Jeder sechste Student ist psychisch krank

85 Beiträge in diesem Thema

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vor 20 Stunden, J.Peterson schrieb:

Ich will damit sagen das sich die Menschen durch diese ''anderen Leuten geht es viel schlechter'' Argumentation nicht besser fühlen in ihrer Situation.

Liegt daran, dass Fühlen und Argumentieren wenig miteinander zu tun haben. Ähnlich wenig, wie Fühlen und äußere Umstände.

Sich über ungünstige äußere Umstände beschweren, ist unterm Strich genauso Quatsch, wie jemandem zu sagen, er solle sich wegen den günstigen Umständen gut fühlen.

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vor 3 Stunden, Geschmunzelt schrieb:

Ja, das habe ich auch mal gehört. Das heißt ja aber nicht, dass man sich während des Studiums und des Referendariats nicht darum kümmern könnte, wie das im Beruf so laufen wird

Naja was erwartest du denn? Dass ein Jurastudent sich in die Bib hinsetzt und ein Fachanwaltslehrbuch in die Hand nimmt und das durchgeht? Bis zum ersten StEx dreht sich alles darum das materielle Recht zu meistern, und nebenbei vielleicht noch den einen oder anderen Mootcourt zu machen. Klingt bei dir nach dem typischen Arbeitgeber, der fertige Absolventen erwartet und sich gleichzeitig noch über die eigenwillige Generation Y aufregt. 

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vor 6 Stunden, RyanStecken schrieb:

Dass ein Jurastudent sich in die Bib hinsetzt und ein Fachanwaltslehrbuch in die Hand nimmt und das durchgeht? Bis zum ersten StEx dreht sich alles darum das materielle Recht zu meistern, und nebenbei vielleicht noch den einen oder anderen Mootcourt zu machen.

Nein, habe ich auch nicht gesagt. Ich wünsche mir einen jungen Menschen, der neben seinem Studium gelegentlich mal in die echte Welt geht und am Ende nicht fachnerdig verbildet in die Welt hinaustritt. Und was das Fachliche angeht, in der Tat einen jungen Menschen, der mit Ende 20 in der Lage ist, selbständig und mit gesundem Selbstbewusstsein ein Problem anzugehen. Kurz zusammengefasst und mit wertvollen Tipps versehen zum Beispiel in diesem kleinen Klassiker: https://www.amazon.de/Curmudgeons-Guide-Practicing-Law/dp/1590316762 .

vor 6 Stunden, RyanStecken schrieb:

Klingt bei dir nach dem typischen Arbeitgeber, der fertige Absolventen erwartet und sich gleichzeitig noch über die eigenwillige Generation Y aufregt. 

Schau mal, das ist jetzt so ein Satz, der mich in der Tat aufhorchen lässt. Mein erster Chef - ein ziemlicher Sprachpurist, und das kann sehr anstrengend sein, aber auch sehr lehrreich - hätte zum Beispiel gesagt: "Ein Absolvent ist per Definition "fertig", das sagt ja das Wort. Was redet der junge Mann da für einen Unsinn?". Nur um mal anzufangen. Ich selbst frage mich immer, was denn so verkehrt an der Erwartungshaltung sein soll, für ein paar zehntausend Euro einen ausgebildeten und arbeitsreifen jungen Menschen einzustellen (der natürlich, das ist klar, in dem zukünftigen Beruf noch keine Erfahrung hat; von Erfahrung sprach ich aber auch nicht).

Über die Generation Y rege ich mich nicht auf. Das würde mir zu lange dauern, und das ist es auch nicht wert. Ich halte nur gelegentlich fest, dass der klischeehafte Vertreter dieser Altersstufe auf hohem Niveau jammert. Begründung siehe weiter oben und in den anderen Beiträgen.

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vor 3 Stunden, Geschmunzelt schrieb:

(der natürlich, das ist klar, in dem zukünftigen Beruf noch keine Erfahrung hat; von Erfahrung sprach ich aber auch nicht).

 

Abgesehen von Traineestellen, welche nur sehr bedingt zur Verfügung stehen und idR nur für Masterabsolventen wird jedoch genau das erwartet. Ich schaue derzeit nach Einstiegsstellen im Bereich Controlling und dort wird durchgehend erwartet, dass bspw. Erfahrungen im entsprechenden SAP Modul FI/CO vorhanden sind. Ich habe diese zwar durch ein duales Studium, aber ein klassischer Student kommt an diese nicht ran. Bei einem Praktikum arbeitest du nicht mit solchen Modulen. Nebenaspekt: Einem Absolventen beim Einstieg wäre das FI/CO Modul in einer Woche erklärt. Aber darauf haben die Unternehmen schon kein Bock. Auch Sachen wie Auslandserfahrung - Ich habe bei einer Bewerbung eine Absage erhalten, weil ich statt geforderten 6 Monaten Auslandserfahrung nur 4 Monate vorweisen konnte - für mich sind das keine Anforderungen mehr für einen "fertigen" Absolventen, denn die sind teilweise schlichtweg nicht zu erreichen. 

Auch noch so ein Thema: Auswahlverfahren. Ich habe über einen Headhunter eine Anfrage bekommen für eine Trainee Stelle bei einem Industriekonzern. Auf Nachfrage zum Auswahlverfahren: 1. Bewerbung auf Englisch mit Motivationsschreiben --> Kognitiver Leistungstest im Internet --> Telefoninterview mit Test --> Noch irgendein Online Test --> 2 tätiges Assessment Center mit 15 Bewerbern für eine Stelle --> Vorstellungsgespräch --> Job. Das fällt für mich auch nicht mehr unter Angemessenheit. Investition vieler Tage für eine 1/15 Chance auf einen Job, der nichts besonders außergewöhnliches war. War dies wirklich schon vor 20 Jahren so?

bearbeitet von Virez
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vor 13 Minuten, Virez schrieb:

 Auch Sachen wie Auslandserfahrung - Ich habe bei einer Bewerbung eine Absage erhalten, weil ich statt geforderten 6 Monaten Auslandserfahrung nur 4 Monate vorweisen konnte -

Wenn ein Arbeitgeber nur deswegen aussortiert ist er schlichtweg dumm.

Aber so ist das mit vom Tagesgeschäft völlig entfernten Personalabteilungen. Oft.
Ich bemerkte immer wieder, dass ich/wir komplett andere Bewerber bevorzugen als HR...

Gott sei Dank sind nicht alle so hohl. Nur bei Bewerberflut. Rosinen Picken. Und die gibts leider gerade bei Großkonzernen.

Da will einfach jeder hin.

 

PS: Virez

Die Assessments mit Leistungstests und auch kognitive... CUT-E etc.. Hast du auch intern bei Beförderungen :)

Das läuft dann ca so -> Chef nominiert dich bzw. will das du es wirst.
Und HR prüft dich erstmal noch gegen Alternativkandidaten, ob du auch wirklich neutral gesehen TOP PERFORMER bist :)
Hat zwar mit deinem zukünftigen Job zu 80% irgendwie rein gar nichts zu tun und die Leiten sich sonst was ab..... Aber mei :) hehe

Und ja natürlich hat mein Chef sowas nie machen müssen... Das müssen nur die Jüngeren jetzt :)

bearbeitet von MrJack
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vor einer Stunde, Virez schrieb:

Abgesehen von Traineestellen, welche nur sehr bedingt zur Verfügung stehen und idR nur für Masterabsolventen wird jedoch genau das erwartet. Ich schaue derzeit nach Einstiegsstellen im Bereich Controlling und dort wird durchgehend erwartet, dass bspw. Erfahrungen im entsprechenden SAP Modul FI/CO vorhanden sind. Ich habe diese zwar durch ein duales Studium, aber ein klassischer Student kommt an diese nicht ran. Bei einem Praktikum arbeitest du nicht mit solchen Modulen. Auch Sachen wie Auslandserfahrung - Ich habe bei einer Bewerbung eine Absage erhalten, weil ich statt geforderten 6 Monaten Auslandserfahrung nur 4 Monate vorweisen konnte - für mich sind das keine Anforderungen mehr für einen "fertigen" Absolventen, denn die sind teilweise schlichtweg nicht zu erreichen. 

Auch noch so ein Thema: Auswahlverfahren. Ich habe über einen Headhunter eine Anfrage bekommen für eine Trainee Stelle bei einem Industriekonzern. Auf Nachfrage zum Auswahlverfahren: 1. Bewerbung auf Englisch mit Motivationsschreiben --> Kognitiver Leistungstest im Internet --> Telefoninterview mit Test --> Noch irgendein Online Test --> 2 tätiges Assessment Center mit 15 Bewerbern für eine Stelle --> Vorstellungsgespräch --> Job. Das fällt für mich auch nicht mehr unter Angemessenheit. Investition vieler Tage für eine 1/15 Chance auf einen Job, der nichts besonders außergewöhnliches war. War dies wirklich schon vor 20 Jahren so?

Ich weiss, das kommt jetzt eventuell komisch daher, wenn man gerade erst solche Erfahrungen gemacht hat, ABER (mit der Erfahrung als Hiring Manager): diese Erwartungskataloge in Stellenbeschreibungen sind immer relativ zu sehen. Irgendwann wird diese Stelle in der Regel mit irgend jemandem besetzt. Und zwar meist nicht dann, wenn endlich der perfekte Bewerber daher kommt, sondern wenn einer wirklich die Mindestanforderungen erfüllt (die sich nicht immer mit denen decken, die in der Ausschreibung stehen!) und gut genug ist. Klar wird gerne die eierlegende Wollmilchsau ausgeschrieben. Es setzt sich in den meisten Fällen nicht Perfektion durch, sondern der/die Beste. Und der oder die wird dann auch eingestellt.

Ist ungefähr wie bei PU - der bessere Vergleich ist dabei wahrscheinlich OG: wenn Du nicht zum Date/Vorstellungsgespräch oder zum Schuss/Vertragsangebot kommst, dann war ein anderer heisser. Und dann musst Du weiter suchen, Dein Screening/Erwartungen anpassen und ggf. Dein Package/Profil schärfen. Und warum machen das die Firmen wie in Deinem Beispiel der Industriekonzern? Weil sie es können. Wie ein verzogenes HB9, das Tinder bedient. Dennoch wollen alle Kerle auf Tinder die heisseste Frau vögeln, die auch zuverlässig jemanden findet. Und alle Absolventen immer den perfekten Job bei (von mir aus) BMW, und auch BMW findet immer geeignete Kandidaten. Beides ist ja nicht unbillig - aim high! Aber wenn sich ein Unternehmen derart ziert - es gibt auch andere potentielle Arbeitgeber.

Ich verstehe ja Deine Frustration. Ist nicht schön. Aber bei Frustration stehen zu bleiben und zu erwarten, dass irgendjemand gefälligst einen angemessenen Job vorzuhalten habe und das Bewerbungsverfahren bitte nicht zu lange zu dauern habe, wenn man fertig ist - ist kontraproduktiv. Ist Redpill im unproduktiven Sinn.

bearbeitet von botte

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vor 1 Minute, botte schrieb:

 

Ich verstehe ja Deine Frustration. Ist nicht schön. Aber bei Frustration stehen zu bleiben und zu erwarten, dass irgendjemand gefälligst einen angemessenen Job vorzuhalten habe, wenn man fertig ist - ist kontraproduktiv.

Du, ich habe einen Vertrag meines dualen Ausbildungsbetriebs des Studiums vorliegen, mit guten Konditionen. Frustration ist nicht der Fall - meine Ausführungen zeigen nur den Eindruck, den man als Student derzeit hat. Von ewigen Praktika nach dem Studium, unsinnigen Leistungstests, Auslandserfahrungen als Voraussetzung - welche nicht immer möglich sind für einen Studenten (finanziell, organisatorisch), Erfahrungen mit SAP Modulen - welche einem Absolventen in einer Woche beigebracht werden könnten, dass man eine Woche Freizeit/Urlaub benötigt, um an einem Auswahlverfahren teilzunehmen und co.

Klar kommt das durch die Masse von Studenten und ist völlig verständlich - beschweren ist völlig fehl am Platz. Ich wollte nicht die Umstände kritisieren. Nur zeigen, warum Studenten heute unter hohem Druck stehen.

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vor 10 Minuten, Virez schrieb:

Klar kommt das durch die Masse von Studenten und ist völlig verständlich - beschweren ist völlig fehl am Platz. Ich wollte nicht die Umstände kritisieren. Nur zeigen, warum Studenten heute unter hohem Druck stehen.

Ich bestreite ja gar nicht, dass die Umstände so sind. Wollte aber auch mal von der anderen Seite gegenmoderieren. Gerade diese Erwartung, den perfekten Kandidaten bzw die perfekte Kandidatin darstellen zu müssen, überfordert viele. Ich arbeite an einem hochprofiligen Forschungsinstitut mit Doktoranden und merke, wie schwer die sich tun. Nicht von dem her, was im Endeffekt raus kommt, die Beschäftigungsperspektiven in meinem Bereich sind so schlecht nicht; aber mit der Situation, sich bewerben zu müssen mit einer einigermassen großen Wahrscheinlichkeit, im Einzelfall abgelehnt zu werden. Das haben sie nicht gelernt. Und das macht Druck.

Aber das war ja 'früher' auch nicht grundlegend anders. Ich bin 2000 aus der Uni gerieselt und durfte mich als Dr rer nat durch Assessment Center sowohl der Chemischen Industrie als auch (wegen mieser Arbeitsmarktlage) verschiedener Unternehmensberatungen düdeln. Den Druck gab es also auch schon vor 15, 20 Jahren, mindestens mal branchenabhängig. Frag mal Geisteswissenschaflter, wie die zum Teil an ihre 'Traumjobs' kommen (und auch vor 15 Jahren schon gekommen sind). Frag mal Theaterschauspieler, wie die an ihre ersten Verträge kommen (und auch vor 15 Jahren schon gekommen sind). 

Glückwunsch aber zum Vertragsangebot - freut mich!  

 

bearbeitet von botte
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vor 27 Minuten, botte schrieb:

 Gerade diese Erwartung, den perfekten Kandidaten bzw die perfekte Kandidatin darstellen zu müssen, überfordert viele.

Hier stimme ich dir vollkommen zu - behaupte nur, dass es heute weniger (und damit meine ich nicht, dass das früher nicht der Fall war, sondern ganz einfach weniger) nur eine "Erwartung" ist, als 'früher'. Durch Internationalisierung, Effizienzdruck in Unternehmen, Masse an Studenten. Natürliche Entwicklung. Wird noch schlimmer für unsere nachfolgenden Generationen. Da müssen die Kids vielleicht alle schon ab Klasse 5 programmieren können, um Digitalisierung etc. gerecht zu werden um mit Robotern konkurrieren zu können und nebenbei 3- 4 Sprachen nach Abgang der Schule fließend sprechen, mal überspitzt ausgedrückt.

bearbeitet von Virez

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Ich sehe das Problem weniger in den Anforderungen und dem Stress...
Es schaffen mehr als je ein Studium. So schwer kanns nicht sein.

Sondern das man real (nicht nominal) schlicht weniger dafür bekommt. Entwicklung zunehmend.
Extraleistung / Mehrarbeit wird auch zunehmend weniger honoriert. Sehe ich tagtäglich.
Unsere Eltern hätten den Vogel gezeigt bei unbezahlten Bereitschaftszeiten / Reisen oder Überstunden. Wir tun es.
Weil wir dumm sind oder weil wir denken es wäre richtig so? Oder weil der Arbeitsmarkt so viel Druck erzeugt?

Und nicht vergessen privat vom netto noch vorzusorgen :) nicht um mehr zu haben. Nur um das Niveau im Alter zu halten :)

Dazu die kalte Steuerprogression die einen Normalverdiener inzwischen heute abzockt wie früher nur Millionäre....

Das ist der eigentliche Druck der jüngeren Generationen.

 

----

Die Situation für Pare mit Kinder wurde verbessert. Immerhin. Das muss man sagen.

Nutzt mir als Kinderloser aber nix.

 

bearbeitet von MrJack
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vor 4 Minuten, Virez schrieb:

Da müssen die Kids vielleicht alle schon ab Klasse 5 programmieren können, um Digitalisierung etc. gerecht zu werden um mit Robotern konkurrieren zu können und nebenbei 3- 4 Sprachen nach Abgang der Schule fließend sprechen, mal überspitzt ausgedrückt.

Dafür müssen sie dann nicht mehr wissen, wo der Baikalsee ist und wie man richtig schreibt, denn das macht dann die AI ;).

vor 1 Stunde, Virez schrieb:

dort wird durchgehend erwartet, dass bspw. Erfahrungen im entsprechenden SAP Modul FI/CO vorhanden sind. Ich habe diese zwar durch ein duales Studium, aber ein klassischer Student kommt an diese nicht ran.

Also halten wir fest: Man kann diese Erfahrungen haben, wenn man möchte. Und es handelt sich dann möglicherweise um eine Stelle, die eben nicht für "klassische" Studenten gedacht ist.

Mir ist natürlich klar, was Du meinst. Erfahrungen in irgendeinem ganz spezifischen Tool meine ich übrigens auch nicht, so etwas ist albern. Wobei ich mich zum Beispiel wundere, wieviele Nachwuchsjuristen mit einer Textverarbeitung nicht richtig umgehen können oder Informationen in Fachdatenbanken nicht finden - ist ja immerhin tägliches Handwerkszeug. Mir ging es aber mehr um allgemeine Kompetenzen. Also zum Beispiel: Arbeit als solche erkennen, klare Antworten auf Fragen geben, initiativ nach Lösungen suchen, verstehen, dass man anspruchsvolle Antworten nicht ergoogeln kann, den Eindruck vermitteln, dass man eine Besprechung zur Not auch mal zehn Minuten alleine hinbekommt, ohne den Karren an die Wand zu fahren. Und speziell bei Juristen erwarte ich auch, dass sie sich in ein unbekanntes Rechtsgebiet einarbeiten können und wollen, ohne dass man ihnen als erstes ein Seminar dazu buchen muss (und zumindest ich finde es selbstverständlich, dass meine Bürotür offen steht, damit der Nachwuchs schnell mal eine Frage stellen kann).

vor 10 Minuten, Virez schrieb:

Hier stimme ich dir vollkommen zu - behaupte nur, dass es heute weniger (und damit meine ich nicht, dass das früher nicht der Fall war, sondern ganz einfach weniger) nur eine "Erwartung" ist,

Ich bin da bei @botte - früher waren die Erwartungen vielleicht andere, aber wir lebten doch alle nicht in einem Land, in dem Milch und Honig von gebratenen Tauben herangetragen wurden. In meinem Fach war die Kernaussage früher genau die gleiche wie heute: Wenn Du nicht zu den besten Absolventen gehörst, wirst Du keine adäquate Beschäftigung bekommen. Junge Medizinabsolventinnen wurden aufgefordert, ihre Gebärmutter in einem Reagenzglas mit zum Vorstellungsgespräch zu bringen. Geisteswissenschaftler mussten schon immer überlegen, wie sie sich und ihre Fähigkeiten verkaufen.

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vor einer Stunde, Virez schrieb:

Wird noch schlimmer für unsere nachfolgenden Generationen. Da müssen die Kids vielleicht alle schon ab Klasse 5 programmieren können, um Digitalisierung etc. gerecht zu werden um mit Robotern konkurrieren zu können und nebenbei 3- 4 Sprachen nach Abgang der Schule fließend sprechen, mal überspitzt ausgedrückt.

so wird es kommen

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vor 7 Stunden, Geschmunzelt schrieb:

"Ein Absolvent ist per Definition "fertig", das sagt ja das Wort. Was redet der junge Mann da für einen Unsinn?"

 Es ist ziemlich offentsichtlich, dass sich das Adjektiv "fertig" nicht auf die universitäre Ausbildung bezieht, sondern auf den Grad der Erfüllung des berufsspezifischen Fähigkeitprofils. Das ist eine umgangssprachliche Flosskel, weil alles andere irgendwie umständlich zu formulieren ist, selbst "fertiger Anwalt" wäre idS unzutreffend, weil entweder ist man Anwalt oder nicht. 

 

vor 7 Stunden, Geschmunzelt schrieb:

Nein, habe ich auch nicht gesagt. Ich wünsche mir einen jungen Menschen, der neben seinem Studium gelegentlich mal in die echte Welt geht und am Ende nicht fachnerdig verbildet in die Welt hinaustritt. Und was das Fachliche angeht, in der Tat einen jungen Menschen, der mit Ende 20 in der Lage ist, selbständig und mit gesundem Selbstbewusstsein ein Problem anzugehen. Kurz zusammengefasst und mit wertvollen Tipps versehen zum Beispiel in diesem kleinen Klassiker: https://www.amazon.de/Curmudgeons-Guide-Practicing-Law/dp/1590316762 .

Und jetzt die entscheidende Frage, die uns zurück zum Thema führt: Wurde dieser Anspruch früher häufiger erfüllt? Ich hab da zumindest Zweifel, aber auch keine Erfahrung um das beurteilen zu können.

 

vor 2 Stunden, MrJack schrieb:

 

Ich sehe das Problem weniger in den Anforderungen und dem Stress...
Es schaffen mehr als je ein Studium. So schwer kanns nicht sein.

 

Ist das nicht gerade die Ursache? Mehr Konkurrenz und eine Verschärfung des Wettbewerbs? Grob zusammengefasst konkurrieren 80% der Bewerber um die Top 20% der Plätze, es gibt überall einen Bottleneck, der aussiebt. Bei den Medizinern ist es der Zugang zum Studium durch NC, bei den Juristen sind es die Noten, bei BWLern mehr Richtung gesamtes Profil mit Praktika und Auslandssemester etc. Wer einen lukrativen Beruf ergattern will, muss ein gewisses Selektionsverfahren überstehen. Wir wissen, dass fast jede Form von kreativen Erfolg bei Menschen paretoverteilt ist, sei es das Vermögen der Bürger untereinander und der Erfolg in der Musikbranche oder bei Frauen. Meine These ist, dass je optimierter das System wird und es optimiert sich im Kapitalismus zwangsläufig desto krasser wird dieser Konkurrenzdruck werden bzw. eindeutiger auch der Erfolgsunterschied.

Einen Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen vermag ich dennoch nicht zu sehen. Ich persönlich kenne relativ viele Studenten, die in psychotherapeuthischer Behandlung sind oder waren, für meine Eltern war und ist das keine Option. Meine Vermutung ist, dass die individuelle Freiheit heute für junge Menschen gewachsen ist, und sie dadurch orientierungsloser werden. Früher hatte man weniger Möglichkeiten und mehr Führung, das lenkt ganz gut von persönlichen Problemen ab oder lässt sie gar nicht erst an die Obefläche treten. 

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vor 2 Stunden, MrJack schrieb:

Unsere Eltern hätten den Vogel gezeigt bei unbezahlten Bereitschaftszeiten / Reisen oder Überstunden. Wir tun es.
Weil wir dumm sind oder weil wir denken es wäre richtig so? Oder weil der Arbeitsmarkt so viel Druck erzeugt?

Unsere Eltern haben auch nicht die gesamte Schulzeit über eingetrichtert bekommen dass da draußen keiner auf sie wartet und sie sich drei mal ins Zeug legen müssen um überhaupt irgendeinen Job zu bekommen. Damals bekam man mit jedem Schulabschluss ne Ausbildung, heute muss man sich schon ne Existenzkrise schieben wenns nicht zum Abitur gereicht hat. Außerdem hört man noch jeden Tag dass hier und da mal wieder irgendwelche Werke geschlossen und paar tausend Jobs wegrationalisiert wurden, sieht Rentner im Müll wühlen weil sie trotz Jahrzehntelanger Arbeit nichts haben, hat im Bekanntenkreis (oder dem der Eltern) etliche Fälle in denen Leute Vollzeit arbeiten aber trotzdem zu wenig verdienen um anständig leben zu können, hört dass dank der Digitalisierung übermorgen Maschinen unsere Jobs klauen werden und so weiter. Das zeichnet halt alles nicht so das rosige Bild und da ist dieses "ich tu alles um irgendwann mal etwas zu verdienen" Mindest vorprogrammiert. Außerdem ist die Konkurrenz untereinander natürlich enorm gewachsen, da nun mal gefühlt 2 von 3 Schülern ihr Abi eintüten und studieren. War früher auch ne ganz andere Situation.

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Irgendwie geht die Schere zwischen Erfolgreichen und "Versagern" auch immer mehr auseinander in der schönen neuen Welt mit Internet, Globalisierung und Co. Früher wurden die Erfolgreichen nicht so obszön reich und mächtig durch ihren Erfolg und die Versager sind nicht so abgestürzt, dass sie im Müll wühlen müssen. Es war früher nicht alles gleich und gerecht, aber irgendwie schon gleicher und gerechter als heute, wo es immer stärker heißt: the winner takes it all. Das wird die Schere auch immer weiter auseinandertreiben.

bearbeitet von Nachtzug

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Mal für die Diskussion: https://de.wikipedia.org/wiki/Abiturientenquote_und_Studienanfängerquote

Etwa 53% eines Jahrgangs erwerben derzeit Studienberechtigung (Abitur), etwa 48% nehmen dann ein Studium auf - heisst der Löwenanteil der Abiturienten. 

Einen berufsqualifizierenden Abschluss erwerben 32%, das heisst etwa zwei Drittel der Abiturienten und etwa ein Drittel eines Jahrgangs. Eine Promotion etwa 2-3%. 

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vor einer Stunde, RyanStecken schrieb:

Und jetzt die entscheidende Frage, die uns zurück zum Thema führt: Wurde dieser Anspruch früher häufiger erfüllt? Ich hab da zumindest Zweifel, aber auch keine Erfahrung um das beurteilen zu können.

Womit wir dann in der Tat genau beim springenden Punkt angekommen sind: Der selbstgefühlten Schlechterstellung jüngerer Berufsanfänger bzw. Studierender gegenüber den Vorgängergenerationen.

Und da Du ja mit einem Teilzitat meines längeren Beitrags mit dem Nebenkriegsschauplatz begonnen hattest,

Am 26.2.2018 um 12:16 , RyanStecken schrieb:

Naja die anwaltliche Tätigkeit unterscheidet sich durchaus sehr stark inhaltlich vom Studium und Referendariat, ich kenne genug Anwälte, die das selbst behaupten. Im Studium lernt man weit überwiegend das materielle Recht, während das Referendariat mehr eine Vorbereitung auf den Richterdienst darstellt bzw. so mal konzipiert wurde.

um dann unsachlich zu werden,

vor 14 Stunden, RyanStecken schrieb:

Klingt bei dir nach dem typischen Arbeitgeber, der fertige Absolventen erwartet und sich gleichzeitig noch über die eigenwillige Generation Y aufregt. 

bietet es sich vielleicht an, jetzt nicht altklug zu reagieren.

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vor 54 Minuten, chillipepper schrieb:

Damals bekam man mit jedem Schulabschluss ne Ausbildung, heute muss man sich schon ne Existenzkrise schieben wenns nicht zum Abitur gereicht hat. Außerdem hört man noch jeden Tag dass hier und da mal wieder irgendwelche Werke geschlossen und paar tausend Jobs wegrationalisiert wurden, sieht Rentner im Müll wühlen weil sie trotz Jahrzehntelanger Arbeit nichts haben, hat im Bekanntenkreis (oder dem der Eltern) etliche Fälle in denen Leute Vollzeit arbeiten aber trotzdem zu wenig verdienen um anständig leben zu können, hört dass dank der Digitalisierung übermorgen Maschinen unsere Jobs klauen werden und so weiter. 

Keine Ahnung, wie alt Du bist. Habe gerade erst eine sehr schöne Doku zum Bergbau im Ruhrgebiet gesehen - seit den 1960er Jahren Stellenabbau. Ich erinnere mich an die 1980er Jahre mit großen Demos, weil wegen Streichungen. Und auch an die besorgten Gespräche meiner Eltern nach Tschernobyl sowie nicht wenige Klassenkameraden, die nicht mehr draußen spielen durften. Schulbeginn gelegentlich mal um 7.00 Uhr und die Frage, ob man anderthalb oder zwei Jahre Zivildienst machen musste. Die Überlegung, ob "uns" die "Tigerstaaten" aus Fernost die Wirtschaft kaputtmachen werden. Ob wir im Jahr 2000 noch Wald haben werden und Trinkwasser. Oder alle an AIDS gestorben sind. Mann, war das ein Optimismus damals!

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vor 4 Stunden, MrJack schrieb:

Extraleistung / Mehrarbeit wird auch zunehmend weniger honoriert. Sehe ich tagtäglich.

Unsere Eltern hätten den Vogel gezeigt bei unbezahlten Bereitschaftszeiten / Reisen oder Überstunden. Wir tun es.
Weil wir dumm sind oder weil wir denken es wäre richtig so? Oder weil der Arbeitsmarkt so viel Druck erzeugt?

Dafür setzt sich die junge Generation vermehrt für bessere Arbeitsbedingungen ein. Wollen flexible Arbeitszeiten, keine Überstunden, nebenbei Familie.

Zum Beispiel im Arztberuf, wo mir ältere Kollegen erzählen, wie es früher normal war, 70h die Woche zu arbeiten. Wo man 24h Dienste machte und dann am nächsten Tag noch bis am Abend in der Klinik geblieben ist. Auch heute noch hat mir eine Ärztin erzählt, wie sie vor ein paar Jahren noch 90h Wochen hatte.

Zumindest in Öterreich, wo die Kliniken die von der EU vorgegebenen Vorschriften ignoriert und lieber Strafe gezahlt haben, werden die Arbeitsbedingungen jetzt für junge Ärzte besser.

Diese Seite, die Forderungen der jungen Generation an ihre Arbeitgeber, darf auch nicht vergessen werden. Ich glaube nämlich nicht, dass die Arbeitsbedingungen früher unbedingt immer und überall besser waren.

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vor 8 Stunden, Geschmunzelt schrieb:

Womit wir dann in der Tat genau beim springenden Punkt angekommen sind: Der selbstgefühlten Schlechterstellung jüngerer Berufsanfänger bzw. Studierender gegenüber den Vorgängergenerationen.

Und da Du ja mit einem Teilzitat meines längeren Beitrags mit dem Nebenkriegsschauplatz begonnen hattest,

um dann unsachlich zu werden,

bietet es sich vielleicht an, jetzt nicht altklug zu reagieren.

Du verwechselt da scheinbar etwas. Mir ging es zunächst um eine genauere Differenzierung deiner Aussage. Du hast Kritik an den Fähigkeiten der aktuellen Absolventen geäußert, ich wollte darauf hinweisen, dass du offentsichtlich Arbeitgeberinteressen verfolgst und deine Kritik quasi das Pendant zum heutigen Absolventen wäre, der sich über die momentane Jobsitatuion aufregt. Deswegen wollte ich dich am Ende für die Fragestellung sensibilisieren, ob die Qualität und Eigenständigkeit der Absolventen immer schon so niedrig war, oder ob deine Beobachtung nicht viel mehr ein Resultat eines etwas zu hochgesteckten Anfoderungskatalogs ist.

bearbeitet von RyanStecken

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Es ist beides der Fall. In der Masse sind die Absolventen schlechter geworden. Jedenfalls was das tief sitzende Fachwissen / Basiskompetenzen angeht.
Das ist absolut so. Geht auch kaum anders, wenn immer mehr studieren. Ist aber auch die Folge von zu leichten Abis. Das zieht sich durch.

Variiert zugegeben etwas mit den Fächern. Ist aber ein Gesamttrend auch wenn es noch einzelne Bastionen / Fächer gibt.

Gestiegen ist das Niveau sicherlich nicht. Da gibts ja auch genug Untersuchungen die das klar zeigen. Es sinkt rapide. Im Schnitt.
Lest euch mal Abschlussarbeiten durch.. Das ist teilweise wie früher 11. Klasse das Sprachniveau. Kaum Recherche. Und es hagelt 1,.... Noten.
Das waren früher Hausarbeiten/Seminararbeiten sowas. Fairerweise - muss man sagen - gibts eben auch oft weniger Zeit.

----

Aber der Druck im Arbeitsleben bzw. die Verdichtung der Aufgaben ist trotzdem höher als früher und die Anforderungen in Punkto
Zeit/Einsatz bei entsprechend real schlechterer Bezahlung auch. Da gibt es auch massig Studien die es klar zeigen. Es ist also nicht nur ein "Empfinden".
die Arbeitsbedingungen werden schleichend schlechter für die Jüngeren. Sehr schleichend, aber sie werden es summa sumarum.

Es ist ja auch nicht nur das Arbeitsleben.

Wie oben angesprochen lasten auch andere gesellschaftliche strukturelle Probleme/Nachteile auf der jüngeren Generation. Steuerprogression / Rente.. etc.

 

bearbeitet von MrJack
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vor 15 Stunden, chillipepper schrieb:

Unsere Eltern haben auch nicht die gesamte Schulzeit über eingetrichtert bekommen dass da draußen keiner auf sie wartet und sie sich drei mal ins Zeug legen müssen um überhaupt irgendeinen Job zu bekommen. Damals bekam man mit jedem Schulabschluss ne Ausbildung, heute muss man sich schon ne Existenzkrise schieben wenns nicht zum Abitur gereicht hat. Außerdem hört man noch jeden Tag dass hier und da mal wieder irgendwelche Werke geschlossen und paar tausend Jobs wegrationalisiert wurden, sieht Rentner im Müll wühlen weil sie trotz Jahrzehntelanger Arbeit nichts haben, hat im Bekanntenkreis (oder dem der Eltern) etliche Fälle in denen Leute Vollzeit arbeiten aber trotzdem zu wenig verdienen um anständig leben zu können, hört dass dank der Digitalisierung übermorgen Maschinen unsere Jobs klauen werden und so weiter. Das zeichnet halt alles nicht so das rosige Bild und da ist dieses "ich tu alles um irgendwann mal etwas zu verdienen" Mindest vorprogrammiert. Außerdem ist die Konkurrenz untereinander natürlich enorm gewachsen, da nun mal gefühlt 2 von 3 Schülern ihr Abi eintüten und studieren. War früher auch ne ganz andere Situation.

Die Stellung von Abschlüssen verliert aufgrund der Masse an Absolventen immer mehr an Wert. Wenn fast jeder heutztuage studiert ist es einfach nichts besonderes mehr einen Bachlor zu haben, Master sind auch schon fast Standard geworden. Dazu müssen Bewerber immer mehr mit ausländischen Bewerbern konkurrieren. 

Ich sehe das Problem für die Entwicklung in Deutschland darin das andere Länder wirtschaftlich immer mehr aufholen und ihre Produkte auf den Weltmarkt bringen. Diese Produkte können immer mehr mit deutschen Produkten mithalten sind dafür aber billiger. China entwickelt sich mittlerweile zu einer Wirtschaft die von Konsum und nicht von Exporten angetrieben wird und die Unternehmen richten ihre Aktivitäten immer mehr international aus.

Deutschland wird in naher Zukunft Probleme mit ihrem Sozialsystem haben und trägt auch sonst einige Lasten mit die sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken wird.

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Am 2/27/2018 um 04:21 , Nachtzug schrieb:

Mich würden ja mal Vergleiche mit anderen europäischen Ländern interessieren, z. B. Skandinavien, wo es ja (angeblich) alles sozialer und humaner ist, und Südeuropa, wo der Familienzusammenhalt traditionell größer ist und (bestimmt kein unwichtiger Faktor) es aufgrund des Klimas keine Winterdepressionen gibt.

Eigene Erfahrung (zwei Jahre in DK gelebt): den Dänen geht es objektiv ziemlich gut. Hohes Gehalt (obwohl auch deutlich höhere Steuern), Versicherungen und Arbeitslosengeld inklusive, Bildung ist sehr gut und kostenlos (bekommst sogar 700€ monatlich vom Start zugeschossen ohne zurückzahlen zu müssen), Sicherheit, kulturelle Vielfalt (für Kopenhagen gesprochen). Wetter, welches in DK ziemlich bescheiden ist, wirkt sich in der Tat auf die Stimmung aus. Viele meiner Freunde waren deutlich aktiver und freundlicher im Sommer und Frühling (wird sich aber ähnlich zu DE verhalten). Auch ist das konstante Vergleichen mit anderen ein Faktor wie sich die Leute fühlen. Zwei meiner Kommilitonen haben den Vorzug für eine Werkstudentenstelle erhalten - weiß noch, wie unglücklich mich das eingangs gemacht hat. Insbesondere in western societies ist durchgehendes Vergleichen mit anderen ein Symptom für Unglück. Schau dir mal folgendes Video an:

 

bearbeitet von suchti.

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vor 8 Stunden, RyanStecken schrieb:

Du verwechselt da scheinbar etwas. Mir ging es zunächst um eine genauere Differenzierung deiner Aussage. Du hast Kritik an den Fähigkeiten der aktuellen Absolventen geäußert, ich wollte darauf hinweisen, dass du offentsichtlich Arbeitgeberinteressen verfolgst und deine Kritik quasi das Pendant zum heutigen Absolventen wäre, der sich über die momentane Jobsitatuion aufregt.

Seufz. Wir können jetzt gerne das Differenzieren üben:

Erstens ist das, was Du da machst, eine Ebenenverwechslung. Ob die Fähigkeiten der aktuellen Absolventen kritikwürdig sind (und ob sie kritikwürdiger wären als die der vorangegangenen Absolventen), hat nichts damit zu tun, ob ich "Arbeitgeberinteressen verfolge". Das sind zwei Paar Schuhe.

Zweitens sieht man Absolventen nicht automatisch schlechter, weil man Arbeitgeber ist. Im Gegenteil ist es eine schöne Sache, mit motiviertem und qualifiziertem Nachwuchs zusammenzuarbeiten.

Drittens besteht im Hinblick auf die Fähigkeiten der aktuellen Absolventen auch objektiv kein Widerspruch zwischen den "Arbeitgeberinteressen" und "Absolventeninteressen", denn beide dürften es begrüßen, wenn die Fähigkeiten möglichst gut ausgeprägt sind (einmal die Frage beiseite gelassen, an welchem Maßstab das zu messen ist).

Viertens habe ich nicht "die aktuellen Absolventen" kritisiert, sondern einen Teil davon.

Fünftens

vor 8 Stunden, RyanStecken schrieb:

Deswegen wollte ich dich am Ende für die Fragestellung sensibilisieren, ob die Qualität und Eigenständigkeit der Absolventen immer schon so niedrig war, oder ob deine Beobachtung nicht viel mehr ein Resultat eines etwas zu hochgesteckten Anfoderungskatalogs ist.

musst Du mich nicht für etwas "sensibilisieren", was Gegenstand der gesamten Diskussion in diesem Thread ist, und

sechstens jeden, der "Arbeitgeberinteressen" verfolgt, seit Jahren intensiv beschäftigt.

Denn - siebtens - die von Dir formulierte Frage zu stellen, bringt nichts außer Verwirrung, solange man sie nicht beantworten kann (soweit ich das überblicke, gibt es aber eine Reihe von Argumenten, die gegen Deine These sprechen; diese habe ich in meinem ersten Beitrag in diesem Thread genannt, falls Du Dich damit auseinandersetzen möchtest).

Da wir aber hier keine belastbare Empirie zur Hand haben, habe ich - achtens - von der "gefühlten" Schlechterstellung geschrieben, und inhaltlich scheinst Du ja gar nichts dagegen zu haben, dass es um ein Gefühl geht.

Dass man - neuntens - immer in anderen Verhältnissen aufwächst als die Älteren, ist eine Binsenweisheit und bedarf keiner Diskussion, weshalb es

zehntens in der Regel in einem Lamento ausartet, wenn man Vergleiche anstellt wie den, ob ein Kind der späten Neunziger oder frühen Zweitausender es schwerer hat als jemand, der während des Kalten Krieges geboren wurde.

 

Dass die Welt nicht besonders kuschlig ist, ist keine Neuigkeit und auch keine spezifische Belastung heutiger Absolventen. Wir hatten es alle irgendwie schwer. Es liegt aber nicht an gemeinen Verhältnissen, dass niemand wirklich auf den Durchschnittsbachelor wartet, sondern daran, dass ein Durchschnittsbachelor eben nicht mehr zu bieten hat als einen Abschluss für Leute, die früher gar kein Hochschulzeugnis erhalten hätten. Plus etwas weniger persönliche Reife und weniger Ausbildung zum selbständigen Denken (jedenfalls in den überkommenen akademischen Berufen; ich rede nicht von frisch akademisierten Bereichen).

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