FritzZ

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  1. Hallo zusammen, ich habe zwar auch Probleme mit Frauen (bzw. dem Mangel an diesen), aber darum soll es hier nicht gehen. Ich weiß natürlich, dass alle Dinge irgendwie zusammenhängen und ein erfüllteres Liebesleben vielleicht auch meinen emotionalen Zustand verbessern würde, aber ich halte es für naiv, zu glauben, dass eine Frau in meinem Leben meine Probleme deutlich mindern würden. Dies glaube ich allein schon deshalb, weil viele davon schon zu einer Zeit offenbar wurden, als Beziehungen zum anderen Geschlecht noch nicht wirklich auf der Tagesordnung standen. Anders formuliert: Ich glaube, dass ich andere Baustellen habe, die ich erstmal zu beackern habe. Dass ich trotzdem hier im PU-Forum schreibe hat einfach den Grund, dass ich den Eindruck habe, dass hier viele kompetente Leute unterwegs sind, die sich mit Persönlichkeitsentwicklung und Psychologie auskennen und mir vielleicht Tipps oder vielleicht sogar eine Art Diagnose geben könnten. Was ist mein Problem? Ich habe den Eindruck, das mein Leben deutlich mehr als das von anderen von negativen Emotionen bestimmt ist, wodurch es mir schwer fällt bzw. unmöglich ist, mich (dauerhaft) weiterzuentwickeln und Ziele zu erreichen. Was sind das für Emotionen? Das kann ich gar nicht so genau sagen. Ich bemerke an mir gerade am Nachmittag nach der Arbeit (arbeite als Lehrer, wobei die Schüler schon sehr stressen können) eine absolute Lustlosigkeit, es ist nicht einfach nur Müdigkeit, sondern generell die Unfähigkeit, mit Begeisterung Dingen nachzugehen. Seltsamerweise hatte ich dieses Gefühl oft schon als Jugendlicher, als ich noch gar nicht berufstätig war, woraus ich schließe, dass es nicht allein durch den Job bedingt ist. Gegen Abend wird es oft besser, aber nicht immer. Als wirksames Mittel dagegen habe ich für mich den Ausdauersport entdeckt, am Anfang bin ich nur laufen gegangen, um dieses Gefühl der Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit zu überwinden. Nach dem Training fühlte ich mich dann körperlich zwar erschöpft, aber psychisch besser (ab und zu war ich dann aber einfach so müde, dass ich auch nicht mehr großartig produktiv sein konnte). Vielleicht klingt das alles ein wenig nach Depression, aber bei typischen Depressionstests wird mir eine solche eigentlich nicht bescheinigt. So ist beispielsweise mein Appetit normal und das sexuelle Verlangen ebenso. Eine Vermutung ist die, dass es am Gilbert-Meulengracht-Symptom liegt. Dabei ist der Bilirubinabbau aufgrund eines Enzymdefekts gestört, der gelbe Farbstoff (Abbauprodukt des Hämoglobins) reichert sich im Körper an und lässt die Augen gelb werden, ähnlich wie bei Hepatitispatienten oder Alkoholiker mit kaputter Leber. Gilbert-Meulengracht ist mir mal aufgrund eines eines Bluttests bestätigt worden, laut Schulmedizin ist es eigentlich nur eine harmlose Störung, es gibt auch nicht viel Literatur dazu. In einschlägigen Internetforen liest man aber, dass es nicht unbedingt so harmlos ist und gerade diese Antriebslosigkeit und Abgeschlagenheit damit in Verbindung stehen kann. Unabhängig davon erlebe ich aber auch andere negative Emotionen: Ich grübele viel über vergangene Dinge nach, bereue Entscheidungen, schon ein bestimmter Gedanke an eine vertane Chance lässt die unangenehmen Gefühle wieder hervorkommen und mich so in Beschlag nehmen, dass ich nicht wirklich konzentriert arbeiten kann. Ich gerate da oft regelrecht in Gedankenspiralen, die mich am Boden halten. Umgekehrt kann aber auch ein positiver Gedanke mich (zumindest kurzfristig) in eine himmelhochjauchzende Stimmung versetzen, dann bin ich von einer Unruhe gepackt, die mich ebenfalls vom Produktivsein abhält. Zur Verdeutlichung zwei Beispiele: Ich will ein Buch lesen, das nicht ganz einfach ist. Irgendwann während des Lesens wird durch ein Wort die Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis geweckt, ich kann mich nicht mehr konzentrieren, gehe an der Rechner, recherchiere Informationen dazu, lese mein Buch nicht weiter. Das ganze geht dann mit schwer zu beschreibenden negaitiven Gefühlen einher, oft irgendwas zwischen Schuld, Angst, Scham und Minderwertigkeit. Umgekehrt kann beispielsweie auch ein relativ triviales "positives" Ereignis wie z.B. ein Anruf mit einer guten Nahchricht mich derart in "positive" Wallung bringen, dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Ich muss noch erwähnen, dass ich schon als Kind schüchtern war, was erklären kann, dass mich insbesondere Kontakte mit Mitmenschen so "stressen". Schon als Kindergartenkind lief ich allein herum, später in der Grundschule hatte ich zwar Freunde, fühlte mich aber trotzdem irgendwie abgesondert. Besonders den Sportunterricht hasste ich, ich war linkisch, ungeschickt, hatte Angst vor Bällen und traute mir auch nichts zu, und in der Umkleideerschien mit das vorpubertäre "männliche" Gegröle der Klassenkameraden sowohl angsteinflößend als auch unverständlich. Ansonsten war ich eher guter Schüler, wechselte dann auch aufs Gymnasium, wo ich ebenfalls nicht wirklich dazugehörte, obwohl ich ein paar Freunde hatte. Im Unterricht träumte ich oft vor mich hin und konnte nicht aufpassen, ich frage mich sogar, ob mir heute nicht ADHS bescheinigt worden wäre. Zum Stören war ich aber natürlich zu brav und zu ängstlich, ich habe einfach nur nicht aufgepasst. Gute Arbeiten schrieb ich dann trotzdem, weil ich zuhause entsprechend lernte. Eigentlich war ich in den meisten Fächern ganz gut, es jab (leider) auch keine leistungsmäßige Tendenz in eine bestimmte Richtung. So richtig "brannte" ich für nichts. Während ein Freund in der großen Pause noch mit dem Chemielehrer über die Gestalt der d-Orbitale diskutierte, wollte ich lieber auf den Schulhog irgendwelchen Mädels (natürlich völlig AFC-mäßig und von Oneitis verblendet) hinterherzulaufen. Dass das nicht von Erfolg gekrönt war, versteht sich von selbst. Interessant ist vielleicht noch folgende Episode: Wie viele Jugendlichen war ich von Rockmusik fasziniert und wollte dann irgendwann auch ein Instrument lernen. Als Kind hatte ich recht vergeblich Klavierstunden genommen, ich wollte was anderes ausprobieren, daher versuchte ich mich am Schlagzeug. Damals träumte ich davon, ein berühmter Musiker zu werden, letztendlich war ich dann irgendwann so schlecht, dass ich aus unserer Schülercombo flog. Und das, obwohl ich mir vornahm, jeden Tag eine Stunde im Keller zu üben. Aber ich erinnere mich nocht, wie fast immer die oben genbannten Emotionen die Oberhand gewannen, ich lustlos und unmotiviert versuchte, meine Übungen nach Stechuhr durchzuziehen und dabei kaum Fortschritte machte. Nach einigen verschwendeten Jahren hörte ich frustriert auf. Noch heute frage ich mich, warum ich trotz des Willens zum täglichen Üben immer nur in diese negativen Gefühlslagen geriet. Ich unterbreche hier mal meine Schilderungen, obwohl ich die Biografie natürlich noch fortsetzen könnte. Hat irgendjemand Idee, was mit mir los sein könnte? Ich tippe neben dem bereits genannten Meulengracht auf hohen Neurotizismus (erreiche bei Big Five-Tests immer Werte von >95%) und daraus resultierend auch eine Anfälligkeit für Ängste, depressive Verstimmungen und Zwangsgeschichten. Leider ist ein hoher Neurotizismus schwer zu ändern. Sport mache ich schon viel, habe da auch einiges erreicht (Zeiten, Titel), aber leider habe ich das Gefühl, dass ich die Grundmuster nicht wirklich in den Griff kriege. Bin dankbar für jegliche Tipps. LG
  2. Kann mich meinen Vorpostern nur anschließen, mach das (und ähnliche Geschichten) auf keinen Fall. Als ich jung und unwissend war, hab ich auch mal einer Angebeteten (besser: schwere Oneitis) im Auto einen selbst verfassten Brief vorgelesen. War ne hochnotpeinliche Sache, für die ich mich noch Jahre später in Grund und Boden geschämt hatte, dass der Plan völlig daneben ging, brauche ich wohl nicht zu erwähnen...
  3. @lowSubmarino: Zunächst einmal finde ich deinen Ansatz interessant, allein schon deswegen, weil er auf der Metaebene ansetzt und so eine "Lösung höherer Ordnung" anstrebt. Rein praktisch habe ich jedoch Bedenken, was die möglichen Konsequenzen angeht: Man kann sich fragen, warum so wenig Menschen das von dir propagierte Mindset verinnerlicht haben bzw. danach handeln. Meiner Ansicht nach ist die Antwort folgende: Wir Menschen sind soziale Wesen, denen es über Jahrtausende eben nicht egal sein konnte, was andere von ihnen dachten. Das Überleben korrelierte mit der Höhe des Status, den man im sozialen Gefüge hatte, ebenso die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit. Von daher ist die von dir kritisierte Angst, seinen Status (bzw. auch nur sein "Gesicht") zu verlieren, im Laufe der Evolution tief in unsere DNA einprogrammiert worden, sie stellte offenbar einen Überlebensvorteil dar. Wäre dem nicht so gewesen, wäre sie heute nicht so verbreitet. Weiter unten schreibst du, in Bezug auf Frauen etwas gewagt zu haben sei "unendlich viel besser", als nichts zu riskieren. Das bezweifele ich aus den bereits oben beschriebenen Gründen (Gefahr des Statusverlusts), aber auch aus eigener Erfahrung kann ich dem nicht zustimmen. In der Vergangenheit hatte ich einige Male die Initiative ergriffen und bei von mir begehrten Mädels Aktionen gestartet, die aufgrund meines Unvermögens, der mangelnden Erfahrung, der Verzweifelung (Oneitis...) und manchmal auch aufgrund des Alkoholpegels nicht nur völlig erfolglos, sondern zudem auch noch hochnotpeinlich waren. Teilweise bekamen andere die Aktionen mit und tischen sie mir heute noch auf, viel mehr aber schäme ich mich selbst für diese Geschichten und ich wünsche mir in der Retrospektive, ich hätte einfach NICHTS gemacht. Klar gewinnt man selten etwas, wenn man nichts wagt, daraus aber den Umkehrschluss zu ziehen, dass jede noch so hanebüchene Aktion besser sei als gar nichts zu tun (oder meinetwegen sich im stillen Kämmerlein beim Gedanklen an das Objekt der Begierde einen abzumelken :), halte ich für fragwürdig. Jetzt könnte man natürlich behaupten, ich müsse die Schamgefühl abstellen, aber eine willentliche Beeinflussung der Emotionen gelingt mir zumindest in diesem Fall nicht besonders gut, da hilft eigentlich nur, die Zeit die Wunden heilen zu lassen. Aber wie gesagt, trotz meiner Bedenken ein cooler Ansatz.