Wie ich PUA war, es wurde und damit aufgehört habe - Ein Erfahrungsbericht

8 Beiträge in diesem Thema

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Pickup – die Isolation von sozialen Ängsten. Und warum es sich nicht lohnt.

Ich gebe zu, die Überschrift klingt zunächst etwas reißerisch. Einige werden sich auf den Schlips getreten fühlen und andere werden sich mit dem Inhalt meines Posts und meiner Erfahrung bestätigen. Ich möchte hier meine Erfahrung teilen, wieviel das klassische Pickup bei mir kaputt gemacht hat und alles andere als Hilfreich war.

Wie ich PUA war:

Ich habe mir in meinem Leben niemals groß Gedanken um Frauen gemacht. Geboren in einer Künstlerfamilie, wuchs ich im Rampenlicht auf und entwickelte so gut wie keine Schamgrenze. Diese fehlende Schamgrenze, gepaart mit ein wenig Selbstironie und Humor, bildete die perfekte Grundlage so ziemlich jede Frau haben zu können die ich wollte. Und dabei sah ich einfach nur durchschnittlich aus und war nicht mal besonders sportlich. Ich war ein Aufreißer ohne mir es jemals bewusst zu sein, geschweige dem, dass ich damals was von Pickup gehört hatte. Ich hatte ein paar Beziehungen, die aber nie was Besonderes waren. Trotzdem habe ich jede Frau mit Respekt behandelt und wenn es mal nicht gut lief immer um die Beziehung gekämpft und nichts sofort weggeschmissen. Es war alles perfekt bis die Eine kam…

 

Wie ich PUA wurde:

Ich lernte (für meine Definition HB10) die Überfrau kennen. Jeder verschissene Zentimeter an ihr hätte von einem Sportwagendesigner kommen können. Sie war witzig, offen und der Sex war wie im Porno, nur mit mehr Leidenschaft. Die Beziehung ging zu Grunde als ich unabsichtlich den Hund der Familie überfuhr. Alle Entschuldigungsversuche verliefen im Sand und stachen eigentlich nur noch mehr in die Wunde. Ich glaub jeder Hundebesitzer kann das nachvollziehen. Ich kämpfte eine sehr lange Zeit um diese Beziehung. Das Ganze zog sich über ein Jahr und ich ging immer mehr daran zu Grunde. Ich versuchte wirklich alles und hab mich nicht auf mein Leben konzentriert! Meine Gedanken waren nur um diesen einen Gedanken isoliert, diese Frau zurückzubekommen. Es war zu der Zeit als Dating Apps langsam an Bedeutung gewannen. Ich meldete mich an und traf sehr viele Frauen. Aber egal was ich tat, es funktionierte nichts mehr. Meine frühere Unbefangenheit war verschwunden. Ich analysierte Dinge in meinem Kopf wie ein Profiler bei der Polizei und es wurde immer schlimmer. Bis ich durch einen Zufall auf ein Buch traf, welches alles veränderte: „Der Lob des Sexismus.“

Ich fing an alles aufzusaugen, studierte es. Las mich in noch mehr Bücher ein und sah diverse Videos von großen PUAs auf YouTube. Ich betrieb es so exzessiv und die Welt stand mir offen. Ich konnte scheinbar wieder alle Frauen haben, die ich mir nur vorstellen konnte. Ich hatte jeden Tag andere Frauen bei mir. Ich hatte so viel Sex, dass ich mir manchmal Krankheiten einfing, von denen ich vorher nur in diversen Witzen gehört habe. Nur langsam wurde dies zu langweilig und am Ende war jedes Loch eben nur noch ein Loch. So langsam stellte sich immer mehr eine tiefe Leere ein… Ähnlich wie es dem PUA Mystery erging, der kurz davor war sich das Leben zu nehmen. Ich war unfähig zu lieben, unfähig Frauen etwas mitzuteilen, was so viel mehr ist als Sex. Schließlich landete ich auch hier in diesem Forum, als letzte Anlaufstelle um mich besser zu verstehen, oder Dinge die ich mit Frauen erlebt habe besser zu verstehen. Am Ende, wir schreiben das Jahr 2015, war ich nur noch eine Fassade meiner selbst. Unfähig tiefe Verbundenheit zu spüren und alles freezte was nicht bei 3 auf meine Masche ansprang.

 

Wie ich vom PUA wegkam:

Als irgendwann Familie und Freunde anfingen meine sozialen Werte dem RTL Nachmittagsprogramm gleichzustellen, wurde mir klar was aus mir geworden ist. Ich war eine makellose Maschine, die keine Fehler zu lies, Dinge verbannte die nicht in mein Leben passten. Eine Freundin sagte mal, dass ich der unnahbarste Typ bin, den sie je kennengelernt hat. Als ich schließlich auf Partys ausgeladen wurde mit der Begründung das ich wieder nur irgendeine knalle, wurde mir klar, dass ich zwar funktioniere aber eigentlich nur ein Schauspieler bin, der seine Rolle perfekt spielt. Ich freezte eine Frau nicht, weil sie mich versetzt hat, ich hatte keine Dates weil ich Frauen kennenlernen wollte und ich hatte nicht Sex weil mich eine Frau anmachte.

Ich lief vor mir davon… Vor meinen Ängsten! Angst vor Ablehnung, Angst vor fehlender Bestätigung!

 

Ist Pickup erstrebenswert?

Ich will Pickup nicht komplett verteufeln. Sicher gibt es da draußen ein paar einsame Wesen, denen es helfen kann, ihr Leben zu verbessern. Pickup kann auch helfen das Wesen der Frau besser zu verstehen, und für soziale Legastheniker als Grundeinstieg in soziale Interaktion dienen. Aber insgesamt ist es nur eine Anleitung, wie man seine Ängste versteckt, weil man denkt es wäre etwas Schlechtes. Ich denke das Pickup heute oder vor allem in Zukunft nicht mehr funktionieren wird. Jeder Mann will es tun und wird es tun und am Ende steht man in der Kategorie wie 80% der Männer:

Man steht nicht hinter seiner Menschlichkeit! Fehler, Körbe und Abweisungen gehören zum Leben und nur an diesen kann man wachsen. Wenn Frau ein Date absagt, geht man 2 Wochen später wieder hin und fragt nach einem neuen. So lang kein richtiges NEIN kommt, macht man weiter! Aber warum sollte ich einen Menschen mit Freeze out Routinen „bestrafen“?

 

 

Wo steh ich heute?

Viele PUAs würden jetzt vermutlich sagen: „Boaaa, was das für eine männliche Lusche. Wo ist sein Selbstbewusstsein?“ Ich freeze niemals eine Frau, zeige, wenn ich unsicher bin und lösch nicht ihre Nummer, weil sie mal grad eine schlechte Phase hat oder mich versetzt. Wenn ich über eine Sache nachdenke, tu ich es offensichtlich. Ich versuch nicht mehr der coole Alpha zu sein, sondern bin emotional und angreifbar.

Ich bin an einem Punkt wo ich menschlich bin, keine Routinen brauch und mehr zu mir gefunden habe als je zuvor. Frauen sagen heute, dass sie noch nie so einen Mann wie mich hatten und sind beeindruckt, dass ich sie niemals zu einer beliebigen mache, sondern immer zu Der Einen! Inzwischen bin ich mit einer wundervollen Frau zusammen, die mein Leben bereichert und vor ein paar Jahren einfach nur ein Pickup- „Opfer“ von mir war.

Ich kann einfach nur jeden raten, wieder menschlicher zu werden. Nicht zu schnell „nach links zu wischen“ und auch mal Fehler zuzugeben. Seid Schüchtern wenn ihr schüchtern seid und hört auf mit Routinen und irgendwelchen Sets. Wenn man dieser Rolle nicht gerecht wird, ist man am Ende trotzdem kein Stück weiter. Ich glaube auch das gerade Anfänger sehr empfänglich für Pickup sind und sich am Ende mehr verbauen, als es nützt.

In dem Sinne, hört auf mit Routinen und werdet wieder empfindsamer!

Freu mich auf Kommentare und Kritik zu meinem Erfahrungsbericht.

LG

bearbeitet von JackBlack2015
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Du zeigst halt schön, was passiert, wenn man sich in Outer-Game stürzt und das Inner Game vollkommen außen vor lässt.

Es ist schon gut, dass unserer Bereich der Persönlichkeitsentwicklung inzwischen sehr stark ist und viele Leute wirklich an ihren Problemen (und Ängsten) arbeiten. Ohne das gehts nicht. Das hast du gut erkannt. Und manchen von denen kann man auch hier im Forum alleine gar nicht helfen. Auch wenns viele nervt, dass wir doch regelmäßig zu Professioneller Hilfe raten - das hat schon seine Gründe.

Das was du heute machst ist genau das, was ein ausgewogenes Inner & Outer Game ausmacht.

bearbeitet von Herzdame
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Ich finde deinen Post gut!

Aber das Problem mit deiner Botschaft ist dasselbe wie bei den meisten Erfahrungsberichten:

Du hast aus deiner Vergangenheit gelernt, weil du den Weg gegangen bist, den gu gehen wolltest. Jeder aber, der zur gleichen Erkenntnis kommen soll wie du, muss auch den gleichen Weg gehen. Es nutzt keine Warnung vor PU und auch nicht, das Ende vorzuzeigen. Du beschreibst das Ende einer Reise, die du und nur du beschritten hast.

Die Frage ist doch eher: Warum hast du dich entschieden, den Weg zu gehen, den du gegangen bist? Du hast mit vielen verschiedenen Frauen geschlafen. Das ist aber nicht das Ziel von Pick Up, sondern es war deines. Pick Up ist ein Werkzeug, das Ziel gibst immer noch du selber vor. Du hast gemacht, was du zum damaligen Zeitpunkt gewollt oder sogar gebraucht hast und du hast Pick Up genutzt, um da hin zu kommen.

Du kannst recht haben, dass Pick Up auch schlechte Charaktereigenschaften hervoholen kann. Das liegt aber nicht an PU, sondern an einem selber.

PU bedeutet nicht automatisch durch mass-approaches die einzelne Frau abzuwerten. PU bedeutet nicht, jede Frau nach dem Sex aus dem Bett zu werfen, und PU bedeutet nicht, möglichst viele Frauen flachzulegen.

Pick Up ist nur ein Werkzeug und viele Newbies wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Dann passiert es, dass sich der eigene Charakter in eine neue Gestalt formt.

Sie sehen nicht, dass manche Vorteile auch mit einem Preis bezahlt werden und sie in Wirklichkeit das Recht haben, den Handel zu verweigern.

Zum Beispiel: Wer viel rumvögelt wird mitunter oberflächig. Jeder kann es sich aber zum Ziel machen, diese Oberflächigkeit abzulehnen und tiefe Bindungen einzugehen.

Ich wiederhole: Pick Up ist nur ein Werkzeug. Viel wichtiger sind die Fragen: Was will ich? Warum will ich das? Und wie komme ich da hin?

Dann muss man nur mehr konsequent seinen eigenen Weg gehen und versuchen, nicht davon abzukommen. Manche Wege sind verworrener als andere, wie in deinem Fall. Ich finde es aber schön, dass alles ein Happy End genommen hat, mit dem du glücklich bist.

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5 hours ago, JackBlack2015 said:

Als irgendwann Familie und Freunde anfingen meine sozialen Werte dem RTL Nachmittagsprogramm gleichzustellen, wurde mir klar was aus mir geworden ist. Ich war eine makellose Maschine, die keine Fehler zu lies, Dinge verbannte die nicht in mein Leben passten. Eine Freundin sagte mal, dass ich der unnahbarste Typ bin, den sie je kennengelernt hat. Als ich schließlich auf Partys ausgeladen wurde mit der Begründung das ich wieder nur irgendeine knalle, wurde mir klar, dass ich zwar funktioniere aber eigentlich nur ein Schauspieler bin, der seine Rolle perfekt spielt. Ich freezte eine Frau nicht, weil sie mich versetzt hat, ich hatte keine Dates weil ich Frauen kennenlernen wollte und ich hatte nicht Sex weil mich eine Frau anmachte.

Ich lief vor mir davon… Vor meinen Ängsten! Angst vor Ablehnung, Angst vor fehlender Bestätigung!

Wie Elliott Hulse schon sagte:

Mission is number one.

Game ist ein Tool, ein "superficial toolset" für jegliche Interaktion mit dem weiblichen Geschlecht. Bis du stirbst.

The Red Pill ist das reale gesellschaftliche Verständnis dafür.

Beides sind unerlässlich um ein echter Mann zu werden, doch das wichtigste vergessen viele vielleicht:

Du brauchst eine Mission, du musst der "Mental Point of Origin" sein, die Nr 1 auf der Prioritätenliste und du musst etwas erschaffen, das deinem Umfeld dient.

Bau etwas auf, das größer ist als du. 

Game ist nur Toolset, Pickup ist nur Toolset.

Du bist das Projekt und nicht PU. Machst du Sluts ballern zum "Mental Point of Origin", zum Fundament deiner Person baust du auf Sand.

Grüße,

-IJ

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Dass du gerade nicht mehr Alpha sein willst und zu deinen Fehlern und Schwächen stehst, macht dich in meinen Augen zu einem. Ich habe das immer so gehalten. Ich finde Pickup mit Routinen und dem ganzen Kram auch nicht mehr zeitgemäß. Für mich war es immer dazu da, um die Menschen - also sich selbst und die Frauen - besser zu verstehen, nachzuvollziehen. Aktion - Reaktion. Du hast halt was verfolgt, was dich nicht erfüllt hat. Dafür kann Pickup nichts, wie schon erwähnt wurde. Ich war immer auf der Suche nach etwas Längerfristigem mit starker emotionaler Bindung. Das kann natürlich gar nicht mit einem Schema F zu finden sein und Authentizität ist da unabdingbar. Ich habe aber dank Pickup vor allem die Souveränität erlangt, diese Authentizität zu leben und genau dadurch eine ganz wunderbare Partnerin gefunden.

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Gast El Rapero

Vor 17 Jahren hättest du vielleicht noch das Kernproblem der PU Community getroffen.

Aber heute? Heute liegt der Fokus sehr stark auf dem Innergame und Lifestylebereich, also praktisch auf all dem, was du vorher vernachlässigt hast ( und was dich in diese Gefühlskälte geworfen hat ). Nicht Pu ist Schuld, dass du eine Maschine wurdest, sondern Du selbst. Du hättest ja auch viel früher mal den Kopf einschalten und nachdenken können um dann die richtigen Schlüße zu ziehen.

Ich gebe dir Recht: Wenn man PU nur als Routinen, Möchtegern Alphagehabe und Anleitung zum Frauen feucht machen wahrnimmt, dann kann es einen in die absolute gefühlskalte Roboterwelt schleudern.

Aber Jedem, der heute anfängt oder dabei ist, wird empfohlen, an seinem Innergame zu arbeiten und entsprechende Literatur zu lesen oder Therapien wahrzunehmen.


Du alleine bist Schuld. Pu kann da nix für

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Vielleicht hat Dich auch die "Reise in die PU Welt" zu dem gemacht, was Du heute bist? Und scheinbar bist Du ja nun sehr ausgeglichen und zufrieden.

PU ist wie viele Sachen im Leben: Es kann einem helfen und wachsen lassen. Aber Extrema sind nie gut. Ich für meinen Teil, verstehe was Du meinst: Ich denke viele sind an den Punkt gekommen, wo Sie sagten oder dachten: Ich liebe dieses Spiel aber gleichzeitig hasse ich es auch. Lustigerweise dachte ich unabhängig von Deinem Post daran, wie ich früher war: Ich hätte für eine hübsche Frau alles getan. Ohne wenn und aber. Und am Ende fragte ich mich, warum es Ihr nicht reicht. PU hat mich dazu gebracht, Rückschläge zu verkraften aber noch viel besser: das bestmögliche aus mir herauszuholen. Und dennoch: Wenn ich ein Mädchen wirklich gut finde, bin ich in der Lage auch Gefühle zu entwickeln. Also danke für den interessanten Erfahrungsbericht, aber auf mich trifft er gar nicht zu. Ich sehe in PU mehr als nur Frauen ins Bett zu bekommen.

Ich war selbst zudem auch an einigen Stellen, wo ich mir situationsbedingt in der Kommunikation mit einer Frau dachte: "Scheiß jetzt auf den PU Mist, und sag einfach ehrlich was du denkst". In vielen Dingen in Leben lernt man erst einmal die Grundlagen und bricht irgendwann bewusst(!) die Regeln. Wer aufmerksam beispielsweise Lob des Sexismus gelesen hat und alles auch selbst reflektiert, der sollte erkennen, dass das Buch auch am Ende aussagt: "Sei verdammt noch mal Du selbst und sei dein bestes Ich." und nicht: "Befolge jeden Schritt exakt und höre auf ehrlich zu sein und nicht Du zu sein".

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