Was ist so ein Leben wert?

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Gast BöseBananenSchwengel

Was ist ein Leben eigentlich noch wert, wenn man merkt, dass man in dieser Gesellschaft immer wieder auf Granit beißt. Wenn man merkt, dass man in diese Gesellschaft scheinbar einfach nicht reinpasst. Dass man in gefühlt 90% aller Themen eine komplett konträre Meinung zur klaren Mehrheit der Menschen hat?

Wenn man mit der Gesellschaft nicht zufrieden ist, weil man eben die meisten Dinge ganz anders sieht. Und wenn man noch dazu keine wirklichen Freunde hat und wegen dieser beiden Punkte niemals eine Freundin finden wird?

Was ist so ein Leben überhaupt wert? Vor allem mit Bezug auf den ersten Absatz. Das zieht sich schon durch mein ganzes Leben, in nahezu jeder Diskussion, die ich mit anderen Menschen führe, vertrete ich die Minderheiten-Meinung. Oft genug gibt es sogar gar keine Menschen, die mir beipflichten. Was hat so ein Leben für einen Sinn, wenn man dadurch komplett isoliert wird?

So ein Leben macht mir einfach keinen Spaß und keine Hoffnung, wenn ich weiß, dass ich ganz anders ticke als die meisten Leute. Was bringt mir das?

Zumal ich wirklich die allermeisten Mehrheitsmeinungen überhaupt nicht nachvollziehen kann und in aller Regel vollends von meiner Meinung überzeugt bin. Ich bin davon überzeugt, dass meine Meinungen in der Regel sehr differenziert und gut durchdacht sind, während die große Masse eben nicht gerne differenziert und nachdenkt, sondern sich einfach der Masse anschließt, um beliebt zu sein und/oder um selbst nicht so viel denken zu müssen.

Natürlich klingt das jetzt vielleicht auch ein bisschen arrogant von mir und so und deshalb muss ich mich wohl auch nicht wundern, dass ich keine Freundin und keine Freunde habe. Aber ich habe eben meinen eigenen Kopf, im Gegensatz zu den meisten oder zumindest sehr vielen anderen Menschen. Ich bilde mir über alles mein eigenes Urteil und stelle das dann auch dar. Aber damit beiße ich, wie gesagt, immer wieder auf Granit. Und auf Dauer macht es mich nicht glücklich, ich bin nach Diskussionen immer wieder bedrückt und unzufrieden, weil ich das Gefühl habe, dass ich mit meinen Ansichten ganz allein da bin. Natürlich denke ich dann auch darüber nach, ob die anderen nicht vielleicht Recht haben könnten, aber in aller Regel halte ich meiner Meinung fest, weil sie eben gut durchdacht und differenziert ist. Gerade Differenzieren ist für mich so ein Zauberwort. Das können viele Leute eben nicht, die meisten Leute sehen einfach nur Schwarz und Weiß.

Es gibt da ja auch immer dieses Gerede von "Schwarmintelligenz". Ich bin eher der Meinung, dass es eine ganz ausgeprägte "Schwarmdummheit" gibt. Eben diese Mitläufer-Mentalität, Leute, die selbst nicht viel nachdenken wollen oder können und einfach das sagen, was halt alle sagen.

Das merkt man vor allem in der Politik ganz stark, wenn man sich die Wähler anguckt. Mir kann kein Mensch erzählen, dass alle oder auch nur die Mehrheit der SPD- oder CDU-Wähler diese Parteien wirklich wählt, weil sie Ahnung davon haben, was se da wählen. Sondern eben reine Prinzip-Wähler. Vermutlich wählt nur ein ganz geringer Teil diese beiden Parteien wirklich aus Überzeugung.

Das Gleiche lässt sich auch auf Fußball und den FC Bayern ausweiten. Ich will nicht sagen, dass die Bayern keine "richtigen" Fans haben, aber man kann schon nicht leugnen, dass es da einen ganz ganz großen Teil von Fans gibt, die einfach nur dazugehören wollen und dieses Gemeinschafts- und Erfolgsgefühl brauchen.

Das sind zwei repräsentative Beispiele für mein Anliegen, will ich meinen.

Nur, selbst wenn ich damit Recht habe, dass ich nur deshalb so oft auf Granit beiße, weil unsere Welt von einer ausgeprägten Schwarmdummheit regiert wird, was bringt es mir? Ich habe ja letztendlich nichts davon. Eben weil die Welt von der Mehrheit regiert wird und nicht von kleinen Querulanten. Selbst wenn sie noch so sehr Recht haben und die Mehrheit falsch liegt.

Tatsache ist aber, dass es komischerweise immer einzelne Ausnahmekönner, Genies, Querdenker, Leute, die unkonventionell gedacht haben und sich nicht den Mehrheitsmeinungen angeschlossen haben, waren, die die Welt entscheidend vorangebracht und verändert hat. Wir haben die Wissenschaft nicht, weil die Mehrheit die Wissenschaft vorangebracht hat, sondern weil es einzelne Personen gab, die ihr Hirn benutzt haben.

Ich will mich jetzt selbst gar nicht als außerordentlich intelligent oder sowas darstellen. Vielleicht hat das auch generell nichts mit Intelligenz zu tun. Aber ich bin nun mal immer ein nachdenklicher Mensch gewesen und habe in meiner Erziehung durch meine Mutter gelernt, dass ich mich nicht von anderen beeinflussen lassen sollte, sondern mir immer selbst ein Urteil bilden sollte. Das tue ich, aber, wie gesagt, damit beiße ich auf Granit. Also, was bringts???

Richtig, es bringt mir eigentlich nur Nachteile. Ich würde auch jede Wette eingehen, dass ich auch hier wieder verbal zerstört werde, so wie in allen anderen Diskussionen, die ich speziell im Internet führe.

Aber was hat so ein Leben dann noch für einen Wert? Ich bin kein Einstein. Solche Leute haben was davon, dass sie Querdenker sind. Aber als "einfacher Bürger" hat es doch nur Nachteile, andere Ansichten zu haben. Tatsache.

Das Problem ist, dass ich das natürlich nicht einfach mal abschalten kann. Mein Hirn rattert ja trotzdem weiter und ich kann mich doch nicht selbst belügen und mir irgendwelche Meinungen einreden, die ich in Wirklichkeit total falsch finde.

Bleibt ja fast nur noch eine Option...

Glücklicherweise habe ich ein bisschen Geld geerbt, sodass ich wenigstens mein Leben vorher noch ein bisschen genießen kann. Wahrscheinlich werde ich mein ganzes Geld verficken, hab letzte Woche ne super Prostutierte kennengelernt. Bald ist sie ausm Urlaub zurück, da freu ich mich schon diebisch drauf :)

Hab hier eigentlich Klausurvorbereitung für die Uni zu tun, aber wenn ich dann wieder frustrierende Diskussionen führe, frage ich mich, was hat das für einen Sinn, warum mache ich das überhaupt noch? Bringt mir ja eh nix. Selbst wenn ich ein gutes Studium abschließe, solange ich immer gegen den Strom schwimme und keine Vorteile davon hab, ist so ein Leben doch sinnlos.

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vielleicht findest du es auch einfach nur "geil" anders zu denken als die meisten Leute, weil du dir selbst dann als "sehr intelligent" vorkommst.

Kenne genügend solcher Leute, und empfinde Sie als Strohdumm und anstrengend.

No offense..

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Lieber TE,

ich kann ein paar der Dinge, die du ansprichst, durchaus nachvollziehen und deswegen denke ich, dass es durchaus einen oder sogar mehrere Auswege für dich gibt.

Schau, ich war als Kind / Jugendlicher auch sehr verkopft und meinen Mitschülern in der Entwicklung immer schon voraus. Das war mir bewusst, dennoch habe ich mich immer als mangelhaft empfunden, weil ich anders war. Ob ich überdurschnittlich intelligent bin... ich weiß es nicht. Damals hätte ich das gesagt, heute sehe ich das anders. Ich war vielleicht schlau und ein guter, strukturierter Denker, aber ich hatte kaum soziale oder emotionale Intelligenz entwickelt. Im Endeffekt ist mir heute egal, ob ich intelligenter oder dümmer als irgendein Durchschnitt bin. Das zählt nicht.

Mit 19 Jahren war ich ein kleiner Spinner, der von falschen Freunden und einer narzistisch geprägten Familie umgeben war. Ich hatte beinahe Angst vor Menschen. Möglicherweise sogar wirklich am Rande einer sozialen Phobie. Ich hatte nie gelernt, dass ich auch sowas wie das Recht auf eigene Bedürfnisse habe. Dass ich einen gewissen Anspruch geltend machen kann, gut behandelt zu werden.

Ich habe nur gewusst - ich war irgendwie anders. Falsch. Fehl am Platz.

Warum erzähle ich das, wenn es doch hier um dich geht, lieber TE?

Du sollst sehen, dass ich dich in einigen Teilen durchaus verstehen kann.
Ich denke, du fühlst dich vor allem eines: isoliert. Und du machst das an deiner Intelligenz fest.

Aber ich denke, dass es daran nicht liegt. Du bist auf einer jener Arten anders, die du selbst nicht in Worte fassen kannst. Deswegen sind so etwas banales wie Wahlen oder Fußball die Bilder, in denen Verstand deine Isolation ausdrückt. Die ganze Intelligenz-Tour ist meiner Ansich nach nur eine Fassade. Du musst dir erklären, dass du nicht schlecht bist, sondern die anderen. Du musst deine Andersartigkeit, deine Nicht-Zugehörigkeit irgendwie für dich selbst erklären.

Weißt du, es geht, meiner bescheidenen Meinung nach, im Leben darum, mit sich selbst zufrieden zu sein. Du wirst aber nie zufrieden sein, solange du dich hinter diesen Fassaden versteckst.

Der erste Schritt, dass zu ändern und zufriedener mit dir zu werden, ist es, deine eigentlichen Probleme und ihre Ursachen aufzudecken.

Deine ganz eigenen Baustellen.

Du musst ehrlich zu dir selbst sein. Und das kann verdammt hart sein.

Aber wenn du schaffst, wirst du dich selbst akzeptieren lernen und dich dann auch Leuten widmen können, unter denen du dich nicht fremd fühlst. Nicht isoliert. Die mit dir einer auf einer Wellenlänge sind.

Der erste Schritt ist der brutalste.

Und deinen Worten nach, die Suizid zumindest andeuten, ist der erste und sehr mutige Schritt, sich professionelle Hilfe zu holen.

Du hast auch das Bedürfnis, darüber zu reden und du glaubst, du hoffst (!) dass es sich ändert, denn du teilst dich hier mit.

Also, wenn Rat brauchst, wend dich hier im Forum oder per PN gern an mich. Aber ich das kann nur der Anfang sein. Und es ist wirklich keine Schande, sich für den ersten Schritt einem Hausarzt, Psychologen oder Seelsorger anzuvertrauen.

Alles Gute!

Maxim

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Sagen wir mal so Jung. Unabhängig davon ob du jetzt intelligent oder nicht intelligent bist, du bist einfach ein fauler Arsch. Es ist okey, jeder ist faul, ich auch.

Aber da du denkst, dass du anders bist, hast du eben zwei Möglichkeiten: So zu werden, wie alle anderen auch, oder dein eigenes Dring drehen und schauen was daraus ergibt.

Deine Mutter hat alles richtig gemacht. Sie wollte aus dir einen besonderen Mann machen.

Ganz nebenbei, wenn wir Geschichte nehmen, hat man in der Antike immer Epose geschrieben, über Helden, die stark waren und G-tter besiegen konnten. Menschen verehrten diese Heldengeschichten über diese starken Männer. Aber die größte Sorte, die man damals verehrte, waren nicht die muskulösen, sondern die intilligenten und schlauen und flincken. Das waren die Trickster! Die konnten mit Ihrem Einfallsreichtum Ihre Gegner besiegen.

Auch heute sehen wir diese Heldengeschichten - Batman, Superman, Spiderman. Amerika muss doch auch ihre "nationalen Mythose" kreiren, da sie relativ Neuland sind.

Nichts desto trotz, die Menschheit verehrte immer die Helden, die, die etwas anderes und etwas mehr, als gewöhnlich waren. Sei dieser Mensch.

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Wenn du so gern differenzierst, dann differenziere doch auch bei dir selbst. Was hat die Akzeptanz deiner Meinung in der Allgemeinheit mit der Sinnhaftigkeit deiner Existenz zu tun? Lebst du für dich oder für die anderen?

Ich denke, dass es völlig normal ist in "90% aller Themen" konträr zu gehen. Das ist vermutlich sogar noch absolutes Mittelmaß, weil es entsprechend viele Optionen gibt. Wenn deine Meinung in 90% der Fälle kontradiktorisch ist, solltest du dir vielleicht Gedanken machen, ob du nicht den Elitarismus und die Abgrenzung auch irgendwo genießt und dich bewusst allem verweigerst, dem der Hauch des Mainstream anhaftet - was ich in vielen Fällen durchaus verstehen kann.

Du solltest einfach nur schauen, dass du das "anders sein" nicht zum Selbstzweck machst, sondern es wirklich rational ergründen kannst. Dann sei anders, steh dazu und vertrete deinen Standpunkt. Dass das mehr Energie kostet als ein Opportunist zu sein, steht doch völlig außer Frage. Hat aber auch niemand behauptet, deshalb haben wir doch auch Idiome wie "gegen den Strom schwimmen" anstatt "sich treiben zu lassen". Dass das anstrengend wird, liegt auf der Hand. Charakter und Rückgrat gibt es nicht umsonst.

Fazit: Ich halte deinen Zustand für überhaupt nichts Außergewöhnliches, du gefällst dir nur sehr gut in deiner Opferrolle. Also hör auf dich selbst zu bemitleiden und definiere erst einmal deinen Sinn für dich selbst. Das muss keine große Mission sein, du kannst auch einfach deine bloße Existenz als Selbstzweck betrachten oder dich durch nichts und niemanden verbiegen zu lassen. Dann wird vielleicht auch klar, dass es keinen Kausalzusammenhang zwischen Existenzberechtigung und Massenkompatiblität gibt. Auch musst du vermutlich noch lernen, dass es nicht jeder Kampf wert ist gekämpft zu werden und man manchmal auch einfach seine Klappe halten, in sich hinein lächeln und schweigen sollte. Das kommt mit dem Alter automatisch, vor allem wenn man offen für Empathie und Diplomatie ist.

Ansonsten gibt es definitiv Menschen, denen es genauso geht wie dir. Die eigentlich spannendere Frage ist, wie man mit denen zusammen kommt - vor allem wenn man ein fauler Hund ist. ;-)

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Anders denken und dann bringst du als Beispiel Bayern Erfolgsfan sein?

Ich werde wegen meiner Verschwörungsansichten schon mein ganzes Leben gehatet, online und offline. Wobei ich es beim 2teren natürlich nicht jedem vors Gesicht halte.

Und man glaubt es nicht, man kann auch damit ein normales Leben führen und sogar Gleichgesinnte finden. Ist ziemlich cool wenn das Thema aufkommt und darüber diskutiert. Ich feier das immer total.

Was sind denn deine Ansichten mit denen du alleine bist? Abgesehen von deinen oberflächigen "Anti-Mainstream" Beispielen, was auch nicht mehr als hating in die andere Richtung ist.

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Gast BöseBananenSchwengel

Ich habe mit dem Bayern-Beispiel bewusst ein sehr einfaches, ja fast triviales Beispiel gewählt, damit ihr versteht, was ich meine. Dass ich ausgerechnet mit dieser Meinung nicht allein bin, also dass es sehr viele Erfolgsfans unter den Bayern-Fans gibt, ist mir auch bewusst. Mir ging es nur darum, das Prinzip aufzuzeigen, also dass viele Menschen oft aus bestimmten Gründen, die nichts mit eigener Überzeugung zu tun haben, mit dem Strom schwimmen.

Ansonsten, es gibt viele Ansichten, mit denen ich alleine bin. Das sind aber auch nicht immer sehr große, weltbewegende Dinge, sondern oft auch relative Kleinigkeiten, bei denen es dann die Summe macht. Zum Beispiel nervt es mich tierisch, wenn die Leute einem an der Kasse am Arsch hängen und beim PIN-Eingeben ne fremde Person direkt neben einem steht und null Abstand hält. Da denke ich mir dann immer, dass die wohl noch nie was von Diskretion und Respekt gehört haben. Zwar gibt es auch Leute, die, so wie ich, einen gewissen Diskretions-Abstand halten, aber das ist die absolute Minderheit.

Das ist jetzt so ein triviales Alltags-Beispiel, von dieser Sorte gibt es unzählige. Zum Beispiel nerven mich auch viele Fußgänger, die glauben, ihnen gehört die Straße und sie könnten machen, was sie wollen. Diese Leute, die ohne zugucken einfach mal laufen - im Schleichgang und scheiß egal, ob da gerade ein Auto kommt oder nicht. Und dann wird man noch dumm angeguckt, wenn man sich beschwert.

Wie gesagt, das sind jetzt eher triviale Alltagsbeispiele, bei denen es einfach die Summe macht. Und das sind jetzt auch Beispiele, die nicht unbedingt was mit einer Meinung oder Diskussion im klassischen Sinne zu tun haben. Andere Beispiele will ich jetzt aber auch gar nicht nennen, weil ich nicht vorhatte, das hier zu einem Diskussionsthread über konkrete Themen ausarten zu lassen.

Aber ich kann euch versichern, es ist bei mir wirklich nicht so, dass ich mich einfach nur "cool" fühle und aus Prinzip andere Meinungen und Ansichten habe. Vor allem, was sollte es mir bringen, wenn ich doch selbst erkenne, dass ich mit meinen eigenen Meinungen in aller Regel unzufrieden bin, weil ich damit eben gegen eine Wand fahre? Ich habe ja de facto keinen Mehrwert dadurch. Das Problem ist nur halt, dass ich meine Meinungen nicht einfach mal so ändern kann und auch nicht will, weil ich mich als eigenständiges Individuum sehe, das sich nicht selbst belügen will.

Im Übrigen, es ist aber auch nicht so, dass ich in absolut allem eine konträre Meinung habe. Und generell bin ich auch kein "Sonderling", was man jetzt vielleicht vermuten könnte. Beispielsweise liebe ich DEN Massensport schlechthin - Fußball. Seit frühster Kindheit im Verein gespielt und auch langjähriger Fan eines Vereins.

Es ist also bei mir wirklich keine Anti-Mainstream-Sache per se. Es ist eher eine "Anti-ich-muss-immer-dem-Mainstream-angehören-weil-ich-nur-dann-beliebt-bin"-Sache.

Und trotzdem sehe ich die meisten Sachen eben anders als die meisten Leute. Das wird mir bei öffentlichen Facebook-Diskussionen immer am deutlichsten. Da vertrete ich so gut wie immer die Minderheitenmeinung, was mir über die Kommentar-Likes dann auch recht deutlich gezeigt wird.

Ok, jetzt bringe ich aber doch mal ein Beispiel: Ich bin Deutscher, bin aber bei dieser WM gegen Deutschland. Warum? Weil ich kein Prinzip-Patriot und Event-Fan bin, so wie es die meisten dieser Tage sind. Fakt ist:

- Ich mag Löw menschlich nicht (zumindest von dem her, was ich über die Medien mitbekomme)

- Ich mag Löw taktisch und von der Personalpolitik her nicht

- Ich mag die Bayern-Spieler nicht; ich kann die Bayern-Spieler während der Bundesliga nicht verfluchen und denen dann in der Nationalmannschaft auf einmal zujubeln

- Länderspiele sind sowieso längst nicht mehr das, was sie mal waren; der Nationalstaat verliert immer mehr an Bedeutung, und das sieht man auch bei Länderspielen, da geht es doch nur noch um Geld und nicht mehr darum, das Land aus Überzeugung zu repräsentieren

- Mich nervt dieser Teilzeit-Patriotismus; außerhalb von WM und EM ist Deutschland das unpatriotischste Land der Welt, während der großen Turniere will auf einmal jeder der größte Patriot sein. Und natürlich ist auch jeder plötzlich der größte Fußball-Fan, der aber sonst nicht mal weiß, was Abseits ist

- Ich mag andere Länder mehr und sehe keine Verpflichtung dazu, für Deutschland zu sein, nur weil ich zufällig hier geboren wurde und zufällig Deutscher bin; ich fühle mich aufgrund von diversen Aufenthalten zu anderen Ländern mittlerweile mehr hingezogen

Gibt vermutlich auch noch weitere Gründe, aber das sind so die zentralsten, weshalb ich bei dieser WM nicht für Deutschland bin. Natürlich könnte ich mir auch selbst was vorlügen und mit Leuten zum Public Viewing gehen und einen auf größten Deutschland-Fan machen, obwohl ich mich für Deutschland eigentlich gar nicht mehr begeistern kann.

Aber damit stehe ich eben ziemlich alleine da. Zwar kenne ich einige, die Löw kritiseren, aber die sind deshalb trotzdem nicht wirklich gegen Deutschland, weil sie ja eben Deutsche sind und deshalb für Deutschland sein "müssen".

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Das schöne an unserer Gesellschaft ist doch gerade, dass jeder seine eigene Meinung haben darf. Wieso lässt du nicht einfach jedem seine eigene haben ? Selbst wenn sie im Wesentlichen einer Meinung angehören sollten, so wie du behauptest, wieso regt es dich genau auf ?

Was solch ein Leben Wert ist, hängt letztendlich an dir - ja da darfst du dir voll und ganz deine eigene Meinung bilden ! Nicht nur unsere Mainstream Meinung musst du da als Richtlinie nehmen.

Ich stelle mir z.B. vor, wie jemand gerne nach Rat gefragt wird, weil er eben oft eine "andere", eigene Meinung zu einem Thema hat - anderen Menschen gerne einen anderen Blickwinkel zeigt ohne dabei irgendwie missionarisch, besserwisserisch zu wirken. Weil er eben weiß: seine eigene Meinung ist letztendlich auch nur eine Meinung. Aber insbesondere seine - deswegen hat er sie und schätzt sie. Aber er schätzt auch, dass andere Menschen zu anderen Schlüssen kommen und respektiert, dass es immer Menschen geben wird, die seine Meinung nicht teilen werden.

Es kann vlt hilfreich sein, sich das klar zu machen, dass es keine richtigen Meinungen gibt. Mir scheint als würdest du dem zu viel Bedeutung schenken, andere Menschen von deiner Meinung überzeugen zu müssen. Das kann natürlich frustrierend sein. Es ist zwar gewissermaßen lobenswert, dass du dich um die Meinung anderer Menschen kümmern willst, da du denkst, dass sie diese viel zu undifferenziert und unbedenkt angenommen haben, aber es ist auch genauso voreingenommen, entsprechend deine Meinung als die richtige dargestellt haben zu wollen. Jeder Mensch hat in seiner eigenen Wahrnehmung recht - das hast du ja in den unzähligen Situationen schon bemerkt. Also lass deinem Gegenüber das gleiche Recht walten, welches auch du dir selbst zugestehst - Recht zu haben. Ich denke es ist ganz wesentlich, dass du dir das klarmachst und auch entsprechend ein Bewusstsein dafür entwickelst. Sonst wirst du ewig währende Missionar bleiben, der es in einer Gesellschaft, indem man sich seine eigene Meinung bilden darf, schwer haben wird.

Vlt wirst du dann auch merken, dass aufgrund oben genannter Tatsache es dann auch keinen allzu großen Sinn macht, andere Menschen in Diskussionen überzeugen zu müssen. Falls du fragst warum - dann dreh doch einfach mal die Situation rum (d.h. warum lässt du dich von anderen nicht überzeugen ?) ;-)

Werfe von nun an besonders ein Auge darauf und erlaube dir folgenden Prozess, wenn sich deine Gedanken wieder um Meinungen und Disskussionen drehen: "es ist vollkommen in Ordnung, dass ich meine eigene Meinung habe. Sie darf von denen anderer abweichen und es ist schön, dass ich mir meine eigenen Meinungen bilde, zu denen ich auch stehen kann !" es geht darum, dass du bewusst darauf achtest, nicht mehr frustvolle Emotionen daran zu koppeln sondern anfängst das schöne daran zu erkennen. Lasse diesen Prozess zu, implementiere dies so oft es geht, denn du bist zu sehr daran gewöhnt, dieses Thema mit schlechten Emotionen und Gedanken walten zu lassen. Erinnere dich immer wieder daran, mach es zur neuen Gewohnheit.

Denn das Problem ist nicht, dass du vermeintlich anders bist, als die Gesellschaft. Dein Problem ist, dass du daran negative Emotionen und Gedanken unbewusst koppelst. Dies bestimmt dein ganzes Wesen dementsprechend und so kommst du dann auch rüber, wenn du dich mit anderen Menschen austauschst. Und insbesondere auch mit dir selbst ! Es ist einfach ganz wichtig, dass dir klar wird, dass dein Problem nicht das ist, dass du andere Meinungen, Visionen oder was auch immer hast. Einstein selbst wäre wahrscheinlich auch nur halb so produktiv gewesen, wenn er eine Menge Frust daran gekoppelt hätte, dass "alle anderen einer Mainstream Meinung folgen".

Fange an dein Gefühlszustand unabhängig von Äußerlichkeiten sein zu lassen. In deinem Fall, das von dir angesprochene und schaffe da Bewusstheit rein, was dich aufregt, dass du dich aufregst und dass du all diese Gedanken loslassen kannst. Meditation kann da entsprechend helfen.

Edit: wegen deinem letztem Post und dem Beispiel an der Kasse: falls dich etwas stört, dann sag doch ruhig was. Mir ist da aber bei dem Beispiel auch noch ein weiterer Gedanke aufgekommen: warst du schonmal länger in einem anderen Land ? Ein längerer Auslandsaufenthalt, bei dem man so die "Eigenheiten" anderer Kulturen kennenlernt, kann sehr aufschlussreich wirken, was Meinungen und Gewohnheiten von Menschen angeht und einen viel lockereren Umgang damit bringen - wenn man offen damit umgeht.

bearbeitet von Bernstyler
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Wenn du dich schon fragst, was dein Leben wert ist und sowas, dann würde ich dir vorschlagen, such mal professionelle Hilfe auf. Gibt doch an jeder Uni kostenlos und anonym solche psychischen Beratungsstellen.

Da muss man sich nicht schämen hinzugehen, es verlangt eher Mut, Akzeptanz und Einsicht, ist also ein Schritt in die richtige Richtung.

Einfach mal mit nem Fachmann drüber reden von Angesicht zu Angesicht statt anonym in einem Forum.

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Finde ich extrem anstrengend solche Fäden hier. Euch geht es zu gut!

Irgendwo ist es schon mal gefallen. Du bist faul. Du postest hier einen elend langen text. Um WAS zu bezwecken?

Als ob diese Welt dir nicht die Möglichkeit geben würde ein geiles Leben zu führen, wenn du zu den 5% gehörst, die gegen den Strom schwimmen. Du sagst NEIN? Nochmal: du bist zu FAUL.

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Ok, jetzt bringe ich aber doch mal ein Beispiel: Ich bin Deutscher, bin aber bei dieser WM gegen Deutschland. Warum? Weil ich kein Prinzip-Patriot und Event-Fan bin, so wie es die meisten dieser Tage sind. Fakt ist:

- Ich mag Löw menschlich nicht (zumindest von dem her, was ich über die Medien mitbekomme)

- Ich mag Löw taktisch und von der Personalpolitik her nicht

- Ich mag die Bayern-Spieler nicht; ich kann die Bayern-Spieler während der Bundesliga nicht verfluchen und denen dann in der Nationalmannschaft auf einmal zujubeln

- Länderspiele sind sowieso längst nicht mehr das, was sie mal waren; der Nationalstaat verliert immer mehr an Bedeutung, und das sieht man auch bei Länderspielen, da geht es doch nur noch um Geld und nicht mehr darum, das Land aus Überzeugung zu repräsentieren

- Mich nervt dieser Teilzeit-Patriotismus; außerhalb von WM und EM ist Deutschland das unpatriotischste Land der Welt, während der großen Turniere will auf einmal jeder der größte Patriot sein. Und natürlich ist auch jeder plötzlich der größte Fußball-Fan, der aber sonst nicht mal weiß, was Abseits ist

- Ich mag andere Länder mehr und sehe keine Verpflichtung dazu, für Deutschland zu sein, nur weil ich zufällig hier geboren wurde und zufällig Deutscher bin; ich fühle mich aufgrund von diversen Aufenthalten zu anderen Ländern mittlerweile mehr hingezogen

Gibt vermutlich auch noch weitere Gründe, aber das sind so die zentralsten, weshalb ich bei dieser WM nicht für Deutschland bin. Natürlich könnte ich mir auch selbst was vorlügen und mit Leuten zum Public Viewing gehen und einen auf größten Deutschland-Fan machen, obwohl ich mich für Deutschland eigentlich gar nicht mehr begeistern kann.

Aber damit stehe ich eben ziemlich alleine da. Zwar kenne ich einige, die Löw kritiseren, aber die sind deshalb trotzdem nicht wirklich gegen Deutschland, weil sie ja eben Deutsche sind und deshalb für Deutschland sein "müssen".

Du versuchst das Thema auf eine Weise zu rationalisieren, die dich unsozial macht. Menschen sind Gemeinschaftswesen. Abgesehen von irgendeiner traumatischen Vergangenheit, streben wir immer nach Zugehörigkeit und Anerkennung. Das ist völlig normal. Lokale Sportmannschaften (und das ist deine Nationalmannschaft im internationalen Vergleich) sind das Natürlichste auf der Welt. Es geht um eine Interpretation von Patriotismus, die sich auf Zusammenhaltsgefühl stützt, nicht auf Nationalstolz. Ich finde auch, dass man nur auf das stolz sein sollte, was man selbst geschafft hat. Das heißt aber nicht, dass man nicht für sein lokales Team jubeln darf.

Die Kausalkette ist ganz einfach: Ich möchte, dass es Menschen die ich mag gut geht und dass sie glücklich sind. Wenn das Glück dieser Menschen nun vom Erfolg ihrer Lieblingsmannschaft (wieder: je näher, desto stärkere Bindung - das Ganze funktioniert rekursiv bis z.B. zur Spielerfrau) abhängt, dann bin auch ich dafür, dass diese Mannschaft gewinnt. Im großen Ganzen entwickelt sich daraus dann so etwas wie ein Nationalgefühl: eine Gruppe von Leuten, die sich durch gemeinsame ethische und kulturelle Werte, Geschichte und Geographie verbunden fühlt. Eben Menschen mit Gemeinsamkeiten, die füreinander einstehen und eine Solidargemeinschaft bilden.

Ist doch schön, wenn sich die Leute freuen und gemeinsam an einem Ereignis wie der WM Freude haben. Dagegen zu wettern und vor allem das auch noch anderen unter die Nase zu binden hat nichts mit "Gegen den Strom schwimmen" zu tun, sondern einfach nur mit blindem Oppositionismus, vielleicht sogar an der Schwelle zur Misanthropie.

bearbeitet von S. Moon
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Gast BöseBananenSchwengel

Der wahre Grund, warum ich gegen Deutschland bin, ist wohl der, dass ich keine Freunde habe und keinen Bock darauf habe, wenn alle Menschen um mich herum feiern und Spaß haben und ich der einzige bin, der allein in seinem Zimmer vergammelt. :(

Trotzdem mag ich Löw menschlich nicht.

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Wow was für ein Topic mit Beispiel-Salat von ignoranten Fussgängern bis zu Jogi Löw. Ich möchte mich gerne nur auf deine Anfangsfrage beschränken, wenn es dir recht ist.

Der Wert des Lebens, unter welchen Umständen auch immer, ist eine hoch philosophische Frage, die ich dir leider nicht beantworten kann. Aber aus der Formulierung deiner Frage schliesse ich, dass du den Wert deines Lebens sehr stark davon abhängig machst, wie gross der Unterschied zwischen der deiner und der Mehrheitsmeinung ist (falls nicht, musst du mich hier korrigieren!).

Meines Erachtens ist es diese Einstellung, die dich unglücklich macht und auch weiterhin unglücklich machen wird.

Für jedes Thema über das du mit einem Menschen uneinig bist, gibt es vielleicht zehn Themen bei denen ihr dieselbe Meinung hättet. Wäre es nicht konstruktiver sich auf diese zu konzentieren?

Zweitens, es ist ok, dass du eine Meinung hast, die sich von den anderer Unterscheidet. Du brauchst deine Meinung auch nicht zu ändern, nur um in die Gesellschaft zu passen. Aber genau so wenig musst du jeden von deiner Meinung überzeugen und diese bei jeder Gelegenheit verteidigen. Wenn du Fussball allgemein magst und alle deine Kumpels Deutschland-Fans sind, ist es völlig ok sich mit denen zusammen ein Spiel anzusehen und dabei ein Bierchen zu trinken, sogar wenn es dir egal ist, ob Dland gewinnt. Dadurch verletzt du weder deine Prinzipien, noch wirst du Patriot oder sonst was, sondern verbringst in erster Linie nur einen Abend mit deinen Freunden.

Drittens, auch die tiefste und schönste Überzeugung kann völlig alltags-irrelevant sein. Du hast gesagt, du hast gekickt. Wieso hast du Fussball gespielt? Weil alle 22 Spieler auf dem Feld dieselbe politische Meinung vertreten wie du? Nein, vermutlich, weil dir der Sport einfach Spass gemacht hat, weil du gerne dribbelst und passt und Tore schiesst oder whatever. Du kannst auch Spass haben und dein Leben mit Menschen geniessen, die zu gewissen Themen eine fundamental andere Einstellung als du haben.

Zum Schluss, ich weiss nicht was für dich "wahre Freunde" sind, daher kann ich nichts dazu sagen, wie du diese bekommen kannst aber das oben genannte, wird dir hoffentlich zu einem sozialeren Leben beitragen und das ist wohl auch der erste Schritt zu wahren Freunden. Dasselbe gilt grundsätzlich auch für die Freundin.

Grüsse

bearbeitet von janmueller

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Was ist ein Leben eigentlich noch wert, wenn man merkt, dass man in dieser Gesellschaft immer wieder auf Granit beißt. Wenn man merkt, dass man in diese Gesellschaft scheinbar einfach nicht reinpasst. Dass man in gefühlt 90% aller Themen eine komplett konträre Meinung zur klaren Mehrheit der Menschen hat?

Die Lösung ist doch eigentlich ganz einfach: 90% Ablehnung bedeutet 10% Zustimmung. Und Zuneigung entsteht durch Ähnlichkeit.

Also suche Leute, die Dir ähnlich sind. Einige von denen sind doch sicherlich in Vereinen oder sonstigen Gruppen organisiert.

Also müsstest Du doch Anlaufstellen haben, um solche Leute kennenzulernen.

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Gast Hoodseam

Oft genug gibt es sogar gar keine Menschen, die mir beipflichten. Was hat so ein Leben für einen Sinn, wenn man dadurch komplett isoliert wird?

Du bist einfach ein Vollhonk (sorry, nicht böse gemeint).

Landest in einem PU Forum in dem es darum geht, Frauen zu verführen. Und eröffnest lauter Threads über Nutten und Blödsinn. Genau das, was hier keiner will und was komplett konträr zum Forum steht.

Dann beschwerst Du Dich, dass Menschen Dir nicht beipflichten.

- Meld Dich in einem Feministenforum an und sag, dass Frauen hinter den Herd gehören

- Verbrenne mal den Koran im Iran. Als Zeichen für mehr Toleranz.

- Fang in nem PU Forum Nuttendiskussionen an

- Fang in nem Nuttenforum an Männer die Nutten vögeln als Loser zu bezeichnen.

Da kommst Du doch selbst drauf, wo Dein Problem liegt.

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Was ist ein Leben eigentlich noch wert, wenn man merkt, dass man in dieser Gesellschaft immer wieder auf Granit beißt. Wenn man merkt, dass man in diese Gesellschaft scheinbar einfach nicht reinpasst. Dass man in gefühlt 90% aller Themen eine komplett konträre Meinung zur klaren Mehrheit der Menschen hat?

Die Lösung ist doch eigentlich ganz einfach: 90% Ablehnung bedeutet 10% Zustimmung. Und Zuneigung entsteht durch Ähnlichkeit.

Also suche Leute, die Dir ähnlich sind.

Da kann er sich doch dann nicht mehr besser und klüger fühlen als die anderen.

bearbeitet von Mendoza

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würde mich ähnlich wie der TE "identifizieren"
habe zB die meinung dass vergewaltiger grundlegend unschuldig sind
eine andere sache die mich bewegt, ist zB der künstliche smalltalk mit menschen, der extrem gefaket und anstrengend ist (ja dazu gehört auch pickup) oder allgemein der druck eine maske aufzusetzen,sei es einfach nur um ein wenig zu lächeln damit niemand sagt "der is ja mies gelaunt"
das problem ist ja allerdings dass der mensch grundsätzlich ein soziales wesen ist.das heißt er fühlt sich,während er nach erfüllung sucht,zu anderen menschen hingezogen.allgemein ist es auch überlebensnotwendig,sich eine maske aufzusetzen zB bei vorstellungsgesprächen

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Gesellschaft an sich ist nun mal etwas, wo man "mitmachen" muss, was bedeutet sich immer irgendwie anzupassen - oder halt ein Leben als Autist führen muss.

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Zumal ich wirklich die allermeisten Mehrheitsmeinungen überhaupt nicht nachvollziehen kann und in aller Regel vollends von meiner Meinung überzeugt bin. Ich bin davon überzeugt, dass meine Meinungen in der Regel sehr differenziert und gut durchdacht sind, während die große Masse eben nicht gerne differenziert und nachdenkt, sondern sich einfach der Masse anschließt, um beliebt zu sein und/oder um selbst nicht so viel denken zu müssen.

Auch wenn ich deinen negativen Grundton nicht nachvollziehen kann, kann ich durchaus dieser Aussage beipflichten.

Aber was ist so schlecht daran? Jeder Mensch, der führt und vorneweg geht, hat seine eigene Meinung und im gemeinen Sprachgebrauch betrachtet man diese Leute als 'Alphas'. Auf deine Art zu denken, ist also kein Nachteil, sondern kann in konstruktiver Weise angewandt zu erhöhter Attraktivität durch polarisierendes Verhalten führen. Wer nicht auf seine Art denkt, denkt überhaupt nicht.

Als alter Senecaloge will ich dir noch ein Zitat von Lucius Annaeus an die Hand geben:

„Vor nichts muss man sich mehr hüten, als dass man wie das Herdenvieh

den Vorangehenden nachlaufe. Nichts verwickelt uns

in größere Übel, als wenn wir das für das Beste halten, was

mit großem Beifall aufgenommen wird, wovon man viele

Beispiele hat. Die Mehrheit ist kein Beweis für die Wahrheit.

Es steht mit der Menschheit nicht so gut, dass das

Bessere der Mehrzahl gefiele: die Menge ist ein Beweis des

Verkehrtesten! Wir müssen fragen, was das Beste sei, nicht

was der Masse gefalle, die in Sachen der Wahrheit ein sehr

schlechtes Urteil hat.“

bearbeitet von Alerio

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würde mich ähnlich wie der TE "identifizieren"

habe zB die meinung dass vergewaltiger grundlegend unschuldig sind

Wahnsinnig sympathisch. Ändere doch bitte deinen Nick, bevor du noch den guten Ruf der Füchse hier im Forum in den Dreck ziehst.

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Es gibt nichts "mainstreamigeres" als anders als "die Masse zu sein", sich als "Querdenker," zu sehen, der anders ist "als die Herde". Der nicht so "dumpf ist wie die GEsellscghaft". Und überhaupt irgendwie in Opposistion zur "gesellschaft" zu sein.

Nur ist diese Einstellung irgendwie anders zu sein und gegen die angebliche Mehrheitsmeinung oder die scheinbare GEsellschaft, einfach so inhaltsleer und beliebig. Letztlich wollen die Leute sich damit aufwerten, und irgendwie ihre Überlegenheit einreden.

Es geht nur ums anders sein, dagegen sein, aber niemals um eine echte Einstellung, wirkliche Überzeugungen, echte Meinungen zu den Dingen oder wirkliches Bestreben mehr als die meisten zu wissen.

Oder um beim Fußbal und der "Fc-Bayern" Meinung zu bleiben: Entweder bin ich FC Bayern-Fan oder nicht, unabhängig von der angeblichen Masse. In München ist es Mainstream Fan zu sein, im Ruhrpott gibt es nichts Mainstreamigeres als leidenschaftlicher Bayernhasser zu sein. Vor dem Wm-Titel war Mainstream gegen Löw zu sein, jetzt nach dem Gewinn sind die Gegner halt leiser geworden.

Oder anders gesagt, deine Fußballmeinungen sind so mainstreamig wie sovieles anderes auch. Also tu doch bitte nicht so, als würdest du immer gar so anders denken, als die Masse, Tust du nämlich nicht. Und irgendwie gegen "die Masse zu sein" ist wirklich sehr beliebig und hörst du an jedem Stammtisch.

Die GEsellschaft gibt es nicht, und wenn du immer meinst andere Meinungen als 90% zu vertreten, dann istr das nur Ausdruck davon, dass du unbedingt dich in Opposition sehen willst. Wärst du Dortmunder würdest du wohl dich als Bayernfan outen, nur um irgendwie anders zu sein.

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Gast BöseBananenSchwengel

würde mich ähnlich wie der TE "identifizieren"

habe zB die meinung dass vergewaltiger grundlegend unschuldig sind

Wahnsinnig sympathisch. Ändere doch bitte deinen Nick, bevor du noch den guten Ruf der Füchse hier im Forum in den Dreck ziehst.

Dass Vergewaltiger grundlegend unschuldig sind, ist natürlich eine polarisierende Meinung. Wenn man sie aber aus einer neurowissenschaftlichen Sichtweise - dem Determinismus - betrachtet, ist sie absolut richtig.

Allerdings führt das zu dem praktischen Problem, dass dann niemand mehr wirklich für etwas verantwortlich gemacht werden kann.

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Gast BöseBananenSchwengel

Es gibt nichts "mainstreamigeres" als anders als "die Masse zu sein", sich als "Querdenker," zu sehen, der anders ist "als die Herde". Der nicht so "dumpf ist wie die GEsellscghaft". Und überhaupt irgendwie in Opposistion zur "gesellschaft" zu sein.

Nur ist diese Einstellung irgendwie anders zu sein und gegen die angebliche Mehrheitsmeinung oder die scheinbare GEsellschaft, einfach so inhaltsleer und beliebig. Letztlich wollen die Leute sich damit aufwerten, und irgendwie ihre Überlegenheit einreden.

Das ist kompletter Schwachsinn.

1. Wenn das so Mainstream wäre, warum gibt es dann so extrem viele Mitläufer?

2. Ich lüge mir doch nicht selbst etwas vor. Und ich weiß nicht, ob ich das im Ausgangspost erwähnt habe, aber ich persönlich leide ja darunter, dass ich gegen den Strom schwimme. Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch fast nur Nachteile habe. Ich fühle mich manchmal gesellschaftlich isoliert. Mir macht es bestimmt keinen Spaß, so "anders" zu sein/zu denken, nur kann ich es halt nicht mit mir selbst vereinbaren, mich selbst zu belügen, nur um besser von der Gesellschaft akzeptiert zu werden.

In meinen Augen ist das nur ein billiges Totschlagargument, um die eigene Position zu verteidigen.

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