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10 - Vergessenes Dasein

Eintrag erstellt von selfrevolution · - 595 Ansichten

Es is' nicht ganz vier Jahre her, da hatte ich noch meine erste Beziehung. Vor vier Jahren war ich gerade am Anfang vom Ende dieser Beziehung, aber letztlich war es eine wiklich intensive, prägende Beziehung von insgesamt fast sieben Jahren.
Seit dem hab' ich so meine Erfahrungen gemacht, dies und das, bis ich bei meiner Erasmusstudentin gelandet bin. Klassischer "Same Night Lay", aus einem One Night Stand wirde eine Fickbeziehung, aus einer Fickbeziehung eine Freundschaft Plus, aus einer Freundschaft Plus eine Freundschaft Plus auf Distanz, aber mitlerweile fällt immer häufiger das Wort "Fernbeziehung" oder "Beziehung", wenn wir dieses "Wir" benennen. Und das is' auch okay so.

 

Jetzt is' es so, dass diese Tage nicht sogut laufen und ich sozusagen eine Handvoll Sorgen hab'. Ein bisschen zu locker und zu faul gewesen, zu viel gefaulenzt und zu wenig Bewerbungen geschrieben, ein paar Sachen vergessen,... ich hab' das Glück (okay, es is' nicht bloß "Glück", sondern durchaus erarbeitet bzw. Charakter-Sache) dass ich sozial gut eingebunden bin. Wenn ich in Geldnot komm', hab' ich immer Leute, die mir was borgen, auch wenn ich natürlich nicht drauf steh'. Ich war Anfang 2014 schonmal zwei Monate völlig einkommslos, aber mit vollen Ausgaben (ich hab' alleine eine Zweizimmer-Wohnung in Wien), und hatte viele Leute, die mir sofort gesagt haben, wenn ich wolle, können sie mir Geld borgen; auch ohne Hemmungen "mehr" (ich red' von viel-hundert Euro pro Monat, ohne genauen Rückzahlungsplan).

 

...aber gut. Is' natürlich immer eine unangenehme Sache. Auch jetzt (und ein Zeichen dafür, dass ich mal wieder aufwachen sollte).
Es gibt diese "Idee", dass man eher dann bei den Mädels ankommt, wenn "es läuft". Wenn man sein Lebe im Griff hat. Wenn man weiß, wo man hin will. Und so weiter. Ich merk', dass meine Attraktivität in den letzten Jahren ingesamt deutlich gestiegen is' (vielleicht auch nur meine Erfahrung darin, zu erkennen, wenn ein Mädel auf mich steht und so weiter), obwohl meine finanzielle Situation ziemlich den Bach untergeht. Aber,... und das klingt jetzt "voll schwul": wichtig is' mir gerade, DASS es defakto passt, zwischen meiner Freundin und mir.

 

...ja. Wir fallen nicht mehr bei jeder Begegnung übereinander her. Das macht die Zeit. Aber ich merk', wie gut uns beiden die Zeit zusammen tut, und wie viel dieses "mehr" Wert is', das man in stabilen Beziehungen hat. Ob wir jetzt lange zusammen bleiben, weil ich nicht, aber ich denk' schon. Es is' aber dieses Grundvertrauen da. Routine? Langeweile? Ja! Was zu sagen is', is' gesagt. Ich hab' kaum mehr Geheimnisse. Sie hat wahrscheinlich auch nicht viele. Man könnte es den "langweiligen Beziehungsalltag" nennen. Aber es ist schön.
Eigentlich fragwürdig, warum es schön is'. Routine, Alltag und Langeweile gelten doch als die Beziehungskiller schlechthin, und die Libido leidet in der Tat darunter (also 2-4 Mal Sex pro Woche in der Zeit, in der wir uns sehen is' für Fernbeziehungen eher wenige, denk' ich, weil wir ja doch auch die Distanz haben). Aber irgendwie stört mich das nicht. Es is' einfach schön.
Ich hab' sie jetzt nicht gefragt, ob sie das auch so sieht, aber sie wirkt jetzt nicht, als würde ihr da allzu viel abgehen, zwischen uns. Auch ihre Meinung, so glaub' ich, hat sich durch das Jahr mit mir geändert. Is' ja auch schon eine ganze Weile Single gewesen, und vielleicht geniest sie einfach auch diese "Ruhe" (obwohl ich eigenltich nicht als ruhiger Typ gelte; eher als kindisch, quängelig und freizeitsüchtig). Würde sie das hier lesen, würd' sie mich sicher verarschen und sagen, dass ich mal wieder was zu ficken brauch' (wir haben 'ne offene ... Beziehung, ich sie hät' sicher tolle Vorschläge, an Rotschöpfen, die ich mal flachlegen sollte), aber ich glaub', dass se das nicht so unähnlich sie wie ich.

 

Routine. Langeweile. Einfach nur im Bett rumliegen. Kein Stress, irgendwen umhauen zu müssen. Vertrauen. Mit wem über die Sorgen des Lebens plaudern können. Jemand, der einen motiviert. Der klassische Beziehungsalltag (und ja, man soll das so nicht sagen, aber es is' einwenig wie meine erste Beziehung, nur dass es diesmal im Bett so ungelaublich viel besser klappt). Ich hab' beinahe vergessen, wie sich sowas eigentlich anfühlt. :rolleyes:
Okay, sie hat Recht: ich brauch' mal wieder was zu ficken.



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