Mein Leben entwickelt sich nicht weiter

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Hey Leute,

ich schreibe das hier, weil ich mir Anregungen erhoffe, wie ich mein Leben auf die nächste Ebene heben kann. Bisher gelingt mir das nämlich leider nicht.

Kurz zu mir: Ich bin bald 24, habe mein Juraexamen geschrieben und warte jetzt noch auf die Ergebnisse (Ende Juni bin ich mit allem fertig). Danach kommen noch 2 Semester Schwerpunktstudium und dann - mal sehen. Es kommt ja bei Juristen alles auf die Note an. Während der Examensvorbereitung habe ich mit meiner damaligen Freundin nach 3,5 Jahren Schluss gemacht. Im Nachhinein vielleicht ein Fehler. Mir ist jetzt klar geworden, was für ein tolles Mädel sie war und wie schwer es ist, eine solche zu bekommen.

Naja. Jedenfalls dachte ich mir: Single, Examen vorüber - es wird alles wie in den ersten paar Semestern (wilde Parties, viele neue Eindrücke, etc.). Und natürlich hatte ich mich getäuscht. Mein Freundeskreis ist zum großen Teil zu Leuten geworden, die öfter mal Kaffee trinken und Kuchen essen. Versteht mich nicht falsch, ich mag Kaffee. Aber ihr wisst was ich meine. Viele sind in Beziehungen und ich lerne kaum single Mädels kennen. Ich gehe auch nicht wirklich auf Parties. Im Vordergrund stehen jetzt Biertrinker-Abende, bei denen über Praktika, Studium und zukünftige Jobs inkl. Gehaltserwartungen geredet wird.

Mein Leben läuft gut und mit gut meine ich mittelmäßig normal. Ich habe einen Job, ich gebe Nachhilfe, ich gehe manchmal joggen und habe ein paar Freunde. Ich denke auch, dass das Examen gut gelaufen sein wird, weil ich echt fit in meinem Studium bin. Aber da fehlt mir das gewisse Etwas. Es ist nicht so, dass ich mit Freunden regelmäßig cool in den Urlaub fahre. Mir fehlen 2 Fremdsprachen (spreche nur Englisch). Ich habe kein Auslandssemester absolviert. Ich habe nicht wirklich Aussichten, mal ins Ausland zu kommen, da ich deutsches Recht studiert habe (mit internationalem Recht im Schwerpunkt, ich probiere schon mich international aufzustellen).

Ich bin - vielleicht typisch Jurist - immer dabei, mich selbst in Frage zu stellen. Was könnte ich besser machen? Was müsste ich besser machen? Wo kann ich mich weiter optimieren um mich dahin zu entwickeln, wo ich mein Optimu sehe? Und mein Optimum ist in etwa: Der coole, gutaussehende, gebildete und smarte junge Jurist, der in der Weltgeschichte unterwegs ist, ein super aufregendes Leben hat, viele Frauen, Geld, Stil, tolle spirituelle Erfahrungen gesammelt hat, sportlich ist und nebenbei noch gut in dem, was er macht.

Genau das probiere ich zu leben. Daher suche ich mir Aktivitäten, die Synergieeffekte haben (zB. lerne ich bei der Nachhilfe, die ich gebe viel für mein Studium. Nebenbei zahlen die Juristen ganz gut). Ich habe mir aufregende Hobbies gesucht - Kickboxen, Bouldern, Improvisationstheater und verabrede mich mit vielen Leuten. Nebenbei lese ich Eckhardt Tolle, Erich Fromm, Bücher über Buddhismus und meditiere. Abends bin ich unterwegs, kiffe und trinke Bier mit coolen Leuten. Am nächsten Morgen steht wieder Bib und Lerngruppe an. Ohne Pause, fast ein Tag wie ein Manager (sagte jedenfalls früher mein Suchttherapeut zu mir - ich habe ein Jahr meines Lebens nur am PC verbracht und täglich 14-16h gezockt).

Dass dieser Lebenswandel nicht lange funktioniert ist klar. Nach ein paar Wochen war ich dermaßen ausgebrannt, dass ich keinen Spaß mehr am Alltag hatte. Ich hatte keine Motivation mehr mit Leuten zu reden, Mädels anzuflirten, usw. Dann habe ich beim Kickboxen ein paar Tritte gegen die Brust bekommen. Schleudertrauma, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen. Und dann wurde ich krank, weil mein Immunsystem zusammengeklappt ist und ich lag 4 Tage im Bett.

Ich beschwere mich nicht. Das alles liegt ja in meiner Verantwortung. Mich stört aber, dass ich nach diesen 4 Tagen wieder halb im Gammelmodus war.  Zocken, chillen, alles etwas langsamer. Das tut meinem Kopf gut, aber es macht mich fertig weil ich dabei nichts erreiche und mich nicht weiterentwickle.

 

Man sieht, ich lebe immer im Extremen. Das, was ich eben beschrieben habe, nagt an meinem Selbstvertrauen. Ich habe immer das Gefühl, etwas zu verpassen. Und wenn man hier im Forum liest, zu Recht. Hinzu kommt, dass ich älter und älter werde. Ich werde jetzt 24 und habe schon deutliche Geheimratsecken. Mein Körper ist auch nicht mehr das, was er früher war (dicke Oberarme, Sixpack, super sportlich, volles Haar,...). Jetzt bin ich eher ein dünner Lappen - immerhin bin ich meinen Bierbauch losgeworden.

 

Kurz: Viele Baustellen, die sich ganz langsam schließen und wenn dann eher schlecht als recht. Die Tage sind mir zu kurz für alles, was ich machen möchte.

 

Aber viel bedeutender: Ich finde mich selbst nicht am allergeilsten. Es fällt mir schwer, in den State zu kommen, in dem man Mädels anflirten kann - dabei habe ich mir genau das nach der Trennung von meiner Ex vorgenommen. Im Gegenteil: Ich finde mein Leben langweilig bzw. mittelmäßig. Es ist nicht so, dass ich dauernd neue Eindrücke bekomme. Und ich habe Angst vor der Zukunft, weil ich mir gut vorstellen kann, dass die Studentenzeit die lockerste im ganzen Leben ist und ich irgendwann zum wirklich langweiligen Bürohengst ohne Haare, zum Ultra Beta degeneriere.

Diese Selbstzweifel möchte ich loswerden. Mit Meditation klappt das ganz gut, aber nicht nachhaltig. Ich möchte morgens aufstehen und mir denken: Ein weiterer geiler Tag in meinem geilen Leben. Ich bin zwar auch jemand, der sehr verkopft ist und viel hinterfragt (hat auch seine Vorteile, Analytiker zu sein...). Aber im Bezug auf zwischenmenschliche Begegnungen erschwert mir das einiges.

Ich bin jemand, der eigentlich sehr gut mit Mädels kann. Jedenfalls früher. Weil ich viel grinse, dumme Sprüche mache und auch smart bin. Dieses Mindset ist aber mittlerweile irgendwo verschollen. Ich habe derzeit eine FB, aber sie kommt nicht wirklich an meine Ex ran (ja, mir tut es echt Leid für sie, dass ich die beiden vergleiche). Die Zeiten, in denen mir 3-5 Mädels parallel schrieben und ich die lockersten WhatsApp Flirts aufbauen konnte sind auch vorbei. Ich war früher - das fällt mir heute auf - ultra begehrt. Lag vielleicht auch an meinem Körper und vollem Haar. Oh wait, limiting beliefs.
Ja, diese Art von mir steckt noch irgendwie drin. Ich will sie wieder zurückbekommen!

Ideen?

 

Oh, noch ein Zusatz: Eine meiner Eigenarten, die ich unbedingt loswerden möchte, ist, dass ich entweder auf Menschen hinauf oder herabschaue. Ich respektiere Menschen, die das schaffen, was ich nicht schaffe. Aber gleichzeitig kann ich Leute, die ihr Leben vertrödeln und es vergeuden, ihr Leben selbstbestimmt zu ergreifen, nicht ernst nehmen. Das führt dazu, dass ich häufig verschlossen gegenüber Menschen auftrete. Aber auch dazu, dass ich mich selbst massiv kritisiere. Wenn ich gute Noten bekomme (bei Jura ca. 9 Punkte) heißt es für mich: Okay, das Minimum hast du erreicht. Das ist selbstverständlich, freuen tue ich mich nicht. Alles darunter enttäuscht mich. Genau so wie es mich enttäuschen würde, nur eine HB6 als Freundin bekommen zu können. Eine HB8 wäre für mich eher normal. Dabei muss ich derzeit eingestehen, dass ich gerade selber kein HB8 Guy bin (1,80, keine Muskeln, diese blöden kritischen Gedanken, Haarausfall, mein Style ist auch nicht wirklich cool).

Und ich mache mir auch Gedanken wie ich da hin komme, wo ich hin möchte. Ich glaube, ich muss mal richtig lange reisen um wieder auf den Boden zu kommen und Abstand zu dem Leistungsdruck im Studium zu bekommen. Vielleicht mehr meditieren (dann verschwinden diese Gedanken nämlich auch!). Vielleicht auch die Studienrichtung wechseln. Mal die Stadt wechseln. Einfach viele neue Eindrücke ansammeln.


Danke fürs Lesen :-)

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56 minutes ago, Nightie said:

Der coole, gutaussehende, gebildete und smarte junge Jurist, der in der Weltgeschichte unterwegs ist, ein super aufregendes Leben hat, viele Frauen, Geld, Stil, tolle spirituelle Erfahrungen gesammelt hat, sportlich ist und nebenbei noch gut in dem, was er macht.

Was ist "cool" und was ist gutaussehend?

Was ist "gebildet und smart"?

Wo ist der Vorteil "in der Weltgeschichte unterwegs zu sein"?

Was ist "ein super aufregendes Leben"?

Wo ist der Vorteil "viele Frauen" zu sammeln?

Warum ist "Stil" haben wichtig?

Warum sind "tolle spirituelle Erfahrungen" wichtig?

Warum ist es wichtig sportlich zu sein?

Und warum "nebenbei gut ist"?

 

56 minutes ago, Nightie said:

Ich habe mir aufregende Hobbies gesucht - Kickboxen, Bouldern, Improvisationstheater

Zu jedem dieser drei Hobbies beschreibe mir das letzte Ereignis darin welches richtig geil für dich war.

 

56 minutes ago, Nightie said:

wie es mich enttäuschen würde, nur eine HB6 als Freundin bekommen zu können.

Was in dir würde entäuscht sein?

 

56 minutes ago, Nightie said:

Aber gleichzeitig kann ich Leute, die ihr Leben vertrödeln und es vergeuden, ihr Leben selbstbestimmt zu ergreifen, nicht ernst nehmen.

Warum nicht?

 

Aus einem früherem Post von dir:

On 4.12.2016 at 11:36 PM, Nightie said:

Das Examen rückt näher (ich will in 3 Monaten schreiben) und für uns Juristen ist das wirklich die wichtigste Weichenstellung in der Karriere.

Was passiert wenn du nur ein durchschnittliches Examen schaffst?

 

57 minutes ago, Nightie said:

Es kommt ja bei Juristen alles auf die Note an.

Was genau kommt alles nur auf die Note an?

bearbeitet von Helmut
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Hallo, Nightie,

"Wünsch' Dir nichts, Du könn'st es kriegen" war mein Resumé nach 15 Jahren Berufstätigkeit im Bereich der Juristerei, weil ich bereits gemerkt hatte, dass das jeweilige Erreichen eines Zieles eine Leere nach sich zog, die schnell mit dem Setzen eines neuen Zieles und dem Streben nach dessen Verwirklichung gefüllt werden wollte.

Ich hatte mir immer viel vorgenommen und meist mehr erreicht. In der Folgezeit warfen mich erst ein gesundheitliches und, nachdem das immer noch nicht Signal genug war, ein privates Ereignis aus der weiterhin linear gedachten Bahn.

Heute lebe ich bewußter im Jetzt und bin dankbarer für alles, das ich habe.

Du hast Dein gesamtes berufliches Leben vor Dir und offenkundig sehr gute Ausgangsvoraussetzungen. Sieh' zu, dass Du nicht die schönen Dinge am Rand des Weges zu Deinen hochgesteckten Zielen übersiehst. Eine schmerzliche Erfahrung hast Du mit dem Verlust Deiner Beziehung ja schon gemacht.

Ach so: Bewußtseinserweiterung durch Substanzgebrauch in Form von Dope oder Alk führt jedenfalls nicht dauerhaft zu den von Dir gewünschten Effekten. Das Thema Sucht hat Dich ja offenkundig auch schon massiv gestreift. Vielleicht schaust Du Dir das nochmal näher an.

Viel Erfolg.

Explorer

bearbeitet von Explorer1
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Gast El Rapero

Ganz ehrlich: Ich lese hier nur Luxusprobleme.

Alles Dinge, die man im Handumdrehen fixen kann. Ohne großes Problem oder große Hürden. Dein Style ist nicht cool? Geh einkaufen. Dein Körper hat abgebaut? Mach wieder Sport.

Du malst dir Dinge komplett schwarz, obwohl die in einer viel besseren Lage bist, als die meisten Anderen in deinem Alter. Du weißt scheinbar nichtmal, wie schlimm ein Leben wirklich aussehen kann, wie viele Leid manche ertragen müssen. Was du machst, ist dich über Kleinigkeiten zu beschweren, so ein typisch deutsches Problem. Man hat mehr als man braucht und beschwert sich trotzdem. Man erreicht etwas und macht sich nur Gedanken darum, was man dafür verpasst.

Glaubst du wirklich, du hast mehr davon, wenn du 5 Frauen die Woche nagelst anstatt dein Studium vernünftig durchzuziehen?
Meinst du, du bist wirklich glücklich, wenn du Geld ohne Ende hast?? Bist du nicht. Kann ich dir jetzt schon sagen.

 

Deine Probleme kannst du mit wenigen simplen Eingriffen Deinerseits aus der Welt schaffen. Du hast richtig gute Vorraussetzungen für das Berufsleben und beschwerst dich.

DU , bzw. deine negativen Denkmuster sind das Problem, nicht dein Leben. Du hast mehr als optimale Vorraussetzungen, um innerhalb 1 Jahres richtig viel aus dir zu machen.

Ist schon beinahe lächerlich, wenn ich ehrlích bin. Du würdest nicht für 2 Stunden mit mir tauschen wollen, glaub mir. Dein Leben ist ein Ponyhof dagegen.

 

Also zieh den Kopf aus dem Arsch und konzentrier dich auf die wichtigen Dinge. Wenn dir was nicht gefällt, änder es. Ich lese in keiner Zeile, dass du etwas wirklich nicht erreichen kannst, z.B. aufgrund gesundheitlicher oder psychischer Probleme, deinem Umfeld etc...  Du willst es einfach nicht. Du bemitleidest dich lieber selbst und ruhst dich darauf aus: "Mein Leben ist ja so hoffnungslos"... Ich habe selber lange so gedacht und auch wenn ich da viel bessere Gründe für hatte als Du, habe ich trotzdem erkannt, dass es 1. Nichts bringt und 2. totaler Quatsch ist.

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Dieser Optimierungswahn aus gelöst durch eine subtile Unzufriedenheit oft verursacht durch moderne Medien scheint immer mehr um sich zu greifen. Im Internet laufen viele durchtrainierte, vielreisende, überintelektuelle Übermenschen durch die Gegend, gerade hier im Forum. Das ist ein schlechter Maßstab für dich. Ja es gibt einige Wenige, denen alles im Leben zufliegt, die von Natur aus super Aussehen etc. Das ist bei dir nicht der Fall. Du musst arbeiten und strampeln für deine Erfolge und bekommst trotzdem das Gefühl, nie gut genug zu sein. Und wo liegt am Ende die Ursache? Nur in deinem Kopf, in deiner Wahrnehmung und Interpretation.

Ich hatte da vor einiger Zeit, als ich selber noch sehr optimierungswütig unterwegs war, eine interessante Begegnung, die mir die Augen geöffnet hat. Witzigerweise war sie ein Tinderdate, wo ich garnicht mehr damit rechne, wirklich coole Menschen zu treffen. Sie war 24, hatte eine Ausbildung gemacht und arbeitet im Büro. Völlig normal. Sie war 2x 1/2 Jahr im Ausland, hat kein Fernseher und ihr liebstes Hobby ist backen. Sie war selten feiern, hatte keinen riesigen Freundeskreis aber ein paar gute Freunde und trank kein Alkohol und hat nicht durch die Gegend gebumst. Ihre letzte Beziehung war 1,5 Jahre her und sie hatte es absolut 0 eilig das irgendwie zu ändern. Warum? Weil sie einfach zufrieden war mit ihrem Leben ist. Und sie ist einer der mit Abstand zufriedensten Menschen, die mir je begegnet sind (ich glaube ungefähr so war "HSE" in LDS definiert, ist schon lange her, dass ich das gelesen habe). Wir haben uns sehr lange getroffen allerdings hab ich es damals Gegen die Wand gefahren, weil ich selber ein paar größere Säcke Mist auf der Schulter hatte. Sehr schade, weil sie unfassbar gut küssen konnte. Aber sie hat mir ohne es zu wissen gezeigt, das Zufriedenheit auch zum großen Teil einfach eine innere Einstellung ist.

Zu deinen ganzen Hobbys und dem Freizeit-Burnout: versuch dir mal eines zur Zeit vorzunehmen und darin gut zu werden. Stehst auf Bouldern, gehste mal ein halbes Jahr lang 2-3 mal die Woche Bouldern. Da lernst du dann auch automatisch neue Leute kennen. Alles etwas anknabbern und dann versuchen parallel zu betrieben nur um den Lifestyle zu pimpen ist Mist.

bearbeitet von h3o
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Am 3.6.2017 um 10:52 , Nightie schrieb:

Und mein Optimum ist in etwa: Der coole, gutaussehende, gebildete und smarte junge Jurist, der in der Weltgeschichte unterwegs ist, ein super aufregendes Leben hat, viele Frauen, Geld, Stil, tolle spirituelle Erfahrungen gesammelt hat, sportlich ist und nebenbei noch gut in dem, was er macht.

Hi, ich habe weder Jura studiert, noch das alles erreicht, was Du Dir da vornimmst. Also vielleicht bin ich nicht die beste Ratgeberin in der Sache, aber ich will es versuchen:

Das da oben ist eine wilde Ansammlung sämtlicher Ideale, die gesellschaftlich so für Männer als erstrebenswert kommuniziert werden. Was davon kommt wirklich aus Dir heraus, angenommen, Du müsstest Dich vor niemandem rechtfertigen?

So ein Wust von vage formulierten Zielen ist schwer zu erreichen. Ich würde anfangen mir kleinere Ziele auf dem Weg zu formulieren, oder an einem größeren in einem der Bereiche arbeiten, alles andere erstmal aussetzen, und akzeptieren, dass es ein längerer Prozess ist. Fokus. Dauerhaft neue Angewohnheiten anzunehmen erfordert meiner Erfahrung nach kleine Schritte. Frag Dich womit Du Dich im Moment am meisten glücklich und stolz auf Dich fühlen würdest, wenn es Dir gelingt, und fange damit an.

Am 3.6.2017 um 10:52 , Nightie schrieb:

Aber gleichzeitig kann ich Leute, die ihr Leben vertrödeln und es vergeuden, ihr Leben selbstbestimmt zu ergreifen, nicht ernst nehmen.

Weil Du das früher auch gemacht hast und das Gefühl hast, dass es noch so ist. Wenn man mal darauf achtet, was einen an anderen so auf die Palme bringt, sind das gewöhnlich die Sachen, die man an sich selbst auch gerne ändern würde. Wenn Du mit Dir ein bissche geduldiger und rücksichtsvoller umgehen möchtest, dann gelingt Dir das bei anderen bestimmt auch besser. Und verzeih Dir was früher war, das ist OK. Du bist jetzt nicht mehr computersüchtig.

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Gast The_Phoenix
Am 3.6.2017 um 10:52 , Nightie schrieb:

Und ich mache mir auch Gedanken wie ich da hin komme, wo ich hin möchte. Ich glaube, ich muss mal richtig lange reisen um wieder auf den Boden zu kommen und Abstand zu dem Leistungsdruck im Studium zu bekommen. Vielleicht mehr meditieren (dann verschwinden diese Gedanken nämlich auch!). Vielleicht auch die Studienrichtung wechseln. Mal die Stadt wechseln. Einfach viele neue Eindrücke ansammeln.

Hallo Nightie,

ich versuche mich halbwegs kurz zu fassen. Meiner Einschätzung nach ist das Problem, dass du dir über tausend Dinge Gedanken machst und denkst, dass dir dies oder jenes dabei helfen wird ein besseres Leben zu führen (siehe das Zitat). Was wirklich helfen könnte ist tatsächlich die Reise. Allerdings finde ich auch, dass sich viele Menschen vom Reisen viel erwarten und dann enttäuscht sind, dass die Erwartungen nicht erfüllt werden.

Letztlich solltest du dich mal in Ruhe hinsetzen (wahrscheinlich wird einmal nicht reichen) und versuchen dich selbst mit ein bisschen Abstand zu betrachten und dich zu fragen was du wirklich willst? Aktuell wirkt es, zumindest so wie du es beschreibst, als würdest du tausend Dingen hinterher jagen, aber nicht so  richtig wissen, was du wirklich willst. Letztlich reicht es schon sich mal eine Liste mit den einzelnen Lebensbereichen zu machen: Arbeit, Sport, Frauen... etc. und zu priorisieren was wichtig ist. Im nächsten Schritt solltest du dir dann überlegen welche Ziele du in den Bereichen erreichen willst und dir überlegen mit welchen Schritten du zum Ziel kommst. Meiner Erfahrung nach ist dabei wichtig, dass du dich auf wenige Ziele konzentrierst, diese dann aber mit voller Power angehst. Sie anzugehen und umzusetzen ist dann das wichtigste (und der Schritt an dem Viele hier im Forum scheitern). Es ist verhältnismäßig leicht sich hinzusetzen sich einen schönen Plan zu machen und dann drauf zu warten das er endlich, wie magisch, von selbst in Erfüllung geht. Es mag unromantisch klingen und dem widersprechen was uns die Werbung und die Selbsthilfebücher-Industrie vermitteln wollen, aber ein erfülltes braucht Zeit und Arbeit. In manchen Bereichen sehr viel Zeit und sehr viel Arbeit. Zu sehen ist sowas an Spitzensportlern z.B. dem FC Barcelona unter Pep Guardiola: die Art und Weise wie diese Mannschaft Fussball gespielt hat, so kinderleicht aus, auch schwierige Pässe und Spielzüge. Das ist es, was die Öffentlichkeit im Fernsehen sieht und denkt "Wow, das sieht aus wie im Training", was die Öffentlichkeit nicht sieht sind die vielen Stunden an Training und Arbeit die dazu führen, dass es so leicht aussieht. Genau so ist es mit allen Bereichen im Leben. Du willst die Frauen? Dann reiß dir den Arsch auf! Du willst den Erfolg in der Karriere? Dann tu was dafür!

Ich für meinen Teil, um meine Antwort zu einem Ende zu bringen, führe mittlerweile ein Leben, dass viele andere Menschen als langweilig bezeichnen würden, aber ich bin sehr glücklich damit und das ist was zählt. Achja und die Sache mit der Selbstoptimierung ist in weiten Teilen ziemlich gut, allerdings musst du sie auch zu deinem Vorteil nutzen damit so Sachen wie Ausgelaugtsein etc. einfach nicht auftreten oder du sie früh genug erkennst, denn das ist es was meiner Meinung nach die Selbstoptimierung ausmacht: man lernt sich selbst extrem gut kennen.

Ich hoffe ein bisschen was von meinen Worten hat dir geholfen!

MfG,

The_Phoenix

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Viele gute Posts, die ich um einen handfesten Ratschlag erweitern möchte: Meditation. Wieso und wie? Die zwei unteren Videos dürften das deutlich besser erklären können als jeglicher meiner Posts:

 

 

bearbeitet von suchti.

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Du klingst wahnsinnig unentspannt.  Wenn man so angestrengt damit ist ein cooler smarter typ zu sein - ist die Chance sehr hoch, dass man es nie sein wird. 

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Gast Idioteque
Am 3.6.2017 um 10:52 , Nightie schrieb:

Ohne Pause, fast ein Tag wie ein Manager (sagte jedenfalls früher mein Suchttherapeut zu mir - ich habe ein Jahr meines Lebens nur am PC verbracht und täglich 14-16h gezockt).

Ich behaupte mal, dass du ein Teil deines Lebens scheinbar damit verschwendet hast und daraus das Bedürfnis entstanden ist überzukompensieren. 

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Man sieht einfach sehr schön, was diese ganze Selbstoptimierungskultur für negative Effekte hat. Grade auf Leute mit Suchttendenz und schwachem Selbstbewusstsein. Schön optimiert in den Burnout.

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Hey Leute,

vielen Dank für eure netten Rückmeldungen! Ich probiere gerade einige eurer Tipps umzusetzen.

Meine Frage ist: Wie komme ich aus dem Optimierungswahn raus? Will ich da überhaupt raus? Es fühlt sich echt gut an, immer weiter zu pushen - auch wenn es anstrengend ist.
Ich habe bisher nicht geantwortet, weil die letzte Zeit echt turbulent war :-D ich habe Ergebnisse vom 1. Examen bekommen und habe jetzt gute Chancen, unter den Top 2-3% deutschlandweit zu landen. Mit anderen Worten: Jeder Traum, jede Lebensvorstellung, jedes Ziel steht mir jetzt im Prinzip offen (diese Note war verdammt wichtig). Ich habe es selbst noch nicht ganz realisiert und habe mir auch noch keine Gedanken gemacht, was ich jetzt machen werde.

Aber ich weiß, dass mir beruflicher Erfolg weniger wichtig sein wird als meine persönliche Entfaltung. Und genau das kann ich jetzt, mit dieser Examensnote im Rücken, ausleben. Ich bin noch jung (werde 24) und kann mir jetzt auch leisten, ein Jahr etwas weniger zu powern.

 

Am 4.6.2017 um 15:42 , Kninchen schrieb:

Hi, ich habe weder Jura studiert, noch das alles erreicht, was Du Dir da vornimmst. Also vielleicht bin ich nicht die beste Ratgeberin in der Sache, aber ich will es versuchen:

Das da oben ist eine wilde Ansammlung sämtlicher Ideale, die gesellschaftlich so für Männer als erstrebenswert kommuniziert werden. Was davon kommt wirklich aus Dir heraus, angenommen, Du müsstest Dich vor niemandem rechtfertigen?

So ein Wust von vage formulierten Zielen ist schwer zu erreichen. Ich würde anfangen mir kleinere Ziele auf dem Weg zu formulieren, oder an einem größeren in einem der Bereiche arbeiten, alles andere erstmal aussetzen, und akzeptieren, dass es ein längerer Prozess ist. Fokus. Dauerhaft neue Angewohnheiten anzunehmen erfordert meiner Erfahrung nach kleine Schritte. Frag Dich womit Du Dich im Moment am meisten glücklich und stolz auf Dich fühlen würdest, wenn es Dir gelingt, und fange damit an.

Weil Du das früher auch gemacht hast und das Gefühl hast, dass es noch so ist. Wenn man mal darauf achtet, was einen an anderen so auf die Palme bringt, sind das gewöhnlich die Sachen, die man an sich selbst auch gerne ändern würde. Wenn Du mit Dir ein bissche geduldiger und rücksichtsvoller umgehen möchtest, dann gelingt Dir das bei anderen bestimmt auch besser. Und verzeih Dir was früher war, das ist OK. Du bist jetzt nicht mehr computersüchtig.

Ich weiß nicht, was davon von mir kommt. Aber ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich mich vor jemandem rechtfertigen müsste. Ich stehe nicht in Konkurrenz zu anderen - der einzige, der mich zurückhält bin ich selbst. Und ich muss mich für Niederlagen auch nur vor mir selbst rechtfertigen.

 

 

Am 3.6.2017 um 11:45 , Helmut schrieb:

Was ist "cool" und was ist gutaussehend?

Was ist "gebildet und smart"?

Wo ist der Vorteil "in der Weltgeschichte unterwegs zu sein"?

Was ist "ein super aufregendes Leben"?

Wo ist der Vorteil "viele Frauen" zu sammeln?

Warum ist "Stil" haben wichtig?

Warum sind "tolle spirituelle Erfahrungen" wichtig?

Warum ist es wichtig sportlich zu sein?

Und warum "nebenbei gut ist"?

 

--> Um ehrlich zu sein konnte ich die Fragen nicht wirklich beantworten. Danke für den Gedankenansatz, das hat mich auch etwas stutzig gemacht. Vielleicht, weil ich das Alles schon hatte, aber schon verloren habe? Als ich sehr jung war habe ich mit meinen Eltern in Australien gelebt und hatte ein super aufregendes Leben. Jetzt sitze ich in Deutschland. Vielleicht fehlt mir seitdem was?

Deine Fragen knüpfen ja schon daran an, was Knichen gesagt hat. Irgendwie ist das alles nicht wirklich wichtig, aber es erscheint im ersten Moment wichtig. Und ich weiß nicht warum. Aber das ist einfach, was ich sein will. Wo ich mich hinentwickeln will. Vielleicht weil ich denke, dass ich dann ein geiler Typ bin? Weil es sich gut anfühlen wird?

Aber ja, ich muss zugeben, das ist genau die Argumentation von Leuten, die immer unzufrieden bleiben ("wenn ich befördert werde bin ich glücklich,..." nach der Beförderung brauchen sie dann das neue Ziel). Nur dass es bei mir nicht um Geld / Job geht (jedenfalls nicht primär), sondern um irgendeinen Lifestyle. Ich werde da mal in mich gehen.

Ist nicht das da oben genau, was hier im PUF gepredigt wird? Ich habe hier viel gelesen. Seid ihr nicht alle hier, um mehr aus euch zu machen?

 

Zu jedem dieser drei Hobbies beschreibe mir das letzte Ereignis darin welches richtig geil für dich war.

--> Kickboxen fühlt sich wirklich gut an. Hm.

Was mich gerade wundert: Mein erster Gedanke als Antwort auf deine Frage war folgender: Letztens saß ich mit meiner Mitbewohnerin und einer Freundin in der Küche und irgendwie sind wir beiläufig auf ImproTheater gekommen. Und sie war total geflasht, als ich ihr das erzählt habe. "Nightie, was machst du eigentlich noch alles?" - da war ich stolz.

Aber das würde auch bedeuten, dass ich das alles nur mache, um gegenüber anderen ein geiles Leben zu haben.

Danke für die selbstreflexierenden Fragen.

 

lg N

 

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