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Eine kleine Gruselgschichte

Wir hatten ein paar schöne Tage. Dass es nicht viele sein werden, war mir klar; ich hab' auf zwei Wochen getippt, aber es war dann doch nur eine. Einwenig mit schwammigen Emotionen gefüllt, aber das war eben das Schöne; dass zwar nicht realistisch aber zumindest emotional das "Mehr" da war. Also … zwei benebelte Menschen landen miteinander im Bett. Einer davon mit konservativen Werten und lockerer emotionaler Einstellung, der andere mit lockeren Werten aber emotionaler Kamikaze-Einstellung. Erstmal weiß keiner so Recht, was er sagen soll, also schickt Kamikaze einfach eine Nachricht: lass uns rummachen!
Was die Konservative denkt, ist natürlich unklar, weil sie innerlich wohl zerrissen is'. Vielleicht wollte sie in dem Moment wirklich nicht mehr als einfach nur vögeln und hat Kamikaze falsch eingeschätzt; der hat doch ständig andere Frauen und eine offene Beziehung. Der muss doch locker sein. Aber auf der anderen Seite … ist Sex eine ernste Sache. Und eine emotionale Sache. Eine bedeutungsvolle Sache. Jedenfalls nichts, was ein konversatives Mädchen einfach so machen würde, ohne dass es eine Bedeutung hat. Ja, ein konservatives Mädchen kann das emotional gar nicht, oder? Es muss also mehr bedeuten, und auch Kamikaze scheint interessiert an einer Wiederholung. Und einer Vertiefung. Und er scheint echt … das Ganze viel ernster zu nehmen, als es das konservative Mädchen gedacht hat. Will er etwa wirklich etwas von ihr? Sie hätte ihn doch nie so eingeschätzt. Sie mochte ihn immer, war immer irgendwie angezogen, so ein cooler Kerl; aber es war klar, dass das nichts werden kann. Dafür ist er viel zu … anders gepolt. Aber er scheint voll da zu sein; offen zu sein. Dass es nichts wird ist wohl klar, denn er hat eine Freundin. Und er sagt auch, dass das so bleiben wird. Aber er ist sehr präsent, das ist doch irgendwie widersprüchlich. …naja, er hat sie halt auch echt gern. Und sie zieht an, sie fragt, ob er wieder vorbeikommen will, sie spielt nicht herum mit "vielleicht", sie ist nicht "zu beschäftigt", sie ist spontan, sie ist toll, sie ist interessiert, und sie hat keine Angst, Emotionen zu zeigen. Denn Kamikaze mag eine offene, lockere Wertvorstellung haben, aber im Grunde is' er ein emotionaler Mensch, der sich eigentlich sehr gerne bindet. Und zwar an alle Menschen gleichzeitig. Der alle in sein Leben holen möchte und alles ernster nimmt, als er es gerne würde. Gut, gut, das ist eine gruselige Kombination. Sie will irgendwie raus aus der Sache, weil sie das Ganze nicht so ernst gemeint hat, aber sie kann nicht sagen, dass sie's nicht ernst gemeint hat, weil sie ja konservativ ist, und ihr das etwas bedeuten muss. Und … das hat es ja auch. Also wirklich. Er ist ein toller Kerl. Super anziehend. Super einfühlsam. Aber … aber dass er ihre lauwarmen Gefühle erwidert, damit hat sie nicht gerechnet. Das kann doch nicht wirklich so sein, oder? Kann das wirklich etwas ernstes werden? Also, darüber muss man sich dann schon Gedanken machen. Zumindest das konversative Mädchen.
Kamikaze hat es einfacher, was die Entscheidungsfindung betrifft: voll drauf! Es is' zwar total dämlich, aber es fühlt sich gut an. Natürlich wird das nicht lange gut gehen. Sie wird irgendwann einen anderen Kerl kennenlernen, mit dem sie was Ernstes beginnt; das is' der Lauf der Dinge und so wird das schon passieren. Ein Problem wird es erst … nunja, wenn das nicht passiert. Dafür braucht man natürlich schon ein Ausstiegsszenario. Aber ... darüber braucht man sich doch jetzt keine Gedanken machen: aus is' es von selbst irgendwann. Dass er voller Gefühle ist, das macht ihm nichts. Schmetterlinge lügen, so viel weiß der gelbe Frosch. Aber es is' toll sich die Schmetterlinge anzusehen und ihnen nachzujagen, solange sie noch überraschend, frisch und schön sind, und man sich noch nicht an ihnen satt gesehen hat. So wie ein neuer Lieblingssong, den man auf Dauerschleife stellt und in der Playlist hochpusht. Tja… sie hat's beendet. Ob die Gründe echt oder vorgeschoben sind - nämlich, dass sie keinen bedeutungslosen, lockeren Sex haben kann - das ist eigentlich egal. Interessant für mich finde ich, nach meinen "Glückwünschen" für die weitere Zeit, die Formulierung "jetzt wieder mehr Zeit für andere haben". Ja, zeitintensiv war die Sache die letzten Tage schon. Drei Übernachtungen in sieben Tagen und noch ein Abendbesuch; das is' nicht mehr "locker". Und ich muss an diesen einen Moment denken, als ich mich gefragt habe: hätte ich doch nicht um Mitternach nochmal vorbeikommen sollen? Hätte ich doch nicht mein Date für sie sausen lassen sollen? Und ich frage mich, ob ich sie wirklich noch hätte zu mir einladen sollen. Sie ist zwar gekommen und wir hatten einen super schönen Abend. Aber war der vielleicht zu viel? Und ich frage mich: hätte ich am nächsten Abend wirklich noch einmal bei ihr übernachten sollen? Und ich frage mich, ob ich nicht den Abend heute absagen hätte sollen. …und dann kam mir dieser eigenartige Gedanke. Quasi wie eine Erleuchtung, ah… ich meine ein Irrlicht, das aber doch toll is'. Nämlich: nö. Nö, ich hab' schon irgendwie alles soweit richtig gemacht. Stimmt vielleicht nicht ganz, aber es war schön. Und wenn ich jetzt drüber nachdenk', dann is' das wohl wirklich ein Irrlicht. Ja, wahrscheinlich wär's wirklich gut gewesen, mal einen Gang zurückzuschrauben.
Aber hey, was soll's. Es is' einwenig verunsichernd, dass sie diejenige war, die die Notbremse gezogen hat, die einen aus dem Zug geschmissen hat und so weiter, und es kommt allgemein auch besser an, derjenige zu sein, der Schluss macht. Aber ehrlich gesagt … gerade angesichts dieser komischen Konstellation denk' ich, dass man keine Angst haben sollte, der zu sein, mit dem Schluss gemacht worden ist. Jemanden wegzustoßen, nur weil man das Gefühl hat, demnächst selbst weggestoßen zu werden, das kommt mir irgendwie feige vor. Und es verhindert auch eine schöne Zeit. Schluss machen, jemanden wegstoßen, das sollte man wohl dann, wenn man keine Lust mehr drauf hat … oder aber, ich mein', wir sind hier ja im Pick Up forum, wenn man denkt, dass es mehr anziehung an Spannung schafft. Aber jemanden wegstoßen, um "cool" zu sein, um der Sieger zu sein; um zu verhindern, dass man selbst weggestoßen wird, das is' eigentlich sogar ein ziemlich trauriger Grund, eine Sache zu beenden. …und das Ding ist, der Gedanke kam mir vorhin, dass ich glaube, dass auch das konservative Mädchen den Kamikaze-Frosch weggeschubst hat, weil sie Angst hat, verletzt zu werden; Angst hat sich zu verbrennen. Denn hey: es war schon verdammt schön, und es ist nicht so, als hätte ich mich aufgedrängt. Wir haben beide angezogen, und wir sind beide auf das Anziehen der anderen eingegangen. Sie hat mit dem heftigen Liebesgeflüster begonnen (und mich einwenig angesteckt, auch wenn ich da zurückhaltender war) und ich hab' die Initiative beim Ausmachen von Treffen übernommen - vom "groben Plan" (Donnerstag da und dort) bis zu Kleinen Plan: "Lass uns mal rüber gehen und dort versteckt rummachen. Die anderen sollen ja nichts wissen."
Also … wir haben es beide genossen, und ich sage einmal, zumindest etwas über Zimmertemperatur war es schon seit Jahren zwischen uns, und die letzte Woche war schon sexy; nicht kochend heiß, aber schon so wie ein frisch gemachter Tee, bei dem es weh tut, wenn man die Tasse anfasst. Also ich glaub', sie hat's beendet, weil sie Schiss davor hatte, wie es ist, wenn ich dann doch irgendwann Schluss mach'; und dass einer von beiden Schluss macht war absolut klar. Dann is' sie verletzt und hat Zeit verloren. Das läuft ja doch auf nichts hinaus, und sie muss sich darauf konzentrieren, einen richtigen Freund zu finden. Auf immer! Auf Ewig! Oder zumindest will man ja kein Fickfetzen sein. Oder ... oder doch? In beiden Fällen is' der gelbe Frosch scheinbar der falsche: was Ernstes kann's nicht werden, weil er vergeben is'; und was lockeres kann's nicht sein, weil er dafür echt zu präsent ist, zu viel investiert und das alles voll emotional ist. Alles legitim. Es waren nur ein paar Tage, aber die haben sich echt heftig angefühlt. Wie … wie eine Beziehung im Schnelldurchlauf. Hübsch, hübsch. Also echt. Is' nicht so, dass ich "froh" bin, dass es vorbei is' und es is' nicht so, dass es mir nicht lieber gewesen wäre, das hätte doch noch 'ne zweite Woche gehalten. Oder gar einen Monat! Aber mir war echt so klar, dass das nicht lange gut geht, und ich wollte mich emotional mal echt nicht zurück halten. Hatte schon sehr, sehr lange nichts mehr mit einem Schmetterling.
 

Lass uns Freunde bleiben

Einwenig "kontextfrei", aber ich bin die Tage beim Herumlesen auf einen Thread gestoßen, der mal wieder die Pick Up Credos zusammenfasst. Dabei bin ich auf den "Lass und Freunde sein"-Teil gekommen. Den solle man ablehnen, weil man sich nicht "zur besten Freundin" machen lassen soll, so der Thread (Matcho-Zeug halt). Ich fand solche Ansagen in der Vorstellung irgendwie immer ziemlich peinlich, aber ich erinnere mich gerade an zwei Momente von … früher (lange her). Ich hab' damals in einer Bar eine hübsche, süße und extrem kluge Französin kennengelernt, die erst zehn Tage zuvor nach Wien gezogen ist. Das war ein Glücksgriff! Ich hab' ihr öfter mal etwas ins Ohr geflüstert und dezenten Körperkontakt herzustellen; scheinbar ohne dabei aufdringlich zu sein; generell hab' ich damals etwas "Mehr" von diesem Pick Up Zeug ausprobieren wollen, bin ihr an dem Abend nicht nachgelaufen, bis sie dann von selbst wieder gekommen is', alles lief ganz gut. Die Freundin, mit der ich dort war, ist irgendwann heim, ich bin ganz gut bei ihren Freunden angekommen, und schließlich haben wir uns für die Woche drauf verabredet: ohne Nummern zu tauschen (und das find' ich extra cool!) . Und sie ist gekommen und hat gut ausgesehen. So "Date-gut". Ich weiß nicht mehr, wieso wir nach der Jamsession bei einer U-Bahnstation weit weg waren, is' zu lange her. Vielleicht wollten wir noch etwas futtern oder ich hab' sie noch ein paar Stationen weiter begleitet. Sie hat mir dann ihre mailadresse gegeben (keine Ahnung, warum wir nicht Nummern getauscht hatten. Vielleicht hatte sie noch gar keine). Nachdem sie weg war, hab' ich ihre mailadresse in den Müll geschmissen, weil … so genau kann ich das gar nicht beschreiben. Sie war das erste Mädchen, das ich je "einfach so" in einer Bar angesprochen hab' (dafür hat's schon super gut geklappt) und ich wollte dieses Pick Up Zeug nur mal ausprobieren. Und ich war noch in einer monogamen Beziehung (gemeinsame Wohnung). Naja, ich weiß nicht mehr, wie das sein konnte, aber ich hab' mich an ihre mailadresse erinnert und sie angeschrieben. Ein, zwei mails haben wir ausgetauscht, und dann - ich weiß nicht mehr wieso - hab' ich irgendwas geschrieben von wegen, dass ich genug "gewöhnliche Freunde" habe und nicht auf soetwas aus bin. Ich weiß den Wortlaut echt nimmer, das war im Anfang 2012. Was ich aber noch weiß, is' dass ich auf diese mail, die ich heute, im Nachhinein, extrem peinlich in Erinnerung habe, als Antwort bekommen habe: "Fair enough! We can have dinner." Also kein "Alter, bist du peinlich" oder "hey, stress mal nicht"; "Fair enough!". Es kam nie dazu, weil es dann auch irgendwie Missverständnisse gab, die super bescheuert waren. Sie hat irgendwas davon geschrieben, dass sie eine Stelle in den USA angeboten bekommen hat und dort jetzt hinfährt, und für mich kam das wie eine super billige Ausrede rüber; dabei meinte sie nicht, dass sie dort jetzt hinzieht, sondern dass sie hin fliegt, sich das anschaut und wieder zurück kommt (hab' ich dann erst zwei Monate später auf Nachfrage erklärt bekommen, whatever).
Eine zweite Begebenheit mit einem Mädchen; Anfang 2015: wir haben uns online kennengelernt, und ich hatte wenige Wochen davor meine jetztige Freundin kennengelernt. Ich fand das Mädchen wirklich toll und sie war sehr kuschelig unterwegs. Ich war mir so verdammt sicher, dass da etwas passieren wird (auch weil ich zu dem Zeitpunkt recht selbstbewusst war, weil das mit meiner noch-nicht-Freundin so gut gelaufen is'). Und dann irgendwann haut sie raus (und die Absurdität, die Zweideutigkeit dieser Worte is' der Grund dafür, dass ich sie noch immer so genau im Kopf hab'): "…ich kann mir ja schon eine Beziehung mit dir vorstellen. Aber ich habe jetzt jemanden kennengelernt." Und dann kamm die Entscheidung, um die es geht: "Ich würde aber wirklich gerne mit dir befreundet bleiben. Also damit meine ich das nicht so ein 'lass uns Freunde bleiben', sondern ich will dich wirklich gerne noch oft sehen, so wie wir uns jetzt sehen" das war damals super frisch (!). Da haben wir uns vielleicht einen Monat gekannt und vielleicht vier oder fünfmal getroffen, und als ich sie beim dritten Treffen küssen wollte, da hat sie sich zur Seite gedreht. Sie war danals noch sehr kuschelig, mit dem Kerl war's bald aus, und ich hatte immer das Gefühl, richtig gute Chancen zu haben; es gab' auch den einen Moment, wo ich's komplett verkackt hab'. Aber das Ding is': ich frag' mich, was gewesen wäre, wenn ich das abgelehnt hätte. Ich meine: Mittlerweile sind wir nur mehr "am Papier" befreundet. Hab' sie seit 'nem Jahr nimmer gesehen und davor sicher auch 'n Jahr nicht mehr und davor auch fast 'n Jahr nimmer, also joa. So wirklich angehalten hat die "Freundschaft" etwa ein halbes Jahr lang enger und dann nochmal 'n Jahr locker.
Ich weiß, dass ich ihr gefallen hab'. Ich weiß, dass sie mich mochte; also da war auf jeden Fall etwas. Vom zweiten Treffen an war mir das klar (das erste war ein Cafe für 'ne Stunde). Von ihr sind damals sogar die "scherzhaften" Wort "zu dir oder zu mir" gefallen, weil wir DVD schauen wollten. Ich musste sie aber um 23:00 rausschmeißen, weil meine damals-noch-nicht-Freundin vorbeikommen sollte (und es auch getan hat). Ich war damals echt gut gelaunt. Nachdem das mit dem Kerl in die Hose gegangen is', und dass das nichts wird, war sehr, sehr schnell klar (k.a. spätestens nach drei Wochen wusste ich, dass das nichts wird; vielleicht wusste ich schon bei der ersten Begegnung mit ihm, dass die das keine drei Monate durchhalten) … hätte sie mich dann angerufen? Hätte sie sie dann an mich zurück gedacht und doch etwas von mir haben wollen? Ich hätte mich damals, wenn's hart auf hart gekommen wäre, für sie entschieden.
Einwenig beschäftigt mich die Frage, weil ich gerade in der Situation bin, dass ich mit einer platonischen Freundin rumgemacht hab' und mit ihr ins Bett bin (ohne Sex, auch wenn sie sehr deutlich damit war, dass sie's wollte; war aber ehrlich gesagt einwenig "Seesternchen-Feeling" und ich dachte sie wäre super müde; alles bisschen doof gemacht von mir), was für alle anderen Menschen auf diesem Planeten normal ist (also dass man mal "unabsichtlich" mit platonsich befreundeten Leuten rummacht, ohne dass mehr passiert und ohne dass es irgendwas bedeutet), was jedem anderen Menschen ständig passiert; also jedenfalls is' mir nicht ganz klar, was jetzt so passieren wird, es herrscht noch einwenig "Abwarte"-Funkstille (is' noch keine Woche her). Ich hab' ihr zumindest geschribeen, dass ich sie jetzt nciht "ghosten" will. Jetzt lass' ich dem mal ein paar Tage Zeit. An sich weiß ich, dass ich sie im Freundeskreis behalten will. Aber … ich hätte eigentlich schon viel lieber auch Sex, ehrlich gesagt auch allgemeine Intimität mit ihr (Quasi eine Art: Ersatz-Freundin, wenn meine in Deutschland is').
Nicht, dass ich das jetzt groß ein "nö, ich will nicht befreundet bleiben" nachschießen werd'. Definitiv nicht. Aber ich musste einfach an diese beiden Erlebnisse zurückdenken und frag' mich gerade, ob ich nicht allgemein vielleicht einwenig deutlicher und wählerischer damit sein sollte, welche Form des Kontakts ich mit jemandem haben möchte.
 

Fake it til you make it?

Musste gerade an diese Theorie denken, dass wir ja in verschiedenen Situationen verschiedene Menschen sind. "Fake it til you make it", meinte meine Freundin. Hab' die Phrase eifnach mal im Google eingegeben, da steht: "English aphorism which suggests that by imitating confidence, competence, and an optimistic mindset, a person can realize those qualities in their real life". Klingt so viel besser als die deutsche Übersetzung des Vortäuschens. Man imitiert ein Verhalten, ein Gehabe, man imitiert eine Person, bis man diese Person wird. Der Gedanke ist eben der, dass man am Ende kein "Fake" mehr ist, der so tut als ob, sondern dass man tatsächlich der ist, der man vorzugeben meint. Es fühlt sich auch nicht mehr unnatürlich an. Is' eine interessante Theorie, aber ich denke, lebenspraktisch hat sie ihre Grenzen. Lächle. Lächle einfach nur, und du wirst glücklich werden; das ist das Versprechen. So zu tun, als wäre man Arzt, so zu tun, als wäre man Erfolgreich, als wäre man Anwalt, das kann schon sehr ins Auge gehen. Da spricht er wieder, der Skeptiker in mir. Die Instanz, die die Grenzen einer jeden Theorie sucht, die Gültigkeit einerjeden Aussage infrage stellt.
Ein Mensch, der einen Bär imitiert, dem wird trotz aller Imitation kein Fell wachsen, er wir keinen Fisch mit der bloßen Hand fangen, und er wird sich auch nicht so viel Fett anfressen können, dass er den Winter in einer Höhle schlafen kann. Wo sind die Grenzen der Theorie im Menschlichen Bereich? Notwendigerweise einmal dort, wo die notwendigen Voraussetzungen schlichtweg nicht erfüllt sind, und diese können mannigfaltig sein. "Fake it til you make it" ist wohl das, was Menschen dazu bringt, anzunehmen, dass sie reich werden, indem sie Reiche imitieren, die gleiche Bekleidung kaufen, dieselben Parteien wählen, die Sprache und den Duktus übernehmen; doch Reichtum - auch wenn uns der Kapitalismus das weiß machen will - ist nicht alleine davon abhängig, was man selbst tut. Erfolg ist nur begrenzt auf die eigene Aktivität zurückzuführen. Manchmal ist die eigenaktivität noch nichteinmal notwendig. Manche sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen, oder viel eher: in die richtige Familie, im richtigen Land geboren worden. Fake it, til you make it. Trotzdem alle interessant. Wenn man alles genauso macht wie jemand, der Erfolg mit dem hat, was er tut, kommt dann das gleiche raus? Es sollte, so wir überhaupt an den Einfluss des eigenen Verhaltens glauben, wohl schon der Fall sein. Und an an Einfluss Selbst zu glauben, ist interessanterweise einer der Hauptfaktoren für Schulerfolg; …wobei ich gerade nichteinmal weiß, ob hier eine Kausalität besteht oder nicht bloß eine Koinzidenz, und falls eine Kausalität besteht, in welche Richtung diese geht. Eigentlich interessant, sich das mal für's Privatleben zu überlegen. Habe ich deshalb Erfolg, weil ich an mich glaube oder glaube ich an mich selbst, weil ich Erfolg habe? Oder gibt es die Variable(n) x (die soziale Anerkennung, genetische Dispositionen, das Unterstützende Umfeld, etc.), die sowohl für den Erfolg als auch für den Glauben an die Selbstwirksamkeit verantwortlich ist? Wie sagt der gelbe Frosch in mir? Nobody knows. [Man möge sich an dieser Stelle ein Stück Papier vorstellen, das sich in Rauch auflöst.]
Ist es also wirklich so wichtig, an sich selbst zu glauben?

selfrevolution

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19 - Seufzen und Schmachten

…mir is' beim Geschirrspühler Ausräumen gerade wieder dieser Moment, oder diese zwei Momente durch die Kopf geschossen, die mir neu sind. Ich war letztens eben zweimal mit 'nem recht hübschen Mädel unterwegs, die ständig angegraben wurde. Ein Kerl hat sich beinhart zwischen uns gedrängt, und beim zweiten Mal hat sich so'n 120 Kilo Berg neben sie gesetzt, Arm um sie gelegt und is' schon ziemlich offensiv dran gewesen. Sie hat nicht glücklich drüber gewirkt, und als ich seine Hand wegtun wollte, war das irgendwie recht lächerlich. Musste dann gewissermaßen vor die beiden und k.A. was ich gemacht hab', aber es hat wohl geklappt. War das erste mal, dass ich beim Weggehen mit 'nem Mädel meine körperliche Schwäche irgendwie gemerkt hab' (also, ich bin ein 1,65-Streichholz). K.A., hat mir irgendwie zu denken gegeben, hat einwenig nachgewirkt, und ich hab' halt über sie auch nachgedacht. Grundsätzlich war sie in beiden Fällen nicht super abweisend, beim zweiten Kerl passiv (nicht die Hang geben, nein sagen), aber nicht "freak out". Beim ersten mal Weggehen war sie generell ziemlich locker und schien sich gefreut zu haben, dass sie auf 20 bis 25 geschätzt wurde (sie is' 34). Sie meinte ursprünglich auch, sie würde gerne Alkohol trinken, aber sie müsste noch mit dem Auto fahren. Hm,… weiß nicht, ich hab' keine große Lehre daraus. Ich glaub', sie hat sich - am ersten Abend - gut dabei gefühlt, dass sie häufig angegraben wurde. Attraktiv. Is' es nicht etwas, das angenehm ist? Sich schön zu fühle, gut zu fühlen, und die Bestätigung zu bekommen? Klar, sie wird das schon oft genug bemerken; sie wird schon wissen, dass sie hübsch is'. ;)
Gibt keinen Punkt, auf den ich hinaus will (is' ja 'n Blog). Ich, ehm… also ich steh' glaub' ich wirklich auf das Mädel. Hab' sie ja eigentlich schon fast aus meinem Blickfeld verloren, aber es waren halt viele Konzerte, und sie steht auf sowas; musikalisch kommen wir auch gut zusammen. Da hab' ich sie halt eingeladen. Ich frag' mich echt, warum sie mich damals sofort gekorbt hat; das hat echt reingehau'n. Isch 'abe ja dosch romantische Gefü'le für sie. Isch will sie se'en, und isch will sie küssen, und anfassen. das schlimme is', dass ich mir echt nicht so sicher bin, ob sie wirklich was dagegen hätte. Ich kann mit Körben wohl echt nicht umgehen. Hm. …und ich vermiss' die Zeit mit einem Mädel, das ich mal kannte. Sie hat heute Geburtstag. Is' seit zwei, drei Jahren in 'ner festen Beziehung, aber sie war schon süß, verkuschelt, hübsch. Das Symbol all dessen, was ich wohl nicht bekommen hab', weil … k.A. warum. War glaub' ich das einzige Mädel, von dem ich mich als Ego-Booster ausgenutzt gefühlt hab'; vielleicht auch nur ein Streichel und Kuschel- ehm,… Freund (jetzt ergibt diese komische Bezeichnung "Kuschelfreundschaft" auf Websingles irgendwie Sinn). Wenn ich auf Anhieb verknallt war, dann hat's nie geklappt. Der Schluss, den ich ziehen will is' aber nicht der, dass ich nicht auf Anhieb verknallt sein will. Sondern ich will einfach, dass es klappt.
Obwohl … eigentlich is' mir das quasi egal. Ich denk' irgendwie seufzend an das Mädel und frag mich, was ich nur mit ihr anstellen soll.

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18 - ...Stolz? Ist das nicht Luxus?

"Auf was seid ihr stolz", das wird in einem Thread gefragt; und auch auf 'ner alten Singleplattform gibt's die Frage. Und wenn ich drüber nachdenk' … Ich hab' 21 geniale Siege einem Spiel, das ich mit Freunden spiel'. Und ehrlich, mehr fällt mir nicht ein. Das is' doch irgendwie traurig, nicht wahr?
Ich hab' früher Sachen gehabt, auf die ich stolz war, aber mittlerweile hat mich die Realität eingeholt. Ich war gut auf der Uni, und heute … hab' ich mein Studium noch immer nicht beendet. Kein Hahn kräht mehr nach mir, meine alten Kollegen sind viel weiter gekommen als ich, meine alten Unterstützer kennen mich zwar noch irgendwie, aber krähen nicht danach. Ich denke, in meinem Fach hab' ich Ahnung. Oder zumindest dachte ich das. Für meine intellektuellen Tätigkeiten wurde ich noch nie bezahlt. Ah… ah… stimmt eigentlich nicht. Ich hab' schon an Projekten und so mitgearbeitet. Hm,… guter Einwand.
Aber letztlich ist meine Zeit einfach vorbei. Ich bin 32, hab' praktisch keine Berufserfahrung, finanzier' mich über einen Job, den ich zwar ganz okay find', den ich aber eigentlich nie wollte, und mein Studium is' so ziemlich im Arsch. Selbst wenn ich jetzt fertig werden würde; ganz ehrlich? Wen juckt's? Die Unis werden mir nicht die Tür einrennen, meine Profesorren werden mich nach 12 Jahren Studium nicht fragen, ob ich eine Assistentenstelle bei ihnen haben will, und auf meine Bewerbung an einer anderen Uni hab' ich nichtmal eine Antwort bekommen.
Ich dachte, ich hätte eine Ahnung von meinem Fach, aber wenn ich mir heute die Fachzeitschriften durchblättere, dann merk' ich, wie weit entfernt ich von der Gegenwart bin. Als wäre es 50 Jahre her, dass ich ein Fach studiert hab', das es nimmer gibt. Ich steh' vor den Aufsätzen, wie ein 70jähriger der meint, er hätte Ahnung von Technik, weil er damals in den 70ern einer der ersten war, die ein schnurloses Telefon hatten (k.A. ob's das schon so lange gibt). Stolz, hm. Ich lebe gut. Ich liebe das Leben. Vielleicht nicht unbedingt mein's, oder … nicht alles darin, aber ich liebe es, meine Freundin zu besuchen und mit ihr Zeit zu verbringen, nicht nur im Bett sondern auch außerhalb. Ich liebe es, zweimal die Woche im Spieleverein zu sein, ich liebe es, wenn meine Leute zum Rollenspielen vorbeikommen, und ich liebe es auf Konzerte zu gehen, dort mit ein paar Leuten zu plaudern, mir gute Bands anzuschauen; und ganz bestimmt gibt's noch andere Sachen, die ich einfach liebe. Ich mag meinen Job soweit schon. Er hat viele, viele Schattenseiten, aber die Tätigkeit an sich is' schon okay. Meine Wohnung is' dunkel, aber soweit kann ich gut damit leben. Es is' zwar alles kaputt und für's Reparieren oder Neukaufen fehlt mir das Geld, aber wenn man den Wasserkocher in die Abwasch stellt, dann stört's nicht, wenn das Wasser raus rinnt, wenn man unter das kaputte Waschbecken einen Kübel stellt, den man alle paar Tage ausleer, is' die Lebensqualität nicht wirklich eingeschränkt. Der Schimmel an der Bad-Decke is' halt kacke, weil er die Gesundheit gefährdet. Dagegen kann man angeblich was tun, aber der Schimmelreiniger zumindest hilft nicht, und lieblos drüberstreichen war auch keine Lösung. Stolz … irgendwie braucht man das doch gar nicht, um ein schönes, zufriedenes Leben zu haben; oder? Und wenn man den Job, auf den man stolz is' verliert oder der Körper, auf den man stolz is', langsam aber doch dem Zahn der Zeit zum Opfer fällt, wenn der Schachweltmeistert 1990 geboren wurde und 1994er in den Top 10 der Weltranglieste sind, was dann? Ich hab' meine 21 genialen Siege und haufenweise offene Wunden, aus denen das Blut nur so strömt.
Es is' nicht so leiwand, daran zu denken, welch tolles Mädel man nicht bekommen hat, weil man es einfach verkackt hat.
Es is' nicht so leiwand daran zu denken, dass der eigene Lebenslauf ein irreversibler Unfall is' und man beim Lotto wahrscheinlich bessere Chancen hat, reich zu werden, als durch die eigenen Bemühungen und die eigene Initiative. Meine Wunden bleiben, und ich hätte gerne was anderes, auf das ich stolz bin, als meine genialen Siege, auch wenn … die wirklich genial sind. Und wenn ich das nie bekomm', dann fehlt mir was. Aber irgendwas wird mir so oder so immer fehlen. Wenn ich mein Studium fertig hätte, hätte ich noch immer keine Kohle und fitter wär' ich auch nicht. Und mein Geschirrspüler wär' noch immer kaputt.
Es kommt keiner und sagt: boa, so toll, dass du dein Studium fertig hast. Hier, ich reparier' dir deinen Geschirrspüler; und auch die Mädels werden jetzt nicht Schlange stehen. Freunde werden trotzdem kommen und gehen, die Uhr wird sich weiter drehen, und womöglich werd' ich verbittert und einsam sterben. Aber irgendwie klingt die Vorstellung … nicht so schlimm. Einwenig Melancholie, einwenig Galgenhumor, Leute mein Hals bringt mich um (Husten), und ich glaub', meine Lungenkapazität hat in den letzten Jahren fett abgenommen. Ich sollte echt mal was gegen den Schimmel tun! Stolz. Was für eine komische Frage. Ich war mal stolz, aber ich glaub', das kann ich nimmer werden, weil ich weiß, dass alles vorübergeht. Wenn's nach den Transhumanisten und Upload-Fantasten geht, dann geht sogar das Gesetz des Vorübergehens vorüber und wir leben ewig. Komische Vorstellung. Schön, weil ich dann noch mehr geniale Siege um Prahlen ansammeln kann, weil ich dann noch mehr Konzerte sehen kann, öfter Sushi essen gehen kann, und vielleicht lern' ich ja wirklich irgendwann mal, flüssig mit der linken Hand zu schreiben. Stolz,… hm. Wahrscheinlich is' das so ein Hormon im Blut; in genau dem Blut, das mir durch meine offenen Wunden aus dem Körper rinnt. Ein tieftrauriger Text ist das geworden, nicht wahr? Manchmal ist das Leben nuneinmal traurig, manchmal sind Menschen nuneinmal traurig, und manchmal will man sich einfach im Selbstmitleid Suhlen; sich damit einreiben und es anderen unter die Nase reiben, so wie manch andere gerne mit ihrem Kot herum schmeißen. Nein, ich bin irgendwie echt gerade auch nichts stolz. Auf meine genialen Siege vielleicht. Aber darauf, dass diese das einzige sind, von dem ich derzeit sagen kann, dass ich stolz darauf bin, darauf bin ich nicht stolz.

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17 - Unerwartete Irritation

17 - Unerwartete Irritation   Also wie is' das mit dem "HSE/LSE" bei Frauen? Sind HSE-Frauen denn nur Frauen, die keine Beziehung wollen? ANtürlich nicht. "Eine Frau, die weiß, was sie will und dazu steht, die unabhängig ist und sich natürlich nicht schelcht behandeln lässt". Ich weiß nicht so Recht, ich finde "Unabhängigkeit" ist überbewertet. "Unabhängigkeit" heißt, von niemandem abhängig zu sein, weder lebentechnisch noch emotional. Aber ich denke, darin leigt der Fehler. Commitment bringt Abhängigkeit und Veranwortung mit sich. Sich emotional auf jemanden einzulassen heißt eben auch mitzufühlen, wenn es dem anderen schlecht geht, sich Sorgen darum zu machen, wie es dem anderen geht und so weiter. Das heißt, dass das eigene emotionale Wohlbefinden eben von anderen tangiert wird, also natürlich nciht vollständig und intransparent abhängig, aber umso mehr, je mehr man sich "auf den anderen einlässt", je mehr man sich selbst mit dem anderen identifiziert, und je mehr man mit ihm mitfühlt.
Und umbekehrt heißt es auch, wenn jemand anderer emotional involviert ist, dann hat man Verantwortung für ihn - zumindest, wenn man die Person nicht in die Wüste schickt. Man weiß, dass es den anderen, wenn er emotional von einem abhängig, also betroffen ist, tangiert, wenn man sich selbst schlecht fühlt, dass es ihn trifft, und er mit einem mit leidet, wenn schlechte Dinge im eigenen Leben passieren, und ja - dass es ihm weh tut, wenn man keine Lust mehr auf die Beziehung (im weitesten Sinne des Wortes) hat.
Das passiert alles im Kleinen, wie im großen Theater - also wenn ein Kumpel ein Bein verliert, dann habe ich Mitleid. Wenn besonders gute Freunde ein Bein verlieren, dann habe ich noch mehr Mitleid, und wenn meine Freunidn ihr Bein verlieren würde, wär' das auch für mich eine Katastrophe (ich hab' ihr übrigens letztens das Bein gebrochen. Liebe und Pseudo-Judo passen nciht zusammen). Wer auf siene Unabhängigkeit pocht und keine Emotionen möchte, sagt, dass er nicht abhängig sein will und keine Verantwortung übernehmen will. Ergibt auch Sinn, und ist auch legitim. Daran ist für sich genommen einmal überhaupt nicht "HSE" oder "LSE". Ich hab' sicher keine Lust für jede daherglaufene Person die Verantwortung zu übernehmen, und es gibt Leute, denen's irgendwie ständig nur scheiße geht, und mit denen ich keinen Spaß hab', von deren Emotionen bin ich ungern abhängig. Wenn ich die Leute wenigsten … mag. Hm,.. "mögen" ist ja schon genau die Konsequenz von Emotion und bringt schon Abhängigkeiten mit sich. also wonach entscheide ich, ob ich jemanden mag oder nicht? …keine Ahnung. …böse Zungen könnten sagen: wenn ich jemand bin, der scheinbar alle mag, dann ist das Kriterium, anhand dessen ich das Entscheide die Existenz und Präsenz des anderen. Also ich lasse mich eben doch auf jeden dahergelaufenen Idioten emotional ein. Und das is' gar nicht einmal so falsch. Ich mag es, in Menschen zu vertrauen, aber … …hm. Diese Logik hat scho netwas für sich. Wenn das Kritierum dafür jemanden zu mögen, seine bloße Präsenz ist, dann ist ds ziemlich kurzsichtig. Also: wenn ich meinen Nachbarn mag, weil er "da" ist, und ihm 20 Euro borge, weil ich ihn mag, dann habe ich 20 Euro, die ich jemand anderem, den ich nicht kenne und nicht mag, nicht borgen kann. Also weniger Ressourcen, die ich in übergeordnete Ziele stecken kann. Weniger Ressourcen, für das, was nicht der aktuellen Situation entspricht. Weniger "Idee" und mehr "hier und jetzt", also nach dem Schema: "Warum sollte ich an die Zukunft denken, wenn ich jetzt lebe?" aber eben auch "Warum sollte ich auf Klimaschutz achten, wenn ich hier und jetzt ncihts davon bemerke?" Ah…. ich rede hier von konzeptionellem, logischem Denken. Natürlich mag ich nicht jeden. Aber ich bin eben ein sehr verträglicher Mensch. Aber hm,… ja. Das ist einwenig kurzfristig. Zurück zum Thema HSE/LSE: was hat das für Konsequenzen? Wenn "alle mögen", also sich schnell emotional auf jemanden einlassen, kurzfristig und aktell, also im Moment verhaltet ist, dann heißt das, dass diejenigen, die auf Unabhängigkeit pochen, weniger im Moment Leben. …heißt es das?
Daher könnte durchaus auch die Assotiation kommen, die generell HSE für viele mit Unabhängigkeit verbindet: wer sich nicht emotional auf seine Umgebiung einlässt, also unabhängig ist, ist wohl eher anderen Zielen als denen seiner Umgebung und seiner aktuellen Lage verpflichtet, und in der Tat lassen sich Firmen, Staaten und der Sammelkartenverein von Josef schwer führen, wenn man alle "mag" und ständig damit beschäftigt ist, Leute zu mögen (das kostet ja auch Zeit und Aufmerksamkeit). Hm,… ich brche hier ab, weil ich zu viel hunger bekomme, aber vielleicht habe ich etwas gerlernt, obwohl ich das gar nicht wollte, und ich bin an einem ganz, ganz anderen Punkt angekommen, als ich es wollte. Eigentlich wollte ich drüber lästern, dass mir Leute am Arsch gehen, die auf Unabhängigkeit pochen, und jetzt bnin ich bei den Vorzügen von Unabhängigkeit in Hinblick auf "höhere Ziele" und in gewisser Hinsicht sogar auf Solidarität gekommen. Weird… jetzt brauch' ich essen. Gute Nacht.

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16 - Destruktive Energie

Ich bin gerade voller destruktiver Energie.
Und das fühlt sich irgendwie gut an.
Und gleichzeitig irgendwie nicht so gut, weil es nichts zu zerstören gibt. Anlass ist wohl die Tatsache, dass ich "die eine mail" davon entfernt bin, mein Studium abzubrechen. Der Gedanke fühlt sich wie eine Niederlage an. Eine absolute Niederlage. Aber lieber ein Ene mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Nicht wahr? Mein Gehirn is' Matsch. Mein Körper is' Brei. Meine Geldbörse is' leer. Ich hab' irgendwann irgendwas ziemlich falsch gemacht. Aber ich brauch' da keine "Fehleranalyse". Viel mehr eine Veränderung. Sonntags geht's einmal für ein halbes Jahr zu meiner Freundin nach Deutschland.
Vor viereinhalb Jahren war ich an einem interessanten Punkt: ich war genau der, der ich werden wollte. Aber ich hab' schließlich erkannt, dass das ein paar Haken hat. Und schließlich hab' ich soetwas wie symbolischen Selbstmord begangen. Die dinge, die mich ausgemacht haben, hab' ich zerstört und unterbrochen. Und ich bin ein anderer geworden. Es heißt manchmal, Menschen würden sich nicht verändern, aber das stimmt nicht. Ich bin in der Tat ein ganz anderer als damals.
Aber ich sehe gewisse Ähnlichkeiten, was den Punkt betrifft, an dem ich gelandet bin. Ich führe zumindest der Tendenz nach das Leben, das ich mir damals ausgesucht und überlegt hab'. Die Freiheit, die Unbeständigkeit, der Spaß. Die Nacht is' noch mehr mein Element geworden, als sie es damals war, sodass ich schließlich selsbt dann, wenn ich schlafen will, um halbsechs zum fünften Mal ungeduldig aufstehe, weil es einfach keinen Sinn zu haben scheint.
Ich denke nicht, dass ich wieder "zurück zum Ursprung" sollte, genausowenig wie ich denke, dass ein erneuter symbolischer Selbstmord wirklich hilfreich ist. Aber ich will etwas zerstören. Ich denke, damals habe ich mehr an mir selbst zerstört. Ich habe meine Beziehung beendet und ich habe mein Studium tief, tief im Sandkasten vergraben. Wenn ich jetzt die für mich identitätsstiftenden Aspekte töte, dann leiden mehr Leute darunter. Ja, also damals hat schon meine Freundin gelitten (sie war absolut nicht einverstanden mit meiner Entscheidung). Heute würde ich mich hingegen von dem trennen, was man "Bekannten- und Freundeskreis" nennt. Ne, das will ich nicht. Und so radikale Schritte mag ich auch keine mehr machen. Ich bin keine 15 mehr, dass ich eine "alles oder nichts"-Mentalität verfolge. Aber irgendwo muss sich diese destruktive Energie entladen. Der rebellische, zerstörerische Akt des "Nein". Ich werde meinen Job kündigen. Achso, ich arbeite ja eh nur mehr bis Freitag.
Aber wenn ich zurückkomme, dann werde ich mir echt etwas anderes suchen. Es war nicht übel und so, aber … es war schon übel. Ständig herumfahren, kein fixes Einkommen, böse Zungen wie die meiner Ex-Freundin Kryptonit würden sagen: überhaupt kein Einkommen. Genug Freiheit, Gemütlichkeit und Dauer-Spaß zum Preis von Geld, Zukunftsperspektiven, Reputation und körperlicher Gesundheit. Nieder mit der Freiheit! Und vielleicht is' es genau diese, die ich zerstören werde. Meine Freiheit. Hm,… jawohl! Oder so. Ich mein', klar erscheint's sinnvoller, die Fualheit zu zerstören. Aber so viel destruktive energie hab' ich dann auch wieder nicht. Und wenn ich überhaupt drüber nachdenk', dann is' mit dem Schreiben dieser Zeilen schon so viel Energie entladen worden, dass ich mich so eigenartig befriedigt fühle, dass ich jetzt doch nichts mehr zerstören brauch' und einfach weitermachen kann wie bisher. Also lang lebe die Freiheit! Nieder mit der destruktiven Energie!

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15 - Persönlichkeiten

…mehr ein kleiner Gedanke, den ich mal verfolgen will. Wir haben ja auch alle verschiedene Seiten an uns. Okay, zumindest is' es bei mir so, und das trifft wohl auch auf andere zu. Mit unseren Chef gehen wir professionell und seriös um, auf der Uni sind wir Akademiker und Intellektuelle, bei der Rollenspiel-Gruppe sind wir Nerds, und im Kino sin wir Verrückte. Oder sonstwas, das sei mal dahingestellt.
Gestern is' das Gespräch unter Freunden, auf ein Mädel gekommen, das ich quasi nicht kenn'. Sie is' ziemlich versnobt, seriös und ich hab' halt schon ziemlich den Eindruck, dass sie sich für etwas Besseres hält. Nicht unbedingt der Typ Mensch, mit dem ich groß zu tun haben will, aber das is' mehr ein prinzipieller Gedanke.
…ich kann verdammt intellektuell sein. Ich kann sehr ernsthaft, reflektiert und so weiter sein. Es fühlt sich auch nicht unnatürlich an, ganz im Gegenteil. Ich war viele, viele Jahre jemand mit Zielen, Plänen, Handlungen, diese umzusetzen, jemand mit dem man ernsthafte Gespräche geführt hat und vieles mehr. Aber an den Tag, an dem ich damals das erste Mal auf sie getroffen bin, waren wir in meinem Bullshit-Freundeskreis (leiwande Leute, aber in der Tat, muss ich sogar stehen, sind sie mir manchmal gar einwenig ZU blöd. Ein bisschen zumindest. Manchmal. Okay, ne, mit genug Alkohol kann man sich schon anpassen). Ich hab' sie damals einwenig sarkastisch damit aufgezogen, dass sie ein Freiwilliges Soziales Jahr macht, d.h. im Pflegeheim arbeitet, beschissendste Tätigkeiten macht und dafür voll ausgenommen wird, weil sie einen Dreck verdient. Sie hat das Ganze ernster genommen, als es gemeint war, das "ich finde es voll okay, fast schon bewunderswert, diese Hingabe udn Aufopferung, und ich respektiere dich dafür" hinter dem "du arme Sau, ich würd' das nie machen" nicht gehört. Naja, sie scheint nicht halb so klug zu sein, wie sie denkt, aber ich leb' ja auch davon, dass mein Bullshit nicht gleich durchschaut wird.
…also um sie persönlich is' es mir jetzt nciht wirklich zu schade. Ich kenn' sie ja nicht (außer, dass ich mitbekommen hab', dass sie 'ne humorlose Zicke is'). Aber ich hab' mich gestern durchaus gefragt, wie das gelaufen wäre, wenn ich damals seriös gewesen wäre. Wenn ich ihr nicht als Bullshit-Typ begegnet wäre, sondern ihr eine andere Persänlichkeit von mir, eine andere Seite gezeigt hätte. …und so wär's doch eigentlich bei den meisten Begegnungen relevant, auch herauszufinden, welche seiner Seiten man zeigt. Ich schätz', das wird hier unter "Frame" diskutiert. Ich mein', ich kenn' Leute, die einfach nur verrückt, dumm und stillos aber witzig und lieb erscheinen. Dass die Chirugen sind hät' ich echt nicht gedacht (die einzigen "vernünftigen" Sachen, die die tun is': früh heim gehen und sich nciht zusaufen, wenn sie am nächsten Tag operieren). …nunja, und auch in die andere Richtung gilt: natürlich ist auch das, was man von einem anderen Menschen sieht, nicht das is', was er tatsächlich immer ist. Ich hab' schon die Erfahrung gemacht, dass viele Leute, die als "dumm" gelten oder zumidnst nicht als die Klügsten, im Gespräch mit mir, auf verdammt gute Ideen und Schlüsse kommen, durchaus kluge Gedanken (auch wenn ich sie nicht teile) haben und so weiter.
Weiß nicht, was der Schluss daraus is'. Aber naja,...

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14 - Kyptonit

https://www.youtube.com/watch?v=DEB2dpSfmBs …doch, bist du. Letztens war ich bei einem Konzert von Madsen. Alleine. Madsen hat bei mir reingehau'n, und ich musste ständig an meine Ex-Freundin denken. Kryptonit und ich haben seit Anfang Mai wieder hin und wieder Kontakt, schreiben uns hin und wieder Nachrichten. Ich bin dann heim und hab' gesehen, dass sie online war. Wir waren beide etwas komisch drauf an diesem Tag und haben Sachen gesagt und Themen angesprochen, die wir die letzten Jahren komplett ausgespart haben. Während wir unsere damalige Beziehung aufgearbeitet haben (seit über zwei Jahren is' es aus), sind wir auch immer flirtiger geworden. In diesem in sich widersprüchlichen Gespräch, in dem wir mit allem abgeschlossen und doch von Vorne begonnen haben, hab' ich eine Erkenntnis gemacht: so cool ist sie schon. Über mich hinweg. Tatsächlich auf die vollständige Art. Ein Kumpel von mir, der deutlich jünger is' als sie, hat irgendwann mal mit ihr gekuschelt, wie mir eine gemeinsame Freundin erzählt hat. Ihn hat das nicht unberührt gelassen, und Kryptonit weiß offenbar, dass er sie gern hat, aber er is' ihr halt eifnach zu jung. Jedenfalls hat sie ihm damit weh getan.
…so cool ist sie schon. So sehr über mich hinweg, dass sie scherzhaft mit mir über Cybersex reden kann, dass sie wahrscheinlich sogar mit mir vögeln könnte, ohne was dabei zu empfinden. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es vielleicht mal wieder dazu kommt, aber eine der tollsten Sachen am Sex mit ihr, das waren eben die Gefühle. Das war das Verbindende, das Grundlegende für den Sex mit ihr. …und jetzt spukt sie in meinem Kopf herum, stellt mein Gefühlsleben auf den Kopf und mischt meine Bezeihung auf. Denn mit meiner Freundin war es doch ziemlich anders. Also ich denke, das, was ich an meienr Beziehung vermisse, is' das, was Kryptonit und ich hatten. Hatten. Emotionalität, Naivität, Unschuld. Zwei Kindr, die Erwachsene spielen. Keine Ahnung, auch wenn sie gerade flirty unterwegs is', ich kenn's sie gut genug, um zu wissen, dass sie tatsächlich über mich hinweg is' und nur Spaß am Flirten mit mir hat. Während ich … es nicht bin.

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13 - 30

Mittwoch war mein dreißigster Geburtstag. Ich habe schon seit Monaten dieses Gefühl, das sich jetzt verstärkt, und das will ich einmal beschreiben: ich liebe mein Leben. Ich habe ein schönes Leben. In der Tat, ich bin dauerpleite, aber das macht nicht viel aus, weil ich nicht viel Geld brauche. Ich habe etwas viel wertvolleres: Zeit. Zeit, in Kombination mit dem Wissen, wie man selbst Spaß hat, in Kombination mit der Freiheit, weitgehend tun und lassen zu können, was man will (und sich finanziell leisten kann) ist Gold wert. Ein paar Tage nach Deutschland fahren? Kein Problem. Ich arbeite einfach zwei Wochen mehr und dann zwei Wochen gar nicht. Die Reise zahlt meine Freundin, und dann bin ich einfach bei ihr. Jede Woche ein Konzert? Wie süß… im Cafe Carina gibt’s fast täglich gratis-Konzerte von durchaus tollen Bands. Aber bei den Bands, die ich sehen will, komm’ ich schon irgendwie gratis rein. Jede Woche ins Kino? Das steht sowieso am Standardplan, aber ich könnt’ auch zweimal die Woche ins Kino, das is’ hier nicht teuer. Und für den Zoo hab’ ich ‘ne Jahreskarte. Soziale Kontakte hab’ ich genug, und meine weitere Hobbys kosten nicht viel.   Ich liebe mein Leben. Es ist, wenn ich so drüber nachdenk’, eine der besten (realistischen!) Lebensentwürfe, die ich mir jemanden Anfang 20 oder Mitte vorstellen kann. Nunja, ich bin nicht mehr Mitte 20. Wenn ich mein Alter aufschreibe, dann kommt derzeit kein Zweier mehr vor. Ich denke, wir sind alle irgendwie von der Außenwahrnehmung abhängig, und wenn ich mit 35 noch auf Konzerten rumhäng’, bei denen der Altersschnitt so um die 20 liegt, wird’s creepy (okay, ganz so is’ es jetzt eh auch nicht). Aber wenn ich mit 35 noch vor standardsmäßig um 12:00 aufsteh’, Abends weggeh’ und 10,50 pro Stunde verdien’, und im Mai/Juni zweimal die Woche Hardcore um 5:00 aufsteh’ um irgendwo in der Pampa Autos zu zählen, dann is’ das nicht mehr so cool. Es is’ nicht das, was ich von meinem 35jährigen Ich erwarte.    Und dann is’ da etwas anderes. Mittwoch hat mich eine Freundin angeschrieben. Mir alles Gute gewünscht. Auf der Uni haben auch ein paar Leute gewusst, dass ich Geburtstag hab’ und es unbedingt recht deutlich erwähnen müssen. Ich wurde oft gefragt, ob ich noch feiern würde. Hm,… nein. Ich hab’ am Wochenende dafür ein fettes Konzert veranstaltet und keine Lust, jetzt noch extra eine Party zu organisieren. Aber ich wäre gerne mit meinen besten Freunden in mein lieblingslokal gegangen.  …and then it struck me. Ich weiß gar nicht, ob ich sowas noch hab’. Ich mein’: Ich hab’ Freunde, durchaus auch Freunde, die denken, ich wäre ihr bester Freund (vielleicht bin ich’s ja auch), jedenfalls Leute, denen ich etwas bedeute und so. Aber von meiner Seite aus … gibt es außer meiner Freundin eigentlich niemanden mehr, der mir tatsächlich nahe steht. Ich hab’ keine “großen Sorgen” über die ich reden muss, es gibt nicht viel, was mich emotional beschäftigt und so (okay, aktuell schon einwenig, aber das ändert sich wieder). Ich bin sicher eine der emotional stabilsten Leute, die ich kenne (auch wenn das hier manchmal nicht so aussieht, weil ich Theatraliker bin). Ich glaub’, mir steht wirklich kaum wer nahe. Und irgendwie hat mich das einwenig melancholisch gemacht und einwenig schockiert. Mein Freudneskreis ändert sich auch alle 4-5 Jahre komplett, in meinem aktuellen Freundeskreis gibt es niemanden, also absolut niemanden, den ich schon länger als 4 Jahre kenn’ - abgesehen von meinem Cousin und meiner Ex-Freundin, mit der ich eigentlich nicht mehr wirklich befreundet bin. Okay, im erweiterten Bekanntenkreis vielleicht, aber so prinzipiell…   Hm,… ja. Keine Ahnung, ob das Ganze eine Konklusion hat, weil eigentlich hab’ ich mein Leben wirklich verdammt gern. Ich hab' den eindruck, dass mir der 30er mehr zu schaffen macht als anderen. Haha.... ^^

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12 - I survived

1. Der unbeliebteste Gast Heute hat eine meiner besten Freundinnen geheiratet. Natürlich war ihr engste Freundeskreis da, den ich als Teil dessen sehr gut kenne. Ohne mich hätte sie keinen davon kennengelernt - auch ihren Trauzeugen hat sie durch mich kennengelernt. Das heißt aber auch, dass ich mit einigen Gästen der Hochzeit Geschichten habe. Das hat zu einer Horror-Konstellation geführt:   Meine Ex-Freundin. Kryptonit. Wir können sie durchaus auch so nennen. Die Trennung war damals nicht sauber, und diverse Wiedersehen sind im Drama geendet. Ich bin nicht wirklich über sie hinweg, oder zumindest verliere ich all meine Schlagfertigkeit, meinen Schneid, mein Selbstvertrauen, mein Charisma, ja ich denke, dass ich sogar rein optisch weniger attraktiv aussehe, wenn sie da ist. Ihre Anwesenheit hat mich still, distanziert, abwesend und schüchtern gemacht. Tja, die letzten Begegnungen sind im Drama geendet, weshalb Kryptonit einen großen Bogen um mich macht oder mich ignoriert. Also genau das, was auch ich mache.   Borderliner. Auch sie können wir einfach so nennen. Ob sie tatsächlich Borderlinerin ist, ist mir egal (aber sie ist wirklich ein Psycho). Die hab’ übrigens auch ich aufgetrieben - vor ein paar Jahren. Wir hatten nichts miteinander, weil damals ihr Freund daheim war, und sie dann schließlich … nunja: sie selbst war. Ein Psycho. Borderliner hasst es, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Aber es gibt eines, was sie mehr hasst: wenn ich im Mittelpunkt stehe. Das bin ich auf der Hochzeit natürlich nicht, aber alle paar Monate beschließt sie, mich zu hassen. Ich hätte ja kein großen Problem damit, wenn nicht SIE ein Problem damit hätte.   Narzissa Malfoy. Narzissa ist die jüngste Schwester der Braut, und wie Narzissa Malfoy wäre sie durchaus sehr hübsch, wenn sie nicht immer ein Gesicht machen würde, als hätte sie einen unguten Geruch in der Nase. Achja: Narzissa hasst mich. Sie hasst mich wirklich. Die Geschichte dahinter ist irrelevant. Aber sie hasst mich.   Es gibt nicht so viele Leute, mit denen ich ein wirklich spannungsvolles, konflikthaftes Verhältnis habe. Aber … alle, die mir einfallen, waren auf der Hochzeit. Und die Hochzeit war klein. Mit einem vierten Mädel bin ich übrigens vor ein paar Jahren auch schon zusammengekracht, aber mit dem hatte ich dazwischen immerhin nichts zu tun, also keine echte Geschichte des Konflikts.     2. Am Rande des Geschehens …dass ich mit dieser Konstellation kein gutes Los gezogen habe, ist offensichtlich. Kryptonit hat mir den Schneid gestohlen, sodass ich einfach ein kleines, winselndes Froschschenkerl war. Mein Kumpel, der Trauzeuge, hat sich an meine Ex, eben Kryptonit, gehängt. Die beiden verstehen sich herausragend (platonisch - er ist der Milch und Kekse - Typ). Auch Borderliner versteht sich mit dem Trauzeugen. Jeder liebt Milch und Kekse. Ich auch. Nur … ich wollte nicht zu nahe an das Kryptonit kommen. Also blieb ich weg. Und zu nahe an die Borderline wage ich mich auch nur dann, wenn ich einen normal-guten Tag habe, nicht wenn keine zwei Meter weiter mein Kryptonit steht. So haben sich die drei augenscheinlich prächtig miteinander vergnügt, Kryptonit hatte ihre Lach-Attacken, die mich innerlich immer zusammenzucken lassen, und Boarderliner hat die Gürtellinie unterschritten. Sie weiß, dass Kryptonit meine Schwäche ist, auch wenn sie das nur einmal sehr kurz erlebt hat. Die Gunst der Stunde muss sie wohl nutzen, um Seitenhiebe auszuteilen. Nachdem sie offenbar einen Fehler gemacht hat, sagt sie in unüberhörbarer Lautstärke zu Kryptonit: “Dein Fehler steht da drüben.” Natürlich könnte ich etwas tun, etwas sagen, Borderliner ist schwach. Sehr schwach. Mann muss nur pusten, und sie bricht heulend zusammen. Aber dank der Anwesenheit von Kryptonit bin ich selbst ein kümmerlicher Froschschenkel, und da es die Hochzeit einer meiner besten Freundinnen ist, ist eine Eskalation ein No-go. So schleiche ich der Hochzeitsgesellschaft nach, halte mich möglichst am Rand auf. Die standesamtliche Trauung, dann die Fotos, als es in eine längere Pause geht, und es irgendwie “naheliegend erscheint”, dass ich diese mit dem Trio (Trauzeuge, Kryptonit und Borderliner) verbringen sollte, hau’ ich einfach ab. Erst zur kirchlichen Trauung bin ich zurück. Und dann beim Essen…   3. Der Vorstoß Ich setze mich. Warum auch immer,… das Trio setzt sich zu mir. Borderliner tut ahnungslos. “Warum ist der gelbe Frosch so müde? Normal lacht er so viel. Ach und ich bin viel schöner als er.” Das mit dem “ach und ich bin viel schöner als er” ist im Übrigen ein wörtliches Zitat. Es gibt nichts, was in ihrem Leben wichtiger ist, als in allem besser zu sein als ich, was zu einem sehr frustrierenden Leben für sie führt, weil ich ohne Kryptonit eigentlich recht schwer zu schlagen bin. Ein paar Gesprächsfetzen tauschen wir aus, und als das Buffet eröffnet wird, holen sich Borderliner und der Trauzeuge etwas. Kryptonit und ich sitzen alleine am Tisch. Sie weiß nicht, ob sie wegschauen soll, oder einfach so tun soll, als wäre ich nicht da. Womit sie nicht rechnet, das ist mein Killer-Move. Der Trick, der alles an diesem Tag zum Kippen bringt: “Hallo übrigens.” Nunja, der Rest ist Geschichte. Sie meinte, sie hätte sich nicht getraut mich anzusprechen, weil sie nicht wusste, ob ich dann auf sie losgehen würde. Ich werde weiter in die Gespräche eingebunden, fühle mich auch selbst etwas wohler und bekomme von Kryptonit mitgeteilt, dass Boarderliner sie schon den ganzen Tag lang zulabert (was ich schon mitbekommen habe - nur hatte ich gedacht, dass sich die beiden gut verstehen). Kryptonit und ich, wir tragen unsere Differenzen aus, indem wir jeder zwei Gläser als Tore auf den Tisch stellen und versuchen, Tore mit allen möglichen Dingen beim anderen zu schießen. Währenddessen tun wir etwas, was für mich unmöglich erschienen hat: wir reden.   4. Spiel, Satz und Sieg! Fick dich, Borderliner! …nein, wir sind nicht im Bett gelandet. Kryptonit ist eben doch mein Kryptonit. Sie gewinnt gegen mich. Einfach per Definition. Sie hat die Macht. Aber … dass ich diesen Tag überlebt habe, das ist eine herausragende Leistung (oder so ähnlich). Nach der Hochzeitsfeier sind wir nur mehr der engere Kreis, und Borderliner verlässt schließlich die Runde. Nicht heulend, aber mit Regenwetter-Gesicht. Irgendwer hat irgendwas gesagt, was ihr nicht gefallen hat. In der Bar, in die die Gesellschaft verlegt wird, kommt es schließlich dazu, dass Kryptonit, der Trauzeuge und ich uns gut miteinander unterhalten. Positiv. Es macht … Spaß. Kryptonit erzählt mir, dass Borderliner ihr den ganzen Tag über - und zwar wirklich den ganzen Tag lang - von den Problemen, die Borderliner mit mir hat, erzählt hat. Borderliner hat zu ihr auch gesagt, sie würde Sachen sagen, so dass ich sie hören würde, hat sich dann aber doch wiederum von mir weggedreht und so. Jedenfalls: total asoziales Verhalten, und wir sollten Borderliner auf keinen Fall ihre Nummer geben. Ja, Kryptonite hätte durchaus anders reagieren können, aber man muss bedenken, dass eine Eskalation in irgendeiner Art auf der Hochzeit ein No-Go war, und auch Kryptonit hat viele, viele Charakterschwächen; Ehrlichkeit und Integrität wären auch nicht gerade die Eigenschaften, die ich zum Beschreiben ihres Charakters benutzen würde, und so weiter. Aber … wir sind in der Lage, miteinander zu reden. Ein Sieg für mich. Und Borderliner: Fick dich einfach nur. Auf der Hochzeit meiner besten Freundin, wo eine Eskalation ein No-Go is’, meine größte Schwäche gegen mich zu nutzen is’ auch mit keiner Entschuldigung und keinem Geheule mehr gut zu machen. Per Definition unerwünscht. Verkriech dich in deinem Loch und schäm dich. Und bleib dort.

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11 - Geh' mir nicht am Geist

...gestern war ich mal wieder mit Freunden im Kino und nachher hab' ich mich mal wieder zum Karaoke überreden lassen. Also ich weiß nicht: in letzter Zeit gehen mir meine eigenen Leute ziemlich am Geist, und ich weiß auch weshalb.

Ich hab' dazumal 'n Mädel angeschleppt (im Kino angesprochen), die seit dem bei uns dabei is'. Die Frau schreit im wörtlichen Sinne nach Aufmerksamkeit: "Die kleine Kathi will Aufmerksamkeit. Kommt Leute, gebt mir Aufmerksamkeit. Bin ich nicht schön?" Und wenn man ihr nicht zustimmt, beginnt sie heuten und meint, man wäre gemein und so weiter. Sie sieht ja ganz okay aus, ganz am Anfang (vor zwei Jahren) hab' ich sie ja auch genau deshalb angesprochen, aber mittlerweil geht mir das am Geist, genauso wie dieses Rumgebuhle von so manchen Kumpels (auch wenn ich sie genau deshalb mitgebracht hat').
Ich würd' ihr ja schon längst sagen, sie soll's einfach zamhalten, wenn sie in der Karaokebar mit "Also ich sing' sicher besser als 90% der Leute hier, oder?" kommt. Aber dann beginnt sie wieder zu heulen und so, ach was soll's. Mir geht's einfach nur mehr am Geist.

Wird Zeit, sich wieder mehr mit anderen Leuten abzugeben, alleine wegzugehen und so weiter. Neues Zeug zu entdecken bzw. altes Zeug.

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10 - Vergessenes Dasein

Es is' nicht ganz vier Jahre her, da hatte ich noch meine erste Beziehung. Vor vier Jahren war ich gerade am Anfang vom Ende dieser Beziehung, aber letztlich war es eine wiklich intensive, prägende Beziehung von insgesamt fast sieben Jahren.
Seit dem hab' ich so meine Erfahrungen gemacht, dies und das, bis ich bei meiner Erasmusstudentin gelandet bin. Klassischer "Same Night Lay", aus einem One Night Stand wirde eine Fickbeziehung, aus einer Fickbeziehung eine Freundschaft Plus, aus einer Freundschaft Plus eine Freundschaft Plus auf Distanz, aber mitlerweile fällt immer häufiger das Wort "Fernbeziehung" oder "Beziehung", wenn wir dieses "Wir" benennen. Und das is' auch okay so.   Jetzt is' es so, dass diese Tage nicht sogut laufen und ich sozusagen eine Handvoll Sorgen hab'. Ein bisschen zu locker und zu faul gewesen, zu viel gefaulenzt und zu wenig Bewerbungen geschrieben, ein paar Sachen vergessen,... ich hab' das Glück (okay, es is' nicht bloß "Glück", sondern durchaus erarbeitet bzw. Charakter-Sache) dass ich sozial gut eingebunden bin. Wenn ich in Geldnot komm', hab' ich immer Leute, die mir was borgen, auch wenn ich natürlich nicht drauf steh'. Ich war Anfang 2014 schonmal zwei Monate völlig einkommslos, aber mit vollen Ausgaben (ich hab' alleine eine Zweizimmer-Wohnung in Wien), und hatte viele Leute, die mir sofort gesagt haben, wenn ich wolle, können sie mir Geld borgen; auch ohne Hemmungen "mehr" (ich red' von viel-hundert Euro pro Monat, ohne genauen Rückzahlungsplan).   ...aber gut. Is' natürlich immer eine unangenehme Sache. Auch jetzt (und ein Zeichen dafür, dass ich mal wieder aufwachen sollte).
Es gibt diese "Idee", dass man eher dann bei den Mädels ankommt, wenn "es läuft". Wenn man sein Lebe im Griff hat. Wenn man weiß, wo man hin will. Und so weiter. Ich merk', dass meine Attraktivität in den letzten Jahren ingesamt deutlich gestiegen is' (vielleicht auch nur meine Erfahrung darin, zu erkennen, wenn ein Mädel auf mich steht und so weiter), obwohl meine finanzielle Situation ziemlich den Bach untergeht. Aber,... und das klingt jetzt "voll schwul": wichtig is' mir gerade, DASS es defakto passt, zwischen meiner Freundin und mir.   ...ja. Wir fallen nicht mehr bei jeder Begegnung übereinander her. Das macht die Zeit. Aber ich merk', wie gut uns beiden die Zeit zusammen tut, und wie viel dieses "mehr" Wert is', das man in stabilen Beziehungen hat. Ob wir jetzt lange zusammen bleiben, weil ich nicht, aber ich denk' schon. Es is' aber dieses Grundvertrauen da. Routine? Langeweile? Ja! Was zu sagen is', is' gesagt. Ich hab' kaum mehr Geheimnisse. Sie hat wahrscheinlich auch nicht viele. Man könnte es den "langweiligen Beziehungsalltag" nennen. Aber es ist schön.
Eigentlich fragwürdig, warum es schön is'. Routine, Alltag und Langeweile gelten doch als die Beziehungskiller schlechthin, und die Libido leidet in der Tat darunter (also 2-4 Mal Sex pro Woche in der Zeit, in der wir uns sehen is' für Fernbeziehungen eher wenige, denk' ich, weil wir ja doch auch die Distanz haben). Aber irgendwie stört mich das nicht. Es is' einfach schön.
Ich hab' sie jetzt nicht gefragt, ob sie das auch so sieht, aber sie wirkt jetzt nicht, als würde ihr da allzu viel abgehen, zwischen uns. Auch ihre Meinung, so glaub' ich, hat sich durch das Jahr mit mir geändert. Is' ja auch schon eine ganze Weile Single gewesen, und vielleicht geniest sie einfach auch diese "Ruhe" (obwohl ich eigenltich nicht als ruhiger Typ gelte; eher als kindisch, quängelig und freizeitsüchtig). Würde sie das hier lesen, würd' sie mich sicher verarschen und sagen, dass ich mal wieder was zu ficken brauch' (wir haben 'ne offene ... Beziehung, ich sie hät' sicher tolle Vorschläge, an Rotschöpfen, die ich mal flachlegen sollte), aber ich glaub', dass se das nicht so unähnlich sie wie ich.   Routine. Langeweile. Einfach nur im Bett rumliegen. Kein Stress, irgendwen umhauen zu müssen. Vertrauen. Mit wem über die Sorgen des Lebens plaudern können. Jemand, der einen motiviert. Der klassische Beziehungsalltag (und ja, man soll das so nicht sagen, aber es is' einwenig wie meine erste Beziehung, nur dass es diesmal im Bett so ungelaublich viel besser klappt). Ich hab' beinahe vergessen, wie sich sowas eigentlich anfühlt.
Okay, sie hat Recht: ich brauch' mal wieder was zu ficken.

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9 - Über das aktive Leben

Die Tage is' mein Mädchen zu Besuch (quasi wie eine offene Fernbeziehung). Die Geschichte läuft seit etwas mehr als einem Jahr. Nunja, die anfängliche Aufregung is' natürlich nicht mehr ganz da, Berührugnen sind bekannt, Geschichten sind erzählt, Abenteuer erlebt. Aber natürlich gibt es grundsätzlich Neues.
So, nun is' es so, dass wir übr Wiehnachten nicht viel gemacht haben und ich hab' sie dann gefragt, ob sie das langweilig findet. Sie hingegen meinte: "Oh Gott, nein! Ich bn total froh, dass wir uns 'ne gemütliche Zeit machen. Ich brauch den urlaub jetzt."   ...der Dukus des Forums is' es, ein aufregendes Leben zu haben. Für spannung zu sorgen. Die Frau ständig neu zu verführen, und ja keine Langeweile und Routine aufkommen zu lassen. Zu Routinen will ich auch noch (ein andermal, wenn ich wacher bin) etwas sagen, aber was mir dieses Erlebnis einmal wieder gezeigt hat is', dass es eigentlich gar nicht notwendig is', immer "awesome" zu sein.
Sie hat seit November einen neuen Job, den sie liebt, der sie aber durchaus stresst. Es is' ihr erster richtiger Job. Vollzeit (und yeah, Baby! Sie verdient richtig gut!). Sie hat aber einwenig das Gefühl ziemlich ins kalte Wasser geworfen zu werden, und sie hat das Gefühl, das die Leute sie überschätzen.
...natürlich is' sie froh über Entspannung!   Ich freu' mich irgendwie immer, wenn meine Erfahrungen dem Forum widersprechen. Weiß eigentlich gar nicht warum. Aber jedenfalls is' der Punkt auf den ich hinaus will: man braucht nicht immer aktiv sein. Man braucht nicht immer "mindblowing adventures" und sowas. Das hält man auf dauer weder selbst durch, noch das Mädel. Okay, gut, es gibt Typen, die das durchhalten, aber die brauchen dann auch Mädels, die das durchhalten. Oder sie wechslens ständig, was eigentlich auch geil klingt. Is' also vielelicht gar nicht so blöd "dauerhaft awesome" zu sein. Aber 'nen Stress machen würd' ich mir jetzt defintiv nicht. Manchmal hat man selbst (und das Mädel) wohl mehr davon, einfach im Bett zu hocken und DVD zu schau'n. Dazu ein Tee und damn! Jetzt will ich ein warmes Schinken-Käse-Crossant! Wäre natülich geil, das irgendwo im Süden, im Urlaub zu haben. Aber Zuhause tut's auch.   ...also, ich geb' selten Ratschläge. Aber das is' irgendwie doch ...naja zumindest sowas ähnliches wie 'n Ratschlag. Oder eher eine Entwarnung.

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8 - Weil der gelbe Frosch es will.

...er is' etwa 26, und sie dürfte etwa 25 sein. Beide lose Freunde von mir. Für sie hab' ich mich früher mal intressiert und sie sich auch für mich, aber es is' halt nichts geworden, und der Zug is' seit über einem Jahr abgefahren. Aber ich weiß sehr gut, auf welchen Typ Mann sie steht, und so hab' ich ihr zum wöchentlichen Kinoabend ein "Geschenk" mitgebracht. Er wurde überrascht, aber die beiden verstanden sich offensichtlich auf Anhieb so gut, dass sie nach dem Kino denselben Heimweg angetreten sind, auch wenn sein Weg eigentlich ein ganz anderer sein sollte.
Und dann die Schreckensbotschaft: sie haben nichts miteinander gehabt. Sie dürfte - nach eigener Angabe - ein sehr deutliches Angebot gemacht haben, er aber scheint ein Problem damit zu haben, dass sie einen Freund (offene Beziehung) hat. Und so tanzen sie umeinander herum, bis heute total sauber. Ich komm' zu seinem Konzert, da wackeln sie auf ihre Art weiter herum. Und nach dem Konzert im Gespräch stehen sie einander so wunderbar nahe einander gegenüber, dass ich die "KÜSSEN!!"-Botschaft auspack'. Es entbrennt eine peinlich-amüsante Diskussion zwischen uns drei'n, wer auf wen steht, warum sie nichts miteinander haben, und so weiter.
"Warum willst du unbedingt, dass wir uns küssen?", und ich hab' die perfekte Anwort: "Weil ich's geil find'! ...und weil ihr ja eh beide wollt und so weiter."
Und dann, nach Verhandlungen meint er, er würde ihr ein "Bussi" geben, und nach neckischen Diskussionen zwischen uns drei'n, was der Grund dafür is' und was legitime Grunde sind ("Der Gelbe Frosch will es!" is' ein verdammt guter Grund!), ein süßes Bussi von ihm. Und gleich noch nachgesetzt. Diskussionen über das "Doppelbussi" und später noch ein Küsschen und ich glaub' noch ein weiteres. Der Gelbe Frosch hebt triumphierend die Fäuste und lässt die beiden alleine.   ...und auf dem Heimweg dann die Skepsis. War das richtig? Hab' ich ihn zu was überredet, was er nicht wollte? Ja, er dürfte schüchterner sein (so wie ich selbst), aber der Grund, den er immer angegeben hat, war der, dass sie einen Freund hatte, und er ein Problem damit hätte.

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7 - Abschreckende Bilder.

...also grundsätzlich arbeite ich seit einem Jahr mit Behinderten. Was ich mit denen mach', das is' unterschiedlich, aber einer meiner Klientinnen is' seit einer Weile bei Badoo angemeldet. Ich selbst helf' ihr nicht bei der Körperpflege, aber andere tun das. Grundsätzlich ist sie ein ziemlich ungepflegter, unhygienische Mensch. Sie ist auch den ganzen Tag zuhause, und meinen Auftrag, sie aus der Wohnung zu bekommen, erfülle ich v.a. jetzt im Winter eigentlich gar nicht (was mir keinen Ärger brignt, weil wir das alle nicht schaffen). Ihr Bett teilt sie sich mit ihrem Bruder, der praktisch bei ihr lebt. Also rein von einer "sexuellen" bzw. "beziehungstechnischen" Perspektive eines "normalen" jungen Mannes gesehen,... nein. Einfach ekelerregend, der Gedanke, irgndwie "privat" mit ihr zu tun zu haben.
Nunja,... manchmal erwähnt sie, dass ihr irgendwer geschrieben hat, und sie wird dabei fast sauer. "Ich will nichts von einem 34jährigen. Der is' mir zu jung!" und "der schreibt komische Sachen" und so weiter. Also offenbar wird sie durchaus angeschrieben. Und wenn ich dann über so manche Profile nachdenke, auf die ich bei solchen Seiten gestoßen bin, dann bekomm' ich irgendwie dieses Bild in den Kopf, dass da ein wirklich hässliches Mädchen, mit einem IQ um die 80, gemeinsam mit ihrer Freundin im Bett sitzt und aus ihrem Handy vorließt, was ich ihr geschrieben hab', während sie sich darüber lustig machen, weil sie einen Witz nicht verstehen, oder "ernsthaft" darüber lästern, dass ich im Feld über meine Traumfrau eine genaue Beschreibung bis hin zu Haarlänge, Augenfarbe und Herkunft drinnen hab'.
Natürlich ist das letztlich die Ausnahme, also ich denke nicht, dass die meisten Mädels auf solchen Seiten dumm sind. Ich glaub' sogar, dass eine ganze Menge ziemlich clever sind. Und dann denk' ich an eine Freundin, die an sich recht klug sein dürfte, ebenso auch ein durchaus attraktives Mädel is', aber mit ihren 25 einen Beziehungsrekord von 8 Monaten hat, sie sich darüber beschwert, dass ein bestimmter Typ versucht hat, sie zu küssen, und bei der man schlichtweg den Eindruck hat, dass sie sich diese Mann-Frau-Sache in etwa so vorstellt, dass ein perfekter Mann kommt (gutaussehend, wohlhaben, zuvorkommend und so weiter), sie sich sofort verliebt, er sich sofort verliebt, sie eine Beziehung eingehen, dann nach Monaten auf Probe einmal miteinander schlafen, der Sex unglaublich ist, alle glücklich und zufrieden sind, und das auf ewig so bleibt (die Realität sieht dann ohnehin anders aus. Irgendwie erinnert mich diese Freundin unheimlich an meine Ex). Dementsprechend wird ihr Sexleben wohl weniger spannend sein als eine Vorlesung über Karl den Großen. Einfach schade, bei einem hübschen, jungen Mädel.
Ich glaub', wenn ich das nächste Mal ein Profil auf solchen Seiten erstell', werd' ich viel härter sortieren als ich's das letzte Mal hab', und generell denk' ich, dass ich, wenn's um diese Mann-Frau-Sache geht (wieder) etwas anspruchsvoller werd' (bzw. eh schon geworden bin, weil ich mit meiner Quasi-Freundin ohnehin sehr verwöhnt bin) und meine eigenen Regeln festleg'.

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6 - Behindert.

Angeregt vom Thread über die schlimmsten Dates...   http://www.pickupforum.de/topic/146294-eure-schlimmsten-gar-schrecklichen-dates/   ...hab' ich mir ein Mädchen in Erinnerung gerufen, das sicherlich eines der Dates war, bei denen ich mich am verwirrtesten gefühlt hab'. Es is' ein paar Jahre her, da hab' ein auch einer Singleplattform beim Mädel angechattet und nach ca. einer Minute festgestllt, dass sie ca. 4 Minuten von mir entfernt wohnt. Ihr Vorschlag, dass wir auf einen Kaffee gehen anstatt zu chatten klang gut, aber ich wusste halt wirklich gar nichts über sie.
Nun, sie war wohl geistig behindert. Also nicht auf die "die Alte is' voll behindert"-Art, sondern sie war, soweit ich das beurteilen konnte, tatsächlich irgendwie behindert.   In dem Kaffee hab' ich mich von der Kellnerin beobachtet gefühlt, und da das Mädel erzählte, dass sie fast täglich hier is', war mir schon recht klar, dass die Kellnerin, wohl recht viel über das Mädel wusste. Wir haben geplaudert, uns irgendwann verabschiedet, und ich bin heim. Da hat sie mir 'ne SMS geschrieben, wie ich sie finden würde, und ich hab's erstmal nicht über's Herz gebracht, ihr 'nen Korb zu geben. Was ich genau gesagt hab', weiß ich nicht mehr, aber ich weiß noch, dass ich danach ziemlich verwirrt war. Ich bin definitiv ein mehr oder weniger Intellektueller, und hab' tatsächlich recht viel üer das Mädchen nachgedacht. Sie war behindert und sexuell für mich völlig unattraktiv, aber auf eine für mich unerklärliche Weise fand ich sie plötzlich doch ... interessant. Und zwar weil sie war, wie sie war.
Wir haben uns nocheinmal zum DVD-Schau'n bei ihr getroffen. Natürlich wohnte sie noch bei ihren Eltern, aber die waren so stilvoll, sich komplett rauszuhalten; also ich hab' die nicht zu Gesicht bekommen. Ich bin dann aber doch auf Distanz geblieben. Hab' ihre Einladung, mich zu ihr zu ins Bett zu setzen abgelehnt, aber irgendwie mochte ich das Mädel schon. Sie war mir sehr sympathisch.
Hm,... ich hab' mich nach dem Film verabschiedet und meinte, dass ich mt Freunden noch im Kino verabredet wäre, und ein paar Tage nach diesem Date hab' ich mich dann so rausgeredet, dass ich meinte, mich in eine andere verliebt zu haben. Sie hat noch ein, zwei mal irgendwas geschrieben, und ich hate irgendwann eine Nachricht auf meiner Sprachbox, dass sie im Krankenhaus wäre, und ob ich nicht Lust hätte, sie zu besuchen, aber ich hab' das dann nicht getan.   ...aber, und das is' gewissermaßen der essenzielle Punkt: irgendwie hat sie mich schon interessiert. Und das nicht aus der Faszination heraus, dass sie ein behinderter Freak is' oder so, sondern ich mochte sie persönlich, und vielleicht nichteinmal nur platonisch; definitiv nicht sexuell, aber auch keine klassische Freundschaft.

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5 - Wehmutstropfen.

...seit fast einem Jahr kennen wir uns jetzt. Tina (oder zumindest nenn' ich sie mal so) und ich. Beide sind wir 1986er Jahrgang, wobei ich ein halbes Jahr älter bin. Damals haben wir uns über's Netz kennengelernt, und ich fand sie attraktiv und sympathisch, hab' aber erstmal nicht den Eindruck gehabt, sie wäre interessiert. Bei unserem zweiten Treffen, sind wir dann doch schon zu mir und haben uns eine DVD angeschaut, aber um elf musste ich sie rausschmeißen, weil mein damals frisches Betthäschen (heute meine Quasi-Freundin) gekommen is', und nicht kurz darauf haben wir unsere Treffen auch immer bei Tina zum DVD-Schau'n gehabt. Sie war "kuschelig" unterwegs, und ich hatte definitiv den Eindruck, dass sie interessiert war, hab' aber meine Hände vor allem auf's Kraulen und Streicheln beschränkt, und meinem einzigen Kussversuch is' sie ausgewichen, hat aber am nächsten Tag 'ne SMS geschrieben, wie schön sie den Abend fand, und dass sie den wiederholen wolle.
Mein Betthäschen hat mich zu der Zeit ziemlich rangehalten, und es is' einfach nichts passiert zwischen Tina und mir, obwohl ich doch sehr interessiert war, bis sie mir ein paar Wochen später gefragt hat, was das zwischen uns wäre und dann mit krypischen Aussagen gekommen is', dass sie mich richtig gut findet und sich "eigentlich eh" eine Beziehung mit mir vorstellen könne, aber halt diesen Typen kennengelernt hat und jetzt nur mit mir befreundet sein will. Aber dass sie das wirklich will und ich ihr wichtig geworden bin und so weiter. Ich hab' mich schon einwenig geärgert, weil ich echt was von Tina wollte, aber ich hab' mich mal drauf eingelassen, blieb weiterhin touchy, mit ihrem Typen lief es scheinbar ohnehin unbefriedigend, und Tina hatte auch kein Problem mit meinem Händchen auf ihrem nackten Arsch (irgendwann hat sie dann doch abgeblockt) oder so. Aber ich hab' einfach nichts mehr groß gemacht. Das mit dem Typen wurde eh nichts, aber auch mit mir wurde es platonischer, während es mit mir und meinem Betthäschen fester wurde.
Tja, es gab Phasen, in denen wir wenig miteinander zu tun hatten und ich sogar angepisst war, weil ich keinen Bock drauf hatte, dass wir uns dann nach fast 'nem Monat wiedermal treffen und sie spontan einen Spieleabend mit 5 Leute draus macht, bei dem sie die ganze Zeit am Handy hängt (naja, ich hatte meine Freundschaft Plus ja auch dabei). Aber ich sag' mal, ich hab' mich grundsätzlich damit abgefunden, wir haben uns auseinandergelebt, aber hin und wieder treffen wir uns ja doch.   ...und manchmal denk' ich mir schon: eigentlich schade. Ich find' sie verdammt sexy, und ich weiß, dass auch sie mich attraktiv findet, dass sie mich charakterlich interessant findet, und eigentlich hätte da wirklich mehr draus werden können. Aber nicht nur bei ihr, sondern auch bei mir hat die Anziehung nachgelassen, meine Hände kraulen keinen Nacken mehr, ihr Kopf liegt beim DVD-Schau'n nicht mehr auf meinem Schoß und im Prinzip sind wir nur mehr Bekannte, die hin und wieder was miteinander machen.
...aber obwohl ich viele platonische Freundschaften zu Mädchen hab', is' es bei ihr einwenig anders. Ich brauch' jetzt keine Ratschlag, kein "Freeze' sie für ein Jahr", kein "platonische Freundschaften funktionieren nicht, wenn einer auf den anderen steht" oder kein "probier' einfach mal zu eskalieren". Ich hab' sie nur grad auf ein sehr ruhiges Konzert mitgenommen, nachher meinte sie auch, dass sie so froh wäre, mich kennengelernt zu haben, weil sie's so toll findet, mit mir wegzugehen, und gerade dann formt sich so ein leicht selbstironisches Lächeln in mir und sagt: Frosch, du hast echt was verpasst mit ihr. Und daran bist du selbst schuld.
Denn sie is' schon in vielerlei Hinsicht ein tolles Mädchen. Vielleicht einwenig zu "typisch weiblich", aber eigentlich schon toll.

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4 - Alleine.

eigentlich 'ne interessant Selbstbeobachtung. Freitag geh' ich normal mit Freunden ins Kino. Wer das genau is', variiert, und heute is' so ein Tag, an dem alle absagen. Dass wirklich alle absagen is' mir seit 2009 heute erst zum dritten mal passiert, und gerade saß ich da, und dachte mir: ich könnte einem der beiden Mädels schreiben, die ich gerade ("wieder") kennengelernt hab' (also noch läuft nichts, und ich denk' auch nciht, dass noch was laufen wird).
aber dann dachte ich mir: irgendwie freu' ich mich, mal alleine ins Kino zu gehen; und nicht nur ins Kino, sondern zum Freitagskino. In bin in den letzten Monaten eigentlich recht viel unter Leute, diese Woche is' es der erste (und letzte) Abend, den ich allein' verbring', was jetzt nacht "mehr" klingt, als es is'. Also wenn man drei Fixtermine die Woche hat und versucht wenigstens einmal die Woche seine Rollenspielgruppe zusammenzufinden, dann bleiben eh nicht mehr viele Wochentage über, an denen man sich flexibler mit Leuten treffen kann.
Jedenfalls, daran, dss ich mich irgendwie freu', mal wieder alleine was zu machen, erkenn' ich, dass ich mir vielleicht sogar ein ganz klein wenig zu wenig Zeit nur für mich nehm'. Obwohl ne. eigentlich passt es eh. Eigentlich freu' ich mich nur, alleine wegzugehen und wunder mich darüber.

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3 - Verschwiegen und verdreht.

ich sag', wenn ich mit Leuten (v.a. mit Mädchen) plaudere immer wieder, dass ich find', dass Ehrlichkeit überbewertet wird. Aber letztens war ich eigentlich immer einer der besonders ehrlichen Leute - gerade, wenn's um das Zwischengeschlechtliche geht.
Jetzt hab' ich mich aber doch zweimal erwischt, wo ich irgendwie bei wichtigeren Dinge nicht so wirklich ehrlich bin. Nicht so wirklich direkt. Also, es geht um meinen Beziehungsstatus, weil so wirklich Single bin ich wenn's hoch kommt zu 40%, und doch bezeichne ich mich immer so. Und letztens hab' ich auch meine Quasi-Partnerin eine, Mädel gegenüber unverfänglich als "eine Freundin" erwähnt.
Hm, ob mich diese Entwicklung stört, das weiß ich noch nicht. Aber ganz wohl is' mir gerade nicht dabei.

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2 - untouchy.

Ich war heute mit einem Mädchen weg. Ob man es Date nennt oder nicht, das sei einmal dahingestellt, aber ich hab' sie mit heim genommen und nicht "angefasst" (also: angefasst schon, aber nichts irgendwie Sexuelles). Und auch mit einem anderen Mädchen, das grundsätzlich Interesse zeigt, scheint sich die Spannung auch eine nicht-sexuelle Ebene zu beschränken. Dabei (nicht dass ich hier den Unnahbaren darstellen will) wäre ich grundsätzlich interessiert. Aber bei beiden Mädchen ist der Kontakt so eigenarig "un-touchy". Ich denke, ich brauche es, dass auf Berührungen von mir etwas zurück kommt.   Das Mädchen von heute beispielsweise ist keine "Freundin", die ich schon ewig kenn', sondern ein Mädel, das ich gerade kennenlern', und unsere Verabredung heute war auch mit einem unspezifischen "was machen" hinreichend geklärt: wir wollen uns sehen. Aber auch wenn sie schließlich Trotz Alternativen zum DVD-schau'n mitgekommen is', war sie un-touchy, und ich fang' halt auch nicht an, an jemandem rumzugrapschen, der nicht wenigstens zeigt, dass es ihm gefällt.
Und auch das andere Mädchen hat an dem Abend, an dem wir uns besser kennengelernt haben, angedeutet, mit hochkommen zu wollen (gut sie hat's dann verschoben), aber sich schließlich mit einem "ciao" verabschiedet, nach einem Konzert war sie bei mir, aber auch hier nichtmal Wangenküsschen zur Verabschiedung, während sie gleichzeitig mit SMS auf mich zukommt.   ...eigenartige Sache.
Natürlich könnte ich offensiver rangehen, aber ich find's unangenehm, wenn vom Mädel nichts kommt. Mal schauen, was sich da in Zukunft so tut.

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1 - ...von hinten: Ende.

...also gut. Ich hab' mich jetzt die letzten Tage ziemlich viel durch websingles-Profile durchgeklickt, aber letzlich schafft's kaum ein Profil mehr, mich dazu zu bewegen, eine Nachricht zu schreiben. Und das macht das Durchklicken relativ witzlos, weil die wenigen Nachrichten, die ich verschick' eigentlich so gut wie nie beantwortet werden. Also hab' ich jetzt mal mein Profil gelöscht. Anmelden kann ich mich in ein paar Wochen oder Monaten wieder, wenn's mich wieder reizt.   ...ich hab' übrigens kein Game und sprech' keine Frauen an. Wie soll das nur weitergehen?

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