Unzufrieden im 6. Semester Studium - keinen Plan für die Zukunft

17 Beiträge in diesem Thema

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Hallo Leute,

sorry für den etwas längeren Text, ich hoffe durch detailierte Ausführungen ein möglichst genaues Bild meiner Situation zu geben, so dass ihr mir hoffentlich ein paar Ratschläge geben könnt.



Ich bin 22 Jahre alt, studiere im 6. Semesterder Bioanalytik an einer FH in einer Kleinstadt mit 30k Einwohnern. Voraussichtlich habe ich in einem Jahr den Abschluss B.Sc.

Warum Bioanalytik? Bio-Leistungskurs war recht cool, ich war des Weiteren sehr an Philosophie und Psychologie interessiert. Psychologie war wegen dem NC und meinem Abischnitt von 3,3 schon mal raus. Philosophie und eigentlich alle anderen geisteswissenschaftlichen Fächer welche mich noch interessierten wurden mir von meiner Familie ausgeredet, mit der Begründung dass ich damit später keinen Job finden würde. [Dass man aber in den Naturwissenschaften promovieren muss, um in eine leitende Position zu kommen habe ich leider erst im Laufe des Studiums erfahren].
Ganz wichtig war mir selbst auch, dass ich keinen Beruf habe, an dem ich die ganze Zeit vor dem Computer/im Büro verbringen werde. Sobald ich mehrere Tage regelmäßig mehr als 8 Stunden vor dem PC verbringe, bekomm ich höllische Augen- und Kopfschmerzen.
Nun, also war Biologie die erste Wahl. Auch das war wegen bestehendem NC unmöglich, und somit entschied ich mich für Bioanalytik, einen neuen Studiengang, welcher grob gesagt das ganze Spektrum Biologie, Chemie, und Analytik abdeckt.

Nun denn: super Studentenleben, oléolé, durch etwas Glück habe ich schnell Anschluss und gute Freunde gefunden (zum ersten Mal im Leben richtiger, erfüllender Freundeskreis). Da ich (auch) naturwissenschaftlich interessiert bin, fand ich die Vorlesungen relativ interessant. Die Praktika und die Laborarbeit schienen mir allerdings nicht so interessant wie die Vorlesungen, um nicht zu sagen meistens relativ öde. Was mich vor allem stört, ist die Tatsache dass man die Aufgabe jeder Putzfrau erklären könnte, und diese dann ohne jegliche Kentnisse der Materie die entsprechenden Handgriffe vornehmen könnte, ohne eigentlich einen Plan zu haben, was da überhaupt gerade passiert.

Alles in allem war ganz nett soweit. Wenn da nicht diese Stimme in meinem Kopf wäre, welche mir seit dem 3. Semester dauernd sagt, dass ich doch schon vor längerem diesen offensichtlich falschen Weg hätte verlassen sollte, mich auf dem Weg in eine Sackgasse befinde und endlich meinen Talenten und Neigungen folgen solle.

Eine andere Stimme sagt mir darauf, dass ich das bloß nicht tun solle und dankbar für meinen Studiums-Freundeskreis sein und diesen bloß nicht aufs Spiel setzen solle. Außerdem könnte es ja sein, dass ich Bioanalytik abbreche, nur um dann zu merken dass mir das Philo- oder Psychostudium viel weniger taugt als erwartet, das wäre wohl der worst case.

Die Kleinstadt in der ich Studiere bietet mir persönlich viel zu wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Es gibt hier einfach so gut wie keine alternative Szene (Poetry Slams, alternative Clubs, etc...).Außerdem gehen mir die engstirnigen, kleingeistigen Leute, die es hier zuhauf gibt, auf die Nerven. Ich muss hier schon extrem lange Suchen, um mit Glück mal jemanden zu finden, mit dem ich ein Gespräch auf Augenhöhe führen bzw. mich tiefsinnig unterhalten kann.

Ich bin ein recht vielseitig talentierter und Interessierter Mensch, mit wenigen Ausnahmen wie Mathematik oder Wirtschaftlichen Themen interessiere ich mich für fast alles. Auch handwerklich bin ich durchaus geschickt.

Mittlerweile bin ich sicher dass Bioanalytik nicht das richtige ist und dieser Fachbereich nicht (allzu lange) auf meinem weiteren Lebensweg vorkommen soll. Allerdings fehlen mir Alternativen. Aber welches andere Studienfach ich mir auch ansehe, so richtig passend erscheint mir keines, ausser vielleicht Philosophie oder Psychologie, wobei Psychologie schon allein wegen dem NC nichts wird und ich da wohl auch an einem Schreibtischjob landen würde.

Im Studium habe ich mir ein schönes Leben aufgebaut. Habe durch meine Freunde, die ich hier fand, einen guten Ersatz für fehlende Freunde im Heimatort die unerfüllende Familie. Entwickelte mich weiter, wurde selbstständiger.

Wenn ich von hier weggehe, muss ich wieder bei 0 Anfangen. Und davor hab ich große Angst, was wohl der Hauptgrund ist warum ich nicht abgebrochen habe. Obwohl ich mir meine Fähigkeit Leute kennenzulernen und Sozialkompetenz sehr oft selbst bewiesen habe, so erfüllt es mich doch trotzdem mit Angst, wenn ich nicht minder sozialkompetente ehemalige Freunde von mir ansehe, und feststelle dass diese es nicht geschafft haben, im Studium erfüllende Freunschaften zu finden. Ich finde das ist doch mit das wichtigste überhaupt im Leben.

Ich weiß einfach nicht was ich mit meinem Leben anfangen soll bzw. wohin ich gehen will. Zur Zeit plane ich ein Jahr lang Work&Travel in Neuseeland oder Australien nach dem Studium, und hoffe da etwas Inspiration zu finden und Erfahrungen zu sammeln. Weiterhin denke ich darüber nach, nochmal etwas anderes zu studieren, aber ich weiß einfach nicht was. Philosophie, Journalismus oder Psychologie, das wären Fachbereiche die mich interessieren. Studienplatzklage wäre vielleicht eine Option um bei Psycho reinzukommen.

Es sein noch gesagt, dass viel Geld und „Karriere machen“ mir (noch) nicht wichtig sind. Ich will mich im Augenblick und den nächsten paar Jahren einfach nur selbst finden und entfalten, sei das nun durch Studium oder durch irgendetwas anderes.

bearbeitet von Kreator
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ok. ich geb dir jetzt einen völlig ernst gemeinten Ratschlag.

Geh zur Fremdenlegion.

Du kannst nach 4 Monten von deinem Kontrakt zurücktreten.

Dort wirst du mal normale Leute und das normale Leben kennenlernen.

Es wird dich von deiner westlichen Infektion kurieren.

edit:

Alles (!) ist besser als Work and Travel in Oz/NZ! Glaub mir das bitte einfach, in deinem eingenen Interesse.

bearbeitet von garkeinplan

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Mach deinen Abschluss. Quäl dich dazu noch - am besten mit bestmöglichem Ausgang.

Reis 2 Jahre herum, aber nicht den offensichtlichen "Mainstream" sondern was anderes , " gefährlicheres" und versuch eventuell nach Möglichkeit nen kleinen Job zu bekommen, für die etwas schreiben darfst

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Gast Psycho Dad

Mach deinen Abschluss. Quäl dich dazu noch - am besten mit bestmöglichem Ausgang.

Dann kannst du unter Umständen einen für dich interessanten Master in einem anderen Land anhängen. Jedenfalls musst du nicht bei Null anfangen.

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ok. ich geb dir jetzt einen völlig ernst gemeinten Ratschlag.

Geh zur Fremdenlegion.

Du kannst nach 4 Monten von deinem Kontrakt zurücktreten.

Dort wirst du mal normale Leute und das normale Leben kennenlernen.

Es wird dich von deiner westlichen Infektion kurieren.

edit:

Alles (!) ist besser als Work and Travel in Oz/NZ! Glaub mir das bitte einfach, in deinem eingenen Interesse.

Mit der Armee will ich nichts zu tun haben. Abgesehen davon bin ich als T5 ausgemustert, ich glaube nicht dass Femdenlegion da was werden würde selbst wenn ich wollte.

Ich bin mir außerdem nicht ganz sicher, was du mit "normalen Leuten" meinst und ob sich unsere Ansprüche da wirklich decken.

Was soll an Work&Travel so schlecht sein? Hab bis jetzt überwiegend gutes gehört...

bearbeitet von Kreator

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Du könntest:

1) dich zusammenreißen und den Abschluß so gut wie möglich über die Bühne ziehen

2) dich danach irgendwo einschreiben (NC-frei) an deiner FH/Uni um den Studentenstatus zu behalten

3) danach enstpannt eine Werksstudententätigkeit annehmen wo du nur 15-20h machst und so mehr Zeit hast dich zu finden

Ich weiß nicht wie das so gehaltstechnisch aussieht in deiner Branche aber vllt. kommst du ja auf 1000€/netto bei 20h/woche und kommst damit erst einmal über die Runden. Sieh es so, auch wenn dir die Arbeit dann nicht wirklich Spass macht, 15-20h sind überschaubar!!!

Ich finds echt deprimierend wie viele Leute hier im Forum wöchentlich antanzen mit solchen "Problemen".. dann noch die Leute die ich so durch die Uni kenne etc. die teils auch so ticken. Unheimlich :/

bearbeitet von Richard Miles

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Mach deinen Abschluss. Quäl dich dazu noch - am besten mit bestmöglichem Ausgang.

Reis 2 Jahre herum, aber nicht den offensichtlichen "Mainstream" sondern was anderes , " gefährlicheres" und versuch eventuell nach Möglichkeit nen kleinen Job zu bekommen, für die etwas schreiben darfst

Hab mein Studium nicht leiden können und hatte da ähnliche Überlegungen wie du.

Geh mal in einem Job arbeiten, der zu deinem Studium gehört.

Bei mir ist es so: Den damit korrespondierenden Job im Anschluß finde ich prima. Studium war blöd, aber was solls, sind doch nur wenige Jahre des Lebens.

Meine Freundin, die ihrer Neigung gefolgt ist und jahrelang hochentzückt ihr Lieblingsstudium, Bachelor, Master etc., durchgezogen hat, sitzte heute da und kriegt keinen Job.

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Gast Shredder

Mach deinen Abschluss. Quäl dich dazu noch - am besten mit bestmöglichem Ausgang.

Reis 2 Jahre herum, aber nicht den offensichtlichen "Mainstream" sondern was anderes , " gefährlicheres" und versuch eventuell nach Möglichkeit nen kleinen Job zu bekommen, für die etwas schreiben darfst

Hab mein Studium nicht leiden können und hatte da ähnliche Überlegungen wie du.

Geh mal in einem Job arbeiten, der zu deinem Studium gehört.

Bei mir ist es so: Den damit korrespondierenden Job im Anschluß finde ich prima. Studium war blöd, aber was solls, sind doch nur wenige Jahre des Lebens.

Meine Freundin, die ihrer Neigung gefolgt ist und jahrelang hochentzückt ihr Lieblingsstudium, Bachelor, Master etc., durchgezogen hat, sitzte heute da und kriegt keinen Job.

Äpfel mit Auto Vergleich?

Vielleicht bist du ja Maschinenbauerin und ihr Lieblingsstudium war französische Geschichte und sie sitzt halt jetzt in Deutschland fest?!

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Mach deinen Abschluss. Quäl dich dazu noch - am besten mit bestmöglichem Ausgang.

Reis 2 Jahre herum, aber nicht den offensichtlichen "Mainstream" sondern was anderes , " gefährlicheres" und versuch eventuell nach Möglichkeit nen kleinen Job zu bekommen, für die etwas schreiben darfst

Hab mein Studium nicht leiden können und hatte da ähnliche Überlegungen wie du.

Geh mal in einem Job arbeiten, der zu deinem Studium gehört.

Bei mir ist es so: Den damit korrespondierenden Job im Anschluß finde ich prima. Studium war blöd, aber was solls, sind doch nur wenige Jahre des Lebens.

Meine Freundin, die ihrer Neigung gefolgt ist und jahrelang hochentzückt ihr Lieblingsstudium, Bachelor, Master etc., durchgezogen hat, sitzte heute da und kriegt keinen Job.

Äpfel mit Auto Vergleich?

Vielleicht bist du ja Maschinenbauerin und ihr Lieblingsstudium war französische Geschichte und sie sitzt halt jetzt in Deutschland fest?!

Das ist kein Apfel mit Auto, ich vergleiche hier gar nichts. Entweder habe ich mich zu undeutlich ausgedrückt oder du hast nicht begriffen, worauf ich hinauswollte.

Die Qunitessenz meiner Aussage war: hätte ich studiert, was ich geil gefunden hätte/ hätte ich abgebrochen, um zu studieren, was ich geil gefunden hätte (z.B. Pferdewissenschaft), dann hätte ich jetzt vllt. nen Job, aber einen schlecht bezahlten.

Und das ohne zu wissen, ob der Job, der nach dem blöden Studium gefolgt ist, nicht vielleicht doch geil ist und Bock macht.

Und genau vor der Frage steht der TE auch.

"Philosophie, Journalismus oder Psychologie" - sind sicher Fächer die super spannend sind, aber halt auch brotlos. Journalismus sowieso, wenn er nicht schon seit dem Abi beim örtlichen Tagesblatt/ Tageszeitung nebenjobbt.

Sind wir doch mal ehrlich, wie viel Ahnung hat man denn schon im Studium, wie sich das Berufsleben so gestaltet? Keine. Man kriegt vllt. paar Einblicke über Praktika, das war es aber auch schon.

Heißt, nur weil sich der TE nicht in dem Fachgebiet sieht, dass er gerade studiert, bedeutet das nicht, dass er das dazugehörige Berufsleben (weil oftmals viel komplexer und inhaltsübergreifend) ebenso doof finden wird.

Oder dass er da immer bleiben muss. Heutzutage gehört es doch schon zum guten Ton, alle 3-4 Jahre mal den Arbeitsgeber zu wechseln, und bei bodenständigen Studiengängen kann man ganz locker in Fachgebiete wechseln, bei denen man das Erlernte als wichtiges Hintergrundwissen mitnimmt, dann aber andere Dinge tut.

Da heißt es halt Augen aufhalten, Neuem aufgeschlossen sein und vernetzt denken. Alle Dinge hängen irgendwie miteinander zusammen, je besser man die Zusammenhänge versteht, desto leichter hat man es.

Real life Beispiel:

Hab als klassischer Controllingstudent angefangen, fand Rechnungswesen, Bilanzierung und Buchhaltung blöde, habe mich in den Schwerpunktfächern daher breit, aber unüblich aufgestellt. Dann bei einer ebenso ungewöhnlichen, sehr IT nahen, Controllingfunktion gelandet, von da gings ab in den IT Audit, da fokusiert auf SAP, und nun sitze ich als Spezialist auf einem Beratungsprojekt für Governanceprozesse und SAP-spezifische Compliancethemen.

Und geschworen, alles hat mir was gebracht, alles was ich gelernt habe bringt mir einen Benefit, macht mir die Arbeit leichter UND hat mordsmäßig Spaß gemacht... trotzdem habe ich an manchen Stellen Wissenslücken, weil ich bspw. kein WiInf / Inf. Hintergrund habe. Die Leute sind mir aber dafür bei den businessnahen Themen unterlegen.. so ist das eben.

Und wie es die nächsten 5 Jahre weitergeht, habe ich auch direkt im Kopf. In 10 Jahren bin ich dann vielleicht sogar irgendwo, wo ich nur noch peripher mit SAP zu tun habe.

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Ich habe bereits ein Praxissemester (FH) hinter mir, welches 20 Wochen gedauert hat und welches ich an der Uni in der Mikrobiologischen Forschung abgeleistet habe. Klar ist das nicht mit einem Job in der Industrie vergleichbar, aber ich denke es ist ausreichend um sich einen gewissen Einblick zu verschaffen. An sich war die Stelle wegen Gleitzeit und lockerer Arbeitsatmosphäre ganz nett, aber eben da hab ich gemerkt dass ich halt mit den Arbeitskollegen nicht wirklich auf einer Wellenlänge bin, bzw. nicht so wie die mich für die Arbeit und die Materie begeistern kann. (Generell war das Praxissemester für fast alle im Studiengang wirklich sehr ernüchternd). Und ich behaupte mal dass das prizipiell ein schlechtes Zeichen ist. Klar gibts schlimmeres, beim Ferienjob am Fließband schau ich alle halbe Stunde auf die Uhr wann ich endlich nach Hause kann. Aber wenn ich am Ende vom Tag dort einen haufen Zeug auf Paletten gestapelt hatte, wusste ich wenigstens was ich getan habe und habe und erfahre dadurch eine gewisse Erfüllung.

Bei meinem Studium ist das nicht der Fall, bzw. vor allem im Praxissemester war das schlimm: Auf die Frage, was denn mit den Forschugnsergebnissen nun geschieht und ob diese irgendwie für die Medizinische Forschung weiterverwendet werden, bekam ich als Antwort dass die Ergebnisse eigentlich nur für den bloßen Wissenserwerb als Selbstzweck dienen und vielleicht in 20 Jahren mal für einen Impfstoff verwendet werden.

Das jetzt nur mal als Beispiel, generell hab ich keinen Bock auf die ganze Labor-Atmosphäre. Mir scheint dass das ein Ablageplatz für sozial und emotional Inkompetente Nerds ist, und da gehöre ich definitiv nicht dazu. Ich wil etwas tun was einen Sinn hat, z.B. Menschen helfen, kreativ sein, eine Botschaft vermitteln, und das zwar ganz direkt und nicht dass ich als Laborwichtel in irgend einer Weise mal an der Erforschung eines Bakteriums beteiligt bin.


Ich denke mir eben zur Zeit, dass es sinnvoller wäre das zu machen wofür man sich begeistert und was einem Spaß macht. Was hab ich davon wenn ich einen Job hab der so halbwegs ok ist und ich mir aber jeden Tag die Frage stelle warum ich den Scheiß eigentlich mache?

Leider wird man hier im Forum immer nur auf BWL, Naturwissenschaften und Ingenieurswesen verwiesen, für anderes scheinen hier leider nur die wenigsten einen Sinn bzw. Ambitionen zu haben, das auch Beruflich auszuleben. Ich bin (bis jetzt) noch Freigeist und möchte mir diese Einstellung auch ungern nehmen lassen, konservativ werde ich hoffentlich nie aber wahrscheinlich leider noch schnell genug.
Besonders wenn ich mir Künstler wie z.B. Robert Gwisdek, K.I.Z. oder Blogger wie Mark Manson ansehe denk ich mir dass es bei mir doch auch irgendwie möglich sein muss das zu tun was mich besser erfüllt und mir mehr Freude bereitet als der Scheiß den ich zur Zeit mache.

bearbeitet von Kreator

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Besonders wenn ich mir Künstler wie z.B. Robert Gwisdek, K.I.Z. oder Blogger wie Mark Manson ansehe denk ich mir dass es bei mir doch auch irgendwie möglich sein muss das zu tun was mich besser erfüllt und mir mehr Freude bereitet als der Scheiß den ich zur Zeit mache.

Klar ist es möglich.

Mach dir halt einfach nur bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit, dass du bis zum Ende deines Lebens jeden Cent zweimal umdrehen musst - sprich, du wenig Sicherheiten haben wirst - sehr hoch sein wird.

Es kann natürlich auch alles prima laufen, ist aber einfach sehr unwahrscheinlich.

Wenn du mit dem Gedanken klar kommst, weil es dir das wert ist, go for it.

Vielen Abiturienten oder Studenten ist das aber leider nicht bewusst und nach dem interessanten Studium kommt dann das böse erwachen.

Geld ist sicher nicht alles, aber es nimmt dir Existenzsorgen und gibt dir Sicherheit. Und glaub mir, Existenzsorgen sind so ziemlich die ekelhaftesten Sorgen, die man haben kann.

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Leider wird man hier im Forum immer nur auf BWL, Naturwissenschaften und Ingenieurswesen verwiesen, für anderes scheinen hier leider nur die wenigsten einen Sinn bzw. Ambitionen zu haben, das auch Beruflich auszuleben. Ich bin (bis jetzt) noch Freigeist und möchte mir diese Einstellung auch ungern nehmen lassen, konservativ werde ich hoffentlich nie aber wahrscheinlich leider noch schnell genug.

Wenn man "Freigeist" als Antithese zu bestimmten Inhalten definiert, gibt man damit zu erkennen, dass man keiner ist. Ein nicht ganz seltenes Problem von Personen, die etwas - in ihren Augen - Wertvolleres treiben als andere, auf welche diese Personen dann so arrogant herabsehen, dass sie es selbst nicht einmal bemerken. Was Du studierst, bestimmt nicht über Deine Offenheit.

Ich kann mir natürlich kein Urteil über Dich im Speziellen erlauben. Im Allgemeinen fällt mir auf, dass nach einigen Semestern immer wieder einmal Zweifel an der Studienfachwahl geäußert werden. Das kann mit der unbewussten Erkenntnis zu tun haben, dass man mit zunehmendem Lebensalter und mit einer zunehmenden Zahl getroffener Entscheidungen weniger Raum für grundlegend neue Entscheidungen zu haben scheint. Es kann auch mit einer unbewussten Angst vor sich nähernden Examina zu tun haben. Nur, um mal zwei Beispiele zu nennen.

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Erstmal grundsätzlich gilt: Im sechsten Semester abbrechen ist das Dümmste, was du machen kannst. Bevor du irgendetwas anderes machst, solltest du ersmtal dein Studium abschliessen, denn wenn du schonmal einen Abschluss in der Tasche hast, kannst du deine Zukunftsplanung enspannter angehen.

Und jetzt noch zu deinem "Studiengang":

Was mich vor allem stört, ist die Tatsache dass man die Aufgabe jeder Putzfrau erklären könnte, und diese dann ohne jegliche Kentnisse der Materie die entsprechenden Handgriffe vornehmen könnte, ohne eigentlich einen Plan zu haben, was da überhaupt gerade passiert.

Was dich stört, ist genauso geplant. Der neue "Studiengang" (wenn es denn so nennen will) wurde eingeführt, um den zunehmenden Facharbeitermangel zu beheben. Mit einer steigenden Studentenzahl fehlen vorallem in den anspruchsvolleren Ausbildungsberufen zunehmend Azubis.

Konkret in deinem Fall ist der Ausbildungsberuf des Biologielaboraten betroffen. Wie bei allen Laborberufen ist mindestens Fachabitur als Einstiegsqualifikation für die Ausbildung praktisch Vorraussetzung- inzwischen ist es aber so, dass jeder "irgendwas studieren" will, und eine Ausbildung für viele Abiturienten grundsätzlich nichtmehr in Frage kommt. Dadurch fehlen jetzt Auszubildende gerade in den Berufen, die früher von Abiturienten gelernt wurden. Als Reaktion darauf hat man neue "Studiengänge" eingeführt, die langfrsitig diese Ausbildungsberufe ersetzen werden.

Das Studium bereitet dich darauf vor später als Laborant zu arbeiten,weshalb auch der Anspruch deiner Praktika auf dieser Tätigkeit basiert. Denn eines darfst du nicht vergessen: Auch wenn jeder Seppel irgendwas studiert, braucht man in einem Labor nur einen Leiter. Dazu kommen dann, abhängig von der Größe, ein oder zwei Stellvertreter des Leiters... aber das wars dann auch mit Führungspositionen. Der Rest der Belegschaft besteht aus Laboranten, unabhängig davon wo diese ihren Beruf erlernt haben.

Wenn du im Anschluss noch etwas anderes studieren möchtest, solltest du soetwas berücksichtigen. Nicht jedes Studium ist ein Studium- viele neue Studiengänge sind "nur" Berufsausbildungen, die an die Uni verlegt wurden, weil den Abiturienten heute die normale Berufsschule nichtmehr gut genug ist. Sowohl an der Tätigkeit, als auch an der Bezahlung ändert sich dadurch aber nichts.

bearbeitet von grandmasterkermit
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Ganz ehrlich? Reiß dich zusammen und mach deinen Abschluss. Danach kannst du immer noch etwas anderes machen oder zusätzlich etwas studieren. Setze dich aber intensiv mit dir selbst auseinander und höre in dich hinein was dich interessiert. Wenn du Philo studieren willst, warum nicht? Lass dich von den Berufsaussichten nicht aufhalten! Natürlich ist es so, dass geisteswissenschaftliche Berufe rar gesät sind, allerdings stehen dir auch andere Berufe offen. Zu oft wird nicht über den Tellerrand hinaus geblickt. Mach was DIR Spaß macht! Weißt du was lustig ist? Egal was du studierst, es wird immer Menschen geben die dir sagen du studierst das Falsche. Ein Beispiel von mir:

Habe Lehramt studiert (Deutsch/Geschichte) - "Du findest keinen Job, in den nächsten Jahren gibt es einen Lehrerüberschuss, außerdem ist deine Fächerwahl nicht richtig."

Habe zu Geschichte gewechselt (Ohne Lehramt) - "Du findest keinen Job, wer braucht Historiker?"

Habe Rechtswissenschaften nebenbei begonnen - "Du findest keinen Job, es gibt zu viele Juristen, kannst Taxifahrer werden"

Erst kürzlich habe ich mit Mathematiker und BWLern gesprochen die dasselbe Problem hatten. Es ist einfach die Meinung vorherrschend, dass man nichts anderes machen KANN als man studiert hat. Deshalb: Studiere fertig und überlege noch einmal ganz genau was du machen willst bzw. ob dich noch ein Studium interessiert.

"Brotloses Studium", ich kann es wirklich nicht mehr hören. Wann ist ein Studium brotlos? Nie. Brötchen kann man sich auch außerhalb des studierten Faches verdienen. Werdet endlich ein bisschen offener. Nehmt euch ein Beispiel an den Amis. Als dort ein Österreicher gefragt wurde was er studiert und später werden möchte sagte er: "Ich studiere Philosophie (Zufall, war wirklich so) und möchte Außenminister werden". Statt Häme gab es Applaus und Glückwünsche. Und wenn das Ziel nicht erreicht? EGAL, er hat jedoch genau das studiert was ER für richtig hielt.

Einen gesellschaftlichen Nutzen muss am Ende des Tages jeder erbringen, egal ob er BWL, Physik, Journalismus oder sonst etwas studiert hat.

Eine Bewertung einer Person gewählten Studienganges steht meiner Meinung nach keinem zu.

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Was sagst du zu meiner Idee Threadstarter?

klingt gut, und genauso ähnlich werd ichs wohl auch machen. Oder eben Work&Travel.

besonderen Dank auch an grandmasterkermit für den leider sehr ernüchternden aber treffenden Beitrag, an funkyshit für den Inspirierenden und natürlich auch allen anderen.

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