• Einträge
    6
  • Kommentare
    2
  • Ansichten
    891

Publius Ovidius Naso. Ein römischer Verführer lehrt die Liebeskunst.

Vor längerer Zeit bin ich im Internet auf ein Forum gestoßen, indem jemand über Publius Ovidius Naso berichtete, der schon vor über 2000 Jahren, drei Bücher verfasste zum Thema „Verführung“. Leider konnte ich die Quelle nicht mehr ausfindig machen und werde in nächster Zeit noch mal nach ihr suchen. Offen für das Thema, recherchierte ich den Namen und bin auf sein Werk „Ars amatoria“ (Liebeskunst) gestoßen, welches in drei Büchern verfasst ist. Hinzu kommt, das separate Buch „Remedia amoris“ oder auch Heilmittel der Liebe genannt, welches man als Ergänzung der drei Büchlein, sehen kann. Neugierig wie ich bin, dachte ich, auch wenn es antike Lektüre ist, bestimmt, die ein oder anderen Tipps und Tricks vorzufinden. Und siehe da, es fand sich viel Nützliches und Bekanntes. Ehrlich gesagt war ich erstaunt, so viele und noch heute aktuelle Verführungskonzepte vorzufinden.

Das kleine Reclam-Heftchen ist schnell durchgelesen und sorgt für einen kurzen aber doch interessanten Blick auf die Kunst der Verführung. Es könnte das erste Buch überhaupt sein, dass zu diesem Thema je geschrieben wurde. Für euch habe ich einige Auszüge aus dem Buch entnommen und mit eigenen Gedanken unterlegt, die für den ein oder anderen Leser, interessant sein könnten.

 

Let’s get started

 

Wenn man das Buch durchliest, finden sich darin viele Konzepte aus dem Verführungs- und NLP-Bereich, wieder. Zum Beispiel spricht Ovid Dinge an, die sehr verwoben mit der eigenen Persönlichkeit sind, wie Angstbewältigung, das Mindset des Verführers, Presuppositionen aus dem NLP, die eigenen Überzeugungen und nützliche psychologische Information über Frauen, die meiner Meinung nach, noch heute relevant sind.

Das Buch selbst ist in drei kleinere Bücher unterteilt und ist bei normalem Lesetempo in ca. 1er Stunde durchgelesen. Das erste Buch handelt über Pick-Up im klassischen Sinne. Darin findet man Ratschläge wie zum Beispiel: Wo man Frauen kennenlernen kann, wie man sich richtig und gepflegt anzieht, welche Opener man benutzt, wie man Cockblocker eliminiert etc. Ich werde auf einige Punkte weiter unten eingehen.

Das zweite Buch handelt darüber, wie man die Frau in seinem Leben behält, nachdem man mit ihr zusammengekommen ist. Gutes Zeugs dabei wie Versprechungen machen usw.
Das dritte Buch ist darüber geschrieben, wie Frauen Männer verführen sollen. Er gibt als nicht nur Männer die Waffen in die Hand, sondern auch Frauen. Damit betreibt er also Fair Play!

Das ergänzende, vierte Buch „Heilmittel gegen die Liebe“ handelt darüber, wie man über eine Person, die man liebte, hinwegkommt (Oneitis). Auch darin finden sich gute Punkte. Je nachdem wieviel nützlicher Content aus dem kleinen Buch entnommen werden kann, werde ich einen Blogbeitrag dazu schreiben. Hier ein paar erinnerungswürdige Zitate aus der „Remedia Amoris“ (Heilmittel gegen die Liebe).

 

Liebe dringt durch Gewöhnung ins Herz, wird verlernt durch Gewöhnung: Wer den gesunden Mann spielen kann, der wird gesund.

Würdet ihr da zustimmen?

 

 

 

Doch was unsrem Bemühen vor allen Dingen im Weg steht, sag ich jetzt, obwohl jeden sein Beispiel belehrt: Zögernd machen wir Schluss, da geliebt zu werden wir hoffen; weil sich ein jeder gefällt, kommt`s, dass wir leichtgläubig sind. Doch glaub weder Worten (was trügt denn noch stärker als diese?) noch, dass gewichtig sei, was bei den Göttern man schwört. Pass du auf, dass du nicht durch die Tränen der Mädchen gerührt wirst: Haben im Weinen sie doch bestens die Augen geschult.

Wenn wir uns in einer Beziehung befinden, die uns eigentlich nicht gut tut, trauen wir uns meistens nicht, sie zu beenden. Ich denke, der ein oder andere, hat sich in solch einer Situation befunden.

 

 

 

Auch ermuntre ich euch, zugleich zwei Mädchen zu haben (wenn einer mehr haben kann, steht er als stärker da). Strebt nach beiden Seiten der Sinn geteilt auseinander, zieht das eine Begehrn Kraft von dem anderen ab. Mächtige Flüsse verlieren durch viele Bäche an Größe; Feuer, das schwach ist, erlischt, wenn man die Scheite zerteilt.
Nur ein Anker allein hält nicht die kalfaterten Schiffe; eine Angel allein genügt nicht in der strömenden Flut: Wer sich selbst schon lang verschafft hat doppelte Tröstung, steht als Sieger schon lang hoch auf der Zinne der Burg. Der du zu deinem Nachteil einer Frau nur dich hingabst, du musst wenigstens jetzt finden, was neu dich entflammt.

…was verweil bei Exempeln ich, deren Schar mich ermüdet? Jede Liebe wird, folgt eine neue, besiegt.

Habe immer mehr als nur eine Freundin…köstlich!

 

 

 

Und nun zu Ovids Buch „Die Liebeskunst“

14777879244_832b89247f_k-300x216.jpg

 

 

1.Erstens bemühe dich, einen Gegenstand für deine Liebe zu finden, der du jetzt als Rekrut in der Liebe zum ersten Mal deinen Dienst antrittst. Die nächste Aufgabe ist, das Mädchen deiner Wahl durch Bitten zu erweichen; die dritte, der Liebe lange Dauer zu verleihen. So weit unser Plan.

1. Finde dein Objekt der Begierde, hab ein Plan und unternimm Dinge, die dafür sorgen, dass sie bei dir bleibt.

 

 

 

2.Solange es dir freisteht und du am lockeren Zügel überall umherschweifen kannst, erwähle die, zu der du sagen willst: „Du allein gefällst mir.“ Sie wird zu dir nicht vom blauen Himmel herabfallen, du musst schon mit eigenen Augen nach einem geeigneten Mädchen Ausschau halten. Der Jäger weiß wohl, wo er für die Hirsche die Netze spannen soll, er weiß wohl, in welchem Tal der zähneknirschende Eber sich aufhält; den Vogelstellern sind die Büsche bekannt; der Mann, der die Angelrute hält, weiß, in welchen Gewässern viele Fische schwimmen; du auch, der du einen Gegenstand für eine dauerhafte Liebe suchst, lerne zuvor, wo Mädchen in großer Zahl zu finden sind! Ich will dir nicht befehlen, auf deiner Suche die Segel dem Wind anzuvertrauen; um fündig zu werden, brauchst du nicht mühsam einen weiten Weg zurückzulegen.

2. Impliziert eine aktive Rolle einzunehmen. Weiß wohin du gehst. Suche dein Jagdrevier und überlass es nicht dem Zufall, Frauen kennezulernen.

 

 

 

3.Du aber geh vor allem im Rund des Theaters auf Jagd. Dieses Gebiet ist ergiebiger, als du es in deinen kühnsten Wünschen erhoffst. Dort findest du etwas zum Lieben, etwas zum Spielen, dort findest du, was du einmal berühren und was du festhalten willst. Wie Ameisen in langem Zuge dicht durcheinanderwimmeln, wenn sie ihre gewohnte Speise im körnertragenden Munde befördern, oder wie Bienen, wenn sie ihre geliebten Waldtäler und duftenden Weideplätze erreicht haben, um Blumen und Thymianspitzen schwärmen, so eilen fein herausgeputzte Frauen zu den gut besuchten Spielen. Oft hat die reiche Auswahl mich mit meinem Urteil zögern lassen. Sie kommen, um zu schauen, sie kommen, um sich selbst anschauen zu lassen. Das ist ein gefährlicher Ort für die Keuschheit.

3. Er empfhielt das Theater aufzusuchen. Heutzutage, denke ich, würde er die Club und Barszene empfehlen.

 

 

 

4.Dicht neben deiner Dame sollst du ungehindert sitzen; schmiege deine Seite immerfort, so eng du kannst, an die ihre. Und es ist gut, dass die Schranke dich zwingt, zu ihr zu rücken, selbst wenn du es nicht wolltest; das Gesetz des Ortes verlangt, dass du das Mädchen berührst. Hier suche du ein Gespräch anzuknüpfen, das euch verbindet, und alltägliche Worte mögen zuerst erklingen: Dass du mir nur, mein Eifriger, fragst, wessen Pferde jetzt kommen! Und ergreife unverzüglich die Partei dessen, dem ihre Gunst gilt, wer es auch sein mag. Aber wenn der Festzug mit seinen zahlreichen elfenbeinernen Götterbildern aufmarschiert, klatsche unserer lieben Frau Venus hingebungsvoll Beifall. Und wenn zufällig – wie es zu geschehen pflegt -  in den Schoß des Mädchens Staub fällt, wirst du ihn mit den Fingern abschüttel müssen. Auch wenn kein Staub fällt, schüttle das Nichts dennoch fort. Jeder Anlass sei für deine Dienstfertigkeit recht. Wenn das Kleid zu tief herabhängt und auf der Erde liegt, so nimm es und heb es beflissen vom unreinen Boden auf. Und als Lohn für deinen Diensteifer wird deinen Augen sofort der Anblick ihrer Beine zuteil – und sie lässt es zu. Schau außerdem zurück und achte darauf, dass kein Hintermann sein Knie gegen ihren zarten Rücken drücke. Kleinigkeiten erobern leichtsinnige Herzen. Für viele hat es sich schon gelohnt, das Polster mit gefälliger Hand zurechtzurücken. Es ist auch nützlich gewesen, mit einem dünnen Schreibtäfelchen als Fächer Wind zu machen und unter den zarten Fuß ein geschwungenes Schemelchen zu stellen.

4. Hier also der Approach. Mir gefällt der Part, wie man etwas von ihrer Brust herunterputzt, egal ob es da ist oder nicht.

 

 

 

5.Wein macht das Herz bereit und für die Glut der Leidenschaft empfänglich; durch viel unvermischten Rebensaft entflieht die Sorge und löst sich auf.
…Hier traue dich nicht allzu sehr der trügerischen Lampe! Der Beurteilung von Schönheit schaden Nacht und Wein. Bei Tageslicht und unter freiem Himmel hat Paris die Göttinnen geprüft, als er zu Venus sagte: „Du, Venus, besiegst beide.“ Bei Nacht bleiben die Mängel verborgen, man ist nachsichtig gegenüber jeglichem Fehler, und die Dämmerstunde macht jede beliebige Frau schön. Geht es um Edelsteine, purpurgefärbte Wolle, schöne Gesichter und körperliche Vorzüge, so ziehe das Tageslicht zu Rate!

5. Hahaha

 

 

 

6.Zuerst durchdringe dich die Zuversicht, dass alle erobert werden können. Du wirst sie fangen, spanne nur die Netze aus! Eher können im Frühjahr die Vögel schweigen, im Sommer die Zikaden, eher kann der arkadische Jagdhund vor dem Hasen fliehen als eine frau einem jungen Mann widerstehen, wenn er sie schmeichelnd in Versuchung führt; auch eine, von der man glauben könnte, sie wolle nicht, wird wollen. Und wie dem Mann die heimliche Venus willkommen ist, so ist sie es dem Mädchen; der Mann kann es nur schlecht verbergen, die Begierde der Frau ist besser versteckt. Gesetzt, wir Männer würden uns einig, bei keiner den ersten Schritt zu tun, so ist die Frau schon besiegt und wird die Rolle der Werbenden spielen. Auf den schwellenden Wiesen muht dem Stier sein Weibchen zu, und den behuften Hengst wiehert immer die Stute an. Mäßiger ist in uns die Begierde und nicht so rasend; die Glut des Mannes hat ihre natürliche Grenze. Was soll ich Byblis erwähnen, die in verbotener Liebe zum Bruder entbrannt war und sich für ihren Frevel tapfer mit dem Strang bestrafte? Myrrha liebte den Vater, aber nicht, wie eine Tochter es soll, und ist jetzt unter Rinde verborgen, die sie ringsum beengt.

6. Jetzt wird es spannend. Das sind die Art von Überzeugungen, die einen Verführer ausmachen. Welche sind: Jede Frau kann verführt werden. Frauen verstecken ihre Begierden und Leidenschaften besser. Wenn Männer niemals den ersten Move machen würden, dann würden Frauen die Werbenden sein. Ein lustiger Gedanke!

 

 

 

7.All dies hat weibliche Leidenschaft bewirkt. Sie ist heftiger als die unsrige und steht dem Wahnsinn näher.

7. Frauen sind in ihren Gefühlen extremer als der Mann und damit auch leidenschaftlicher? Die Frage ist ob das nur für die Liebe gilt oder aber auch für andere Bereiche.

 

 

 

8. Also wohlan, trage keine Bedenken, dir Hoffnung auf alle Frauen zu machen; von vielen wird kaum eine dir einen Korb geben. Die sich verschenken und die sich verweigern, freuen sich, dass man um sie warb. Magst du auch enttäuscht werden, so ist eine Zurückweisung doch gefahrlos; aber warum solltest du enttäuscht werden, wo doch ein neues Vergnügen willkommen ist und Fremdes das Herz mehr einnimmt als Eigenes! Fruchtbarer ist die Saat stets auf fremden Äckern, und des Nachbarn Vieh hat ein pralleres Euter.

8. Korb hin oder her. Sie fühlt sich geschmeichelt angesprochen worden zu sein. Daher hast du nichts zu verlieren, den Schritt zu wagen und sie anzusprechen.

 

 

 

9.Doch lass es dir vorher angelegen sein, die Dienerin des Mädchens, das du erobern willst, kennenzulernen. Sie wird dir den Zugang erleichtern. Sieh zu, dass sie die engste Beraterin deiner Dame und eine völlig zuverlässige Mitwisserin für verschwiegene Scherze sei. Bestich diese durch Versprechungen und durch Bitten. Was du erstrebst, wirst du leicht bekommen, wenn sie es will.

9. Ihre Freundin für dich gewinnen und sie so entwaffnen. Lass sie dein Komplize sein.

 

 

 

10.Aber finde kein Gefallen daran, das Haar mit der Brennschere zu kräuseln, und reibe dir die Schenkel nicht mit rauem Bimsstein glatt. Überlass das den Eunuchen, die heulend Mutter Cybele mit phrygischen Melodien ansingen. Nachlässige Schönheit steht Männern.
… Durch Sauberkeit errege dein Körper Wohlgefallen, lass ihn auf dem Marsfeld bräunen.
… Der Haarschnitt entstelle nicht deine Frisur zu stacheln, Haar und Bart seien von kundiger hand geschnitten. Lass die Nägel nicht vorstehen, lass sie sauber sein, und aus den Nasenlöchern stehe dir kein Härchen hervor. Auch soll der Mund nicht übel riechen, der Atem nicht widerlich sein, und unter der Achsel soll nicht der stinkende Bock, der Herr der Ziegenherde, hausen. Alles Übrige überlass den lockeren Mädchen oder Leuten, die keine rechten Männer sind und um Männer buhlen.

10. Ratschläge zu Hygiene, Gesichtspflege und was man vermeiden soll. Der Herr der Ziegenherde unter den Achseln….bester Part!

 

 

 

11.Wenn also die Gaben des Bacchus für dich aufgetischt sind und eine Frau dein Speisesofa teilt, dann bete zum Vater der Nacht und seinen nächtlichen Weihen, dass sie dem Wein verbieten, deinem Kopf zu schaden. Hier darfst du vieles in geheimer Zeichensprache sagen, von dem sie spüren soll, dass es ihr gilt, darfst leichte Schmeicheleien mit klarem Wein niederschreiben, damit sie auf dem Tisch lesen kann, dass sie die Dame deines Herzens ist, darfst auch Auge in Auge schauend deine Liebesglut erraten lassen. Oft hat eine stumme Miene Stimme und Wort. Reiß als Erster den Becher an dich, den ihre Lippen berührten, und trink an der Stelle, wo dein Mädchen trinkt. Und von jeder Speise, von der sie sich mit den Fingern etwa nahm, nimm auch du und berühre dabei ihre Hand.

11. Was du tust, wenn du allein mit ihr bist. Wie du Augenkontakt einsetzt. Wie du sie berührst und mit ihr flirtest.

 

 

 

12.Es sein auch dein Wunsch, dem Mann der Geliebten zu gefallen. Er wird euch mehr nützen, wenn er dein Freund wird. Kommst du durchs Los an die Reihe zu trinken, so lass ihm den Vortritt; sein Haupt soll den Kranz bekommen, der für das deine bestimmt war; steht er unter dir oder dir gleich, so soll er doch von allem vor dir nehmen; trage auch keine Bedenken, immer erst nach ihm zu sprechen. Sicher und beliebt ist die Methode, unter dem Namen der Freundschaft zu betrügen.

12. Dich mit ihrem Bekanntenkreis anfreunden und diese für dich gewinnen. Interessant!

 

 

 

13.Wir werden dr ein festes Maß im Trinken setzen: Verstand und Füße sollen dir noch dienstbar sein. Hüte dich besonders vor Scheltreden, zu denen der Wein aufstachelt, und vor allzu leicht entstehenden handgreiflichen Auseinandersetzungen. Eurytion kam um, weil er töricht den Wein trank, den man ihm vorsetzte. Besser passt zu Tafel und Wein sanfter Scherz. Hast du die Stimme, so singe; sind deine Arme gelenkig, so tanze und versuche durch jede Gabe zu gefallen, durch die du gefallen kannst. Zwar schadet echte Trunkenheit, doch erheuchelte wird dir nützen: Lass die Zunge listig mit lallenden Lauten stammeln, damit alles, was du allzu keck sagst oder tust, auf übermäßigen Weingenuss geschoben werde.

13.Trink nicht zu viel. Du kannst alles nachher auf den Alkohol schieben. Der beste Freund und Helfer!

 

 

 

14.Aber wenn die Gäste sich nach Aufhebung der Tafel verziehen, wird dir allein schon das Gedränge Annäherungsmöglichkeiten bieten. Menge dich unter die Schar und streife leicht die Dame, die neben dir geht; zupfe sie mit den Fingern an der Seite und berühre ihren Fuß mit dem deinen. Jetzt ist der Zeitpunkt für das Gespräch da; fliehe weit weg von hier, bäurische Scheu! Dem Mutigen helfen Glück und Venus. Deine Beredsamkeit soll von uns nicht reglementiert werden. Wisse nur, was du willst; dann wirst du von selbst beredt sein. Du musst den Verliebten spielen und seine Schmerzen mit Worten nachahmen; darin strebe mit aller Kunst nach Glaubwürdigkeit. Und es ist nicht schwer, Glauben zu finden. Jede hält sich für liebenswert; mag sie auch abgrundhässlich sein, jeder gefällt die eigene Gestalt.
…Jetzt sei es die Aufgabe, ihr Herz durch Schmeicheleien allmächlich zu fangen, wie fließendes Wasser ein überhängendes Ufer unterhöhlt. Lass es dich nicht verdrießen, ihr Gesicht, ihr Haar zu loben, ihre feinen Finger und ihren kleinen Fuß. Auch keusche Herzen erquickt das Lob der Schönheit; auch Jungfrauen pflegen ihre Erscheinung und freuen sich daran.

14. Schmeichelei oder eher Unterordung. Ich denke man muss das Ziel des Verührers unter die Lupe nehmen. Wenn er allen Frauen schmeichelt und es als Werkzeug benutzt in seinem Repertoire, dann sieht es nicht nach Unterodnung aus, aber wenn er verliebt in die eine Frau ist und um ihre Zuneigung bettelt, dann hechelt er nach Anerkennung und Zuneigung. Was meint ihr?

 

 

 

15.Auch Tränen sind nützlich; durch Tränen wirst du selbst ein Herz von Stahl rühren; lass sie, wenn du kannst, deine Wangen feucht sehen. Wenn dir Tränen fehlen (denn sie kommen nicht immer im richtigen Augenblick), berühre die Augen mit angefeuchteter Hand.

15. Steck dein Finger in die Augen um zu weinen. Das ist extrem. Ziemlich manipulativ….

 

 

 

16.Nicht wahr: Man schämt sich zwar, bei gewissen Dingen selbst den Anfang zu machen, aber man erduldet sie gern, wenn ein anderer damit beginnt. Ach, allzu viel bildet sich der junge Mann auf seine Schönheit ein, der abwartet, bis das Mädchen ihm zuerst einen Antrag macht. Der Mann tue den ersten Schritt, er spreche bittende Worte, und sie möge die schmeichelnden Bitten liebenswürdig aufnehmen. Willst du sie erlangen, so bitte du sie! Sie will nur gebeten sein. Schaffe den Anlass und mache den Anfang zur Erfüllung deines Wunsches. Iuppiter ging als Bittflehender zu den Heroinen der Vorzeit; kein Mädchen hat von sich aus den großen Iuppiter verführt.
Wenn du aber spürst, dass aus deinen Bitten hochmütige Sprödigkeit erwächst, so übe Zurückhaltung und ziehe dich etwas zurück. Was flieht, begehren viele, sie verabscheuen, was zudringlich ist; nimm ihr den Überdruss an dir, indem du sie sanfter bedrängst. Nicht immer muss der Werbende offen bekennen, dass er sich Liebe erhofft. Lass Armor sich unter dem Decknamen der Freundschaft einschleichen. Ich habe gesehen, dass ein sprödes Mädchen sich durch diese Art der Einführung täuschen ließ; wer ein Verehrer gewesen war, war unversehens zum Liebhaber geworden.

16.Sei der erste, der Initiative zeigt. Frag und du wirst empfangen. Viele Frauen wollen, was sie nicht haben können. Wenn sie nicht antwortet, zieh dich zurück und nimm ihr die geschenkte Aufmerksamkeit. Steck sie in deine Friend-Zone und entwaffne sie so.

 

 

 

17.Aber jeder Liebende sei bleich; diese Farbe passt zu dem Liebenden; so gehört es sich; bedenke, dass sich dies für einen jeden bewährt hat!
…Um deinen Wunsch erfüllt zu sehen, musst du bejammenswert sein, so dass jeder, der dich sieht, sagen kann: „Du bist verliebt.“

17. Ich denke das fällt eben so in die „Steck-dein-Finger-ins Auge-Routine.“

 

 

 

18.Ich wollte schon zum Schluss kommen, aber ein Mädchenherz ist nicht wie das andere; wisse tausend Herzen auf tausenderlei Art zu nehmen! Einerlei Boden bringt nicht alles hervor: Der eine ist geeignet für Reben, der andere für Oliven; hier gedeiht der Emmer vortrefflich. Es gibt so vielerlei Charaktere wie Gesichter. Wer klug ist, wird sich unzähligen Wesensarten anpassen können und wie Proteus sich bald zu fließendem Wasser verflüchtigen, jetzt ein Löwe, jetzt ein Baum, jetzt ein borstiger Eber sein. Manche Fische fängt man mit der Harpune, andere mit dem Angelhaken, wieder andere werden von geräumigen Netzen am strammen Seil fortgeschleppt. Ebenso wenig wird zu jedem Lebensalter ein und dieselbe Methode passen; eine bejahrte Hirschkuh wird den Hinterhalt schon aus größerer Entfernung erkennen. Wenn du der Ungebildeten gelehrt und der Schamhaften frech erscheinst, wird die Ärmste sofort ihr Selbstvertrauen verlieren. So kommt es, dass eine, die zu scheu war, sich einem Anständigen anzuvertrauen, sich erniedrigt und einem Geringeren an den Hals wirft.

18. Sei flexibel und variere dein Approach und deine Methode hinsichtlich des Kontexts und des Frauentyps. Verberge deine Fähigkeiten, wenn nötig.

 

So das wars! Ist ein ziemlich langer Artikel geworden aber ich hoffe ihr konntet zumindest was mitnehmen. Was denkt ihr darüber? Wenn ihr das Buch lest, was sind eure Reaktionen? Viel wichtiger, was habt ihr für euch aufgefasst, dass nützlich sein könnte. Schreibt es in die Kommentare!

 



1 Kommentar


Empfohlene Kommentare

Gratuliere! Das ist äußerst wertvoller Inhalt! 

Und wer dachte tatsächlich, dass Pick Up Inhalte, NLP, whatever, nicht schon längst bekannt war und praktiziert wurde? Hier beispielsweise in der römischen Antike? Da schlummern wahre Schätze. Großteils heutzutage unbekannt. 

Sich dessen nicht bewusst sein, dazu braucht's schon ne gehörige Portion Ignoranz und Arroganz. Schönen Morgen noch im allmontäglichen Stau in die Arbeit, hehe. Ich klink mich da aus und hab mir heut frei genommen ...

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Mitgliedskonto, oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Mitgliedskonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Mitgliedskonto erstellen

Registriere Dich ganz einfach in unserer Community.

Mitgliedskonto registrieren

Anmelden

Du hast bereits ein Mitgliedskonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden