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Lass uns Freunde bleiben

Eintrag erstellt von selfrevolution · - 268 Ansichten

Einwenig "kontextfrei", aber ich bin die Tage beim Herumlesen auf einen Thread gestoßen, der mal wieder die Pick Up Credos zusammenfasst. Dabei bin ich auf den "Lass und Freunde sein"-Teil gekommen. Den solle man ablehnen, weil man sich nicht "zur besten Freundin" machen lassen soll, so der Thread (Matcho-Zeug halt). Ich fand solche Ansagen in der Vorstellung irgendwie immer ziemlich peinlich, aber ich erinnere mich gerade an zwei Momente von … früher (lange her).

Ich hab' damals in einer Bar eine hübsche, süße und extrem kluge Französin kennengelernt, die erst zehn Tage zuvor nach Wien gezogen ist. Das war ein Glücksgriff! Ich hab' ihr öfter mal etwas ins Ohr geflüstert und dezenten Körperkontakt herzustellen; scheinbar ohne dabei aufdringlich zu sein; generell hab' ich damals etwas "Mehr" von diesem Pick Up Zeug ausprobieren wollen, bin ihr an dem Abend nicht nachgelaufen, bis sie dann von selbst wieder gekommen is', alles lief ganz gut. Die Freundin, mit der ich dort war, ist irgendwann heim, ich bin ganz gut bei ihren Freunden angekommen, und schließlich haben wir uns für die Woche drauf verabredet: ohne Nummern zu tauschen (und das find' ich extra cool!) . Und sie ist gekommen und hat gut ausgesehen. So "Date-gut". Ich weiß nicht mehr, wieso wir nach der Jamsession bei einer U-Bahnstation weit weg waren, is' zu lange her. Vielleicht wollten wir noch etwas futtern oder ich hab' sie noch ein paar Stationen weiter begleitet.

Sie hat mir dann ihre mailadresse gegeben (keine Ahnung, warum wir nicht Nummern getauscht hatten. Vielleicht hatte sie noch gar keine). Nachdem sie weg war, hab' ich ihre mailadresse in den Müll geschmissen, weil … so genau kann ich das gar nicht beschreiben. Sie war das erste Mädchen, das ich je "einfach so" in einer Bar angesprochen hab' (dafür hat's schon super gut geklappt) und ich wollte dieses Pick Up Zeug nur mal ausprobieren. Und ich war noch in einer monogamen Beziehung (gemeinsame Wohnung).

Naja, ich weiß nicht mehr, wie das sein konnte, aber ich hab' mich an ihre mailadresse erinnert und sie angeschrieben. Ein, zwei mails haben wir ausgetauscht, und dann - ich weiß nicht mehr wieso - hab' ich irgendwas geschrieben von wegen, dass ich genug "gewöhnliche Freunde" habe und nicht auf soetwas aus bin. Ich weiß den Wortlaut echt nimmer, das war im Anfang 2012. Was ich aber noch weiß, is' dass ich auf diese mail, die ich heute, im Nachhinein, extrem peinlich in Erinnerung habe, als Antwort bekommen habe: "Fair enough! We can have dinner." Also kein "Alter, bist du peinlich" oder "hey, stress mal nicht"; "Fair enough!". Es kam nie dazu, weil es dann auch irgendwie Missverständnisse gab, die super bescheuert waren. Sie hat irgendwas davon geschrieben, dass sie eine Stelle in den USA angeboten bekommen hat und dort jetzt hinfährt, und für mich kam das wie eine super billige Ausrede rüber; dabei meinte sie nicht, dass sie dort jetzt hinzieht, sondern dass sie hin fliegt, sich das anschaut und wieder zurück kommt (hab' ich dann erst zwei Monate später auf Nachfrage erklärt bekommen, whatever).


Eine zweite Begebenheit mit einem Mädchen; Anfang 2015: wir haben uns online kennengelernt, und ich hatte wenige Wochen davor meine jetztige Freundin kennengelernt. Ich fand das Mädchen wirklich toll und sie war sehr kuschelig unterwegs. Ich war mir so verdammt sicher, dass da etwas passieren wird (auch weil ich zu dem Zeitpunkt recht selbstbewusst war, weil das mit meiner noch-nicht-Freundin so gut gelaufen is'). Und dann irgendwann haut sie raus (und die Absurdität, die Zweideutigkeit dieser Worte is' der Grund dafür, dass ich sie noch immer so genau im Kopf hab'): "…ich kann mir ja schon eine Beziehung mit dir vorstellen. Aber ich habe jetzt jemanden kennengelernt." Und dann kamm die Entscheidung, um die es geht: "Ich würde aber wirklich gerne mit dir befreundet bleiben. Also damit meine ich das nicht so ein 'lass uns Freunde bleiben', sondern ich will dich wirklich gerne noch oft sehen, so wie wir uns jetzt sehen" das war damals super frisch (!). Da haben wir uns vielleicht einen Monat gekannt und vielleicht vier oder fünfmal getroffen, und als ich sie beim dritten Treffen küssen wollte, da hat sie sich zur Seite gedreht.

Sie war danals noch sehr kuschelig, mit dem Kerl war's bald aus, und ich hatte immer das Gefühl, richtig gute Chancen zu haben; es gab' auch den einen Moment, wo ich's komplett verkackt hab'. Aber das Ding is': ich frag' mich, was gewesen wäre, wenn ich das abgelehnt hätte. Ich meine: Mittlerweile sind wir nur mehr "am Papier" befreundet. Hab' sie seit 'nem Jahr nimmer gesehen und davor sicher auch 'n Jahr nicht mehr und davor auch fast 'n Jahr nimmer, also joa. So wirklich angehalten hat die "Freundschaft" etwa ein halbes Jahr lang enger und dann nochmal 'n Jahr locker.
Ich weiß, dass ich ihr gefallen hab'. Ich weiß, dass sie mich mochte; also da war auf jeden Fall etwas. Vom zweiten Treffen an war mir das klar (das erste war ein Cafe für 'ne Stunde). Von ihr sind damals sogar die "scherzhaften" Wort "zu dir oder zu mir" gefallen, weil wir DVD schauen wollten. Ich musste sie aber um 23:00 rausschmeißen, weil meine damals-noch-nicht-Freundin vorbeikommen sollte (und es auch getan hat). Ich war damals echt gut gelaunt.

Nachdem das mit dem Kerl in die Hose gegangen is', und dass das nichts wird, war sehr, sehr schnell klar (k.a. spätestens nach drei Wochen wusste ich, dass das nichts wird; vielleicht wusste ich schon bei der ersten Begegnung mit ihm, dass die das keine drei Monate durchhalten) … hätte sie mich dann angerufen? Hätte sie sie dann an mich zurück gedacht und doch etwas von mir haben wollen? Ich hätte mich damals, wenn's hart auf hart gekommen wäre, für sie entschieden.


Einwenig beschäftigt mich die Frage, weil ich gerade in der Situation bin, dass ich mit einer platonischen Freundin rumgemacht hab' und mit ihr ins Bett bin (ohne Sex, auch wenn sie sehr deutlich damit war, dass sie's wollte; war aber ehrlich gesagt einwenig "Seesternchen-Feeling" und ich dachte sie wäre super müde; alles bisschen doof gemacht von mir), was für alle anderen Menschen auf diesem Planeten normal ist (also dass man mal "unabsichtlich" mit platonsich befreundeten Leuten rummacht, ohne dass mehr passiert und ohne dass es irgendwas bedeutet), was jedem anderen Menschen ständig passiert; also jedenfalls is' mir nicht ganz klar, was jetzt so passieren wird, es herrscht noch einwenig "Abwarte"-Funkstille (is' noch keine Woche her). Ich hab' ihr zumindest geschribeen, dass ich sie jetzt nciht "ghosten" will. Jetzt lass' ich dem mal ein paar Tage Zeit. An sich weiß ich, dass ich sie im Freundeskreis behalten will. Aber … ich hätte eigentlich schon viel lieber auch Sex, ehrlich gesagt auch allgemeine Intimität mit ihr (Quasi eine Art: Ersatz-Freundin, wenn meine in Deutschland is').
Nicht, dass ich das jetzt groß ein "nö, ich will nicht befreundet bleiben" nachschießen werd'. Definitiv nicht. Aber ich musste einfach an diese beiden Erlebnisse zurückdenken und frag' mich gerade, ob ich nicht allgemein vielleicht einwenig deutlicher und wählerischer damit sein sollte, welche Form des Kontakts ich mit jemandem haben möchte.



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