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... oder von der Kunst, nie richtig erwachsen werden zu müssen! - So könnte der Untertitel zur Überschrift lauten... Ich habe mir mal ein paar Gedanken zu gewissen Dingen gemacht. Wollte es zunächst in verschiedene Threads aufsplitten, aber dann dachte ich, ok vielleicht passt es auch gut, das mal zusammenzufassen und hier mit reinzupacken. Denn es gibt da bei einigen Bereichen Überschneidungen, vielleicht auch Erlebnisse, die so manche schon gesehen, gehört und miterlebt haben. Im Groben geht es darum, zu beschreiben, wie ich früher die ältere Generation wahrgenommen habe, als ich selber noch jünger war. Und diese Wahrnehmung von früher mit den Tatsachen von heute zu verknüpfen. Im "Heute" bin ich einer dieser "alten Säcke", auf die ich damals als jüngerer Mensch geschaut habe. Damals, so dachte ich, ist es eben so und so, wenn man mal die Spanne jenseits der 40 erreicht hat. Man dachte, man hätte später ab einem gewissen Erwachsenenalter bestimmte Verhaltensmuster, Vorstellungen und Interessen abgelegt. Man ist dann irgendwie "seriöser", man kleidet sich dann ganz anders, gibt sich anders und befasst sich nicht mehr so viel mit Dingen, die einfach nur "Spass" machen sondern wendet sich fast ausschließlich wichtigen und verantwortungsvollen Dingen zu. Die zuletzt genannte Tugend - nämlich Verantwortung übernehmen - ist eine Sache, die scheinbar bei der heutigen Ü40-Generation, im Gegensatz zu "damals", nicht mehr so ausgeprägt vorhanden zu sein scheint. Ein allgemein beobachtbares Phänomen? Oder ist es evtl. auch eine Sache, die speziell innerhalb einer bestimmten "Bubble" verstärkt auftaucht? (Kurze Sideinfo, weils vielleicht da gerade mit reinpasst Neulich mal im Biergarten meinte die Frau eines Kumpels "man könne die heutigen Junior-Chefs, also diejenigen, die gerade frisch nach dem Studium einen Führungsposten oder eine Managerstelle bekommen, quasi in der Pfeife rauchen. Keine Kompetenz, kein Verantwortungsbewusstsein, Kein Fachwissen usw. Aber auf Chef machen und dicke Karre fahren" - Gut, wäre nochmal ein eigenes Thema wert ;)). Zurück zum Eigentlichen: Ich kenne einige Ü40-Jungs, bei denen läuft das Rad der Zeit gefühlt immer so weiter, wie es eh und je schon war. Die eigene Bude (Im Eigenheim, was Vaddern mal gekauft hat muss man dazu sagen) haben sie zwar, aber Vaddern kümmert sich nach wie vor um die "schwierigen" Themen wie Instandhaltung der Immobilie, Orga mit Handwerkern, Rasen- und Gartenpflege, Steuererklärung, Schnee schippen im Winter und und und. Ansatzweise werden mal gewisse Aufgaben übertragen aber summa summarum ist der Vater immer noch derjenige, der alle anderen Sachen, die nichts mit dem Job der Jungs (den machen sie mit Bravour) zu tun haben, regelt und managed. Also eben Dinge, die schon in den Privatbereich fallen, die aber eben nicht ausschließlich was mit "Fun" und "Freizeitgestaltung" zu tun haben. Dinge, um die man sich eigentlich selbst kümmert, wenn man "erwachsen" ist und ein eigenes Leben pflegt. Man kann fast sagen, es hat sich seit damals, wo sie noch Anfang 20 waren, kaum was verändert. Ich habe das Gefühl, beim Thema "Verantwortung" sind sie nur im Job gefragt. Im Privatleben haben sie fast nur den "Fun- und Freizeitmodus" ... Ich sehe da bei Ihnen keine besondere "Mission" oder ein gewisses "Großes Ganzes" auf das sie zustreben. Sie leben mehr oder weniger einfach in den Tag hinein und fröhnen zumeist multimedialen Beschäftigungen. Abwechslung und Tapetenwechsel müssen Ihnen andere Leute aus dem SC aktiv bringen. Sie hatten/haben wohl auch nie daran gedacht, mal eigene Kinder in die Welt zu setzen. Es passt einfach nicht in deren Lebensweise. Dieser Umstand ergänzt sich dann auch sehr gut zum fehlenden "Verantwortungsdruck", den ich vorhin schon beschrieben habe. Doch man möge mich da jetzt nicht falsch verstehen. Ich unterstelle niemandem "fehlendes maskulines Sendungsbewusstsein", der sich bewusst dafür entscheidet, eben keinen Nachwuchs in die Welt zu setzen (Leider wird man in der Hinsicht hier im Forum von manch konservativen Sichtweisen zu schnell "abgestempelt" >> keiner Kinder gezeugt = kein richtiger Mann. Darf hier an der Stelle auch mal gesagt sein). Bin, was das angeht, aber sehr reflektiert und ich weiß schon, dass im breiten gesellschaftlichen Kontext es "eher normal" angesehen wird, eine Familie zu gründen, als eben keine zu gründen. Doch ist jeder Lebensentwurf eben anders und ich versuche, die Dinge zu verstehen, warum sie so sind, wie sie eben sind. Geht hier auch nicht um "Verurteilung" oder so. Es ist halt einfach eine Beobachtung, dass es heutzutage scheinbar möglich ist, als "Ü40-Peter-Pan" sehr gut durchs Leben zu kommen, ohne die Komfortzone groß verlassen zu müssen. Andere müssen viel steinigere Wege auf sich nehmen, um ein für sie einigermaßen zufriedenes und glückliches Leben zu führen. Nochmal zum Thema Verantwortung bzw. "Verantwortungsdruck": Nun ich selbst kann mein Leben nicht direkt mit dem von Ihnen vergleichen. Es bestehen viele gemeinsame Interessen, ja, doch beim Thema Verantwortung, Dinge selbst in die Hand nehmen darf ich sagen, da musste ich schon früher die Ärmel selbst hochkrempeln. Ich gebe zu, nicht weil ich das damals "gefühlt" habe, dass ich Dinge erfahren wollte, um "erwachsen" zu werden, nein, vielmehr, war es so, dass ich ins kalte Wasser gefallen bin. Mir ist schon früh (Anfang 20) der Vater verstorben und ich habe in den letzten Jahren meine pflegebedürftige Mutter umsorgt. Ende März diesen Jahres ist sie verstorben. Ich bin also weniger durch einen "natürlichen Reifeprozess" in das Thema "Verantwortung" hineingewachsen, sondern mehr durch den Umstand oder die Umstände, dass ich einfach "musste". Ich wurde nicht groß gefragt, ob mir diese Situationen nun genehm seien, nein, ich musste den Tatsachen ins Auge sehen und mich der Dinge annehmen, die sich mir da im privaten/familiären Bereich entgegengestellt haben. Ich habe hier also Erfahrungen skizziert, die sehr persönlich sind, die verdeutlichen, dass es eben nicht immer so nach 0815-Schema läuft, wenn man im Erwachsenenalter angekommen ist. Vor allem diese "Diskrepanz" zwischen früherer Wahrnehmung ("Kind/Jugendlicher > wenn man mal so alt ist, dann ist das so und so" vs. "Heutige Realität > Es ist ja überhaupt gar nicht so gekommen, wie ich damals dachte"). Gibt es hier auch welche unter euch, die genau das nachvollziehen können, also diese "Diskrepanz" zwischen jugendlicher Vorstellungswelt vom späteren Erwachsenen-Dasein und heutigem "ist-Zustand"? "40 ist das neue 30" - das sagt ja schon einiges aus und ich denke, die meisten können mit solchen "Trendformeln" was anfangen, wissen, wie es gemeint ist. Es ist genau das, diese "Wahrnehmung", dass die Erwachsenen von heute mehr oder weniger noch "Kind/Jugendliche" geblieben sind, ganz im Gegenteil zu dem, was Ihre Eltern damals erlebt haben, als sie in unserem Alter (Im "Midlife" quasi) waren. Unsere Eltern hätten sich nicht so "flippig" gekleidet, hätten nicht "gezockt" und hätten auch nicht einfach mal nur "abgehangen" usw. Man kann es beliebig erweitern und skalieren mit dieser Thematik, man muss nur die Variablen etwas ändern. Dann kann es z.B. auch heißen "30 ist das neue 20" oder "50 ist das neue 40". Die Mechanismen, die diese Entwicklung beschreiben, sind ähnlich, nur dann halt um ein paar Jahre hin oder her verschoben. Ich stelle also nochmal fest, dass ich hier persönliche Beobachtungen in diesen Dingen gemacht habe aber eben auch, dass gesamtgesellschaftlich immer wieder Nuancen von solchen Phänomenen an anderer Stelle (andere soziale Gruppen, Medien usw.) auftauchen. Also, was sagt Ihr? Kennt Ihr auch so "Peter-Pan`s" bzw. habt ihr auch schon festgestellt, dass manchmal "20 das neue 10" ist oder dass "60 das neue 50" ist usw.? Lasst die Tasten glühen! PS: Text ist etwas länger geworden, als ich eigentlich wollte. Aber all das, was ich da so erzählt habe, musste auch einfach mal von der Seele gesprochen werden.
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