.

Ja, wir hatten uns ja letztens drüber unterhalten, was passieren kann, wenn jemand der eher Dopaminmangel eigentlich vorzuweisen hat, noch entsprechend gehemmt wird mit Medikamenten.

  • TOP 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hm ich beobachte des Öfteren selbst bei mir gewisse Anzeichen, aber so wirklich krank bin ich glaub ich nicht. Hoffe ich jedenfalls.

Als ich noch ein Dreikäsehoch war wurde ich mal getestet, so wirklich diagnostizieren konnten die nichts, aber die konnten auch nichts ausschließen. =/

Wie kann ich denn am Besten ohne irgendwelche Pillen etc. zu nehmen das alleine verbessern.

Mit der Hippeligkeit wurde es mit der Zeit besser, aber vor allem die Konzentrationsschwierigkeiten machen mir zu schaffen.

Meditieren würde mir z.B. echt schwer fallen. :(

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich fasse mich kurz, weil ich auf die Couch will. Aber ja, so etwas passiert, und nein, sowas hat nichts mit den Tests zu tun. Es hat mit Unfähigkeit zu tun. Als jemand, der eine testpsychologische Ausbildung hat und als Kind trotz eines IQs jenseits der Hochbegabung als "zurückgeblieben" zurückgestuft werden sollte. Weil ich statt ausmalen nur Punkte gemacht habe. Ich sollte Farben anordnen, das habe ich getan. Naja...

Das ist eben Idiotie. Solche Verfahren werden von Testpsychologen entwickelt, genormt und dann oft von Lehrern oder in Testpsychologie schlichtweg nicht ausgebildeten Pädagogen angewandt. Und dann kommt sowas dabei raus und man fasst sich nur an den Kopf.

Das ist bestimmt ein großes Problem. In diesem speziellen Fall war die Testerin allerdings eine promovierte Psychologin. Nur hing ihr zukünftiges Einkommen daran, möglichst viele Positivergebnisse zu bekommen. Kann mir keiner erzählen, daß das nicht mindestens unbewusst Einfluß auf die Ergebnisse hatte. Wenn nicht Ausgebildete das machen, dürfte die Katastrophe vorprogrammiert sein.

Ich kenne ein Grundschulkind, dessen Deutschlehrerin zwei Monate nicht gemerkt hatte, dass das Kind von rechts nach links schrieb, weil es Linkshänder ist.

Das Problem ist, daß man als Laie dem relativ hilflos gegenüber steht. Da fragt man sich, wie sich jemand zurechtfinden soll, der ein *ää* niedrigeres Bildungsniveau hat und nicht etwa von Berufs wegen auf Widerspruch gedrillt ist.

Es kam jedenfalls ein IQ von gut 100 dabei raus, weil man in den Durchschnittswert die "feinmotorische Intelligenz" eingerechnet hatte. Da lag er knapp über Schnittlauch. Ohne diesen Wert hätte sie wahrscheinlich Hochbegabung diagnostiziert, was genauso blödsinnig gewesen wäre, aber auch die schlechten Schulergebnisse erklärt hatte. Dabei war der Bengel nur stinkend faul.

Ob bei ADHS überdiagnostiziert wird, kann ich nicht beurteilen. Da habe ich keinen Überblick. Ich kenne nur einen einzigen Fall und bei dem Kind stimmt einfach der familiäre Hintergrund nicht.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wenn man mal Mist baut und deswegen vor Gericht kommt, kann so eine Krankheit ebenfalls sehr nützlich sein, weil man z. B. auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren kann.

Kannste ziemlich knicken. Das ist die beschissenste Defense aller Zeiten. Im Knast hast du wenigstens ne klare Linie wann du rauskommst, in der geschlossenen Psychiatrie kommst du wieder raus, wenn deine Ärzte Lust drauf haben, dich als harmlos einzustufen. Sprich: So gut wie nie ohne Anwalt.

Und bsite dann auf einmal zurechnungsfähig, na dann kommt direkt wieder die Neuaufnahme des Falls, du bist ja dann verhandlungstauglich.

Ich meinte doch nicht Mord und Totschlag. Aber nimm mal den Hoeness, der hätte eine wesentlich bessere Verhandlungsposition, wenn er sagen könnte, "ich habe ADHS und deshalb ist mir die Zockerei in der Schweiz total aus dem Ruder gelaufen und ich habe komplett den Überblick verloren. Ich wollte das doch alles gar nicht". :crazy:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Jungs, lasst die Juristerei ;)

Es gibt sehr viel grundlegendere und einfachere Methoden, um eine Strafmilderung raus zu schlagen.

Der gute Uli würde mit einem simplen Totschlag wahrscheinlich billiger wegkommen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wenn man mal Mist baut und deswegen vor Gericht kommt, kann so eine Krankheit ebenfalls sehr nützlich sein, weil man z. B. auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren kann.

Kannste ziemlich knicken. Das ist die beschissenste Defense aller Zeiten. Im Knast hast du wenigstens ne klare Linie wann du rauskommst, in der geschlossenen Psychiatrie kommst du wieder raus, wenn deine Ärzte Lust drauf haben, dich als harmlos einzustufen. Sprich: So gut wie nie ohne Anwalt.

Und bsite dann auf einmal zurechnungsfähig, na dann kommt direkt wieder die Neuaufnahme des Falls, du bist ja dann verhandlungstauglich.

Ich meinte doch nicht Mord und Totschlag. Aber nimm mal den Hoeness, der hätte eine wesentlich bessere Verhandlungsposition, wenn er sagen könnte, "ich habe ADHS und deshalb ist mir die Zockerei in der Schweiz total aus dem Ruder gelaufen und ich habe komplett den Überblick verloren. Ich wollte das doch alles gar nicht". :crazy:

Und was würde ihm das bringen? Das man ihm vorwirft, zu blöd für eine Selbstanzeige zu sein und er kriegt wieder auf die Nase. Nein. Er hätte definitiv keine bessere Verhandlungsposition...

Die Insanity Defense ist ein Mythos. Es braucht schon einiges verhandlungsuntauglich zu sein und wenn mans ist, hat man direkt keinen Spass mehr in der Geschlossenen.

Das ist bestimmt ein großes Problem. In diesem speziellen Fall war die Testerin allerdings eine promovierte Psychologin. Nur hing ihr zukünftiges Einkommen daran, möglichst viele Positivergebnisse zu bekommen. Kann mir keiner erzählen, daß das nicht mindestens unbewusst Einfluß auf die Ergebnisse hatte. Wenn nicht Ausgebildete das machen, dürfte die Katastrophe vorprogrammiert sein.

Ich kenne ein Grundschulkind, dessen Deutschlehrerin zwei Monate nicht gemerkt hatte, dass das Kind von rechts nach links schrieb, weil es Linkshänder ist.

Das Problem ist, daß man als Laie dem relativ hilflos gegenüber steht. Da fragt man sich, wie sich jemand zurechtfinden soll, der ein *ää* niedrigeres Bildungsniveau hat und nicht etwa von Berufs wegen auf Widerspruch gedrillt ist.

Es kam jedenfalls ein IQ von gut 100 dabei raus, weil man in den Durchschnittswert die "feinmotorische Intelligenz" eingerechnet hatte. Da lag er knapp über Schnittlauch. Ohne diesen Wert hätte sie wahrscheinlich Hochbegabung diagnostiziert, was genauso blödsinnig gewesen wäre, aber auch die schlechten Schulergebnisse erklärt hatte. Dabei war der Bengel nur stinkend faul.

Ob bei ADHS überdiagnostiziert wird, kann ich nicht beurteilen. Da habe ich keinen Überblick. Ich kenne nur einen einzigen Fall und bei dem Kind stimmt einfach der familiäre Hintergrund nicht.

Es gibt keine feinmotorische Intelligenz. Egal was sie da gerechnet, das ist Schwachsinn. Intelligenz als Intelligenzbegriff bezeichnet die Ergebnisse von Messungen KOGNITIVER FÄHIGKEITEN. Motorik ist ein völlig anderer Skill. Die Frau ist daher inkompetent, wenn sie so etwas behauptet.

Es gibt den sog. Spearman g-Faktor, den Faktor genereller Intelligenz, auch einfach g genannt. g ist eine Zusammenfassung einer unterliegenden kognitiven Flexibilität, die die Grundlage von Leistungen ist. g bezeichnet man auch als fluide Intelligenz, eine unterliegende Fähigkeit, die unabhängig von bereits Gelerntem, daher noch "flüssig" ist. Prägt sich dann eine bestimmte Intelligenz heraus, beispielsweise die verbale, reden wir fast immer bereits von sog. Intelligenzfaktoren. Spearman nannte die im Vergleich mit dem g Factor die sogenannten s-Factors. Cattell nannte sie kristalline Intelligenzfaktoren.

Die Aufspaltung und Zusammenhänge dieser Faktoren wurden lange diskutiert. So gibt es spätere Modelle, die auf Faktorenanalyse basieren, die bis zu 10 verschiedene Arten von Intelligenz beschreiben. Feinmotorik ist KEINE davon.

Guilfords Würfelmodell hat dann ein Faktormodell dargestellt, dass hierarchische Strukturen der Intelligenz abgelehent und die Darstellung von intelligenz in den dreidimensionalen Raum gebracht.

Das heute noch oft genutzte Berliner Intelligenzstrukturmodell von Jäger ist eines der denke ich fortgeschrittensten Intelligenzmodelle, dass wir heute haben.

Keines dieser Modelle beschreibt Feinmotorik. Wer auch immer die Frau war, sie hat gezielt gehandelt. Wer den Kram studiert hat, wird in keinem Fall unwissentlich "Feinmotorik" als Intelligenzkomponente in einem Test unterbringen. Das ist schlichtweg Taktik gewesen. Oder absolute Inkompetenz, aber das unterstelle ich einer promovierten Psychologin, sollte nicht passieren.

Zum Thema ADHS: Mach es dir da nicht so einfach. Du schreibst "Da stimmt einfach der familiäre Hintergrund nicht." Und das ist oft eine sehr einfache Analyse eines hochkomplexen Problems. Ganz im Sinne von "Für jedes komplexe Problem gibt es eine einfache Lösung, die mit absoluter Sicherheit falsch ist."

Es gibt genug Kinder mit schlechtem familiären Hintergrund, die KEIN ADHS aufweisen. Warum dieses Kind? Warum ist es auch in schlechten Hintergründen nur eines von zwanzig? Die Antwort liegt in der Multifaktorialität psychischer Störungen begraben und das ist auch, was Diagnostik so schwer macht. Denn es kommen vermutlich Faktoren zusammen, die erst das Ganze ergeben.

Hier ein Beispiel: Gehen wir von einem Kind mit schlechtem Hintergrund aus. Die Ernährung stimmt nicht, hohe Mengen an Farbstoffen, die ADHS Symptome bedingen können, kriegt das Kind jeden Tag. Genetisch gesehen hat er eine Prädisposition, er ist auch etwas unruhig. Aber trotzdem hat derjenige ein normales Leben.

Beispiel Nummer zwei: Wir addieren jetzt Faktoren: Die Mutter hat während der Schwangerschaft drei Zigaretten geraucht, sich in der letzten Schwangerschaftswoche, zwei Wochen zu früh, wohlgemerkt, mit dem Vater gestritten, so dass sie eine Frühgeburt hatte. Voila, das Kind hat ADHS. Die Auswirkungen können aber mit Gabe von Magnesium und Omega 3 Fettsäuren aufgrund vorhergier Mangelernährung ein wenig eingedämmt werdne.

Beispiel Nummer 3: Wohlstand. Die Mutter hat sich gut ernährt, nicht geraucht, nicht getrunken. Der Vater ist supportive, Geldsorgen gibt es keine, beide sind Akademiker. Stress gab es kaum. Keine Schwermetallbelastung, kein belastetes Gemüse im Essen. Keine Verzögerung oder Frühgeburt.ADHS Genetik. Voila, das Kind hat ADHS.

Moment, das Kind in Beispiel 3 hatte aber NUR den genetischen Faktor, wieso kriegt Nummer 3 jetzt Symptome, Kind 1 aber nicht? Die Antwort: Keine Ahnung. Wir haben schlichtweg keine Ahnung. Psychische Erkrankungen sind immer multifaktoriell, sie sind nicht einfach zu diagnostizieren und nur selten ist ein Virus oder eine Bakterie dafür verantwortlich. (Nicht, dass es sowas nicht auch gibt, siehe Depression durch bakterielle Infektion oder Toxoplasma Gondii). Aber die genauen Umstände lassen uns niemals darauf schliessen, dass es nur einen Auslöser gibt.

Es gibt diese lustigen Serien, in denen von Serienstraftätern Profile erstellt werden. Ich seh sie selber sehr gerne, wohlwissend, dass in der Realität Profiler und forensische Psychologen sehr oft hart daneben liegen. Weil unsere Ursachenmodelle als Psychologen immer multifaktoriell sind, ist eine Rückführung auf einzelne Faktoren eigentlich immer Schwachsinn. Der einzige reell wirklich existierende Umstand sind sog. Stressauslöser, die psychische Krankheiten bei allen Dispositionen am Ende starten können. Dies gilt nicht nur für Serienmörder, sondern ebenso für Depressionen, Zwangsstörungen, Schizophrenie etc.

Nur eben nicht für ADHS: Das ist ein Knoblauchding. Das ist einfach da. Aber die Begleiterkrankungen, die ADHS begleiten, wie ODS, Depressionen, Zwangsstörungen usw., können Auslöser haben.

Aber dann ist es eben NICHT einfach nur "der familiäre Hintergrund." Das ist zu einfach. Sorry for ranting :D

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Shao, es geht nicht um verhandlungsuntauglich oder Geschlossene statt Knast. Es geht darum, Fehlverhalten in bestimmten Situationen durch die Krankheit zu erklären, dass man einfach nicht anders konnte, was sich vor Gericht bestimmt besser macht, als auf die Frage, warum haben Sie das gemacht bzw. warum haben Sie das unterlassen, einfach mit den Schultern zu zucken.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Shao, es geht nicht um verhandlungsuntauglich oder Geschlossene statt Knast. Es geht darum, Fehlverhalten in bestimmten Situationen durch die Krankheit zu erklären, dass man einfach nicht anders konnte, was sich vor Gericht bestimmt besser macht, als auf die Frage, warum haben Sie das gemacht bzw. warum haben Sie das unterlassen, einfach mit den Schultern zu zucken.

Gibt dir Null Sympathie ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Shao,

die IQ Sache war mir damals klar, wenngleich nicht direkt, dass es den Begriff "feinmotorische Intelligenz" nicht gibt. Deshalb hatte ich sie ja auch gefragt, ob das Kind dann nach der Maßnahme geheilt wäre. Heilung von einer Lese - Rechtschreibschwäche ist meines Wissens nicht möglich. Als sie das dann bejahte, war für mich klar, dass irgendetwas schief lief und ich hab die Maßnahme schlicht und ergreifend verweigert. Sie hat dann versucht, meine Frau zu überzeugen, ich ihr einen Kurzabriß zum gemeinsamen Erziehungsrecht gegeben und damit war die Sache dann halbwegs erledigt. Auf das schriftliche Gutachten warte ich heute noch, der Bengel geht derzeit aufs Gym und kommt prima zurecht.

Nur so zur Erheiterung:

Bei einem Einschulungstest haben sie damals seinen Bruder gefragt: "Kannst du mal diese Holzfiguren nach Größe und Farbe ordnen?"

Antwort: "Ja"

Pause

Blick zu mir: "Ihr Sohn ist einfach nicht schulreif"

Ich habe mehrere Versuche gebraucht, bis der Tester verstanden hat, daß die Antwort völlig korrekt war. Deutsche Sprache schwere Sprache

Was die ADHS und den familiären Hintergrund angeht: Ich kann es wirklich nicht beurteilen. Aber auffällig ist schon, daß das Kind ca in der Mitte der Grundschulzeit einen auf Klassenclown machte und vorher alles in Ordnung war. Ich weiss als Laie und Aussenstehender nicht, ob die familiären Probleme der Grund waren. Aber der zeitliche Zusammenhang ist schon auffällig.

btw:

In Sachen strafrechtliche Verantwortlichkeit bringt das nix - alles fieldtestet. Theoretisch ja - praktisch nie vorgekommen. Das Gericht prüft die Einsichtsfähigkeit. Ist die vorhanden, ist alles andere Latte. Ausnahme ist Jugendstrafrecht, explizit die Zeit vom 18. bis 21. Lebensjahr, wenn es um Entwicklungsstörungen und Jugendtümlichkeit der Tat geht. Aber auch da schadet es eher, weil es sich mit einer Aufarbeitung der Tat und echter Reue *hust* beisst.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Was hier bei ADHS und auch sonst bei anderen psychischen Störungen wie Depressionen vergessen wird:

Es ist nicht so, dass jemand entweder ADHS/ Depressionen hat oder nicht. Also entweder wirklich ziemlich krank ist oder es eine falsche Diagnose für eine nicht so schlimme Schwäche, tiefe Phase. Doch, wie ei Depressionen gibt es bei ADHS und bei anderen psychischen Störungen, erheblich unterschiedliche Formen der Schwere. So wie zwischen Traurigkeit, leichter und schwwerer Depression die Übergänge fließend sind, gilt das auch für ADHS.

Gerade im Grenzbereich ist es schwierig zu sagen, ob derjenige ohne Behandlung auskommt, er sich einfach zusammenreißen kann, die Diagnose übertrieben ist oder nicht.

Doch ich finde lieber so etwas zu ernst nehmen, als umgekehrt, denn gravierend oder chronisch werden psychische Krankheiten oft erst, weil sie zu spät behandelt wurden. ShAo hat es ja im Fall ADHS ganz gut dargestellt.

Ich meinte doch nicht Mord und Totschlag. Aber nimm mal den Hoeness, der hätte eine wesentlich bessere Verhandlungsposition, wenn er sagen könnte, "ich habe ADHS und deshalb ist mir die Zockerei in der Schweiz total aus dem Ruder gelaufen und ich habe komplett den Überblick verloren. Ich wollte das doch alles gar nicht".

Nein hätte er nicht. Denn bei verminderter Schuldfähigkeit geht es nicht darum, dass eine psychische Krankheit dein Verhalten gravierend beeinflusst, sondern, darum, dass du nicht wahrgenommen hast, was du gerade gemacht hast, bzw. wusstest ws du da eigentlich tust. Also z.B. in einem paranoiden Wahn jemand umgebracht hast, weil du dachtest, dass seien Außerirdische, die dich entführen und foltern wollten. Wenn du aber jahrelang depressiv warst oder durch schweres ADHS oft emotional nicht im Griff hast, dann ist das kein Grund für verminderte Schuldfähigkeit,m höchstens "mildernde Umstände", aber grundsätzlich weisst du ja, was du da tatest und es falsch ist.

Auch beim Beispiel Hoeneß, wenn er also uinter ADHS mit damit verbundener Spielsucht leiden würde, ist das kein Grund zur verminderter Schuldfähigkeit, weil er sich ja jederzeit hätte Hife holen können, schon früher seine Steuern hätte nachzahlen wollen, Ist ja nicht so, dass Hoeneß seinen Steuerbescheid aus Chaotismus drei Monate zu spät abgegeben hat, oder seine Unterlagen verschlamot hat. Gute Steuerberater kann er sich ja auch leisten. die auch bei ADHS Ordnung in sein Steuerchaos bringen könntemn.-

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

dann ist das kein Grund für verminderte Schuldfähigkeit, höchstens "mildernde Umstände"

Das ist doch schon was und kann - so wie vielleicht auch bei Hoeneß - der Ausschlag sein für Knast oder nur Bewährung.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Aber wie gesagt, er kann sich ja leisten Hilfe zu holen, die ihm über seine Schwächen hinweghelfen. Also wären mildernde Umstände doch sehr fraglich.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Nein hätte er nicht. Denn bei verminderter Schuldfähigkeit geht es nicht darum, dass eine psychische Krankheit dein Verhalten gravierend beeinflusst, sondern, darum, dass du nicht wahrgenommen hast, was du gerade gemacht hast, bzw. wusstest ws du da eigentlich tust. Also z.B. in einem paranoiden Wahn jemand umgebracht hast, weil du dachtest, dass seien Außerirdische, die dich entführen und foltern wollten. Wenn du aber jahrelang depressiv warst oder durch schweres ADHS oft emotional nicht im Griff hast, dann ist das kein Grund für verminderte Schuldfähigkeit,m höchstens "mildernde Umstände", aber grundsätzlich weisst du ja, was du da tatest und es falsch ist.

Jungs, wirklich. Lasst das.

Wenn du glaubst, du killst Außerirdische, dann redet wir über Vorsatz, sind also noch in der Tatbestandsprüfung. Die Standardprüfungsreihenfolge für Vorsatztaten ist: Tatbestand - Rechtswidrigkeit - Schuld.

ADHS kann bestenfalls im Rahmen der Schuldfrage relevant werden, also nach §§ 20, 21 StGB. Halte ich für extrem unwahrscheinlich.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Um zurück zum Thema zu kommen. ADHS (oder ADS ohne Hyperaktiität wie es die meisten haben..) ist natürlich keine Ja/Nein Diagnose. AD(H)S wird diagnostiziert, wenn es über einen bestimmten Wert hinaus geht. Jeder kennt es mal Unaufmerksam zu sein, aber ich kenne viele Menschen die Hochintelligent sind und damit ihre "Störung" bis ins Erwachsenenalter ausgleichen konnten ohne das es jemals jemand gemerkt hat. Wie gesagt die Hyperaktivität ist optional und eher selten. Wer behauptet, ADHS würde es nicht geben, kennt sich schlichtweg nicht aus und hat seine Infos meistens aus Quellen die schlichtweg weit weg von zitierfähig sind. Es gibt Zwillingsversuche und Unmengen anderer Untersuchungen. Nur weil vor 50 Jahren weniger Menschen diagnostiziert wurden, bedeutet das nicht, das sie nicht betroffen gewesen sind. ADHS haben bedeutet auch nicht Arbeitsunfähig zu sein, nicht immer und nicht im herkömmlichen Sinne (ein super spannendes Video über die Chance die betroffene haben:

).

Das Problem liegt für die meisten Betroffenen darin sich in dieser sehr strukturierten Welt einzugliedern. Ich möchte nicht wissen wie viele hochintelligente Menschen vor 50 Jahren als faul oder sogar dumm bezeichnet wurden weil sie mit ihrer Welt nicht zurecht gekommen sind.

Having ADHD doesn’t mean you have a handicap. As somebody once noted, “ADHD often endows children and adults with gifts such as creativity, intuition, imagination, and a sense of adventure.” Indeed, if you have ADHD, you are in very good company with the list of famous people below who either have been diagnosed with attention deficit disorder, or have many of the symptoms of this disorder that suggest they may have had it (in no particular order):

Albert Einstein
Galileo
Mozart
Leonardo da Vinci
Cher
Bruce Jenner
Charles Schwab
Henry Winkler
Danny Glover
Walt Disney
John Lennon
Greg Louganis
Winston Churchill
Henry Ford
Stephen Hawkings
Jules Verne
Alexander Graham Bell
Woodrow Wilson
Hans Christian Anderson
Nelson Rockefeller
Thomas Edison
Gen. George Patton
Agatha Christie
John F. Kennedy
Whoopi Goldberg
Rodin
Thomas Thoreau
David H. Murdock
Dustin Hoffman
Pete Rose
Russell White
Jason Kidd
Russell Varian
Robin Williams
Louis Pasteur
Werner von Braun
Dwight D. Eisenhower
Robert Kennedy
Prince Charles
Gen. Westmoreland
Eddie Rickenbacker
Gregory Boyington
Harry Belafonte
F. Scott Fitzgerald
Mariel Hemingway
Steve McQueen
George C. Scott
Tom Smothers
Suzanne Somers
Lindsay Wagner
George Bernard Shaw
Joan Rivers
Beethoven
Jim Carey
Carl Lewis
Jackie Stewart
“Magic” Johnson
John Corcoran
Sylvester Stallone

(Quelle: http://psychcentral.com/lib/famous-people-with-adhd/0002982)

Menschen mit AD(H)S neigen dennoch zu Depressionen und einer sehr geringen Toleranz bezüglich Ablehnung und Frustration. Das kann auch die größte Hyperaktivität nur schwer ausgleichen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hab ich doch gewusst dass mit Prince Charles etwas nicht stimmt . Die großen Ohren waren schon immer verdaechtig ;)

Bei ADHS liegt die Wahrheit - wie so oft - in der Mitte:

Weder ist es eine Modekrankheit (die potentiellen massiven Nebenwirkungen von Ritalin kann jedermann gerne ergooglen, dazu die Ptobleme der Betroffenen im berufl. & privaten/zwischenmenschlichen Bereich - diese Leute ecken frueher oder spaeter an)

noch ist man damit mit 35 Fruehrentner und lebensuntauglich.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
eder kennt es mal Unaufmerksam zu sein, aber ich kenne viele Menschen die Hochintelligent sind und damit ihre "Störung" bis ins Erwachsenenalter ausgleichen konnten ohne das es jemals jemand gemerkt hat.

Genau das wird leider nicht verstanden.

Ein Arzt in einer Uniklinik meinte zu mir "Naja, sie haben Tendenzen. Aber sie sind intelligent genug, dass sie das kompensieren können, da muss man ja nix behandeln."

Was er einfach nicht verstanden hat, ist dass das ist, als würde man einem Sportler sagen "Ne, also die Kugel, die sie da am Bein haben, die lassen wir mal schön dran. Sie sind ja stark und Sportler, sie kriegen die schon gezogen."

Gerade hochintelligente Personen können zwar kompensieren, sind aber zwischenmenschlich dann oft frustriert.

Das Problem liegt für die meisten Betroffenen darin sich in dieser sehr strukturierten Welt einzugliedern. Ich möchte nicht wissen wie viele hochintelligente Menschen vor 50 Jahren als faul oder sogar dumm bezeichnet wurden weil sie mit ihrer Welt nicht zurecht gekommen sind.

Einer der intelligentesten Leute dieses Planeten aus einer Studie, die bekannt geworden ist, fährt seit 30 Jahren Taxi.

Weil er Probleme mit den Strukturen und Arbeitsweisen hatte, Ineffizienz nicht hingenommen hat und vor allen Dingen auch keinerlei Anstalten machte, irgendwie die sozialen Spielregeln zu befolgen. Malcolm Gladwell hat über den Kollegen geschrieben.

  • TOP 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@wuselor

Mit deinem Post hast du recht. Nur diese Liste von berühmten Persönlichkeiten ist absolute Spekulation. Sowas wird für jede erdenkliche psychische Krankheit aufgestellt. Findet man genauso zu Autismus USW., weil man gerne das Klischee des Verrückten Genies pflegt, bzw dass jeder der anders ist etwas besonderes sei.

Nur ohne richtige Diagnose ist das alles Humbug, wie soll man das denn aus der Ferne können?Oder etwa bei Toten, wie Hans-Christian Andersen?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Einer der intelligentesten Leute dieses Planeten aus einer Studie, die bekannt geworden ist, fährt seit 30 Jahren Taxi.

Gibt es denn eine Pflicht, seine Intelligenz "sinnvoll" einsetzen zu müssen? Das Wissen der Menschheit zu mehren? Nützliche Dinge zu erfinden? Oder zumindest mehr Geld zu verdienen als ein Taxifahrer?

Und was würde man über einen hochintelligenten Menschen sagen, der den ganzen Tag sein tolles Hirn benutzt und Schach spielt? Setzt der seine Intelligenz denn dann sinnvoll ein?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Mitgliedskonto, oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Mitgliedskonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Mitgliedskonto erstellen

Registriere Dich ganz einfach in unserer Community.

Mitgliedskonto registrieren

Anmelden

Du hast bereits ein Mitgliedskonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden

  • Wer ist Online   0 Mitglieder

    Aktuell keine registrierten Mitglieder auf dieser Seite.