[Jura] Karrieremöglichkeiten mit gutem Juraexamen?

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Hallo zusammen,

ich habe vor kurzem mein Juraexamen in Hessen absolviert und bin schriftlich im oberen Bereich von VB gelandet. Mit der mündlichen Prüfung komme ich vielleicht noch auf ein gut (also ab 11,5 Punkten), wenn diese richtig gut läuft. Mit dem Schwerpunkt peile ich dann etwa 12 Punkte an. Damit sollte ich dann zu den besten 2% deutschlandweit gehören.

Jeder Jurist kennt das: Ziel sind immer die 9 Punkte und man sagt, ab 9 hätte man alle Möglichkeiten. Da ich nun nach dieser Lesart auch alle Möglichkeiten haben müsste wollte ich mal in die Runde fragen, was es da so gibt.

Ich werde bald 24, bin also noch recht jung. Ich möchte ein spannendes Leben, viel Reisen, Menschen kennenlernen, Geld spielt eher eine untergeordnete Rolle. Ich möchte auf keinen Fall ein "typischer Beamter" werden, dessen Tageaufgabe darin besteht, Aktenberge in einem Hinterzimmerchen abzuarbeiten. Mir geht es um spannende Selbstverwirklichung. Ich habe nur ein Leben und das soll sich gelohnt haben.

Derzeit muss ich noch meinen Schwerpunkt fertig absolvieren (Internationalisierung des Rechts). Das wird ein Jahr dauern (und ich habe es auch nicht eilig - lieber den Sommer genießen, etwas arbeiten :-) ).

Danach möchte ich reisen (war ich bisher noch nie länger). Vielleicht ein paar Praktika machen, mir mal Großkanzleien etc anschauen, Geld sparen. Längerfristig einen Master im Ausland (LLM) und / oder eine Promotion, bevor ich ins Ref gehe. Dazu bräuchte ich ein Stipendium, denn für normale Menschen ist der LLM in Amerika / England unbezahlbar.

Ich sehe mich auch nicht längerfristig in einer Großkanzlei mit einer 60-80 Stundenwoche. Auch wenn ich mir vorstellen kann, ein oder zwei Jahre dort zu arbeiten um diesen Lifestyle (und das Einstiegsgehalt?!) mal kennenzulernen. Ist ja sicher auch fachlich interessant.

Irgendwann vielleicht aus Interesse ein Zweitstudium (neben dem Ref?).

Ich bin ganz ehrlich - mit so einer guten Note hätte ich nicht gerechnet. Deshalb habe ich mich mit den Möglichkeiten danach nicht wirklich beschäftigt. Ich würde mich einfach freuen, ein paar Perspektiven von Leuten zu bekommen, die weiter sind als ich und sich auskennen.

lg N

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vor 3 Stunden, Nightie schrieb:

Ich würde mich einfach freuen, ein paar Perspektiven von Leuten zu bekommen, die weiter sind als ich und sich auskennen.

Was genau ist denn Deine Frage?

Die generelle Außenperspektive wäre vermutlich: Sich selbst verwirklichen wollen irgendwie alle, die im Moment aus den Unis strömen. Ordentlich Geld auch, aber nicht so viel arbeiten. Und nichts verpassen (Personaler sprechen von FOMOS: Fear of missing out something).

Der generelle Rat kann nur sein: Mach, was Dich interessiert, unterschätze nicht, dass Dir Geld irgendwann einmal wichtig sein wird, lass Dich nicht von Klischees und Marketing blenden. Ach ja, und sieh zu, dass Du wirklich Ahnung vom Fach kriegst. Man sieht in den letzten Jahren zuviele Prädikatsjuristen, die zu schematisch und wissensbezogen gelernt haben.

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Gast

Geh in eine renommierte Großkanzlei. Dort ins M&A Dealteam. Knochenjob, sehr gut bezahlt, vermutlich 6-stellig. 

Nach spätestens 3 Jahren steht dir dann wirklich alles offen. 

Dann kannst du immer noch dein Ding machen.

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vor 21 Minuten, Masterthief schrieb:

Geh in eine renommierte Großkanzlei. Dort ins M&A Dealteam. Knochenjob, sehr gut bezahlt, vermutlich 6-stellig. 

Nach spätestens 3 Jahren steht dir dann wirklich alles offen. 

Dann kannst du immer noch dein Ding machen.

Warum sollte er ausgerechnet M&A machen? Wenn es nur um das Geld geht, wäre das so mit das letzte Rechtsgebiet, welches man in einer GK machen sollte. Die Einstiegsgehälter sind in den GKen nich rechtsgebietsgebunden, deshalb wäre es unter dem Gesichtspunkt eher klug, sich ein Rechtsgebiet zu suchen, was nicht derart transaktionsbezogen ist.

Und wieso sollte ihm nach 3 Jahren GK im M&A-Bereich wirklich alles offen stehen?

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Gast
vor 1 Minute, jimknopf_ schrieb:

Warum sollte er ausgerechnet M&A machen? Wenn es nur um das Geld geht, wäre das so mit das letzte Rechtsgebiet, welches man in einer GK machen sollte. Die Einstiegsgehälter sind in den GKen nich rechtsgebietsgebunden, deshalb wäre es unter dem Gesichtspunkt eher klug, sich ein Rechtsgebiet zu suchen, was nicht derart transaktionsbezogen ist.

Und wieso sollte ihm nach 3 Jahren GK im M&A-Bereich wirklich alles offen stehen?

Mit der Note und mit transaktionsbezogener Dealerfahrung bei einer Top-Kanzlei kann er danach wechseln, wohin er will. In eine "richtige" Beratung, in die Industrie oder auch zum Finanzierer. Was schon mal einiges abdeckt, jetzt mal abgesehen von höheren Beamtenlaufbahnen, so wie von dir vorgeschlagen, oder Ämtern wie Notar.

Mehrfach gesehen. 

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vor 4 Minuten, Masterthief schrieb:

Mit der Note und mit transaktionsbezogener Dealerfahrung bei einer Top-Kanzlei kann er danach wechseln, wohin er will. In eine "richtige" Beratung, in die Industrie oder auch zum Finanzierer. Was schon mal einiges abdeckt, jetzt mal abgesehen von höheren Beamtenlaufbahnen, so wie von dir vorgeschlagen, oder Ämtern wie Notar.

Mehrfach gesehen. 

Danke für die Erläuterung, unter den Gesichtspunkten hast Du durchaus Recht. Man muss gleichzeitig aber auch sagen, dass der M&A-Bereich eben auch sehr unjuristisch ist, was etwa den anschließenden Wechsel in eine Boutique oder zu einem BGH-Anwalt (wo es viel mehr Bewerber mit hervorragenden Noten als in der GK gibt; anbei: die Note des TE steht aktuell noch gar nicht fest) erschwert. Ebenso dürfte eine Uni-Laufbahn schwer werden, eine Karriere im Non-Profit-Bereich, in der Fachgerichtsbarkeit etc. - die Wege, die sich mit GK-Erfahrung im M&A-Bereich öffnen, sind äußerst lukrativ, aber man muss darauf auch Bock haben.

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M&A hat das Potential, einen sehr breiten Blick zu verschaffen. Ob das in nur zwei bis drei Jahren gelingt, ist aber zweifelhaft, weil Einsteiger da typischerweise weniger den Überblick bekommen. Jedenfalls bei großen Deals; Lernen kann man natürlich auch an kleinen.

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Endnote steht nun mit 11,5 Punkten staatlich. 

Ich habe schon Angebote von Top Kanzleien. Aber wieviel Zeit bleibt mir wenn ich 4 Tage die Woche dirt als WissMit arbeite zum Leben, Reisen, PU, Sport und Schwerpunkt..?

Bin wirklich recht unentschlossen.

 

Vg

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Wer schwimmen will, muss ins Wasser springen. Dein Problem ist, dass Du nicht weißt, welchen Fluss Du nehmen sollst. Gut sind beide.

Was ich nicht verstehe: Wieso willst Du neben dem Schwerpunkt anfangen zu arbeiten, wenn Du dazu eigentlich keine Lust hast? Brauchst Du das Geld? Wenn nein, ist die Frage doch schon beantwortet, welchen Fluss Du nimmst. Sofern Du den Schwerpunkt nicht versemmelst und ein brauchbares zweites Examen hinlegst, wirst Du mit nem Gut immer eine Stelle finden. Völlig egal, ob Du jetzt irgendwo arbeitest oder nicht.

Ein ganz guter Nebenjob in Deiner Situation sind Klausurenkorrekturen. Bringt weniger Geld, ist aber zeitlich sehr frei. Und man lernt die Perspektive des Klausurlesers kennen. Das kann ganz hilfreich sein.

Oder überleg mal, ob Du anfängst, an der Diss zu arbeiten.

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