selfrevolution

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  1. Bei all den Vorwürfen, wie undankbar, der Thread-Ersteller nicht ist, will ich Cycle nochmal zustimmen: der Vater hat ihn auch gezeugt und hat tatsächlich eine Unterhaltspflicht, die auch ihren Sinn hat. Einerseits kann man sicher dankbar sein, dass die der Vater (die Eltern) einen großgezogen hat, andererseits ist das schlichtweg eine Sache, die mit dem Vaterwerden einhergeht. Was mir weiter dazu auffällt ist, dass hier keine erzieherische Intention artikuliert wird, sondern eine finanzielle Notwendigkeit. In gewisser Hinsicht, macht sich der Vater vom Sohn finanziell abhängig bzw. stellt den Sohn in die finanzielle Verantwortung für seine eigenen Entscheidungen. Keine ideale Vater-Sohn-Beziehung. Wenn ein junger Mann erwachsen wird, soll es ihm möglich sein, sein eigenes Leben zu leben, ohne die finanzielle Last der Familie mittragen zu müssen. Was das Argument des "18jährigen Sponserings" betrifft, gilt auch zu bedenken, dass sich die Situation oft umkehrt. Menschenkinder sind eine Weile in einer hilflosen Lage, benötigen schlichtweg die Unterstützung von Erwachsenen (und das nicht bloß finanziell). Es kommt der Tag, an dem der Vater wirklich alt wird, senil wird, einsam wird, oder sonstige Gebrachen des Alters bekommt. Das kann sehr kurz andauern oder auch sehr lange. In der heutigen Zeit, das ist richtig, ist es nicht mehr so, dass die Eltern dann bei den Kindern leben und von diesen gepflegt werden (obwohl auch das vorkommen soll). Dennoch aber ergibt sich zu dem Zeitpunkt die Chance, seine Dankbarkeit zu zeigen: dann wenn die Eltern es wirklich brauchen und man selbst die Möglichkeit dazu hat. Natürlich bin ich hier einmal einwenig dogmatisch, konventionell und nicht konsequent mit meiner Argumentation (bin auf Grund meines Studiums gerade in dieser Thematik sensibel, was das Begründen von normativen Aussagen betrifft, und weiß schon, dass ich hier gewissermaßen einen naturalistischen Fehlschluss begehe; klar kann man das schon anders denken, aber das is' eine Diskussion für zwei Bier und einen Stammtisch oder eine hm,... Bachelor-Arbeit). Entgegen meiner Argumentation oben, muss ich hier zum Teil zustimmen: 100 Euro klingt nicht so schlimm. Wenn man aber bedenkt, dass er wirklich kaum zuhause ist, find' ich's trotzdem nicht ganz angebracht. Ich würd' ehrlich gesagt eher zum Ausziehen raten, selbst wenn es finanziell günstiger ist, beim Vater zu wohnen. Dann muss man sich nicht vorwerfen lassen, man würde irgendwem auf der Tasche liegen, man muss sich nicht fragen, ob das tatsächlich so ist, ist sicher einfach deutlich besser für das Selbstwert- und Unabhängigkeitsgefühl.
  2. Es kann inder Tat manchmal als nervig empfunden werden, und das nicht nur von Frauen. Wir kennen hier einen anderen Alltag, vor allem Männer. Vielleicht hilft es, sich folgendes Vorzustellen: Ich habe im Sommer zwei Monate in einem arabischen Land gearbeitet. In einem Touristenzentrum. Vor dem Hotel gab es eine ziemlich lange Promenade, an der viele Verkaufsstände waren, ergo viele Männer (nur Männer, daher ist es nicht ganz vergleichbar), die einfach nur herumgesessen sind und Touristen angesprochen haben, um sie in ihren Laden zu bekommen. Unter anderem mich (auch, wenn ich kein klassischer Tourist war). Ich habe absolut kein Interesse daran, irgendwelche Souvenirs zu kaufen, und alles, was ich von dort mitgebracht habe, war ein Hut. Immer, wenn ich dort entlang gegangen bin (weil ich wo hin wollte, weil ich ein Taxi gesucht hab' oder sonstwas), kamen alle 10 Meter die Verkäufer an: "Hello my friend. Come, how are you?", "Hallo, sprichst du deutsch?", "Ztrastwui, russki?", das erscheint erstmal sehr harmlos. Man regiert einfach nicht drauf, weil man schlichtweg nicht jeden Tag alle zehn Meter ein Gespräch beginnen kann. Aber so einfach ist es nicht. Es gibt dort etwa 400 Meter an der Promenade, an denen tote Hose ist. Dort sind keine Touristen, sehr wohl aber Shops. Die Shopkeeper sind natürlich arm dran mit der Lokation ihrer Shops, weshalb sie mehr Zeit haben und deutlich penetranter sind. "Hallo mein Freund. Woher kommst du? Deutschland?" "Ich hab's eilig." "Warum sprichst du nicht mit mir, komm, nur eine Minute. Ich will dich etwas fragen." ...um einmal die Qualität der Gespräch zu illustrieren, nehmen wir einmal an, ich hätte mich darauf eingelassen (hin und wieder kommt es ja vor) und noch keine Erfahrung mit der Gesprächsführung dort. Gelber Frosch: "Ja, was gibt's?" Shopkeeper: "Woher kommst du?" Gelber Frosch: "Nemsa (arabisch für Österreich), Wien." Shopkeeper: "Ah, Servas! Wie geht's dir?" Gelber Frosch: "Ja gut. Ich hab's jetzt aber eilig und muss los." Shopkeeper: "Oh, nein. Bleib noch. Komm' (nimmt mich an der Schulter), nur kurz, komm. Was brauchst du? Gürtel? Tücher? Parfum? Ich habe alles, kann dir alles besorgen, komm." Gelber Frosch: "Sorry, ich hab's eilig und muss los." Shopkeeper (zieht leicht an der Schulter): "Komm, nur ganz kurz. Hast du eine Freundin?" Gelber Frosch: "Nein." Shopkeeper: "Ah, warum nicht?" Gelber Frosch: "So halt." Shopkeeper: "Ah, wie kannst du ohne Sex leben? Ich habe nur diese Woche fünf Frauen gefickt. Willst du, dass ich dir eine Frau besorge?" Gelber Frosch: "Nein, passt schon. Ich muss los. (geht)" Shopkeeper (kommt einem nach): "Hey! Hey! Bleib stehen! Das ist unfreundlich!" Gelber Frosch (geht weiter): "Ich muss echt los. Viel Spaß noch." Shopkeeper: "Woher bist du nochmal?" Gelber Frosch: "Wien." Shopkeeper: "Wiens Leute sind scheiße!" Das sind in etwa die Standardgespräche, wenn man neu dort ist. Gibt noch deutlich unangenehmere (und selbstverständlich auch angenehme!) Gespräche. Wenn einem, nachdem man sich überreden lassen hat, in einen Shop zu schauen, die Leute im Shop den Ausgang versperren, weil sie sich denken, dass sie mich flachlegen können ("lange Haare, der muss doch schwul sein"), wenn die Typen einen ständig fragen, ob man Sex will oder die Taxifahrer einen bitte, doch mal nur eine Minuten, die Hand auf ihren Schwanz zu legen oder mit einem auf's Zimmer kommen wollen, weil man nach "You have so beautiful hair" bloß "Thanks" sagt und lächelt. Worauf ich damit hinaus will: Wenn man dort mit "Hello my friend" angesprochen wird, dann ist das noch keine Belästigung, das ist richtig. Aber dennoch werden dabei schnell die bisherigen Erfahrungen aufgerufen, die negativ sind. Das "Hello" wird damit selbst unheimlich negativ, weil der weitere Gesprächsverlauf antizipiert wird. Das mag jetzt einwenig anders sein, als wenn man als Mädchen von Männern gesagt bekommt: "Hey Beautiful!" Allerdings kann ich mir hier ähnliche Gesprächsverläufe vorstellen. Die Typen wollen ja etwas von einem. Sie finden einen geil und wenn man sagen würde: "Okay, let's go to your place" würden sie wahrscheinlich zustimmen, ohne weitere Infos. Also dieses "die wollen sie bloß kennenlernen" oder "die wollen bloß ein Gespräch führen", "die wollen bloß freundlich sein", ist da eine fragwürdige Ausrede. Natürlich schließt die Bereitschaft gleich mit dem Mädel mitzugehen nicht aus, dass der eigentlich nur freundlich sein wollte, aber man kann genauso fragen, wieso er geradezu ihr freundlich sein will. Alles in allem läuft's mehr oder weniger drauf hinaus, dass ein Typ, der zu 'ner Fremden auf der Straße einfach nur "Hello" sagt letztlich in der Regel mit ihr im Bett landen will. Und man kann dann bei dem Gesprächsverlauf mit meine arabischen Shopkeeper das "Wiens Leute sind scheiße!" auch gerne gegen... ...austauschen. Nachdem sie dann einfach geht, ohne ihm ihre Nummer zu geben, kann's schon gut sein, dass ihr der Typ dann "Arrogante Fotze! Krieg mal deinen Stock aus'm Arsch, so geil bist du auch wieder nicht!" nachruft oder ihr (vielleicht sogar zu Recht) nachruft, dass sie sich "wie 'ne Schlampe anzieht, weil sie von Typen angelabert werden will und wahrscheinlich rumheulen würde, wenn sie keiner anquatscht". Unabhängig davon ob's stimmt oder nicht, is' es schon wahnsinnig unangenehm, sowas zu hören. Im Prinzip genau das, was Cycle und Juicy Terry vorhin schon geschrieben haben: Genau das ist der Punkt. Entscheidend ist der Vibe, der macht den Unterschied zwischen einer dummen Anmache und einem charmanten Approach. Ob von vorne oder von hinten ist da Nebensache. Genauso wie die Frage, wie attraktiv Frau den Typen findet. Der optisch bestaussehendste Kerl kann jegliche Attraction innerhalb von Sekunden verlieren, wenn er den Mund aufmacht und sich dabei wie ein Vollidiot präsentiert. Genauso kann ein charmanter Approach eines Mannes, obwohl Frau kein Interesse daran hat, ihr trotzdem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. (Das heißt nicht, dass sie mit ihm deswegen ins Bett steigt. Das ist eine andere, hiervon unabhängige Frage.) Wer natürlich alles durch die Redpiller-Frauen-sind-heimtückische-Monster-die-mich-armen-Niceguy-nur-ausnutzen-Wolle-Brille betrachtet, der wird natürlich niemals in der Lage sein, diesen Unterschied zu erkennen und zu verstehen. Das "Hello" is' noch lange keine Belästigung, das ist richtig. Und in dem Sinne geb' ich euch durchaus Recht, dass das Video nicht besonders gut ist. Allerdings kann es sehr wohl sein, dass man sich auf Grund gemachter Erfahrungen bereits vom "Hello" belästigt fühlt, weil die Belästigung selbst (eventuell zu Recht) antizipiert wird. Bevor man jetzt den Einwand bringt, dass ich einfach nicht wüsste, wie man mit Shopkeepern dort spricht oder wie man's dort "richtig" macht: erstmal hab' ich dort schon gelernt, wie man durch die Straßen geht, und statt alle 10 Meter bloß alle 50 Meter angequatscht wird bzw. wie man dort mit wem spricht, aber angenommen, ich wüsste es nicht: Belästigung ist es dann trotzdem. Nur weil ich nicht weiß, wie man sie verhindert, heißt das nicht, dass sie gerechtfertigt ist. Und genauso ist das mit Mädels, die nicht wissen, wie man durch die Straßen von Manhattan geht. Die Situation in Deutschland und Österreich ist allerdings, und da muss ich dem Begleitartikel zu dem Video widersprechen, natürlich eine andere. Keine Ahnung, wie oft Mädels hier angesprochen werden, aber das ist unter normalen Umständen nicht vergleichbar mit dem Video oder der Situation in arabischen Touristenzentren (dort als attraktive Weiße herumzugehen ist noch weitaus schlimmer als als Kerl). Was ich aber versuche klar zu machen ist, wie es kommen kann, dass man sich bereits durch das "Hello" belästigt fühlt, wie es kommt, dass man sich nicht über "you are beautiful" freut und lächelt, und dass es kein wünschenswerter Zustand ist, wenn einen alle 15 Meter ein Typ auf der Straße mit "hey there, make a wish" anspricht. Als Kerl ist es sicher schwer nachzuvollziehen und ich würde mich antürlich auch freu'n und geehrt fühlen, wenn mir die Mädels auf der Straße nachpfeifen würden. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es mir nach einer Weile auf die Nerven ginge, selbst wenn's attraktive Mädels wären. Dass ich gut ausseh' hör' ich für meinen Geschmack hinreichend oft (die Konsequenzen daraus lassen leider sehr zu wünschen über), und das obwohl es nur alle paar Wochen mal ein Mädel sagt. Jeden Tag brauch' ich das auch nicht. Oder jede Stunde. Und ein Randkommentar: es ist völlig legitim einen Stock im Arsch zu haben. Heißt natürlich nicht, dass gleich alles als Belästigung anzuzeigen ist oder Anti-Sexismus-Kampagnen zu machen sind. Aber es ist genausowenig ein Verbrechen, nicht freundlich zu lächeln, wenn man angemacht wird.
  3. Hier stellen ja ganz viele die offensichtliche und wohl berechtigte Frage, warum du dich auf einen Kerl einlässt, der dich offenbar sexuelle weder befriedigt noch interesse daran zeigt, diesen Zustand zu ändern. Als Parallele dazu scheint er sich auch "außersexuell" auch nicht für dich zu interessieren bzw. dir zumindest das Gefühl zu geben. Alles in allem klingt er nach einem Typen, der hier in gewissem Sinne manchmal (!) propagiert wird: er zieht sein Ding durch, ohne sich von dem Mädel beeinflussen zu lassen oder ihr das Gefühl zu geben, irgendwie etwas Besonderes für ihn zu sein. Nicht, dass ich mich der Propaganda anschließen will, aber kann's sein, dass du genau darauf stehst, dass er kein Interesse daran zeigt, dir was Gutes zu tun, dich zu beeindrucken, zu befriedigen etc. während es gleichzeitig das ist, was dich unbefriedigt lässt? Hatte mal 'ne Freundin, die wollte, dass ich mich rassier'. Danach is' der Sex schlechter (weniger Leidenschaft und Hingabe) geworden. Dann hat sie mir gesagt, was sie nicht so gerne hat. Dazu das zu lassen bin ich dann gar nimmer genommen, weil sie's dann beendet hat. Kann natürlich auch bloß Zufall sein (mit der Zeit vergeht meistens einwenig von der Leidenschaft). Aber bist du dir sicher, dass du mehr Lust an ihm hättest, wenn er sich auf dich und deine Lust einlassen und dich nicht bloß benutzen würde? Is' nichtmal wertend gemeint. Is' völlig legitim und in Ordnung, wenn man drauf steht, als Fickfetzen benutzt zu werden. Also, um noch mit einem konstruktiven Vorschlag zu kommen: gar nichts tun. Vielleicht is' es ja gerade gut, dass es schlecht is'. Gibt dir diesen richtigen Mindfuck.
  4. Klingt, als würde das Mädchen selbst nicht die Hauptursache sein, was deine Veränderungen betrifft, sondern mehr die allgemeine Lebenssituation. Is' ja auch eine schöne Sache, find' ich. Zusammenziehen, eine Familie gründen, eine gemeinsame Zukunft planen,... - "Persönliches HB10", das klingt so "perfekt", also nein, HB10 hab' ich noch keines kennengelernt, und vor allem würde ich die 10 dahinter wirklich mehr für die reine Optik aufheben. - So eine Veränderung, vielleicht im Kleinen und nur kurz, aber ich komm' von der anderen Seite. Mit meiner ersten Freundin war ich fast sieben Jahre zusammen, hab' mit ihr zusammengewohnt, wir haben beschlossen, keine Kinder zu bekommen, wir haben eine gemeinsame Zukunft geplant und alles was dau gehört. Dabei war das ursprünglich gar nicht einal so gedacht, also sie war keine "persönliche HB10" auch wenn ich sie ziemlich hübsch fand, und wenn ich ehrlich sein soll, wäre sie zu den Zeitpunkt, wo ich beschlossen hab', dass ich mich an sie ranmach', nichtmal meine erste Wahl gewesen. Aber es is' gut gelaufen und war eine schöne Zeit. - Nur mit 25 hab' ich dann die Und mit 25 hab' ich dann die gegenteilige Veränderung durchgemacht. Es lief mal wieder sexuell nicht so leiwand, ich hab' Pick Up entdeckt, ein Buch über "Bildung im Zeichen des Fremden" gelesen, Song über Freiheit gehört, und Schluss gemacht, weil ich was nachholen wollte. Die Rechnung is' halt ur nicht aufgegangen. Aber meine Interessen haben sich verändert, ja. Nur halt in die andere Richtung. Dennoch verliebe ich mich einfach wahnsinnig schnell (und unglücklich), und als ich dann ein Jahr später meine nächste Freundin kennengelernt hab', und wir zusammengekommen sind, hab' ich mir schon gedacht, dass das eigentlich ganz fein is', und dass ich die behalte. Keine großen Zukunftpläne geschmiedet (sie schon, aber Pläne hin oder her, irgendwann hat sie Schluss gemacht und bummelt jetzt in der Welt herum, seit März in der Türkei, nachher geht's drei Monate nach China und dann nach Australien)
  5. Ob und wie ein Studium die Persönlichkeit eines Menschen prägt ist von zu vielen Faktoren abhängig, als dass man das verallgemeinern könnte. Es gibt Leute, die bis zu Studiumsbeginn desinteressierte, faule Säcke sind und dann im Stuium aufblühen. Es gibt Leute, die studieren von Anfang an auf Sparflamme und denken außerhalb der Uni kaum an diese. Es gibt Leute, die verlaufen sich komplett in ihren Gedanken und werden zu intoleranten Pseudo-Intellektuellen, die einen anschrei'n, wenn man eine andere Meinung hat, und es gibt Leute, die verzweifeln am Studium, brechen voller Wehmut im vierten Semester ab und sagen sich: "Ich hab' mein Studium nicht geschafft. Ich bin so ein Loser!" als Gute-Nacht-Gebet auf. Ich sehe den Vorteil im braven Studium nicht darin, dass sich die Persönlichkeit so sehr entwickelt, sondern dass man etwas tut, das als etwas mehr oder weniger Sinnvolles anerkannt wird. Man kann genauso gut irgendwelche Zusatzausbildungen oder sonstwas machen. Aber ich würde davon abraten, sich allzu schnell ein Jahr für "seine persönliche Enwicklung" zu nehmen, ein Jahr meditieren, Frauen aufreißen, Party machen, "sich selbst finden" oder sowas. Das macht sich ziemlich schlecht im Lebenslauf, und ob man danach wirklich eine irgendwie "bessere" Persönlichkeit hat als vorher, würde ich schon sehr bezweifeln.
  6. "Wwoofer" is' auf Farming spezialisiert, aber bei "Work Away" gibt's viele andere Jobs auch. Ich hab' damals im November in drei ungarischen Hotels beworben. Ist eine weile her, das dürfte aber soetwas wie Guest Relation gewesen sein. Hab' keine Qualifikation für sowas und zwei Zusagen bekommen. Bescheuerter Weise erst im Februar, also viele Monate, nachdem ich mich beworben hab' (Klar, der ungarische Tourismus is' im Winter wahrscheinlich tot). Als Animateuer hab' ich mich einfach bei Tui beworben. Die suchen immer wieder Leute. Ist man dann einmal im Ausland, in so einem Touristenzentrum, dann hat man im Prinzip vor Ort bessere Möglichkeiten, sich einen Job oder so zu suchen, weil man auch Leute kennenlernt. Ich hab' dort ohne irgendwie Interesse zu bekunden einen Job in der Animation angeboten bekommen - halt in einem anderen Hotel (habe aus tausenden Gründen abgelehnt). Wichtig is' halt, dass man dann vor Ort auch die Kontakte zu den Einheimischen pflegt und die richtigen Leute kennenlernt. Ich würde es allerdings nicht übertreiben mit Auslandsplänen. Kenn' dich nicht, aber ich bin selbst jetzt keine 19 sondern halt doch Ende 20 und leb' seit zwei Jahren komplett allein' (davor hat noch meine damalige Freundin bei mir gewohnt), und sogar ich hab' nach 'nem Monat absolut unerwartetes Heimweh bekommen. 'ne (Ex-)Freundin von mir arbeitet seit März in der Türkei und heult sich regelmäßig in den Schlaf. Die muss "nur mehr" bis Mitte November durchdrucken, hat sich jetzt aber ernsthaft Urlaub genommen, den sie in Österreich verbringt. Du musst schon bedenken: deine Freunde sieht du dort nicht nur "so gut wie nie" sondern schlichtweg nie. Deine Stammkneipe is' 5 bis 10 Flugstunden entfernt und es würde dich an die 300 bis 800 Euro kosten, dort hinzukommen, dein Sportverein ebenso, je nach dem, wo du bist kannst du vielleicht irgendwelchen kleinen arabtischen Kindern zuschauen, wie sie auf der Straße kicken, es gibt immer Leute, die Deutsch können, aber trotzdem erwischst du dich dabei, wie sich du alleine im Bett liegst und die Sprache in der du denkst auf einmal Englisch (oder was auch immer) ist und dir dein eigenes Denken fremd vorkommt. Don't get me wrong, es is' eine tolle Erfahrung. Aber ich würd' jetzt nicht gleich ein Jahr irgendwo hinziehen. "Private Projekte", naja als ich damals die Möglichkeit ins Ausland zu gehen verschlafen hab', hab' ich mich in die Wiener Musikszene gestürzt. Klingt nach "viel Party machen" und das war's auch. Aber ich hab's damals durchaus darauf angelegt, mich dort zu engagieren, und es is' schon ganz nett, wenn man mal da und dort an der Kassa aushilft, das eine oder andere Konzert organisiert und so. Is' halt keine finanzielle Sache, aber Spaß macht's, und es is' schon ganz nett, wenn man einfach ein Bisschen Ahnung hat, wie das im kleinen Bereich so grob abläuft und irgendwie landet man nach Monaten Abstinenz (weil man im Ausland war) auf einem Konzert, wo man keine Kontakte hat (keine Band kennt, keine Veranstalter) und dennoch zahlt die scharfe Rothaarige 15 Euro, umreinzukommen, und man selbst bloß 7 (ja, ja, das Bisschen Angeben möge man mir verzeihen ). Aber wie gesagt: Ich halte nicht viel von "Persönlichkeitsenwicklung". 'ne Persönlichkeit hat man schon, und in den meisten Fällen is' die auch soweit in Ordnung, dass es sinnvoller is', man macht brav sein Studium oder seinen Job oder sonstwas.
  7. Persönlichkeitsentwicklung wird überbewertet. Ich hab' mir mehr Freizeit genommen und mein Studium hinten angestellt, sogar ein Freisemester eingelegt, und im Prinzip is' nicht wirklich was rausgekommen. Is' eine der wenigen Sachen, die ich bereue (auch wenn's eine nette Zeit war). Work and Travel würde ich auch vorschlagen, wenn du meinst, ein Jahr irgendwas Besonderes machen zu wollen: www.wwoofer.net www.workaway.info Ich hab' meine Chance verpasst, dafür hab' ich das diesen Sommer nachgeholt und zwei Monate als Animateur im arabischen Raum gearbeitet. Man verdient je nach Vertrag gar nicht so übel, weil man kaum Ausgaben vor Ort hat. Hat nicht viel Spaß gemacht, aber ich bin froh, das gemacht zu haben. War nicht sonderlich gut in meinem Job, aber das hat kaum wen gestört, und ich hab' das Gefühl viel gelernt und erlebt zu haben. Zumindest hat mich das geprägt. Interessant war, dass ich mich die Destination nicht selbst ausgesucht habe und das bekommen habe, was mich am wenigsten interessiert hat.