Grund für's Scheitern meiner LTRs: Starkes Gefühl der Einsamkeit
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Hallo Community,

da ich nun seit etwa 2 Wochen von meiner Ex getrennt bin,

habe ich oft reflektiert und meine Befürchtungen haben sich behauptet:
Ich habe extreme Angst davor zu vereinsamen.

Beim Reflektieren ist mir klar geworden, dass ich gegen Ende der Beziehung nur mit meiner Ex zusammenblieb, um nicht alleine zu sein. Ich hatte diese Intuition schon während der Beziehung, habe diese jedoch verdrängt.

Zu meiner Vorgeschichte:
Ich wurde als Kind von meiner großen Schwester ausgegrenzt, nicht absichtlich, doch meine große Schwester ließ mich nie beim Socialising in der Familie mitmachen, da sie ein schlechtes Verhältnis zu meinem Vater hat und ich diesem sehr ähnlich wirk(t)e. Mein Vater ist verstorben, zu ihm hatte ich kein gutes Verhältnis. Mit meiner Mutter habe ich seit Jahren kein richtiges Verhältnis mehr, da sie sich nicht für ihre eigenen Kinder interessiert, sondern nur um die Menschen, die ihr hauptsächlich Aufmerksamkeit geben (sie ist LSE).

Ich hatte vor Jahren ein langes Gespräch mit meiner Schwester und habe es (so dachte ich) geklärt und ihr verziehen, dass sie mich ausgrenzte. Doch irgendwas blieb.

Durch dieses Gefühl der Einsamkeit habe ich mich sehr oft in Beziehungen gestürzt. Dies führte dazu, dass ich  selbst in den schlechtesten Beziehungen nicht ging, weil ich nicht alleine sein wollte. Ich klammerte unbewusst an die Frau und wurde zur Last für sie. Und dann ertrug ich alle Respektlosigkeiten und wollte sogar die Beziehung "retten". Die Frau merkte es, dass ich "sowieso" bleibe und die Attraction ging den Bach hinunter.


Zum aktuellen Problem:

In einigen Momenten habe ich richtig Angst. Ich habe Angst, dass mir etwas passieren könnte, dass ich evtl. sterben könnte und dass es dann niemanden kümmert. Ich werde auf mich selbst zurückgeworfen und kriege Angst. Obwohl ich innerlich die Intuition habe, dass es etwas Gutes ist, dass ich auf mich selbst zurückgeworfen werde, damit ich sehe, wer ich wirklich bin. Damit ich dann auch Verantwortung für meine Entscheidungen übernehme. Und ich habe komischerweise Angst, dass ich auf mich alleine gestellt bin: Ich treffe Entscheidungen, ich übernehme die Konsequenzen. Keiner ist da, der für mich leben soll. Keiner ist da, der mir etwas abnehmen soll.

Ich habe keinen sehr großen SC, doch ich habe wirklich gute Freunde. Mit denen habe ich es allerdings noch nicht besprochen, ich wollte es zu erst selbst (und mit eurer Hilfe) lösen.

Selbst jetzt nach der Trennung, weiß ich logisch gesehen, dass ich mit mir selbst klar kommen muss. Doch dieser Drang ist da: Such' dir eine Frau, dann bist du nicht mehr alleine. Such' dir eine Frau, dann kannst du dich fallen lassen. Doch das ist Nonsense für mich. NOCH eine Frau wird mein Problem nicht lösen können, sondern nur verdrängen. 

 

Zu meiner Frage:

Kennt jemand dieses Problem oder hatte es auch? Wie habt ihr es gelöst?
Ist das ein natürlicher Prozess zum Erwachsenwerden oder "muss" man sich sozialisieren und das bei mir ist ein Einzelfall (was ich nicht denke)?
Wie kann ich mein Problem lösen? (Ich reflektiere schon viel und die Angst wird deutlich weniger, doch ich will dieses eine Problem, was sich schon seit wahrscheinlich einem Jahrzehnt durch mein Leben zieht, lösen.)

 

LG

Hitch

bearbeitet von DrHitch
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Ich kenne dieses Gefühl durchaus - und man kommt da auch raus. 
Prima finde Ich, dass Du da mit ganz viel Selbstrefktion ran gehst - das ist schon mal die halbe Miete. 

Ich greife jetzt eher mal den Bereich "Ursachen" auf - weil sich dann "Folge-Themen" oft von alleine auflösen. 

Auswege können Therapie - ich würde eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zum "Aufräumen der Kindheit"  vorschlagen -  und ein vernünftiger Freundeskreis sein.  

Was man viel braucht brauch ist faires, vernünftiges und wirklich ehrliches Feedback ohne die manipulativen Element die in der Herkunftsfamilie das "System" wie und was da lief  aufrecht erhalten haben, es sollten unbedingt Menschen sein, mit denen man Vertrauensvoll wirklich offen reden kann - vor denen man keine Scham zeigen muss weil irgendwas, das man "angestellt" hat wirklich doof war - oder weil man (s)ein Selbstbild aufrechterhalten möchte.  

Diese Rolle kann ein Therapeut (ich würde unbedingt einen Männlichen vorschlagen)  übernehmen und Männer, die älter, erfahrener sind sind. 

Im folgenden überzeichne ich manches plakativ und pauschalisiere so einiges um aus meiner Sicht das grobe Muster aufzudecken was da so passiert - im realen ist das viel individueller und wesentlich weniger über einen Kamm zu scheren:

Alleine bist Du mit den Themen nicht - in vielen Familien - in denen entweder der Vater - fehlt, oder der Vater keine starke männliche Rolle (aus welchen Gründen auch immer)  ausgeübt hat - entstehen ähnliche Themen  - Durch lernen am Modell gepaart mit den psych. Problemen der Mutter (da spielen aber gaaaanz viele Nebenbedingungen mit rein) - ergibt sich  dann ein mehr oder weniger ungünstiges "Weltbild" - wie "Beziehung" im Allgemeinen (Freundschaft, Partnerschaft, unter Kollegen und in der Familie)  funktioniert.  Mütter dränge Söhne/Töchter unter Umständen in platonische Ersatzpartner Rollen,  manipulieren eine Verlass-mich-nicht - weil schon der Mann weg ist, programmieren ein "die-Welt(&Sex)-ist-böse-und-gefährlich" , überbehüten - können Tochter und Sohn während der Adoleszenz nicht ziehen - nicht eigene Erfahrungen machen lassen - ihr eigenes Leben leben lassen,  Übertragen unbewusst Ihr eigenes "Du-musst-Lieb-sein-um-geliebt-zu-werden"  und so weiter.... 

Entsprechend werden manche erforderlichen Entwicklungsschritte beim erwachsen werden nicht - oder nur teilweise durchlaufen.

Sich durch einen Coach oder Therapeuten und besagte Vertraute Menschen bei dieser "Nachreife" unterstützen zu lassen kann den Prozess den man da sinnvoller Weise (aus eigenem Interesse) durchlaufen sollte aus meiner Sicht beschleunigen.  Vor allem - die kennen die Fragen, die sie Dir stellen müssen, damit bei Dir die zur "Gesundung- / zum loslassen von Denkmustern die heute hinderlich sind / zum Entwickeln besserer Glaubenssätze" erforderlichen Denkprozesse starten.   Als Außenstehende sehen sie oftmals das, dass für Dich verborgen ist - obwohl Du Dir gerade den Kopf daran anstößt. 

Zum Selber lesen ohne Reihenfolge:
Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls
Vergiftete Kindheit - Elterliche Macht und Ihre Folgen,
Bücher zum Thema - inneres Kind - da hab ich gerade keine Empfehlung. 
"No more Mr. Nice Guy" könnte als Ergänzung auch ganz nett sein. Schadet bestimmt nicht :-) 
Eckhard Tolle - Jetzt.

Das aktuelle Thema - dieses sich ...unbedeutend Fühlen - das findet auch seine Wurzeln darin, dass dieses "Du bist OK"  Dir vermutlich bislang nicht - oder nicht genug vermittelt wurde.   Vielleicht weißt Du auf der Ebene des Erwachsenen, dass Du es bist und Du sein darfst. Du bist bereits jetzt gut genug (man darf trotzdem bereit sein dazuzulernen und weiterzuentwickeln - das ist völlig ok ) .  Das müsste in meiner Vorstellung nun auch noch Dein inneres Kind - deine Inneren Kinder (das können auch mehrere unterschiedlichen Alters sein) mitbekommen.  

 

bearbeitet von C_h_o_p_i_n
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