Glaubenssatzarbeit
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44 Beiträge in diesem Thema

Ich würde die Glaubenssätze gerne aufnehmen und mir auch beim Autofahren anhören. Was wäre in dem Fall die effektivere Formulierung?

Ich bin...

oder

Du bist...

bearbeitet von Hektor187
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Hey Hektor187,

dafür gibt es keine feste Regel - nimm einfach die Formulierung, bei der du dich wohler und besser angesprochen fühlst.

Herzliche Grüße,

Tsukune

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Müssen die negativen Glaubenssätze immer mit: Ich bin + VERB (z.B. schüchtern) sein oder kann man auch sowas formulieren: Ich fühle mich nicht wohl mit + bla bla oder sowas? Ist das völlig egal solange man sich angesprochen fühlt?

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Hey Unwichtig1,

Beliefs sind immer auch Metamodellverletzungen, i.d.R. Kausalitäten, komplexe Äquivalenzen oder schlicht Annahmen über sich und / oder die Welt, die aus einer Generalisierung von einzelnen Erlebnissen entstanden sind. D.h. sie müssen nicht immer mit "ich bin" anfangen, sondern können sich auch in Sprichwörtern, Familientraditionen oder Meinungen über das Leben und was dazugehört äußern. Beispielsweise kann "Krebs ist eine tödliche Krankheit" auch einen Glaubenssatz darstellen, denn nicht jeder, der Krebs hat, stirbt auch daran. Dein Beispielsatz, "Ich fühle mich nicht wohl mit X" kann durchaus eine valide Feststellung deines aktuellen Befindens sein, kann aber unter Umständen auch Glaubenssatzcharakter bekommen, sobald du ihn zu einer Lebensregel machst. Also zu einer Aussage, der du Allgemeingültigkeit zuschreibst - einer Aussage, an die du glaubst.

Und das macht letztlich einen Glaubenssatz aus.

Herzliche Grüße,

Tsukune

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Hey Tsukune,

Ich stolpere auch über meine Beliefs. Egal welches Format man nimmt, KVT, NLP egal, es kommt dodch letzlic darauf hinaus, dass man immer wieder wiederholt. damit die Synapsen sich neu verknüpfen und die Veränderungsgedanken endgültig ins Unterbewusstsein kommen. Meine Frage ist, kennst du ne Zeitangabe wie lang man an so einem Belief dranbleiben muss?

Ich hab was gehört von 6 Monaten bis 3 JAhren bei konzentrierter Arbeit im Alltag wo man sich ständig neu für das neue Muster entscheidet. Würdest du das so unterschreiben?

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Hey StoneCold,

was die Zeitangaben betrifft, bin ich je nach Einzelfall mal optimistischer, mal nicht. Für Neuroplastizität ist es zwar sinnvoll, aber nicht unbedingt erforderlich, Dinge ständig zu wiederholen. Worauf es in erster Linie ankommt, ist, dass die Inhalte mit entsprechenden Emotionen verknüpft werden. Intensität ist Trumpf. So kann mitunter ein einmaliges Erlebnis, insofern es nur emotional und intensiv genug ist, durchaus bleibende Eindrücke hinterlassen: im negativen Fall kennen wir diese Prozesse in der posttraumatischen Belastungsstörung, in denen ein einziges intensives Erlebnis ausreicht, um massivste und nachhaltige Veränderungen im Denken, fühlen und Handeln des Betroffenen auszulösen.

Somit kann auch eine einzelne, intensive Intervention genügend Neuroplastizität erzeugen, um sich nachhaltig im Gehirn und im Leben des Klienten zu manifestieren. Indigene Stammesgesellschaften und Geheimbünde machen sich diese Phänomene in ihren Initiationsriten zu Nutze. Choreografie und Psychodrama sorgen dafür, dass entsprechende Glaubenssätze und Werte am kritischen Faktor des Bewusstseins vorbei ins Unbewusste gelangen und dort ihre Wirkung zeigen. Das Verhalten ändert sich, und das Verhalten wiederum beeinflusst Überzeugungen. Auf die klassische folgt die operante Konditionierung und durch positive oder negative Verstärkung entwickeln sich entsprechende Konsequenzen im Leben der Person.

Es ist hier wichtig, den Begriff des Glaubenssatzes nicht falsch zu verstehen bzw. wörtlich zunehmen. Es handelt sich nicht tatsächlich um einen Satz, der unser Verhalten beeinflusst, sondern dieser Satz ist nichts anderes als die Oberflächenstruktur mannigfaltiger unbewusster Prozesse und neurologisch gesehen Metapher für ein gewaltiges Netzwerk an neuronalen Verbindungen, die sich im Laufe der Zeit gebildet und gefestigt haben. Es gilt also nicht, diesen einen negativen Glaubenssatz aufzulösen - er hat einzig Symbolcharakter, ist eher Symptom als Ursache. Und auch ein positiver ist vielmehr Statement für ein ganzes Lebensgefühl als nur ein Satz, den man in der Inbrunst der Überzeugung aussprechen kann.

Die Arbeit mit Glaubenssätzen folgt somit den Hebb'schen Regeln: Neurons that fire together, wire together. Neurons that fire apart, wire apart. Ziel der Intervention ist es, neue Verbindungen zu stärken und gleichzeitig alte abzubauen. Bauen wir alte Verbindungen ab, ohne zuvor die neuen gestärkt zu haben, schafft sie das Unbewusste mitunter Wege die noch unvorteilhafter sind als der vorherige: die Folge ist Symptomverschiebung. Bauen wir neue Verbindungen auf, ohne die alten geschwächt zu haben, fallen wir meist unter Stress zurück in bereits bekanntes Verhalten. Wer sich sein Leben lang immer wieder eingebläut hat, dass er ein Verlierer sei und nun beginnt zu affirmieren, bei dem steht steht eine neuronale, vierspurige Autobahn nach Losertown anfangs einem mickrigen Trampelpfad nach Winnerburg gegenüber-und wenn es unter Stress schnell gehen muss, welche Straße nimmt man wohl?

In meiner Welt und auf dem Stand meiner jetzigen Erfahrung sieht eine vernünftige Strategie zur Glaubessatzänderung folgendermaßen aus:

-Einbringen des neuen Glaubenssatzes: beispielsweise über Hypnose, Suggestion oder Affirmation. Dabei ist zu beachten, dass der kritische Faktor des Bewusstseins überwunden wird. Ziel ist, einen neuronalen Trampelpfad zu schaffen.

-Stärken des neuen Glaubenssatzes auf Umfeld- und Verhaltensebene: Training im Als-Ob-Rahmen zuerst in sensu, dann in vivo. Ich verhalte mich hierbei quasi wie ein Schauspieler, der seine Rolle lernt. Hierbei achte ich auf Ökologie, aber auch innere Widerstände und Einwände. Ziel hier, das spielerische Erweitern des Pfades zu einer Straße.

-Schwächen des alten Glaubenssatzes. Hier kommen beispielsweise NLP-Formate zum Einsatz (jene die ich weiter oben gepostet habe, aber auch solche, die sich gezielt den Widerständen, Einwänden und sekundären Verhaltensgewinnen widmen, die ich vorher ermittelt habe)

-da ich im Vorfeld bereits das Verhalten ausprobiert und erlernt habe, kann ich nun viel leichter darauf zurückgreifen und es fällt mir leichter, die Autobahn der alten neuronalen Netzwerke nach und nach abzutragen, während ich durch Erfahrung den neuen Glaubenssatz immer leichter bestätigen kann, bis er ein Teil von mir wird. Auf diese Art vermeide ich Symptomverschiebung auf der einen, und Stagnation bzw. Rückfall auf der anderen Seite.

-Zu guter letzt und wenn ich mit dem Resultat zufrieden bin, kann ich durch spirituelle Techniken (die ich hier aber nicht erklären werde, weil sie gewisse Gefahren bergen) die Ergebnisse noch mal deutlich festigen.

Dieses Vorgehen erfordert natürlich wesentlich mehr Zeit, als ein einfaches Glaubenssatzformat zu machen. Aber letztendlich bin ich der Überzeugung, dass multimodale Strategien umgesetzt werden bzw. verhaltenstherapeutische, kognitive, systemische und suggestive Methoden Hand in Hand arbeiten müssen, um Erfolg zu haben. Kopf, Herz und Hand müssen auf das Ziel ausgerichtet sein. Glaubenssatzarbeit ist immer auch Persönlichkeitsarbeit, und je nachdem wie die Persönlichkeit ausgelegt ist, können wenige Interventionen genügen, es kann aber auch Monate oder mitunter sogar Jahre dauern, bis der Glaubenssatz tatsächlich authentisch gelebt werden kann. Wichtig hierbei sind die Persönlichkeitsstruktur, die Motivation des Klienten, konstant seine Komfortzone zu erweitern und die Professionalität der Begleitung. Letztere kann aber immer nur Hilfe zur Selbsthilfe sein, da zwar mithilfe von Interventionen hinderliche Glaubenssätze geschwächt und positive eingebracht werden können, doch ist es endlich immer am Klienten liegt, ob er, wenn die Euphorie des Coachings rum ist, dranbleibt und nicht wieder in alte Muster verfällt. Die magische Pille gibt es nicht.

Glaubenssatzarbeit ist also weitaus mehr als nur ein Format oder das Runterbeten von Affirmationen. Letztendlich muss es zur Lebenseinstellung werden. Und wie es schon Friedrich von Logau sagte, sich selbselbsten überwinden, ist der allerschwerste Krieg - aber auch der allerschönste Sieg.

Herzliche Grüße,

Tsukune

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Vielen Dank an Tsukune.

Ich habe mich jetzt ca. 2 Wochen intensiv mit diesem Threat beschäftigt. Der Grund dafür war, dass ich mit meinen "alten" Affirmationen nicht weiterkam. Es war teiweise echt interessant die Dinge wie z. B. "Dancing Beliefs" zu machen.

Einige Fragen habe ich aber noch.

Wie oft und wann sollte man seine Glaubenssätze laut oder leise vorsprechen? Mir fällt es schwer gleichzeitig Gefühle zu entwickeln und den Glaubenssatz aufzusagen. Mache ich da was falsch?

Ich denke, es ist wichtig eben auch beim durchkommen der negativen Beliefs positiv zu bleiben. Schließlich kann es in ein paar Wochen nur Berg auf gehehn? Oder?

Also Danke noch mal Gruß Francis1975

bearbeitet von Francis1975
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Hey Francis1975,

vielen Dank für deine Nachricht! Was deine Frage betrifft, das kann ich dir pauschal leider nicht beantworten. Jeder Mensch ist einzigartig und reagiert auf sowas anders. Was ich dir aber mit Sicherheit sagen kann, ist dass eine Affirmation im klassischen Sinne, also das Verbalisieren einer gewünschten Eigenschaft oder eines Zustandes, egal wie oft, schlicht verschwendete Zeit ist, wenn du nicht in einem entsprechenden Ressourcestate bist. Solange sie keine emotionale Bedeutung für dich bekommt, mit keinem somatischen Marker verbunden ist, ist eine Affirmation einfach nur ein dahergeredeter Satz. Deswegen bin ich auch der Meinung, dass man den Gaul von hinten aufzäumt, wenn man sich einen konkreten - und oft einfach unpersönlichen - Satz quasi aus einer Liste raussucht und dann versucht, sich da reinzufühlen. Ist in etwa so, als kaufst du einen Anzug von der Stange im Vergleich zu einem maßgeschneiderten. Besser ist der umgekehrte Weg, also über das Thema zum Gefühl zum Glaubenssatz. Ich gebe dir einmal ein einfaches Pattern dazu (ich glaube es kommt ursprünglich von Ross Jeffries, ich hab es dem Zweck entsprechend ein wenig abgewandelt):

Beginne mit einem vagen Überbegriff für das, was du erreichen möchtest, z.B. Erfolg bei Frauen.

Schließe die Augen und stell dir vor, es existiert ein zukünftiges Ich, das alle negativen Beliefs überwunden und den Erfolg erreicht hat, den du dir so sehr wünscht. Betrachte es in Aktion, so als sähest du einen Film. Woran kannst du von außen erkennen, dass dieses neue Ich tatsächlich erfolgreich ist? Wie ist seine Körperhaltung? Wie seine Atmung? Wie seine Gesten und Mimik? Wie spricht er? Wie bewegt er sich? Wie interagiert er mit anderen Menschen? Schaffe dir eine Wahrnehmung, so konkret wie möglich.

Dann lass den Kontext verschwinden, und sieh dein zukünftiges Ich / dein Vorbild vor dir steht. Betrachte es. Und dann stell dich hinter ihn, nimm einen tiefen Atemzug und steige mit einem Schritt in ihn hinein. Verschmelze mit ihm. Und stell dir vor, du wirst in diesem Moment groß wie ein Hochhaus. Du bist er und er ist du. Nimm (tatsächlich, nicht nur in der Vorstellung) die entsprechende Körperhaltung an und halte sie. Gehe voll und ganz auf in deinem neuen Ich. Und während vor deinem inneren Auge Erinnerungen an vergangene Erfolge, die dein zukünftiges Selbst erlebt hast, aufblitzen, achte auf deine Gefühle, deine Emotionen. Wo genau nimmst du etwas wahr, was vorher noch nicht da war?

Mach das Gefühl groß, lass es deinen ganzen Körper überfluten, aus jeder Pore strömen! Und dann lass ihn kommen, diesen einen Satz, von dem du weißt, dass er für dich in diesem Zustand selbstverständlich geworden ist, dir zu diesem Erfolg verholfen hat und der, wie eine Beschwörungsformel aus dem Mund eines Magiers, Realität erschafft.

(Um sicherzugehen, dass es sich wirklich um einen Glaubenssatz handelt: Wenn du ohne inneren Widerstand ein "Ich bin der festen Überzeugung" davor setzen kannst, dann ist er es in der Regel. Z.B. "Ich bin der festen Überzeugung, ich habe Erfolg bei Frauen", wobei du später nur den zweiten Satzteil nimmst)

Du wirst spüren, wenn der Satz der richtige ist. Und dann sprich ihn genau so aus, so laut oder leise, so wie er ausgesprochen werden will. Und lass ihn dadurch an seinen Platz in dir fallen, dort wo er hingehört und seine Wirkung entfalten, damit diese Zukunft Gegenwart wird. Und dann komm zurück ins Hier und Jetzt.

Das einmal nach dem Aufstehen und einmal vor dem Einschlafen über einen Monat, das wird soviel mehr effektiver sein als jeden Abend 100x vor dem Spiegel Affirmationen aufzusagen. Und falls negative Beliefs dabei durchkommen, nicht aus der Ruhe bringen lassen. Am besten direkt merken, aufschreiben und mit den genannten Techniken (abschwächen mit den Gegenbeispielen, zertanzen oder mit SOM zerlegen) bearbeiten.

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg damit!

Herzliche Grüße,

Tsukune

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Hi Tsukune, Hi Leute,

toller Thread! Hoffe der Betreiber ist noch aktiv ;)

Ich hab mich für die Methoden Counterexample und emotionale Affirmation entschieden.
Hab mit dem Thema PU und dem Satz: "Frauen haben kein Interesse an mir" angefangen.


1. Beim Counterexample ist am Ende der neue Satz: "Dann halt die nächste... - es gibt viele Frauen die auf mich stehen" rausgekommen-

2. den neuen Satz wollte ich regelmäßig mit emotionaler Affirmationfestigen
3. und mit der Grundlage dann natürlich Referenzen schaffen.


Nun einige Frage dazu:

1) >>Jedoch dir bei jedem Satz ein Referenzerlebnis zu schaffen, in der die Behauptung bestätigt wird, wird die Türe in dein

Unbewusstes Stück für Stück öffnen, bis der Belief letztlich zumindest eingelassen wird.

Stück für Stück? Wie oft muss ich diese Sache mit der emot. Affirmation machen, bis das sitzt?
Täglich? Und was, wenn ich es dann verinnerlicht und referenziert habe? Muster sind ja eigentlich selbst verstärkend - d.h. ich müsste danach doch nicht mehr affimieren oder?

2) Ich bin leider chronisch depressiv. (Auch dafür wollte ich NLP später mal nutzen).
Frage dazu: Die Methoden arbeiten ja über Gefühle. Funktioniert das auch, wenn meine Gefühle aufgrund dessen nicht übertrieben stark sind, wie bei gesunden Menschen? :/

3) Was ist mit so abstrakten Sätzen wie: "ich schaff das alles nicht", "ich bin dem Leben nicht gewachsen" bzw. "ich muss immer aufpassen und darf nicht abschalten"?
Ich kann mich z.b. an keine Situation erinnern, wo ich wirklich mal das Gefühl hatte das ich dem ganzen Leben gewachsen bin. Wie kann ich Erinnerungen abrufen?

4) Ist es hinderlich, wenn bei dem positive Erinnerungen abrufen der Verstand manchmal dazwischen funkt und z.b .sagt: "Ja, FRÜHER standen die Frauen auf dich. Das ist Vergangenheit und du warst da jemand anders"

bearbeitet von TzWhatever
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Hallo TzWhatever,

vielen Dank für deine Nachricht! Ich beantworte dir gerne deine Fragen.

1.) Hier gibt es keine allgemeingültige Regel. Geht es um Veränderungen deiner Innenwelt, bist du und dein Verhalten der beste Indikator dafür. Stark vereinfacht lässt sich das so erklären, dass hinter einem Glaubenssatz ein neuronales Netzwerk steht, das sich irgendwann einmal gebildet und im Lauf der Zeit durch selektive Wahrnehmung gefestigt wurde. Wenn du also nun anfängst, emotional zu affirmieren, tust du nichts anderes, als ein weiteres Netzwerk aufzubauen. In der Neurobiologie gibt es eine Regel: Use it or lose it - alles was du nicht benutzt, wird rückgebildet. Nährst du nun also das neue Netzwerk durch intensive Imagination oder (besser) durch einen neuen Fokus im Alltag, wird sich das alte im Laufe der Zeit zurückbilden. Die schlechte Nachricht ist, dass der Anfang sehr schwer sein kann, da du zu Beginn quasi einen Sämling im Schatten eines Baumes aufziehen musst. Und Wachstum dauert - am Keim zu ziehen macht das nicht schneller, es bringt das Gegenteil. Du kannst ihm nur die optimalen Bedingungen liefern. Die gute Nachricht ist, je länger du dranbleibst, desto leichter wird es. Lange Rede, kurzer Sinn: Mache solange weiter, bis du Resultate im Alltag hast und du aus dem Unbewussten heraus anders reagierst. Und ja, ab dann ist es ein Selbstläufer.

2.) Was das Thema Gefühle betrifft, so ist nicht unbedingt deren Amplitude entscheidend, sondern die Relation. Wenn du die Möglichkeit hast, dich zu freuen, anstelle schlecht drauf zu sein, hast du alles, was du brauchst. Klar ist es gut, emotional intensiv in derlei Zustände reingehen zu können, einfach weil durch die entsprechenden Neurotransmitter die Neuroplastizität erhöht wird, aber auch kleine Schritte führen zum Erfolg - vielleicht nicht so schnell, aber mitunter genauso nachhaltig.

3.) Hier gibt es verschiedene Ansätze. Die in meiner Welt pragmatischste ist, einfach mal den Satz auszusprechen und zu schauen, welche Assoziationen kommen und dann diese zu verändern, beispielsweise mit Ressourcenarbeit. Oft generalisieren wir aus Erlebnissen und leiten allgemeingültige Regeln aus Momenten ab, die eigentlich sehr umrissen waren - und diese Ereignisse zu erkennen und zu bearbeiten kann schon viel bewirken. In meiner Praxis arbeite ich zur Identifikation gern mit somatischen Markern (dh dem Gefühl, das beim Glaubenssatz vorhanden ist). Für dich kann es sinnvoll sein, einfach eine Situation zu finden, die einem Erlebnis für "Ich schaff das alles nicht" entgegenarbeitet. Oder dich zu fragen, welche Ressourcen du brauchst und diese aus anderen Situationen "auszuborgen".

4.) Kurz: Ja. Ein guter Zeitpunkt für sowas ist daher kurz nach dem Aufwachen, solange du noch im Bett liegst. Einfach aus dem Grund, da da dein Gehirn noch im Alphazustand ist und der kritische Faktor noch ein wenig mehr durchlässig ist.

Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg, und wenn du Fragen hast, melde dich einfach!

Herzliche Grüße,

Tsukune

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Hi Tsukune,

vielen Dank für die schnelle Antwort!


zu 2) Ja, war bei dem Counterexamples durchaus angenehm, Situationen zu stapeln, wo Frauen mich wollten ;) Also scheinen die Bedingungen da zu sein.

zu 3) Also geht es mehr um den Gefühlsmix und eine Erinnerung, statt um den perfekten verbalisierten Satz? Ob ich dann sag: "Das Leben ist Genuss" oder "Ich genieße mein Leben" ist also wurscht, solang es auf das selbe verweist?

zu 4) Das ist der Knackpunkt. Selbst kurz nach dem Aufwachen ist mein Bewusstsein schon sehr kritisch erfahrungsgemäß. Und würde ich es nach dem Aufwachen machen würde sich wohl nur eine Kurztechnik wie emo. Affirmation eignen - Coutnerexamples und Co weniger. Oder? (Bin leider von naturaus sehr kritisch und weiß nicht wie ich das aushebeln sollte und wie sehr das ins Gewicht fällt bei den Techniken)

---

2 Fragen sind mir noch eingefallen

5) Ganz wichtig: Woher weiß ich das die Technik die ich benutzt habe funktioniert hat?

Du sagtest ja, dass man z.b. Counter Examples nur 1x sauber durchzuführen brauch und das reicht dann. Ich nehme aber, es gibt nicht nur die 2 Zustände "hat funktioniert" / "hat nicht funktioniert", da du sagtest das es auf die Intensität ankommt. Woher weiß ich nun, dass die Technik die ich verwendet hab stark genug geschaltet hat? Kurzum: Woher weiß ich, das es funktioniert hat? (Ich fühl mich grad eigentlich unverändert)

6) Ich hab einen riesen Haufen neg. Glaubenssätze. Ich hab mir folgendes überlegt:

- Mal im Alltag und Krisensituationen drauf achten, was ich öfters automatisch denke und notieren
- die Sätze nach Themen ordnen. Viele Glaubensätze überschneiden sich sicherlich
- dann die Kern-Glaubessätzen auswählen (die, die die Restlichen am besten zusammenfassen)
- diese wenigen dann mit deinen Methoden bearbeiten
... macht das Sinn, so vorzugehen?

Puh, ich weiß: viele Fragen ;) Aber bin Anfänger auf dem Gebiet.

bearbeitet von TzWhatever
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Hey TzWhatever,

genau, es geht eher um den State, also den emotionalen Zustand als um den Satz an sich, obwohl Puristen durchaus auch zu bedenken geben könnten, dass ein positiver Glaubenssatz auch denselben linguistischen Regeln folgen sollte wie ein negativer, also beispielsweise möglichst generalisiert sein sollte - was ja auch Sinn macht, da du ja auch eine, in diesem Fall positive, Verallgemeinerung schaffen möchtest. Daher finde ich "Das Leben ist Genuss" aufgrund der Nominalisierung nochmal einen Tick stärker als "Ich genieße mein Leben". Aber würden wir miteinander arbeiten, würde ich dir jenen Satz empfehlen, der dich selbst am stärksten positiv antriggert.

Was das kritische Denken betrifft, das ist der Grund warum ich im Coaching gerne mit Hypnose arbeite (die u.a. auch einen Alphazustand erzeugt). Beim Aufwachen sind wir dem Traumzustand noch recht nah und erfahrungsgemäß fällt es dann auch leicht, sozusagen "tagzuträumen", was im Prinzip die Grundlage für emotionale Affirmationen darstellt. Allein die intensive Vorstellung hat schon eine entsprechende Wirkung.

Was die Wirkung betrifft: Bei den Counterexamples ist die Wirkung der Zweifel am alten Glaubenssatz. Wenn du in der Lage bist, ihn differenzierter zu betrachten als zuvor, also er sozusagen seine Allgemeingültigkeit verloren hat, hat die Technik funktioniert. Wobei diese Methode auch nicht zum Löschen von Beliefs geeignet ist, sondern nur zum "Erschüttern". Entsprechend der Baummetapher fällen wir damit nicht den alten Baum, sondern lockern den Boden, um den neuen Samen überhaupt erstmal einpflanzen zu können. Die eigentliche Arbeit beginnt danach. Um einen über Jahre etablierten, negativen Belief wirklich "an der Wurzel herauszureißen" braucht es Techniken, die weit über das hinausgehen, was ich hier geschrieben habe und die ich - wenn überhaupt - jenseits eines sorgfältig durchgeführten psychotherapeutischen Settings keinem empfehlen, noch hier beschreiben möchte. Im Volksmund nennt sich das dann Gehirnwäsche.

Das was du unter 6.) beschreibst, ist im Prinzip ein erprobtes und wirksames Vorgehen in der kognitiven Verhaltenstherapie. Und ja, oft gibt es wenige Kern-Glaubenssätze, die eine ganze Myriade an weiteren bedingen - die sind allerdings durch die (wie es der Psychoanalytiker nennen würde) Abwehrmechanismen des Ich oft sehr gut verborgen und um da ranzukommen, benötigt es mitunter schonungslose Selbsterkenntnis und die Fähigkeit, sich aus Stuck-States, also ressourcelosen Zuständen, die leicht auftreten, wenn man sich mit seinen Schattenseiten auseinandersetzt, befreien zu können. Selbst ich als "alter Hase" nehme bei manchen meiner Themen noch immer Supervision, Coaching oder Therapie in Anspruch, so wie es Kollegen auch bei mir tun. Aber ich möchte hier auch keine neuen Beliefs schaffen: Man kann durchaus Glaubenssätze allein überwinden, da kommt es halt auch immer auf die Themen an.

Und nicht zu vergessen: Immer so nah an der Realität wie möglich, am besten mitten rein. D.h., erprobe die Veränderung in der Wirklichkeit: Hast du beispielsweise einen negativen Belief erfolgreich in sensu bearbeitet, der dir bisher Probleme beim Ansprechen von Frauen gemacht hat, dann sprich danach eine, besser drei Frauen an, und sei es nur nach der Uhrzeit.

Herzliche Grüße,

Tsukune

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Um einen über Jahre etablierten, negativen Belief wirklich "an der Wurzel herauszureißen" braucht es Techniken, die weit über das hinausgehen, was ich hier geschrieben habe und die ich - wenn überhaupt - jenseits eines sorgfältig durchgeführten psychotherapeutischen Settings keinem empfehlen, noch hier beschreiben möchte. Im Volksmund nennt sich das dann Gehirnwäsche.

Hm, das würde ja bedeuten, dass ich es allein und mit den genannten Methoden erst gar nicht zu versuchen brauche? :/ Meine Glaubenssätze sind vermutlich über Jahrzehnte schon in mir verankert. (Bin 30 Jahre).

Würde wirklich gern in Eigenregie an mir selbst und meinen Innergame arbeiten, weil ich mit dem Outergame überhaupt nicht weiterkomm und es an mir und meinem Selbstwert frisst - und dazu gehören nach meinem Verständnis vorallem Glaubenssätze. Alles andere was ich zum Thema Innergame gelesen kam mir WischiWaschi vor, ohne das sich wirklich was im Inneren ändert. (Psychotherapien hab ich schon hinter mir - allerdings ohne NLP.)

bearbeitet von TzWhatever
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Hey TzWhatever,

die Betonung im zitierten Satz liegt in diesem Fall auf dem "Rausreißen". Es ist selbstverständlich möglich, seine Glaubenssätze auch allein zu ändern. Hier sind die Zeit und der Aufwand der springende Punkt. Ein junger, neuer Belief bedarf Pflege und Aufmerksamkeit - und um das sicherzustellen, muss nicht nur auf dem Meditationskissen, sondern auch draußen, im Tun Verantwortung für ihn übernommen werden. Daher existiert Inner- nicht ohne Outer-, und Outer- nicht ohne Innergame. Verhalten bedingt Persönlichkeit und umgekehrt. Oder wie es der Hermetiker sagen würde: Wie innen so außen. Hier kann es helfen, einen Glaubenssatz tatsächlich als ein lebendiges Wesen zu betrachten - wie alle Lebewesen reift auch er an der Interaktion mit seiner Umwelt. Ein in-vitro-Glaubenssatz wird niemals so stark sein wie einer, der im täglichen Leben immer wieder gefördert und gefordert wird. Bedeutet, wenn du mit einem neuen Belief wie "Es gibt viele Frauen, die auf mich stehen" arbeitest, dann gehe mit ihm raus, lerne Frauen kennen und sammle entsprechende Referenzbeispiele. Das ist sozusagen der Dünger, damit dein Belief wachsen kann.

Du merkst vielleicht, dass das irgendwie eine Wissenschaft für sich darstellt. Aber eigentlich ist es ganz einfach: Außen bestärkt innen bestärkt außen ;-)

Und nicht zu vergessen: Jeder negative Belief hat eine gute Absicht. Die anzuerkennen und sich auf andere Weise zu ermöglichen (insofern sie noch gebraucht wird) ist ein Kernthema, wenn es darum geht, Beliefs zu ändern. Auch wenn es platt und esoterisch klingt, doch es zeigt sich immer wieder: Liebe, Güte, Vergebung, Anerkennung und Wertschätzung gegenüber sich selbst, seinen Anteilen und anderen Menschen sind die wahren Heiler.

Herzliche Grüße,

Tsukune

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TzWhatever

Das Grundproblem ist: Zum erkennen der richtigen Stellen (Problembereiche) braucht es eine 2 Person.

Deine Gehirn spiegelt Dir falsche Informationen bei einer Selbstanalyse zurück.

Beschreibe mal deinen Belief. Dein Ziel und dein aktuelles Problem.

bearbeitet von D8zzle
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GS "herausreißen" klingt sowieso nicht sonderlich psychologisch gesund.

>>muss nicht nur auf dem Meditationskissen, sondern auch draußen, im Tun Verantwortung für ihn übernommen werden

Ich mach sowieso Streetgame, d.h. ich sammel hoffentlich automatisch Referenzen.
Ebenso mit Beliefs wie "Ich kann nichts". Ich mach ja täglich meinen Kram und versuch voran zu kommen.

TzWhatever

Das Grundproblem ist: Zum erkennen der richtigen Stellen (Problembereiche) braucht es eine 2 Person.

Deine Gehirn spiegelt Dir falsche Informationen bei einer Selbstanalyse zurück.

Beschreibe mal deinen Belief. Dein Ziel und dein aktuelles Problem.

Hi D8zzle,

Ha, da fragst du mich was :) Mein Problem ist mein ganzes Leben ;) (Stichwort 20 Jahre Depression/Angststörung). Was ich aber aus aktueller Selbstbeoachtung bezüglich Glaubenssätze sagen ist,

dass ich scheinbar folgende 3 Grundthemen hab:

- Meine Lebenssicht:

"Das Leben ist anstregend" ,"Ich muss ständig wachsam sein / planen / mich sorgen, damit nicht schlimmes passiert", "Das Leben ist eine Gefahr ", "Wenn ich wirklich loslasse, mache ich gar nicht mehr und gammel nur" usw. -> führt dazu, dass ich zwar meinen Zielen nachgeh, aber kein Gefühl dafür hab wann es "genug" ist, wann Zeit zum Entspannen ist. Ich bin chronisch angespannt/nervös (selbst nach Sport/Meditation), gehetzt und nur am Grübeln über die Gefahren und Verbesserung meiner Lage. Im "Jetzt sein" und intensiv positive Gefühle nehme ich als Gefahr wahr, weil ich mich da nicht sorge. Und das ich NIE zufrieden oder glücklich bin, egal was ich erreich und schon morgens beim Aufwachen die Fresse voll hab vom Tag. Eigentlich will ich nur noch Frieden.

- Meine Beziehung zu Frauen:

"Bei Frauen hab ich keine Chance", "Ich bin nicht gut genug für Frauen", "Ich brauch Frauen im Leben um wirklich glücklich zu sein" + "Frauen geilen sich nur an der Anerkennung und nicht am Sex auf" "Frauen lachen über uns Männer und unsere Versuche". Klar, das erschwert mir PU und erzeugt Aggression und Selbstwert-Verletzungen. Sorgt für Einsamkeit.

- Mein Menschenbild:

"Menschen kann man nicht trauen, da sie egoistisch sind", "Nur ne Frage der Zeit, bis man mir in den Rücken fällt", "Ich muss alles allein machen", "Ich hab keine wirklichen Freunde", "Jeder Mensch ist in Wirklichkeit allein/isoliert". Wie man sich dabei fühlt ist klar.

(- dazu auch so Depri-Standards wie: "Ich bin nicht gut genug und wertlos" "das Leben überfordert mich" "Ich hab keine Kontrolle über mein Leben". Ich denk mal das ergibt sich aus dem Rest automatisch)

Meine Ziele ergeben sich im Grunde daraus: 1. Ein entspanntes, genussreiches Leben führen 2. Frauen haben 3. Gesunde Beziehung zu Menschen und zu mir selbst (4. Inneren Frieden. lassen wir das Thema an dieser Stelle, das führt zu weit!!)

Besten dank nochmal für eure Hilfe!

Ich bin nach 2 1/2 wirkungslosen Verhaltenstherapien grad wirklich der Ansicht, dass meine Krankheit durch meine wiederkehrenden Gedanken am Leben erhalten wird, die ich oben beschrieben hab. Da kann ich achtsam sein / meditieren wie ich will. Gibt seltenste Tage, wo ich positive Gedanken glaube wie "Alles halb so wild" + "Ich chill einfach" und da läufst direkt besser/leichter!

Und nu?

Ich würd euch bitten die Diskussion hier in diesem Thread auch beim Thema GS Bearbeiten zu belassen, sonst gibts Chaos. Es sei denn ihr sagt, das macht bei mir keinen Sinn.

bearbeitet von TzWhatever
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TzWhatever

Danke für deine Antwort.

Ich hätte noch zwei kleine Fragen wenn Du möchtest.

######

Ich bin nach 2 1/2 wirkungslosen Verhaltenstherapien grad wirklich der Ansicht, dass meine Krankheit durch meine wiederkehrenden Gedanken am Leben erhalten wird, die ich oben beschrieben hab.

Könntest Du etwas genauer darlegen was sich in den 2 1/2 Jahre KVT für dich verändert hat.

Am besten auch Situationsbezogen sowie Emotionen, Verhaltensweisen, Reaktion usw.

Meine Ziele ergeben sich im Grunde daraus: 1. Ein entspanntes, genussreiches Leben führen 2. Frauen haben 3. Gesunde Beziehung zu Menschen und zu mir selbst (4. Inneren Frieden. lassen wir das Thema an dieser Stelle, das führt zu weit!!)

Könntest Du 1 - 3 etwas genauer beschreiben.

1)Wie würde dein entspanntes, genussreiches Leben aussehen.

Beschreibe Alltag, einzelne Tage - auch den Ablauf..

2) Frauen haben für One Night Stands oder Beziehung?

Wenn Beziehung: Wie würde sie den genau ablaufen?

3) Wie sieht eine gesunde Beziehung für dich mit anderen Menschen aus?

Wie sieht eine gesunde Beziehung mit Dir selbst aus?

Danke für deine Antworten.

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Hi D8zzle,

klar ich kanns versuchen zu beschreiben.
Nur bitte w.g. bei einer Empfehlung zu Glaubenssatz Arbeit bleiben ;)

Hoffe darauf waren deine Fragen auch bezogen.
Bin schon verwirrt genug (an Methoden und Ratschlägen) ;)


>>Könntest Du etwas genauer darlegen was sich in den 2 1/2 Jahre KVT für dich verändert hat.

2 1/2 Verhaltenstherapien, nicht 2 1/2 Jahre Therapie. Therapie mach ich seit 10 Jahren. (davon 5 Jahre aktiv Therapie)

Verändert hat sich: Erkenntnisse über mich selber. Regultationstechniken gelernt (Gefühle annehmen, Meditation,
Entspannung z.b. per PMR, Gefühle und Impulse besser einordnung anhand von Schemata und daher
vermeidlich bessere Entscheidungen treffen).

Ich sagte die Therapien waren "wirkungslos", da es mir vor 10 Jahren unterm Strich
vom Befinden her deutlich besser ging. Weniger depressiv/nervös/ängstlich.
Ich habe nun viel Wissen und 1000 gute Ratschläge - aber es verwirrt mich meistens nur,
als das es mir hilft mich besser zu fühlen.


>>Beschreibe Alltag, einzelne Tage - auch den Ablauf..

Mich weniger um morgen Sorgen und genießen! + Nicht dauernd ängstlich auf die Uhr gucken und mir Druck machen.
Aufstehen und nicht grübbeln, sondern Kaffee, Licht und Essen genießen.
Zur Arbeit gehen und mich dort mit Freude statt selbstgemachter Angst/Druck in die Arbeit stürzen.
Schwatz mit den Kollegen halten, der mich entspannt statt aufkratzt (meistens kratzt mich nämlich alles! auf).
Nach 6h ;) Feierabend und meine Freundin/Affäre besteigen und den Sex genießen können,
statt mir auch hier wieder sorgen machen. Freunde treffen und die Gespräche genießen,
statt nur auf die Uhr zu gucken was ich noch zu tun habe. Etc

Kurz: Der Tag soll Freude und Inspiration bringen, statt Anhäufung von Nervösität/Stress/Druck.


>> Frauen haben für One Night Stands oder Beziehung?

Beides. Im Moment eher Affäre da ich noch mit wenig Frauen Sex hatte.
Wie die ideale Beziehung abläuft, da könnte ich jetzt wieder Seiten mit füllen Sorry.
Kurz: Auf Augenhöhe, in jeder Hinsicht ehrlich (!!), Geborgen fühlen und guter Sex.


>>Wie sieht eine gesunde Beziehung mit Dir selbst aus?

Meine Schwächen annehmen. Kann ich nicht, trotz Übung. Mir verzeihen
und vor allem auch der Menschheit verzeihen und den Menschen die mich verletzt haben.
Wirklich das erkennen was ich wirklich will und das dann tun,
ohne mir auch da wieder Stress und Druck zu machen.
Kurz: liebevoll und fürsorglich, ohne Stress und Druck.

+ Authentischer, von außen unabhängiger Selbstwert.

bearbeitet von TzWhatever
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