Hilfe: Ignoriert werden in Gruppe - alte Wunden klaffen auf

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Hallo liebe Community,

mich plagt ein Problem, mit dem ich nicht alleine klar komme.

Ich komme gerade aus einem Wochenendtrip aus Berlin wieder. Ich war mit einer guten Freundin und ihren Freunden dort. Und fühle mich einfach schlecht.

Grund dafür?

Meine gute Freundin hat mich die ganze Zeit ignoriert und sie hat mich unterbrochen, wenn ich mit anderen reden wollte. Sie sagte gegen Ende, dass sie es nicht mit Absicht tat, also, dass es unbewusst war, aber das zeigt dann doch nur noch mehr, dass sie mich geringschätzt, oder? Ich habe mich mit ihren Freunden ziemlich gut verstanden und wir hatten sehr viel Spaß, aber ich habe mich während der meisten Zeit des Trips unwichtig gefühlt, weil sie sehr oft auf nichts reagierte, was ich ihr sagte/tat. Und dadurch auch Kopfschmerzen bekommen, weil ich in eine ungesunde Dynamik reingedriftet bin, in der ich ständig Aufmerksamkeit gab, aber mir den Kopf zerbrach, was ich tun müsste, um was zurückzubekommen. Gegen Ende reagierte ich selbst immer weniger auf sie, trotz schlechten Gewissens, um mich einfach zu schützen.

Ich habe mich sehr leer und erschöpft gefühlt, weil mir aufgefallen ist, dass ich viel mehr Aufmerksamkeit gebe, als ich von ihr bekomme. Sie tut oder sagt Dinge und ich reagiere drauf, im Gegenzug jedoch reagiert sie gar nicht bzw. nur minimal auf meine Aussagen. Ich hatte das Gefühl, dass sie mit Aufmerksamkeit "handelt"... Anfangs habe ich freedom-from-outcome-like einfach auf sie reagiert, mir nichts dabei gedacht, aber als ich merkte, dass sie mich wie Luft behandelte, selbst wenn ich neben ihr stehe und sie was frage, habe ich mich immer schlechter gefühlt. Ich merkte erst im Nachhinein, dass sie mich kaum beachtete und ich dadurch unbedingt wollte, dass sie auch Aufmerksamkeit in mich investiert.

Als Beispiel: Sie geht raus, rauchen, kommt rein und ich frage sie, wo wir gleich hinmüssen. Obwohl ich genau neben ihr stehe, Körpersprache in ihre Richtung gewandt habe, reagiert sie null. Und sowas passierte öfter.

 

Als wir soeben im Zug saßen, auf dem Weg nach Hause, habe ich sie darauf angesprochen. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr Verhalten nicht mochte dieses WE. Ich sagte ihr, dass sie mich ständig unterbrach und mich auch oft "hängen" ließ, wenn ich sie in der Gruppe etwas fragte. Sie meinte, dass es nicht Absicht gewesen wäre und es ihr leid tut.


Und hier ist mein Problem: Ich wurde in der Kindheit auch genau so von meiner Mutter behandelt, sprich, ich habe nie wirklich Aufmerksamkeit bekommen, sondern mir wurde welche entzogen. Ich falle dann wieder in alte Muster, wo ich denke, "perfekt" sein zu müssen, damit man mich beachtet. Und genau so habe ich bei dieser Freundin reagiert: Ich hatte ständig Spannungskopfschmerzen, weil ich, egal was ich tat, nicht wahrgenommen wurde und das Gefühl wieder hochkam, dass ich unwichtig bin, nicht ok bin, dass ich mich mehr anstrengen müsste, um auch gemocht zu werden. Ich hatte das Gefühl, abgelehnt zu werden.

Und das ist das, was ich am meisten hasse: Ich kriege dieses Problem nicht weg. Ich habe in solchen Momenten das Gefühl, dass alle Menschen sie selbst sein können und ich dann nicht. Ich denke dann immer, dass ich mich mehr anstrengen muss und ja nicht negativ auffallen darf. Liegt es speziell am Umgang mit "schlechten" Menschen, dass ich mich so fühle? Denn bei anderen guten Freunden fühle ich mich nicht so, da fühle ich mich gewertschätzt und "am richtigen Fleck". Nur bei Menschen, die kaum auf mich reagieren, da fühle ich mich mit jedem weiteren Aufmerksamkeits-Invest minderwertiger und minderwertiger.

Wenn jemand mich so unwichtig behandelt, dann fällt es mir unglaublich schwer, NICHT zu glauben, dass es Absicht war. Ich denke, dass das 100% Absicht ist, da diese Personen ihre Stellung in der Gruppenhierarchie behalten wollen. Ihr Unterbewusstsein will einfach weiterhin an der Spitze sein und sie hält mich deswegen klein. Denn, als Beispiel, die Freunde meiner guten Freundin haben mich richtig gut behandelt. Vielleicht hatte sie unbewusst Angst um ihre Stellung in der Gruppe und hat mich deswegen so behandelt. Ich weiß es nicht. Mir fällt es schwer, Menschen zu vertrauen, die so mit mir umgehen. Auf der anderen Seite fällt es mir schwer, absichtlich so "böse" zu sein. Ich habe das Gefühl, jeder kann egoistisch sein und Menschen ignorieren, nur ich kann das nicht. Ich finde sowas (aufgrund Konditionierungen) unhöflich, obwohl ich es gerne können würde.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn ich in so eine ungesunde Invest-Balance gerate, wo ich mehr investiere als bekomme, versucht mein Unterbewusstsein mich zu schützen, indem es die anderen von mir distanziert: "Scheiß auf die. Du brauchst sie nicht" ist dann das, was ich mir denke. Und ehrlich, sobald ich dann auf diese Leute scheiße, geht es mir besser, ich bin nicht mehr angespannt, weil es mir einfach schlicht weg egal ist und ich mich nicht mehr zwinge auf Menschen zu reagieren, die NULL auf mich reagieren. Aber muss ich die Leute erst einmal innerlich "abwerten", nur um mich vom Zwang zu befreien, nett zu ihnen zu sein?

 

Meine Fragen:

1) Ich hätte gerne Feedback zur Situation: Warum tut sie sowas? Und wo liegt mein Fehler darin?

2) Investiere ich einfach zuviel Aufmerksamkeit, sodass Menschen mich nicht mehr wahrnehmen? Bei (anderen) guten Freunden habe ich das Problem nicht.

3) Wie kann ich mein Mindset ändern? Ich fühle mich schwach und inkompetent, wenn es darum geht, andere genauso scheiße/unbewusst zu behandeln, wie sie es mit mir machen.

4) Wie sollte ich mit dieser Freundin in Zukunft umgehen?

5) Euer generelles Feedback zur Situation?



LG

Hitch

bearbeitet von DrHitch

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Hm. Weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. 

Hier geht's um Grundsätzliches. Agieren in der Gruppe. Gruppendynamik. Interaktion mit anderen Menschen. Gesprächsführung. Themenführerschaft. Rangordnung in der Gruppe. Alpha, Beta, Omega...

Was mir bei dir, @DrHitch, auffällt ist, dass du dich total abhängig machst von deiner "guten" Freundin und deren "Fehlverhalten" nur im Nachhinein unter vier Augen ansprichst. Warum nicht gleich darauf reagieren? Noch in der Gruppendynamik? In der Gruppe? 

Und wozu verlassen auf Höflichkeitsregeln? Womöglich gar auf deren Einhaltung pochen? Lässt dich schwach wirken. Unattraktiv. Spaßbremse. Alles was du nicht wirklich willst. 

Was du dagegen tun kannst, lässt sich schwer mit Worten beschreiben. Vielleicht versuchst du mal in kleinen Schritten ein Mindset zu entwickeln, bei dem du dich wohl fühlst. In der Gruppe. Im Gespräch mit anderen. Dabei dir angewöhnst auch mal andere zu unterbrechen. Hin und wieder. Wurscht, ob eventuell unhöflich. Es kommt letztlich immer auf das Wie an! 

Bei allem. Vor allem im Umgang mit anderen Menschen. Die Form macht 80 Prozent aus, der Inhalt lediglich 20 Prozent! 

Und am besten kannst du von anderen Menschen lernen! Vorbildern. Schau dir mal an wie andere Menschen in deinem Umfeld agieren/interagieren. Hör auf ihre Sprache. Achte auf ihre Gestik und Mimik. Die Macht der Worte ist enorm! Beobachte mal einen guten Redner, hör auf seine Sprache. Sprachrhythmus. Sprachmelodie. Veränderung der Lautstärke. Und, und und ...

Und eigne dir davon die Aspekte an, die dir noch fehlen und die zu dir passen. Und die du gerne hättest. Verinnerliche sie und mache sie dir zu eigen. 

Puuh, das ist ein weites Feld. Wurden nicht umsonst viele Bücher darüber geschrieben. Der beste Lehrmeister ist aber immer noch die Praxis, nicht die Theorie. Also raus aus der Comfort Zone und dahin gehen, wo's weh tut ...

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vor 5 Stunden, DrHitch schrieb:

Und hier ist mein Problem: Ich wurde in der Kindheit auch genau so von meiner Mutter behandelt, sprich, ich habe nie wirklich Aufmerksamkeit bekommen, sondern mir wurde welche entzogen. Ich falle dann wieder in alte Muster, wo ich denke, "perfekt" sein zu müssen, damit man mich beachtet. Und genau so habe ich bei dieser Freundin reagiert: Ich hatte ständig Spannungskopfschmerzen, weil ich, egal was ich tat, nicht wahrgenommen wurde und das Gefühl wieder hochkam, dass ich unwichtig bin, nicht ok bin, dass ich mich mehr anstrengen müsste, um auch gemocht zu werden. Ich hatte das Gefühl, abgelehnt zu werden.

Warum ist deine Freundin deine Mutter?

Da solltest mal drüber nachdenken.

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vor 5 Stunden, HerrRossi schrieb:

jemand höfliches platzt nicht in ein Gespräch mit seinem Bier, sondern der stellt sich neben die Leute und wartet bis sie ihn anschauen. Oder bittet kurz um Aufmerksamkeit. Fanden die Studenten ein hochinteressantes Konzept, was ich da erläuterte. Wenn auch eins, von dem sie leider noch nie in ihrem Leben gehört hatten.

Geht sogar so weit, dass wenn du es kommentarlos genau so machst als derjenige wahrgenommen wirst, der sich immer hinten an stellt. Also nicht derjenige bist, der sich nimmt was er will. Also „deinen“ Gesprächsanteil, in dem Fall fragen ob der andere ein Bier möchte (und dem anderen etwas Gutes tust). Manche reizen das soweit aus, dass sie dich bewusst solange stehen lassen bis du sie unterbrichst. In Studentenkreisen. 

Die Welt verändert sich halt. Kann man so oder so sehen. Nicht ohne Grund beschweren sich die älteren Generationen, dass heute nur noch ich, ich, ich gilt. Nur wer hat meine Generation erzogen? Oder sollte es getan haben.

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In meinem Freundeskreis habe ich auch einen Freund der durchgehend dazu neigt einen zu unterbrechen. Also da passiert es dann auch öfter, dass man zum fünften Mal zum Sprechen ansetzt. Der macht das nicht aus böswilliger Absicht, sondern er achtet einfach nicht bewusst darauf. (Dem fehlt es aber allgemein auch hier und da an Sozialkompetenz, also so an der richtigen Kalibrierung seiner Aussage und der Wahl des richtigen Tons hier und da).

Was ich dann gerne mache in dieser Situation, wenn sie für mich unangenehm wird, in einen Witz zu verwandeln und sein Verhalten etwas aufzuziehen. Die restlichen Freunde ziehen da eigentlich immer mit, da sie das auch bemerken. Wenn er das bei jemand anderen macht, halte ich den Augenkontakt zu der Person die versucht zu sprechen um zu signalisieren, dass ich sie wahrnehme und das mir wichtig ist zu hören was sie sagt. Oder man zieht es wieder als Witz auf. 

Wäre auch die Frage, ob sie das regelmäßig macht oder ob es bei diesem Wochenendtrip eine einmalige Sache war. Sowie @botte sagt, kann es gut sein, dass sie eifersüchtig war bzw. es irgendwie bereut hat dich dabei zu haben. Etwas tiefer nachhacken würde ich auch machen. 

Allgemein würde ich dir empfehlen solch ein Verhalten zeitnah zu deeskalieren (also Bsp. es in einen Witz verwandeln, jedes Mal wenn sie es macht) oder es zeitnah anzusprechen, sie mal zur Seite zu nehmen, bevor es sich in dich hineinfrisst. Du hast das Wochenende offensichtlich als sehr unangenehm empfunden und bis mit einem schlechten Gefühl nach Hause angekommen. Das Gespräch mit ihr, hat dir das Gefühl leider nicht nehmen können. Ich kann verstehen wie du dich fühlst. Nächstes mal am besten gleich zur Seite nehmen, sie darauf ansprechen. 

Ich weiß nicht wie gut ihr euch kennt, langfristig würde ich mich persönlich distanzieren, wenn es vermehrt zu solchen Situationen kommt und wenn selbst nach Ansprache, keine Besserung eintritt. 

bearbeitet von capitalcat
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vor 11 Stunden, DrHitch schrieb:

Ich habe mich sehr leer und erschöpft gefühlt, weil mir aufgefallen ist, dass ich viel mehr Aufmerksamkeit gebe, als ich von ihr bekomme. Sie tut oder sagt Dinge und ich reagiere drauf, im Gegenzug jedoch reagiert sie gar nicht bzw. nur minimal auf meine Aussagen. Ich hatte das Gefühl, dass sie mit Aufmerksamkeit "handelt"... Anfangs habe ich freedom-from-outcome-like einfach auf sie reagiert, mir nichts dabei gedacht, aber als ich merkte, dass sie mich wie Luft behandelte, selbst wenn ich neben ihr stehe und sie was frage, habe ich mich immer schlechter gefühlt. Ich merkte erst im Nachhinein, dass sie mich kaum beachtete und ich dadurch unbedingt wollte, dass sie auch Aufmerksamkeit in mich investiert.

Als Beispiel: Sie geht raus, rauchen, kommt rein und ich frage sie, wo wir gleich hinmüssen. Obwohl ich genau neben ihr stehe, Körpersprache in ihre Richtung gewandt habe, reagiert sie null. Und sowas passierte öfter.

 

 

Ob sie nun mit Aufmerksamkeit handelt, weiß keiner, aber du handelst eindeutig mit Aufmersamkeit. Das scheint tatsächlich eine Währung für dich zu sein. Ich frage mich, ob du in dieser Situation nichtz sogar needy wirktest. Du wolltest, dass sie dein Ego pusht mit Aufmerksamkeit, gleichzeitig hat sie einen besonderen Status in der Gruppe, wobei du phantasierst, dass sie diesen verteidigen will und dich kleinhalten will: Podestdenken und Pussydiagnose-Modus.

Das ganze ist ein InnerGame Problem bei dir, selbst wenn deine Freundin wirklich so gehandelt hat und diese Intentionen hatte.

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Ich danke allen für ihre Antwort, da ist sehr wertvoller Input für mich drin!

@HerrRossi, Danke für deine Nachricht. Es tut gut zu lesen, dass man nicht der einzige ist, der Wert auf gepflegte Umgangsformen legt.

vor 10 Stunden, slowfood schrieb:

Was mir bei dir, @DrHitch, auffällt ist, dass du dich total abhängig machst von deiner "guten" Freundin und deren "Fehlverhalten" nur im Nachhinein unter vier Augen ansprichst. Warum nicht gleich darauf reagieren? Noch in der Gruppendynamik? In der Gruppe? 

Danke dir für deine Antwort. Ich habe es nicht angesprochen, weil es sich in diesem Moment für mich angefühlt hat, als sei es Absicht. Wenn mir jemand ca. 10 Mal an einem Tag nicht auf meine Fragen antwortet, dann denke ich, dass es Absicht ist, dann spreche ich es auch nicht an, weil ich denke "die sehen das doch?". Warum ich es nicht anspreche, wird mir erst klar, nachdem ich @bottes Beitrag gelesen habe: Meine Konfliktlösungsfähigkeit muss ich noch entwickeln, mehr dazu unten.

 

vor 7 Stunden, Helmut schrieb:

Warum ist deine Freundin deine Mutter?

Da solltest mal drüber nachdenken.

Gute Frage, danke dir. Sie ist nicht meine Mutter. Aber ich fühle mich, wenn man mich stark ignoriert, direkt wieder als "hilfloser Sohn". Deswegen pushe ich da auch die gute Freundin in die "böse Mutter"-Rolle. Irgendwo abartig, aber diese Dynamik kann und werde ich durchbrechen.

 

 

vor 6 Stunden, botte schrieb:

War sie zu den anderen auch so? Das wahrscheinlichste wäre, dass sie eifersüchtig war auf Deinen guten Draht zu ihren Freunden - ziemlich unreif, aber das gibt's. Wie alt ist sie? Das andere, dass sie aus irgendeinem Grund plötzlich dachte, dass es ein genereller Fehler gewesen sein könnte, dass Du dabei bist. Willst Du etwas von ihr, mehr-als-freundschaftlich?

Danke dir vielmals @botte, für deine Antwort. Hat mir extrem geholfen. Zu deinen Fragen: Zu den anderen ist sie auch "Push-Pull"-mäßig drauf, sie ignoriert, reagiert, hält die anderen irgendwie "klein". Der eine gute Freund von mir erzählte mir, dass sie ihn mal gezwungen hat, auf die Knie zu gehen und sich zu entschuldigen, wenn er denn weiterhin mit ihr befreundet sein möchte (was er auch tat, wtf..). Sie ist 22 Jahre alt. Ich will nichts von ihr, zum Glück. Sie ist vom Aussehen her total unattraktiv, gar nicht mein Typ. Aber sie hat sich sehr oft meine Probleme (früher) angehört, und hat mir beigestanden, weshalb ich anfing ihr zu vertrauen.

Zitat

Und warum kannst Du mit Ignoranz bzw. Abweisung durch andere Leute so schlecht leben?

Diese Frage hat mir sehr geholfen. Die Antwort ist: Weil ich es persönlich nehme. Mir ist viel Scheiße passiert in der Kindheit, weshalb ich es mir antrainiert habe zu glauben, dass es an mir läge. Wenn mich jemand abweisend behandelt, den ich mag, dann denke ich "Oh, bestimmt habe ich etwas falsches getan". Und das fickt mich, da ich mir immer wieder meine Fortschritte in puncto Selbstwert zu nichte mache. Ich nehme mir ab heute vor, die Dinge nicht mehr persönlich zu nehmen. Weil ich Dinge persönlich genommen habe, konnte ich auch Konflikte nicht lösen.

Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, als ich deine Antwort las: Ich "ertrage" sehr viel und sage nichts, bis irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem ich die Person ignoriere und mich distanziere. Hier ist es besser in der Zukunft, wenn ich Dinge direkt anspreche.

Zitat

Was Deine Einstellung sein sollte: wenn Dich jemand schlecht behandelt, dann ist er zu schwach, um es besser zu machen, und verdient Deine Aufmerksamkeit nicht. Du solltest nicht versuchen, ebenfalls so schwach zu handeln, sondern Deinen Kurs behalten und Dich ihm entziehen. Lächeln, winken, innerlich weiter ziehen. Mind: Du solltest Dich deswegen nicht der Situation entziehen, es geht nicht darum, Konflikte zu vermeiden. Sondern schlechtes Benehmen dort zu lassen, wo es hin gehört: bei den Leuten, die es zeigen.

Danke, Bomben-Mindset.

Zitat

Du scheinst allgemein unter mangelnder Konfliktfähigkeit bzw. 'Konsenswahn' zu leiden.

Jap. Wie bereits beschrieben, du hast den Nagel da auf den Kopf getroffen.

 

vor 4 Stunden, Doc Dingo schrieb:

Dass du keine Ansagen machst und dich selbst abwertest bzw. versuchst genau diesen Menschen in der Situation zu gefallen.

Wenn die dir keine Aufmerksamkeit schenkt dann hab Spass mit den anderen in der Gruppe. Hast ja gesagt dass du dich mit denen gut verstanden hast.

Wenn sie dich unterbricht dann sagst du "Kann ich bitte mal ausreden? " gleich, direkt, auch in der Gruppe. Nicht hinterher unter 4 Augen.

Wenn du sie was fragst und du bekommst keine Antwort kannst du das auch direkt ansprechen. "Hallo? Eine Antwort wäre toll."  gleich, direkt, auch in der Gruppe. Nicht hinterher unter 4 Augen.

Danke dir, @Doc Dingo. Ich bin da echt konfliktscheu, wie bereits oben beschrieben. Ich bin aber mega froh gerade, dass ich das erkannt habe. Ich spreche Dinge nicht an, sondern schlucke sie runter, bis ich dann irgendwann damit herausbreche.

Zitat

Was mir bei dir noch auffällt, entweder musst du andere abwerten um dich von ihnen abwenden zu können, oder du wertest dich ab und machst einen auf Duckmäuser. Was spricht dagegen DICH aufzuwerten und den anderen auf Augenhöhe zu begegnen. Sprich es einfach mal aus wenn dir was nicht passt. Is am Anfang komisch, lohnt sich aber auf lange Sicht.

Das hast du gut erkannt. Danke dir für diesen wertvollen Mindset-Input! Mir ist es wichtig, dass ich das in Zukunft anspreche, auch wenn ich mich komisch fühlen werde dabei. Denn ich merke, dass ich das "mitnehme", wenn ich es nicht anspreche und der ganze Abend wird unangenehmer mit der Zeit. Stattdessen würde ich, wie du es bereits ansprichst, das ganze sofort ansprechen und klären, um es aus der Welt zu schaffen. Ich will das nicht mitschleppen müssen.

 

@capitalcat: Danke dir für den Tipp mit der Deeskalation. Ich glaube, dass sie eher eifersüchtig war. Weiß ich nicht. Werde ich aber die Tage mal ansprechen und in der Zwischenzeit lernen, wie ich Konflikte gut anpacken kann.

 

Btw: Geiles Forum hier, echt jetzt! Hätte nicht gedacht, auf so detaillierten Input zu stoßen! Wenn ihr weiteren Input habt, gerne her damit.

bearbeitet von DrHitch
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vor 17 Minuten, DrHitch schrieb:

Aber ich fühle mich, wenn man mich stark ignoriert, direkt wieder als "hilfloser Sohn". Deswegen pushe ich da auch die gute Freundin in die "böse Mutter"-Rolle.

Dann wär meine nächste Frage was es dir nützt dich jetzt immer noch als "hilfloser Sohn" zu fühlen.

Was für einen Vorteil müsstest denn aufgeben wennst dich mal als selbstmächtiger Kerl fühlen würdest?

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vor 4 Minuten, Helmut schrieb:

Dann wär meine nächste Frage was es dir nützt dich jetzt immer noch als "hilfloser Sohn" zu fühlen.

Es nützt mir nichts. Weil ich einfach nicht agieren kann, wenn ich diese ohnmächtige Hilflosigkeit fühle. Ich fühle mich nur als Last, für mich und für andere.

vor 4 Minuten, Helmut schrieb:

Was für einen Vorteil müsstest denn aufgeben wennst dich mal als selbstmächtiger Kerl fühlen würdest?

Hm.. Ich weiß es nicht. Ich denke, dass andere dann nicht mehr mit Rücksicht auf mich zugehen würden, wenn ich aus dieser "Opferposition" rausgehe. D.h., sobald ich anfange, mich selbst als selbstmächtiger Kerl zu fühlen, würden die anderen mich mehr angreifen. Ich wäre dann eine sichtbare Zielscheibe und sie würden mich unablässig testen. (Diese Antwort kommt gerade ungefiltert und unbeschönigt)

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vor 4 Minuten, DrHitch schrieb:

sobald ich anfange, mich selbst als selbstmächtiger Kerl zu fühlen, würden die anderen mich mehr angreifen.

Ein Löwe ist auf der Jagd und sieht zwei Gazellen. Eine ist verletzt, schwach und hinkt. Die andere ist gesund, stark und schnell. Was denkst du, welche Gazelle wird wohl eher angegriffen?

vor 9 Minuten, DrHitch schrieb:

Ich wäre dann eine sichtbare Zielscheibe und sie würden mich unablässig testen.

Wann werden Menschen getestet? Wenn sie ihre Grenzen klar aufzeichnen und jeder weiß woran er ist, oder wenn sie versuchen jedem zu gefallen und es nicht ersichtlich ist wo ihre Grenzen sind bzw. ob er überhaupt welche hat?

Anders gefragt, wie kommst du zu der Annahme? Durch praktische Erfahrung oder sind das theoretische Modelle?

 

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen, je höher dein Selbstwert ist, umso weniger wirst du getestet. Nicht weil du dann die richtigen Antworten hast sondern weil du die Antwort bist.

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Zum Thema ob daß wirklich eine gute Freundin ist hat sich @Doc Dingo ja schon ausgelassen. Da stimme ich völlig mit ihm überein.

Zum Thema unterbrechen, Du wirst bei impulsiven Leuten mit deinem Dogma "Höflichkeit" und den folgen für die Konversation z.B. warten bis derjenige Dich anschaut, keine Punkte machen. Überlege stattdessen mal ob Dich wirklich die Unterbrechung stört oder daß die Leute nach der Unterbrechung nicht mit ihrer Aufmerksamkeit zu Dir zurückkehren.

Das würde zu folgender Frage führen. Wieso ist gerade Dir dieses so wichtig. Das passiert jedem Mal. Und wenn es gerade Dir gehäuft passiert ? Wieso ist das so ?

Ich denke Du bist da in einem Teufelskreis. Weil es Dich so extrem stört hast Du diesbezüglich kein Selbstbewusstsein und weil Du kein Selbstbewusstsein hast, hast Du vermutlich beim Sprechen weder den Tonfall noch Gestik, Mimik und Körperhaltung die es für die Leute interessant machen, also tust Du das einzige was es Dir erlaubt untätig zu bleiben.

Du weist die Schuld über das Kriterium "Höflichkeit" anderen zu und kannst somit in deiner Komfortzone verharren.

Möglicherweise würde es Dir helfen andere Leute genauer zu beobachten, dann wirst Du feststellen, daß selbst bei Leuten denen viel zugehört wird, dies keineswegs immer der Fall ist.

Sondern die gehen einfach cooler damit um und es fuckt sie nicht an - und ehrlich wenn mir jemand ein Bier mitbringen will dann antworte ich da auch kurz drauf bevor ich wieder zurückkehre. In meiner Freizeit kriege ich weder Geld fürs zuhören noch muss ich mich in der Runde von anderen "fortbilden" lassen.

Wenn Du willst, daß Dir jemand zuhört dann wäre es der bessre Ansatz Präsenz zu üben durch Körperhaltung stimme und Gestik, als über beharren auf Höglichkeitsregeln dein Ding durchsetzen zu wollen. Damit veränderst Du dein Problem nur im Minimalrahmen. Die Leute hören Dir dann nur zu wenn sie müssen oder es nicht anders geht.

bearbeitet von Nikem

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vor 38 Minuten, DrHitch schrieb:

Ich denke, dass andere dann nicht mehr mit Rücksicht auf mich zugehen würden, wenn ich aus dieser "Opferposition" rausgehe. D.h., sobald ich anfange, mich selbst als selbstmächtiger Kerl zu fühlen, würden die anderen mich mehr angreifen. Ich wäre dann eine sichtbare Zielscheibe und sie würden mich unablässig testen. (Diese Antwort kommt gerade ungefiltert und unbeschönigt)

Ich denke das Ergebnis wird genau das Gegenteilige sein. Sobald du nicht mehr alles mit dir machen lässt, Grenzen aufzeigst, damit aus der Opferrolle ausbrichst und Respekt einforderst, wächst dein Selbstwertgefühl. Du wirst es automatisch nach außen ausstrahlen. Die Leute werden weniger Grenzen testen/ Grenzen überschreiten. Weil sie merken, dass sie es mit dir nicht machen können. 

bearbeitet von capitalcat
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vor 34 Minuten, capitalcat schrieb:

Ich denke das Ergebnis wird genau das Gegenteilige sein. Sobald du nicht mehr alles mit dir machen lässt, Grenzen aufzeigst, damit aus der Opferrolle ausbrichst und Respekt einforderst, wächst dein Selbstwertgefühl. Du wirst es automatisch nach außen ausstrahlen. Die Leute werden weniger Grenzen testen/ Grenzen überschreiten. Weil sie merken das sie es mit dir nicht machen können. 

Genauso ist es.

Ich kenne diese Situation aber aus umgekehrter Sicht.
Es gibt diese Art von Menschen, denen es einfach langweilig ist zuzuhören, weil diese einfach mal null autoritär sind.
Welchen Menschen hört man gerne zu? Genau den Interessanten, den Coolen, den Machern.
Ich höre jedem zu der mit mir spricht, weil ich so erzogen wurde. Bei manchen ist es aber einfach anstrengend, bis zum Schluss durchzuhalten.

Die Autorität die du brauchst, kriegst du wie oben beschrieben, wenn du Grenzen aufzeigst, Respekt einforderst, dich durchsetzt und dir soviel Platz NIMMST wie du brauchst.

Auch das gehört zum "Mann werden" dazu.
Setz dich durch, du bist wichtig :)

Gruß

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vor einer Stunde, capitalcat schrieb:

Ich denke das Ergebnis wird genau das Gegenteilige sein. Sobald du nicht mehr alles mit dir machen lässt, Grenzen aufzeigst, damit aus der Opferrolle ausbrichst und Respekt einforderst, wächst dein Selbstwertgefühl. Du wirst es automatisch nach außen ausstrahlen. Die Leute werden weniger Grenzen testen/ Grenzen überschreiten. Weil sie merken das sie es mit dir nicht machen können. 

Nee, da kommt dann "Mimimi." Weil die Leute nicht aus ihrer Täterrolle ausbrechen wollen.

vor 9 Stunden, Helmut schrieb:

Warum ist deine Freundin deine Mutter?

Alles Fotzen, auch Mutti! 🌹

 

vor 1 Stunde, Helmut schrieb:

Dann wär meine nächste Frage was es dir nützt dich jetzt immer noch als "hilfloser Sohn" zu fühlen.

Eigentlich hätte ich mir erhofft, daß Du es ihm mit Deinem psychologischen Hintergrund erklärst, warum es so ist. "Ich bin ok, Du bist ok", Kindheits-Ich (oder welches der drei es nun war.) Ich habs jedenfalls bei meinem Mobbing-Chef irgendwann bemerkt, wenn er mich (und andere Kollegen) mal wieder wie ein Schulbub abkanzelte, daß ich mich auch tatsächlich in genau so einer damaligen Schulsituation fühlte. Und seine Übergriffe irgendwann innerlich nicht mehr akzeptiert habe, worauf es "nur noch" lästige Unverschämtheiten waren, aber kein Durchgriff mehr auf mein Inneres und mein Selbstwertgefühl.

Ich glaube bei Verhaltensweisen wie Ignorieren und Anschweigen ist das im Sinne einer Desensibilisierung schwieriger zu beheben. Weil ja gerade "nix" stattfindet, wogegen man sich auflehnen kann. Wenn es eine Angst davor gäbe, daß keine Spinnen da sind...

Zumal wenn man da aufgrund seiner Kindheit noch besonders sensibilisiert bis traumatisiert ist. Bei mir war Ignorieren immer die Höchststrafe. Wenn man mal von einem Säbelzahntiger gebissen wurde, wird einen ein Foto davon immer triggern, auch wenn sie nun ausgestorben sind. Und beim TE leben sie ja noch, er wird ja tatsächlich von seiner vermeintlichen Freundin bzw. der Gruppe nicht akzeptiert und ausgegrenzt.

Ich glaube, die Leute die sich hier für ein vorzivilisatorisches Leben nach der Hackordnung einsetzen, waren dabei in ihrer Kindheit immer im oberen Drittel und finden das System daher gut. Es kann aber nur funktionieren, wenn es ein unteres Drittel und vor allem einige Parias und Sündenböcke gibt. Die von vorneherein nicht den Hauch einer Chance haben, höher zu kommen. Es ist per se nicht möglich, daß in einer Hackordnung alle oben stehen und die Empfehlung, sich hochzukämpfen daher nicht zielführend. Außer man hat es schon immer erfolgreich so gemacht. Dann wäre man aber erst gar nicht irgendwo unten.

Natürlich ist ein Großteil dessen was hier unter mangelnder Konfliktfähigkeit zusammengefaßt wurde eine Art erlernte Hilflosigkeit. Gegen Mütter, Lehrer und Mitschüler kann man sich als Kind nicht erfolgreich wehren, also läßt man es irgendwann ganz und bleibt auf der Elektromatte liegen. Spricht einiges dafür, sich das als Erwachsener mal bewußt zu machen und es zu überwinden versucht, wie es @botte und @Doc Dingo oben beschreiben. Also sehr früh, sehr zeitnah offen ansprechen. Setzt aber voraus, daß man überhaupt bewußt merkt, was gerade mit einem getan wird, und das auch noch in Worte fassen kann, die der andere versteht. Wenn mich einer was fragt und sich dann wegdreht, gehe ich davon aus, daß er mich gerade bewußt beleidigen oder meine Zeit stehlen will oder ein behindertes Arschloch ist, das es nicht besser kann. In allen Fällen sehe ich keinen Sinn darin, das anzusprechen. Kann natürlich schon einen Versuch wert sein, das mal so stuhlkreismäßig vorwurfsfrei anzusprechen. "Du hast mich gerade etwas gefragt, und als ich antworten wollte, hast du dich weggedreht. Dabei habe ich mich nicht gut gefühlt." Kommt dann vermutlich: "Ach?"

Ist ein Stück weit eine Mentalitätsfrage, ob man eher der Kämpfertyp oder der stille Leider ist.

Dich scheint es zu stören, daß Du leidest und scheinbar keine Handlungsoptionen hast. Kenne ich von mir. Ich ärgere mich dann über mich selbst, weil ich bestimmte Dinge nicht getan habe. Scheinbar aus Angst, Feigheit, Zurückhaltung oder irgendeiner anderen schlechten Eigenschaft, die ich mir dann zuschreibe. Kann aber auch einfach begründet gewesen sein, daß ich mich in einer Kosten-Nutzen-Abwägung *rational* entschieden habe. Z.B. indem ich in drei Sekunden um jemanden herumlaufe, der mir blöd im Weg steht, anstatt ihn drei Minuten lang zusammenzufalten, was er erbärmliche Kreatur mir hier meine Zeit stiehlt. Daheim denke ich mir dann, daß ich die blöde Sau schon hätte fertigmachen sollen. :)

Daher habe ich gelernt, einen Teil solcher Gedankenspiele als Unzufriedenheit mit mir selbst zu identifizieren und nach Möglichkeit einzudämmen. Ist einfach Hirnwichse, wo nichts dabei rauskommt. Ein Feuerwehr-Einsatzleiter, der den Rettungstrupp nach links zu der Gruppe am Fenster schickt, und dabei ersticken rechts zwei Kleinkinder im Bettchen, muß auch mit der Entscheidung klarkommen.

Ich habe so eine innere Sammlung von Ungerechtigkeiten, gegen die ich mich nicht gewehrt habe. Z.B. hat mich mal einer bei Ebay um 70 Euro betrogen. Nicht von vorneherein, aber mittendrin dann doch. Habe ich mit meiner Anwältin telefoniert und meine Handlung, "nix" zu tun war einfach die sinnvollste Lösung. Obwohl ich mich manchmal noch ärgere, daß ich ihn nicht wenigstens kostenlos angezeigt habe. Hätte ich aber auch bloß ein paar Monate später eine Einstellungsverfügung bekommen und mein Geld sowieso nicht. Also zwinge ich mich, das einzusehen, daß das meine *Entscheidung* war, und mich mit dem Gesamtergebnis abzufinden. Statt damit zu hadern, daß ich ja doch nur rumlaviere und nichts auf die Reihe bekomme und mich nicht wehre und mir alles gefallen lasse und ich hätte ja... Vermutlich auch nur so ein Kindheits-Ich-Gedöns, weil einem ständig alle Leute um einen herum erklärt haben, daß man nichts taugt, und man das nun als innere Stimmen gegen sich selbst übernommen hat.

In anderen Fällen tue ich aber wirklich was. Z.B. an der Kasse, wenn ich meine da stimmt was nicht. Neulich schon im Weggehen, weil mir an der Summe was komisch vorkam, doch noch den Kassenzettel verlangt, den sie dann kompliziert extra ausdrucken mußte. Da hatte ich entschieden: Mein Zweifel ist berechtigt, und die Stimme die sagt "ach geh doch einfach weiter" ist diese Kindheits-Konfliktscheue, die ich jetzt mal bewußt ignoriere und überstimme. Die Abrechnung war trotzdem korrekt, mein Verhalten aber auch. Und ich merke mir das ganz bewußt für zukünftige Situationen, wie ich an dem Punkt der Entscheidung war: schweigen oder was tun.

Wichtig für die innere Zufriedenheit ist mir dabei, daß ich mich als bewußt handelndes Wesen wahrnehme, und nicht als Getriebener innerer Ängste erlebe. So jedenfalls meine Zielvorstellung. ;)

 

 

bearbeitet von HerrRossi

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vor 7 Minuten, HerrRossi schrieb:

Nee, da kommt dann "Mimimi." Weil die Leute nicht aus ihrer Täterrolle ausbrechen wollen.

Da habe ich eine andere Beobachtung gemacht. Langfristig sollte man sich jedoch so oder so von solchen ungesunden Dynamiken und Menschen distanzieren. 

vor 10 Minuten, HerrRossi schrieb:

Ich glaube, die Leute die sich hier für ein vorzivilisatorisches Leben nach der Hackordnung einsetzen, waren dabei in ihrer Kindheit immer im oberen Drittel und finden das System daher gut. Es kann aber nur funktionieren, wenn es ein unteres Drittel und vor allem einige Parias und Sündenböcke gibt. Die von vorneherein nicht den Hauch einer Chance haben, höher zu kommen. Es ist per se nicht möglich, daß in einer Hackordnung alle oben stehen und die Empfehlung, sich hochzukämpfen daher nicht zielführend. Außer man hat es schon immer erfolgreich so gemacht. Dann wäre man aber erst gar nicht irgendwo unten.

Hängt mit Endeffekt mit der eigenen Resilienz zusammen. Es ist eine selbsterfüllende Prophezeiung, wenn man nach dem Mindset lebt, dass man sich aus den unteren Reihen nicht nach oben kämpfen kann. 

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vor 2 Stunden, DrHitch schrieb:

Ich denke, dass andere dann nicht mehr mit Rücksicht auf mich zugehen würden, wenn ich aus dieser "Opferposition" rausgehe.

Kann es sein... Ich hätte den Eindruck dass du ev. andere gerne führen lässt, Entscheidungen treffen lässt und so. Siehe zb.

Zitat

Bist du eher jemand der in einer Gruppe auch mal vorausgeht, oder eher der welcher mitgeht?

Du hast deiner anderen Erzählung nach eine Mutter die euch Geschwister versucht hat sauber abhängig zu machen. Sowas geht in der Regel wenn man die Idee vermittelt dass ihr alleine nicht klarkommt. Daraus werden dann oft - und prüf das bitte für dich, ohne dir von mir was einreden zu lassen - Erwachsene die sich lieber an andere "Entscheidungsmacher" anhängen als eigene Entscheidungen zu treffen.

Du hast nämlich recht: Wenn du aufhören willst dich wie der hilflose Bub zu fühlen der du damals warst, dann musst du damit rechnen dass andere keine Rücksicht auf dich nehmen. Bzw. besser formuliert: Sich nicht extra um dich kümmern.

Und da würd ich mal hinsehen: Ob du wirklich in dir selbst ein starkes "Ich schaffe mein Leben ohne die Hilfe anderer" findest. Oder ob sowas in der Art ein Grund sein könnte warum du andere auf ein Podest stellst und dir deshalb Sachen gefallen lässt.

vor einer Stunde, HerrRossi schrieb:

Eigentlich hätte ich mir erhofft, daß Du es ihm mit Deinem psychologischen Hintergrund erklärst, warum es so ist.

Warum es so ist weiß er eh. Die Frage ist für mich immer: Wenn wir als Erwachsene frühkindliche Muster weiterführen, warum ist das für uns effektiv? Weil solange du ein effektives Muster hat das dich gefühlt im Leben schützt wirst du es nicht ändern.

Der Trick für Dr.Hitch ist also rauszufinden warum es sinnvoll ist Opfer zu sein, anderen entsprechen zu wollen bzw. "Überinvest" zu leisten. Und dann seinem Bewußstsein eine alternative Verhaltensform anzubieten die genauso effektiv ist, das was Dingo und Botte so geschrieben haben.

 

bearbeitet von Helmut
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vor 7 Stunden, Doc Dingo schrieb:

Anders gefragt, wie kommst du zu der Annahme? Durch praktische Erfahrung oder sind das theoretische Modelle?

Praktische Erfahrung, allerdings nur mit meinem Vater: Immer, wenn ich mich selbstbehauptete, wurde ich "bestraft". Selbst, wenn ich nichts tat. Hier ist evtl. auch die Angst verankert. Danke dir und @capitalcat, da muss ich wirklich drüber reflektieren, ob ich weniger getestet werde, wenn ich zu mir selbst stehe. Ergibt natürlich Sinn, allerdings spielen da Konditionierungen mit rein. Worüber ich aber eben reflektiert habe, ist das, was @Helmut schrieb:

vor 5 Stunden, Helmut schrieb:

Kann es sein... Ich hätte den Eindruck dass du ev. andere gerne führen lässt, Entscheidungen treffen lässt und so. Siehe zb.

Du hast deiner anderen Erzählung nach eine Mutter die euch Geschwister versucht hat sauber abhängig zu machen. Sowas geht in der Regel wenn man die Idee vermittelt dass ihr alleine nicht klarkommt. Daraus werden dann oft - und prüf das bitte für dich, ohne dir von mir was einreden zu lassen - Erwachsene die sich lieber an andere "Entscheidungsmacher" anhängen als eigene Entscheidungen zu treffen.

Das, was du beschreibst, hat mich echt getroffen. Soviele vergangene Situationen ergaben plötzlich Sinn. Ich war eben die ganze Zeit draußen im Park darüber reflektieren/nachdenken. Ja, meine Mutter hat versucht uns abhängig zu machen und ja, genau indem sie uns vermittelt hat, dass wir niemals alleine klarkommen würden. Ich fühle mich manchmal auch besser, wenn man mir einen Rahmen/Grenze gibt, in der ich mich entfalten kann. Allerdings liebe ich es mehr, wenn ich führe. Nur, in solchen Konstellationen wie mit dieser Freundin, wo man mir die Aufmerksamkeit komplett entzieht, da wage ich es mich nicht zu führen, einfach, weil ich wieder in alte Muster falle.

Obwohl ich seit 7 Jahren schon alleine lebe und alles alleine auf die Kette kriege, habe ich wirklich irgendwo in mir drin das Gefühl, dass ich alleine nicht klarkommen könnte, dass ich der Realität nicht gewachsen war. Deswegen auch schlechte Freundschaften und Beziehungen, weil ich gedacht habe, dass ich ohne diese Menschen nicht klarkäme. Da ich gedacht habe, ich käme nicht mit der Realität klar, konnte ich mir auch nicht vertrauen.

Als ich @bottes Beitrag las, wusste ich, dass ich an meiner Konfliktlösungsfähigkeit arbeiten muss, ich googlete was und fand den Satz "Sie dürfen Dinge nicht persönlich nehmen, sondern Sie müssen hinter die Fassade schauen". Als ich dies tat, erkannte ich auch, warum meine Mutter uns alle so krass abhängig gemacht hat: Sie wollte unbedingt, dass wir bei ihr bleiben, damit sie nicht alleine ist. Da sie nicht alleine klarkommt, hat sie uns vermittelt, dass wir sie brauchen und ohne sie nicht klarkommen. D.h., dass sie mir diese Lüge quasi eingetrichtert hat, sodass ich daran glaube. Also, komme ich eigentlich doch ganz gut im Leben klar. Mindsets implementiere ich schnell, wenn ich sie verstanden habe, und gerade verstehe ich auch, dass sie es nicht aus Boshaftigkeit tat, sondern einfach nur, dass sie nicht alleine bleiben wollte.

Zitat

Du hast nämlich recht: Wenn du aufhören willst dich wie der hilflose Bub zu fühlen der du damals warst, dann musst du damit rechnen dass andere keine Rücksicht auf dich nehmen. Bzw. besser formuliert: Sich nicht extra um dich kümmern.

Und da würd ich mal hinsehen: Ob du wirklich in dir selbst ein starkes "Ich schaffe mein Leben ohne die Hilfe anderer" findest. Oder ob sowas in der Art ein Grund sein könnte warum du andere auf ein Podest stellst und dir deshalb Sachen gefallen lässt.

Dieses "Ich schaffe mein Leben ohne die Hilfe anderer" wurde seit dem ich deinen Text gelesen und bis eben reflektiert habe etwas stärker. Ich weiß, dass ich sowas nicht von heute auf morgen löse, aber ich erkenne ziemlich genau, dass ich alles bis jetzt alleine geschafft habe (eigene Wohnung, Finanzen, Bachelor, Master, Auslandsaufenthalte), und früher immer dachte, dass ich es nicht alleine schaffen könnte. Das Witzige ist: Meine Mutter ist streng gläubig und hat mir früher oft eingeredet "Hitch, ich bete für dich, nur weil ich für dich bete, schaffst du es in deinem Leben soweit". So abergläubig wie ich als Kind war, habe ich das aufgenommen, teilweise unbewusst bis ins Erwachsenenalter: Ich konnte mich über meine Erfolge nicht freuen, weil ich "gewusst" habe, dass ich nicht alleine es geschafft habe, sondern meine Mutter dies für mich so eingerichtet hat.. wie lächerlich..

Zitat

Der Trick für Dr.Hitch ist also rauszufinden warum es sinnvoll ist Opfer zu sein, anderen entsprechen zu wollen bzw. "Überinvest" zu leisten. Und dann seinem Bewußstsein eine alternative Verhaltensform anzubieten die genauso effektiv ist, das was Dingo und Botte so geschrieben haben.

 

Warum ich das "Opfer" spiele: Weil ich denke, ich käme nicht alleine klar und andere lieber führen lasse. UND, weil ich denke, ich würde sowieso alles falsch machen, wenn ich führen würde.

Alternative Verhaltensform? Hm.. ich denke, zu erkennen, dass ich sehr wohl alleine klar komme und nicht mehr in die Opferposition zu gehen. Und vor allem, Dinge nicht persönlich zu nehmen und Konflikte anzugehen, statt ihnen auszuweichen: Sagen, was einem stört, Grenzen aufzeigen.


Edit: Danke dir vielmals @Helmut, deine Antwort hat echt gesessen und ich denke bis jetzt noch drüber nach, sehr hilfreich!

 

Edit 2: Es ist wirklich komisch, wenn ich das hier so hinschreibe. Aber ich erkenne, dass ich Dinge unbewusst persönlich genommen habe, genau um in diese Opferposition zu landen, damit sich andere um mich kümmern.

bearbeitet von DrHitch
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@DrHitch

Ich hab hier im Frankfurter Lair einen "No more  Mr. Nice-Guy"  Workshop am laufen. Einige der Aspekte die hier genannt wurden finden sich indirekt auch in den gleichnamigen Buch von Dr. Glover wieder - vor allem die Verhaltensweisen die man sich angewöhnt hat um in der Familie als Kind zu überleben und als Erfahrungswissen später genutzt werden um im sozialen Umfeld zu bestehen - zum Teil aber leider ausgesprochen ungünstig sind. 

Aus meiner Sicht könnte es sinnvoll sein, dass Du mal ganz unabhängig vom aktuellen geschehen mal das Buch für Dich durcharbeitest.
Im besonderen weil die "Breaking-Free" Aktivitäten aus dem Buch viele dieser Themen aufgreifen und geeignete Veränderungsprozesse einleiten.

Dazu gehören dann auch andere Verhaltensweisen.




 

bearbeitet von C_h_o_p_i_n

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vor 10 Stunden, DrHitch schrieb:

Praktische Erfahrung, allerdings nur mit meinem Vater: Immer, wenn ich mich selbstbehauptete, wurde ich "bestraft". Selbst, wenn ich nichts tat.

Also wenn du nix getan hast, dann hast du dich auch nicht selbst behauptet. Du hast es evtl. mal versucht und der Versuch wurde im Keim erstickt.  Sowas innerhalb der Familie is n recht komplexes Thema, ich weiß jetzt auch nicht wie euer Verhältnis allgemein ist.

Du solltest kleiner anfangen. Z.b. in solchen Situationen wie mit deiner Freundin. Natürlich ist das erstmal nicht angenehm, da liegt die Versuchung nahe den einfacheren Weg zu gehen und es über sich ergehen lassen. Aber wie gesagt, dann wird dir das immer wieder passieren weil die Leute unbewusst merken dass sie es machen können.

Es sollte sich halt durch praktische Erfahrung ein Mindset etablieren das dir sagt "es ist ok wenn ich zu mir und meinen Bedürfnissen stehe und nicht alles runterschlucke". Dauert n bisschen aber es lohnt sich. Und man sollte auch nicht die Flinte zu früh ins Korn werfen wenn man mal auf Widerstand stößt. Dass man auf Widerstand stößt is völlig normal und gehört zum Leben. Wenn viele Individuen aufeinander treffen is es normal dass es aufgrund verschiedener Mindsets zu Reibungen kommt. Und da musst du eben deine Grenzen aufzeigen, Ansagen machen und Menschen auch mal aussortieren welche dir nicht gut tun.

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Letzten Endes halten die Leute dir nur den Spiegel vor.

Also so wie die Leute auf dich reagieren, so ist dein Standing dann eben auch.

Sie ignoriert dich, weil Sie dich nicht ernst nimmt.

Klingt hart, ist aber so.

Hättest du ne breite Brust, würde Sie sich solche Mätzchen nicht erlauben.

Vor allem das Bloßstellen vor der Gruppe. Brennst du da nicht direkt einen gegen, bist du in der Hierarchie am Arsch.

Von daher ist hier das Wort "Freundin" auch mit Vorsicht zu geniessen.

Du musst für dich klar machen, dass du wertvoll bist.

auduiyf95j9.jpg

Wenn du das von Nimoy Gesagte verinnerlichst und ausstrahlst, kann dir jeder mal in den Arsch gucken.

Du kannst nicht erzwingen, dass dich jeder geil findet, aber du kannst dich selber geil finden.

Findest du dich nicht geil, dann stelle dir vor, wie du gerne sein würdest und arbeite dich dahin.

 

Aber eben, wenn du dich selbst als wertvoll erachten würdest, hättest du ihr direkt gesteckt, dass es nicht okay ist, dass Sie dich einfach ignoriert.

Ich meine, wo kommen wir denn da hin? Hallo?!

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Am 12.3.2018 um 01:09 , DrHitch schrieb:

Hallo liebe Community,

 

Hallo Dr Hitch!!

 

Wen wundert Es? Ich kenne genau das selbe Problem. Ich war schon der Ignorierte, der Ignorierende ( wenn auch nicht SO extrem ) und hab solche Szenen schon mind. 1000 mal direkt oder indirekt mitbekommen. Gerade in der Schule gab Es solche Fälle  doch recht oft und die Hierarchie bzw. Gruppendynamik war noch viel offensichtlicher zu erkennnen. Da habe ich schon viel härtere Fälle als deinen gesehen, was deinen natürlich nicht schmälern soll.

Meiner Meinung nach solltest du 1. anerkennen, dass du damit, dass du das Problem angesprochen hast, einen guten und wichtigen Schritt gemacht hast. Fällt dir vllt momentan schwer, aber glaub Mir, die allermeisten Leute hätten nach so einem Wochenende einfach die beleidigte Leberwurst gespielt oder so getan, als wär ncihts gewesen ( und sich innerlich gefreut, dass man endlich wieder Aufmerksamkeit/Anerkennung von dieser Person bekommt ), aber die Allerwenigsten haben die Eier, sowas direkt anzusprechen. Natürlich befürchten SIe, dass daraus ein Riesenstreit entsteht, Kontaktabbruch, whatever. Aber genau da liegt wieder das Problem:
Man steht sich selbst im Weg. Man drängt sich in eine Rolle, bzw. wird auch von AUßen dorthin gedrängt, aber nicht in dem Sinne, dass Es unmöglich wär, dagegen zu halten.

Man wird nicht unbedingt zum Fußabtreter ( wobei auch das vorkommen kann ,wenn man nicht aufpasst ), aber man wird schon als minderwertig behandelt und angesehen, bzw. läuft das nach dem Motto "Du bist minderwertiger als Ich", "Du bist minderwertiger als unsere ganze Klasse" etc. Was in deinem Fall der Auslöser war, werde ich leider nicht ergründen können , da ich deine Freundin nicht kenne.

So ins Blaue hinein geschossen würde ich vermuten, dass du da gar nicht so falsch liegst ( Mittelpunkt/QUeen der Gruppe bleiben, falls Sie das sonst ist ), aber das kann auhc ganz banale Gründe wie "Ich habe keine Lust auf Dich" oder "Eigentlich wollte ich das Wochenende mit meinen Freunden, aber nicht mit DRHITCH verbringen".

Das kannst du vermutlich besser einordnen als Ich.

Dass Sie das jedoch nicht bemerkt hat und Es Ihr nicht aufgefallen sei, ist 100% völliger Quatsch. Vllt redest du auch so leise wie die Eichhörnchen Sex haben, aber ich halte Es für Unmöglich, dass einem sowas nicht auffällt. Ok, bei 1 mal, vllt auch 2 oder 3 mal. Aber ein ganzes Wochenende?? Sorry, da müsste die Dame schon extrem auf den Kopf gefallen sein.

 

Tut am Ende aber auch Nichts zur Sache, denn Es geht am Ende , wie so oft, nur um den Punkt, dass Sie Es macht, weil Sie Es machen kann! Sie hat von DIr keine ernsthaften Konsequenzen erwartet oder vllt sogar einen Schluss der Freundschaft in Betracht gezogen, so Ferndiagnosen sind da immer schwer. Aber man kann auf jeden Fall davon ausgehen, dass Sie sich dachte "Es gibt keine Konsequenzen" oder "Die Konsequenzen sind minimal, da kann ich ihn auch mal ignorieren, wenn mir seine Frisur nicht passt".

So doof Es klingt, aber auch hier trägt man eine eigene Schuld an der Situation, auch wenn das in keiner Weise solch ein Verhalten rechtfertigen soll.

Nur wie kommt sowas zu Stande?

Die 2 Hauptfaktoren sind meiner Meinung nach immer 1 Ausstrahlung 2 Verhalten, wobei Ausstrahlung mehr Einfluss hat. Letzlich beeinflusst sich Beides jedoch gegenseitig ( Auch gut beschrieben in 6 Säulen des Selbstwertgefühls ) und so sind die beiden Faktoren ebenbürtig in der Wichtigkeit für das Selbstbild und somit auch vor Allem für die Wahrnehmung von Außen durch andere Personen.

Da könnte ich jetzt 1 Millionen Beispiele anführen.

Aber sagen Wir mal so: Ein überaus charamanter und erfolgreicher Mann kann sich durch eine dämliche AKtion ins Abseits katapultieren ( in der Außenwahrnehmung ), wie sich ein typisches Opfer mit einer entsprechenden Aktion zum Mann des Abends mach kann. Hast du bestimmt auch schon erlebt, vllt nicht so offensichtlich, aber es passiert täglich.

 

Man stellt sich selbst ins Aus. Das Blöde ist eben, dass Wir IMMER ins uns stecken und somit IMMER eine andere Wahrnehmung von Uns haben, als Andere. Alleine deswegen, weil Wir unsere Gedanken kennen und denken, welche Andere eben nicht eben so lesen können ( wobei... :D ).

Dass Wir immer daneben liegen, ist vllt bischen übertrieben, denn natürlcih gibt Es z.B. Leute, denen ihre Außenwirkung sehr bewusst ist und die ihren Charme "spielen" lassen, um gewisse Ziele zu erreichen, besser leben zu können etc. Leute, die z.B. wissen: "Ich wirke schön auf Frauen. Ich sehe sehr gut aus" und eben genau das entsprechend ausstrahlen und danach handeln, weil Sie eben davon ÜBERZEUGT sind. Da liegt auch schon der Knackpunkt: DIe eigene Überzeugung ist einer der Hauptantriebe für dein Denken, Handeln und eben deiner Ausstrahlung. Wenn du davon überzeugt bist, dass du immer um AUfmerksamkeit kämpfen muss, erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass du Es wirklich muss, drastisch. Selbst wenn Es nur gefühlt ist, ist Es für dich real, da Es eben auch deine Realität bestimmt, für dich ist Es so, wie du denkst.

Gerade bei solchen GEschehnissen, die sich so früh verankert haben, wie bei Dir durch das Verhalten deiner Mutter, sind wir oft entweder blind oder wir erkennen Es , aber sind machtlos. Wir könnten schon was tuen, für Außenstehende wirken die Probleme auch oft easy oder sogar lächerlich. Aber da Sie für Uns gefühlt so präsent und stark sind, schlagen Sie sich eben auf unsere gesamte Person und das Verhalten wie Denken nieder. Emotionen sind in solchen Dingen ( oder eigentlich im ganzen Leben ) ein wichtiger Dreh und Angelpunkt. Wenn Es dir z.B. völlig egal wäre, wie dich deine Freundin behandelt, würde Es den Thread nicht geben. Oder wenn Es einfach nur irgendeine Frau gewesen wär die zufällig mit auf der Party war, ,mit der du aber nichts am Hut hast ( und die vllt noch hässlich as fuck ist, um das Beispiel eindeutiger zu machen ).

Wenn dich eine 200 KG Hühnin mit KFC Bucket unterm Arm und schmutziger Kleidung ignoriert und du Sie zum ersten Mal siehst, denkst du doch auch einfach "Dann halt nicht" und wendest dich anderen Leuten zu. Eine gute Freundin bedeutet einem dummerweise etwas mehr ^^

 

Bevor Ich wieder zu weit abschweife: Der Punkt ist, dass man von Außen oft anders wahrgenommen wird, als man sich selbst wahrnimmt. Nicht unbedingt als ganze Person ( das sind meist eher die Extremfälle ), aber in bestimmten Punkten. Du denkst z.B. du wärst voll der soziale Typ und offen für Alles, aber in Echt sitzt du mit eingezogenen Schultern in der hintersten Ecke und verfällst in deinen Gedanken, statt mit den Leuten zu reden.

 

In deinem Fall scheint Es so zu sein, als ob du eigentlich ein gutes Wochenende hattest und das ignoriert werden durch deine Freundin das einzige Problem war, der Rest der Gruppe mit dir aber gut klar kam ( und du mit Ihnen ). Das heißt letzlich, dass du die ganze Sache auf ein Problem zw. dir und deiner Freundin runterbrechen kannst. Denn wenn du so unerträglich wärest, hätte dich der Rest der Gruppe ebenso ignoriert. Dennoch musst du dich fragen, ob Es wirklich NUR an Ihr liegt.

Denn oft sabotiert man sich auch selbst. Mal ganz banal: In deinem Fall z.B. könnte Es ja auch sein, dass dieses "Trauma" von damals durch das ignoriert werden so tief sitzt, dass Es dich unbewusst in Gesprächen mit Frauen "behindert", sabotiert. Du hast dann z.B. wirklich so leise gesprochen, dass Sie Es nicht hören konnte, standest zu weit weg oder außerhalb ihres Sichtfelds und spinnst dir dann im Kopf zu Recht, dass Sie dich doch hätte hören müssen und extra ignoriert habe.

Ist halt ein sehr banales und extremes Beispiel, sowas läuft meist in kleinerem Maße und viel subtiler ( und zudem unbewusst ) ab. Ich kann mcih von solchen Nummern nicht frei sprechen und ich bezweifel, dass Es einen Menschen gibt, der noch nie der Selbstsabotage zu Opfer gefallen ist, ohne Es bewusst zu merken ( oder eben sehr viel später ).

 

Es gibt garantiert viele gute Möglichkeiten und Techniken, solche Dinge freizulegen, ob durch psychologische Kniffe oder Meditationen etc.

Ich bin aber ein Fan davon, einfach die richtigen Fragen zu stellen. Oft führt einen das schon in die richtige Richtung ( wobei so Dinge wie Freewriting gern gesehen Gäste in meinem Repertoire sind, um mit mir selbst klarzukommen ^^ ).

Bei Dir würden Mir vor allem Fragen wie:
Hat Sie dich wirklich absichtlich ignoriert? War die Situation, bzw. die Situationen wirklich so eindeutig? Oder warst du doch der Typ in der hintersten Ecke, den man wirklich nicht reden gehört hat?

Da sich das bei Dir das ganze WE so durchgezogen hat und du mit dem Rest der Gruppe klar kams, gehe ich mal von aus, dass die Antwort auf die 3. Frage schonmal Nein lautet.

Dann machst du einfach weiter:
Welche Gründe kann Sie dafür haben??
Ist vorher etwas vorgefallen, aufgrund dessen Sie sauer auf dich war? Du kennst Es ja z.B. aus Beziehungen, der Mann macht was, Frau ist angepisst und der Mann weiß nicht warum. Ist sowas möglich, hast du irgendwas getan oder gesagt, was Sie vielleicht verletzt oder verärgert hat?

Gehe einfach mal alle Möglichkeiten durch, auch wenn Sie banal oder zu sehr "out the box" gedacht sind, werf einfach mal die Beleuchtung aus ALLEN Richtungen an und filter dann die möglichen und realistischen Möglichkeiten raus.

Du hast ja schon ein wenig damit angefangen indem du die Möglichkeit in den Raum geworfen hast, dass Sie vllt so Etwas wie die Queen, die Alphafrau der Gruppe bleiben möchte und dich klein hält. Könnte aber genauso ein Problem in ihrem Selbstwertgefühl sein, dass Sie Angst hat, du würdest Sie überschatten. Vllt steht Sie auch auf Einen aus der Gruppe und der hält nicht viel von Dir. Vllt hat Sie auch einfach gehofft, mal ein WE mit ihren anderen Freunden zu verbringen und du hast dich sogesehen aufgedrängt, indem du meintest, dass du gern am WE mitkommen würdest etc.

Du warst eben dabei, du kannst dir die richtigen Möglichkeiten rausfiltern und die richtigen Fragen stellen.

 

Damit gehst du eben immer tiefer, bist du bei so Sachen wie "Warum ärgert mich das so?`", "Wie kann ich lernen, damit umzugehen?" etc. ankommst.

Wichtig ist am Ende, in einer PROAKTIVE Denk und Handlungsweise zu landen. Du darfst dir gerne Zeit nehmen, darüber nachzudenken, aber wenn Es dich tagelang nur runterzieht und du dich gedanklich im Kreis drehst, denkst du falsch. Ist kein Vorwurf, ich kenne das von Mir selbst SEHR SEHR gut.

Ist eben auch leichter gesagt als getan, aber es funktioniert. Wenn man die richtigen Fragen stellt oder toxische von produktiven/proaktiven Gedanken trennen kann, bzw. Sie erkennen kann, ist man auf dem bestmöglichen WEg, das Problem für sich zu lösen.

 

Am Ende stellt sich bei Mir in 90% der Fälle die selbe Frage: Welche Konsequenzen ziehe ich daraus? Was geht nicht mehr, was geht? Was mache ich nicht mehr, was mache ich stattdessen?

Frag dich mal, ob deine Freundin wirklich so eine gute Freundin ist, wie du dachtest.

Wie oft sind mir schon die Schuppen von den AUgen gefallen, weil Ich erkannt habe, dass der Typ, mit dem ich die letzten 2 Jahre 2 mal die Woche abgehangen habe, doch kein Freund ist ( und manchmal sogar der schlimmste Feind wird ). Wie oft habe ich das über 3 Ecken erfahren, wie "ein guter Freund" über mich herzieht, wenn ich nicht da bin. Oder dass Jemand neidisch auf dies ist oder mich wegen x absolut nicht ausstehen kann nud immer nur auf nett macht um keinen Streit vom Zaun zu brechen.

Wie oft hat Jemand was getan und obwohl Er nichts davon gecshnallt hat, war das für mich der Moment, mich von der Person zu distanzieren.

 

Versteife dich auf jeden Fall nicht zu sehr auf so Dinge wie "Sie ist meine beste Freundin, also kann x oder y ja nicht sein". Einer meiner größten Steine im Weg war z.B. immer mein Vater und dabei bin ihc mir 100% sicher, dass Es in 90% der Fälle nichtmal Absicht ist, sondern er es einfach nicht besser weiß, bzw. sich selbst oder sein Verhalten eben anders einschätzt oder nicht genug kennt, um die Effekte abzuschätzen. Er verhält sich nämlich nicht nur seinen Söhnen gegenüber so ;)

Wichtig bei den Fragen ist, so unvoreingenommen wie möglich ranzugehen, zumindest für Mich. Klar, man kann Es nie ganz abschalten, aber die Möglichkeit, die Situation aus ALLEN Richtungen zu beleuchten, sollte man sich nicht nehmen, da Sie extrem viel zum Durchblick beitragen kann.

 

Junge ich werd garantiert irgendwann nochmal hier reinschreiben, weil ich locker die Hälfte vergessen habe.Ist ja trotzdem ein richtiger Roman geworden.

Auf jeden Fall würde ich gerne noch paar Gedanken zu einigen Textstellen äußern, ob du was damit anfangen kannst, wird sich zeigen.

Am 12.3.2018 um 01:09 , DrHitch schrieb:

Meine gute Freundin hat mich die ganze Zeit ignoriert und sie hat mich unterbrochen, wenn ich mit anderen reden wollte. Sie sagte gegen Ende, dass sie es nicht mit Absicht tat, also, dass es unbewusst war, aber das zeigt dann doch nur noch mehr, dass sie mich geringschätzt, oder?

Da fängst du ja schon mit der Fragerunde an ^^ Gar nicht so dämlich, sich den Blickwinkel anderer Personen dazuzuholen.

An sich würde ich dem, so per Ferndiagnose, schon zustimmen. Denn warum sollte man sonst Jemanden ignorieren?
Doof nur: Es kann auch  genau das Gegenteil sein: Vllt schätzt Sie dich auch sehr, aber hatte einen Grund für die Ablehnung ( in dem Falle müsstest du irgendwas getan haben, was Sie enttäuscht, verärgert oder verletzt hat ).

Wie gesagt, diese Tuchfühlung kannst leider nur du durchführen, da du dabei warst und deine freundin kennst. Wir stochern hier oft nur im Dunkeln rum und versuchen, den richtigen Schalter zu treffen.

Am 12.3.2018 um 01:09 , DrHitch schrieb:

Ich habe mich mit ihren Freunden ziemlich gut verstanden und wir hatten sehr viel Spaß, aber ich habe mich während der meisten Zeit des Trips unwichtig gefühlt, weil sie sehr oft auf nichts reagierte, was ich ihr sagte/tat. Und dadurch auch Kopfschmerzen bekommen, weil ich in eine ungesunde Dynamik reingedriftet bin, in der ich ständig Aufmerksamkeit gab, aber mir den Kopf zerbrach, was ich tun müsste, um was zurückzubekommen. Gegen Ende reagierte ich selbst immer weniger auf sie, trotz schlechten Gewissens, um mich einfach zu schützen.

Überleg doch mal: Da liegt schonmal einer der Hasen begraben. Es ist schonmal gut, dass du selbst erkennst, dass du in eine ungesunde Dynamik hineingedriftet bist. Kenne Ich auch und passiert leider. Was ich mit der Zeit notgedrungen lernen musste, ist, dass das Kopf zerbrechen ( und ich hab schon sehr viele Stunden mit Grübelei verschwendet ) der Anfang von Allem Übel ist. Es gibt meist einen Auslöser, aber das Kopf zerbechen alleine ist schuld, dass Wir uns "aus dem Spiel" nehmen und lieber denken statt handeln. Dass Wir Uns so sehr auf ein Problem versteifen, dass Wir uns machtlos oder hilflos fühlen und uns überhaupt erst runterziehen und schlecht fühlen.
Dass Jeder selbst für seine Emotionen verantwortlich ist , ist gar nicht mal so abwegig. Denn klar, Sie kommen oft wie von allein, aber Es liegt ins unserer Hand, wie wir damit umgehen und wie viel Raum wir Ihnen geben. Irgendwann gelangt man sogar an den Punkt, an dem man selbst einen gewissen Einfluss hat, welche Emotionen überhaupt entstehen oder wahrgenommen werden. Dennoch wird jeder Opfer dieser plötzlich auftauchenden, unangenehmen Emotionen und Gedanken.

Dein Fehler lag letzlich darin, dich da reinzusteigern. Hättest du Es einfach abgenickt und dann eben Spaß mit den Anderen gehabt, heißt, hättest du dich davon einfach nicht beunruhigen lassen ( einfach ist natürlich einfach gesagt ) , hättest du dieses, für dich gefühlt sehr großes Problem, überhaupt nicht. Es würde NICHT existieren!

Wer weiß, vllt hätte Sie dich dann auch nicht mehr ignoriert? So oder so schließt sich hier aber wieder der Kreis mit der Selbstsabotage.

Wie oft habe ich ewig über etwas gegrübelt, mich von einem Kommentar, der vllt ncihtmal böse gemeint war, runterziehen lassen etc.? Millionen mal, rein geschätzt. Nur irgendwann habe ich gemerkt, dass ICH mehr Schuld daran trage, als die Person, von der so ein Kommentar kommt. Denn ICH entscheide doch am Ende, was ich davon halte und wie ich mich damit fühle. Bzw. ich kann mich immer entscheiden, nur oft steckt man so tief drin, dass man die Möglichkeit gar nicht sieht oder in Betracht zieht.

Am Ende kann ich aber mit guter Gewissheit sagen, dass die meiste Zeit, die ich mit solchen Grübeleien und Situationen verbracht habe, verschwendet ist und kontraproduktiv war. Dieses proaktive Handeln war früher für mich leider in weeeeeeiiiiiiiter ferne und manchmal gehts mir auch heute noch so.

Denn in solchen Situationen habe ich später dann einfach eben solche Fragen wie oben beschrieben angewendet, oft mit dem Zusatz, Es mit Humor zu sehen bzw. die Situation gedanklich ins Lächerliche zu ziehen. Später ging dieser gewisse Schutz mehr ins Unterbewusstsein über und man reagiert gelassener auf solche Dinge.

 

Überleg doch mal : Warum trifft dich das so? Warum verspürst du den Drang, dich so intensiv damit zu becshäftigen??? Wäre Es nicht viel leichter gewesen, Es hinzunehmen und dich mit etwas sinnvollerem ( in dem Fall den anderen Menschen ) zu beschäftigen? Wäre doch eigentlich das erste, was einem einfällt,w enn man das mal rein rational und nicht mit diesem emotionalen Ballast oder Einfluß sieht. Jeder Außenstehende, der deine Freundin nicht kennt, würde sich das denken. Warum nicht einfach mit den Anderen reden, wenn Sie nicht reden will?

Dass die Situation also die Emotionen von früher mit deiner Mutter getriggered hat, ist also ein guter Schluß, denn du da gezogen hast. Aber frag dich mal, ob dich die Situation mit deiner Freundin wirklich so emotional getroffen hat, also "neue" Emotionen ( nicht im Sinne von nie gespürt, aber allein durch diesen Moment erzeugt ) entstanden sind oder ob Sie dir nicht einfach nur aufgewärmte, alte Gefühle aufgetischt hat, die dich schwer treffen, aber eigentlich ein Überbleibsel deiner Vergangenheit  und in dieser Situation übertrieben bzw. unangemessen sind, fehl am Platz. Sie haben praktisch eine Zeitreise gemacht und ohne diese Überbleibsel, also wenn du das nicht durch deine Mutter gekannt hättest, hätte dich die Situation gar nicht so getroffen, oder du hättest statt verletzt und machtlos aggressiv oder gleichgültig reagiert. Oder mit Humor. "Wasch dir mal die Ohren!".

Am 12.3.2018 um 01:09 , DrHitch schrieb:

Ich habe mich sehr leer und erschöpft gefühlt, weil mir aufgefallen ist, dass ich viel mehr Aufmerksamkeit gebe, als ich von ihr bekomme. Sie tut oder sagt Dinge und ich reagiere drauf, im Gegenzug jedoch reagiert sie gar nicht bzw. nur minimal auf meine Aussagen. Ich hatte das Gefühl, dass sie mit Aufmerksamkeit "handelt"... Anfangs habe ich freedom-from-outcome-like einfach auf sie reagiert, mir nichts dabei gedacht, aber als ich merkte, dass sie mich wie Luft behandelte, selbst wenn ich neben ihr stehe und sie was frage, habe ich mich immer schlechter gefühlt. Ich merkte erst im Nachhinein, dass sie mich kaum beachtete und ich dadurch unbedingt wollte, dass sie auch Aufmerksamkeit in mich investiert.

Und da sind wir schon beim handeln. Durch diese Verblendung durch Emotionen oder unserer eingeschränkten Sicht der Dinge handeln wird oft enstprechend. Man grübelt sich den Kopf kaputt, fühlt sich kacke und kommt dann mit einem Plan, der genau in die falsche Richtung läuft. Und zwar noch weiter rein in das Problem.
Statt Ihr einfach die Aufmerksamkeit zu entziehen, wie Sie Es verdient hätte, versuchst du umso mehr, Es Ihr Recht zu machen und Sie zu einer Reaktion zu "provozieren". Bei den meisten Leuten ( oder bei den meisten Problemen und SItuationen ) führt genau das dazu, dass das Problem noch größer wird. Manche machen sowas sogar extra, für die ist Es dann wie eine Genugtuung oder Spaß, denjenigen, den man ignoriert ( oder verletzt, beleidigt ), zappeln zu lassen und zu sehen, wie Er damit nicht klar kommt.

In solchen Situationen bleibt immer nur : Situation verlassen, die Person mit ihrem Problem allein lassen ( in dem Fall also Sand in der Muschi ) oder SOFORT klären. Alles andere führt zu diesen kontraproduktiven Grübeleien und emotionalen Tiefs. Statt Sie im Zug anzusprechen, einfach DIREKT ansprechen. Oder Sie eben machen lassen und dich mit anderen beschätigen.

Wenn Es aber über so einen langen Zeitraum geht, bleibt dir meist nur die Möglichkeit, sofort zu handeln, da Es sonst wie eine Wolke über der ganzen Gruppe hängt. Sowas kriegt man ja oft mit. Wobei Es immer ebenso legitim ist, sich nicht darauf einzulassen, solange man eben wirklich so damit abschließt und dann nicht da sitzt, um sich den Kopf zu zergrübeln oder Aktionen zu bringen in der Hoffnung, Es Ihr "Recht zu machen".

Heißt: Wenn Es dich kümmert und du keinen Weg siehst, Es so sein zu lassen und dich gut damit zu fühlen, bleibt dir nur die Konfrontation. Aber sich so runterziehen oder sogar zu "verzweifelten" Handlungen hinreißen zu lassen, führt immer nur zu mehr Problemen. Da spreche ich leider aus ERfahrung.

 

Am 12.3.2018 um 01:09 , DrHitch schrieb:

Als wir soeben im Zug saßen, auf dem Weg nach Hause, habe ich sie darauf angesprochen. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr Verhalten nicht mochte dieses WE. Ich sagte ihr, dass sie mich ständig unterbrach und mich auch oft "hängen" ließ, wenn ich sie in der Gruppe etwas fragte. Sie meinte, dass es nicht Absicht gewesen wäre und es ihr leid tut.

Kannst du vermutlich als Bullshit abstempeln, wenn die Situationen wirklich so eindeutig waren, wie von dir beschrieben.

Am 12.3.2018 um 01:09 , DrHitch schrieb:


Und hier ist mein Problem: Ich wurde in der Kindheit auch genau so von meiner Mutter behandelt, sprich, ich habe nie wirklich Aufmerksamkeit bekommen, sondern mir wurde welche entzogen. Ich falle dann wieder in alte Muster, wo ich denke, "perfekt" sein zu müssen, damit man mich beachtet. Und genau so habe ich bei dieser Freundin reagiert: Ich hatte ständig Spannungskopfschmerzen, weil ich, egal was ich tat, nicht wahrgenommen wurde und das Gefühl wieder hochkam, dass ich unwichtig bin, nicht ok bin, dass ich mich mehr anstrengen müsste, um auch gemocht zu werden. Ich hatte das Gefühl, abgelehnt zu werden.

Genau davon habe ich oben ja schon geschrieben. Letzlich ist es vermutlich mehr das alte Muster, dass dich da so wurmt, als die aktuelle Situation.

Wie kannst du das für dich klären, wie kannst du Es akzeptieren oder sogar damit ins Reine kommen?

Am 12.3.2018 um 01:09 , DrHitch schrieb:

Und das ist das, was ich am meisten hasse: Ich kriege dieses Problem nicht weg. Ich habe in solchen Momenten das Gefühl, dass alle Menschen sie selbst sein können und ich dann nicht. Ich denke dann immer, dass ich mich mehr anstrengen muss und ja nicht negativ auffallen darf. Liegt es speziell am Umgang mit "schlechten" Menschen, dass ich mich so fühle? Denn bei anderen guten Freunden fühle ich mich nicht so, da fühle ich mich gewertschätzt und "am richtigen Fleck". Nur bei Menschen, die kaum auf mich reagieren, da fühle ich mich mit jedem weiteren Aufmerksamkeits-Invest minderwertiger und minderwertiger.

Ist ein INneres Problem, ein Problem mit deinem Selbstwert. Ich kenne das aus meiner Pubertät ( und darüber hinaus ).Vor Allem auch das Gefühl, nicht Ich sein zu dürfen, mich nicht auszuleben und die Unsicherheit: Ich wollte eben auch nie negativ auffallen.

Da könnte ich jetzt noch so einen ellenlangen Text schreiben, aber verzeih mir bitte, dass ich mir das jetzt spare.

Im Grunde kann ich dazu sagen: Ich kenne das und meist liegt die Ursache eben darin: Es sind gute Freunde, man kennt Sie meist länger, liegt ungefähr auf einer Wellenlänge, man fühlt sich unter Gleichgesinnten. Man ist überzeugt, dass man von dieser Person geschätzt wird und das Selbstwertproblem erlischt dann förmlich. Man weiß eben, dass die Personen einen mag und man empfindet eine gewonnene Freiheit, sagt oder spricht über Dinge, die man sonst nicht sagen würde, tut andere Sachen, macht vllt andere Witze mit dem guten Freund etc.

Diese schlechten Menschen werden meist einfach Menschen sein, mit denen du dich eben nicht so gut verstehst, nciht so auf einer Wellenlänge bist, oder die dich nicht lange kennen. In Wahrheit ist Es aber ein Komfortzonen Problem: Guter Freund = In Komfortzone und einigermaßen berechenbar, "Schlechte Menschen" = außerhalb deiner Komfortzone und somit eine Herausforderung für deine Selbstsicherheit, dein Selbstwertgefühl, dein SelbstBILD! Und dieses wird manchmal eben auch von diesen Menschen außerhalb deiner Komfortzone getestet oder auf den Kopf gestellt. Dass du das Wort "schlecht" wählst, ist also gar nicht mal so verwunderlich. Kenne Ich zu gut ^^

IM Grunde ist man aber selbst das Problem bzw. gibt Es oft nichtmal ein Problem, sondern Es gibt einfach Menschen, mit Denen man sich nicht verstehen wird.

Dennoch ist man schon in dem Sinne ein Problem, dass man sich Sachen im Kopf zusammen spinnt ( und sich somit selbst sabotiert und möglichkeiten nimmt ), die nichtmal unbedingt stimmen oder eintreffen müssen.

Bei Mir hat sich früher auch viel darum gedreht, nicht negativ aufzufallen oder Es Leuten recht zu machen. Oder so Sachen zu denken wie "Was denkt der denn wenn ich x mache oder sage, also halte ich mich lieber zurück".

Das ganze Problem ist ein Problem des Selbstwerts und die AUßendstehenden, die als Problem wahrgenommen werden, sind gar nicht das eigentliche, oder das ausschlaggebende Problem. Und manchmal sind Sie überhaupt keins und Es ist "alles nur in deinem Kopf", um einen der beschissendsten Radiosongs der letzten Jahre zu zitieren.

 

 

Sorry für das abrupte Ende, vllt schreibe ich die Tage nochmal mehr dazu. Ich habe grade aber viel zu viel Zeit in den Beitrag reingesteckt und wollt eigentlich noch einige Sachen erledigt kriegen.

Ich hoffe, dass Dir das irgendwie und irgendwo weiterhilft.


MIt freundlichem Gruß!

 

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Am 12.3.2018 um 01:09 , DrHitch schrieb:

Aber muss ich die Leute erst einmal innerlich "abwerten", nur um mich vom Zwang zu befreien, nett zu ihnen zu sein?

Musst Du nicht. Du musst nur lernen, selbst mit Dir klarzukommen und nur soviel Invest/Aufmerksamkeit geben, wie Du es möchtest, ohne Dich im Ungleichgewicht zu fühlen. Also nur soviel, wie es Dir “nicht wehtut“. 

Diese Frau ist Energievampir. Warum willst Du es Dir gefallen lassen, dass sie nur nimmt und nichts zurückgibt? Ihre manipulative Hierarchie-Spielchen sind Kindergarten. Wenn sie Dich nicht gut behandelt, ist zu Dir mega respektlos, warum bleibst Du?

Ich hätte an Deiner Stelle angefangen, andere Freundinnen zu suchen. In der konkreten Situation, wenn sie mit Dir so umgeht, wäre ich herumgegangen und mir eine neue Gesprächspartnerin gesucht. Denn Du verschwendest Deine Zeit, um anständigkeitshalber den Schein zu wahren, bist aber Dir selbst gegenüber sauer, und das zerbricht Dir den Kopf. Also dass Du gegen Deine Überzeugung handelst. Und wenn Du Dich selbst schon nicht gut behandelst, dann tut es auch kein anderer. Deswegen höre auf Dein Bauchgefühl und investiere dort, wo es sich lohnt.

bearbeitet von Forbiddengirl
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