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16 - Destruktive Energie

Eintrag erstellt von selfrevolution · - 709 Ansichten

Ich bin gerade voller destruktiver Energie.
Und das fühlt sich irgendwie gut an.
Und gleichzeitig irgendwie nicht so gut, weil es nichts zu zerstören gibt.

Anlass ist wohl die Tatsache, dass ich "die eine mail" davon entfernt bin, mein Studium abzubrechen. Der Gedanke fühlt sich wie eine Niederlage an. Eine absolute Niederlage. Aber lieber ein Ene mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Nicht wahr? Mein Gehirn is' Matsch. Mein Körper is' Brei. Meine Geldbörse is' leer. Ich hab' irgendwann irgendwas ziemlich falsch gemacht. Aber ich brauch' da keine "Fehleranalyse". Viel mehr eine Veränderung. Sonntags geht's einmal für ein halbes Jahr zu meiner Freundin nach Deutschland.
Vor viereinhalb Jahren war ich an einem interessanten Punkt: ich war genau der, der ich werden wollte. Aber ich hab' schließlich erkannt, dass das ein paar Haken hat. Und schließlich hab' ich soetwas wie symbolischen Selbstmord begangen. Die dinge, die mich ausgemacht haben, hab' ich zerstört und unterbrochen. Und ich bin ein anderer geworden. Es heißt manchmal, Menschen würden sich nicht verändern, aber das stimmt nicht. Ich bin in der Tat ein ganz anderer als damals.
Aber ich sehe gewisse Ähnlichkeiten, was den Punkt betrifft, an dem ich gelandet bin. Ich führe zumindest der Tendenz nach das Leben, das ich mir damals ausgesucht und überlegt hab'. Die Freiheit, die Unbeständigkeit, der Spaß. Die Nacht is' noch mehr mein Element geworden, als sie es damals war, sodass ich schließlich selsbt dann, wenn ich schlafen will, um halbsechs zum fünften Mal ungeduldig aufstehe, weil es einfach keinen Sinn zu haben scheint.
Ich denke nicht, dass ich wieder "zurück zum Ursprung" sollte, genausowenig wie ich denke, dass ein erneuter symbolischer Selbstmord wirklich hilfreich ist. Aber ich will etwas zerstören. Ich denke, damals habe ich mehr an mir selbst zerstört. Ich habe meine Beziehung beendet und ich habe mein Studium tief, tief im Sandkasten vergraben. Wenn ich jetzt die für mich identitätsstiftenden Aspekte töte, dann leiden mehr Leute darunter. Ja, also damals hat schon meine Freundin gelitten (sie war absolut nicht einverstanden mit meiner Entscheidung). Heute würde ich mich hingegen von dem trennen, was man "Bekannten- und Freundeskreis" nennt. Ne, das will ich nicht. Und so radikale Schritte mag ich auch keine mehr machen. Ich bin keine 15 mehr, dass ich eine "alles oder nichts"-Mentalität verfolge. Aber irgendwo muss sich diese destruktive Energie entladen. Der rebellische, zerstörerische Akt des "Nein". Ich werde meinen Job kündigen. Achso, ich arbeite ja eh nur mehr bis Freitag. :rolleyes:
Aber wenn ich zurückkomme, dann werde ich mir echt etwas anderes suchen. Es war nicht übel und so, aber … es war schon übel. Ständig herumfahren, kein fixes Einkommen, böse Zungen wie die meiner Ex-Freundin Kryptonit würden sagen: überhaupt kein Einkommen. Genug Freiheit, Gemütlichkeit und Dauer-Spaß zum Preis von Geld, Zukunftsperspektiven, Reputation und körperlicher Gesundheit. Nieder mit der Freiheit! Und vielleicht is' es genau diese, die ich zerstören werde. Meine Freiheit. Hm,… jawohl! Oder so. Ich mein', klar erscheint's sinnvoller, die Fualheit zu zerstören. Aber so viel destruktive energie hab' ich dann auch wieder nicht. ;-)

Und wenn ich überhaupt drüber nachdenk', dann is' mit dem Schreiben dieser Zeilen schon so viel Energie entladen worden, dass ich mich so eigenartig befriedigt fühle, dass ich jetzt doch nichts mehr zerstören brauch' und einfach weitermachen kann wie bisher. Also lang lebe die Freiheit! Nieder mit der destruktiven Energie!



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