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Man gießt keinen neuen Wein in alte Schläuche, sage ich nur.
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Eigentlich eine gute Frage, die ich im Affekt zu ungenau beantwortet habe. Es war nicht sofort Ende Mai. Ich glaube, es war erst mehrere Tage später. Wie schon erzählt, seine letzten privaten Nachrichten Ende Mai an mich waren nicht wirklich neu. Er schrieb ungefähr: Ich mag nicht mehr, wir sind nicht mehr zusammen. Danach schrieb er mir persönlich nichts mehr, wechselte in den Gruppenchat und begann ein Dread Game mit seiner platonischen Freundin zu fahren. Auch das war nicht neu. Jedes Mal, wenn er das zuvor gemacht hat, hat das unsere Beziehung belastet. Neu war, dass er in die Gruppe sinngemäß schrieb, dass er mir akut einen Dämpfer verpassen musste, da ich Unstimmigkeiten mit seiner Mutter hätte. Ich dachte mir: Ok, er hat es tatsächlich getan. Jetzt stelle ich noch diese andere, neue Sache richtig und dann greift mein Plan B, den ich in der letzten Krise für diesen Fall ausgearbeitet hatte. Aber der Schachspieler mischte sich ein. Er begann, mich zu befragen (zB warum wir nicht seit Jahren verheiratet sind und Familie gegründet haben) und zu versuchen, den möglichen HSP dazu zu bewegen, sich privat mit mir zusammenzusetzen. Meine ersten Wie-Fragen gingen an die anderen, die versuchten, mich mit fadenscheinigen Behauptungen darüber zu beschwichtigen, dass das schon wieder werden würde mit ihm. Ich schrieb sinngemäß: Nein, ihr seht ja selbst, was er tut. Ich kann ihn nicht zwingen. Erst als er Tage später begann, zu schreiben, dass er nun enttäuscht sei von dem, was ich schreibe (die Richtigstellung) und unsere Beziehung quasi unmittelbar vorher noch von mir reparierbar gewesen wäre, also nachdem er zum Gruppenchat gewechselt war, so wie ich es verstand - erst dann und nachdem er im Gruppenchat aufhörte, in der dritten Person über mich zu schreiben, und begann, direkte Fragen darüber an mich zu richten, wie ich es mir zukünftig vorstellen würde - erst dann wurde ich nachdenklich. Vor knapp 2 Monaten etwa. Als Fragestellerin begrüße ich jede Antwort und bin auch dankbar für jede. Wie wertvoll sie für mich sind, entscheide ich, nicht du als Mitleser. Oder bist du betroffen oder kennst mich persönlich und hast ein besonderes Schutzbedürfnis mir gegenüber? False Premise. Eine juristische Kontaktsperre habe ich nicht erwirkt. Hier ist die Rede von der No Contact Rule. Die beiden sind gegenteilig zielgerichtet. Er und ich schreiben uns nicht ständig. Vor knapp 3 Wochen hat er nochmal privat Gelegenheit zur Lösungspräsentation eingeräumt, wenn ich den kurzen Wortwechsel sehr frei interpretiere. Und noch später wurde an mich herangetragen, er habe sich emotional über mich geäußert. Ich hätte es schön gefunden, wenn er schon früher zu seinen Gefühlen für mich gestanden hätte. Nicht nur mir und meinen Eltern gegenüber und sonst keinem Mensch auf der Welt. Ich glaube, es ist mir gelungen, zu verstehen. Ich habe 6 Mio Tokens unseres primären Chatverlaufs kreuz und quer analysieren lassen und zwei, drei Schlüsselpassagen selbst nochmal gelesen. Das war sehr hart, ich konnte anfangs nur wenige Zeilen auf einmal lesen und musste viele Pausen machen. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Ich war cold as ice - durchweg, überall. Ein Wunder sondergleichen, dass er überhaupt eine aktive Beziehung mit mir führen konnte. Er muss eine schier maßlose Frustrationstoleranz für mich gehabt haben. Und ich habe viel über Scham nachgedacht. Es gab tatsächlich etwas, das ich nicht loslassen konnte. Das beschämendste Ereignis meines Lebens. Der tiefgreifendste Kontrollverlust meines Lebens vor knapp 19 Jahren. Eine versehentlich zu weitgreifende, strategische Affektisolierung im falschen Moment, die mich dauerhaft zu einem anderen Menschen machte. In einem Moment von Authentizität, in dem alle meine Parallelleben zusammenkamen. Aus der coolen, analytischen, witzigen, kreativen, transzendentalen Frau, die gerade noch stolz auf der Bühne Standing Ovations genießen konnte, wurde von einem Tag auf den anderen eine sachlich, mathematisch, kühle Grüblerin, die nie mehr aus sich raus kam. Ich war auf Abifahrt in einem billigen Motel in Prag und hatte mich von einer Gruppe Mädels zum clubben überreden lassen. Das Motel hatte einen Innenhof und unser Zimmer war im ersten Stock über Außentreppe mit Galerie erreichbar. Wir teilten uns zu acht ein Bad und ich war als erste fertig. Ich muss dazu sagen, dass da in den wenigen Tagen, die wir dort auf so engem Raum waren, ein gewisser Zusammenhalt entstanden war, weil ich sie laut träumen hörte und darauf reagiert hatte. Plötzlich gab es draußen auf der Galerie einen kleinen Tumult mit Schreckensschrei und zerstreutem in die Zimmer Rennen. Ich wollte nachsehen gehen und fragte, was los sei und gesellte mich zu einer Mädelsgruppe auf der Galerie. Sie meinten, dass er wieder da sei und ich wollte wissen, wer. Aber sie stellten sich schützend um mich und sagten: Schau nicht hin, der lungert schon seit drei Tagen hier herum und kratzt mit einem Messer an den Wänden. Das sei bestimmt ein entflohener Psychiatrieinsasse oder ein Penner. Da ging ein dunkel gekleideter Mann im Innenhof zwischen den Tischen umher. Mit 17 war ich 2 Tage lang am Frankfurter Hauptbahnhof und konnte schon aus dem Augenwinkel in 10 m Entfernung von hinten sehen, dass sie ihn falsch einschätzten. Ich sagte: Das ist kein Penner, aber ich müsste ihn noch von vorne sehen - jedenfalls braucht ihr vor ihm keine Angst zu haben. Sie hofften, dass er wieder geht, aber er setzte sich diagonal mir gegenüber in die Ecke auf den Boden. Ich blieb eine Ewigkeit stehen und konnte nicht wegsehen. Dann sagte ich ihnen bescheid, dass ich zu ihm gehen möchte. Sie versuchten, mich davon abzuhalten und waren sich sicher, dass er gefährlich ist und stimmten erst zu als ich vorschlug, ihn nur ganz kurz zum Gehen zu bitten und sofort wieder zurückzukommen, wenn ich mich unwohl fühle. Also ging ich und stand dann vor ihm, sagte Hallo und fragte, ob ich mich zu ihm setzen könnte, setzte mich und fragte dann, wie es ihm geht und warum er hier in diesem Motel sei. Er meinte, nicht so gut und er sei ein Soldat auf einer Mission. Diese war wohl, einen Drogendealer zu bedrohen, der dort laut ihm Geschäfte mache und tatsächlich stand er später auch auf und packte jemanden am Schlawittchen und schrie ihn an, als ein immer lächelnder Mann mit Dreadlocks vorbeikam und grüßte, den ich zuvor schon mehrmals beim Frühstück im Innenhof gesehen hatte. Ich dachte: Gott, was mache ich hier, wie peinlich. Guter Zeitpunkt, jetzt schnell wieder wegzurennen, oder unauffällig zu gehen, scheiße, er schaut her, nein, jetzt kommt er wieder, zu spät. Parallel dazu lehnte ich möglicherweise eine nachdrückliche Einladung zum Essen Gehen ab, da er ja nun gehen könne, ich aber mit den Mädels verabredet war. Dann machte ich ihm Komplimente, wie mutig und anständig ich das von ihm fände und irgendwann bei diesem Thema lehnte er sich 10 cm neben mir zurück und sagte mit dieser tiefen Eustimme: I don’t believe you. Er bestand darauf, dass ich ihm verspreche, niemals Drogen zu kaufen und das tat ich. Die Mädels riefen von oben, ob alles ok mit mir sei und ich streckte ihnen den Daumen nach oben entgegen. Ich fragte ihn nicht allzu kurz zuvor nach seinem Namen, fand diesen schön, weil hebräisch, streckte ihm meine Hand hin. Er zögerte, aber was blieb ihm übrig. Nach dem Handshake sagte ich meinen. Dann fragte er, ob ich the one sei. und ich sagte, nein, ich sei niemand. Ich fragte, warum es ihm nicht so gut ging und er erklärte, dass ihm ein teurer Rechtsstreit mit einer Plattenfirma bevorsteht, die Kontrolle über kreative Entscheidungen gewinnen will, und er deshalb in Erwägung zieht, keine Musik mehr zu machen. Ich fragte ihn nach dem Risiko und den Zahlen und seinem Gefühl und Wunsch. Er meinte, dass es nicht nur darum ginge, sondern auch um die Frage, ob es gerechtfertigt wäre, sicheren Stress über einen längeren Zeitraum für ein ganzes Team zu verantworten, ohne einen guten Ausgang garantieren zu können. Dann, sagte ich, gehe es zuvorderst um sein Gefühl und seinen Wunsch. Ich fragte ihn nach seinem kreativen Prozess, seinem Lampenfieber, wie sehr er sich vorstellen könnte, rein privat hobbymäßig weiterzumusizieren, ohne beruflich davon zu profitieren. Und ich fragte ihn danach, wie sehr er sich bei Liveauftritten mit dem Publikum verbunden fühlt und, dass er bei seiner Überlegung nicht nur das Arbeitsumfeld, sondern auch das Publikum in sein Verantwortungsgefühl miteinschließen sollte, demgegenüber er die Chance hätte, ein gutes Vorbild zu sein. Dann sagte ich: Weißt du was? Ich bin doch the one. Ja, ich bin die, die du suchst, wegen, der du hier bist, keine Widerrede, ich höre doch seit 2 Tagen von dem Zimmerfenster dort drüben, wie du meinen Namen rufst. Jetzt sind wir hier und ich kann dir helfen. Darf ich dir helfen? Er bestritt natürlich, dass er meinen Namen gerufen hätte (Ich wusste, dass er es nicht bewusst getan hat, weil mir die Klassenkameradinnen schon gesagt hatten, dass sie es nicht hörten, dass eine Männerstimme nach mir rufen würde) und fragte, wie, und ich sagte: Dauert nicht lange, just one touch. Was ich erst später recherchiert hatte, war, dass er kurz vorher "Mr. Nobody" abgedreht hatte und mein Name deshalb noch in seiner Psychosphäre nachgehallt sein muss. Ich wusste nicht, was ich tue, aber ich traute es mir in dem Moment zu und hielt es für richtig. Mit seiner Erlaubnis drückte ich meine Handflächen zusammen, konzentrierte mich, berührte ihn mit meiner ganzen linken Hand am Knie und streifte noch ein wenig nach unten und schloss sie zu einer Faust zusammen, hielt sie wieder vor mich, öffnete sie, schaute meine Hand kurz an und spürte gleich, dass es zu viel für mich ist und legte meine Handfläche nicht schnell genug auf den Boden. Ich spürte es meinen Unterarm hochkriechen und versuchte, es mit meiner rechten Hand abzustreifen und beide Hände flach auf den Boden zu legen und es in die Steine zu übertragen, aber das war eine Sorte Energie, die Lebendem anhaftet. Ich dachte an die Legion, die Schweine tötet, und versuchte, meine Hände in der Luft zu schütteln und mich wieder zu beruhigen. Dann wendete ich mich wieder ihm zu, lächelte gequält, drehte mein Gesicht gleich wieder weg, damit er die erste Träne nicht sieht, und stammelte, dass er jetzt weiter Musik machen kann. Ich glaube, dann bot er mir das mit dem Codewort an für Songs, die er mir widmet. Er meinte, dass er gerne irgendetwas für mich tun würde und ich wünschte mir die Umsetzung meiner Vision, sofern er kann und möchte. Ich sang ihm eine kleine Melodie vor, die mich viele Jahre lang beruhigt hat. Die gefiel ihm nicht und mir war die Melodie und der Klang und die Instrumente völlig egal. Ich wollte nur, dass da eine Metapher aus der Bibel, insbesondere direkt von Jesus gesagt, im Text vorkommt, ohne dass der Gesamttext religiös angehaucht ist, damit es mehr in die Normalsprache übergeht. Ich musste ein Beispiel nennen und meine Vorstellung sehr genau erklären. Er fragte mich, welche Musik ich mag. Auf meine Antwort hin sagte er mir, dass er das nicht spontan alleine zusichern kann, sondern noch mit seinem Bruder besprechen muss. Da verstand ich, dass er über eine Neuausrichtung nachdachte wegen meinen Vorlieben und ich da nicht mehr in einer Smalltalksituation war. Aber erst 10 Jahre später wurde mir klar, wie sehr er mir an den Lippen hing. Wir sprachen über Religion. Er sagte: I’m confused. Als Außenstehender ging er davon aus, dass man sich zum religiösen Glauben entscheidet wegen der festigenden Wirkung und dem Halt, der versprochen wird. Er interessierte sich dafür, warum ich daran festhalte, obwohl ich ihn als Bürde empfinde. Ich erklärte, dass man die Vorzüge der Gemeinde nicht genießen kann, wenn man gar keinen Schafsglauben, sondern einen Hirtenglauben hat. Ich fand die christliche Struktur mit der Institutionalisierung falsch, wenn ursprünglich angedacht war, dass alle Menschen gleichermaßen denselben Glauben auf Augenhöhe miteinander teilen sollten - ohne Führungspersönlichkeiten, die sich untereinander bemächtigen. Als die Mädels fertig waren und kamen - sie kamen nicht als sie fertig waren, sondern als sie nicht noch länger auf mich warten wollten - zögerte ich keinen Moment, verabschiedete mich kurz verbal, ohne Reaktion abzuwarten, und ging, ohne nochmal zurückzuschauen. Als ich um Mitternacht zurückkam, wollte ich mich nochmal alleine in den Innenhof setzen. In meiner Schulzeit war ich öfter vor Sonnenaufgang spazieren gegangen und wusste, dass das zuverlässig mein Nervensystem beruhigte. Ich saß da und 2 Stunden lang tropfte es mir vom Kinn. Ich wischte mir mit der Hand übers Gesicht und meine Finger waren nass, aber mein Körper war leer. Als ich nach Sonnenaufgang von dieser Ecke aufstand, war es nah um mich herum dunkler als weiter weg. Nach ein bisschen Schlaf bemerkte ich, dass ein Gedanke in mir kreiste: Hätte ich die Einladung zum Essen annehmen sollen. Ich hatte auch zuvor viel nachgedacht, aber zweckmäßig, nie so destruktiv. Ich kam so nicht klar, dass ich diese Frage beim nächsten Essen den Mädels stellte. Sie fragten, ob ich seine Nummer hätte und erklärten mir, dass ich beim nächsten Mal in so einer Situation nach der Nummer fragen solle, das mache man so. Und ich nickte und hatte wirklich das Gefühl, etwas gelernt zu haben, was ich vorher nicht wusste, und fühlte mich wie ein hilfloses Baby oder ein Professor nach einem Schlaganfall. Dann kam der nächste Gedanke und so ging mein Leben weiter. Mein Nervensystem suchte immer nach dem nächsten, plausibelsten Grashalm. Ich hatte mein Selbst, 90% meiner skills und mein Gottvertrauen verloren. Und wer hätte mir helfen können, zu verstehen, was für ein Problem ich hatte? Im Nachhinein klingt fast alles an dieser Geschichte romantisch. Ohne es selbst zu verstehen, hätte ich immer wie ein Groupie gewirkt, aber ich betrauerte nicht seinen Verlust, sondern meinen. Ich wollte nie mit ihm Essen gehen. Das war ein Austausch von kreativ Denkenden, bei dem ich viel höflich gelächelt hatte, und er vielleicht ein, zwei Mal geschmunzelt hatte, und der, je länger er dauerte, desto mehr Verwirrung stiftete bis hin zur restlosen Verstörung. Das war keine Basis für irgendwas. In hundert Leben hätte das nicht als Paar gepasst. Für mich war er nicht ein toller Mann, sondern ein Bote des Universums. Nur, was war die Botschaft. Er war auch nur ein Mensch, der die Botschaft für mich selbst nicht kannte, von daher hätte ein noch längeres Zusammensein oder auch ein Wiedersehen mir das Verstehen der Botschaft nicht weiter erleichtert. Ich kann nur dankbar sein, dass zumindest das Überbringen selbst halbwegs angenehm ablief. Die Skills, die ich verloren hatte, waren perfektioniert für ein Mädchen, das Menschen nur aus der Vogelperspektive studiert hatte. Als unsterbliches, alieneskes Wesen hätte ich so oder so nicht weiter existieren können. Früher oder später musste ich selbst Mensch werden und jetzt auch verstehen, dass ich Menschen brauche, nicht nur Menschen mich. Ich verstehe erst jetzt, wo die Scham allmählich abfällt, warum er "beautiful lie" als Codewort gewählt hat und erinnere mich auch überhaupt erst jetzt wieder klar daran. Ich meine, es war ein Kompromiss, ich wollte ein Adjektiv und er unbedingt "lie", das fand er gut, praktisch und passend. Bei unserem Gespräch sparte ich nicht mit Lügen. Lügen waren ein tragendes Element meiner damaligen, etablierten Kommunikation mit Menschen. Jeder Witz, die meisten Komplimente, fast alles Unbeschwerte. Ich war sehr fähig, Menschen mit Kommunikation dahin zu positionieren, wo ich sie haben wollte. Wenn ich aktiv darauf hinwies, dass das Gegenüber jetzt hätte lachen sollen, nachdem ich etwas Makabres erzählte, war das ein sehr starker Hammer gegen Trübsal. Die Fähigkeit zur strategischen Lüge war weg, es blieb kaum noch ein Abklatsch. Ein einziges Mal versuchte ich, das in meiner Beziehung einzusetzen. Einmal bohrte mein Freund auffällig bedrückt nach, wie schwerwiegend rechtsrelevantes Fehlverhalten von ihm sein müsste, damit ich ihn verlasse. Und ich sagte: Also, wenn du jemanden ermordest, dann würde ich mir 2 Mal überlegen, ob ich dir helfe, die Leiche loszuwerden. Mir war genau dasselbe Muster passiert, das jetzt der Idealfall für den Mann, der mir am Herzen liegt, wäre. Ich erlitt im Loyalitätskonflikt (die Mädels vs das authentische Gespräch) einen Emotional Shutdown und schämte mich später für die Folgen (dass ich keine Klarheit darüber bekam, was ich daraus für mich mitnehmen konnte, und mir niemanden dafür zu Hilfe holen könnte, wenn ich nicht als Groupie rüberkommen wollte). Bei meiner letzten Zwiesprache mit Gott über meine Frage, was ich sagen müsste, wenn ich ihn wieder sehe, gab er mir die Antwort, dass ich nicht seine Sprache spreche. Die Worte sind nachrangig. Die Sprache der Gefühle muss ich lernen. Wenn ich über ihn sprach, betonte ich immer, dass wir viel miteinander gelacht haben. Das mag oberflächlich klingen, ist es für mich aber nicht. Sonst habe ich eigentlich immer nur aufgesetzt gelacht und gelächelt, aber nicht bei ihm. Wenn ich in sein Gesicht geschaut habe, habe ich immer gespürt, dass meins sich aufheitert. Ich glaube, dass man Scham nicht im Rock-Bottom mit noch mehr Verlustangst oder Taten überwinden kann. Ich glaube, dass man sie sich bewusst machen muss, um die Kontrolle zurückzugewinnen, deren Verlust sie ausgelöst hat. Wie Angst und Naivität, kann Scham im Unterbewussten leicht als Kontrollinstrument für außenstehende Manipulatoren missbraucht werden. Es ist gut, dass man sich schämt, aber wofür schämt man sich und bewertet man das richtig und nach den eigenen Maßstäben? Wir Menschen benötigen die Katharsis. Spirituelle Menschen sind noch immer stark stigmatisiert. Für die meisten ist es, wenn überhaupt wahrgenommen, eher so ein primitives Schwarze-Sklaven-Ding. Ich glaube, für ihn war meine größte Red Flag mein fehlender Katholizismus. Mit hätte ich einen leichteren Stand bei seiner Mutter gehabt, nehme ich an. Aber man muss ja nicht mit jedem befreundet sein. Ich bin einfach spirituell. Ich füttere das kollektive Unbewusste, wenn ich will. Ich träume klar. Und ich spreche definitiv keine Ave Marias zur Sündenreinwaschung. Ich hoffe einfach, dass die Beziehung mit mir ihm nicht das antut, was mein kreativer Austausch vor 19 Jahren mir angetan hat. Und es würde mich glücklich machen, wieder mit diesem Mann lachen zu dürfen. Danke euch.
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Du seist entschuldigt. Ich verstehe. Du hast den ängstlich-ambivalenten Bindungsstil bei mir vermutet? Nachdem ich die KI noch zusätzlich mit meinem Thema hier über meine einzige vorige feste Beziehung gefüttert habe, hat sie diese erste Vermutung korrigiert, die ich zu vage fand. Heraus kam der sicher-autonome Bindungsstil mit Hyperverantwortlichkeit oder einfach hoher kognitiver Struktur. Sie fand auch, dass das durchaus kompatibel mit einem hochsensiblen Mann wäre. Die wesentlichen Unterschiede auf einen Blick: Merkmal Ängstlich-ambivalent (Alte Sicht) Sicher-autonom / Autistisch (Neue Sicht) Die Motivation Angst vor Einsamkeit und dem Verlust des eigenen Werts. Suche nach Logik, Fairness und der Aufklärung von Mustern. Das Verhalten Emotionales Verklammern, Hoffen auf Veränderung des Partners. Rationaler Rückzug, sobald Inkompatibilität bewiesen ist. Die Ursache für das Grübeln Emotionale Abhängigkeit und Verlustschmerz. Kognitive Reizüberflutung durch unlogisches Verhalten der Gegenseite. Die Tabelle habe ich mal kopiert. Das, was wie „Ambivalenz“ oder „Klammern“ wirkt, ist nicht eine Suche nach emotionaler Verschmelzung, sondern nach logischer Symmetrie, Fairness und dem perfekten Skript. Weil ich nach Mustern und Erklärungen suche, wirkt das auf Außenstehende wie eine obsessive Verlustangst – in Wahrheit ist es aber mein Gehirn, das ein unlogisches, unstrukturiert ablaufendes Trauma-System (Gaslighting) kognitiv erfassen und ordnen will, sagt die KI. Das erklärt wohl auch das Kontrollbedürfnis, das du zuvor erwähnt hast. Ordnung beruhigt mich einfach. Bei diesem Mann konnte ich mich immer kognitiv ausruhen - ich glaube, weil er selbst auf mich hochstrukturiert wirkte. Ich war ganz blind für sein Leid, er hat es mir einfach nicht direkt gesagt und mich nicht rechtzeitig um Hilfe gebeten.
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Hallo, auch hochinteressant, dass du so schnell nach deiner Registrierung sein und mein Profil gefunden hast. Bist du es gewohnt, Anweisungen zu geben? Warst du mal eine Führungskraft? Bisher habe ich jede Analyse der Mutter gezielt weggelassen. Daher interpretiere ich deine Behauptung als Bitte und liefere gleich Analysen beider Mitbewohner - der Mutter und ihres Freunds, ich nenne ihn mal P. Die Frage "Warum hat er das gemacht?" habe ich in den ersten Tagen mehrmals so im Discord-Server gestellt - hier nicht. Aber danke für die subtile Bestätigung der Korrektheit der Antwort. Ich sagte nicht, die Kontaktsperre sei meine, weil ich meinen Selbstschutz priorisiere. Nette Straw Man Fallacy. Mein juristischer Selbstschutz hat eine sofortige, verbale Stellungnahme zu den Vorwürfen im Discord-Server erfordert, was seit Wochen abgeschlossen ist. Auch ohne exakt die richtigen ersten Worte zu kennen, bin ich theoretisch grundsätzlich offen für Kontakt mit ihm. Er gab mir in einer abgespeicherten Konversation sein Wort, dass er auch nachdenkt und sich eigenständig eine Wohnung suchen wird, um selbst ein Erfolgserlebnis durch eigene Leistung zu spüren. Die Flooding-Reaktionen betreffen ihn. Wäre also therapeutische Begleitung dein Rat an ihn? Emotional Flooding ist eine akute neurobiologische Überreizung, bei der die Amygdala das logische Denken durch Stresshormone (Adrenalin und Cortisol) blockiert. Für ihn bedeutet das, dass er in Konflikten mit seiner Mutter in einen psychischen Schockzustand (Freeze oder Traumastarre) gerät. Körperliche Folgen wie schwere Magenkrämpfe sind direkte Reaktionen auf diesen chronischen Überlastungszustand. Die Dynamik in seinem familiären Umfeld lässt sich tiefenpsychologisch als ein symbiotisch-narzisstisches System (Enmeshment) analysieren, in dem der eigene Sohn als emotionaler Ersatzpartner instrumentalisiert und an seiner Autonomie gehindert wird. Die Mutter nutzt dabei subtile Kontrollmechanismen wie emotionale Schuldzuweisungen, während ihr Partner als klassischer Co-Narzisst und „Enabler“ fungiert, der eigene angestaute Aggressionen im Alltag an ihn ableitet. Koriander.
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Danke für deine Aufmerksamkeit, aber ich finde es offen gestanden grenzüberschreitend, wie du sowohl ihm als auch mir Wünsche in den Mund legst. Daher gehe ich lieber auf nichts weiter ein, sondern distanziere mich generell von dir als Mensch. Sorry. Ja, natürlich habe ich schon von sapio-sexuell gehört. Mir wurde bei ihm immer warm ums Herz, wenn er im Museum vor Motoren stehen blieb, um sie mir zu erklären, oder Serverkomponenten auf sein Surface malte, nach deren Funktion ich fragte, oder neben mir saß und mir zeigte, wie man programmiert. High Elaboration war mir noch nicht direkt ein Begriff, aber ja, ich glaube, das trifft auf mich zu. Danke für den Hinweis mit dem Schreiben. Ich habe kürzlich gehört, dass tägliches, handschriftliches Schreiben vor Gedächtnisverlust schützt. Tagebücher halte ich nicht für sinnvoll. Ich glaube, dass sich in Tagebüchern toxische Glaubensgrundsätze festigen und normalisieren können. In meiner Jugend habe ich mal große Selbstzweifel in mein Tagebuch geschrieben. Dann wollten meine Freundinnen es bei einer Übernachtung lesen und eine war ganz schockiert und bestand darauf, dass sie mich alle einmal umarmen und mir sagen, dass sie mich lieben. Vielleicht wäre Zukunftsjournaling etwas für mich. KI finde ich gut, sie hat aber noch ihre Grenzen. Der Chat ist nicht so leicht zu beschreiben. Es sind 2 einladungsbasierte Discord-Kanäle mit 10-35 Mitgliedern, teilweise (ehemalige) Forenmitglieder von hier. Im größeren ging es anfangs noch um Buchempfehlungen und Finanztipps. Das Niveau ist aber mit der Zeit stark gesunken seit sich das Thema Satanismus zwischen 2 Mitgliedern etabliert hat. Darunter ein eigentlich sehr belesener, intellektueller Mann, dessen Account hier inzwischen gelöscht ist, und eine Cat von hier mit Psychiatrieerfahrung, die hier mitliest, Bildausschnitte macht und dort zur Diskussion stellt, und Profile auf Klicks anderer kontrolliert. Im kleineren, den ich erst vor wenigen Tagen wegen neuem Psychoterror durch die Cat verlassen habe (sie und ein weiteres Mitglied von hier haben behauptet, wegen meinen Profilaufrufen mache ich mich strafbar und werde ins Gefängnis kommen), ist derjenige Admin, mit dem du mal Billiard gespielt hast. Von Anfang an habe ich mehr oder weniger regelmäßig mit ihm Schach gespielt, manchmal auch zusammen mit meinem Freund. Und er ist der einzige von dort, mit dem ich jetzt noch in Kontakt stehe. Die KI-Analyse sagte mir, dass im Prinzip genau das bei ihm eintreten müsste, nämlich dass er sich selbst aus dem Schlamm zieht wegen dem Gesetz des Vakuums. Das würde mit der Zeit ganz von selbst dazu führen, dass wegen der toxischen Dynamik im häuslichen Umfeld und des psychosomatischen Leidens der Leidensdruck groß genug wird, um dann alleine eine eigene Wohnung zu suchen, wobei auch danach der Loyalitätskonflikt im Kopf mitgeht und zusätzliche Handlungen für die erfolgreiche Abnabelung zwingend erforderlich wären, wie Bottom-Up-Regulation, Rücknahme der projektiven Schuldabwehr, Somatic Experiencing, NARM, um neuen Dissoziationen (Freeze) bei Enttäuschungen der Mutter vorzubeugen. Was sagt denn Robert Bly dazu? Ein ödipaler Enmeshment-Komplex mit einer narzisstischen Mutter, die durch Triangulation die Individuation des eigentlich bereits erwachsenen Sohnes verhindert, ist ein spezieller Fall, in dem die Selbstwerdung kein natürlicher Prozess mehr ist, sondern gegen äußeren Widerstand initiiert werden muss. Die Frage nach meinem Bindungsstil habe ich mir selbst wahrscheinlich viel zu wenig gestellt. Mir wurde das auch klar als ich hier letztens erst gelesen habe, dass er früher mehrfach schrieb, dass die Frau zu binden hat, was ich nicht tat. Ich muss wohl auch in diesem Zusammenhang ein Missverständnis aufklären. Bei seiner akuten, maladaptiven Fluchtreaktion im Zustand der dissoziativen Depersonalisierung, also der Notabschaltung des emotionalen Gehirns durch die Amygdala nach Emotional Flooding wurde bei mir nicht mein altes Trauma getriggert. Da habe ich mich in der Hektik undeutlich ausgedrückt. Ich habe ihn nicht mit dem echten Narzissten von damals gleichgesetzt, dafür gab es von Anfang an genug wesentliche Unterschiede, mindestens 10-20. Was mir wegen dieser sehr speziellen Lebenserfahrung klar war, war dass die Situation für mich aus meiner Opferperspektive irgendwas mit Narzissmus zu tun hat - wenngleich er selbst offenbar keiner ist - und, dass ich in dieser Situation meinen juristischen Selbstschutz priorisieren muss. Die folgende Kontaktsperre ist meine. Er blockte nachträglich des Frames wegen. Aber ich schrieb gleich als die Chatter mir schrieben, dass das schon wieder wird und ich es nicht so tragisch nehmen soll, dass ich nicht wüsste, wie. Ich habe mehrfach um Nachdenkzeit gebeten in der Hoffnung, dass sich mir eine Lösung auftun wird... Einen Seitenhieb könnte ich nennen. Das war kürzlich als ich noch im kleinen Chat war, also mehrere Wochen nach dem eigentlichen Vorfall. Die Chatter trugen an mich heran, dass er wütend auf mich ist, weil ich mal beim Telefonieren mit ihm von meinem achtjährigen Neffen unterbrochen wurde und er sich dann ganz abgeschrieben gefühlt hätte. Darüber musste ich wirklich lange nachdenken und ich glaube jetzt, dass das darauf hinweist, dass er mir gegenüber einen Rettungswunsch hatte oder jedenfalls kürzlich noch zu kommunizieren versucht hat. Ich habe zu meinem Neffen eine ziemlich mütterliche Beziehung. Je älter er wird, desto weniger, und er hat sehr genau verstanden, was es bedeutet, dass ich einen Freund habe. Aber als er 3 war, kam bei meinem Bruder der Verdacht durch die Verwandtschaft der Mutter auf, dass mein Neffe möglicherweise autistisch sein könnte. Ich sagte ihm, dass so, wie ich die Persönlichkeit des Kindes einschätze, er alles lernen kann, was es zur Sozialisation benötigt, wenn man es ihm erklärt, selbst wenn er im Spektrum wäre. Dann habe ich ihm Sprechen beigebracht. Der Verweis auf dieses Kind ist nicht einfach nur ein Unreifezeugnis. Ich glaube, es ist vielmehr ein Verweis darauf, was ich theoretisch könnte, und ihm vorenthalten habe. Weder meine Klarträume, noch meine Gespräche mit Gott oder die KI-Analyse haben mir bisher eine Antwort darauf gegeben, was ich tun oder sagen müsste oder könnte, wenn er vor mir stünde. Die Ratschläge, die die KI für eine gesunde Beziehung zweier Hochsensibler gibt, habe ich intuitiv schon in der Beziehung zu kommunizieren versucht, also sofortiges Ansprechen von Kritik (was er nicht gut umsetzen konnte) und Time-Outs bei Bedarf einfordern (was er auch nicht gut konnte - er wollte zwar manchmal seine Ruhe, aber wenn ich Bereitschaft signalisierte, sie ihm einzuräumen, fühlte er sich abserviert). Warum habe ich also so einen starken Kontrollwunsch und kann nicht loslassen? Ich vermisse ihn unheimlich. Und möchte nicht noch mehr Fehler machen.
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Ich selbst brauche keine Traumatherapie. Meine Erfahrung hat mir nur geholfen, die Situation einzuordnen. Sowohl bin ich über den echten Narzissten hinweg, als auch ist die Beziehung mit meiner Mutter inzwischen gesund, weil sie für mich lernen konnte, ihre Liebe zu mir gesund zu kommunizieren. Nein, warum absurd? Ja, Partner sind keine Therapeuten, dem stimme ich zu. Ich lehne es aber ab, Menschen als Material zu betrachten. Erfrischend, dass du mir zutraust, ich könnte seine Mutter loswerden, ohne dass er es alleine tut. Ein reifer Mann mit einem gesunden Selbst würde sich der Triangulation, also dem mütterlichen Kontrollsystem über sein Beziehugsleben entziehen und seine Partnerin vor Übergriffen seiner Ursprungsfamilie schützen, also die eigene Paarbeziehung systemisch an erste Stelle positionieren. Ich hätte also gerade bei einem psychisch gesunden Mann keine Chance, die übergriffige Mutter loszuwerden, weil er mir damit zuvor kommen würde. Mit deiner Argumentationskette bedienst du hier also eben das verschobene, toxische Narrativ, ich sei eine gefährliche Erbschleicherin mit der Motivation, die Ruhe einer intakten Familie zu stören. Außerdem haben wir hier ein Karpman-Drama-Dreieck. Mein Freund hat wohl gehofft, dass ich ihn aus seinem Enmeshment rette. Ich fand aber, dass das nicht ein Außenstehender für ihn übernehmen kann. Dadurch konnte seine Mutter mich in die Täter/Verfolger-Rolle drängen. Einen eigenen Wunsch, zu retten, hatte ich selbst eigentlich nicht. Mir wird ja die Tragweite seiner Tragik erst jetzt klar. Und ob ich den Typen zurück will? Ja, klar. Es wird nicht genextet. Ich liebe ihn einfach - unabhängig von der Reife. Wir haben uns mal abstrakt hypothetisch darüber unterhalten, ob wir auch dann zusammen gekommen wären, wenn ich ihn vor dem echten Narzissten kennengelernt hätte. Und meine Antwort war eindeutig ja. Auch wenn sein Selbst wohl doch unausgereifter sein mag als ich jahrelang dachte. Reife macht einen in meinen Augen nicht zu einem anderen Menschen. Die Persönlichkeit, die für den richtigen Partner attraktiv ist, halte ich eher für genotypisch. Aus einem unreifen Apfel wird immernoch ein reifer Apfel, nicht etwa eine Orange. Und ich will den Apfel.
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Dankeschön. Seit dem 30. Mai. Habe Anfangs versehentlich geschrieben, dass es Ende Juni war, aber es war Ende Mai. Ich bin eigentlich auch ordnungsliebend... Nein, ich war hier nicht mehr aktiv, nachdem ich 2020 von einem Member zum kleineren Discordserver eingeladen wurde. Ja, ich denke, das kommt hin.
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Vielen Dank dafür, dass du das aufgreifst. Zunächst zur Klarstellung: hier habe ich Unterstützung dabei bekommen, meine erste Beziehung danach wieder zu beenden, also viele Jahre später. Ich würde mir auch heute nicht nachträglich zutrauen, gut beurteilen zu können, ob er ein PUA war und wie viel von ihm als Mensch ich überhaupt kennengelernt habe. Viel wird es nicht gewesen sein. Ich selbst habe nicht sehr viel im Forum hier gelesen und auch sonst nur die beiden Bücher LDS und TFE. Und nur 2 Männer, von denen ich die Verbindung zu Pickup kannte, habe ich persönlich getroffen. Über ihn weiß ich, dass er mit 32 etwa einen Bodycount von 25 hatte, was er für relativ viel, aber nicht sehr viel hielt. Er sagte mir beim zweiten Treffen, dass er es vermisst, sich wieder zu verlieben. Der erste Eindruck hat mich nicht umgehauen, jedenfalls nicht, dass ich mich daran erinnern würde. Ich denke vielmehr, dass das Drehbuch bei mir unterbewusst nachgewirkt hat, denn ich meldete mich etwa 2 Monate später bei der Nummer, die er mir gegeben hatte, was schon selten genug für mich war. Noch seltener war nur, was er beim ersten Treffen bei mir geschafft hat. Ich wurde morgens im Club von ihm angesprochen. Er hatte mich schon am Abend beobachtet, erwähnte das aber nicht gleich, sondern ließ mich das zuerst ansprechen. Er bot mir zuerst ein Getränk an und wollte mir dann ein schöneres Plätzchen im Club zeigen. Ehe ich mich versah, führte er mich wie beiläufig oder freundschaftlich an der Hand und sprach über Name und Alter. Dann argumentierte er wieder, dass ich doch müde sein müsse und er was Gemütliches für mich zum kurz Ausruhen hätte, es sei auch nicht weit. Kaum aus dem Club raus, bot er mir seine Jacke an, damit ich nicht friere. In der Nähe des Clubs wurde ich von mindestens 2 verschiedenen Menschen angesprochen und davor gewarnt, mit diesem Mann mitzugehen, bekam aber keine Angst. Er war geschickt darin, Sicherheit zu vermitteln und die Warnungen der Anderen herunterzuspielen. Ohne das Ziel genau kommuniziert bekommen zu haben, kamen wir tatsächlich nach wenigen Metern bei seiner Wohnung an. Ich zögerte, aber ein kurzes, unverbindliches Ausruhen und ein Kaffee danach klangen verlockend. Dann war ich vielleicht einige wenige Stunden bei ihm, in denen zwar er schlief, aber ich nicht. Ich kann auch nicht sagen, dass ich mich ganz wohl bei ihm gefühlt hätte, aber der Kaffee war sehr lecker und er machte die Eskalationsleiter. Wenn er ein PUA war, dann folgte er der Devise, dass er erst bei einem sehr emotionalen Nein aufhört, also eigentlich zu spät. Als ich ging, war ich zwar aufgewühlt und fühlte mich geschmeichelt, war aber keineswegs glücklich. Und als ich ihn auch beim zweiten Treffen ohne Kuss oder so zurückließ, stöhnte er enttäuscht. Er hatte einiges in der Trickkiste, denn nur mit Schreiben schaffte er es doch genug Bindung für ein drittes Treffen zu erzeugen, ohne emotional einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen zu haben. Also da hatte ich zuvor viel schönere erste Kennenlernen und Gespräche und attraktivere Gesichter gesehen, ohne mich so führen lassen zu haben. Er war hochgradig manipulativ. Ich bin weder auf Reddit, noch Planet-Liebe. Danke, dass du meine Aufmerksamkeit darauf lenkst. Ich gebe dir recht. Konmari sagt auch, dass Worte schwer sind. Besonders jetzt, wo es schon eine Weile hier steht, spüre ich das. Der Begriff kommt aus der Psychologie. Die deutsche Entsprechung ist die Phase der Verwerfung / Entwertung beim abrupten, empathielosen Beziehungsabbruch im Narzissmus-spezifischen Zyklus. Für mein Trauma von damals habe ich diesen Begriff vorher nie genutzt, weil ich erst bei meiner nächsten Beziehung hier auf diese spezielle Dynamik und das Muster aufmerksam gemacht wurde und ich das dann eher auf die aktuelle Beziehung mit meiner Mutter angewandt habe und die Beziehung von damals nicht mehr neu analysiert habe. Die beiden Situationen unterscheiden sich stark voneinander. Zum Beispiel hatte ich damals Verständnis für ihn. Es war zwar auch ein Schock, aber ich hatte sofort Verständnis für ihn, daran erinnere ich mich. Das war jetzt bei dem Member von hier anders. Hier hat mir jedes Verständnis gefehlt. Der Schock war eher so: "Wer bist du und was hast du mit meinem Freund gemacht?". Und damals als der Mann, den ich zu lieben glaubte, vor meinen Augen ausgerastet ist und mich attackiert hat, hat sich kein Zweifel daran entwickelt, dass er das selbstbestimmt tut. In der Dynamik mit dem Member, wie ich sie jetzt verstehe, würde man das einen Narcissistic Abuse By Proxy, Shutdown / Freeze (Dissoziation) oder einen erzwungenen Loyalitätskollaps oder „reizbedingten Kontaktabbruch bei emotionaler Überflutung“ oder „Trauma-induzierte Fluchtreaktion“ nennen, glaube ich.
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Diesen Prozess habe ich eigentlich abgeschlossen und es existiert kein perfekterer Partner für mich als er. Das weiß ich dauerhaft. Alle meine jetzigen Erkenntnisse führen zurück zu ihm. Was mich eigentlich hierhergeführt hat, war die innere Frage, wie mit ihm neue Erfahrungen positiv werden könnten trotz der scheinbar unlösbaren Krise - ich meine scheinbar unlösbar für beide Seiten, nicht nur für ihn, sondern aus meiner Perspektive vor allem für mich. Ich hatte sofort eine ganz ganz harte Blockade, weil er mein Trauma getriggert hat und ich mir nicht vorstellen konnte, dass das unabsichtlich passiert ist, weil es gleich mehrere spezifische im Vertrauen kommunizierte Grenzüberschreitungen waren, darunter sogar schlimmere als damals vom echten Narzissten. Immer wieder deutete er von Anfang an die Option eines wieder-Hinbiegens meinerseits an, wo ich immer nur dachte und schrieb: "Wie?" Wie? Wie? Wie? Bei so extremer Verletzung ohne Reumütigkeit. Kein Therapeut wird mir diese Frage zu meiner Zufriedenheit beantworten, egal wie lange er mich aufs grüne Sofa setzt. Welche Erkenntnisse wären nötig, um neue, positive Erfahrungen mit demselben Mann machen zu können - das beschäftigt mich.
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Also doch keine Referenzerfahrungen als Allheilmittel?
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Das ist eine nette Hypothese, die sich auf welche Situationen bezieht? Für welche Struktur funktionieren Referenzerfahrungen? Und wie ist ohne Lerneffekt im Vorfeld abzuschätzen, ob die nächste Erfahrung eine positive sein wird? Ich bin ja keine künstliche Intelligenz in der Trainingsphase. Wozu sollten mir Referenzerfahrungen dienen?
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Äh, richtig. Mein Gedanke. Mehrere Gehirne kommen vielleicht zu besseren Ergebnissen als meins allein. Das Trauma ist ja, wenn man nicht daraus lernen kann. Also bei der Beziehungsanbahnung war ich sehr sehr behutsam, weil er unerfahren und ich eben traumatisiert, also eigentlich zu erfahren war. Um ganz ehrlich zu sein, wurden wir verkuppelt von einem gewissen bekannten Autor. Wie gesagt, war es um mich schon beim ersten Date geschehen und meine schon fast überforderte KI-Analyse sagt, dass auch er schon beim ersten Treffen eine neuronal sehr feste Bindung gehabt haben muss. Er kannte sich unheimlich gut mit den Pickup-Details aus und überraschte mich positiv damit, sofort ein zeitnahes zweites Date zu vereinbaren und so weiter. Ich wartete sehr geduldig auf seine Liebesbekundung, machte dann aber doch irgendwie den ersten Schritt dabei. Aber ich war insgesamt zu passiv und hielt es zu sehr für einen Selbstläufer. Erst hier in den letzten Tagen ist mir beim Lesen im Forum klar geworden, dass er von mir klare Bindungshandlungen erwartet hat, was ich unausgesprochen meinerseits auch von ihm erwartet habe. Ich habe etliche grobe Fehler in der Beziehung gemacht, die mir erst jetzt allmählich klar werden. Ich bereue beispielsweise zutiefst, ihn beim Thema mit seiner narzisstischen, manipulativen, willkürlich agierenden Mutter nicht ernst genommen und unterstützt zu haben in seinem Wunsch, sie vollständig aus seinem Leben zu löschen.
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"Ich frage für einen Freund" Ich habe keine Diagnose, vermute aber, dass ich neurodivergent bin. Ich denke sehr assoziativ, aber ich kann gerne versuchen, zu erklären, wenn du nicht folgen konntest. Wo genau hapert es? Da es mir sehr schlecht geht und ich weniger wall of text produzieren möchte, bin ich dazu übergegangen, häppchenweise die Rückmeldungen auf meine Fragen zu beantworten, womit ich noch nicht fertig bin.
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Ich kann mich selbst disziplinieren, aber mein Leidensdruck ist extrem hoch und eigentlich unerträglich. Ich schaue gerne Filme und habe mir "It ends with us" und "The Drama" angeschaut. Und auch den animierten "In Your Dreams", bei dem ich ein paar mal über die derben Sprüche des Kuscheltiers schmunzeln musste. Ansonsten kann ich nicht mehr lachen und die Situation wirkt auf mich erdrückend. Beim Film "Disclosure Day" habe ich beim letzten Satz Gänsehaut bekommen, also einen Frisson erlebt und danach noch mehrmals beim Gedanken daran. Bei dem Trauma damals bin ich mehrmals ins Kino gegangen. Damals war mein Vertrauen in die ganze Menschheit schwer erschüttert und wurde mit dem Film "Wall-E" ein wenig wiederhergestellt. Ich blieb minutenlang weinend im Kinosessel sitzen. Ohne ein false Advertising von "Sucker Punch" hätte ich diesen Film wahrscheinlich nie gesehen. Ich sah nur den animierten Trailer mit wenigen Sekunden der eingeschobenen Traumszenen aus dem eigentlichen Film und hielt es für einen leichten Film, der vielleicht meine Stimmung heben könnte. Aber er war schwer. Es ging um Lobotomie und Ausbeutung und Misshandlung junger Frauen in scheinbaren Hilfseinrichtungen. Er endete mit langen, vorgelesenen Texten, was perfekt zu meinem individuellen Lerntyp passt. Der letzte Satz war: "Du hast alle Waffen, die du brauchst. Jetzt kämpfe". Dieser Satz hat sich tief in mir verankert und mir bei der Gerichtsverhandlung sehr geholfen. In der Schlussszene von "Disclosure Day" beginnt die Heldin mithilfe eines Aliendevice eine globale Fernsehübertragung mit dem Satz: "Hören Sie gut zu". Das ist der letzte Satz und mir gefiel der Gedanke, dass ich nicht die einzige bin, die ihn kennt. Der Appell "Hör mir zu." oder die Frage "Hörst du mir zu?" ist für mich ein Mantrum, das ich sehr oft im Kopf habe. Manchmal wache ich mit diesem Satz im Kopf auf und denke ihn 2-300 mal bevor ich aufstehe. Er schützt mich vor Dissoziation. Er fesselt meinen Geist an meinen Körper und ermahnt mich zur Verantwortungsübernahme für mein Leben. Wenn meine Beziehung harmonisch war und ich in seinen Armen aufgewacht bin, brauchte ich ihn nicht. Ich glaube an die Idee des kollektiven Unbewussten und träume klar. Gestern Nacht war mein Schmerz so groß, dass ich mich im Traum zum Heimatort meines Schutzengels zurückgezogen habe, wo man keine Waffen mehr braucht und nie wieder befürchten muss, von Menschen angefasst zu werden. Mein Freund sagte mir in unserer Beziehung sehr oft, dass er unbedingt vermeiden möchte, mein altes Trauma zu triggern. Dankeschön.
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