Paradox: Bin zufrieden, aber mir fehlt das Ziel - in Bezug auf PU und das Leben allgemein
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Ohje ist das schon wieder lange her. Aber zukünftig will ich regelmäßig updaten. Warum? Mir gings die letzten Wochen extrem mies, was aber zu ein paar Erleuchtungen geführt hat - und der Hoffnung dass ich gemäß Tolle endlich genug gelitten habe (sprich mir vielleicht jetzt doch mal erlaube glücklich zu sein).

Die spannendste Erkenntnis für viele Mitlesende (nicht aber für mich): Had sex - didn`t change anything!

Gesundheitlich lief es seit dem letzten Post eigentlich lange top, war wieder richtig schön am Form aufbauen, fast täglich Sport und nicht mehr krank. Aber jetzt seit vier Wochen ein Infekt den ich nicht rauskriege.

Der Knackpunkt war aber mal wieder der Beruf: Zwei Konzernprojekte bekommen, davon eines als Projektleiter, eigentlich die Chance global was neues anzustoßen... und zack ging es dahin. Es ist Hammer, wie mein Leben sich verändert, sobald ich deutlich über die 40h Grenze hinausgehe (wobei ich selten in Richtung 50 komme). Relativ zügig habe ich die Nerven verloren, trotz langen Arbeitens unproduktiv und machte mir schon wegen kleiner Dinge einen Kopf. Der Spaß ging auch flöten, insbesondere auf Dienstreisen die eher in Richtung Arbeitslager gehen. Ich bin einfach nicht der Typ, der von 8-19 Uhr arbeitet und dann ab 19:30 im Restaurant mit den selben Typen quasi wieder über die Arbeit quatschen will. Hab innerhalb weniger Monate fast 30 Überstunden-Tage aufgebaut. Wenigstens dabei den nächsten Sprung nicht einmal zu versuchen bin ich mir treu geblieben, zwei Beförderungschancen habe ich völlig ignoriert.

Und wie kam`s zum Sex? Tatsächlich über Tinder. Mir ist klar geworden, dass ich meine Ansprüche einfach viel zu hoch geschraubt hatte. Hab hier ein paar nette Artikel gelesen und mein bisheriges Sexualleben hinterfragt. Ehrlich gesagt hatte ich im Bett nie ein Problem mit bei einer leicht molligen 5,5. Und im Pay-Sex-Bereich waren wirklich auch Frauen dabei, die sicher Ü40 waren und denen man das auch ansah. Trotzdem stand der kleine Marcio stramm wie eine eins. Mein Feind: Die eigene Erwartungshaltung Also hab ich konsequent fast alles "binär" geliked. Und bin dadurch selbst in der Provinz an ein paar nette Matches gekommen. Mit einer chinesischen 5,5 habe ich mich dann auch getroffen. Der Weg bis zum Date und nachher bis zum Lay bestätigt sowohl den Einfluss der Erfahrung als auch dass Game überbewertet wird und es v.a. aufs Aussehen ankommt. Hää? Nun einerseits hätte ich mit Anfang 20 trotz besserem Aussehen diesen Lay niemals bekommen (weil ich es an ein paar Stellen verbockt habe). Aber andererseits habe ich auch kein wirkliches Game gefahren. Es war eher minimal gewürztes 0815-Geschreibsel, mit persistence. Und es hat nur geklappt, weil sie halt auf mich stand. Alter Schwede, fast vier Jahre hatte ich keine Frau mehr gevögelt ohne vorher einen Schein hinzulegen. Aber ehrlich gesagt wars jetzt auch nicht das Riesending. Vielleicht hatte ich Glück, weil ich die selben "Knöpfe" wie bei meiner Ex drücken konnte - evtl. ist halt Sex auch nichts so kompliziertes. Es war jetzt nach den zwei Nummern aber auch nicht so, dass ich durch den Raum geschwebt wäre und mein Leben sich plötzlich 180-Grad gedreht hätte. Eher "ganz nett", aber no big deal. Wieder mal wird mir klar: Sex ist für mich eher so etwas was ich zwar brauche (und mir negativ auffällt wen es fehlt), das wirkliche Suchen und Verlangen ist aber die Liebe.

Mal schauen ob sich die Dame zur FB ausbauen lässt, habe ein wenig schlechtes Gewissen, weil sie glaube ich eher die Beziehung sucht. Hätte weitere Chancen zu Dates mit anderen Matches gehabt, aber wegen der Krankheit habe ich sie nicht nutzen können.

Der Lay passierte am Wochenende nach einer ganz netten Urlaubswoche. Am Tag darauf ging es mit Halsweh los und am Montag schleppte ich mich krank zur Arbeit. Vier Tage bis 19 Uhr. Und schon Dienstag Mittag der Urlaub halb vergessen. Nach zwei Wochen Krankheit dann der Höhepunkt: Brutaler Migräneanfall, er kündigt sich am frühen Nachmittag an. Bis 17 Uhr spiele ich den Helden, danach zappenduster. Im Anzug ins Bett gefallen, zwei Stunden später heftig erbrochen, wenigstens noch umziehen können und bis nächsten Morgen im Bett. Und dann schleppte ich mich trotz Übelkeit wieder in die Arbeit...Als ich doch zum Doc gehe schreibt er mich gleich eine Woche krank. Und ich arbeite zu Hause halb weiter. Abends Telefonat mit dem Chef. Am nächsten Tag bastle ich an einer PPT und mache eine Auswertung. Ich schwitze, mein Schädel dröhnt, kann mich kaum noch konzentrieren, bin völlig überfordert und zittere - und ziehe endlich nach langem Masochismus den Stecker. Bin dann drei Tage nur im Bett. Es ist offensichtlich nicht nur eine verschleppte Grippe sondern einfach Burn-Out. Ich hab keinen Bock auf die Klinik und ich hab Angst davor in der Arbeit Konsequenzen zu ziehen. Ich verdiene anständig und eigentlich müsste es im Konzern auch die Möglichkeit geben langsamer zu machen. Objektiv ist mein Job aber auch nicht so stressig - definitiv habe ich aber dutzende Stressymptome. Mein Feind: Die eigene Erwartungshaltung

Endlich habe ich angefangen zu meditieren - Headspace abbonniert, tolle Sache, auch wenn mich Pfennigfuchser die 55 Euro gewurmt haben. Egal! Ich muss ein wenig von meinem Spartrip runter (habe es dieses Jahr geschafft mehrere Monate in Folge unter 1.000 Euro zu brauchen (bei 560 € Miete). Ein bisschen mehr investieren in mich und meine langfristige Entwicklung ist okay.

Generell habe ich angefangen, meine Freizeitbeschäftigung die letzten Wochen umzustellen. Ich habe teils richtig viel Zeit in Themen wie Aktien, ETFs und Finanzmärkte investiert. Jetzt lese ich wieder mehr und schaue im Netz andere Videos. Meine Informationsdiät hatte ich am Wochenende auch zusehends nicht mehr eingehalten. Stundenlang Blogs gewälzt über Deutschlands Entwicklung, Gender etc... Gemäß Epiktet steht jetzt wieder das im Vordergrund, was ich selbst beeinflussen kann!

 

To-Do für die nächsten Wochen:

Weg vom Grübeln, hin zum Handeln!

Endlich diese dauernde Angst anpacken die mich an allen Ecken und Enden lähmt.

Ich will wieder das verdammte Leuchten in meinen Augen haben! Brennen!

Liebende Beziehungen führen (generell gesehen, auch in Bezug auf Freunde und Familie)

Deutlich entschleunigen.

In Sachen Gesundheit wieder viel konsequenter sein (dazwischen war ich schon fast wieder bei ner Kanne Kaffee am Tag, seit zwei Wochen wieder auf Null) - aber auch neue Wege gehen. Wim Hof ist z.B. ein Weg der mir (wenn ich wieder einigermaßen fit bin) was bringen könnte: "Die Kälte umarmen"

 

Das Wichtigste: Meine Lebenszeit ist begrenzt - ich kann das Handeln nicht mehr ewig vor mir her schieben! Ich bin Mitte 30 und seit über vier Jahren Single und fahre jedes Wochenende heim zu meinen Eltern (okay, da ist auch noch jede Menge weitere Familie von mir plus Freunde).

 

Soweit von mir! Freue mich wie immer über eure Anregungen und Anmerkungen!

 

 

 

 

 

 

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Geht doch. Du erkennst das destruktive und modifizierst Gewohnheiten in Richtung konstruktiv. Obwohl nach dem Sex ging es Dir ja richtig schlecht. Wenn das mal nicht 'Asiatische Vögelgrippe' ist. Dein Leben ist noch lang, aber die die Devise es nutzen, je eher um so besser. Sei geduldig mir Dir selbst, betrachte Entwicklung auch über längere Zeiträume, um zu erkennen, dass Du auf dem Weg bist.

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