Karrieresituation - ist meine Einschätzung falsch?

11 Beiträge in diesem Thema

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Hallo an alle,

Ich würde gerne mal die Situation beschreiben in der ich gerade bin, da ich mal einen Blick von Leuten auf die Situation hätte, die einen nicht persönlich kennen und somit anders an die Sache herangehen.

Zu Mir und meiner Situation:

Ich habe in 5 Fachsemestern meinen IBWL-Abschluss mit 1,7 an einer guten deutschen Universität abgeschlossen, parallel dazu durch einen 10-monatigen Erasmusaustausch noch einen Bachelor of Arts mit 1,0 in der UK (Die Uni dort ist mittlerer/oberer Durchschnitt gewesen, aber nix besonderes). Das ganze war ein Doppelbachelor-Programm.

Vertiefung habe ich in Information & Operations Management gemacht.

Habe dann noch während ich eingeschrieben war an der Uni ein 6-monatiges Praktikum mit 4 Monaten Aufenthalt in Singapur gemacht, bei einem Online-Start-Up. Lief alles super und nachdem ich zurück war (Dezember 2012) musste ich nur noch administrative Sachen erledigen und habe dann im März 2013 meinen Abschluss bekommen.

Im Winter will ich meinen Master anfangen, somit hatte ich also noch eine Menge Zeit. Habe deshalb dann nach einem halbjährigen Praktikum gesucht damals im Januar (leider schlecht geplant vorher und deshalb sehr kurzfristig) und dann im Februar 2013 bei einer mittelständischen UB angefangen, die relativ speziell im Bereich der strategischen IT und Organisationsberatung tätig ist. Gab nur 400€, aber ich fand es interessant und hatte nicht viele andere Optionen.

Es lief sehr gut und sie boten mir an dann ab Mai als Vollzeitmitarbeiter zu arbeiten. Unter der Prämisse das ich meinen damals bereits geplanten Urlaub (ab August 2 Monate Südostasien..bin in die Gegend verliebt :D) trotzdem durchziehen kann + der vertraglich zugesicherten Tatsache, das ich zu jedem Zeitpunkt mit dem Master beginne kann, habe ich den Vertrag unterschrieben. Ich verdiene 2000€ Brutto + ein paar kleine Extras (monatliche Fahrtkosten, Handy + Handyvertrag etc.).

Wie geht es weiter?

Wenn es gut läuft fange ich dann im Oktober diesen Jahres mit dem Master in Berlin an und arbeite als Werksstudent oder Vollzeit mit reduzierter Stundenanzahl weiter (noch nicht ganz sicher wie das am besten passt).

Was ist nun meine Frage....zum einen, verkauft man sich total unter Wert bei diesem Verdienst? Ich mache nie Überstunden (40h die Woche), es ist alles sehr locker und flexibel und sehr interessant und angenehme Atmosphäre. Die durchschnittliche Bezahlung in der Firma ist generell nicht sehr hoch, von daher werde ich nicht "ausgenutzt".

Ist es karrieretechnisch für den Lebenslauf schon eine gute Sache, oder doch zu wenig im Vergleich zu Praktikas etc. bei großen renommierten Firmen (wenn man später höher hinaus will)?

Hsbe mich jetzt in meinen Bewerbungen für den Master (HU, HWR) auch auf Berlin beschränkt, da ich gerne dort weiter arbeiten würde. Wenn es dieses Jahr nicht klappt mit einem Platz, würde ich nächstes Jahr vllt noch einmal diversifizierter nach einem Studeinplatz suchen.

Sollte ich mich nicht zu sehr an der Firma aufhängen, sondern mich gegebenenfalls trennen und andere Möglichkeiten ausloten (deutschlandweit/international studieren, auch wenn ich das nach knapp 2 Jahren im Ausland nicht mehr unbedingt präferiere)?

Und einfach generell frage ich mich, ob ich damit auf dem richtigen Weg bin wenn man in der UB noch was erreichen will, oder ob man so schon hinter vielen typischen Karrierewegen zurückfällt?

Falls der Beitrag nicht strukturiert genug ist sagt bescheid, ansonsten haut rein und seid ehrlich!

bearbeitet von RWNhg

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2000€ ist einfach nur lachhaft. Ich hatte mit 19 nach der Lehre als Mechaniker 2500€ brutto. Du bekommst 12,5€ die Stunde als Studierter, das bekommst du in nem guten Callcenter als Ungelernter (!). Berlin bietet im BWL Bereich leider nicht viel für den Master. Im MBA sieht es da wieder anders aus (esmt, escp). Die Bewerbungsfrist für die guten BWL Master deutschlandweit ist leider auch schon lange abgelaufen. HWR ist wirklich Mist, geh da bloß nicht hin. Da kannste nur noch auf nen Platz an der HU hoffen. Der Rest den du gemacht hast ist doch echt cool :-)

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40 Stunden für 2000€ brutto plus die paar Extras, sind nicht gut.

Für 28 oder 32 Stunden die Woche könnteste ja mal drüber nachdenken, bevor Du nix hast und es Berlin werden soll. Kannst dann ja noch immer mal wechseln aus der Stelle, die nun wirklich nicht gut vergütet wird.

Eine wirklich geile Beratung kann's ja irgendwie nicht sein, wenn die so die Leute auslutschen.

Im Vertrieb oder Controlling dürfte sich relativ locker was für 3000 oder mehr brutto finden lassen auf 40 Stunden.

Musste halt schauen, dass Du das was passendes findest. Beratung ist ja nicht Beratung. Möchtest Du in Richtung IT oder warum hängst Du so an der einen Beratungsfirma, bei der Du bisschen geschaut hast?

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Gast 11223344

Hast du dir mal Einstiegsgehälter von Akademikern angesehen? Würd ich mal machen. So schlecht sieht das ja auf dem Papier überhaupt nicht aus was du hast aber wenn man das nicht verkauft/verkaufen kann, dann hilft das auch nichts. Keiner wartet auf einen und ich kann mir das nur so erklären, dass du dich nicht gekümmert hast um den Einstieg... also schon längerfristig nachgedacht und die Weichen gestellt. Ich kenn Sekretärinnen bei großen Firmen die verdienen viel mehr als du.

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Bin kein Akademiker aber finds rein Lohntechnisch schon sehr lau. Das System hängt generell etwas schief finde es für die Studierten schon unfair solange zu Studieren, Versicherungszeit zu opfern, kein richtiges Einkommen zu haben usw. und im Gegenzug später keinen unmittelbaren Mehrwert zu haben.

Mir ist aber im Bekanntenkreis aufgefallen das vielen die Fähigkeit fehlt den eigenen Marktwert zu erkennen und sich auch dementsprechend zu verkaufen. Bei einigen grasiert geradezu die Angst keinen Job zu finden und Sie nehmen fast alles an ohne auch nur zu verhandeln.

Sag jetzt nicht das es bei dir auch so ist, aber vom Papier her sieht das ja sehr gut aus aber du musst die Sachen auf dem Papier und speziell dich als Person auch gut verkaufen können. Heutzutage zahlt keiner mehr als er muss und solange Leute annehmen reiben sich die Firmen die Hände. Ich hab in meiner noch jungen Laufbahn noch nie das erste Angebot angenommen wenn ich damit nicht einverstanden war und teilweiße recht dreist nachverhandelt, und wenn dich die Firma wirklich will ist es teilweiße krass wie das Finale Angebot im Vergleich zum Ersten aussieht.

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Das entspricht ja fast einem schlechten englischen Einstiegsgehalt.

Die Frage, die du dir stellen musst, ist inwieweit diese UB ein Karrieresprungbrett für dich sein kann. Wenn es eins ist, dass große Sprünge bringt, ist das in Ordnung.

Wenn du aber allgemein denkst, dass eine Unternehmensberatung dich pro Tag als Produkt für mindestens 800€ im schlechtesten Fall einsetzt, ist die Frage angemessen: WTF?

2000+ Brutto, gehen wir mal vom Tagessatz 1200€ und Auslastung 75% aus. 20 Arbeitstage im Monat, davon also 15 verkauft, Tagessatz 1200€ sind 18k€. Gehen wir von nem Scheiss Deal aus, 50% verkauft, 1000€ Tagessatz pro Berater, --> 10k€. Wenn da nur 3,5k hängen bleiben ist das ok, man kann mit allem drum und dran doppeltes Bruttogehalt an Kosten für AG rechnen, also ca. 7€ Euro, da würde deine Einstellung immer noch 3000€ im Monat bringen. Damit könnte man mit dir alleine das Büro bezahlen...

Irgendwas läuft da schief. Das sind Tiefstsätze in der UB. Ich kenne die Tagessätze eigentlich eher um die ca. 1500€ aufwärts (nicht für Premium, sondern JUNIOR Berater) und die theoretische Jahresauslastung um die 100 Tage pro Jahr beim Kunden. Das sind die 150k€, organisiert die UB die Einsätze bist du im Schnitt sogar eher 110-120 Tage beim Kunden unterwegs.

Ich kann mir nur vorstellen, dass die Vorgesetzten die Key Accounts sind und da relativ wenig abrechnen, d.h. Juniors gar nicht erst abgerechnet werden. Viele Firmen haben keine Lust, Juniors zu bezahlen, war auch immer meine Crux damals. Oder sie zocken dich gnadenlos ab.

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Danke für eure Antworten, hatte mit ähnlichen Kommentaren auch gerechnet.

Prinzipiell fand ich es besser, hier 1300/1400€ zu verdienen, als irgendwo die Hälfte bei einem Praktikum mit (mindestens) selber Stundenzahl.

Das man woanders mehr verdienen kann weiß ich, und habe deshalb auch nur angenommen weil ich sowieso weiter studieren möchte und mir das deshalb auch vertraglich habe zusichern lassen, dass ich auch auf 20h die Woche o.Ä. reduzieren kann dann.

Aber sind 2000€/40h denn im vergleich soviel schlechter als bei den UB, wo du am Anfang vllt 4000€ für 70h die Woche bekommst?

Den Job würde ich auch maximal bis zum Abschluss meines Masters weitermachen, von daher empfand ich es als eine sinnvolle Entscheidung.

Nachverhandelt habe ich gehaltstechnisch wirklich nicht besonders (eher im Bezug auf Urlaub), das war schon ein Fehler. Bekomme jedoch immerhin ab Oktober 2300€ weil es nen generellen Lohnanstieg gibt intern, der auch mir schon relativ lange bekannt war.

Zum Master: Kennt jemand das "International Business Consulting:Strategic Management"-Programm der HWR (17 Plätze)? ich weiß der Ruf ist bei weitem nicht vergleichbar mit Top-Unis, aber zumindest inhaltlich hat es mich deutlich mehr interessiert als viele generelle BWL/Management-Master.

Link:http://www.hwr-berlin.de/en/department-of-business-and-economics/study-programmes/international-strategic-management/

bearbeitet von RWNhg

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Wenn Du höher hinaus willst hättest Du Dich von Anfang an bei 10 statt nur bei 2 Unis bewerben sollen. Dazu GMAT und dann auch bei wirklich guten Unis statt HU (ist noch ok) und HWR (sagt mir für BWL gar nichts).

Bis zum Ende Deines Singapur-Praktikums hattest Du ein sehr gutes Profil, welches, 1,X-Abi vorausgesetzt, so auch schon für die Tier 2 oder vielleicht sogar MBB-Beratungen gereicht hätte. Für gute europaweite Master sowieso, ESCP (ist auch Berlin) z.B.

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Gast 11223344

Naja, Karriere und Ortsgebundenheit passen nicht gut zusammen. Du wirst wohl nie arbeitslos werden aber musst dir eben überlegen was du willst. Das Erste nehmen was da ist weil es bequem ist... ist auch ok aber nicht wenn man Ambitionen hat. Und das hast du halt gemacht mit dem Praktikum, dem Job und dem Master.

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In der Industrie bekommst du oftmals das doppelte von deinem Gehalt für eine 35h Woche zum Einstieg, nur um mal Vergleiche zu liefern. Das gilt jetzt für Ingenieure, aber ein guter BWL'er sollte da nicht viel schlechter gestellt sein. Als Facharbeiter vor dem Studium bekam ich 2,2k für eine 32,5 Studenwoche + zig kleine Bonusgeschichten.

2000€ ist jedenfalls ein Witz, da bekommt du sogar bei einer Zeitarbeitsfirma mehr.

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