Selbstwertgefühl , Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit ... was genau bedeutet das eigentlich?

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Ich versuche schon seit längerem irgendwie mal  richtig zu verstehen was Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit eigentlich sind. 

Ich finde es einfach total verwirrend, dass einige dieser Begriffe so oft synonym verwendet werden. Und wenn ich dann mal von jemandem eine richtige Definition höre, leuchtet es mir trotzdem nicht so richtig ein. Das ist mir einfach zu abstrakt. Ich fänd es sehr hilfreich einfach mal die zusammenhängenden Eigenschaften und ein paar Beispiele haben. Ich frage mal so:

  • Was bedeuten die Wörter?
  • Woran erkennt man Leute die mehr oder weniger von einem dieser Begriffe haben?
  • Was sind typische Eigenschaften/Folgen die mit den Begriffen einhergehen?

 

Ich kann ja einfach mal anfangen und ihr könnt mich dann korrigieren oder ergänzen:

Selbstwertgefühl

Bedeutung: Der Wert den man sich unterbewusst zuschreibt.

Typische Eigenschaften bei niedrigem Selbstwertgefühl:

  • man erträgt positivität über längere Zeiträume nicht
  • man hat unterbewusst das Bedürfnis schlecht behandelt zu werden
  • man manipuliert seine Mitmenschen
  • man zickt gerne rum
  • man verhält sich respektlos gegenüber dem Partner

Beispiele:

  • ?

Typische Eigenschaften bei hohem Selbstwertgefühl:

  • man behandelt seine Mitmenschen gut
  • man möchte Harmonie

Beispiele:

  • ?

 

Selbstbewusstsein

Bedeutung: Die Wahrnehmung der eigenen Person. / Das Bild was man von sich hat.

Typische Eigenschaften bei niedrigem Selbstbewusstsein:

  • ?

Beispiele:

  • ?

Typische Eigenschaften bei hohem Selbstbewusstsein:

  • ?

Beispiele:

  • ?

 

Selbstsicherheit

Bedeutung: Die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse und und Rechte anzusprechen und zu erreichen ohne die Rechte und die Grenzen eines Anderen zu verletzen.

Typische Eigenschaften bei geringer Selbstsicherheit:

  • ?

Beispiele:

  • ?

Typische Eigenschaften bei hohem Selbstsicherheit:

  • ?

Beispiele:

  • ?

 

Selbstvertrauen

Bedeutung: Die emotionale Bewertung und den Eindruck, den man von sich selbst hat.

Typische Eigenschaften bei geringem Selbstvertrauen:

  • man traut sich schwierige Aufgaben/Probleme tendenziell nicht zu und nimmt sie nicht an

Beispiele:

  • ?

Typische Eigenschaften bei hohem Selbstvertrauen:

  • wenn eine Aufgabe oder ein Problem bevorsteht, ist man tendenziell optimistisch eingestellt und man vertraut darauf das Problem zu lösen
  • man hat eine aufrechte Haltung
  • man hat eine offene Haltung
  • man hat einen offener Blickkontakt
  • man spricht deutlich
  • man spricht verständlich

Beispiele:

  • keine scheu im eigenen Dialekt zu sprechen

 

Selbstwirksamkeit

Bedeutung: Die Überzeugung, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können.

Typische Eigenschaften bei geringer Selbstwirksamkeit:

  • ?

Beispiele:

  • ?

Typische Eigenschaften bei hohem Selbstwirksamkeit:

  • ?

Beispiele:

  • ?

 

Ich hätte da jetzt zu vielen Punken noch mehr schreiben können, aber das wäre dann wirklich alles geraten gewesen. Ich bin mir ja noch nicht einmal bei den Definitionen so ganz sicher.

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Zu jedem Begriff wird man wohl grob zwei Bücher lesen müssen, um ihn ungefähr verstehen und von den anderen trennen zu können. Weil die klingen zwar alltäglich und natürlichsprachig, sind aber  Fachbegriffe aus der Psychologie, die man ohne das dahinterstehende Konstrukt eher schlecht einordnen kann. Erschwerend auch noch unschärfer definier(t|bar) als in Natur- oder Ingenieurswissenschaften. Aber auch z.B. den "Unterschied zwischen Kohäsion und Kohärenz" kann man nicht verstehen, wenn man die physikalischen Begriffe dahinter nicht kennt und versteht.

Dein Wunsch nach reverse engineering, also aus einem Verhalten die dahinterstehende Motivation abzulesen, ist noch eine Stufe komplexer und praktisch unerfüllbar.

Ich hab mir das für mich auch immer gewünscht, daß man quasi seine Seele durch einen Gaschromatographen jagt und dann für jeden Bestandteil einen Ausschlag auf die Nachkommastelle genau bekommt. Und am besten noch die jeweilige Dosierung für ein Gegenmittel. Gibts aber nicht. Schon gar nicht für andere.

Für mein Verständnis von mir selber habe ich mir küchenpsychologisch damit beholfen, von diversen psychologischen Phänomenen (wie z.B. Autismus, Messietum) den groben Wirkmechanismus  zu verstehen und als Stichwortgeber zu untersuchen, inwieweit der auf mich zutrifft. Wenn einem dabei z.B. auffällt, daß man anderen beim Gespräch nicht in die Augen schaut, und man dann noch merkt, daß das keine bewußte Entscheidung ist, sondern "halt so" abläuft, und sich womöglich noch blöd anfühlt, wenn man doch mal schauen will, dann hat man schon einen unterbewußten Mechanismus bei sich entdeckt. Heißt überhaupt nicht, daß man Autist ist, muß noch nichtmal autistische Züge bedeuten (sondern kann z.B. einfach eine blöde Angewohnheit sein.) Aber man hat damit mehr über sich herausgefunden, als mit einer Riesentabelle präzise Einordnungen machen zu wollen.

Speziell beim Selbstwertgefühl ist mir im Rückblick aufgefallen: solange ich keins hatte, habe ich sein Fehlen nicht bemerkt. Das kam erst, als sich im Laufe der Entwicklung bei meinem Mobbingchef das *Gefühl* bei mir entwickelte, "das muß ich mir nicht bieten lassen". Mußte ich äußerlich natürlich trotzdem, weil Chef. Aber innerlich hat es sich ab dem Zeitpunkt anders angefühlt, weil seine Äußerungen nicht mehr an meinen Kern, an meinen Selbstwert herankamen. Hätte ich in Tausend Büchern nicht lernen können. Vermutlich ähnlich wie wenn Du 10 Bücher von berühmten Geigespielern liest: Danach hast Du immer noch keine Ahnung, wie sich so ein Ding anhört, wenn Du noch nie eine Geige gehört hast.

 

 

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Is eine gute Frage.

Was mir dabei auffällt: je mehr ich beratend arbeite, umso weniger fallen diese Begriffe. Weil's in aller Regel sowieso nix allgemeines is. Wird auch in den Ausbildungen bzw. Büchern kaum begrifflich erwähnt.

Zb. Selbstwert. Gibt kaum Leute (gottseidank) die in allen Lebensrollen sich nix wert finden. Die Kerle die hier aufschlagen sind oft beruflich zb. sehr erfolgreich. Damit wird aber dann aus "geringem Selbstwertgefühl" eigentlich ein konkretes "Geringes Selbstwertgefühl in Bezug auf Frauen". Und das kannst dann reduzieren auf "geringes Wertgefühl in der Interaktion mit Frauen." Und da sind wir dann bei "Ein Gefühl, einer Frau nix bieten zu können". Und damit sind wir bei der Frage von Wahrnehmung und Bild der Realität in Bezug auf eine ganz konkrete Situation, nämlich die Frage was erwartet denn eine Frau, und was bringe ich denn mit wenn ich mit ihr date.

Weil der gleiche Typ der selbst durchschnittliche Mädels auf ein extremes Podest stellt, der kann zb. in der Firma beim Meeting sogar dem eigenen Chef ausbessern (oder den Prof an der Uni) und scheisst sich dabei gar nix. Weil er durchaus das Gefühl hat in der beruflichen Umgebung etwas anzubieten das wichtig ist. Verhalten also immer auch situationsbezogen, deswegen funktioniert dein Kriterienkatalog nicht allgemein.

Die Wörter sind in einem Forum wie diesem hier wohl unvermeidbar und in der schnellen Beantwortung einfacher Themen auch sinnvoll. Letztlich, wenn jemand dauerhaft an mangelndem "Selbst-Irgendwas" leidet findest du aber unten drunter wahrscheinlich fast immer eine Abweichung von Wahrnehmung bzw. Gedankenmodell und Realität. Bezogen auf ganz konkrete Erlebnisse bzw. deren Interpretation. Drum bringt es meiner Meinung nach jetzt nicht wahnsinnig was zu versuchen hier einzelne "Selbst-Irgendwas" Definition in Stein zu meiseln.

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Meine Vorschreiber haben schon ganz viel wichtiges gesagt.

Ein Zusatz noch:

Ja, es gibt wissenschaftliche Definitionen dieser Begriffe. Die aber durchaus je nach Forscher abweichen können. Wir sind halt nicht in der Mathematik o.ä.

Und selbst wenn du die Definitionen sauber hinbekommst, nutzen doch 98% aller Menschen die meisten dieser Begriffe falsch bzw grenzen sie nicht sauber ab.
Alleine Selbstwertgefühl , Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen werden oft völlig synonym gebraucht. Es hilft dir also echt wenig, darauf viel Zeit zu verwenden.

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Wird in diesem Buch super erklärt. Viel wichtiger aber noch: es wird auch erklärt wie das alles funktioniert, zusammenhängt und wie man es steigern kann. Ich kanns nur empfehlen.

Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls von Nathaniel Branden:

https://www.amazon.de/Die-Säulen-Selbstwertgefühls-Erfolgreich-zufrieden/dp/349224386X

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