Sinnkrise? (oder auch: Ich sollte doch eigentlich glücklich sein, bin es aber nicht)

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Hallo PU Forum.

Ich habe im Moment eine Sinnkrise.. oder auch nicht. Ich weiss es nicht.

Eigentlich sollte ich glücklich sein, aber ich bin es nicht.

Kurz zur Übersicht:

Ende letzten Jahres hat meine Freundin Schluss gemacht. Es hat einfach nicht mehr gepasst. Ich habe das schnell akzeptiert, da ich selbst bereits erwogen hatte, Schluss zu machen. Aber irgendwie hat es mich doch recht belastet. Sie war meine erste wirkliche Freundin gewesen und wir hatten ein halbes Jahr zusammen gewohnt.

Nach der Trennung habe ich mich quasi sofort in die Arbeit gestürzt. Ich habe täglich 10 Stunden gearbeitet und dann zu Hause sofort an einem Open Source Projekt weitergearbeitet, das in den nächsten Wochen auf den Markt kommt. Freunde habe ich vollständig vernachlässigt. Ich war nicht mal mehr auf Facebook, etc. Bin auch nicht mehr weggegangen oder hab nicht telefoniert.

Sämtliche Emotionen hab ich ausgesperrt. Frauentechnisch lief natürlich ebenfalls null. Musik, Hobbies, etc habe ich ebenfalls eingestellt, bis auf gelegentlich Fitnessstudio.

Das tragische war: Es lief gut. Ich war außerordentlich produktiv, konnte mich zu 110% auf meine Arbeit konzentrieren und war quasi glücklich.

Doch selbst wenn ich versucht hatte, irgendwie abzuschalten ging das nicht. Ich wollte paarmal Videospiele zocken um einigermaßen runterzukommen, aber bereits nach ner halben Stunde wurde ich total depressiv und hatte das Gefühl ich würde meine Zeit verschleudern, also hab ich mich wieder in die Arbeit gestürzt.

Nach 4 Monaten jedoch begannen Freunde von mir sich zu sehr Sorgen zu machen und ich wurde gewzwungenermaßen wieder zurück in die Welt geholt.

Inzwischen haben mich Emotionen wieder eingeholt. Aktuell fällt es mir sehr schwer, einzuschlafen. Meist arbeite ich noch bis spät in die Nacht, bis ich so müde bin, dass ich quasi umfalle.

Heute hat das irgendwie nicht funktioniert und so lag ich nachdenkend und über meine Leben kapitulierend im Bett.

Eigentlich sollte ich glücklich sein. Aber aus 1000 Gründen, die mir so durch den Kopf spuken bin ich es nicht

1.) Eifersucht und Sinnkrise

Ich weiss nicht wieso, aber irgendwie bin ich gerade auf einen sehr guten Freund von mir eifersüchtig. Er ist Musiker und gerade dabei sehr erfolgreich zu werden. Hat natürlich jede Menge Frauen, ist aber auch verheiratet (offene Beziehung). Eigentlich sollte ich mich lediglich für ihn freuen und normalerweise bin ich überhaupt nicht eifersüchtig.

Ich bin ja selbst einigermaßen erfolgreicher Hobbymusiker und habe nen Plattenvertrag, betreibe das aber eben nur als Hobby mit Nebeneinkünften. Und ausserdem mag ich meinen Job. Er ist sehr anspruchsvoll, hat ne hohe Verantwortung, gibt ne Menge Kohle und ich habe wesentlich stärker das Gefühl, "etwas geschafft zu haben", als wenn ich einfach nur Musik mache.

Dennoch...

Auf Parties kommt er natürlich auch wesentlich besser beim weiblichen Geschlecht an wenn er über seinen Job erzählt. Ich hingegen müsste erstmal ne vierwöchige Mathematikvorlesung halten, bevor Leute fern vom Fach überhaupt ne Grundvorstellung davon haben, was ich mache...

Natürlich hätte ich es auch anders machen können. Wenn ich wollte könnte ich jederzeit alles hinschmeissen und mit meiner Musik Kohle machen. Andere, die genauso bekannt sind wie ich machen das auch. Aber will ich das? Ich weiss es nicht. Im Grunde genommen nicht. Ich brauche Sicherheit und ich brauche für die Musik vollkommen künstlerische Freiheit, auf beides müsste ich verzichten.

2.) Umstellungen

Meine Leben ist im Vergleich zu den letzten beiden Jahren irgendwie komplett anders. Dazu kommt, dass ich mir gerade wieder eine neue Wohnung suchen muss. Eigentlich hätte ich die aktuelle gerne behalten, was leider nicht geht. Hätte zwar eine gefunden, aber die ist teurer. Andererseits ist Geld eher zweitrangig, dennoch stört es mich. Ich komme schlecht mit Umstellungen zurecht, emotional. Um Sheldon Cooper aus "The Big Bang Theory" (mit welchem ich manchmal verglichen werde) zu zitieren: "Change is never good. They say it is, but it's not.". Ich wünschte ich könnte da offener und lässiger sein, aber ich bin es nicht.

3.) Hinterfragen

Ich bin inzwischen 30. Manchmal kommt es mir so vor als hätte ich mein komplettes bisheriges Leben nicht wirklich gelebt. Ja meine ganze Jugend habe ich sowieso verpasst, auch die Zeit bis Mitte 20. War ein 1000% Nerd und mit Frauen & Co hatte ich null am Hut. Was soll das also überhaupt? Wozu lebe ich überhaupt? Manchmal frage ich mich sogar ob es mich überhaupt gibt...

Zumindest aber fällt es mir schwer genau zu wissen, wer ich denn selbst bin. Manchmal fühle ich mich wie Frankenstein zusammengebaut aus verschiedenen anderen Menschen, da ich so viele Facetten hab, aber nicht weiss, was wirklich ist.

Ich weiss, ich denke zu viel. Und ich weiss dass ich keinen Grund haben müsste, unglücklich zu sein. Aber ich brauche einfach wieder ne gewisse Orientierung, die mir glaube ich verloren gegangen ist.

4.) Versagensangst

Ich hatte seit 5 Monaten kein Sex mehr. Davor jeden Tag mindestens 2 Mal (Ex war eine Nymphomanin). Inzwischen träume ich fast jede Nacht davon und ich denke ich brauche wieder dringend Sex. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir mein "Mojo" verloren gegangen ist.

Für nächstes WE hat mich eine Freundin zu sich eingeladen. Es würde definitv sexuell was laufen wenn ich es wollte. Aber im Moment bin ich so verkopft, dass ich Angst habe einen hoch zu bekommen. Fühle mich sogar teilweise so wie vor meinem ersten Mal (das nur ein paar Jahre her ist).

Ausserdem hat der Kumpel aus Abschnitt 1.) sie auch schon gevögelt und sie hat mal davon geschwärmt, was für nen langen Schwanz er doch hat. Ich hingegen hab nen 14.5 Zentimeterstummel(!). Meine Ex meinte Mal ehrlich zu mir sie hatte noch nie was mit nem Mann mit so nem kurzen Schwanz (allerdings hat sie den Sex sehr gelobt). Eigentlich will ich darüber nicht nachdenken, aber dummerweise tu ich es gerade.

Dann kommt dazu, dass mir frauentechnisch bislang alles in die Hände gefallen ist. Ich musste Frauen nie ansprechen, die kamen immer auf mich zu. Jetzt befürchte ich dass ichs einfach nie gelernt habe...

Keine Ahnung warum ich das niedergeschrieben habe. Vielleicht musste ich es einfach nur schreiben um einigermaßen Ordnung zu schaffen, vielleicht habt ihr auch aber auch einen brauchbaren Input für mich, weil ihr euch vielleicht mal in einer ähnlichen Situation befunden hattet.

Danke Euch auf jeden Fall

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Gast J.Who

Hi Tree0,

Du machst dir definitiv zu viele Gedanken. Vorallem zuviele die lediglich das Thema haben dich und deine Person zu kritisieren und dich und dein handeln in Frage zu stellen.

Positiv ist in jedem Fall das du zumindest beruflich noch gut im Spiel bist. Aber Arbeit ist ja bekanntlich nicht alles.

Einen Masterplan will und kann ich dir natürlich nicht an die Hand geben, das kriege ich nichtmal bei einem gutem Freund von mir hin der sich in ähnlicher SItuation befindet.

Aber ich würde einfach mal aus meinem Nähkästchen plaudern.

Ich selbst befand mich vor kurzem noch in einer ähnlichen Phase, die allerdings schon mehrere Jahre andauerte. Ich war geplagt davon das ich 10-15kg zuviel auf den hüften hatte, meine langjährige beziehung in meinen Augen immer mehr zu einer Freundschaft wurde, ich habe mein Studium absolut vernachlässigt sodass ich nun wirklich mit dem Arsch an der Wand stehe und hab viel getrunken und war kaum noch unterwegs. Kurzgesagt, ich war einfach brutal Unzufrieden.

Die Beziehung zu beenden war mir schon lange im Kopf, Anfang des Jahres habe ich dann mal den Mumm aufgebracht und da ein Strich drunter gesetzt. Tat mir überaus leid, da Sie über die Jahre wirklich mein bester und innigster Freund geworden ist... aber das ist nicht das was ich von einer Beziehung erwarte. Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt, bin jetzt quasi Vegetarierer und habe mich von fast 100kg wieder auf mein optimum von 85kg gebracht. Fange jetzt wieder mit dem Radsport an. Ich verzichte nun komplett auf Alkohol. Ich widme mich wieder mehr dem Gitarrespielen und ich habe mir eine neue schönere Wohnung gesucht. Das letzte was jetzt noch Aussteht ist das Studium Ende des Sommers abzuschließen, wohl aber auch der schwierigste teil.

Ich kann jetzt nicht behaupten das es mir jetzt durch all die änderungen Spontan besser geht. Aber ich habe mir Perspektiven geschaffen.

Wenn dir irgendetwas in deinem Leben missfällt. Mach Neu ! Werf den Balast über Bord und geb Gas ! Mit 30 oder in meinem Fall mit 26 hat man zwar theoretisch noch ewig Zeit sein leben zu ändern. Aber der beste Moment etwas zu ändern ist immer JETZT. Prokrastination und ewiges Ausflüchte suchen hat noch nie jemandem geholfen.

Du hast deine Probleme ja nun schon erkannt. Nun pack dich selbst am Schopf und zieh dich aus diesem Loch wieder raus. Wenn du es nicht tust, tut es auch kein anderer.

Fast vergessen, zu deinem "Pimmelproblem" .... 14,5 ist so ziemlich genau der Deutsche Standard. Soll heißen ca. 1/3 hat nen kleineren als du, 1/3 nen größeren und Kühe haben oftmals Flecken auf der Stirn. Sei froh das du das Teil hast und es funktioniert. Hatte selbst vor 2 1/2 Jahren einen sogenannten "Penisbruch" mit OP und allem drum und dran. Ich hab auch keine Riesen-Salami in der Hose aber ehrlich mittlerweile bin ich eher froh das dass Gerät wenigstens Ordnungsgemäß (wieder) funktioniert :D

Viel wichtiger als nen großer Schwanz ist das du deinen Schwanz selbstbewusst benutzt. Auch wenn Frauen vielleicht auf nen großen Pimmel stehen, wenn die Zaubertricks stimmen wirste auch mit nem 08/15 Zauberstab eine glanzvolle Magiershow abziehen können.

Nunja, hoffe meine Kernaussage ist halbwegs durchgedrungen. Wenns dir nicht gefällt, ändere dein Leben. Mach was draus. Am Ende wird kein "Insert coin for a second life" erscheinen, es läuft der Abspann und das wars dann einfach.

Nutze die Zeit, nutze deinen Geist, nutze deine Fähigkeiten und krieg den Arsch hoch!

Der Spaß wird schon zurückkehren wenn du erstmal wieder auf dem Dampfer bist.

Beste Grüße, J.Who

bearbeitet von J.Who

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Danke für deine Antwort.

Du schreibst ich soll mein Leben ändern wenn es mir nicht gefällt. Da Problem ist: Ich weiss ja nicht einmal ob es mir nicht gefällt. Ich lebe halt.

ich weiss nicht, ob ich mich nicht lieber wieder komplett abschotten soll und nur arbeiten soll... oder eben nicht.

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Klingt für mich so als würde die Decke dir auf den Kopf fallen und du weisst momentan garnicht in welche Richtung du dein Leben einschlagen sollst. Aber vielleicht brauchst du ja mal ne Auszeit von deiner ganzen Situation um dich zu sammeln und neu zu orientieren, und mit neuer Kraft deinen Kurs anzusteuern.

Ich denke nicht das du dich wieder 110%ig auf die Arbeit konzentrieren solltest, solang das Fundament (dein Leben und deine Vorstellung von dir selbst) wackelig aufgebaut ist, verdrängst du nur das was dich IM KERN beschäftigt. Du schreibst "ich lebe halt" aber "halt zu leben" macht dich vermutlich auf dauer nicht glücklich und ich denke in dir drin weisst du das.

Die Sinnkrise in der du gerade steckst ist ein Symptom dafür das was noch nicht ganz stimmig ist in deinem Leben, die "negativen" Emotionen die du erlebst eine Art Hinweis darauf das du etwas verändern willst. Man könnte sagen diese Krise ist ein Wachrütteln und eine Chance (also etwas positives) die Dinge wieder in Bahnen zu lenken die DU bewusst einschlagen möchtest. Letztendlich könntest du vmtl 1 Mio Euro auf dem Konto haben und an jeder Hand 3 Frauen und du würdest trotzdem Abends noch grübelnd im Bett liegen mit dem Gefühl das etwas nicht stimmt. Dein "Problem" sind nicht die Frauen, auch nicht deine Wohnung oder deine Pimmellänge, das sind nur Symptome dafür, das du mit dir selbst und damit mit deinem Leben nicht im reinen bist. Die Lösung dafür findest du nur in dir selbst (klingt abgedroschen, ich weis).

Du klingst wie jemand der sehr viel mit seinen Kopf arbeitet und (wie wohl die meisten Leute) sehr verkopft ist, viel denkt, viel analysiert und zerdenkt, aber möglicherweise vermisst du ja kräftiges, zentrierendes Körpergefühl für dich selbst das dich Erdet und deine eigene Identität wahrnehmen lässt, sodass du wieder aus dir SELBST heraus unabhängig dein Leben gestalten kannst.

Was es auch ist, die Frage ist ja erstmal: Wo kannst du jetzt ansetzen um dir Klarheit zu schaffen wo es denn hingehen soll und wo der Hund begraben liegt? Eine mehrmonatige Reise ins Ausland, am besten raus aus Europa, Südostasien oder Südamerika, frei nach dem Motto: "Getting lost helps you to find yourself".

Du kannst dir auch überlegen ob du dir professionelle Hilfe suchst, Therapie oder ähnliches um dich zu sortieren.

Das wird alles sicher nicht von heute auf morgen gehen, aber das wichtigste wird wohl sein das du dich wieder auf dich selbst konzentrierst und dir klar wirst wer du bist, was du willst und dir Zeit für dich selbst nimmst anstatt dich von dir selbst abzulenken mit Arbeit und ähnlichem.

Ich hoffe das hilft dir auf die ein oder andere Weise, ich wünsch dir alles gute.

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hey ho,

Sinnkrisen sind ein Schrei nach Veränderung. Ich glaube nicht dass Frauen dein Problem sind aber ein bischen guter Sex wirft oft ein ganz neues Licht auf die Welt. Unterschätze niemals die Macht sexueller Spannungen oder Entspannungen ;D

Mach mal was dummes ohne das Ende vorherzusehen. Um zu sich zu finden muss man sich nicht selten vorher erst einmal verlieren.

Schönen Abend noch

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Gast J.Who

Danke für deine Antwort.

Du schreibst ich soll mein Leben ändern wenn es mir nicht gefällt. Da Problem ist: Ich weiss ja nicht einmal ob es mir nicht gefällt. Ich lebe halt.

ich weiss nicht, ob ich mich nicht lieber wieder komplett abschotten soll und nur arbeiten soll... oder eben nicht.

Also nur Arbeiten kann ich nicht empfehlen ;)

Ich denke was die Arbeit derzeit bei dir so sehr Positiv darstehen lässt, ist das Sie sozusagen das einzige ist das dir klar und deutlich eine positive Rückmeldung gibt.

Das kann ja eine Weile auch ganz gut laufen.

Aber wie auch schon im ersten Post geschrieben, du sitzt am Steuer deines Lebens. Wir können dir nur Vorschläge machen welche Route du fahren kannst, oder wie du dich verhälst wenn du dich irgendwo festgefahren hast.

Was aber das Ziel deiner Reise ist, und ob du lieber Autobahn oder Landstraße fährst... musst du halt selbst wissen.

(Die Metapher irgendwie etwas überstrapaziert :D)

Zieh dich nur einfach nicht zurück. Wer will schon später gerne Zurück denken und sich sagen "Ach war das ein schönes leben hinter verschlossenen Gardinen am Schreibtisch... ich werde den lieblichen Klang meiner Tastatur für immer in meinem Herzen tragen..."

Mach einfach kleine Schritte, probier halt aus was dir Spaß macht. Eine 180° Wende wirste nicht so einfach hinbekommen, da muss man wenn man in einem Tief sitzt halt mal nen bischen rumprobieren.

Ich wünsche dir aufjedenfall alles gute und bin mir sicher das du über kurz oder lang auch wieder einen Weg einschlagen wirst der dir Freude bereitet.

Gruß, J.Who

bearbeitet von J.Who

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Nach der Trennung habe ich mich quasi sofort in die Arbeit gestürzt. Ich habe täglich 10 Stunden gearbeitet und dann zu Hause sofort an einem Open Source Projekt weitergearbeitet, das in den nächsten Wochen auf den Markt kommt. Freunde habe ich vollständig vernachlässigt. Ich war nicht mal mehr auf Facebook, etc. Bin auch nicht mehr weggegangen oder hab nicht telefoniert.

Sämtliche Emotionen hab ich ausgesperrt. Frauentechnisch lief natürlich ebenfalls null. Musik, Hobbies, etc habe ich ebenfalls eingestellt, bis auf gelegentlich Fitnessstudio.

Schlecht. Es ist gut, dann anderen Sachen nachzugehen. Es ist aber ein Unterschied ob Du auf ein Ziel aus innerer Überzeugung hinzusteuerst oder ob Du dahingetrieben wirst aus dem Grund das Du vor etwas wegläufst.

Das tragische war: Es lief gut. Ich war außerordentlich produktiv, konnte mich zu 110% auf meine Arbeit konzentrieren und war quasi glücklich.

Doch selbst wenn ich versucht hatte, irgendwie abzuschalten ging das nicht. Ich wollte paarmal Videospiele zocken um einigermaßen runterzukommen, aber bereits nach ner halben Stunde wurde ich total depressiv und hatte das Gefühl ich würde meine Zeit verschleudern, also hab ich mich wieder in die Arbeit gestürzt.

Inzwischen haben mich Emotionen wieder eingeholt. Aktuell fällt es mir sehr schwer, einzuschlafen. Meist arbeite ich noch bis spät in die Nacht, bis ich so müde bin, dass ich quasi umfalle.

Heute hat das irgendwie nicht funktioniert und so lag ich nachdenkend und über meine Leben kapitulierend im Bett.

Das ist überhaupt nicht gesund, klar das Dich die Emotionen wieder einholen, Du hast sie ja die ganze Zeit unterdrückt.

Eigentlich sollte ich glücklich sein. Aber aus 1000 Gründen, die mir so durch den Kopf spuken bin ich es nicht

Glücklich sein ist eine Entscheidung

1.) Eifersucht und Sinnkrise

Ich weiss nicht wieso, aber irgendwie bin ich gerade auf einen sehr guten Freund von mir eifersüchtig. Er ist Musiker und gerade dabei sehr erfolgreich zu werden. Hat natürlich jede Menge Frauen, ist aber auch verheiratet (offene Beziehung). Eigentlich sollte ich mich lediglich für ihn freuen und normalerweise bin ich überhaupt nicht eifersüchtig.

Ich bin ja selbst einigermaßen erfolgreicher Hobbymusiker und habe nen Plattenvertrag, betreibe das aber eben nur als Hobby mit Nebeneinkünften. Und ausserdem mag ich meinen Job. Er ist sehr anspruchsvoll, hat ne hohe Verantwortung, gibt ne Menge Kohle und ich habe wesentlich stärker das Gefühl, "etwas geschafft zu haben", als wenn ich einfach nur Musik mache.

Dennoch...

Auf Parties kommt er natürlich auch wesentlich besser beim weiblichen Geschlecht an wenn er über seinen Job erzählt. Ich hingegen müsste erstmal ne vierwöchige Mathematikvorlesung halten, bevor Leute fern vom Fach überhaupt ne Grundvorstellung davon haben, was ich mache...

Natürlich hätte ich es auch anders machen können. Wenn ich wollte könnte ich jederzeit alles hinschmeissen und mit meiner Musik Kohle machen. Andere, die genauso bekannt sind wie ich machen das auch. Aber will ich das? Ich weiss es nicht. Im Grunde genommen nicht. Ich brauche Sicherheit und ich brauche für die Musik vollkommen künstlerische Freiheit, auf beides müsste ich verzichten.

Das hört sich sehr interessant an! Von Deinem Freund solltest Du lernen anstatt ihn zu beneiden. Klar kommt er besser an, weil es sich für die Frauen nicht nach einem "Job" anhört. Du sollst nicht zwanghaft Deinen Job für die Musik fallen lassen um dann auch wie so ein lockerer Zeitgenosse auszusehen. Noch viel cooler finde ich das Du neben Deinem logisch-rationalem Job noch ein weiteres exotisches Hobby hast, welches Du sogar erfolgreich verfolgst. Wo ist das Problem? Das sid Luxusprobleme, Du hast ne Menge zu erzählen! Sei stolz auf das was Du tust. Deine Arbeit gibt Dir viel und Du kannst sie gut - damit zählst Du zu den wenigen glücklichen in Deutschland.

2.) Umstellungen

Meine Leben ist im Vergleich zu den letzten beiden Jahren irgendwie komplett anders. Dazu kommt, dass ich mir gerade wieder eine neue Wohnung suchen muss. Eigentlich hätte ich die aktuelle gerne behalten, was leider nicht geht. Hätte zwar eine gefunden, aber die ist teurer. Andererseits ist Geld eher zweitrangig, dennoch stört es mich. Ich komme schlecht mit Umstellungen zurecht, emotional. Um Sheldon Cooper aus "The Big Bang Theory" (mit welchem ich manchmal verglichen werde) zu zitieren: "Change is never good. They say it is, but it's not.". Ich wünschte ich könnte da offener und lässiger sein, aber ich bin es nicht.

Eine neue Wohnung tut immer gut. Veränderung ist immer gut. Ein Mann ist dann ein Mann, wenn er ständig am Rande des bequemen operiert. Das ist Fakt. Ok nicht immer, denn ab und zu muss man auch mal entspannen.

3.) Hinterfragen

Ich bin inzwischen 30. Manchmal kommt es mir so vor als hätte ich mein komplettes bisheriges Leben nicht wirklich gelebt. Ja meine ganze Jugend habe ich sowieso verpasst, auch die Zeit bis Mitte 20. War ein 1000% Nerd und mit Frauen & Co hatte ich null am Hut. Was soll das also überhaupt? Wozu lebe ich überhaupt? Manchmal frage ich mich sogar ob es mich überhaupt gibt...

Zumindest aber fällt es mir schwer genau zu wissen, wer ich denn selbst bin. Manchmal fühle ich mich wie Frankenstein zusammengebaut aus verschiedenen anderen Menschen, da ich so viele Facetten hab, aber nicht weiss, was wirklich ist.

Ich weiss, ich denke zu viel. Und ich weiss dass ich keinen Grund haben müsste, unglücklich zu sein. Aber ich brauche einfach wieder ne gewisse Orientierung, die mir glaube ich verloren gegangen ist.

Es ist nie zu spät. Wir alle wissen was in einem oder zwei Jahren möglich ist. Mach Dir nicht so einen Druck und konzentriere Dich weiter auf die Dinge die du gut kannst und dir Spaß machen. Ganz wichtig: Lass Sachen los an denen Du schon lange nagst, lass sie einfach los. Dir ist wichtig was andere von Dir denken? Lass es los. Nein? Doch, lass es los. Ganz einfach. Don't give a shit.

4.) Versagensangst

Ich hatte seit 5 Monaten kein Sex mehr. Davor jeden Tag mindestens 2 Mal (Ex war eine Nymphomanin). Inzwischen träume ich fast jede Nacht davon und ich denke ich brauche wieder dringend Sex. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir mein "Mojo" verloren gegangen ist.

Für nächstes WE hat mich eine Freundin zu sich eingeladen. Es würde definitv sexuell was laufen wenn ich es wollte. Aber im Moment bin ich so verkopft, dass ich Angst habe einen hoch zu bekommen. Fühle mich sogar teilweise so wie vor meinem ersten Mal (das nur ein paar Jahre her ist).

Ausserdem hat der Kumpel aus Abschnitt 1.) sie auch schon gevögelt und sie hat mal davon geschwärmt, was für nen langen Schwanz er doch hat. Ich hingegen hab nen 14.5 Zentimeterstummel(!). Meine Ex meinte Mal ehrlich zu mir sie hatte noch nie was mit nem Mann mit so nem kurzen Schwanz (allerdings hat sie den Sex sehr gelobt). Eigentlich will ich darüber nicht nachdenken, aber dummerweise tu ich es gerade.

Dann kommt dazu, dass mir frauentechnisch bislang alles in die Hände gefallen ist. Ich musste Frauen nie ansprechen, die kamen immer auf mich zu. Jetzt befürchte ich dass ichs einfach nie gelernt habe...

Und ob du Sex brauchst. Du wirst zu dieser Freundin fahren und ihr das Hirn aus dem Kopf poppen. Wenn Du kommst schreist Du durchs ganze Haus: "TITTEN ODER GESICHT??" Dann bist Du auch endlich mal etwas entspannter. Geh danach aufs Klo und heul mal ne Runde. (Was erzählt Neruda da für 'ne Scheisse?)

Wen interessiert das sein Kumpel sie schon hatte? Ich hab mir schon Frauen mit meinem Bruder geteilt. Und mit deinen 14,5 cm brauchst Du Dich nun wirklich nicht zu beschweren. Ich beschwer mich manchmal auch über meine 19,5. Sorry der musste sein.

Du hast gefühlte Minderwertigkeit. Du bist passiv und verschlossen. Du bist depressiv. Das Gegenteil davon ist expressiv. Anders kannst Du diese Steifheit in Dir nicht loswerden! Geh laufen, jetzt! Weine, lache, schreie, streng Dich körperlich und kreativ an, sprech mit Leuten, mit jedem, sei positiv zu Deinen Mitmenschen, red mal mit Deiner Mutter oder alten Freunden, frag wie es IHNEN geht, atme mal anständig, sitz gerade.

Les Dich hier ein und geh raus. Mind. 2 mal die Woche. Und sprech aktiv Mädchen an anstatt das sie Dir in die Hände fallen. Du hast nur dieses eine Leben.

Gruß

Neruda

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