Eure Definition von "Freund"
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30 Beiträge in diesem Thema

Hallo Leute,

mich würde mal interessieren, wie ihr den Begriff "Freund" eigentlich definiert. Für mich habe ich folgende Einteilung getroffen

Bekannter: Person, die man grüßt und mit der man Smalltalk hält.

Kollege: Person, mit der man in regelmäßigen Abständen eine gemeinsame Tätigkeit ausübt, z.B. zusammen angeln geht, im selben Verein kickt, zusammen in einer Band spielt,... Ist man hingegen in der selben Firma beschäftigt, ists ein Arbeitskollege.

Kumpel: Kollege, mit dem man auf gleicher Welle liegt, dessen Humor oder Geschmack man (teilweise) teilt und mit dem man unabhängig von der Tätigkeit gern seine Freizeit verbringt.

Freund: Nun könnte man versucht sein, die Leiter weiterzugehen und Freund einfach als besonders guten Kumpel zu definieren. Ich würde aber auf eine andere Schiene gehen: ein Freund ist für mich eine Person, die mir wohlgesonnen ist. Dafür muss weder regelmäßiger Kontakt bestehen noch muss man die selben Sachen gut finden. Wenn es in Bälde wieder heißen wird "Die Türkei ist ein Freund Deutschlands!", dann meint man damit ja auch nicht, dass man mit Erdogan gern ein Bierchen hebt oder mit ihm herumjuxt. Als weiterer Unterschied zum Kollegen/Kumpel muss mMn Freundschaft auch nicht gegenseitig sein. So kann z.B. mein Nachbar mir wohlgesonnen und damit mein Freund sein, umgekehrt muss das aber trotzdem nicht so sein. Kurz gesagt: ein Freund ist eine Person, der ich den Schlüssel zu allem, was ich habe, anvertrauen würde (was bei einem Kumpel nicht der Fall sein muss).

Also kurz:

Bekannter < Kollege < Kumpel

und unabhängig davon: Freund

Wobei ein Freund natürlich gleichzeitig ein Kumpel oder Kollege sein kann, aber eben nicht muss.

 

Wie seht ihr das? Das ist btw. auch keine akademische Diskussion, sondern das ganze hat schon einen konkreten Hintergrund für mich. Nur würde ich den gern erst in einem zweiten Moment einbringen, da es sonst verwirrend wird und die Diskussion womöglich in die falsche Richtung abdriftet.

Danke inzwischen

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Für mich vermischt Du hier zusehr Kollege und Kumpel.

Meine Definition:

Bekannter: wie Du geschrieben hast, man kennt sich, redet miteinander, unternimmt aber privat nichts zusammen, höchstens in der Gruppe...

Kollege: sehe ich eigentlich nur als Arbeitskollege, mit dem ich privat nichts unternehme. Kontakt also hauptsächlich nur über die Arbeit

Kumpel: Person mit der ich mich privat gut verstehe und gemeinsame Unternehmungen mache

Freund: wie Kumpel nur dass hier kein Konkurrenzdenken stattfindet, man gönnt dem Freund alles und unterstützt sich gegenseitig bei Problemen

Guter Freund: wie Freund, nur dass man sich hier auch über persönlichere Themen austauscht und hohes Vertrauen herrscht.

 

Bei allen spielt die Frequenz wie oft man sich sieht oder Kontakt hat eine untergeordnetere Rolle.

 

 

 

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Es brauch keine Definition. Wenn Du versuchst das Konstrukt in eine Definition zu pressen, wirst Du zu sehr damit beschäftigt sein Grauzonen auszumerzen und "Bekannte" in Freund und nicht Freund einzuteilen. Dein Mindset sollte sein, dass alles Freunde sind. Nur wenn Du lernst in Grauzonen zu wandeln und nicht in Schubladen zu denken wirst Du wirklich gut...

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geschrieben (bearbeitet)

vor 3 Stunden, Rottertom schrieb:

ein Freund ist für mich eine Person, die mir wohlgesonnen ist. Dafür muss weder regelmäßiger Kontakt bestehen noch muss man die selben Sachen gut finden. Wenn es in Bälde wieder heißen wird "Die Türkei ist ein Freund Deutschlands!", dann meint man damit ja auch nicht, dass man mit Erdogan gern ein Bierchen hebt oder mit ihm herumjuxt. Als weiterer Unterschied zum Kollegen/Kumpel muss mMn Freundschaft auch nicht gegenseitig sein. So kann z.B. mein Nachbar mir wohlgesonnen und damit mein Freund sein, umgekehrt muss das aber trotzdem nicht so sein.

Wenn du deinen Nachbarn nicht magst, aber du weißt dass er dich mag und vertrauenswürdig ist, sodass du ihm etwas Wichtiges anvertrauen würdest, dann ist er ein Freund für dich? 

Das widerspricht halt der "gängigen" Definition von Freundschaft, ich könnte das jetzt gefühlsmäßig auch nicht so nachvollziehen. 
Freundschaft = eine Beziehung zwischen Menschen, die auf gegenseitiger vertrauensvoller Zuneigung beruht.

Ob ich jemanden als Freund bezeichne oder nicht, das fühle ich je nach Vertrauen, Verbindung und Zuneigung. Das kann ich mir nicht einseitig vorstellen. Finde diese Definition schon sehr zutreffend und Abstufungen nach Bekannter, Kumpel usw. vorzunehmen erscheint mir sinnlos. Wüsste zumindest nicht, was ich davon haben sollte. 

bearbeitet von Pornobarbie
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Werter TE

Es ist ganz einfach. Freund leitet sich von Freundschaft ab. Dafür gibt es eine Beschreibung / Definition und das aus gutem Grund. Nennt sich Kommunikation.
Wertige Kommunikation ist erst möglich, wenn Begriffsbedeutungen der Kommunizierenden synchronisiert sind.
Banal gasagt damit alle Apfel im Kopf haben wenn vom Apfel gesprochen wird und nicht Birnen gekauft werden.

Demnach, schau in die Beschreibung, das lösst dann auch Dein Problem mit der Gegenseitigkeit.

Freundschaft
Ist ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet.

LeDe

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Danke für eure Antworten. @LeDe hat ja auch gleich eine "offizielle" Definition von Freundschaft gebracht...danke, das hilft mir weiter. Der Grund, warum ich Freundschaft als einseitig möglich hielt, war, dass ich eine andere Grundlage (Wohlwollen) herangezogen habe als bei der Kumpelschiene (persönlicher Vorteil); @wererbeschrieb das ja als Fehlen des Konkurrenzdenkens. Hab dann nochmals ein bisschen nachgedacht und würde jetzt einseitige Freundschaft als Gönner -> Günstling - Beziehung bezeichnen. Einverstanden?

Also zusammengefasst: 

Schiene 1: Bekannter < Kollege < Kumpel

Merkmal: Besteht in erster Linie, weil man sich persönliche Vorteile davon erhofft (z.B. guter Tennispartner, kennt viele Frauen, bringt gute Stimmung, teilt speziellen Humor, bringt die Band weiter, verträgt einiges beim Saufen,...). Regelmäßiger Kontakt ist wichtig, da man sonst die Leiter wieder runterfällt und beim Bekannten endet.

Schiene 2: Freundschaft (bei gegenseitigem Wohlwollen); Gönner -> Günstling (bei einseitigem Wohlwollen)

Merkmal: Besteht in erster Linie aus altruistischen Gründen (objektiv betrachtet. Mir ist bewusst, dass auch der Altruist letztendlich eigene Bedürfnisse befriedigt). Wobei selbstverständlich auch kollegen- bzw. kumpelhafte Elemente auftreten werden (klischeehaft: tiefgründige Gespräche beim Angeln oder am Kaminfeuer), diese aber eben nicht im Vordergrund stehen. Regelmäßiger Kontakt ist hier zweitrangig, weil es einerseits keine "Leiter" gibt und andererseits die Verbundenheit tiefer geht.

 

So, dann hatte ich ja geschrieben, dass das keine akademische Diskussion bleiben soll. Also, Grund für diesen Thread ist, dass ich meinen SC dringend neu sortieren bzw. aufbauen muss, da ich mit meinem jetzigen großteils unzufrieden bin.

Könnte man erwidern: "Na, dann mach doch!"

Dem gebe ich Recht, allerdings mit zwei Einschränkungen:

1.) Ich bin voll berufstätig, habe Haus, Frau und zwei kleine Kinder mit ihren großen und kleinen Problemen -> meine effektive "freie" Zeit ist stark begrenzt.

2.) Ich wohne in einem dieser Arsch-Kaffs, in denen alles clanmäßig läuft, d.h. entweder du kannst deine Blutlinie mindestens 38 Generationen nachweisen, oder du bist draußen. Die Leute, die trotzdem "allein" sind, sind das auch nicht ohne Grund (religiöse Spinner, Neonazis, Impfgegner-Waldorf-Aluhutträger,...). Und bei den wirklich ganz wenigen "Hoffnungsschimmern" scheint es auch nur zwei Extreme zu geben: entweder 3 Monate im voraus organisiert ("Jo, ich bin jetzt eine Woche mit meiner Family im Urlaub, dann zwei Wochen auf Dienstreise, danach Fortbildung, danach großer Kunde...hmmm...wird auch streesig. Aber dann am Fr Abend zw. 18:00 und 19:00 könnten wir was machen, danach geh ich noch kicken!") oder alles spontan ("Also, ob ich nächste Woche Zeit zum Klettern habe, kann ich noch nicht sagen. Ich entscheide das immer spontan, grad wohin der Wind mich bläst..."). Naja, ich bin für beide Varianten nicht flexibel genug, und zwischendrin scheint es nix mehr zu geben...

Also muss ich die Sache anders angehen. Aufgrund der genannten Einschränkungen sollte ich aber so effizient wie möglich vorgehen. Dazu muss ich 1. wissen, welche und wieviele von den genannten Typen ich für einen funktionierenden SC brauche und 2., wie man solche Beziehungen findet, aufbaut und pflegt. Dabei denke ich ist es hilfreich, wenn man saubere Definitionen benutzt (mir ist klar, dass Mischtypen auftreten werden, aber trotzdem...) und deshalb veranstalte ich dieses Brimborium hier.

Btw.: Vereine hab ich schon versucht, komm da aber aus diversen Gründen nicht weiter. Gehe ich nochmals näher darauf ein.

So, muss jetzt schlafen.

To be continued...

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Leute macht es am Besten noch komplizierter und erfindet paar neue Begriffe. Stellt dann am Besten noch eine mathematische Berechnung auf, damit Ihr sicher gehen könnt, dass der Kollege wichtiger ist als der Kumpel, der Kumpel aber nicht so wie der Freund und der ist wiederum nicht so wichtig wie der bessere Freund. Der gute Freund ist natürlich noch wichtiger....

 

Ist doch bullshit.

 

Außerdem frage ich mich, was der Thread bringt. Bzw. bringen soll. Wäre nett, wenn das Jemand erklärt

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Lieber TE Du gehst die Sache mit dem SC etwas komisch theoretisch an, so wirst Du nicht weit kommen. Bleib mal locker und nicht so verkrampft und gib den Leuten die Möglichkeit Dich besser kennenzulernen. Aus Bekannten können plötzlich die besten Freundschaften entstehen und nur weil es momentan zeitlich nicht so klappt wie Du Dir das vorstellst heisst es noch lange nicht, dass sich sowas nicht ändern kann. Wenn die Leute gerne was mit Dir unternehmen, dann werden Sie auch mehr Zeit investieren, so meine Erfahrung.

Ich wohne auch in einem Kaff, habe ein Haus, jedes zweite Wochenende geht voll für meine Tochter drauf und meine 40 Stundenwoche mit 40 min einfacher Fahrzeit füllt mich unter der Woche sehr gut aus.Dazu habe ich noch ein sehr zeitintensives Hobby usw. Da bleibt meistens nur Abends ein zwei Stunden mit Freunden treffen und evtl. Mal am WE fortgehen. Freundschaften sortieren sich automatisch aus, wo man denkt das ist ein Freund, wird plötzlich nur noch ein Kumpel und ein Kumpel plötzlich zum Freund. Dafür muss ich keine Namen vergeben oder diese unterschiedlich behandeln. Ich behandle jede Person gleich und jeder hat die Möglichkeit mit mir mehr oder weniger Zeit zu verbringen. Wer nicht will der hat schon, bei Freundschaften ist es wie in Beziehungen, es sollte immer 50:50 ausgeglichen sein, ein Geben und Nehmen.

Vereine sind gut um neue Leute kennenzulernen, Freundschaften entstehen da nur selten. Man trifft sich um gemeinsame Interessen auszuüben, Erfahrungen austauschen und je nachdem kann hier sehr schnell wieder Konkurrenzdenken entstehen. Das war bisher meine Erfahrung. Hier kann man aber gut an seinen social skills arbeiten. Das würde ich nicht als verlorene Zeit ansehen. Viele Vereine machen auch Unternehmungen wo man teilnehmen kann, egal ob Single oder nicht, man hat Leute zum quatschen, langweilig wirds da selten.

 

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Am 25.7.2017 um 22:31 , Sub_Zero schrieb:

Es brauch keine Definition. Wenn Du versuchst das Konstrukt in eine Definition zu pressen, wirst Du zu sehr damit beschäftigt sein Grauzonen auszumerzen und "Bekannte" in Freund und nicht Freund einzuteilen. Dein Mindset sollte sein, dass alles Freunde sind. Nur wenn Du lernst in Grauzonen zu wandeln und nicht in Schubladen zu denken wirst Du wirklich gut...

Genau so sehe ich das auch, es braucht keine Definition, weil die Grenzen sich immer verschoben werden. 

Du neigst dann dazu einem Freund böse zu sein, wenn ihr plötzlich weniger oder nurnoch in der Gruppe was zusammen unternehmt. Du fühlst dich bei einem Kumpel eher dazu geneigt dich ihm aufzudrängen, weil er dich irgendwie inspiriert und du viel mehr Zeit mit ihm verbringen willst.

Löse dich von Definitionen und nehme es so hin wie es zu der aktuellen Zeit ist. Habt ihr gerade viel Kontakt, alles gut. Verläuft sich manchmal eine Freundschaft für ein halbes Jahr, auch gut, da hat jeder danach sich weiterentwickelt und hat neue spannende Geschichten zu erzählen. 

Ich sehe manche, die ich als gute Freunde bezeichnen würde auch nur sehr selten. Manche die eher Bekannte sind per Definition sehe ich mehrmals im Monat. Ich bin mit beidem zufrieden.

Komme von einer Definition/Erwartungshaltung runter, das macht nur unglücklich. Wer mir Vorträge hält, weil ich mich per Definition nicht 1 mal im Monat gemeldet habe, der wird in Zukunft noch weniger von mir hören. Erlebe ich echte Freude mich zu sehen, habe einen coolen Abend, kann sich das recht schnell wiederholen in kürzerer Zeit. 

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Am 25.7.2017 um 22:51 , tomatosoup schrieb:

Freunde helfen beim Umzug.

Deine Definition eines Freundes? Ich kenne welche, die sind von ganz vielen Leuten der Freund, denn sie sind von Beruf Möbelpacker! Der Traumjob schlechthin.

PS: Ich dachte schon, dass ich es mit meinen Definitionen und ToDo-Listen übertreibe. Der TE hat mich eines besseren belehrt :)

bearbeitet von XOR2
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Für mich ist ein Freund ein Mensch mit dem ich gerne Zeit verbringe......

 

Ist doch egal ob man es Freund oder what ever nennst.

 

Kollegah hat aber auch ein paar gute Tracks rausgehauen 

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Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Es gäbe hier eine Menge zu erwidern und zu schreiben, aber ich habe das Gefühl, wir schreiben aneinander vorbei. Deswegen möchte ich jetzt nur kurz antworten und evtl. später mehr schreiben, falls es sinnvoll erscheint.

Am 30.7.2017 um 14:42 , El Rapero schrieb:

Außerdem frage ich mich, was der Thread bringt. Bzw. bringen soll. Wäre nett, wenn das Jemand erklärt

Wie ich schon weiter oben schrieb, soll u.a. der Thread mir helfen, meinen SC neu zu sortieren bzw. aufzubauen. Dabei erachte ich es für sinnvoll, saubere Definitionen zu verwenden

Am 26.7.2017 um 09:52 , LeDe schrieb:

damit alle Apfel im Kopf haben wenn vom Apfel gesprochen wird und nicht Birnen gekauft werden.

Es besteht nämlich ein Unterschied, wenn von "Freund" gesprochen wird und einer darunter "Blutsbruder" versteht und der andere "Facebook-Kontakt". Dann nämlich gleitet, wie ich schon öfters beobachtet habe, die Diskussion auf den Nebenschauplatz "Was ist eigentlich ein Freund?" ab. Dem wollte ich vorweggreifen, indem ich eine Definition vorgeschlagen habe. Dabei sind mir die Begrifflichkeiten an sich egal. Meinetwegen kann die Schiene

Bekannter < Kollege < Kumpel

auch durch

Zweckbekanntschaft < Homie < Seelenverwandter

oder 

Pi < Pa < Po

ersetzt werden, solang alle wissen, worum es geht. Und diese drei Typen unterscheiden sich nun mal. Wenn hier von Frauen gesprochen wird, wird ja auch zwischen Pivot, FB und LTR unterschieden, weil jeder Frauentyp nun mal einen anderen Zweck erfüllt und ein eigenes Game erfordert.

Also Kurzfassung: Der Thread soll mir bei der Neugestaltung meines SC helfen und die Definitionen zu Beginn sollen vermeiden helfen, dass die Diskussion abgleitet und man über die Bedeutung der Wörter an sich diskutiert, statt über das eigentliche Thema.

Könnt ihr damit mitgehen?

 

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Jetzt sagen wir mal, die Definitionen stimmen, schaut ja recht schlüssig aus. Aber was bringt dir das, du machst doch die Sache nur unnötig kompliziert? Gibt ja genügend Tipps, wie man einen SC aufbaut. Probier das mal aus. Wichtig ist, dass du ANFÄNGST, du hingegen baust dir gleich zu Beginn schon eine Bremse ein, weil du alles erst durch deinen theoretischen Filter laufen lässt. Du wirst aber keinen Schlachtplan für einen SC entwerfen können, dazu sind die Menschen einfach zu unterschiedlich. Also lern einfach Leute kennen, fragen kannst du bei Bedarf immer noch.

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vor 11 Stunden, Huizen schrieb:

Gibt ja genügend Tipps, wie man einen SC aufbaut. Probier das mal aus. Wichtig ist, dass du ANFÄNGST,

Das jetzt bitte nicht als Schmollen oder gar als Beleidigung verstehen, denn das ist es wirklich nicht, aber...

...Ich weiß, dass man nicht gegen den Wind pinkelt!!!

Ich sitze seit 2011 in diesem Kaff fest. Glaubst du, ich bin in der Zeit eierkraulend auf der Couch gelegen und wundere mich jetzt, warum niemand an der Tür klingelt? Beileibe nicht...

Ich hab alle möglichen Tips versucht, trotzdem hats nicht funktioniert. Ich denke, das sollte man dann doch mal systematisch angehen?

Ich mein, nimm z.B. mal diese  Aussage:

Am 30.7.2017 um 15:31 , werer schrieb:

Bleib mal locker und nicht so verkrampft und gib den Leuten die Möglichkeit Dich besser kennenzulernen. Aus Bekannten können plötzlich die besten Freundschaften entstehen und nur weil es momentan zeitlich nicht so klappt wie Du Dir das vorstellst heisst es noch lange nicht, dass sich sowas nicht ändern kann. Wenn die Leute gerne was mit Dir unternehmen, dann werden Sie auch mehr Zeit investieren, so meine Erfahrung.

Könnte man umschreiben in:

Am 30.7.2017 um 15:31 , werer schrieb:

Bleib mal locker und lern mehr Frauen kennen. Aus Bekannten können plötzlich die besten Bettgeschichten entstehen und nur weil es momentan aufreißtechnisch nicht so klappt wie Du Dir das vorstellst heisst es noch lange nicht, dass sich sowas nicht ändern kann. Wenn die Frauen dich heiß finden, dann werden Sie auch mehr mit dir ficken, simple as that.

Damit könnte man es eigentlich belassen, nicht wahr? Das wesentlich ist hiermit gesagt. Trotzdem haben wir hier ein PU-Forum vollgepackt mit detaillierten "Einsatzplänen", die rein vom Umfang her reichen würden, um in Nordkorea einzumarschieren und auf dem Rückweg noch kurz den IS auszuschalten. Warum also nicht auch den Aufbau des SC etwas "generalstabsmäßig" angehen, wenn die herkömmlichen Mittel versagen?

Letztendlich ist mein Problem, dass hier einfach zu wenig frisches Blut reinkommt und mir die Gelegenheit fehlt, geeignete Leute kennenzulernen. Sind auch ein paar junge Familien schon weggezogen, weil sie den Mief hier nicht mehr ausgehalten haben...

Ich sags mal so: zu meiner Unizeit hab ich in einem Studentenheim gewohnt. Dieses hatte eine Heimbar, welche von den Bewohnern geführt wurde und mit den Einnahmen wurden die Spesen gedeckt (war wohl gewerbemäßig nicht ganz in Ordnung, aber die Heimleitung wusste Bescheid und war einverstanden). Einmal pro Woche gabs eine kleine Fete, einige Stammgäste, immer wieder neue Gesichter; in der Regel junge Akademiker und -innen. Die waren idR intellektuell auf einer Ebene. Waren politisch interessiert und ungefähr auf einer Linie (andere politische Strömungen hatten dann ihre jeweiligen Stammlokale), konnten auch mal eine Gesetzesvorlage diskutieren. Konnten einen Spruch von Nietzsche einordnen oder einen Magritte interpretieren. Dachten bei Kurvendiskussion nicht an Pamela Anderson und erkannten schlecht erstellte Statistiken. Konnten ein paar Schritte Discofox und paar Akkorde auf der Gitarre. Verstanden den Humor von Harald Schmidt und konnten trotzdem extrem platte Witze raushauen. Hielten Schrödingers Katze nicht für das Haustier des Bundeskanzlers. Wussten, warum Lahm nicht auf die rechte Außenbahn gehört und dass Oregano kein US-Bundesstaat ist. Konnten ein Grigri bedienen oder auch mal 20 km Bergstraße radeln. Haben bei Scotland Yard den Mister X auch mal gefasst und man fand spontan fünf Jungs, um nach Heidelberg zu fahren und mal inner StudentINNENstadt zu gamen. Waren generell offener und freundlicher. Und bei alldem haben sie trotzdem gesoffen wie die Löcher, ohne sich allerdings total abzuschießen. Klar, sich hier einen interessanten SC aufzubauen ist wie mit der black card im Puff zu layen.

Aber hier? Hier ist halt mehr so "...geil gestern saufen...scheiß Wetter, hoffentlich kommt kein Mehltau...haste morgen nach dem Feuerwehrfest Zeit, müsste die Kellertreppe betonieren...Arduino? Ne, der von den Hosen heißt doch Campino...der Hühnerfriedhof ist hart erarbeitet, nicht angeboren, höhöhö...geil heute saufen...FeinpartikelWAS?...boah, was hat die Helene Fischer für nen super Song/Arsch...Anhängerkupplung ist im Arsch...geil morgen saufen..." Irgendwo auch klar. Akademiker kommen nicht hier her bzw. gehen weg und bleiben weg, weils hier keine großen Unternehmen und somit kaum interessante Jobs gibt.

Naja, da tu ich mich grundsätzlich schon etwas schwerer, Kontakte zu knüpfen. Und die "üblichen" Wege versagen hier halt. Ich will das mal ausführen:

- Außer ihren Eltern keine nahen Familienmitglieder in der Nähe. Ihr Bruder ist in Schweden, meine Schwester in Kanada. Ihre Cousinen wohnen alle mindestens ca. eine Autostunde entfernt, meine Cousins sind großteils noch an der Uni und in ganz Europa verstreut.

- Mein früherer SC hat sich großteils aufgelöst, weil ich den Kontakt nicht halten konnte. Übrig geblieben ist letztlich ein Kumpel, der allerdings auch eine Autostunde entfernt wohnt. Kontakt besteht zum größten Teil über WA.

Btw. habe ich DAS nie gesagt:

Am 30.7.2017 um 15:55 , frank_hustle schrieb:

Wer mir Vorträge hält, weil ich mich per Definition nicht 1 mal im Monat gemeldet habe, der wird in Zukunft noch weniger von mir hören

Würde mir im Leben nicht einfallen, Strichlisten zu führen und die Leute dann rollenspielmäßig auf- oder abzustufen. Ich sprach nur von regelmäßig, ohne eine bestimmte Frequenz vorzugeben, weil ich eben beobachtet habe, was passiert, wenn der Kontakt nicht (mehr) gepflegt wird.

- Ihr früherer SC ist großteils (weit) weggezogen. Übrig geblieben ist eine Erzieherin, deren Mann ist Gärtner. Nette Leute, fleißige Arbeiter, gibs nix zu meckern. Aber viel mehr als Grill anzünden und Bier trinken is halt nicht, weil beide eher unsportlich...

- Wir arbeiten beide im Schulwesen. Das bedeutet in der Pampa: über 90% Frauen, der Großteil davon 50+ und den ganzen Tag am jammern, wiiieeee schlecht es ihnen doch geht und wie wenig Geld sie im Vergleich zur freien Wirtschaft bekommen (bei über 3000 netto für nen Teilzeitjob! Sollen mal richtig arbeiten gehn...). Uninteressant. Zumindest für die nächsten 10 Jahre, bis die Weiber mal pensioniert werden.

- Jungen Eltern empfiehlt man oft den Spielplatz für neue Kontakte. Bei uns ist dieser aber fast immer gähnend leer. Manchmal ein paar Babysitter (die dann mit ihren 12, 13 Jahren aber doch deutlich zu jung sind) und ganz vereinzelt Eltern, die man aber kein zweites Mal sieht, obwohl man sich gut unterhalten hat und die Kinder schön miteinander gespielt haben. Ehrlich, ich weiß nicht, wo sich die ganzen Eltern mit kleinen Kindern rumtreiben. Wahrscheinlich gibts Kinderspielplätze mittlerweile als App...

- Veranstaltungen im Dorf: da treten halt die von mir erwähnten Clanstrukturen in Erscheinung (erkennt man auch daran, dass sich 80% der Dorfbewohner drei Nachnamen teilen). Wenn man sie darauf anspricht, kommt meist sowas wie "Ja, der Matze ist mein Cousin und auch mein bester Freund. Mit dem war ich schon zusammen im Kindergarten!". Nicht falsch verstehn, man kommt schon ins Gespräch mit denen und kann auch mit denen feiern, aber weiter kommt man nicht. Weil die eben seit Kinderbeinen an ihre abgeschlossene Welt haben und da jemand anders einfach nicht vermissen. Wir haben auch schon öfters Leute zu uns zum Grillen eingeladen und die haben sich auch wohlgefühlt, aber kam nie eine Rückeinladung...noch nicht mal bösartig, sondern einfach weil sie dann in ihre abgeschlossene Struktur zurückkehren und dann nicht mehr an einen denken. Mehr als einmal geh ich dann aber auch nicht in "Vorleistung", das verbietet mir mein Stolz und hab ich auch so hier im Forum verstanden. Wie dem auch sei, ich warte immer noch, dass wir mal zurück eingeladen werden. Nur wenn man dann beim Sportfest am Tresen helfen ober als Nikolaus verkleidet in den Kindergarten oder gar als Lektor in der Kirche aushelfen soll, da kennen auf einmal alle deine Telefonnummer, auch wenn man sie den betreffenden Personen eigentlich vorher gar nicht gegeben hatte...

- Vereine: der Klassiker schlechthin. Nun gibs hier in der Pampa nicht wirklich viel. Für den Fußballverein bin ich zu alt...gab wohl mal eine Altherrenmannschaft, aber nachdem die sich nur mehr zum Biertrinken getroffen hat, haben die ihre Aktivität eingestellt. Dann gibs eine Musikkapelle, leider spiele ich kein geeignetes Instrument. Dann noch einen Turnverein (nur alte Weiber 50+), einen Kirchenchor (nur alte Weiber 55+), einen Anglerverein (nur alte Männer 60+) und einen Seniorenverein (nur alte Menschen 65+). Und dann gibts noch eine Theatergruppe, welcher ich beigetreten bin. Ist eine interessante Tätigkeit, aber leider auf wenige Monate im Jahr beschränkt und hier schlagen halt wieder die Clanstrukturen durch, d.h. die selben Cliquen, die ohnehin schon in ihrer Freizeit immer zusammen rumhängen, treten dann geschlossen den Vereinen bei. Durchmischung ist da kaum möglich. Und in den Nachbardörfern schauts ähnlich aus.

- Zufallsbekanntschaften: Jo, und dann lernt man gelegentlich auf irgend welchen Festen o.ä. interessante Leute kennen. Man unterhält sich gut, findet gemeinsame Interessen, tauscht Nummern und dann heißts meist "Ja cool, dass du X auch toll findest, lass uns das mal gemeinsam machen!" Ich: "Super, wann hast du Zeit? Ich bin flexibel!" Er: "Hmmm, weiß ich noch nicht, aber ich meld mich auf jeden Fall, wenn ich Zeit habe!" Dann hört man eine Weile nix. Dann auf Nachfrage: "Leider immer noch stressig, aber wir machen das auf jeden Fall!" Dann sieht man bei WA aufm Profilbild, dass er X gemacht hat und frägt nochmals nach: "Aja, du wolltest da ja mit. Sorry, hab ich vergessen, aber das nächste Mal dann ganz bestimmt!" Und dann lösch ich die Nummer und er ward nie mehr gesehn...

Trotzdem bin ich mir sicher, dass es auch hier in der Pampa coole Leute gibt...ich weiß es einfach!!! Ich muss sie nur noch finden. Nur nachdem das jetzt über 5 Jahre auf "herkömmlichen" Weg nicht funktioniert hat, dachte ich mir, gehe ich das mal von der anderen Seite an. Also die sozialen Dynamiken und Eigenschaften verstehen (deshalb die Abstufungen und Definitionen) und dann gezielt solche Bedingungen suchen/schaffen, damit dann das gesuchte Konstrukt entsteht. Im Grunde also eine Art Reverse Engineering.

Sowas hingegen liegt mir völlig fern:

Am 30.7.2017 um 14:42 , El Rapero schrieb:

Stellt dann am Besten noch eine mathematische Berechnung auf, damit Ihr sicher gehen könnt, dass der Kollege wichtiger ist als der Kumpel, der Kumpel aber nicht so wie der Freund und der ist wiederum nicht so wichtig wie der bessere Freund. Der gute Freund ist natürlich noch wichtiger....

Ich hab hier nirgends geschrieben, dass ich einen Algorithmus schreiben will, um Punkte zu vergeben und den SC dann in entsprechende Gruppen einzuteilen. Es ging mir um eine Beobachtung und eine saubere Unterscheidung, so einfach wie möglich, aber so komplex wie nötig. Wenns um Frauen geht, unterscheidet ihr ja auch Pivot, FB und LTR.

@werer Du hast deinen Alltag beschrieben und festgestellt, dass er meinem gar nicht unähnlich ist und du trotzdem keine Probleme hast. Ich kenne dich zwar nicht, aber aus deinem Text entnehme ich, dass du zwei wesentlich Punkte unterschlagen hast (korrigier mich, falls ich falsch liege).

1.) Deine Tochter wohnt nicht bei dir. Ist dann halt doch noch mal was anderes, als wenn du zwei Kurze zu Hause hast, wo eigentlich immer mindestens einer von beiden zahnt, Bauchweh hat, das Bett vollkotzt, Alpträume hat, Fernsehen will, noch was zum Naschen möchte,...

2.) Du HAST schon einen funktionierenden SC. Der ist dann natürlich einfacher zu pflegen, als wenn man ihn erst aufbauen muss. Ist wie bei einem Business: wenns gut läuft, muss ich nur noch Produktpflege betreiben und bisschen Marketing fahren. Baue ich hingegen ein neues auf, muss ich Lieferanten finden, evtl. Räume anmieten, Kunden werben und dann am WE noch die Bilanz machen, weil ich kein Geld für den Steuerberater habe und die Vorauszahlung drücken möchte. Und die eigentliche Arbeit ist ja auch noch zu machen...

So, ich hoffe, mein Standpunkt ist etwas klarer geworden...

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Das ist aber viel Text...also du wohnst in der Pampa, hast schon vieles versucht und findest einfach keine Freunde, kommst mit den Leuten aber sonst soweit zurecht.

Tja, da fallen mir auch nur banale Lösungen ein: Zieh da weg oder verringere deine Ansprüche oder setze deinen Fokus auf etwas anderes.

Ich zitiere Adenauer: "Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht!"

Alles in allem habe ich den Eindruck, dass deine Erwartungshaltung an andere Menschen innerlich irgendwie zu zwanghaft/nicht gechillt genug ist.

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Was ich jetzt hier nicht verstehe ist, warum Du eine Definition von Freund brauchst, wenn es Dir eigentlich nur darum geht coole Leute zu finden. Aufn Dorf ists schwierig keine Frage, da würde mich aber interessieren, wie flexibel Du bist, was Entfernungen betrifft. Wie weit ist die nächst größere Stadt entfernt? Werden in der nähe VHS Kurse angeboten? Gibt doch bestimmt noch mehr Sportangebote im Umkreis als Fussball. Wenn Du nicht wegziehen möchtest weil Familie, Haus usw. Dann werde Doch jemand der selbst mal was organisiert. Bei uns gabs früher auch nur Fussball, inzwischen gibts ne Eisstockbahn, Vollyballplatz und 5km Entfernt ist das Sportangebot fast unbegrentzt aber auch nur, weil irgendwann jemand angefangen hat Sportkumpels zu suchen und nen Verein zu gründen. Wieder andere haben einen Obst- und Gartenbauverein gegründet der stetig wächst und sich vor allem Jungfamilien angagieren. Nur weil es diese Dinge noch nicht gibt, heisst es nicht, dass keiner Interesse hat. Aufn Land wo jeder seinen Garten hat, sind Spielplätze natürlich nicht so wichtig wie in der Stadt. Ich selber war noch nie mit meiner Tochter auf einen da habe ich alles Wichtige selbst im Garten. Schaukel, Sandkasten, Rutsche, Spielhaus usw. Wenn meine Tochter bei mir ist, dann mache ich gerne auch mal mit anderen Vätern was, dass die mit Ihren Kindern vorbeikommen und zusammen spielen können und wir Eltern hocken dann zusammen. Sowas kann man auch auf einem Spielplatz organisieren, woher sollen die Anderen wissen, wann jemand dort ist?

Sind nur mal so ein paar Anregungen, keine Ahnung was Du schon davon alles ausprobiert hast, anscheinend schon einiges. Ich kann nur sagen Einladungen zum Essen ist freiwillig, da kannste nicht unbedingt erwarten, dass Du ebenfalls engeladen wirst. Ein Versuch ist es natürlich wert, wenns nicht klappt, probier was Anderes.

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Am 4.8.2017 um 03:55 , DoctorCock schrieb:

Das ist aber viel Text

Da hast du recht. Aber manchmal ist es recht hilfreich, mal alles hinzuschreiben, da man dann evtl. die nötige Übersicht erhält und ggf. erkennt, worans hakt.

Am 4.8.2017 um 03:55 , DoctorCock schrieb:

.also du wohnst in der Pampa, hast schon vieles versucht und findest einfach keine Freunde, kommst mit den Leuten aber sonst soweit zurecht.

Jo...im Grunde könnte mans so zusammenfassen 🙂

Am 4.8.2017 um 03:55 , DoctorCock schrieb:

Tja, da fallen mir auch nur banale Lösungen ein: Zieh da weg oder verringere deine Ansprüche oder setze deinen Fokus auf etwas anderes.

Ich zitiere Adenauer: "Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht!"

Wegziehen ist zumindest kurz- bis mittelfristig keine Option; hab das an anderer Stelle schon beschrieben, möchte das jetzt hier nicht wieder im Detail wiederkäuen.

Fokus auf anderes legen: mMn ist der Mensch von Natur aus ein soziales Wesen, d.h. er benötigt für seine psychische Gesundheit den (freundschaftlichen) Kontakt mit anderen. Fokus verlegen ist also nur beschränkt möglich.

Ansprüche senken: ich sag mal so...wenn Manni bei dir auf der Couch sitzt, im Grunde nur dein Bier wegsäuft und dann den Negern, Amis, Russen oder Juden (abhängig vom Promillegrad) alle Schuld an seiner Misere gibt und dir dann noch die Kloschüssel zuscheißt...dann hat man halt beim besten Willen keine Lust drauf, den im SC zu haben. Ihr fickt ja auch nicht jedes UG, nur weil sie drei Löcher hat...ein gewisser Mindeststandard ist nicht verhandelbar.

Am 4.8.2017 um 09:06 , werer schrieb:

Aufn Dorf ists schwierig keine Frage, da würde mich aber interessieren, wie flexibel Du bist, was Entfernungen betrifft. Wie weit ist die nächst größere Stadt entfernt?

Die nächste Stadt ist 30 Autominuten entfernt, aber nicht sooo interessant: knapp 100k EW, heruntergekommene Industriestadt welche den Wechsel zu den Dienstleistungen noch nicht geschafft hat, viele Ausländer welche auch nicht Deutsch können (wobei ich nicht gegen Ausländer haben, aber in dieser Stadt sind viele lieber unter sich...in ihre Clubs und Vereine hat man als Deutscher oft gar keine Zutritt). Die nächste interessante Stadt (140k EW, meine alte Unistadt) ist dann schon über 90 Autominuten weg. Ansonsten gibs nur Kleinstädte bis 30k EW. Nächste Millionenstadt ist dann schon 3 Autostunden weg.

Wobei die räumliche Flexibilität nicht mal das große Problem ist, sondern die zeitliche. Wie gesagt, einen bestehenden SC kann man mal mit 1-2 Stunden abends pflegen, aber um einen neuen aufzubauen, muss man mMn mehr Zeit investieren...Zeit, welche meine Frau dann allein mit den Kids ist und darüber nicht unbedingt glücklich. Klar kann man die Kids auch mal bei den Schwiegereltern lassen und zu zweit losziehn, aber die sind auch schon über 70 und daher geht das nur vereinzelt...daher sollte der Aufbau vom SC möglichst effizient vonstatten gehen, die chillige "Treibnetz"-Methode wäre nicht meine erste Wahl.

Am 4.8.2017 um 09:06 , werer schrieb:

Werden in der nähe VHS Kurse angeboten?

Ja, nur haben mich Seidenmalerei, Pralinen herstellen, Töpfern, Office-Anfängerkurs und Ausdruckstanz nicht sonderlich interessiert. Aber ich werd das Programm checken, im Herbst sollten ja die neuen Kurse starten. Gute Idee.

Am 4.8.2017 um 09:06 , werer schrieb:

Gibt doch bestimmt noch mehr Sportangebote im Umkreis als Fussball.

Jo, aber entweder nicht interessant (Eiskunstlauf, Turnen,...) oder nur Jugendmannschaft (Eishockey, Volley,...). Wie gesagt gibs noch den Anglerverein, aber der hat nur Mitglieder 60+, die sind mir dann doch wieder zu alt. Dann hab ich noch einen Tennisverein versucht, aber die Mitglieder spielen  schon seit vielen Jahren und sind um Welten besser als ich, was dann beiden Seiten keinen Spaß macht. Hab dann mit einer kleinen Gruppe einen Tenniskurs besucht (und teuer für den Privattrainer bezahlt), aber mit der Zeit hatten dann alle dringende Termine, unerklärliche Kurzkrankheiten,... und am Ende verlief wieder alles im Sand. Problem beim Tennis ist ja, dass man zwingend einen Spielpartner braucht. Dann hab ich noch einen Aikido-Dojo besucht, aber der war mir zu esoterisch angehaucht. Klar kann man nicht sofort den Todesstoß ausprobieren, aber als ich nach einigen Stunden den Goldenen Kelch unter meinem Bauchnabel und den unsichtbaren Faden, an dem ich aufgehängt sein sollte, nicht gespürt habe, ist mir doch etwas die Lust vergangen. Als ich dann den Schwindel mit dem "Unbiegsamen Arm" durchschaut habe, bin ich endgültig gegangen. Dann gibs noch Leichtathletik und Schwimmen, aber die sind knallhart auf Leistungssport ausgelegt. Tja, und viel mehr hab ich dann nicht mehr gefunden...

Am 4.8.2017 um 09:06 , werer schrieb:

Dann werde Doch jemand der selbst mal was organisiert.

Da schlagen mEn wieder die Clanstrukturen durch. Ist jetzt vllt. nicht das beste Beispiel, aber ich wollte auch mal eine Brettspielgruppe etablieren. Antwort: "Cool, du hast noch X zu Hause? Das ist doch schon so ewig lang vergriffen...ja klar kommen wir zum Spielen. Aber nur, wenn der Andi mitkommt, weil mit dem ists immer soooooo lustig!" Ja selbstverständlich kann auch der Andi kommen, weil allein könnt ihr ja anscheinend nicht mal mehr kacken gehn. Aber weil der Andi so ne coole Sau ist und sich gerne bitten lässt (nicht weil er wirklich was anderes zu tun hätte, sondern einfach weil er es kann), dauert es dann vom Oktober bis März, bis man sich das erste Mal getroffen hat...und dann wärs  in der gleichen Art und Weise weitergegangen, hatte dann keine Lust mehr auf die Mätzchen (nebenbei war Andi nicht mal soooo lustig, sondern einfach ein Giftzwerg, der seine Witzchen auf Kosten anderer, nicht anwesender Leute machte...).

Am 4.8.2017 um 09:06 , werer schrieb:

Aufn Land wo jeder seinen Garten hat, sind Spielplätze natürlich nicht so wichtig wie in der Stadt. Ich selber war noch nie mit meiner Tochter auf einen da habe ich alles Wichtige selbst im Garten. Schaukel, Sandkasten, Rutsche, Spielhaus usw

Leuchtet soweit ein. War nur witzig, dass sich viele Dorfbewohner beschwert haben, dass der Spielplatz nichts taugt und vor allem für die größeren Kinder nix bietet (was nicht stimmte, aber egal...). Dann wurde der Spielplatz letztes Jahr für über 20.000€ erneuert und erweitert (gerade mit Slackline, Kletterwand, aber auch großes Klettergerüst mit Rutsche, großes Spielhaus...) und das Ergebnis ist...dass er gleich leer ist wie vorher. Und irgendwo find ich das eben symptomatisch für die Leute dort...die sind so in ihren Strukturen festgefahren, dass sie sich noch nicht mal rühren, wenn man ihrem Geschrei nachgibt.

Am 4.8.2017 um 09:06 , werer schrieb:

Wenn meine Tochter bei mir ist, dann mache ich gerne auch mal mit anderen Vätern was, dass die mit Ihren Kindern vorbeikommen und zusammen spielen können und wir Eltern hocken dann zusammen. Sowas kann man auch auf einem Spielplatz organisieren, woher sollen die Anderen wissen, wann jemand dort ist?

Hmmmm...ich nehme mal an, diese Väter kommen aus deinem bestehenden SC bzw. hängem mit diesem zusammen? Wir haben das auch ein paar Mal versucht, aber hier ist Erziehung fast ausschließlich Frauensache, d.h. nur Väter mit Kindern kommen gar nicht, da muss man schon die ganze Familie einladen. Haben wir dann auch versucht, aber wenn ihre Alternative ist, dass Opa Heinz den Grill anheizt, Oma Berta Schwarzwälder Kirsch mit Kaffee serviert (weil beide in Pension und nichts besseres zu tun), Tante Evi liebend gern mit den Kindern spielt weil sie selbst keine hat und dann noch Cousine Manu, Cousine Vera und Cousine Maggy mit ihren Kindern kommen...wo werden die wohl hingehen? Manchmal hat uns dann doch eine Familie besucht, war dann auch sehr schön, musste man unbedingt mal wiederholen...und verlief dann im Sand, weil man es doch gewohnt war, am WE Opa Heinz zu besuchen und er die Enkel ja soooo lang nicht mehr gesehen hat.

Am 4.8.2017 um 09:06 , werer schrieb:

Was ich jetzt hier nicht verstehe ist, warum Du eine Definition von Freund brauchst, wenn es Dir eigentlich nur darum geht coole Leute zu finden.

Die Eine-Million-Dollar-Frage zum Schluss. Im RL brauche ich diese Definition natürlich nicht, es geht lediglich (wie ich schon mehrfach erwähnte) um die interne Diskussion hier. Denn nachdem es heuer in meinem zweiwöchigen Urlaub an 10 Tagen geregnet hat, ich somit Zeit hatte und das Teil ohnehin als PDF auf dem Smartphone hatte, habe ich mir mal Dale Carnegie's "Wie man Freunde gewinnt" zu Gemüte geführt. (Der aufmerksame Leser ahnt schon, wohin das jetzt führt...). Während der Lektüre bin ich  zu dem Schluss gekommen, dass der Titel nicht zutreffend ist (zumindest nicht für mein Verständnis von "Freund"). Zutreffender hielte ich "Wie man auf langweiligen Parties den Lückenbüßer spielt" oder noch treffender "Wie man einer alten Frau einen Staubsauger verkauft", denn 90% der Beispiele drehten sich um den beruflichen Erfolg. Wäre man gehässig, könnte man dem Buch auch den Titel "Wie man durchschnittlichen Angestellten, welche glauben mit ein paar Tricks erfolgreich sein zu können, mittels geschicktem Selbstmarketing das Geld aus der Tasche zieht" verpassen, denn viele Geschichten halte ich für Räuberpistolen (oder glaubt jemand wirklich, ein Fabrikant würde 5 Jugendlichen einen Aufenthalt in Übersee spendieren und ihnen nachher noch Jobs verschaffen, nur weil man sich nach seinem ersten ausgestellten Scheck erkundigt?). Es sei denn, die Amis oder die Menschen vor 100 Jahren (oder die Amis vor 100 Jahren) ticken so grundlegend anders als die Deutschen.

Gut, könnte man sagen "Schlechtes Buch" und auf die Seite legen. Nur wurde es halt hier im Forum öfters erwähnt, auch von Usern mit gutem Ansehen (oder zumindest vielen Posts), und daher gehe ich davon aus, dass ich etwas übersehen habe. Da Carnegie eh empfiehlt, das Buch 2x zu lesen, würde ich es ganz gerne hier im Forum diskutieren. Da Carnegie aber anscheinend unter "Freund" etwas grundsätzlich anderes versteht als ich, hätte ich gern saubere Definitionen der Begriffe.

 

Und damit schließt sich der Kreis...

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ähm? Frage mich, warum man sich als

a) in einem PU Forum beschwert, keine Freunde zu finden. Suchst Du Wingmen?

b) brauchbare Frauen sucht, obwohl man gerade eine junge Familie hat, die Du abends nicht alleine lassen willst, da sie damit wörtlich"nicht glücklich ist" 

und c) das, obwohl Du ständig in der wir-Form schreibt, also ja offenbar nicht vor der Trennung stehst.

Irgendeine willige Verheiratete mit wenig Zeitabspruch wirst Du für Deine Zwecke ja wohl auftun? Du hast Du eh keine Zeit für irgendwas.

Verstehe diesen elendlangen Post nicht, sorry.

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geschrieben (bearbeitet)

Generell gibt es die Dimensionen: Emotion und Handeln.
Handeln meint Dinge wie Treffen initiieren und durchführen. Emotion 'was fühlst du bei der Person, wie fühlst du dich, wenn ihr zusammen seid?'

Es gibt Menschen, mit denen ich viel Zeit verbracht habe in meiner Jugend, vielleicht alle paar Jahre mal sehe und mich bis heute ein Gefühl der Freundschaft verbindet.
Umgekehrt geht das auch, siehe Arbeitskollegen oder Treffen mit Gruppen, wo Menschen dabei sind, denen man gegenüber nicht solche Gefühle hat.

Dann gibt es noch die Dimension 'vertrauen'. Das mit Emotion zu mischen kann ein großer Fehler sein. Das ist also eine weitere Dimension, unabhängig von den anderen zweien.

 

On 3.8.2017 at 1:08 AM, Rottertom said:

Mehr als einmal geh ich dann aber auch nicht in "Vorleistung", das verbietet mir mein Stolz und hab ich auch so hier im Forum verstanden. Wie dem auch sei, ich warte immer noch, dass wir mal zurück eingeladen werden.

Vermutlich  ist diese Tit-for-Tat Strategie bzw. Einstellung das, was im wesentlichen nicht hilfreich ist. Ist es im übrigen nie. Wenn du nach dem Geben darauf schaust, was du zurück kriegst, dann ist es kein Geben, sondern die Hoffnung auf einen Tauschhandel und das ist im reinen zwischenmenschlichen Kontext nie so geil und nicht so konstruktiv wie reales geben.
Ich meine damit nicht, dass du dir jedes WE 50 Leute einladen solltest, die dich nicht mögen und einfach kommen, um dir alles weg zu fressen. Sondern das der Fokus mehr auf dir liegen sollte (siehe oben: Emotion und Handeln).

bearbeitet von zaotar
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vor 14 Stunden, iamnothere schrieb:

Verstehe diesen elendlangen Post nicht, sorry.

Hmmm...vllt. solltest du ihn dann mal lesen? Ich weiß, verrückte Idee, aber der Versuch ists wert, versprochen.

vor 14 Stunden, iamnothere schrieb:

Suchst Du Wingmen?

b) brauchbare Frauen sucht, obwohl man gerade eine junge Familie hat, die Du abends nicht alleine lassen willst, da sie damit wörtlich"nicht glücklich ist" 

und c) das, obwohl Du ständig in der wir-Form schreibt, also ja offenbar nicht vor der Trennung stehst.

Wo habe ich irgendwas von Frauen oder Wingmen geschrieben? Ich hab ca. drölfundzwanzig mal erwähnt, dass ich mir einen neuen SC aufbauen will.

vor 14 Stunden, iamnothere schrieb:

in einem PU Forum beschwert, keine Freunde zu finden.

1. beschwere ich mich nicht, sondern frage nach Rat.

2. guess what? Im Men's-Health-Forum werden auch CDs besprochen, im Chip-Forum auch Urlaubsdestinationen verglichen und im PU-Forum auch Ratschläge zu Geldanlagen gegeben. So what? Es ist schon lange Konsens, dass PU nicht nur Frauen flachlegen, sondern vielmehr Persönlichkeitsentwicklung ist. Und mit Persönlichkeitsentwicklung hat der Aufbau eines neuen (besseren) SC ja auch zu tun. Klar könnte ich auch ein anderes Forum aufsuchen, aber ich lese hier schon länger mit und weiß, dass hier einige einiges können. Und von einigen habe ich (im Gegensatz zu dir) auch schon gute Ratschläge bekommen.

vor 13 Stunden, zaotar schrieb:

Vermutlich  ist diese Tit-for-Tat Strategie bzw. Einstellung das, was im wesentlichen nicht hilfreich ist. Ist es im übrigen nie. Wenn du nach dem Geben darauf schaust, was du zurück kriegst, dann ist es kein Geben, sondern die Hoffnung auf einen Tauschhandel und das ist im reinen zwischenmenschlichen Kontext nie so geil und nicht so konstruktiv wie reales geben.

Am 30.7.2017 um 15:31 , werer schrieb:

Wer nicht will der hat schon, bei Freundschaften ist es wie in Beziehungen, es sollte immer 50:50 ausgeglichen sein, ein Geben und Nehmen.

Zwei widersprüchliche Aussagen (zumindest scheinbar...). Muss sagen, dass ich eigentlich eher bei Werer bin, weil ich mir sonst schnell ausgenutzt vorkomme. Oder anders gesagt "Everybody's darling is everybody's Depp!". Aber ich will mich vor einem Perspektivenwechsel auch nicht verschließen, vllt. tut mir der ganz gut.

Vllt. wäre es auch mal ganz interessant, den Freundschaftsbegriff mal im historischen bzw. evolutionstheoretischen Kontext zu untersuchen. Denn anscheinend ist der Drang nach Freundschaften (aka "soziale Kontakte") in der Biologie des Menschen verwurzelt (ähnlich dem Sexualtrieb) und kann daher auch nicht einfach mit irgend welchen Inner-Game-Techniken abgestellt werden. D.h. die Natur hat dem ganzen eine gewichtige Bedeutung zugemessen, die Frage ist, warum. Sicherlich spielt Tribalismus eine Rolle, d.h. ich helfe meiner Sippe zu überleben und damit letztendlich meine Gene weiterzugeben. Aber Freundschaft könnte ja auch temporär zu dem Zweck bestehen, ein gewisses Ziel gemeinsam zu erreichen. Hier wäre es ein klassischer Tauschhandel, den du ja eher als hinderlich empfindest. Wenn man diese Frage klärte, könnte man vllt. auch bestimmen, aus welchen Typen ein SC zusammengesetzt sein sollte, damit dieser zu einer tiefgehenden Glücklichkeit beiträgt.

Habe ich schon erwähnt, dass ich Anfang September einen Platz bei einer neuen Therapeutin erhalten habe? Dies könnte ein interessanter Ansatzpunkt sein...

vor 13 Stunden, zaotar schrieb:

Emotion 'was fühlst du bei der Person, wie fühlst du dich, wenn ihr zusammen seid?'

Hmmm, gute Frage...zunächst nicht viel. Was fühlst du? Und vor allem, wann fühlst du es?

vor 13 Stunden, zaotar schrieb:

Es gibt Menschen, mit denen ich viel Zeit verbracht habe in meiner Jugend, vielleicht alle paar Jahre mal sehe und mich bis heute ein Gefühl der Freundschaft verbindet.

Hast du bei Menschen, denen du dich freundschaftlich verbunden fühlst, sofort ein gutes Gefühl, oder entwickelt sich das über eine (lange) Zeit?

vor 13 Stunden, zaotar schrieb:

Dann gibt es noch die Dimension 'vertrauen'. Das mit Emotion zu mischen kann ein großer Fehler sein. Das ist also eine weitere Dimension, unabhängig von den anderen zweien.

Ich habe das Gefühl, dass dieser Punkt wichtig für mich sein könnte. Leider kann ich mir hierunter nicht vorstellen...hast du Lust, das (evtl. anhand von Beispielen) näher zu erläutern?

Thnx

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@Rottertom Ich hab deine langen Beiträge easy runterlesen können, weil ich mich selber sehr gut in ihnen wiederfinden konnte. Bin zwar in einem völlig anderem Alter als du, beschäftige mich aber auch mit dem Thema.

Ich komme vom 6000-Einwohner Dorf und bin vor zwei Jahren in eine große Unistadt gezogen. In beiden Wohnorten bin ich derzeit als doppelte Mitgliedschaft in der freiwilligen Feuerwehr. Ich erwähne das deshalb, weil man hier den Unterschied Stadt/Dorf ganz besonders krass sieht. Von 40 Mitgliedern sind auf dem Dorf 3 oder 4 Leute Akademiker - weniger als 10%. In der Stadt sind es 80-90%, darunter ein Doktor. Dreimal darfst du raten, wo ich mich bedeutend wohler fühle. 

Ich sage nicht, dass es auf dem Dorf schlecht ist - mal von mangelnder Empathie und Rassismus abgesehen. Die Gemeinschaft ist nochmal viel stärker, man achtet mehr aufeinander, hat auch einen Bezug zu der älteren Generation, geht folglich öfter auf Beerdigungen usw. 

Aber mein Leben dort verbringen? Es ist einfach nicht meine Welt und fängt wirklich schon mit der allgemeinen Mentalität an, die du beschreibst. Angst vor Neuem, beschränktes Weltbild/Horizont, Opferrolle, "die da oben", Hauptsache Job, Haus, Status, Kinder und mit dem Hund Gassi gehen. Sorry. Ist nicht meins. 

Dir geht es doch ähnlich, oder verstehe ich das falsch? Ich finde es eigentlich nur logisch, dass engere Beziehungen ausbleiben, wenn man sich doch irgendwo zu verschieden ist. Ich aus meiner Sicht kann dir nur den Wegzug empfehlen - zurück in die Stadt, wo du Leute hast, die einen ähnlichen Lebensentwurf haben. Der unterscheidet sich nun mal relativ krass zwischen Stadt und Land. Deine Texte lesen sich nicht so, als ob es an dir persönlich liegen würde. Du passt nur dort einfach nicht rein.  

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13 hours ago, Rottertom said:

Zwei widersprüchliche Aussagen (zumindest scheinbar...). Muss sagen, dass ich eigentlich eher bei Werer bin, weil ich mir sonst schnell ausgenutzt vorkomme. Oder anders gesagt "Everybody's darling is everybody's Depp!". Aber ich will mich vor einem Perspektivenwechsel auch nicht verschließen, vllt. tut mir der ganz gut.

Ja das stimmt. Es geht mir darum, dass man erst einmal nicht darauf schaut, was man zurück gibt, sondern erwartungslos in Vorleistung geht. Irgendwann danach kommt dann das reflektieren, ob es eine Beziehung auf Augenhöhe ist.

13 hours ago, Rottertom said:

evolutionstheoretischen Kontext

Das kannst du alles vergessen, wir wissen nicht, wie unsere Vorfahren gelebt haben und soweit ich weiß sind jegliche Aussagen, die auf sowas basieren, unwissenschaftlich und rein spekulativ, egal was sie selber behaupten.

13 hours ago, Rottertom said:

Hmmm, gute Frage...zunächst nicht viel. Was fühlst du? Und vor allem, wann fühlst du es?

Schwer zu beschreiben, gibt es vermutlich kein Wort für. Eine Mischung als allgemein 'gut', Sicherheit, Freiheit, angenommen sein, sowas. Wann: Wenn ich mit den Menschen abhänge.

13 hours ago, Rottertom said:

Hast du bei Menschen, denen du dich freundschaftlich verbunden fühlst, sofort ein gutes Gefühl, oder entwickelt sich das über eine (lange) Zeit?

Unterschiedlich. Bei einigen hat es sofort klick gemacht. Bei anderen hat es sich mittelfristig entwickelt, wenn man sich etwas kennengelernt hat.

13 hours ago, Rottertom said:

Ich habe das Gefühl, dass dieser Punkt wichtig für mich sein könnte. Leider kann ich mir hierunter nicht vorstellen...hast du Lust, das (evtl. anhand von Beispielen) näher zu erläutern?

Ich vertraue nicht allen Menschen die ich gut leiden kann. Vertrauenswürdigkeit leitet sich insbesondere von Charaktereigenschaften ab. Die Frage, wie weit oben Freundschaften (unsere im speziellen aber meist auch ganz allgemein) auf der Prioritäten Liste stehen. Ganz klassisch bei PU: Ist ein Fick wichtiger als eine Freundschaft? Du wärst überrascht, wie viele den Fick wählen.
Die meisten Menschen sind einfach komplett unreflektiert was das angeht und wenn sie jemanden mögen, dann vertrauen sie demnjenigen auch. Das kann sich als großer Fehler rausstellen und sollte man nicht machen, sondern auch nüchtern feststellen, was für ein Mensch derjenige ist, unabhängig von der gegenseitigen Sympathie.

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Zitat: Klar könnte ich auch ein anderes Forum aufsuchen, aber ich lese hier schon länger mit und weiß, dass hier einige einiges können. Und von einigen habe ich (im Gegensatz zu dir) auch schon gute Ratschläge bekommen. 

Yo! klaro. Wie die Typen auf den Singleseiten, die ihren Frauen erzählen, daß sie neue Bekannte suchen... Weiber sind nicht alle völlig blöd, ok.

Und wenn Du auf jede etwas kritischere Nachfrage immer so bitchy reagierst, wundert es mich nicht, daß keiner Deine Nähe sucht. Halte Dich für völlig verkopft und berechnend, das wurde Dir aber schon mehrfach geschrieben. Und offenbar einfach nicht nett. Vielleicht arbeitest Du erstmal an Deiner Herzlichkeit, nicht am Umfeld.  

 

bearbeitet von iamnothere
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vor 10 Stunden, iamnothere schrieb:

Yo! klaro. Wie die Typen auf den Singleseiten, die ihren Frauen erzählen, daß sie neue Bekannte suchen... Weiber sind nicht alle völlig blöd, ok.

 

Ach, dein Ex hat dich mit so einer Lovoo-Schnalle hintergangen und du warst so doof, dich auch noch verarschen zu lassen...tja, das mag für dich ärgerlich sein, trotzdem brauchst du dein unreflektiertes Feindbild nicht auf mich zu projizieren, da dies weder dich noch mich weiterbringt.

Besser: auf die Figur achten und die Verbitterung ablegen, dann klappt das auch in fortgeschrittenem Alter mit den Typen.

Nichts zu danken.

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