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Hi Leute,

Personal Development ist ein weites Feld. Es gibt ganz verschiedene Arten, wie man seine Persönlichkeit entwickeln kann. Da ist zum Beispiel das Feld des social life. Man kann beispielsweise daran arbeiten, mehr und/oder besseren Humor zu bekommen, besser smalltalken zu können, rhetorisch schlagfertiger zu werden usw. Oder man erweitert seine Komfortzone, indem man zum Beispiel auf ausgedehnte Reisen rund um die Welt geht, Lebenserfahrungen sammelt usw.

Dann gibt es den Bereich der ich sage mal "geistigen Weiterentwicklung". Hier im Forum gibt es einige Threads dazu, die sich mit dem Gebiet der Spiritualität, Eckhart Tolle, dem "Leben im Jetzt" usw. beschäftigen. Ich habe auf dem Gebiet der Spiritualität, der Esoterik usw. über Jahrzehnte hinweg sehr viel gelesen. Ich glaube wirklich schon mehrere zehntausend Seiten zu dem Thema gelesen zu haben. Es hat mich schon immer interessiert. Auch war ich über längere Zeit hinweg Mitglied in einer Organisation, die sich insbesondere mit parapsychologischen Themen beschäftigt, auf dem Gebiet forscht usw. Ich habe Freimaurer kennengelernt und mit dem Rosenkreuzertum kenne ich mich sehr gut aus. Ich glaube also, mich insgesamt auf dem Gebiet sehr gut auszukennen. Ich möchte daher zu dem ganzen Thema der spirituellen und esoterischen Literatur mal ein abschließendes Urteil abgeben.

Und dieses lautet: Die gesamte westliche Literatur zu dem Thema ist bis auf ganz wenige Ausnahmen einfach nur Schrott. Ich muss das mal in aller Schärfe hier sagen. Fangt gar nicht erst mit dem Scheiß an. Überhaupt irgendwas vernünftiges auf dem Gebiet zu finden ist mühseliger als eine Nadel im Heuhaufen zu finden. Es gibt ganz, ganz wenige Bücher in dem Bereich, die überhaupt nur zu einem geringen Teil brauchbar sind. Wirkliche Buchempfehlungen kann ich nicht abgeben. Es gibt schlicht keine vernünftigen Bücher in dem Bereich. Eine Ausnahme sind die Bücher von Eckhart Tolle. Die halte ich für wirklich gut, auch wenn sie eher "philosophischer Natur" sind und nicht viel konkret praktisches beinhalten. Man muss dazu allerdings auch sagen, dass die "Philosophie" von Eckhart Tolle eine Art verwestlichte Form des Buddhismus ist - abzüglich diverser Inhalte wie Reinkarnation und Karma. Im Grunde lehrt Eckhart Tolle ähnliches wie Buddha gelehrt hat.

Wenn man sich also mit dem Thema Personal Development durch "Bewusstseinserweiterung" usw. beschäftigen will, sollte man sich, und das ist meine Empfehlung, mit fernöstlichen Lehren beschäftigen. Die westliche Esoterik wird nämlich von folgenden Dingen dominiert: Scharlatanerie, Geldmacherei, wobei die Autoren eine Kompetenz vorgaukeln, die sie in Wirklichkeit nicht haben, spirituelle Kaffeekränzchen-Schwärmereien und "Engels-Fantasien" und manche Lehren sind sogar eher schädlich als nützlich. Das meiste ist schlicht falsch.

So viele Bücher, die sich explizit und in der Hauptsache mit Esoterik als eine Form von Personal Development befassen, gibt es übrigens gar nicht. Die meisten Bücher beschäftigen sich in irgendeiner Weise mit Formen des Spiritismus, Mediumismus und der Magie. Diese Dinge haben alle nichts mit persönlicher Weiterentwicklung zu tun. Es handelt sich vielmehr dabei um Spielereien, und zwar überwiegend um gefährliche und gesundheitsschädliche Spielereien. Und es handelt sich um teilweise schlicht um spinnerte Fantasien und Aberglauben.

Beispiele für Bücher, bei denen es vermeintlich um "spirituelles Personal Development" geht sind etwa:

- Peter Sanders: Das Handbuch übersinnlicher Wahrnehmung

- Karl Brandler Pracht: Lehrbuch zur Entwicklung der okkulten Kräfte

- Kurt Tepperwein: Kraftquelle Mentaltraining

- Harald Wessbecher: Das dritte Auge öffnen: Eine neue Dimension der Wahrnehmung und Entfaltung mentaler Kräfte

Diese Beispiele habe ich mehr oder weniger willkürlich herausgegriffen. Wenn ich diese Bücher in Schulnoten bewerten müsste, würde das beste davon höchstens eine 5 bekommen. Das gleiche gilt für so ziemlich alle anderen Bücher aus dem Bereich.

Auch bei den vermeintlich "seriöseren" Autoren sieht es nicht besser aus. Zum Beispiel hatte der Gründer der Walddorfschulen und der Anthroposophie Rudolf Steiner einige Bücher im Bereich Esoterik geschrieben. Ich habe eine ganze Reihe davon gelesen. Auch dort liegt der brauchbare Inhalt wohl im einstelligen Prozentbereich. Die theosophischen Bücher kann man ebenfalls ganz überwiegend vergessen. Im Bereich "Rosenkreuzer" tummeln sich auch einige "Verarscher" rum. Mal ganz davon abgesehen, dass keine der heutigen Rosenkreuzerorganisationen sich legtimerweise auf die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts berufen kann, zumal es diese gemäß dem heutigen historischen Forschungsstand sehr wahrscheinlich gar nicht gegeben hat. Bei den Freimaurern war ich wie gesagt auch schon mal kurz. Zu denen ist zu sagen, dass der Gehalt an "esoterischen Weisheiten" bei ihnen heutzutage gering ist. Im Grunde genommen wird man dort nur indoktriniert und instrumentalisiert. Ich kann niemandem empfehlen, denen beizutreten.

Wenn ich also mal eine abschließende Empfehlung abgeben müsste, dann würde ich folgendes sagen. Wenn man sich mit spirituellem Personal Development beschäftigen will, dann kommt meines Erachtens nur folgendes in Betracht:

- Lehren des japanischen Zen-Buddhismus

- Lehren des Theravada-Buddhismus (also des klassischen, "älteren" Buddhismus).

- Die "westlich angepassten Bücher" des Buddhismus, insbesondere die "MBSR"-Bücher (MBSR = Mindfullness based Stress Reduction)

Mit denen kann man recht gut meditieren lernen. Mittels den Lehren des Zen-Buddhismus kann man außerdem meines Erachtens gut seine Konzentrationsfähigkeit entwickeln. Die Bücher von Eckhart Tolle hatte ich oben schon als - bedingte, da wenig praktischen Inhalt habende - Empfehlung genannt.

Bücher des tibetischen Buddhismus kann ich hingegen nicht empfehlen, da diese Form des Buddhismus recht kompliziert bzw. schwer verständlich ist. Der tibetische Buddhismus ist im übrigen auch kein "reiner" Buddhismus, sondern eigentlich eine Mischung aus verschiedenen Lehren, nämlich dem Mahayana-Buddhismus, dem tibetischen Tantra (zu unterscheiden vom sexuelleren indischen Tantra), Einflüssen der alten Bön-Religion usw. Da durchsteigen zu wollen, lohnt meines Erachtens nicht den Aufwand.

Alles andere kann man meines Erachtens vergessen. Und ich beurteile das jetzt nach cirka zwei Jahrzehnten "Forschung". Ich konnte zwar über die vielen Jahre ein paar wenige "Juwelen" auch in anderer Literatur finden, kann aber wirklich niemandem zumuten, es mir nachzumachen.

bearbeitet von Evolutionär
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Hey Evolutionär,

vielen Dank für deinen Post, ich fand ihn interessant und ich stimme dir bei vielem zu, und manches möchte ich gerne kommentieren.

Tolle ist zugute zu heißen, dass er es geschafft hat, einem breiten Publikum grundlegende buddhistische Philosophie zu vermitteln; zuvor war ja auch die östliche Spiritualität ein Tummelplatz vieler mitunter zweifelhafter Gurus und Scharlatane, so wie es heute die westliche ist. Ich für meinen Teil denke mir, dass viele Wege nach Rom führen, der eine schneller, der andere langsamer und mancher zwingt auch mal zur Umkehr. Letztere sind oft die schwierigsten, aber auch die spannendsten und die, bei denen man am meisten über sich selbst lernen kann.

Ich bin jetzt auch nicht gerade unbeleckt auf dem Gebiet der Spiritualität, und ich stimme dir zu, dass ein Großteil dessen, was der Literaturmarkt hergibt, einfach Schund ist. Das heißt aber nicht, dass die Philosophien, auf die die Autoren sich berufen, es auch sind - Fakt ist halt, der Esoterikmarkt ist immer noch lukrativ und so gibt jeder, der sich dazu berufen fühlt, seine Meinung als letzten Schluss der Weisheit zum Besten. Heraus kommt dann bestenfalls verwässerte Tertiärliteratur oder schlicht ein ungenießbares Potpourri verquerer Weltsicht, ob dessen die alten Meister wohl im Grabe rotieren würden.

Jede Religion bzw. Tradition hatte Ihre (einstmals geheimen) Einweihungswege zur Selbst- und Welterkenntnis und Wachstum. Die Möglichkeit zum Personal Development möchte ich keinem absprechen, ich glaube sogar, dass die menschliche Vervollkommnung (wie auch immer das dann aussieht) das eigentliche gemeinsame Ziel ist. Ob Mystik, Kabbala, Tantra oder Zen, klar, Ohrensessel-Eingeweihte und -autoren gibt es überall. Aber auch viele, die ihre Praxis sehr ernst nehmen und daran wachsen. Und oft liegt der Unterschied zwischen den Wegen einfach nur in den verwendeten Symbolen; ob man beispielsweise nun über den östlichen Chakren oder der westlichen Mittleren Säule meditiert macht praktisch gesehen keinen Unterschied. Und jede Praxis birgt auch ihre Gefahren, einfach weil man mit Symbolen und Archetypen arbeitet, die in Resonanz mit Körper und Geist gehen. Mit PD ist es halt so, dass wir Marmor und Meißel zugleich sind und das birgt, jenachdem, wie groß der Hammer ist, auch durchaus entsprechende Risiken.

Ich für meinen Teil halte es ja eher mit den westlichen Wegen, aber da auch diese im Laufe der Zeit einige Federn lassen mussten und auch einiges an östlicher Praxis assimiliert haben, kann ich mich da sicher nicht auf die ganz reine Lehre berufen. Da muss man halt pragmatisch sein ;-) Aber mir tut es gut und was Wachstum und Erkenntnis betrifft, kann ich mich nicht beklagen. Ich denke sogar, dass spirituelle Praxis egal welcher Coleur, solange sie halbwegs sinnig ist und regelmäßig kritisch reflektiert wird, besser ist als keine. Und mit Zen kann man eigentlich nichts falsch und vieles richtig machen, besonders wenn man in Eigenregie lernen möchte.

Herzliche Grüße,

Tsukune

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Hi Tsukune,

stimmt, das ist auf jeden Fall Eckhart Tolles Verdienst. Ich glaube auch, dass er allgemein im Bereich der spirituellen Literatur einen gewissen neuen Standard gesetzt hat, weil seine Bücher 1. gut sind und 2. sich hervorragend verkauft haben. An dem Standard von Eckhart Tolle kommt daher mE kaum noch jemand vorbei, der zu dem Thema was schreiben will (und die meisten scheitern daran, da mitzuhalten).

Um nochmal allgemein auf das Thema zurückzukommen: also ich beschäftige mich speziell mit Spiritualität / Esoterik als eine Form von Personal Development, sodass ein großer Teil der Esoterikliteratur für mich schon mal wegfällt. Wenn ich ein Buch zu dem Thema lese, sollten zumindest folgende Kriterien erfüllt sein, damit ich es gut/brauchbar finde:

1. Zunächst sollte es sich wirklich mit dem Thema befassen. Das ist wie gesagt bei Büchern im Bereich Esoterik oft schon gar nicht der Fall. Zum Beispiel Bücher über Astrologie oder ähnliches interessieren mich nicht, da sie kaum einen praktischen Bezug für die persönliche Entwicklung haben. Andere Bücher beschäftigen sich zum Teil oder nur im Rande mit PD, haben aber dann auch andere Themeninhalte, mit denen ich nichts zu tun haben will. In der "westlichen Esoterikliteratur", und damit meine ich Bücher, deren esoterische Lehren "traditionell" westlichen Ursprungs sind, findet man zum Beispiel sehr oft den Bezug zur Magie. Damit möchte ich nichts zu tun haben, da 1. ich Magie für ein Spiel mit dem Feuer halte, das heißt man kann das nicht wirklich kontrollieren, 2. halte ich sowas für potentiell ungesund, 3. ist eine Beschäftigung damit eher creepy ist und was für Soziopathen 4. hat das sehr viel mit Aberglauben zu tun und 5. trägt das nicht wirklich was zum Personal Development bei. Also das fällt auch schon mal weg. Es bleibt damit nur noch ein Recht kleiner Teil der Literatur übrig. Die Literatur sollte sich speziell mit Bewusstseinsentwicklung und allgemein geistiger Höherentwicklung beschäftigen.

2. Sollte es praktischen Inhalt haben und bestenfalls diverse Übungen darstellen. Es bringt nicht viel, wenn man sich mit einem Thema nur theoretisch beschäftigt und auch nur theoretisches zu dem Thema lernt. Wenn ich ein Buch über Fitness/Bodybuilding lesen will, weil ich wissen will, wie man breiter wird, dann möchte ich auch nichts rein theoretisches lesen, das keinen oder kaum einen praktischen Nutzen bringt. Es sollte darin möglichst gut erklärt sein, wie man eine Übung richtig ausführt, warum man es so macht und nicht anders, welche Wirkungen es zur Folge hat und was überhaupt Sinn und Zweck der Übung ist usw.

3. Das müsste dann natürlich auch alles nachprüfbar und richtig sein. Mit anderen Worten sollte der Inhalt ein zumindest annähernd wissenschaftliches Niveau haben. Natürlich ist Spiritualität - jedenfalls bisher - keine Wissenschaftsdisziplin (vielleicht ist das in ein paar Jahrhunderten anders). Aber das Niveau sollte schon so einigermaßen gehalten werden. Es sollte zumindest absolut plausibel und nachvollziehbar sein. Auch gemessen an dem Kriterium fällt mal wieder so einiges weg. Viele Darstellungen sind bereits sachlich nicht richtig oder unzureichend bzw. nur sehr oberflächlich abgehandelt.

4. Das Buch sollte zudem einen wirklichen "Mehrwert" bieten und am besten auch leicht verständlich geschrieben sein. Irgendwelche Binsenweisheiten bringen nichts und undruchsichtiges kompliziertes Gewusel ist auch nicht hilfreich.

Letztlich übrig bleibt nach alledem fast nichts. Wie gesagt nach ziemlich langer Suche habe ich einige wertvolle Dinge gefunden. Allgemein kann ich nur das im Ausgangsbeitrag genannte Fazit abgeben.

bearbeitet von Evolutionär

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Versteh nicht ganz wieso man sich als Europäer oder amerikaner auf der Suche nach Anleitungen zum inneren frieden oder zur persönlichkeitsentwicklung ausgerechnet auf fernöstliche lehren fixiert.

Ich kann damit zb überhaupt nichts anfangen. Habs versucht, hab einige Bücher angelesen und keins zu ende gelesen. Hab auch eckhart tolle probiert, weil ihr den alle so feiert aber ich verstehe ihn nicht.

 

Was will ich mit ayurveden, mit samsara, nirvana, koans, yoga, chi, chakren und dem ganzen kram. Freilich, Chinesen, thailänder und so sind damit aufgewachsen, das ist ihre spirituelle Tradition, die sich über hunderte jahre entwickelt hat. 

Ich geh davon aus, dass wir alle im grunde nach dem gleichen suchen. Mit ein bisschen scharlatanerie muss man im esoterischen metier einfach rechnen, deshalb lass ich mich lieber von jemandem bescheissen, der den selben kulturellen Hintergrund hat wie ich 
 

bücher die mich enorm angesprochen haben, falls es jemanden interessiert (kann spüren von scharlatanerie enthalten)

- Erich fromm: die kunst des liebens

- Klaus joehle: leben mit liebe, der bote

- Neale donald walshe: Gespräche mit gott

- vadim zeland: reality transurfing

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Hey Flojo,

ich glaub das liegt mitunter daran, dass gerade im Bereich der Spiritualität das Fremde mitunter einen stärkeren Reiz ausübt als es das Bekannte tut - und auch eher gesellschaftsfähig ist. Seit der Aufklärung haftet einem praktizierten Glauben in unserem Kulturkreis immer auch etwas Irrationales an und die östlichen Wege werden im öffentlichen Verständnis noch eher im  Bereich der "Wellness" verortet (Yoga und Zen sind dafür gute Beispiele) als in jenem der Mystik und Sinnsuche. Das Problem mit unserer westlichen Spiritualität ist halt, dass sie in den Köpfen zumeist untrennbar mit ihrer Organisationsform (der Kirche) verbunden ist, deren Regeln nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit Genüge tun. Der Philosoph Ken Wilber bezeichnet das als "Ebenen-Linien-Verwechslung", d.h. die jeweilige Interpretation von Spiritualität wird mit ihr selbst identifiziert. Die Kirche hat den Sprung in die heutige moderne Welt nicht geschafft und somit wird auch der westliche, christlich-jüdisch geprägte Erkenntnisweg an sich als veraltet und muffig wahrgenommen, obwohl er es eigentlich nicht ist. Das Ergebnis ist ein Verkümmern der Spiritualität an sich. Da hat der östliche Weg derzeit einen klaren Imagevorteil. Ich bin der Ansicht, beide Wege (und noch einige mehr) führen zum Ziel, aber der Einklang mit der eigenen Herkunftskultur ist auch meiner Meinung nach ein klarer Katalysator, einfach weil entsprechende archetypische Bilder immer auch kulturell gewachsen sind und in der jeweiligen Kultur leichter ihre Kraft entfalten können. Ob ich von z.B. den Exerzitien des Ignatius von Loyola oder einem Vipassana-Retreat mehr habe, hängt immer auch davon ab, in welchem System ich mich mehr zuhause fühle.

Ich möchte deinen Buchtipps gerne noch eines hinzufügen, und zwar "Integrale Spiritualität" von bereits genanntem Ken Wilber, das sehr schön auf die Thematik eingeht und ein ziemlicher Augenöffner sein kann, wenn es um gelebte Spiritualität jenseits religiöser Konventionen geht.

Herzliche Grüße,

Tsukune

 

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Am 2.9.2015 um 01:05 schrieb Evolutionär:

Hi Leute,

Personal Development ist ein weites Feld. Es gibt ganz verschiedene Arten, wie man seine Persönlichkeit entwickeln kann. Da ist zum Beispiel das Feld des social life. Man kann beispielsweise daran arbeiten, mehr und/oder besseren Humor zu bekommen, besser smalltalken zu können, rhetorisch schlagfertiger zu werden usw. Oder man erweitert seine Komfortzone, indem man zum Beispiel auf ausgedehnte Reisen rund um die Welt geht, Lebenserfahrungen sammelt usw.

Dann gibt es den Bereich der ich sage mal "geistigen Weiterentwicklung". Hier im Forum gibt es einige Threads dazu, die sich mit dem Gebiet der Spiritualität, Eckhart Tolle, dem "Leben im Jetzt" usw. beschäftigen. Ich habe auf dem Gebiet der Spiritualität, der Esoterik usw. über Jahrzehnte hinweg sehr viel gelesen. Ich glaube wirklich schon mehrere zehntausend Seiten zu dem Thema gelesen zu haben. Es hat mich schon immer interessiert. Auch war ich über längere Zeit hinweg Mitglied in einer Organisation, die sich insbesondere mit parapsychologischen Themen beschäftigt, auf dem Gebiet forscht usw. Ich habe Freimaurer kennengelernt und mit dem Rosenkreuzertum kenne ich mich sehr gut aus. Ich glaube also, mich insgesamt auf dem Gebiet sehr gut auszukennen. Ich möchte daher zu dem ganzen Thema der spirituellen und esoterischen Literatur mal ein abschließendes Urteil abgeben.

Und dieses lautet: Die gesamte westliche Literatur zu dem Thema ist bis auf ganz wenige Ausnahmen einfach nur Schrott. Ich muss das mal in aller Schärfe hier sagen. Fangt gar nicht erst mit dem Scheiß an. Überhaupt irgendwas vernünftiges auf dem Gebiet zu finden ist mühseliger als eine Nadel im Heuhaufen zu finden. Es gibt ganz, ganz wenige Bücher in dem Bereich, die überhaupt nur zu einem geringen Teil brauchbar sind. Wirkliche Buchempfehlungen kann ich nicht abgeben. Es gibt schlicht keine vernünftigen Bücher in dem Bereich. Eine Ausnahme sind die Bücher von Eckhart Tolle. Die halte ich für wirklich gut, auch wenn sie eher "philosophischer Natur" sind und nicht viel konkret praktisches beinhalten. Man muss dazu allerdings auch sagen, dass die "Philosophie" von Eckhart Tolle eine Art verwestlichte Form des Buddhismus ist - abzüglich diverser Inhalte wie Reinkarnation und Karma. Im Grunde lehrt Eckhart Tolle ähnliches wie Buddha gelehrt hat.

Wenn man sich also mit dem Thema Personal Development durch "Bewusstseinserweiterung" usw. beschäftigen will, sollte man sich, und das ist meine Empfehlung, mit fernöstlichen Lehren beschäftigen. Die westliche Esoterik wird nämlich von folgenden Dingen dominiert: Scharlatanerie, Geldmacherei, wobei die Autoren eine Kompetenz vorgaukeln, die sie in Wirklichkeit nicht haben, spirituelle Kaffeekränzchen-Schwärmereien und "Engels-Fantasien" und manche Lehren sind sogar eher schädlich als nützlich. Das meiste ist schlicht falsch.

So viele Bücher, die sich explizit und in der Hauptsache mit Esoterik als eine Form von Personal Development befassen, gibt es übrigens gar nicht. Die meisten Bücher beschäftigen sich in irgendeiner Weise mit Formen des Spiritismus, Mediumismus und der Magie. Diese Dinge haben alle nichts mit persönlicher Weiterentwicklung zu tun. Es handelt sich vielmehr dabei um Spielereien, und zwar überwiegend um gefährliche und gesundheitsschädliche Spielereien. Und es handelt sich um teilweise schlicht um spinnerte Fantasien und Aberglauben.

Beispiele für Bücher, bei denen es vermeintlich um "spirituelles Personal Development" geht sind etwa:

- Peter Sanders: Das Handbuch übersinnlicher Wahrnehmung

- Karl Brandler Pracht: Lehrbuch zur Entwicklung der okkulten Kräfte

- Kurt Tepperwein: Kraftquelle Mentaltraining

- Harald Wessbecher: Das dritte Auge öffnen: Eine neue Dimension der Wahrnehmung und Entfaltung mentaler Kräfte

Diese Beispiele habe ich mehr oder weniger willkürlich herausgegriffen. Wenn ich diese Bücher in Schulnoten bewerten müsste, würde das beste davon höchstens eine 5 bekommen. Das gleiche gilt für so ziemlich alle anderen Bücher aus dem Bereich.

Auch bei den vermeintlich "seriöseren" Autoren sieht es nicht besser aus. Zum Beispiel hatte der Gründer der Walddorfschulen und der Anthroposophie Rudolf Steiner einige Bücher im Bereich Esoterik geschrieben. Ich habe eine ganze Reihe davon gelesen. Auch dort liegt der brauchbare Inhalt wohl im einstelligen Prozentbereich. Die theosophischen Bücher kann man ebenfalls ganz überwiegend vergessen. Im Bereich "Rosenkreuzer" tummeln sich auch einige "Verarscher" rum. Mal ganz davon abgesehen, dass keine der heutigen Rosenkreuzerorganisationen sich legtimerweise auf die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts berufen kann, zumal es diese gemäß dem heutigen historischen Forschungsstand sehr wahrscheinlich gar nicht gegeben hat. Bei den Freimaurern war ich wie gesagt auch schon mal kurz. Zu denen ist zu sagen, dass der Gehalt an "esoterischen Weisheiten" bei ihnen heutzutage gering ist. Im Grunde genommen wird man dort nur indoktriniert und instrumentalisiert. Ich kann niemandem empfehlen, denen beizutreten.

Wenn ich also mal eine abschließende Empfehlung abgeben müsste, dann würde ich folgendes sagen. Wenn man sich mit spirituellem Personal Development beschäftigen will, dann kommt meines Erachtens nur folgendes in Betracht:

- Lehren des japanischen Zen-Buddhismus

- Lehren des Theravada-Buddhismus (also des klassischen, "älteren" Buddhismus).

- Die "westlich angepassten Bücher" des Buddhismus, insbesondere die "MBSR"-Bücher (MBSR = Mindfullness based Stress Reduction)

Mit denen kann man recht gut meditieren lernen. Mittels den Lehren des Zen-Buddhismus kann man außerdem meines Erachtens gut seine Konzentrationsfähigkeit entwickeln. Die Bücher von Eckhart Tolle hatte ich oben schon als - bedingte, da wenig praktischen Inhalt habende - Empfehlung genannt.

Bücher des tibetischen Buddhismus kann ich hingegen nicht empfehlen, da diese Form des Buddhismus recht kompliziert bzw. schwer verständlich ist. Der tibetische Buddhismus ist im übrigen auch kein "reiner" Buddhismus, sondern eigentlich eine Mischung aus verschiedenen Lehren, nämlich dem Mahayana-Buddhismus, dem tibetischen Tantra (zu unterscheiden vom sexuelleren indischen Tantra), Einflüssen der alten Bön-Religion usw. Da durchsteigen zu wollen, lohnt meines Erachtens nicht den Aufwand.

Alles andere kann man meines Erachtens vergessen. Und ich beurteile das jetzt nach cirka zwei Jahrzehnten "Forschung". Ich konnte zwar über die vielen Jahre ein paar wenige "Juwelen" auch in anderer Literatur finden, kann aber wirklich niemandem zumuten, es mir nachzumachen.

Zitat

 

Dann gibt es den Bereich der ich sage mal "geistigen Weiterentwicklung". Hier im Forum gibt es einige Threads dazu, die sich mit dem Gebiet der Spiritualität, Eckhart Tolle, dem "Leben im Jetzt" usw. beschäftigen. Ich habe auf dem Gebiet der Spiritualität, der Esoterik usw. über Jahrzehnte hinweg sehr viel gelesen. Ich glaube wirklich schon mehrere zehntausend Seiten zu dem Thema gelesen zu haben. Es hat mich schon immer interessiert. Auch war ich über längere Zeit hinweg Mitglied in einer Organisation, die sich insbesondere mit parapsychologischen Themen beschäftigt, auf dem Gebiet forscht usw. Ich habe Freimaurer kennengelernt und mit dem Rosenkreuzertum kenne ich mich sehr gut aus. Ich glaube also, mich insgesamt auf dem Gebiet sehr gut auszukennen.

Du kennst dich damit aus, darüber zu reden den Mount Everest zu besteigen, bestiegen selber hast du ihn aber nie.

Zitat

 

Diese Beispiele habe ich mehr oder weniger willkürlich herausgegriffen. Wenn ich diese Bücher in Schulnoten bewerten müsste, würde das beste davon höchstens eine 5 bekommen. Das gleiche gilt für so ziemlich alle anderen Bücher aus dem Bereich.


 

Du bist weit davon entfernt  irgend etwas oder irgend Jemanden in welcher Hinsicht auch immer bewerten zu können. 

Zitat

bei den vermeintlich "seriöseren" Autoren sieht es nicht besser aus. Zum Beispiel hatte der Gründer der Walddorfschulen und der Anthroposophie Rudolf Steiner einige Bücher im Bereich Esoterik geschrieben. Ich habe eine ganze Reihe davon gelesen. Auch dort liegt der brauchbare Inhalt wohl im einstelligen Prozentbereich. Die theosophischen Bücher kann man ebenfalls ganz überwiegend vergessen. Im Bereich "Rosenkreuzer" tummeln sich auch einige "Verarscher" rum. Mal ganz davon abgesehen, dass keine der heutigen Rosenkreuzerorganisationen sich legtimerweise auf die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts berufen kann, zumal es diese gemäß dem heutigen historischen Forschungsstand sehr wahrscheinlich gar nicht gegeben hat. Bei den Freimaurern war ich wie gesagt auch schon mal kurz. Zu denen ist zu sagen, dass der Gehalt an "esoterischen Weisheiten" bei ihnen heutzutage gering ist. Im Grunde genommen wird man dort nur indoktriniert und instrumentalisiert. Ich kann niemandem empfehlen, denen beizutreten.

 

Hör auf zu lesen, du brauchst keine Bücher zu lesen. Das Gesetzt ist in dir. Geh raus und folge ihm. Wenn du das nicht kannst wird dir kein Buch der Welt weiterhelfen. 

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@Tyler: Was soll das, hier meterweise die Posts der gleichen Thread-Seite zu zitieren, um dann selbst nur 4 mickrige Kommentar-Sätze ohne Gehalt beizusteuern? Das ist imho Spam in Reinform.

@Topic: Das Buch von Wilber habe ich mir jetzt mal auf Amazon angesehen: Das Thema klingt sehr interessant, aber die Aufmachung des Buchs scheint ja krass zu sein: Nur Walls of Text, kaum Absätze. Schwere Kost also. Und das für 25 Euro (Kindle) bzw. 30 Euro. Mal sehen, vielleicht leihe ich es mir in der Stadtbibliothek mal aus.

bearbeitet von KommodoreB

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Am 3.9.2015 um 01:05 , Evolutionär schrieb:

Steiner sei unbrauchbar...

Ich finde deine Kritik gar nicht mal so falsch.  Die Gefahr ist aber, dass Du das Kinde mit dem Bade ausschüttest. Die Tatsache, dass du seit Jahrzehnten 10 000e seiten gelesen hast etc.  auch Kontakte usw.. macht dich jedoch nicht unbedingt überzeugend nun quasi fast allles "westlich geprägte" in die Tonne zu  schmeissen.

Ich habe auch vor ca. 20 Jahren mit Esoterik lesen angefangen, auch einen gewissen Weg gegangen, wie zb. Pilgerreisen,  Hindu Asramas in Indien besucht, geführt von einem charismatischen Krsna-Mönch der Brahma Sampradaya Vaisnava Linie. (Echt und original korrekt eingeweiht und autorisiert) dort habe ich dann diverse Swamis und Gurus getroffen.  seither auch mich nach links und rechts in der Eso-abteilung gewendet und alles mehr oder weniger aktiv "ausprobiert".  Ich lebte selber in christlichen Klöstern, auch mal in einem von Frauen geführtes, tausende Bücher,  viel austausch, Gruppen, Seminare, Rituale usw..

Trotzdem würd ich mich keinesfalls als Experten bezeichnen. Und ob ich jetzt da alles bewerten und ab urteilen könnte.  (hab ich by the way auch schon gemacht)

 

ich möchte aber hier kurz Steiner verteidigen.  Ich habe zwar (und das geht anderen auch so) mit seinen Original-Schriften sehr wohl meine Mühe. Es ist einfach eine unnötig komplizierte formulierte Sprache. Entweder war das seine Absicht gewesen sein können, dass man sich da tiefgründiger eben einarbeiten muss und es nicht schnell schnell konsumieren kann oder er war so drauf oder es ist einfach seiner Zeit geschuldet. (war ja vor 100 jahren)

ich habe mich aber über mehrere Jahre mit einer aktiven Antroposophin getroffen auch in mehr tägigen Retraits. Sie konnte ich vieles fragen. (über 70 jahre und über 40 jahre erfahrung damit)

Ich finde daher ganz und gar nicht, dass Steiner, wenn man den Zugang (via Aktive Anhänger) hat, gänzlich unbrauchbar sei.

Nun gibt es aber generell nur wenige aktive fortgeschrittene Antroposophen.

Von daher sind empfehlenswert  vorallem die Flensburger Hefte. In diesen Büchern wird jeweils 1 Thema von Steiner ausgehend ausführlich behandelt in Frage und Antwort (Interview) Form von aktiven und fortgeschrittenen Antrophosophen  in deutsch gut verständlicher Form.  Da hat es sehr viele gute Ansätze, und Hilfen auch konkrete übungsTipps usw.. und immer wird die Brücke zu aktuellen Zeit und Welt gebaut. Also nicht so abstrakt und abgehoben, wie Steiner selbst oft rüberkommt. Es gibt über 100 Themen-bücher.

daher kann ich dem absolut nicht beipflichten, dass Steiner bzw. seine Lehre irgendwie in die Kategorie Scharlatanischer Eso Schrott gehören soll.

 

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