DoktorDom

Member
  • Inhalte

    152
  • Mitglied seit

  • Letzter Besuch

  • Siege

    3
  • Coins

     744

Alle erstellten Inhalte von DoktorDom

  1. DoktorDom

    Strategie für Comeback

    Auch autoritäre Persönlichkeitsstörungen und narzisstische Kränkungen können psychologisch aufgearbeitet werden, teilweise allein, teilweise mit professioneller Hilfe. Das hilft deutlich bei der besseren Einschätzung der Umgebung, der Positionierung des Selbsts darin und der rationalen Steuerung des eigenen Verhaltens. Das würde ich inzwischen hier sogar noch vor der Aufarbeitung des Madonna-Hure-Komplexes empfehlen.
  2. Neyt et al. (2019) untersuchten in einem Tinder-Feldexperiment mit 3.600 Profilbewertungen primär den Einfluss von Bildung auf den Datingerfolg. Die von dir zitierten 61,9 % und 4,5 % beschreiben die Wahrscheinlichkeit, mit der Profile gelikt wurden. Das ist aber nicht dasselbe wie die Verteilung der Likes auf einzelne Personen. Wenn Frauen beispielsweise nur 4,5 % aller gezeigten Männerprofile liken, wissen wir damit noch nicht, ob diese Likes fast ausschließlich auf dieselben 5 % der Männer entfallen oder ob unterschiedliche Frauen ganz unterschiedliche Männer attraktiv finden. Und wir wissen daraus auch nicht, wie sich Matches, Dates, Sex oder langfristige Beziehungen verteilen. Die Studie stützt also sehr deutlich deine Aussage, dass Frauen auf Tinder erheblich selektiver sind als Männer. Sie belegt aber weder deine konkrete 80/20- bzw. 90/10-Verteilung noch, dass Männer deshalb im Durchschnitt nur nach unten daten können. Interessant finde ich übrigens, dass die Autoren selbst eine mögliche Rückkopplung beschreiben: Männer liken großzügiger, weil sie wenige Matches erwarten, während Frauen selektiver werden, weil ihre Likes mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Matches führen. Das spricht gerade dafür, dass die Unterschiede nicht ausschließlich Ausdruck unveränderlicher biologischer Präferenzen sein müssen, sondern auch durch die Plattformdynamik entstehen können. Ich sehe also durchaus einen empirischen Kern deiner Argumentation. Nur sollten wir aus einem nachgewiesenen Unterschied bei der Selektivität nicht automatisch eine ganz bestimmte Verteilung tatsächlicher Partnerwahl ableiten
  3. @IronM Eine US-Datingplattform von 2018 bildet nicht automatisch Tinder, Hinge oder Bumble in Deutschland 2026 ab. Das habe ich allerdings auch nicht behauptet. Bruch & Newman (2018) analysieren tatsächliche Erstnachrichten zwischen Nutzern, nicht bloß deren angegebene Präferenzen. Sie finden eine deutliche Hierarchie der Begehrtheit, in der Männer und Frauen durchschnittlich Personen kontaktieren, die rund 25 % über ihrer eigenen Position liegen. Gleichzeitig sinkt die Antwortwahrscheinlichkeit deutlich, je größer dieser Abstand wird. Das ist gerade deshalb interessant, weil die Studie zwei Dinge gleichzeitig zeigt: Menschen orientieren sich bei der Kontaktaufnahme nach oben, aber die Erfolgsaussichten nehmen dabei ab. Dein Einwand, Männer könnten bei einer stark ungleichen Matchverteilung im Durchschnitt nicht nach oben daten, verwechselt also Kontaktversuche mit erfolgreichen Matches und tatsächlicher Partnerwahl. „Pareto-Verteilung, also 80/20 oder 90/10“ ist zunächst keine empirische Feststellung. Welche konkrete Größe soll denn so verteilt sein? Likes, Matches, Nachrichten, Dates, Sex oder langfristige Beziehungen? Selbst wenn 20 % der Männer 80 % aller Likes bekämen, folgt daraus nicht, dass 80 % der Männer keine Matches erhalten oder Frauen tatsächlich nur diese Männer daten. Ein Experiment mit zwei selbst erstellten Tinderprofilen wäre dafür kein Ersatz. Es könnte Unterschiede illustrieren, aber keine repräsentativen Aussagen über die Verteilung im Datingmarkt liefern. Nebenbei: Die Metaanalyse mit 97 Studien stammt aus dem Jahr 2014, nicht aus 1988. Dass Online-Dating inzwischen enorm wichtig ist, bestreite ich übrigens überhaupt nicht. Rosenfeld et al. fanden bereits für 2017, dass 39 % der neu entstandenen heterosexuellen US-Paare sich online kennengelernt hatten. Online war damit der häufigste einzelne Kennenlernweg, aber eben nicht die Mehrheit aller Kennenlernwege. Wenn du aktuelle, methodisch belastbare Tinder-/Hinge-/Bumble-Daten hast, die deine konkreten 80/20-Behauptungen belegen, interessieren die mich tatsächlich. Nur sollten wir dann dieselbe Sorgfalt bei Stichprobe, Definitionen und Schlussfolgerungen anwenden, die du von meinen Quellen verlangst.
  4. Bruch & Newman (Science Advances, 2018) haben das tatsächliche Kontaktverhalten auf einer großen Datingplattform in vier US-Städten untersucht. Sowohl Männer als auch Frauen kontaktierten im Durchschnitt Personen, die nach dem verwendeten Begehrtheitsmaß rund 25 % über ihnen lagen. Das Phänomen, sich nach oben zu orientieren, gibt es also durchaus. Aber eben bei beiden Geschlechtern. Eine Metaanalyse von 97 Studien fand, dass körperliche Attraktivität romantische Bewertungen bei Männern und Frauen ähnlich stark vorhersagte (jeweils ungefähr r = 0,40). Eine Metaanalyse von 27 Stichproben mit 1.295 Paaren fand eine Korrelation von r = 0,39 zwischen der körperlichen Attraktivität der Partner. Das ist ein deutlicher Zusammenhang, aber weit entfernt von einer festen Zuordnung nach HG-/HB-Punkten. Laut Pew (2023) fühlten sich 64 % der männlichen und 40 % der weiblichen Online-Dater zumindest manchmal wegen zu weniger Nachrichten verunsichert. Umgekehrt waren 54 % der Frauen, aber nur 25 % der Männer zumindest manchmal von zu vielen Nachrichten überfordert. Wir haben also empirische Hinweise auf Attraktivitätshierarchien, auf eine gewisse Ähnlichkeit innerhalb realer Paare und auf erhebliche Ungleichheiten beim Online-Dating. Was wir nicht haben, ist ein Beleg für die hier behaupteten monokausalen Erklärungen männlicher Partnerlosigkeit. https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.aap9815 https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0191886924001909 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23586697/ https://www.pewresearch.org/internet/2023/02/02/from-looking-for-love-to-swiping-the-field-online-dating-in-the-u-s/
  5. Was meinst du, was ich hier alles so unpassend finde? Scroll mal etwas weiter hoch und du findest hier zum Beispiel völlig wahnwitzige Bagatellisierung von Wirkstoffen, die schon wirklich dutzende Millionen ins Elend gestürzt haben. Von den regelmäßigen wirrsten Behauptungen über etwa demografische oder biologische Zusammenhänge gar nicht erst zu sprechen. Lassen wir das ständige misogyne und autoritäre Gewimmer einiger Kandidaten da mal noch außen vor. Wenn du da nun ausgerechnet meine Beiträge so störend findest, dann solltest du mal ein paar Tage tief in dich gehen, mein Lieber. Wozu dann die Frage? 🤔 Ja, rechtliche Normen sind in der Regel allgemein zugänglich, wenngleich natürlich ihre Auslegung für den Nichtjuristen oft eher arkan-esoterisch erscheint.
  6. @Xatrix Die Quelle nannte ich dir oben: § 19 VVG. Davon, dass vom Behandler etwas weitergeleitet wird, war nirgendwo die Rede, sondern dass man selbst gesundheitliche Umstände wahrheitsgemäß anzugeben hat. Klar kann man darauf hoffen, dass es ein zukünftiger Versicherer nicht rausfinden wird, aber er wird natürlich versuchen, entsprechend der VVG vom Vertrag zurückzutreten, sobald er auch nur ahnt, dass er da Kosten sparen kann. Dass Selbstzahlen eine potenzielle Option mit gewissen Vorteilen ist, schreibe ich weiter oben selbst.
  7. Sie hat beim ersten Date signalisiert, dass Brüste/Po für sie okay sind, weiter unten aber nicht. Beim zweiten Date hast du dann wieder versucht, sie im Intimbereich anzufassen. Jetzt sagt sie dir ausdrücklich, dass sie dein frühes sexuelles Vorgehen getriggert hat. Dafür brauche ich ehrlich gesagt weder Buyer's Remorse noch Alpha-Witwe noch die Theorie, dass eigentlich jeder Mann vor dir sie sofort gelayt hätte. Wir haben ihre eigene ziemlich konkrete Erklärung. Das heißt nicht, dass du beim nächsten Mal einfach sechs Dates lang überhaupt nichts Sexuelles machen sollst. Küssen, Berührungen und Sex können beim ersten Date wunderbar passen, wenn beide es wollen. Aber Eskalation ist keine Leiter, die du abarbeitest. Wenn sie bei einer bestimmten sexuellen Handlung eine Grenze setzt, ist die Information nicht: beim nächsten Date nochmal probieren, sondern: Erstmal möchte sie das nicht. Wenn sie später mehr möchte, kann sie das ebenfalls zeigen oder sagen. Ich glaube allerdings zunehmend, dass wir hier über das falsche Problem diskutieren. Du beschreibst seit deiner Kindheit erhebliche Schwierigkeiten in sozialen Situationen, bist in Gruppen teilweise fast stumm, hast kaum stabile Freundschaften, bekommst vor Dates starke Angst und einen hohen Puls und kannst selbst während körperlicher Nähe kaum herunterfahren. Gleichzeitig versuchst du seit Jahren, das über Datingcoachings, auswendig gelernte Lines, Eskalationsregeln und jetzt cocky & funny zu reparieren. Das muss keine soziale Angststörung sein. Genau dafür gibt es Psychologen, die das vernünftig diagnostisch abklären können. Wenn es in diese Richtung geht, gibt es dafür auch ziemlich gut untersuchte Behandlungen, insbesondere spezifische kognitive Verhaltenstherapie mit schrittweiser Exposition. Exposition bedeutet dabei übrigens nicht: Noch 50 maximal aufgeladene Dates durchdrücken, bis dein Nervensystem endlich aufgibt. Man arbeitet systematisch an Angst, Selbstaufmerksamkeit, Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten und übt soziale Situationen abgestuft. Deshalb würde ich die Datingpause, Therapie und den Aufbau eines normalen Soziallebens, die du ursprünglich selbst vorgeschlagen hast, gerade nicht wieder zugunsten des nächsten Pickup-Programms verwerfen. Und du musst auch nicht extrovertierter werden. Introversion ist kein Defekt. Das Ziel wäre, dass du als eher ruhiger Mann mit anderen Menschen entspannt und authentisch interagieren kannst, ohne innerlich permanent Alarm zu haben. Dann kannst du anschließend immer noch lernen, besser zu flirten. Ich vermute nur, dass das erheblich leichter wird, wenn dein Kopf beim Date nicht gleichzeitig versucht, ein Skript abzuspulen, ihre Reaktionen zu überwachen, den richtigen Eskalationszeitpunkt zu berechnen und einen Puls von 120 zu verwalten.
  8. Ich kann trainieren, mich besser kleiden, sozial kompetenter werden, mehr Frauen kennenlernen und dadurch meine Wahrscheinlichkeiten ziemlich deutlich verändern. Das Ergebnis kontrolliere ich trotzdem nicht. Eine andere Person besitzt eigene Präferenzen, Entscheidungen und Lebensumstände, dazu kommt schlicht Zufall. Also: Maximale Verantwortung für das übernehmen, was tatsächlich in meiner Kontrolle liegt, ohne mir einzureden, deshalb auch jedes Ergebnis kontrollieren zu können.
  9. @Neu1989Den Arzttermin würde ich wegen der Versicherung nicht einfach absagen. @Xatrix Selbstzahler bedeutet nicht, dass eine Behandlung für einen späteren Versicherungsantrag nicht existiert. Nach § 19 VVG musst du die dir bekannten gesundheitlichen Umstände wahrheitsgemäß angeben, nach denen der Versicherer im Antrag schriftlich fragt. Ob du den Arzt oder den Psychotherapeuten selbst bezahlt hast oder die Krankenkasse, ist dafür grundsätzlich nicht entscheidend. Auch Selbstzahlerbehandlungen werden ganz normal in einer Behandlungsakte dokumentiert. Wenn @Neu1989 die Risikolebens-/BU wirklich wichtig ist: Besorg dir zuerst die konkreten Gesundheitsfragen der infrage kommenden Tarife und lass dich gegebenenfalls versicherungsfachlich beraten. Bei problematischen Vorerkrankungen gibt es auch anonyme Risikovoranfragen. Ja, es gibt wirksame Medikamente gegen Angststörungen, die nicht das klassische Abhängigkeitspotenzial von Benzodiazepinen haben, beispielsweise bestimmte SSRI/SNRI. Die wirken aber nicht wie eine Akuttablette innerhalb einer Stunde und haben eigene Nebenwirkungen. Was bei deiner konkreten Symptomatik überhaupt sinnvoll ist, solltest du mit dem Arzt besprechen. Nach 20 Jahren Beschwerden würde ich jedenfalls die Behandlung nicht weiter aufschieben, nur um möglicherweise einen günstigeren Versicherungsantrag hinzubekommen.
  10. @Rammelow33 Du hast dem Amt geschrieben, die Zahlen führen dazu, dass fast jeder zweite junge Mann keine Beziehung mehr findet. Das belegt aber keine der beiden Statistiken. Du behandelst weiterhin 3,6 Mio. vs. 2,0 Mio. „Alleinstehende“ als partnerlose Singles. Genau das bedeutet die Destatis-Kategorie nicht: Alleinerziehende fallen raus und Partnerschaften über zwei Haushalte hinweg werden im Mikrozensus ebenfalls nicht erfasst. Auch den Hinweis auf jüngere Partnerinnen verstehst du falsch. Der erklärt gerade, warum starre Altersgruppen kein geschlossener Datingpool sind: Eine 44-Jährige kann beispielsweise einen 47-Jährigen haben. Sie verschwindet dann aus den alleinstehenden Frauen 25-45, ihr Partner liegt aber außerhalb deiner männlichen Vergleichsgruppe. Und bei 18-29 lautet die tatsächliche Destatis-Zahl 1.086 Männer auf 1.000 Frauen. Das sind grob 52% Männer und 48% Frauen. Daraus kann schon mathematisch nicht folgen, dass wegen des Geschlechterverhältnisses fast jeder zweite junge Mann keine Beziehung mehr findet.
  11. Es gibt einen ziemlich robusten what is beautiful is good-Effekt: Attraktiven Menschen schreiben wir positivere Eigenschaften zu und sie werden im sozialen Umgang auch positiver behandelt. Insofern ist @IronMs Gedanke einer Rückkopplung zumindest grundsätzlich plausibel: Unterschiedliche soziale Erfahrungen können langfristig Verhalten beeinflussen. Nur kann man daraus nicht umdrehen: Unattraktiv = unangenehmer Charakter. Interessanterweise zeigen Studien gerade, dass Attraktivität wesentlich stärker beeinflusst, welche Persönlichkeit Beobachter einer Person zuschreiben, als welche Persönlichkeit diese tatsächlich hat. Selbst beim Übergewicht ist behandelt seinen Körper scheiße, also schlechter Charakter viel zu grob. Es gibt tatsächlich einen statistischen Zusammenhang zwischen höherer Gewissenhaftigkeit und geringerem Adipositasrisiko. Eine Metaanalyse fand aber mit detaillierten Persönlichkeitsmerkmalen gerade einmal rund 2,3 % erklärte BMI-Varianz. Eine große Übersicht kommt entsprechend zu dem Schluss, dass Menschen mit Adipositas psychologisch durchschnittlich wesentlich ähnlicher zu Normalgewichtigen sind als unterschiedlich. Vermutlich passiert hier also teilweise genau das, was der Thread eigentlich untersuchen möchte. Dasselbe Verhalten bekommt abhängig von der Optik eine andere psychologische Geschichte verpasst. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10825783/ https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22941878/ https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30985072/ https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33086131/
  12. Hier wurde aber keine Situation beobachtet, sondern einfach mal fantasievoll spekuliert.
  13. @Rammelow33 Ich finde die Antwort eher lustig, weil dir das Amt ziemlich genau dasselbe erklärt, was ich dir hier schon mehrfach erklärt habe (du dann aber scheinbar ignoriert hast). 😄 Was genau davon hältst du denn für Bullshit und warum?
  14. Wenn wir von beobachtbarer Partnerwahl zu hypothetischen Affären wechseln, können wir allerdings jede These gegen jede Statistik immunisieren.
  15. Dass Männer im Durchschnitt jüngere Frauen attraktiv finden, ist ziemlich gut belegt. Interessant ist der Unterschied zwischen Präferenz und tatsächlicher Partnerwahl: Männer berücksichtigen mit zunehmendem Alter weiterhin sehr junge Frauen, ihre tatsächlichen Sexualpartner altern aber weitgehend mit ihnen mit. Eine neuere Studie mit rund 4.500 Blind Dates fand außerdem sogar bei beiden Geschlechtern eine leichte Präferenz für jüngere Dates. In der realen deutschen Paarbildung sehen wir jedenfalls keine 10–15-Jahre-Norm: Bei der ersten Heirat sind Männer durchschnittlich ungefähr 2,4 Jahre älter als Frauen. Ausgerechnet Hugh Jackman ist momentan auch ein schönes Gegenbeispiel: Er ist 57 Jahre alt, seine aktuelle Partnerin, Sutton Foster, 51. 😄 https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Hintergruende-Auswirkungen/demografie-ehen.html https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11804577 https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10367477 https://www.usmagazine.com/entertainment/news/hugh-jackman-duets-with-sutton-foster-at-idaho-concert
  16. Ich glaube, da hast du gerade einen ziemlich guten Ansatzpunkt gefunden, aber ich würde nicht bis zu dem Punkt gehen, an dem ich mich von ihren Nachrichten und Treffen nicht mehr beeinflussen lasse. Nach dem Betrug in deiner Ehe ist nachvollziehbar, dass dein Alarmsystem bei Veränderungen schnell anspringt. Daran kannst du arbeiten: Weniger Antwortzeiten analysieren, nicht aus drei fehlenden Emojis eine Beziehungskrise bauen und nicht ständig Rückversicherung benötigen. Aber das andere Extrem wäre genauso ungünstig: Dir einzureden, ihr tatsächliches Verhalten dürfe dich nicht mehr berühren. Natürlich sollte es das. Wenn deine Partnerin dauerhaft kaum Zeit für dich hat und du damit unglücklich bist, ist das eine relevante Information und keine Verlustangst. Ihre Vergangenheit würde ich dabei weder ignorieren noch zum Schicksal erklären. Dass Arbeit ihre bisherigen Kennenlernphasen verdrängt hat, ist ein relevantes Muster. Gleichzeitig ist sie mit dir bereits weitergegangen als bisher und hat nach eurem Gespräch ihr Verhalten zumindest verändert. Du musst die Dynamik deshalb gerade gar nicht mit irgendeiner Technik wiederbeleben. Leb dein Leben weiter, regulier deine eigene Anspannung und beobachte nüchtern, was sie in den nächsten Wochen tatsächlich tut. Dann brauchst du weder Frauen, die dich wirklich wollen, brechen alle Regeln; noch alles ist nur mein Bindungstrauma als Erklärung. Die Realität wird dir ziemlich schnell mehr Daten liefern.
  17. @Bukuta Woher nimmst du denn aus seiner Beschreibung, dass sie ihn nicht in dem Maße attraktiv findet, er ihr Beta und nicht ihre erste Wahl ist? Wir wissen: Sie arbeitet aktuell 60–70 Stunden, hat wegen einer Deadline sogar im Urlaub gearbeitet, meldet sich trotzdem von selbst, interessiert sich für seinen Alltag, bindet ihn in ihre Familie ein, sie haben regelmäßig Sex und nachdem er das Problem angesprochen hat, hat sie selbst eingeräumt, dass sie zu wenig investiert hat und ihr Verhalten anschließend verändert. Das beweist natürlich nicht, dass die Beziehung langfristig funktioniert. Ihre bisherige Beziehungslosigkeit und insbesondere die Frage, ob in ihrem Lebensmodell dauerhaft überhaupt genug Platz für eine Partnerschaft ist, würde ich genauso ernst nehmen. Frauen, die wirklich Bock haben, finden immer einen Weg klingt schön eindeutig, funktioniert aber spätestens bei realen Restriktionen nicht mehr besonders gut. Menschen können ihren Partner sehr begehren und trotzdem gerade zu viel arbeiten, Angehörige versorgen, krank sein oder schlicht erschöpft sein. Er hat ein ziemlich konkretes Bedürfnis: Für eine LTR reicht ihm dauerhaft einmal am Wochenende plus gelegentlich ein später Abend nicht. Jetzt muss sich über die nächsten Monate zeigen, ob ihre aktuelle Arbeitsbelastung tatsächlich eine Phase ist und ob beide eine Beziehungsstruktur hinbekommen, mit der sie zufrieden sind.
  18. @IronM Wenn wir nicht alle ukrainischen Frauen zählen, sondern nur diejenigen, die für den hier diskutierten Datingpool tatsächlich relevant sind, wird die Zahl natürlich erheblich kleiner. Nur müssten wir dann konsequent auf beiden Seiten gleich rechnen. Wenn bei den Frauen Alter, Kinder, Beziehungsstatus usw. herausgefiltert werden, können bei den Männern auch nicht pauschal 2 Mio. zusätzliche HG als Datingkonkurrenz angesetzt werden. Dafür bräuchten wir ebenfalls Männer im relevanten Alter, partnerlos, heterosexuell und tatsächlich im selben Datingmarkt. Woher kommen also die 2 Mio.? Dass eingebürgerte Migranten in einer Ausländerstatistik nicht mehr auftauchen, ist dagegen richtig. Deshalb eignet sich die von mir genannte Bestandszahl nicht dazu, die gesamte Migration seit 2015 abzubilden. @Xatrix Wer mich blockiert, weil ihm meine Art zu argumentieren bzw. meine Beiträge auf den Sack gehen, wird sie vermutlich auch nach einer Vorstellung meiner Person nicht plötzlich gerne lesen. An bloßen biologischen, demographischen oder sonstigen Fakten ändert mein Privatleben nichts.
  19. @Rammelow33 Die Zahlen und was sie aussagen habe ich ja schon geschrieben. Eine seriöse exakte Datingmarktquote kann ich dir aus den verfügbaren Zahlen leider ausrechnen. Dafür müsste man für Männer und Frauen gleichzeitig wissen: Alter, tatsächlich partnerlos inklusive LAT-Beziehungen, sexuelle Orientierung, ob überhaupt Partnersuche besteht und welche Altersbereiche jeweils als Partner infrage kommen. Man kann aber zumindest die Größenordnung eingrenzen. Die tatsächliche Bevölkerung ist weit von 178:100 entfernt. Bei 30-49 liegen wir ungefähr bei 103 Männern je 100 Frauen, bei 18-29 bei etwa 110:100. Dass daraus unter tatsächlichen Partnersuchenden ein größerer Männerüberschuss entstehen kann, halte ich durchaus für plausibel. Beispielsweise durch unterschiedliche Alterspräferenzen, unterschiedliche Anteile aktiv Partnersuchender und insbesondere beim Online-Dating durch unterschiedliche Nutzungsquoten. YouGov fand 2024, dass 9 % der Deutschen aktuell Dating-Apps nutzen. Männer waren insgesamt häufiger aktuelle/ehemalige Nutzer als Frauen (32% vs. 25 %). Laut Bitkom-Daten von 2026 haben in deutschen Großstädten 57 % der Männer, aber nur 38 % der Frauen bereits Online-Dating genutzt. Das ist ein klarer Geschlechterunterschied, aber eben ungefähr 60:40 und nicht 80:20. Ebenfalls laut Bitkom, aber von 2024, suchten 36% der männlichen Online-Dater erotische Dates/ONS gegenüber 10% der Frauen. Bei lockeren Dates waren es 46% vs. 26 %. Für langfristige Beziehungen war der Unterschied wesentlich kleiner und umgekehrt: 49% Männer vs. 57% Frauen.
  20. Ich bezweifle, dass dies etwas ändern wird, weil die Ursache ja eine ganz andere ist. Nein.
  21. Davon ist auszugehen. Der Sachverhalt ist ja trotzdem interessant.
  22. @Kai.N.Aber Wo kommen eigentlich deine 2 Mio. zusätzliche HG, aber vielleicht 100k Frauen aus der Ukraine her? Gerade die Ukraine ist ein ziemlich schlechtes Beispiel dafür. Ende 2025 lebten rund 1,4 Mio. ukrainische Staatsangehörige in Deutschland und die ukrainische Fluchtmigration sind aufgrund der Ausreisebeschränkungen für Männer im wehrfähigen Alter stark weiblich geprägt. EU-weit waren Ende 2025 unter den ukrainischen Schutzberechtigten 43,6% erwachsene Frauen, aber nur 25,9% erwachsene Männer. Der Rest waren Minderjährige. 100.000 zusätzliche ukrainische Frauen in Deutschland können deshalb schon größenordnungsmäßig nicht hinkommen. Noch grundsätzlicher rechnest du auf beiden Seiten unterschiedlich: Bei den 2 Mio. HG scheint praktisch jeden zusätzlichen Mann durch Migration als Datingkonkurrent zu zählen. Bei zugewanderten Frauen dagegen offenbar nur diejenigen, von denen wir wissen, dass sie hier einen Mann suchen. Wenn wir einen Datingmarkt berechnen wollen, müssten wir bei beiden Geschlechtern dieselben Filter anwenden: Alter, Beziehungsstatus, sexuelle Orientierung, tatsächliche Partnersuche und gegenseitig akzeptierte Altersbereiche. Zum Vergleich: Ende 2025 lebten in Deutschland insgesamt rund 6,5 Mio. nichtdeutsche Männer und 5,9 Mio. nichtdeutsche Frauen. Der gesamte Männerüberschuss unter allen ausländischen Staatsangehörigen beträgt damit ungefähr 0,5 Mio.
  23. @Rammelow33 Ich habe mir deine Destatis-Zahlen mal genauer angesehen. Die 3,6 Mio. Männer und 2 Mio. Frauen zwischen 25 und 45 stimmen tatsächlich. Nur bedeuten sie etwas ziemlich anderes als 178 Single-Männer konkurrieren um 100 Single-Frauen. Die Tabelle heißt bei Destatis ausdrücklich „Personen ohne Partner im Haushalt“. „Alleinstehend“ bedeutet im Mikrozensus: Ohne Partner und ohne eigene Kinder im Haushalt. Partnerschaften mit getrennten Wohnungen werden gar nicht erfasst. Dadurch entstehen ziemlich große Verzerrungen. Alleinerziehende fehlen komplett in deinen Zahlen. 2025 gab es 2,9 Mio. Alleinerziehende in Deutschland, davon 2,4 Mio. Frauen und 0,5 Mio. Männer. Bei Eltern minderjähriger Kinder waren 85 % der Alleinerziehenden Frauen. Eine Frau, die ohne Partner mit ihrem Kind lebt, ist für deine Rechnung also keine Single-Frau. Ein Mann, dessen Kind nach der Trennung bei der Mutter lebt und der alleine wohnt, landet dagegen bei den Alleinstehenden. Auch Menschen mit festem Partner in einer anderen Wohnung gelten dort als alleinstehend. Das ist keine irrelevante Randgruppe. Nach aktuellen FReDA-Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung lebt bei den 18- bis 49-Jährigen ungefähr jede achte Person in einer festen Beziehung mit getrennten Haushalten. Es gibt tatsächlich einen demographischen Männerüberschuss in den jüngeren Altersgruppen, aber bei weitem keinen von 178:100. Ende 2025 kamen bei den 30- bis 49-Jährigen 969 Frauen auf 1000 Männer. Das sind ungefähr 103 Männer auf 100 Frauen. Selbst bei 18–29 sind es etwa 110:100. Migration trägt dazu durchaus bei. Ende 2025 lebten in Deutschland etwa 6,5 Mio. nichtdeutsche Männer und 5,9 Mio. nichtdeutsche Frauen. Der Geschlechterüberschuss der gesamten nichtdeutschen Bevölkerung beträgt damit aber rund 543.000 Männer und nicht 2 Mio. zusätzliche Männer auf dem Datingmarkt. Es paaren sich Menschen nicht ausschließlich innerhalb exakt derselben Altersklasse. Männer sind beispielsweise bei der ersten Heirat durchschnittlich etwa 2,4 Jahre älter als Frauen. Dadurch leben jüngere Frauen häufiger schon mit etwas älteren Männern zusammen, während gleichaltrige Männer noch nicht mit einer Partnerin zusammenleben. Wenn du beide Geschlechter bei exakt 25 und 45 abschneidest, produziert das ebenfalls einen Unterschied. Aus dieser Tabelle lässt sich überhaupt keine Tinder-Ratio berechnen. Sie enthält keine Information darüber, wer tatsächlich Single ist, wer überhaupt einen Partner sucht, wer heterosexuell ist, welche Altersbereiche jemand datet, wer Tinder benutzt, wer wen attraktiv findet oder wie Likes und Matches verteilt sind. Aus „3,601 Mio. Männer vs. 2,025 Mio. Frauen ohne Partner und Kinder im eigenen Haushalt“ folgt deshalb nicht „der reale Datingmarkt ist fast 80/20“.
  24. @Bukuta Wenn du damit schlicht meinst: Ich bleibe körperlich, sozial und persönlich ein attraktiver Mensch und würde deshalb im Falle einer Trennung vermutlich auch wieder andere Frauen kennenlernen können: Geschenkt. Das ist für mich aber etwas anderes als ein Rotationssystem bzw. jederzeit Zugang zu Sex haben, worauf sich mein ursprünglicher Einwand bezog. So hast du mich kennengelernt, begründet für mich keinen dauerhaften Bestandsschutz für jedes Verhalten. Wenn ich beim Kennenlernen fünf Stunden täglich zocke, darf meine Partnerin drei Jahre später trotzdem sagen, dass ihr das inzwischen zu viel ist. Und ich darf antworten, dass mir diese fünf Stunden weiterhin wichtig sind. Wobei man schon sagen muss, dass fünf Stunden tägliches Zocken wohl durchaus ein ungesundes Suchtverhalten darstellt. Authentizität bedeutet nicht: Ich verhalte mich auch eine Dekade später möglichst genauso wie mit 25, weil jede Anpassung meinen wahren Kern verraten würde. Ein authentisches Ich mit 35 andere Prioritäten als mit 25. Gerade gemeinsame Wohnung, Kinder, Krankheit, Karrierewechsel oder Pflege der Eltern verändern reale Verantwortlichkeiten.
  25. Ich bin stolz auf deine technische Kompetenz. An der sonstigen Reflexion gibt es noch einiges zu tun. 🙂