Bondig

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Über Bondig

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  1. Endlich Ü30 - und weiter?

    Danke für den Hinweis! Das Meditieren macht mir schon Spaß und ich merke auch, wie ich gezielt durch das Fokusieren meiner Gedanken Änderungen herbeiführen kann. In der Zeit, als ich zu Hause war, habe ich das Buch "Mit Buddha das Leben meistern: Buddhismus für Praktiker" gelesen und das hat wirklich viel bewegt. Einerseits weil ich mich ziemlich gut mit der Geschichte von Gautama indentifizieren konnte, andererseits, weil es keine trockene theroetische Abhandlung ist, sondern die buddhistische Philosophie ganz praktisch darstellt. Am meisten gefällt mir der Ansatz, dass allem Reden und Handeln das Denken vorausgeht, sinngemäß steht im Buch "Aus unseren Gedanken werden Neigungen, woraus wiederum Absichten werden. Unseren Absichten folgen Worte, Reden und letztlich Taten und Handlungen. Das, wir denken, reden und tun formt unseren Charakter und letztlich unseren Lebensweg." Als ich mit dem Rauchen aufgehört habe, habe ich - unwissentlich - die Meditation zur bewussten "Gedankensteuerung" eingesetzt: Ich habe etliche Nicht-Raucher-Videos angeschaut, Allen Carr's "Endlich Nichtraucher" 7 oder 8x gelesen und mich bewusst mit den Konsequenzen des Rauchens auseinandergesetzt. Und irgendwann hat es "Klick" gemacht und ich habe in meinem (Unter-)Bewusstsein verinnerlicht, dass Rauchen dumm ist und mir keinerlei Vorteile bietet. Seitdem rauche ich nicht mehr und bin von Tabak total angewiedert. Nur funktioniert es mit schlichter Gedankenwiederholung nicht ausschließlich. Buddha sagt, dass Veränderung in drei Schritten vollzogen wird: (1) Wir lernen eine neue Möglichkeit kennen und verstehen (Theorie verstehen) (2) Wir bewegen sie in unserem Denken, erwägen ihre Vor- und Nachteile (Vorteile verinnerlichen - durch starke Bilder etc.) (3) Schließlich setzen wir, was wir erkannt haben, in unserem Leben um (neues Denken bewusst in Alltag umsetzen) Das Aufschreiben der Gedanken zur aktiven Verinnerlichung ist wirklich ein starkes Werkzeug. Es kostet jedoch Energie und ich merke aktuell, dass ich nicht so viel zur Verfügung habe, um jedes Projekt, dass mir vorschwebt, anzugehen. Jedoch verstehe ich die Motivation der buddhistischen Mönche immer besser. Man KANN durchaus allem weltlichen Genuss entsagen, OHNE dass dabei das Gefühl des Verlusts oder der Entbehrung entsteht. Glücklich sein ist eben individuell und tatsächlich finde ich das Leben der Mönche (letztlich leben ja auch christliche Mönche oder islamische oder jüdische Geistliche usw. in einem ähnlich meditativen Zustand...) bewundernswert. Mittlerweile ist es ja auch bei etlichen stressgeplagten Managern in Mode gekommen, sich eine mehrwöchige in einem "Schweigekloster" zu gönnen, einfach mal um Ruhe in den Kopf zu bekommen. Diese permanenten Informationsflut ist eben auch (im wahrsten Sinne des Wortes) überwältigend und sie raubt unglaublich viel Energie. Wie soll man denn auch mit sich selbst in Einklang kommen, wenn man nie zu sich selbst finden kann?! Das ständige "Zerdenken" raubt einen den letzten Nerv und hindert uns daran ein wirklich erfülltes Leben zu leben. Hinzu kommt dann noch der Konsumzwang, die idealisierten Facebook-Profile und eine mediale Zauberwelt, die weit weg von der Realität ist. In einem Punkt stimme ich dir jedenfalls zu: Ich fühle mich eigentlich eher getrieben und viel wenig als Treiber meines Lebens. Es ist viel mehr ein REagieren, denn ein Agieren.
  2. Endlich Ü30 - und weiter?

    Hey botte - schön auch wieder von dir zu hören Ich erkenne mittlerweile bei mir ein Muster: Je schlechter es mir geht, desto stärker ist mein Drang mich hier im Forum mitzuteilen. Ja, der Job ist insgesamt besser als der letzte. Trotzdem kämpfe ich aktuell mit einer ziemlichen Erschöpfung. Alles Neu, sehr viel in kurzer Zeit und dann wächst ja auch wieder die Verantwortung. Das wird ein Grund sein. Darüber hinaus frage ich mich jedoch, wann endlich mal wieder mein Akku "voll" ist. Kann ja nicht sein, dass ich mich immer nur so durch die Wochen schleppe und total erledigt bin. Stimmt - nur merke ich, dass ich immer weiter ins depressive Loch sinke. Mir fehlen einfach die richtigen Leute. Ich bin scheinbar ein sehr viel sozialeres Tierchen, als ich geglaubt habe. Aber mir fehlt spürbar ein passender Freundeskreis. Seit Jahren versuche ich daran herumzudoktern, aber jedes Mal ändert sich massiv meine Lebenssituation. Studium, Umzug/neue Stadt, neuer Job usw. Das tut mir einfach nicht gut. Klar entwickeln sich auch Freundschaften weiter, aber früher bin ich aufgrund der "äußeren Umstände" (Schule, Wohnort, Ausbildung) viel schneller in Kontakt mit passenden Leuten gekommen. Ich hänge halt in der Luft: Ich bin nicht mehr so richtig jung und auch nicht wirklich alt. Ich kann mein Alter einfach nicht wirklich einschätzen. Unter Leute zu gehen strengt mich immer mehr an. Und gefeiert habe ich auch gut; ich bin einfach zu wenig Hedonist, als dass ich mich jedes WE in die Massen schmeißen muss. Die "Stadtflucht" betreibe ich auch regelmäßig alle zwei Wochen und fahre nach Hause zu meiner Familie und meinem Neffen. Zuhause habe ich ein Haus stehen, um dass ich mich später einmal kümmern will. Mir bedeutet die Familie unglaublich viel, da ist mir auch räumliche Nähe wichtig. Es muss ja nicht sofort im gleichen Haus sein, aber ich möchte mich auch mal um meine Eltern kümmern. Und sollte ich Kids haben, wäre es schön, wenn sie nicht weit von Oma und Opa aufwachsen. Wenn ich am WE zuhause bin, stelle ich mir einen Feuerkorb in den Garten und schau mir bei Lagerfeuer den Sternenhimmel an. Und hinzu kommt noch diese unglaubliche Ruhe... Auf dem Land wirkt alles einfach ruhiger, entspannter und "natürlicher" auf mich. Es beruhigt mich, entspannt meine Nerven. Und ich bin bei den Menschen, die ich liebe. Außerdem kann ich mit den Händen was machen, wenn mir danach ist. Sowohl Paps als auch mein Großvater sind Handwerker und je älter ich werde, desto mehr spüre ich, dass mir das "heimwerken" fehlt. Einfach was bauen, verlegen, malern... Das macht einfach Spaß und gibt mir ein gutes Gefühl. Etwas Schaffendes. Schön geschrieben. Ich hoffe, dass ich mal wieder eine Frau ansehen kann und dann einfach denke: "joar, ran an den Feind!" Ich wünsche mir dieses Gefühl, diese "Lebenssehnsucht", so sehr - aber es will sich einfach nicht einstellen. Stattdessen bin ich erschöpft und hänge deperessiven Gedanken hinterher. Sport geht aktuell auch nur in Maßen. Nach der Arbeit bin ich so sehr erledigt, dass ich mich um 18:00 Uhr schon auf's Bett freue. Jede Form von Input (Verkehr, laute Musik, Buch lesen) ist mir einfach zu viel. Und jeden Abend wenn ich im Bett liege, kommt automatisch das Gefühl in mir hoch, als die böse Ex noch neben mir gelegen hat. Ich habe noch immer keine Möglichkeit gefunden, diese Leere für mich zu füllen. Kein Sex, keine beruflichen Erfolge, kein Geld der Welt konnte mich bis jetzt so erfüllen, wie das Gefühl, dass ich damals in der Beziehung hatte. Es liegt ja noch nicht mal an der Ex selbst. Sondern an dem "Beziehungsstatus": Das Gefühl, für eine Frau da zu sein, seine Wunden geleckt zu bekommen, gemeinsame Ziele zu verfolgen und "exklusiv" der Einzige zu sein, das ist für mich erstrebenswert. Ich versuche es. Vielleicht war das Loch tatsächlich so tief, tiefer als ich gedacht habe. Es wäre einfach mal wieder schön, vom Schicksal begünstigt zu werden. Ich frage mich nur, wie lange ich den aktuellen Zustand aushalten kann... Das drückt ja doch massiv auf's Gemüt und ich hänge so unglaublich ungern in den Seilen... Danke dir
  3. Endlich Ü30 - und weiter?

    Wahrscheinlich wissen wir das Gute im Leben erst dann zu schätzen, wenn wir das Schlechtes erlebt haben. Ich fühl mich innerlich ziemlich leer und gebrochen. Ohne passender Frau an meiner Seite, ohne gute Freunde und Familie, fehlt mir der Lebenssinn. Mir fällt es unglaublich schwer, Emotionen zuzulassen, irgend etwas liegt auf keiner Brust, dass mich daran hindert einfach mal wieder glücklich zu sein. Für den Lebenslauf habe ich alles erdenklich mögliche gemacht. Studium mit scheiß Sternchen, guter Job im namhaften Konzern eigene Wohnung und "Big City Life". Es interessiert mich nicht, außer dass ich aufgrund der Wohnung und meines Verdienst zumindest Ruhe und ein Mindestmaß an Lebensqualität habe. Du könntest mir Top-Models ins Bett legen, es würde mich nicht interessieren. Klar, man würde vogeln, weil es die Natur so vor gesehen hat. Aber tief in mir drin fühle ich mich leer. Die letzten Jahre waren eher ein dshinsiechen denn ein richtiges Glücklichsein. Das Gefühl tiefer aufrichtiger Liebe und Zuneigung, ehrlichem Vertrauen und Geborgenheit kann man nicht durch 100 Frauen bekommen, nicht durch 1000000 Euro. Und ja: ich habe Alles gemacht, was mir empfohlen und geraten wurde. Sport, Psychologe, andere Frauen, Wohnortwechsel, neuer Job... Aber nichts würde mich glücklicher machen als eben Frau, Freunde und Familie. Im Grünen, in der Heimat. Wir leben in einer beschissenen Welt, in der kaum Platz für Wärme und Achtsamkeit herrscht, wo alles "Business" ist und die Menschen sich selbst und andere als Ware, als "Ding" sehen (müssen! ) um überhaupt klar zu kommen. Ich habe neulich Silver Linings gesehen und konnte mich ziemlich, ziemlich gut mit der Rolle von B. Chooper identifizieren. Ich glaube, dass die damalige Trennung mit dem ganzen Rattenschwanz einfach Too much für mich war und ich seitdem einfach "dicht" gemacht habe. Traumatisiert sozusagen. Ja, ich mache weiter, eben weil ich weiß, dass es auch anders sein kann, dass das Leben auch schön und glücklich sein kann. Ein Hoffnungsschimmer wäre schön, für mich wäre das eben die eine Frau oder der eine Moment, der mir den Sinn, meine Lebensfreude zurückgibt. Ich werde noch wahnsinnig darüber meine Gefühle nicht zulassen zu können. Und ich glaube, dass man das nur verstehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. Fünf Jahre sind genug - nur fehlt mir der Schlüssel zum Schloss...
  4. Endlich Ü30 - und weiter?

    Hmmm - läuft n bissl aus dem Ruder hier, oder?
  5. Endlich Ü30 - und weiter?

    Gordon Gekko ist DIE antikapitalistische Kunstfigur schlecht hin. Die Gier ist gut... Wenn du einen Freund brauch, dann such dir einen Hund... Du glaubst doch nicht wirklich an die Liebe... Klar - früher fand man solche Leute cool.. Wall street, good Fellas, Casino, The Wolf of Wallstreet... Sie alle haben sich komplett dem "Sachzwang des Kapitals" unterworfen, Geld ist deren Religion und somit müssen alle moralischen und ethischen Wertmaßstäbe abgestreift werden. Denn wertvoll ist nur der, der Arbeit hat und Mehrwert schafft... Am Ende scheut man dann nicht mal mehr vor Mord zurück. "Und warum das alles? Wegen den Dollars, den gottverdammten Dollars..." Nikki Santoro in Casino Ein Säugling, dass keine Liebe empfängt, stirbt. Ein erwachsener Mensch lebt, der nicht geliebt wird, stirbt auch - nur langsamer und qualvoller. Ich gebe dir Recht: man sollte sich von einer Beziehung keine Wunder erwarten und sich von den Hollywood-Klischees verabschieden. Dennoch ist ein gesundes Familienleben - gerade für einen Mann - so ziemlich das gesundeste, was er sich und seinem Leben antun kann.
  6. Endlich Ü30 - und weiter?

    Keine Ahnung - frag mich nicht... Ich fand das auch extrem strange, aber Menschen sind eben... Menschen?! Ich glaube, mein Problem mit den Frauen ist meine Verbitterung nach einigen und für mich einschneidenden schlechten Erfahrungen. Immer kreist in meinem Kopf der Gedanke: "Und dann hast du eine Beziehung und wirst wieder verletzt, es gibt wieder Streit und du am Ende hast du wieder alles verloren..." Ich habe keine große Freude (mehr) am durch die Kante vögeln. Mag sein, dass das wieder kommt. Aber ich bin für mich an einem Punkt angekommen, an dem ich mich nicht über Kerben im Bettpfosten definieren will. Die Situation ist paradox: Einerseits vermisse ich die körperliche und emotionale Nähe, das Gefühl für jemanden da sein zu könne, ein gemeinsames Leben aufzubauen usw. Und andererseits habe ich aufgrund meiner Erfahrungen (und meiner aktuellen Situation) Angst, wieder derartig enttäuscht zu werden. Im Zuge der Trennung vor fünf Jahren war ich wirklich tief in Suizid-Gedanken verhaftet. Mit der damaligen Ex war ich fünf Jahre zusammen, gemeinsame Wohnung und Ziele. Auf einmal wird ihr alles zu eng, sie bumst mit einem meiner "Kumpels", kein Freundeskreis wendet sich nahezu komplett von mir ab weil ich nebenbei noch ein ziemlich zeitintensives Studium meistern musste. Danach hatte ich alles verloren: Freundin, Freunde, Wohnung und Selbstbewusstsein. Das war so schlimm, dass ich eine zeitlang nicht mal mehr einen hoch bekommen habe, weil ich wirklich am Rande des totalen Zusammenbruchs stand. Ich konnte mich an nichts mehr freuen. Seitdem ist es besser geworden aber die Erfahrung hat sich tief eingebrannt. Einige Beziehungsversuche danach sind auch kläglich gescheitert. Sicher kann man versuchen sich selbst zu helfen. Aber es zählt auch einfach Glück im Leben dazu. Dem einen stehen die Sterne günstig, dem anderen nicht. Vertrauen, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Loyalität sind mir heilig. Wer bei mir den Knopf findet, dem gebe ich tausend Euro... Ich mach halt weiter, irgendwie... Aber der Stachel sitzt noch immer tief und was mir gut tun würde, wäre einfach mal wieder positiver Input. Einfach eine Frau, die emotional mal wieder etwas bei mir bewegt - die mir Hoffnung gibt weil ich kann sie mir nicht immer zu selbst herbeifantasieren...
  7. Endlich Ü30 - und weiter?

    Ok, danke
  8. Endlich Ü30 - und weiter?

    hey, ich dachte, ich melde mich nach meinem katastrophalen Absturz Anfang des Jahres mal wieder... Nachdem ich meinen "totalen Erschöpfungszustand" überwunden habe (nach 6 Wochen konnte ich wieder normal durchschlafen), habe ich seit 11.09. wieder einen neuen Job. Und diesmal einen "richtigen" Job, mit (relativ) klar definierten Aufgaben, Arbeitsprozessen und Zielen. Der Verdienst ist besser, die Sozialkonditionen genauso - insofern habe ich mich zumindest ggü. der Ex-Firma verbessert. Trotzdem macht sich bei mir eine Leere breit, die sich einfach nicht füllen lässt: Zum einen bin ich vom neuen Job ziemlich erledigt. Sobald mehr Routine im Spiel ist, sollte das Tagesgeschäft hoffentlich etwas "entspannter" ablaufen. Aktuell falle ich aber meistens ziemlich erschöpft am Abend ins Bett. Damit ich nicht total aus dem Leim gehe, habe ich mir ein Ergometer zugelegt. Sollte ich wieder richtig "Energie" haben, würde ich auch wieder gern ins Fitnessstudio gehen. Nur fehlt mir - wie gesagt - die Lust und v.a. die Energie. Das trifft leider auch auf die Wochenende zu. Jetzt wohne ich zwar in einer Großstadt mit über 500k Einwohnern, vermisse aber das grüne Landleben und meine Familie. Ich habe zwar hier Bekannte und Freunde, aber irgendwie will es keiner so richtig wahr haben, dass wir jetzt alle die 30 überschritten haben und sich einfach Vieles ändert. Da wird immernoch Pfeffi gesoffen, als gäbe es kein Morgen mehr und irgendwie versuchen viele Kollegen noch immer einen "twenty-something" zu machen. Hinzukommt: Der Kater dauert bei mir mittlerweile ewig (neulich war es fast eine Woche, bis ich wieder "sauber" denken und kreativ sein konnte) und mir fehlt echt der Nerv für Clubbing und Approach-Gedöns. Es macht mir einfach keinen Spaß (mehr), alles schon mal gehabt. Klar fehlt mir der Sex, aber noch mehr fehlt mir eine Frau, mit der ich mein Leben teilen und gemeinsam auf Ziele (Familie, Hausbau u.U., Urlaub usw.) hinarbeiten kann. Ich mochte das beklommene "Kaffeetrinken zum Frühstück am Morgen danach" noch nie und je älter ich werde, desto mehr entwickle ich dahingehend eine Abneigung. Mir ist berufliches und privates Vorankommen einfach wichtiger, zumal die Zeiten ganz offensichtlich härter und anspruchsvoller werden. Kurzum: Ich hänge in der Luft. Ich wüsste auch nicht, wo ich eine Frau (kein Club-Girl) kennenlernen könnte. Ich suche ein Frau, mit Charakter, Lebenserfahrung, Stil und Ehrgeiz. Kein Mädchen. Neulich hatte ich ein "Lovoo-Date". 30min geschrieben, danach ist sie gekommen, hat mir einen geblasen, ist wieder gegangen. Das war's. Was soll das? Das ist ja noch weniger befriedigend als ein Cheeseburger bei McD. Ich kann damit einfach nichts anfangen... Einerseits bin ich aktuell arbeitstechnisch ziemlich ausgelaugt, jede Form von Alkohol haut mich ziemlich weg. Ich habe auch keine richtige Lust und Energie, was zu unternehmen. Und ich muss zugeben, dass mir das (Groß-)Stadtleben nicht wirklich taugt. Zu laut, zu dreckig und (ich muss es jetzt so krass ausdrücken): zu viel a-sozialer Abschaum unterwegs, gerade am Wochenende. Was ich schon am Hauptbahnhof tagsüber (!) gesehen habe, passt auf keine Kuhhaut. Ich wohne jetzt mittlerweile seit April 2016 hier und fühle mich noch immer fremd. Während meiner "Auszeit" war ich auch einige Male bei einer Therapeutin (die Kasse hat darum "gebeten"); es war ganz nett und scheinbar deutet vieles daraufhin, dass ich "hochsensitiv" bzw. "hochsensibel" bin. Als ich mich damit mal näher auseinandergesetzt habe, erschienen mir im Nachgang viele vergangene Empfindungen nachvollziehbarer... Warum ich schreibe: Falls jemand in einer ähnlichen Situation war, würde ich mich freuen, wenn er (oder sie) mir einfach mal einen gutgemeinten Rat geben könnte. Das PU-Forum (und ich bin immernoch der Meinung, dass er der falsche Name für dieses Forum ist ) hat bis jetzt immer wieder guten und interessanten Input gegeben. Ich hoffe, dass ich auch diesmal auf euch und eure Lebenserfahrung bauen kann. Beste Grüße B
  9. Demnächst 30 - wie geht's weiter?

    Aktuell komme ich langsam, aber sicher wieder in die Phase, in der ich überhaupt mal wieder Lust auf Menschen habe. In den letzten Monaten war ich einfach zufrieden, wenn ich meine Ruhe hatte, nicht raus musste. Es war fast so, als ob ich die Welt ohne Filter in ihrer totalen Form wahrnehmen musste. Für mich also eine extreme Reizüberflutung und Überforderung insgesamt. Tatsächlich rührt sich aber bei mir was, wenn mich mal eine Frau anlächelt. So ein bisschen Gspussi und Schmusi wären wirklich mal wieder schwer in Ordnung. Grundsätzlich müsste die Lust auf die Lust mal wieder kommen, aber erzwingen kann man es nunmal nicht. Aktuell fällt das mit dem Sport eh flach; ich hatte am 15.05. eine OP wegen Bauchnabelhernie und mein linkes Knie macht zur Zeit auch Sperenzchen. Das mit den besten Jahren habe ich auch schon ein paar Mal gehört, es würde mich freuen, wenn ich endlich mal "den Stock ziehen" und wieder "AKTIV am Leben teilnehmen" würde.
  10. Demnächst 30 - wie geht's weiter?

    Nabend die Damen und Herren, aktuell habe ich viiiieeelll Zeit, um mir Gedanken zu machen, da ich aktuell wegen Erschöpfungsdepression krank geschrieben bin (direkt nach dem Berufseinstieg schön rein geritten - wer Lust und Zeit hat, kann ja meinen Thread dazu lesen) Jedenfalls bin ich jetzt seit einigen Jahren zwangsweiße "Single". Hatte seit Anfang 20 eine Beziehung mit einer Frau, mit der es in vielen Bereichen gepasst hat. Sie war warmherzig, liebevoll, versaut und wir hatten eigentlich viele Gemeinsamkeiten. Natürlich haben sich im Laufe der Zeit Verhaltensmuster wie Beta-Gehabe usw eingeschlichen. Die Wahrheit ist aber, dass ich das Gefühl der emotionale Nähe und Geborgenheit ziemlich vermisse. Jedenfalls ist die Beziehung ziemlich mies auseinander gegangen (auch dazu gibt es hier einige Threads) und obwohl ich gutaussehend bin und sogar schon angemacht wurde (auch von Typen - was ich jetzt einfach mal als Kompliment stehen lassen xD) bringt mir das rumgevögele gar nichts. Ich bin ziemlich ausgeprägter Familienmensch, nach der Trennung hatte ich emotional ziemlich schwierige (depressive) Phasen, die Belastung aus Studium, Trennung und in der letzten Phase im Job haben sich im Laufe der Zeit kumuliert und sind letztlich von ein paar Wochen in den Burnout gemündet. Vielleicht habe ich jetzt auch endlich Mal mehr Zeit für mich; obwohl ich aktuell noch ziemlich fertig bin (Krankschreibung seit drei Wochen). Neben dem Studium habe ich auch extrem Sport getrieben, was mich wahrscheinlich noch zusätzlich gestresst und den ganzen Prozess beschleunigt hat. Jedenfalls wäre ich wohl ohne meine Familie ziemlich in die Brüche gegangen, und trotz ihrer Makel bin ich unfassbar dankbar dafür, dass es sie gibt und dass sie sich so um mich sorgen. Um ehrlich zu sein möchte ich auch nichts anderes haben. Ich glaube, das große Problem besteht darin, dass ich seit Jahren der Beziehung (oder besser: dem Gefühl der Vertrautheit) hinterher weine und somit auch "unverbindliche" Sexualkontakte ablehne. Ja, ich hatte natürlich guten Sex nach dem Trennung im Studium, aber die Leere nach der Fickerei ist einfach mies. Und überhaupt fühle ich mich in der Ernährer-Rolle ziemlich wohl. Es ist einfach ein großartiges Gefühl, wenn "da jemand auf einen wartet". Soviel zu meiner grob umrissen akutellen Gefühls- und Gesundheitslage. Früher oder später möchte ich natürlich wieder mal unter Menschen, merke aber, dass ich mich in Clubs einfach nicht mehr wohl fühle. Auch das exzessive Trinken taugt mir nicht mehr. Sport machen fetzt, leider steht wohl jetzt erstmal eine Bauchnabelbruch-OP an, was mich mindestens für 4 Wochen außer Gefecht setzt. Also lange Rede, kurzer Sinn: Wenn ich mich wieder danach fühle unter Menschen zu gehen: Wo gehe ich am besten hin, um interessante und attraktive Weibchen kennenzulernen? Ich fände es ja schön, einfach mal wieder ganz ungezwungen und unverbindlich mit einer Frau ins Gespräch zu kommen. Ohne zu balzen, einfach mal nett reden. Ich hatte schon einige Lovoo-Dates und fand das jedes Mal (selbst mit "happyend") ziemlich unbefriedigend. Bis morgens um 4:00 in einer ach so coolen Bar abzuhängen nervt mich auch. Mich interessieren an der Stelle vor allem Erfahrungen von Leuten die vllt. gleichgesinnt sind und schon ein paar Lenze mehr hinter sich haben. Bin wie immer für Antworten und "Lebenserfahrungen" dankbar VG Bondig
  11. Burnout - und nu?

    Das mit dem Krebs ist schon ne harte Nummer... Ich meine wirklich hart. Ich selbst habe bei mir auch schon das ein oder andere Mal festgestellt, dass ich bei extremer nervlicher Anspannung ein leichtes Kribbel im linken Arm und Druck auf dem Brustkorb gehabt habe. Ich gehöre halt zu der Sorte Mensch, die sich sagt, dass das nur Einbildung, ganz nach dem Motto: "Nach Fest kommt Ab" - so wie gerade bei mir geschehen. Also für 2000€ (netto) oder mehr arbeite ich bestimmt keine 60h in der Woche. Bei 40h ist bei mir Ende. Aus - vorbei. Bis jetzt war ich noch "karrieregeil", jetzt geht es mir um meine Gesundheit und da sehe ich den Scheiß einfach nicht mehr ein. Lieber gehe ich gesund 3-4 Mal die Woche ins Fitti, treff mich mit meinen Kollegen dort und tue was für die Seele, als dass ich für die dreckskohle mir nochmal einen abbreche. Was habe ich in den letzten Jahren nicht alles geopfert - und die Jahre sind jetzt unwiderbringlich vorbei. Ich zerfließe deswegen nicht in Selbstmitleid oder hadere (nicht mehr) mit meinem Schicksal - aber nochmal lasse ich mich nicht mehr verarschen. Ende. Zum JFK-Zitat: Ich sehe es wie du - nur gilt dennoch das Motto: "Ohne Schweiß kein Preis". Es muss sich eben nur in einem gesunden Rahmen bewegen, optimale Leistungen kann man nur bei einer angemessenen Belastung abrufen. Das finde ich ja auch in Ordnung, solange es GESUND bleibt. Alleine meine Fixkosten (Miete, Versicherungen, Internet, Handy usw.) belaufen sich mtl auf 1000€ - was vor allem an den scheiß teuren Mieten in der Gegend hier liegt. Dafür habe ich eine Wohnung, die mir aktuell richtig gut (Großstadt und Terrasse mit kleinem Garten wirken Wunder). Dann kommt noch Essen dazu und zack sind nochmal 400€ weg. Blieben mir aktuell noch 100-200€ zum Sozialen Leben. Und ich rede hier nicht von Clubbing usw usf. Mal ins Kino, mal in ne Bar (wo ich schon ewig nicht mehr war ^^)... Mal schauen, erstmal wieder gesunden...
  12. Burnout - und nu?

    Der Song ist wirklich gut - danke dafür. Beim nächsten Job werde ich möglichst wenig nach den unglaublichen "Opportunities" achten sondern viel mehr auf gute Arbeitszeiten, adäquate Verantwortung (gerade für einen Berufsanfänger) und fest definierten Arbeitsinhalten. Nochmal lasse ich mich definitiv nicht so verarschen und meine Gesundheit gegen die Wand fahren. BTW: meinst du 4000€ brutto oder netto? Brutto ist IMHO "angemessen", wenn man ein wenig leben und für's Alter etc vorsorgen möchte... Jepp, an den Punkt gelange ich mittlerweile auch; das Verhaltensmuster ist ja typisch: Mir geht es (psychisch) schlecht --> "Heul nicht rum und beiß die Zähne zusammen" (ich bin ja in einem "Haifischbecken-Studiengang "groß geworden") --> wenn der Bachelor/Master/erste Job in trocknen Tüchern ist, wird alles gut --> alles ist NICHT eingetreten, die letzten Jahre mit gemindertert Lebensqualität sind uneinbringlich vergangen. Ich habe am Don Gespräch mit der Ärztin und werde deine Ratschläge beherzigen (und stell dir vor: in meinem Bücherschrank liegt ein Buch mit dem Titel: "Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies" ^^ - ich habe wohl ein riesen Problem damit, Hilfe anzunehmen. Warum? Weil ich es mir selbst als "Schwäche" attestiere.) Ich HOFFE, dass ich keinen Burnout mit Folgeschäden haben. DASS ich aber geistig total erschöpft bin ist Fakt. Also nach dem Studium und meinen "Leistungen" muss schon viel passieren, dass ich sage: "Stopp - es langt, es geht nicht mehr" - auf Arbeit haben sie es geschafft. Das, wovon du schreibst (Unerfahrenheit, Hilfestellung, Einarbeitungszeit) trifft vollkommen zu. Ich BIN unerfahrener Berufsanfänger - und sie haben meine Motivation, meinen Ehrgeiz und meine Fähigkeiten maßlos ausgenutzt, in der Hoffnung, Kohle mit mir zu machen. Dieses Gefühl "objektiviert" zu werden, kannte ich noch nicht und tut besonders weh. Wenn man dafür empfänglich ist fühlt es sich so an, als ob einem ein Stück menschlicher Würde genommen wurde. Man wird halt zu einem "funktionalen Ding" reduziert, ohne Rücksicht auf Verlust, die ja jetzt eingetreten sind. Natürlich adelt es einen, wenn der Chef einem erzählt: "Du bist was Besonderes, du packst das; wer, wenn nicht du?" usw usf. Ich hatte kein Team, keine Hilfe, keine Einarbeitungszeit. Jede Woche Leistungen vorzuweisen geht mächtig an die Substanz und dann noch der Druck mit dem Vertrieb. Das "nicht stressen lassen" kann nur in einem "gesunden" Job funktionieren. Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal mehr Glück habe. Da ich jetzt der zweite NEUE Mitarbeiter bin, der innerhalb von einem halben Jahr noch in der Probezeit gekündigt wurde, sollten sie sich mal fragen, ob sie nicht etwas falsch machen. Die Anforderungen waren auf jeden Fall absolut unrealistisch, das zeugt nicht gerade von "managerieller Kompetenz". Die Symptome von wegen Burnout erfülle ich wohl leider: Gerade die Konzentration war in den letzten Wochen total in den Keller gefahren. Ich habe ein Buch angestarrt und konnte einfach nicht denken. Der Druck auf der Brust und den Schläfen ist gewaltig (beide merke ich schon seit Jahren mal mehr, mal weniger - je nachdem, wie stressig mein Alltag ist. Wirklich "weg" sind sie aber seitdem nicht gegangen) Tatsächlich bekomme ich mittlerweile Angst, dass sich Folgeschäden aus der ganze Sache ergeben. Ich hoffe, dass ich früh genug die Reißleine gezogen habe. Aber mit ein bisschen schlafen geht das nicht mehr weg - ich brauche denke ich mehr Hifle. Das Thema "Kindheit" wird ja als ziemlich wichtig eingestuft, wenn es um psychische Probleme usw. geht. Nun - ich könnte mir eigentlich keine bessere Familie als die meine wünschen. Wenn ich eine feste Konstante in meinem Leben habe, dann die Familie. Sie waren IMMER für mich da, wollten immer nur mein bestes. Natürlich haben sie auch Fehler gemacht und sind nicht perfekt. Die Tatsache, dass ich so ehrgeizig bin ist wohl meinen Paps geschuldet: Er ist ein Choleriker vor dem Herren, der schnell zornig wird - dafür aber alles perfektionistisch macht (O-Ton: "Wenn ich etwas mache, dann richtig - oder gar nicht." - das hat sich wohl tief in meine Seele eingebrannt). Als Jugendlicher und Kind war ich bei handwerklichen Tätigkeiten immer nur "fehl am Platz". Egal was ich gemacht habe: Es war falsch, das gleiche Gefühl hat mir mein Großvater (im Bezug auf das Handwerk) auch vermittelt. Beide waren da alles andere als feinfühlig, ich habe mich dann irgendwann geistig davon abgekoppelt. Erst im Studium habe ich gemerkt, was so in mir steckt. Und beiden zu zeigen, dass ich Wirtschaftsingenieur mit Auszeichnung und Sternchen bin, hat mir erst den nötigen Respekt verschafft. Kurzum: Ich könnte nicht sagen, dass es DAS EINE Ereignis in meiner Kindheit war, dass mich zu so krankhaftem Ehrgeiz und Perfektionsmus gebracht hat. Egal ob Schule oder Zuhause: Irgendwie war ich immer nur Durchschnitt oder einfach zu blöd. Und irgendwann glaubt man dann auch selbst, dass man zu blöd ist. Dabei war das eigene Umfeld an der Misere (größtenteils) schuld. Die Lehrer waren total pfeifen (das änderte sich erst, als ich - nur knapp am Klassenziel vorbeigeschossen - das Gymnasium wechseln musste, weil ich mehr oder weniger dazu "ermutigt" wurde). Und dann natürlich noch die Angst, zu versagen, die wahrscheinlich dem Perfektionismus und Ehrgeiz geschuldet ist. Alles ist so "zwanghaft" geworden, nichts kann mehr einfach so laufen. Und daher vielleicht auch der Kontrollzwang. Den "Gegner" zu erkennen - das verstehe ich schon. Das Ziel muss klar sein, ansonsten verschwendet man seine Energie...
  13. Burnout - und nu?

    Gerne - Erkenntnisgewinn soll bekanntlich helfen Ich verweise hier nochmal auf das japanische KAIZEN-Denken: Verbesserung durch kleine Schritte. In Japan ist ja das Streben nach Perfektion Kulturgut, aber was ist da mit "Perfektion" gemeint? Natürlich die Einheit mit der Natur, sprich das Ablagen allzu menschlicher Affekte (Lust, Begiere, Trauer, Ängste) und das "Eins-werden" mit der Allnatur. Hier habe ich mal einen kompakten Vergleich von Zen-Buddhismus und Stoa gefunden: http://zenstoiker.blogspot.de/2013/09/zen-und-stoa.html Es geht nicht darum, irgendwas zu maximieren. Es geht darum, sich durch das Aneignen von Wissen (das sich aus unseren täglichen Erfahrungen speist und letztlich zu Weisheit akkumuliert) von den Affekten (s.o.) zu befreien und das "Leben fließen zu lassen". Die von der Stoa gelehrte Gelassenheit und Selbsterkenntnis basieren ja auf den Grundgedanken, die Welt immer besser zu verstehen, seinen Platz zu akzeptieren und sich "naturgemäß" zu verhalten. Insofern sind uns die Tiere in mancherlei Hinsicht überlegen (was auch in der Stoa zum Ausdruck kommt): Es gibt keine kollektiven Genozide, keine Intrigen, kein Mord, keine emotionalen wie physischen Verletzungen. Mir ist auch kein Tier bekannt, dass an Fettleibigkeit oder Lungenkrebs (trotz besseren Wissens) leidet. Ein Pferd ist so viel, wie es essen muss. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Natürlich ist das jetzt alles eine verkürzte Darstellung der stoischen Lehre; mir gefällt aber der Gedanke, dass man nicht seinen "Trieben" untwerworfen ist sondern sich seiner Vernunft (Logos) bedienen kann (und sollte), um in Einklang mit sich selbst und der Welt zu kommen. Der Schmerz bei SM ist ja "erwünscht", ich rede von Schmerz und Leid, dass einem aufgezwungen und eben nicht erwünscht ist. Der Natur ist es natürlich "egal", was mit ihr geschieht. Sie ist ja kein bewusstes Wesen. Aber die "Allnatur" ist ein geschlossenes System mit Systemgrenzen. Nehmen wir unsere Erde: Zerstören wir die Umwelt nachhaltig, wird sich die Natur "rächen", indem sie sich wieder in ein natürliches Gleichgewicht bringt. Ob nun mit oder ohne Menschen an Bord. Wir fügen aktuell unserem System "Erde" Leid zu, da wir mehr nehmen, als uns zusteht. Insofern wird sich das System früher oder später regulieren - da gibt es kein Entkommen. Das Harmoniestreben der Natur ist ja letztlich in der Thermodynamik (2. Hauptsatz; s. mein Beispiel mit der Kühlbox) verankert. Natürlich kann jedes fühlende Lebewesen Schmerz und Leid empfinden; sie dienen ja auch als Indikator für einen "UNNATÜRLICHEN" Zustand: Wenn du leidest, wirst du doch automatisch einen Weg finden wollen, der dich vom Leid befreit. Entweder durch Heilung/Genesung/Vermeidung oder im worst case durch das "Beenden" des Lebens. Wobei auch das Lebensende nur subjektiv ist. Es ist ja nicht so, dass unsere organischen Bestandteile dann "weg" sind, es wird halt "umgeschichtet", neu gebaut usw. Im Buddhismus wäre es dann die Reinkarnation in einem anderen Lebewesen und rein pyhsisch betrachtet kann das ja auch zutreffen: Wird mein toter Körper zu Dünger verarbeitet, welcher dann zu Weizen wird, welches zu Brot wird, welches als Nahrung für einen anderen Menschen (oder Tier oder sonstwas) dient, dann schließt sich ja wieder der "circle of life" - ist doch in Ordnung. Warum den Tot fürchten - er ist ja doch etwas ganz Natürliches. DASS die Tugenden eben kein willkürliches Konstrukt sind beweist doch schon alleine die Tatsache, dass sie in nahezu jeder Ethik bzw. Religion in der einen oder anderen Form auftauchen, du sagst ja selbst, dass der Buddhismus und die Stoa sich dahingehend ähneln. Insofern kann man sie (denke ich) schon als eine Art Naturgesetz bezeichnen; zumindest so lange, wie der Mensch auf der aktuellen Entwicklungsstufe der Evolution verharrt. Ich behaupte, diese Tugenden sind bewusste konstruierte Mechanismen der evolutionären Entwicklung um nachhaltig menschliches bzw. gemeinschaftliches Leben zu ermöglichen. Handelt der Menschen diesen Tugenden /Geboten /Gesetzen zuwider, folgt "die Strafe auf dem Fuße": Selbstzerstörung, Leid und Schmerz. Ich sehe darin schon einen ganz bestimmten autoregulativen Charakter. Der Kapitalismus stellt ja auch "nur" eine Stufe in der gesellschaftlichen Evolution des Menschen dar. Wir entwickeln uns ja nicht nur als Indviduum weiter, sondern auch als Kollektiv. Was funktioniert, wird beibehalten, was nicht funktioniert, wird einfach nicht "überleben" können. Der Kapitalismus hat eine zeitlang funktioniert, weil die Rahmenbedingungen dafür gegeben waren, jetzt zerschellt er (offentsichtlich) an seinen inneren und äußeren Widersprüchen. Der Mensch kämpft schon seit eh und je gegen seine "Affekte" an; allein aus diesen Affekten heraus geschiecht ja auch das Schlechte. Nur durch Weisheit und den "Pfad der Tugend" (jetzt habe ich auch das Bonmot endlich verstanden) gelingt es ihm, seine Vernunft einzusetzen und für sich selbst und der Gesellschaft/Natur das bestmögliche Leben zu realisieren. Das erinnert auch ein wenig an die dunkle und helle Seite der Macht Die "Natur" wurde durch die Singularität ("Urknall") aus dem natürlichen Gleichgewicht gebracht. Seitdem laufen thermodynamische Ausgleichsprozesse, die im Prinzip alle möglichen Formen und Farben haben können: Ob nun einfach eine Sonne solange strahlt, bis ihre Energiereserven erschöpft sind oder ob es zum Leben auf Planeten kommt: Letztendlich ist das alles nur eine "Laune" der Natur. Möchte man mal nicht von einem "harten Determinismus" ausgehen und die Stochastik anwenden, so ist es einfach eine Frage der Wahrscheinlichkeit, ob Leben entsteht. Wir sollten uns alle nicht zu wichtig nehmen; die Menschheit hat (wie alles andere Leben auch) auch eine "Mindesthaltbarkeitsdatum". Das von dir angesprochene Gleichgewicht nennt sich in der Sprache der Physiker "The Big Chill" oder auch der "Wärmetod des Universums" - irgendwann ist nunmal auch der letzte Stern ausgeglüht. Dieser Zustand totaler Ausgeglichenheit nennt man dann maximale Entropie: die absolute und totale Gleichheit; alle Prozesse wären zu diesem Zeitpunkt abgelaufen. "Zeit" in dem Sinne gäbe es dann auch nicht mehr, weil Zeit nur der Indikator dafür ist, dass Prozesse ablaufen. Da dann alles "still steht", bleibt auch die Zeit stehen. Fazit: In the long run, we are all dead. Und solange, wie wir hier sind, sollten wir doch einfach "nett" zueinander und zu unserer Umwelt sein. "Vernünftig" (Logos) eben
  14. Burnout - und nu?

    Jupp - genau der Gedanke ist mir heute durch den Kopf geschossen. Vielen Dank für den Hinweis. Kann mir mal bitte Jemand sagen, was ich eigentlich für ein Problem habe? Ich kann "es" einfach nicht lassen. Ich kann einfach nicht Nichts zu tun. Entweder habe ich das Tablet in der Hand, oder das Handy oder ein Buch (am ehesten ein Buch, in der Hoffnung, durch fleißige Lektüre und RechercheARBEIT iwann einmal über die Lösung meines Probleme bzw. meiner Probleme zu stolpern. Man sollte nur erstmal wissen, was das Kernproblem ist) oder ich schaue einen Film oder (am energiezehrendsten) ich "denke nach". Jemand eine Idee?! PS: Auf die restlichen Anmerkungen komme ich noch zu sprechen
  15. Burnout - und nu?

    Die Stoiker argumentieren, dass sich der Mensch durch seine Vernunft ("Logos") und seinen Trieben ("Affekte") auszeichnet. Demnach ist der Mensch das einzige Wesen, dass bewusst über seine Triebe walten kann, wenn er sich der Vernunft zu Nutze macht. Das hat auch nichts mit der Logik der Wirtschaftswissenschaften zu tun (die, nebenbei bemerkt, nur verkürzt die Logik der Stoa aufgreift; würde sie im Sinne der Stoa handeln, dann würde es keinem Menschen und auch der Natur nicht schlecht gehen - da das nicht der Fall ist, kann man keinen Vergleich ziehen). Das Wissen langt natürlich NIE aus, wie bereits gesagt: Wüssten wir alles, wären wir gottgleich. Das Wissen, dass wir uns aneignen, wird auch am letzten Tag unserer Lebens nicht ausreichen, weil es immer noch mehr zu wissen gibt. Die Kardinalstugenden (die sich aus philosphischer Sicht scheinbar bewährt haben; sie tauchen ja in fast allen ethischen bzw. philosophischen Strömungen auf) dienen dahingehend als Leitfaden. Man sollte sich eben bei jeder Entscheidung, die man fällt, fragen, ob sie maßvoll/tapfer/gerecht/weise ist oder eben nicht. Alleine schon die Tatsache, darüber nachzudenken bringt einen auf den "Weg der Tugend" bzw. hilft quasie als moralischer Kompass (so habe ich es verstanden und so "fühlt" es sich auch gut an). Ob Tugend und Laster so "frei" definierbar sind und von der Kultur bzw. der Gesellschaft abhängen, wage ich zu bezweifeln. "Böses" äußert sich immer in Leid und Schmerz. Wenn ich dir pyhsische oder psychische Gewalt antue, dann verursacht das Schmerzen und Leid - selbst wenn ich mich damit im gesellschaftlichen Rahmen bewege (z.B. Menschenopfer, sinnlose Drillerei von Soldaten, Sterben für das Vaterland usw.) Die vier Tugenden helfen letztlich dabei, Leid und Schmerz zu verminden, eben weil es unnatürlich ist, Leid und Schmerz zu empfinden. Viele Normen und Werte, die unserer Gesellschaft gelebt werden, müssen ja nicht unbedingt richtig sein. Z.B. hat mich die protestanisch-ökonomistische Arbeitsethik in den Burn Out getrieben (und meine Chefs dazu veranlasst, so zu handeln). Nochmal: unser Wirtschaftssystem steht im krassen Gegensatz zu den vier obigen Tugenden, ein "grenzenloses Wachstum" widerspricht nunmal der Tugend "Mäßigung". Dieses Verhalten wird sich früher oder später rächen; ganz einfach, weil es das natürliche System aus den Angeln hebt. Der kapitalistisch geprägte Mensch leidet an seiner Hybris und glaubt, sich die Welt Untertan machen zu können - er irrt. Sollte iwann mal das Klima kippen oder wir uns aufgrund von Krieg oder Seuche von der Oberfläche tilgen, dann ist lediglich das "Gleichgewicht" wieder hergestellt. Ein "ausgeglichenes Leben" passiert automatisch, es reguliert sich ja gerade selbst. Füge ich meiner Umwelt (Menschen, Tieren, Flora und Fauna) ein Leid zu (zerstöre ich also die natürliche Harmonie), so wird erzeugt das in einem abgeschlossenen System ein Ungleichgewicht, was wiederum den Naturgesetzen widerspricht - es kommt zu einer "Rückkopplung" und zwar solange, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Ich erahne da einen komplexen Zusammenhang zwischen Philosphie und Physik (übrigens hat sich die Stoa auch mit der Physik, also den Naturgesetzen etc. auseinandergesetzt und versucht, daraus auf das "Leben" abzuleiten). Wenn ich eine eiskalte Coke und einen brühend heißen Tee in eine Thermobox stelle haben beide iwann die gleiche Temperatur - es finden ja stets und ständig Ausgleichprozesse statt. Die "Wirtschaftswissenschaften" versuchen ja die Naturwissenschaften zu immitieren und scheitern letztlich an der Komplexität des Sachverhalts. Marx hat das zur Genüge bewiesen. Was mich and er Stoa begeistert ist ihre klare Einfachheit; ich kann an der Stelle nur das oben erwähnte Buch empfehlen. Es liest sich unglaublich zügig und regt in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken an. In der Stoa steht die Gemeinschaft im Fokus, gerade aus dem Aspekt des Selbsterhaltungstriebes des Menschen heraus. Oder anders: Egoistisches Handeln, was wider der Gemeinschaft ist, schadet nicht nur der Gemeinschaft (auch "Allnatur"), sondern letztlich auch sich selbst. Möchte ich also das beste für mich, so handle ich so, dass nicht nur mir, sondern auch der Gemeinschaft am dienlichsten ist (das erinnert doch ein wenig an Kant's Imperativ „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ - das haben die Stoiker schon relativ früh erkannt). Ein wesentlicher Teil der stoischen Lehre ist der "Pflicht" gewidmet und möchte ich mal kurz zitieren: "Sittlich gut handelt der Mensch, wenn er den Forderungen des "kathekon" folgt. [...] Für den Mensch bedeutet "kathekon" also eine naturgemäßge Handlung, die sich z.B. auf die Erhaltung der eigenen Person richtet und auf all das, was dazugehört z.B. Gesundheit, Familie, soziale Gemeinschaft usw. (wobei die vier genannten Kardinaltugenden als immer anwendbare Werkzeuge verstanden und eingesetzt werden sollten)" (Weinkauf, W.: Die Philosophie der Stoa, Reclam, Stuttgart, 2017, S. 199) DASS man nie weiß, ob man nun tugendhaft handelt oder nicht entspricht ja gerade dem Prozess des Lernenes (an dessem Ende die Weisheit steht). OB ich tugendhaft gehandelt habe erfahre ich leider erst im Nachhinein; je öfter ich aber "übe" (also versuche mich an den Tugenden zu halten), desto eher treffe ich die Entscheidungen, die für mich und und für meine Umwelt die besten sind. Ich behaupte an der Stelle mal, dass sich der Kapitalismus nie hätte entwickeln können, wenn man sich konkret an diese Tugenden gehalten hätte. "Reichtum" widerspricht nämlich der "Mäßigung". Die Kunst - und da gebe ich dir Recht - ist es, zu definieren, ab wann "zu viel zu viel" ist. Oder ab wann man von Gerechtigkeit / Tapferkeit / Weisheit sprechen kann. Das stimmt; aber schon die Tatsache, zumindest zu versuchen "tugendhaft" zu handeln, würde ich als positiv werten. Die Japaner nennen diesen Weg "Kaizen" - kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten. So - jetzt hab ich aber Mal tief in die philosophische Trickkiste gegriffen ; )