Bin ausgebrannt --> 16 Jahre Überforderung, Teufelskreis (erfolgreich, aber total erschöpft), Kein Ende in Sicht! Tipps? Lebensgeschichte

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Das wird ein längerer Post, Leute, aber es lohnt sich, da ich mein Innenleben komplett offenlege --> daraus lässt sich wahrscheinlich viel über uns Menschen und Pick Up lernen

Ich fühle mich zurzeit MEGA ausgebrannt, seit mehreren Wochen, bin ich einfach total erschöpft und ich weiß auch nicht so wirklich, was ich noch machen soll. War auch schon beim Arzt, aber dauert ewig, bis man da behandelt wird. Fangen wir von vorne an. Ich versuche mich so kurz, wie möglich zu halten, aber trotzdem keine wichtigen Details auszulassen

Eltern:

Vater: Extrem dominant, manipulativ, ein Lügner, der niemals zugibt, wenn er einen Fehler macht (wohnt in Kempten), aggressiv, speziell wenn er trinkt 

Mutter: Sehr einfühlsam, liebevoll, überfordert vom Leben und ohne Durchsetzungswillen (wohnt in München), gestorben als ich 19 war an Lungenkrebs durch das Rauchen


Meine Eltern haben sich getrennt, als ich 6 Jahre alt war (es war eine Fernbeziehung auf 200km Entfernung). Wir sind damals jedes Wochenende dorthin gefahren, was für mich als Kind sehr belastend war und ich wollte auch nie zu meinem Vater, wie ich mich erinnere (hatte Angst vor ihm)

Zwischen meinem 6. und 9. Lebensjahr habe ich meinen Vater aufgrund der Sorgerechtsgesetze überhaupt nicht gesehen (eine der schönsten Zeiten meines Lebens)

Als ich 9 wurde, hat sich plötzlich die Sorgerechtslage in Deutschland geändert und mein Vater hat sich ein Besuchsrecht für alle 14 Tage übers Wochenende vor Gericht erstritten.

Obwohl mein Vater mir eine Playstation gekauft hat, mich zum Gokart & Skifahren mitgenommen hat, wollte ich eigentlich nie dorthin. Irgendwie habe ich mich immer unwohl bei ihm gefühlt. Darüber habe ich natürlich mit meiner Mutter geredet und die hat dann einen Sorgerechtsstreit angefangen, sodass ich meinen Vater nur noch 1 Mal im Monat sehen muss (beide haben immer gegeneinander gehetzt)

Der 2. Sorgerechtsstreit hat dann ca. 1 Jahr gedauert und mein Vater hat extremst auf mich eingeredet, bis ich dann vor Gericht gesagt habe, dass ich ihn alle 14 Tage sehen will (was ich eigentlich gar nicht wollte, aber ich war damals charakterlich sehr schwach; wahrscheinlich normal für Kinder)

Dann ging es im nächsten Schritt weiter, als die Entscheidung, ob Gymi, Realschule oder Hauptschule war. Ich hatte immer einen Notendurchschnitt so ca. 2,5 in der Grundschule. Nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Mein Vater hat mich dazu motiviert mich zu verbessern auch mit Geldgeschenken und bis zum entscheidenden Zeugnis hatte ich den 2,3er Schnitt. Mein Vater wollte UNBEDINGT, dass ich aufs Gymnasium gehe, meine Grundschullehrerin, die wirklich unglaublich gut war, hat gemeint ich solle doch lieber auf die Realschule gehen, genauso wie meine Mutter und eigentlich jeder, der mich kannte, aber ich war schon immer ein sehr (übertrieben?) ehrgeiziger Mensch (ich schätze, das liegt an dem Einfluss meines Vaters in der Kindheit)

Naja das Ende vom Lied: Ich habe mich dann von meinem Vater bequatschen lassen und bin aufs Gymi gegangen. Dort habe ich ein schreckliches 5. Klasse Jahr hinter mir gehabt (bin mit 4 Fünfern ausm Gymi geflogen). Ich wusste damals einfach garnicht, dass man lernen muss, weil mir das irgendwie garnicht in den Sinn gekommen ist (meine Mutter war arbeiten und ich war halt alleine zuhause). Generell, so gern wie ich meine Mum gehabt habe, aber bei uns zuhause war es immer ein Saustall und das war einfach keine Umgebung, wo ein Kind aufwachsen kann, dass aufs Gymi geht (z.B. hat meine Mum mich im Auto stehen lassen, statt mich anzuschnallen, weil ich einfach keinen Bock drauf hatte, als Kind; sehr wenig durchsetzungsfähig eben)

Nach dem Jahr auf dem Gymnasium bin ich an die Hauptschule gekommen, weil meine Mum meinte, dass kein Platz in der Realschule frei ist (weiß nicht, ob das wahr war). 

Hier fängt jetzt der Teufelskreis meines Lebens an, den ich versuche zu überwinden!

Das Jahr in der Hauptschule war der FUCKING Wahnsinn. Das beste Jahr meines Lebens. So glücklich, wie damals war ich bisher Nie wieder! Ich hatte in der Hauptschulklasse meine besten Kumpels aus der Grundschule und Notentechnisch lief es natürlich auch super easy nach dem Jahr aufm Gymi. Plus, es kam ein extremer Zufall zustande: Die Klassenlehrerin hat die Sitzordnung in der Klasse durchgewürfelt und so saß ich plötzlich bei den "coolen Mädels" mit einem anderen schrägen, aber echt coolem Kerl. Die 2 Mädels haben mich irwie total super aufgenommen in der Gruppe und ich war das erste Mal RICHTIG verknallt! Aber richtig! Ich war komplett hin und weg von dem Mädel und hätte zu der Zeit alles für sie gemacht. Ich war körperlich, aber noch wenig entwickelt, auch weil meine Mum immer vor mir geraucht hatte (mir war bereits in diesem Alter bewusst, dass dieser Einfluss von meiner Mutter nicht gut für mich ist und mein Vater, obwohl er mir unheimlich war, trotzdem einen besseren Einfluss auf mich hatte; das hat er mir natürlich auch immer eingetrichtert)
Naja zurück zu den Mädels: 
Irwie war es dann so, dass ich durch die 2 Mädels auch die Anderen in der Klasse kennengelernt habe und plötzlich mochten mich einfach ALLE in der Klasse und in meinem gesamten Umfeld OHNE dass ich irgendwas Spezielles dafür tun musste. Ich habe mich dann in ein anderes Mädel verknallt und dann auch im Sommer im Freibad beim Flaschendrehen meinen ersten Kuss (und ein paar Weitere) von ihr bekommen (ohne Zunge damals für die Neugierigen). Ab und an, gab´s ein Küsschen auf die Backe von ihr, aber beide hatten was mit einem anderen Typen aus der Klasse. Trotzdem war das die schönste Zeit meines Lebens. Ich glaube, da es damals Sommer war, will ich nur noch im Sommer leben und ertrage Winter überhaupt nicht. Ich habe bisher noch kaum Drogen genommen in meinem Leben, aber ich stelle mir diese Zeit vor, wie wenn man sich jeden Tag einen oder mehrere Heroin-Shots gibt, so glücklich war ich damals. Hatte meinen besten Kumpel und die ganze Klasse hat mich irgendwie geliebt. Unglaublich. Heutzutage schaffe ich das auch, dass ich sehr beliebt im Freundeskreis, aber es fühlt sich durch PU, irwie "künstlich" an. Irgendwie manipuliert und nicht so echt und "rein", wie damals. 

Mit meinem Vater ging es dann folgendermaßen weiter: Er wollte unbedingt, dass ich wieder aufs Gymi gehe, wogegen meine Mum strikt dagegen war (aus SEHR gutem Grund natürlich) und deswegen hat jetzt mein Vater darauf gedrängt, dass ich nach Kempten ziehe. Im Nachhinein, kann ich mich selbst nicht verstehen, aber mein Vater hat mich irwie so extrem manipuliert und gegen meine Mutter aufgehetzt, dass ich dann wie ein Roboter allem zugestimmt habe (kann man vergleichen, wie Anakin dem Imperator in Episode III von Star Wars von einem Moment auf den nächsten wortlos gehorchte siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=qvWv3uosN9E). Ich habe dann eine Art pubertären Kleinkrieg gegen meine Mutter geführt, bis diese mich dann nach Kempten ziehen hat lassen. (Etwas, was ich mir selbst kaum verzeihen kann)
Dort hat dann mein Vater es irgendwie geschafft, dass ich dort in die 5. Klasse Gymnasium gehen konnte (dies geht eigentlich nach dem Schulrecht garnicht, aber mein Vater hat den Schulleiter so lange beeinflusst, bis er zugestimmt hat). Mein Vater hat wirklich ein extrem dominantes & manipulatives Auftreten (ich bin mir ziemlich sicher, dass er ein Psychopath ist, wie er im Buche steht).

Die Situation meines Vaters: Er war Immobilienmaklar und ist auch immer mit Anzug etc. herumgelaufen, aber in den letzten 2 Jahren damals ist es immer schlechter gelaufen und er hat sich sogar von mir 1000€ "geliehen" gehabt, die er mir nie zurückgegeben hat (ich habe immer mein Taschengeld gespart über Jahre hinweg)

Dort in Kempten angekommen, wollte ich eigentlich sofort wieder zurück nach München zu meiner Mutter. Ich konnte mich einigermaßen gut in die neue 5. Klasse (ich war 13. und der Rest 11 Jahre alt) integrieren, wurde sogar Klassensprecher im ersten Jahr (auf Drängen meines Vaters, damals war ich eigentlich der absolute Mitläufer), aber die "Fassade" brökelte langsam. In der 6. Klasse ist das Immobiliengeschäft meines Vaters vollständig zusammengebrochen und wir mussten wirklich das Billigste vom Biligen essen. Wir haben uns dann so einigermaßen über Wasser gehalten bis ich in der 7. oder 8. Klasse war. Der Druck auf mich war UNGLAUBLICH HOCH! Ich durfte einerseits niemand etwas davon erzählen (es war ja eine Kleinstadt) und andererseits hatte ich jeden Tag extreme Existenzangst. Einmal habe ich total verheult und KOMPLETT verzweifelt meine Mutter in der 6. oder 7. Klasse angerufen und ihr gesagt, dass ich nach Hause will (hatte meine Mutter seitdem nie mehr gesehen, mein Vater hat das verboten und 200km macht man ja auch nicht einfach so mit 13. oder 14. Jahren und ich bin außerdem jemand, der sehr viel Schmerz & Leid erträgt, bis es irgendwann zuviel ist). Irgendwann hatten wir dann garkein Geld mehr und konnten den Strom nicht mehr bezahlen und haben dann fast 3 Wochen ohne Strom gelebt, bis gottseidank endlich das Jugendamt kam. Von da an, lebten wir von Hartz 4, was das Leben krasserweise deutlich luxuriöser machte, als vorher!

Das Leben war schrecklich damals: Wir mussten in eine "Assi-Wohnung" umziehen in der es geschimmelt hatte (ich hatte das auch noch organisiert sonst wären wir wohl im Obdachlosenheim gelandet, weil mein Vater komplett weggetreten ist, er konnte garnichts mehr organisieren, hat keine Post mehr aufgemacht, etc.). Heutzutage ist er zu nichts mehr in der Lage (hat nichmal ein Handy)

Naja ich habe dann so mit meinem Vater so vor mich hingelebt (er ist einige Male unter Alkohol ausgerastet, teils mit dem Messer auf mich losgegangen, hab dann im Bad geschlafen mit abgesperrter Tür), bis eines Tages die Rettung kam!

Mit 16 war ich psychisch so unfassbar am Ende, dass ich jeden Tag an Selbstmord gedacht habe

Mit 19 hatte mein Vater hat mir einen halben Zahn per Kopfnuss ausgeschlagen und da habe ich dann vom Jugendamt meine Wohnung bezahlt bekommen (Hartz 4 bekommen mit 19 bis ich mit 21 Jahren mein Abi fertig hatte). Diese Zeit war wie eine Erlösung. Endlich meine eigene Wohnung und von da an, geht mein Leben stetig bergauf, seit ich 19 bin.

Das ganze Drumherum mit Alkohohl und so hat mich zwar schon auch alles extrem belastet, aber dass ich bis auf einen ONS mit 18 Jahren auf einer Hausparty nie eine Freundin gehabt habe, das hat mich total fertig gemacht und macht es mich noch heute. (Aber klar, wie kann man auch ne Freundin kriegen mit abgerissenen Klamotten und keine 5 Euro in der Tasche?)

Ein halbes Jahr später nachdem ich in meine eigene Wohnung gezogen bin, ist meine Mutter an Lungenkrebs gestorben und ich habe sie seitdem ich mit 12 Jahren ausgezogen bin, vielleicht 2 oder 3 Mal gesehen. Sie hat mir das Ganze nie wirklich verziehen. Ich bin auch sicher, dass meine Mum länger gelebt hätte, wäre ich damals nicht zu meinem Vater gezogen

Mit 19 hatte ich dann meine erste Freundin. Ich war so halb in sie verliebt, aber total needy (das war auch der Grund, wieso ich nicht vorher eine Freundin hatte und auch ein Gameproblem, das mich die nächsten Jahre beschäftigen sollte). Da ich einen UNFASSBAREN Hass auf Kempten hatte, habe ich meiner Ex auch anvertraut, dass ich nach dem Abi nie wieder dorthin zurück will (nicht gerade Comfortbildend, für eine Mädchen, das auf dem Land wohnt und ihre Eltern liebt und dort ihren gesamten Freundeskreis hat). Ende vom Lied: 3 Monate vor dem Abi und Abiball und Allem macht sie mit mir Schluss, weil sie mich auf so einer Hippiefahrt mit einem Typen mit Rasterlocken und eher "zweifelhafter" Hygiene betrogen hat (ich konnte das damals überhaupt nicht verstehen, wie sie "so Einen" mir vorziehen konnte; war immer gut gekleidet, habe viel trainiert, etc.) Heute kann ich es durch PU nachvollziehen
Danach war ich erstmal KOMPLETT, ABER WIRKLICH KOMPLETT am Boden zerstört. Das war unfassbar hart zu verdauen. Habe mich dann ins PU gestürzt und habe mehrerere Jahre extrem an meinem Game gearbeitet, bis ich unfassbar gut im Umgang mit Frauen geworden bin (über 100 Lays, etc.)

Bin dann zum Studieren nach Cottbus gezogen und habe dort meinen Bachelor gemacht (war ziemlich hart für mich, weil mir das schwer fällt, so schnell so viel Stoff mir reinzuhauen). Nach dem Bachelor dort war ich 24 Jahre alt und dann habe ich glaube ich eine Quarter Life-Crisis bekommen (war trotz meiner PU-Erfolge ab und an sehr stark depressiv). Habe mir dann einen Studienkredit genommen und bin mit diesem für 16 Monate um die Welt gereist und habe ein Auslandspraktikum gemacht. (Die Reise war zwar super geil, aber ich fand es mega anstrengend so viel zu Reisen und "low budget" zu traveln. Und ich habe auch wirklich das Maximum aus der Zeit herausgeholt. Den ganzen amerikansichen Kontinent bis auf Kanada (zu kalt), Thailand, Bali, Australien und Südafrika gesehen und zum "Leben getestet". Wollte damals schon aus Deutschland auswandern. 

Nach meiner Reise habe ich dann meinen Master in Berlin gemacht. Bin dort ein Jahr gewesen und habe dann ein Erasmus-Jahr in Spanien . Während dieser Zeit habe ich schon meine Masterarbeit durchgezogen gehabt, war also 1 Jahr früher fertig, als normal. Habe dann wieder einen Studienkredit aufgenommen, um damit zu versuchen mich selbstständig zu machen. Das habe ich das letzte Jahr gemacht im Bereich IT funktioniert auch einigermaßen gut, leben kann ich davon bisher noch nicht, aber ich habe sehr wichtige Erfahrungen gemacht

 

Wie es jetzt weitergeht:

Ich habe das letzte Jahr nachdem ich in Spanien war, in Südamerika (Brasilien & Argentinien) gelebt. Eigentlich wollte ich dort wohnen bleiben, aber ich habe gemerkt, ich brauche einfach eine gewisse Ordnung und ein "entwickeltes Land". Da mir Deutschland zu kalt ist und ich auch einfach im erfolgreichsten & einflussreichsten Land der Welt leben will, will ich jetzt in die USA ziehen, um dort erstmal ein paar Jahre zu arbeiten und währenddessen meine Firma hochzuziehen. Außerdem fühle ich mich dort einfach wie zu Hause und die Leute "verstehen" mich. Seit ca. 2 Wochen bin ich, um mein Business voranzutreiben extra nach Deutschland zurückgeflogen (eig. hatte ich damals als ich Berlin verlassen hatte, einen Schlussstrich mit Deutschland und dem Leben hier gezogen *no offense* (Deutschland ist ein sehr gutes Land, aber ich fühle mich hier einfach unwohl. Ich hasse es einfach, dass die Leute dich immer versuchen aus Gruppen auszuschließen und so unglaublich kalt sind. Und dieses ständige sich Rechtfertigen müssen, geht mir auch extrem auf die Eier; das ist hier im Forum auch so, dass hier viele "Pöbler" sind und wie gesagt es ist arschkalt)

Aktuelle psychische Lage: 

Ich habe zurzeit gewisse Erschöpfungszustände und fühle mich einfach total ausgebrannt und ich habe irgendwie das Gefühl, die Zeit von damals holt mich immer wieder ein (ich war sogar in Berlin damals beim Psychiater, aber der war glaub ein Scharlatan und hat mir nicht wirklich helfen können. Einmal vor ca. 3 Jahren hatte ich gedacht, dass ich den "Schalter" umlegen habe können. Ich war in Athen beim Couchsurfing bei einem älteren Mann und dieser meinte ich soll mich nicht selbst bemitleiden (ich habe die ganze Welt gesehen, wer kann das schon von sich behaupten mit 27 Jahren) und das hat damals irgendwie klick gemacht, aber nur für 1 Jahr oder so. Im Moment fühle ich mich total fertig. Kann nur paar Stunden pro Nacht schlafen, habe mehrere Stresssymptome (Fieberblässchen über Wochen, kreisrunder Haarausfall; 2€ Stück groß am ganzen Körper und mein Immunsystem ist komplett am Arsch; ein kleiner Luftzug und schon bin ich für Tage & Wochen krank)

Ich glaube das hängt alles am Stress. Der Punkt ist, ich könnte ja einfach ganz "normal" arbeiten und was weiß ich meine 3000€ netto verdienen oder so, aber ich will das nicht, weil ich mir das selbst nicht "antun" kann. Für diese ganze Horrorgeschichte aus meiner Teenagerzeit brauche ich eine Art Ausgleich. Ich fühle mich so, als MÜSSTE ich es schaffen mehr als Multimillionär zu werden, um "Gerechtigkeit" zu schaffen für das, was mir passiert ist. Die Zeit damals in Kempten empfinde ich als verlorene Zeit, wie als wenn ich im "Gefängnis" gelebt hätte. Wenn ich an Kempten zurück denke, kommt mir immer diese Filmszene hier in den Kopf: https://www.youtube.com/watch?v=anz91PPMPw8

Und wie kann man 7 Jahre Zeit aufwiegen? Mit mehr als 100 Frauen? (hat leider nicht funktioniert) Mit ner Weltreise? (hat leider auch nicht funktioniert) Mit 100 Millionen Euro? (wird sicher auch nicht funktionieren, aber dann kann ich mir zumindest alles leisten und ich merke schon auch, desto besser es mir "materiell" geht, desto leichter fällt es mir damit umzugehen. Zum Beispiel sind meine "depressiven Attacken", die ich so alle paar Wochen/Monate hatte, deutlich weniger schlimm, als früher und deutlich seltener. Außerdem kann ich mir dann ein paar vernünftige Ami-Psychiater leisten mit denen ich das Ganze aufarbeiten kann (ich bin schon gewillt, das Ganze aufzuarbeiten, habe auch Meditation, Psychiater, Tapping und was weiß ich noch ausprobiert). Motiviert bin ich, aber ich weiß nicht mehr WAS ich noch machen soll? Vielleicht habt ihr ja Tipps? Im Moment bin ich ja nach München zurückgezogen und es hilft mir das Ganze irgendwie aufzuarbeiten, aber ich weiß auch nicht, ob das klappen wird

Ich glaube im Moment versuche ich das Ganze mit Arbeit zu bekämpfen und arbeite mich einfach gerade zu Tode (davor ich es mit PU bis zum Abwinken probiert dieses innere Loch zu füllen), aber das hat auch nicht geklappt

Was vielleicht noch interessant ist: 
Nach meiner ersten Exfreundin hatte ich noch einige Male dieses Verknalltheitsgefühl, aber ca. 1,5 Jahre seit der Trennung von ihr, hatte ich das nie wieder. Mir sind Frauen irgendwie gleichgültig geworden. Hatte danach nochmal eine Beziehung von einem Jahr während meines Bachelors. Es war ein tolles Mädchen (ne 8,5, witzitg, intelligent und konnte gut flirten), aber ich wollte sie eigentlich nicht haben (irgendwie doch, sehr paradox) und ich wollte mich auch irgendwie "rächen" für die 1. Beziehung also habe ich PU krass weiterbetrieben, obwohl ich mit ihr zusammen war. Heutzutage bin ich da mehr auf dem polyamoren Trip und sage was Sache ist, bzw. ich finde eh garkein Mädel, was meinen Ansprüchen genügt (denk ist wahrhscheinlich ne Überkompensation), weiß aber auch nicht, wie ich das behandeln soll

Noch etwas Wichtiges über mich: 
Wenn ich weiß, wie etwas geht, dann ziehe ich es auch durch! Also z.B. wenn mir jetzt jemand sagen würde, du musst barfuß nach Spanien laufen und danach hast du das überwunden, dann würde ich das auch durchziehen, komme was wolle), aber ich weiß halt einfach nicht, wie ich diese ganzen Probleme in meinem Leben angehen soll

Ich fühle mich einfach überfordert mit:
- Eigenes Geschäft aufbauen
- Auswandern
- Psychische Probleme in den Griff kriegen
- Und München als "neue" Stadt kennenlernen 

Ist einfach Alles zu viel auf einmal

Vielen Dank fürs Lesen und vielleicht hat ja jemand den entscheidenden Tipp!

Ich geh mal schlafen

P.S. Psychiater gehen, ist so wie ich das sehe grad im MOment keine Alternative, weil ich nur bis September in München bleibe und sowas dauert ja immer deutlich länger (außerdem Wartezeit, etc.)

 

 

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Ich glaube, du solltest dir definitiv erstmal psychologische Hilfe holen. Die Situation bei dir ist schon sehr massiv, gerade, wenn du nicht mehr schlafen kannst. 

Opion 1: Schon mal einen Psychotherapeuten suchen am neuen Standort ab September.

Option 2: Soziapsychiatrischer Dienst deiner Stadt

Option 3: Notaufnahme und dann stationäre Psychotherapie (du weißt am besten, wie schlimm es bei dir ist. Aber du nennst genug Alarmsignale um das zu rechtfertigen und du wirst da ja auch nochmal von einem Arzt begutachtet, dem du den Status schildern kannst)

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vor 9 Minuten, Herzdame schrieb:

Ich glaube, du solltest dir definitiv erstmal psychologische Hilfe holen. Die Situation bei dir ist schon sehr massiv, gerade, wenn du nicht mehr schlafen kannst. 

Opion 1: Schon mal einen Psychotherapeuten suchen am neuen Standort ab September.

Option 2: Soziapsychiatrischer Dienst deiner Stadt

Option 3: Notaufnahme und dann stationäre Psychotherapie (du weißt am besten, wie schlimm es bei dir ist. Aber du nennst genug Alarmsignale um das zu rechtfertigen und du wirst da ja auch nochmal von einem Arzt begutachtet, dem du den Status schildern kannst)

zu 1.) Ich muss es erstmal schaffen dorthin zu kommen. Visum etc. 

2.) hmm vielleicht, aber ich weiß auch nicht wirklich, ob das mir weiterhilft, wenn ich nur noch 2 oder 3 Monate hier bin

3.) Ich bin jetzt nicht irwie akut gefährdet. Wenn man mich im normalen Leben kennenlernen würde, würdest du mir das Alles nie ansehen. Du würdest dir vielleicht denken, wow was für ein glücklicher und ausgeglichener Kerl. Diese Phasen der "Depression" habe ich ca. alle 4-6 Wochen machmal auch länger, das dauert dann ein paar Stunden und dann bin ich wieder motiviert loszulegen und gehe wieder zurück in mein selbstgebautes Hamsterrad. Was mich daran am meisten stört ist, dass ich in diesen Phasen a) meinen Freunden immer bissl mit meinem Gejammer auf den Nerv gehe (bzw. gehen muss) und b) diese Phasen auch sehr emotional für mich sind

Jetzt im Moment nachdem ich den Text fertig geschrieben habe und mich wieder beruhigt habe, geht es wieder (die körperlichen Symptome, wie Fieberblässchen, Imunsystem, etc. habe ich natürlich immer noch), aber ich fühle mich jetzt grad wieder wie ne Festplatte die "entrümpelt" worden ist

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Herzdames Worte will ich nochmal unterstreichen und ergänzen:

Du bist in meinen Augen bei einem Psychiater erst mal falsch, du wärst bei einem Psychologen besser aufgehoben. Psychiater legen ihren Schwerpunkt in aller Regel auf die medikamentöse Behandlung solcher psychischer Erkrankungen, die wesentlich mit biochemischen Problemen im Gehirn zusammenhängen. Es sind eben Mediziner. Das kann zwar auch bei einer Depression mitunter angezeigt sein, aber lösungsorientiertes Aufarbeiten ist eigentlich kein Psychiater-Job, sondern ein Psychologen-Job. Dass deine Thematik mit Psychopharmaka (allein) zu lösen ist, bezweifle ich nachdrücklich.

Es geht auch nicht um akute Suizidgefährdung. Du selbst sagst, dass du glaubst, deine desaströse körperliche Verfassung ist auf den Stress zurück zu führen. Das ist durchaus möglich und würde bedeuten, dass du so lange so viel Stress hattest, dass die dadurch ausgeschütteten Hormone dein Immunsystem ausbremsen. Und das ist absolut unlustig. Nennt sich Psychosomatik. Ein ausgebremstes Immunsystem kann noch ganz andere Dinge nach sich ziehen als Infekte. Das ist ein ernstes körperliches Problem und es wäre vielleicht sogar sinnvoll, direkt nach einer psychosomatischen Ambulanz zu recherchieren, damit man so schnell wie möglich hier gegenarbeiten kann.

Dass schwer depressive Menschen dauernd traurig und niedergeschlagen sind, ist eine urbane Legende. Schwer depressiven Menschen ist irgendwann einfach alles egal. Im schlechtesten Fall irgendwann auch das Weiterleben. Das ist dann die Stelle, an der Freitod plötzlich vernünftiger erscheint, als sich länger diesem Stress auszusetzen, der durch die Welt durch bloße Existenz auf einen eindringt.

Hol dir Hilfe. Professionelle, schnelle (Ambulanz, Notdienst etc.) und fachkundige Hilfe. Das kann und sollte nicht in irgendeiner Weise durch Laien im Internet bewerkelt werden und auch nicht durch dich selbst. Das funktioniert nicht.

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vor 7 Stunden, LegallyHot schrieb:

Herzdames Worte will ich nochmal unterstreichen und ergänzen:

Du bist in meinen Augen bei einem Psychiater erst mal falsch, du wärst bei einem Psychologen besser aufgehoben. Psychiater legen ihren Schwerpunkt in aller Regel auf die medikamentöse Behandlung solcher psychischer Erkrankungen, die wesentlich mit biochemischen Problemen im Gehirn zusammenhängen. Es sind eben Mediziner. Das kann zwar auch bei einer Depression mitunter angezeigt sein, aber lösungsorientiertes Aufarbeiten ist eigentlich kein Psychiater-Job, sondern ein Psychologen-Job. Dass deine Thematik mit Psychopharmaka (allein) zu lösen ist, bezweifle ich nachdrücklich.

Es geht auch nicht um akute Suizidgefährdung. Du selbst sagst, dass du glaubst, deine desaströse körperliche Verfassung ist auf den Stress zurück zu führen. Das ist durchaus möglich und würde bedeuten, dass du so lange so viel Stress hattest, dass die dadurch ausgeschütteten Hormone dein Immunsystem ausbremsen. Und das ist absolut unlustig. Nennt sich Psychosomatik. Ein ausgebremstes Immunsystem kann noch ganz andere Dinge nach sich ziehen als Infekte. Das ist ein ernstes körperliches Problem und es wäre vielleicht sogar sinnvoll, direkt nach einer psychosomatischen Ambulanz zu recherchieren, damit man so schnell wie möglich hier gegenarbeiten kann.

Dass schwer depressive Menschen dauernd traurig und niedergeschlagen sind, ist eine urbane Legende. Schwer depressiven Menschen ist irgendwann einfach alles egal. Im schlechtesten Fall irgendwann auch das Weiterleben. Das ist dann die Stelle, an der Freitod plötzlich vernünftiger erscheint, als sich länger diesem Stress auszusetzen, der durch die Welt durch bloße Existenz auf einen eindringt.

Hol dir Hilfe. Professionelle, schnelle (Ambulanz, Notdienst etc.) und fachkundige Hilfe. Das kann und sollte nicht in irgendeiner Weise durch Laien im Internet bewerkelt werden und auch nicht durch dich selbst. Das funktioniert nicht.

ich habe da heute wegen der psychosomatischen Ambulanz gegoogelt. Klingt eig ganz gut, aber ist das realistisch das Problem in 2-3 Monaten in den Griff zu kriegen (volle Mitarbeit meinerseits wäre gegeben). Ich weiß sowas ist immer schwer einzuschätzen, aber frag mal lieber trotzdem

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vor 4 Stunden, Herzdame schrieb:

Schau. Du kannst so weiter machen. Vielleicht geht das gut. 

Oder deine Psyche oder auch dein Körper brechen irgendwann zusammen. Du bekommst doch schon massive Warnsignale auf allen Ebenen. Irgendwann ist eben einfach Ende und dein System geht in die Notabschaltung.

Und dann ist es vom einen auf den anderen Tag richtig schlimm. Egal ob’s dann n hochgradiger Burnout ist oder n Herzinfarkt oder sonst etwas. Dann kommst du nicht mehr aus dem Bett. Und bist für Mindestens für viele Monate, wenn nicht sogar Jahre außer Gefecht. Dann lässt es sich nicht mehr herausschrieben.

Kannst du machen. Du betreibst gerade massiven Raubbau an dir selbst. Und irgendwann ist Schluss.

Und auch nachdem du dann aus dem Zusammenbruch wieder raus bist und froh bist,wieder ein normales Leben zu Leben, dann hast du ne Gute Chance auf Folgeschäden. Entweder körperlich oder zb im Bereich von Burnout, die lebenslang erhöhte „Rückfallgefahr“ und damit das Dauerhafte Achten auf dein Energielevel.

Es ist also absolut sinnvoll, den absoluten Zusammenbruch zu verhindern und vorher zu handeln. Und du bist schon mit dunkelroten bis tiefstroten Bereich. Und das seit langer Zeit.

 Ich hatte gerade jemanden in meinem Umfeld, der hat den Weg über die Notaufnahme gewählt und den haben sie gleich dort behalten, weil sie ihn wirklich akut gefährdet sahen. Und der hatte in etwa die halbe Intensität von dem, was du beschreibst. Das ist nicht lustig. Du hast nur ein Leben. Und nur eine Gesundheit.

Mal n Jahr dich intensiv und deine psychische und physische Gesundheit zu kümmern und das zu absoluten Priorität zu machen wäre absolut wichtig. Aber klar, barfuß nach Spanien wäre deine Comfort Zone. Deshalb würdest du das easy machen. Sich seinen eigenen Dämonen stellen, die man ein Leben lang verdrängt hat, ist für viele Menschen ein viel größerer Schritt. aber vor dir selbst kannst du nur begrenzt weglaufen. Irgendwann gibt dein Körper auf.

Ja da hast du schon Recht, mir ist das auch selbst bewusst, dass ich da Raubbau an meinem Körper betreibe, aber ich uss halt jetzt meine Firma nach oben ziehen. Ich kann jetzt nicht einfach ein Jahr aussetzen. Außerdem kann ich mich auch nicht so einfach 1 Jahr lang behandeln lassen. Hier in Deutschland bleiben, ist für mich definitiv keine Alternative. Ich bin für die 3 oder 4 Monate nur aus dem Grund hergekommen, weil es super bequem war (mein Kumpel hatte ein freies Zimmer) und weil es mir für mein Geschäft sehr stark weiterhelfen wird. Ich fühle mich so auch schon "schuldig" wieder in Deutschland zu wohnen, länger als drei, vier Monate will ich wirklich auf GARKEINEN Fall hier bleiben.

Ich hoffe, dass mein Körper halt solang durchhält, bis ich reich geworden bin und ich mir dann nen guten Arzt in den USA leisten kann, der mich dann wieder zusammenflickt 😄
Ich weiß klingt absurd, aber ich sehe im Moment keine Alternative. Das best case-Szenario wäre vielleicht, wenn ich ne gute Firma in den USA finden würde, die mich komplett krankenversichert, dann könnte ich das ganze über Jahre hinweg aufarbeiten, aber ob das klappt weiß ich natürlich jetzt noch nicht

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vor 50 Minuten, satsang schrieb:

Threadstarter,

nach über 5 Jahren Arbeit mit Burnout geplagten Klienten glaube ich persönlich nicht mehr per se an Burn Out.

Was sich immer wieder wie in schwarzer Faden durch all die Lebensbeichten zieht sind folgende Punkte:

 

1. Keine Kontrolle

Hast du keinen Einfluss auf die Prozesse und Abläufe in deinem Job, deinem Privatleben, deiner Wohnsituation und deinen sozialen Kontakten fühlst du dich machtlos. Auch wenn niemand, der mehr Einfluss hat, diese Machtposition ausnutzt, steht hinter allem was dir passiert die Gewissheit, dass du nicht viel mitzureden hast. Dieses subtile Gefühl der Passivität ist manchmal schwer zu erkennen. Aber hinterfrage ruhig öfter, ob du nicht etwas mehr Kontrolle über deine Aufgaben und deine sozialen Beziehungen benötigst, um zufrieden zu sein.

2. Keine Belohnungen

Gerade bei dir und deiner Herkunftsfamilie gibt es und gab es wohl niemanden, der dir Wertschätzung vorgelebt hat, geschweige denn dir hat zukommen lassen.Wir können so abgebrüht tuen wie wir wollen, Wertschätzung und Belohnungen sind wichtig. Niemand kann sich ganz frei von dem Wunsch nach Anerkennung machen. Das Lob von der oder dem Vorgesetzten nach einer erledigten Aufgabe ist genauso wichtig wie das Danke von Freunden, denen man geholfen hat. Leider gibt es für viele Dinge im Leben keine Wertschätzung von Dritten. Gerade die Leistungsträger bekommen als Anerkennung im Job höchstens noch mehr Aufgaben. Da musst du dann selbst ran: stärke deine innere Stimme, und sage dir ruhig auch mal nach dem Klo Putzen, dass du das gut gemacht hast. Und rein gar nichts spricht dagegen dir schon heute für´s Wochenden eine Massage zu buchen und nicht erst, wenn du vor Rückenschemrzen nicht mehr aus dem Bett kommst. Du darfst Dinge für dich tun, ganz ohne Not, einfach so. Du brauchst dazu keine Erlaubnis. 

3. Keine Gemeinschaftlichkeit

Es gilt auch für die einsamen Wölfe unter uns: ohne sozialen Kontakte werden wir krank. Im Umkehrschluss gilt: Gemeinschaftlichkeit heilt. Dieses Gefühl der Wertschätzung in der Gruppe lässt sich natürlich nicht durch konstruierte Teambuilding-Maßnahmen künstlich erzwingen, sondern muss über einen langen Zeitraum des Vertrauen-Aufbauens wachsen. Bist du ein introvertierter Mensch, scheint das vielleicht eine unglaublich schwere Aufgabe zu sein. Aber gerade zurückgezogene und schüchterne Menschen gelten in ihren sozialen Kreisen als verlässliche und geschätze Freunde. Also hole dir deine Portion positiver Gruppen-Wertschätzung!

4. Keine Gerechtigkeit

Wenige Dinge werden dich emotional mehr erschöpfen, als das Fehlen von Fairness in Bezug auf dich oder andere Menschen in deinem Umfeld. Wir haben ein feines Gespür für mangelnde Gerechtigkeit und müssen lernen, dieses zu artikulieren. Übrigens: dazu gehört auch die nörgelnde innere Stimme. Sei fair zu dir selbst. Verurteile dich nicht für kleine Fehltritte. Die Welt ist bekloppt und niemand hat dir eine Anleitung für dein Leben gegeben. Also sei bitte nachsichtig mit dir!

5. Wertkonflikte

Wir alle haben Werte und Normen, nach denen wir handeln. Diese muss man im Alltag oft zurückstellen und wir können vielleicht nicht alle hauptberuflich für den Tier- und Umweltschutz oder Menschenrechtsorganisationen arbeiten. Aber musst du täglich gegen deine tiefsten Überzeugungen handeln, wird dich das emotional auslaugen. Arbeitest du für ein Unternehmen, hinter dessen Werten du nicht stehst oder musst du Produkte verkaufen, die du für sinnlos hälst, solltest du dich nach Alternativen umsehen. In fast jeder Branche gibt es inzwischen gute Unternehmen, die deinen Werten gerecht werden und in denen du deine persönlichen Überzeugungen nicht verstecken musst.

6. Überarbeitung

Überarbeitung ist natürlich ein wichtiger Faktor, aber einer, der am einfachsten zu erkennen ist. Dass Menschen maximal vier Stunden am Tag konzentriert arbeiten können, ist kein Geheimnis mehr. Aufgaben, die keine große kognitive Kraft erforden, kann man auch schonmal 6 bis 8 Stunden ausführen, alles darüber hinaus schadet unserem Gehirn. Ein konstant gesteigertes Stresslevel erhöht den Blutdruck, schadet den Gefäßen und dem Herz, eine Regeneration durch Schlaf ist plötzlich nicht mehr möglich und nach spätestens 2 Jahren ist man schon rein physisch am Limit. Gerade bei Dir könnte Überarbeitung an mangelnde Wertschätzung von Aussen und innen liegen, was zu einem Gefühl des Hamsterrads führt. "Niemand lobt mich, also wird das bestimmt passieren, wenn ich noch mehr Gas gebe" mag ein Gedanke sein, aber wenn keine Wertschätzung kommt, wird das Hamsterrad nie anhalten.

7. Keine Struktur

Wie isst man einen Elefanten? In kleinen Häppchen. Wie besteigt man einen Mount Everest? Etappe für Etappe in kleinen Schritten. Sich deine Lebenssituation wie einen großen Berg vorzustellen, führt zur Frustration, die deine Probleme nur noch selbsterfüllend verschärfen. Alleine diese Sichtweise kann zu depressiven Verstimmungen wie Machtlosigkeit und Verdrängung führen, was Tag für Tag akuter werden kann. Dann gibt man gerne Verantwortung für seine Wahrnehmung ab und fängt an zu jammern und überall Probleme zu sehen. Trotzdem, der einzige Grund dafür, warum Menschen Probleme in ihrem Leben haben, darin liegt, daß sie geboren wurden und aufgewachsen sind. Doch die Lösung lauert überall. Jedes Problem ist eine Lebenssituation, die strukturiert betrachtet und bewertet gehört. Visualisierungen können auch hilfreich sein.

Wie du einzelne Lebensbereiche granulieren kannst, das habe ich hier unter dem Punkt5 beschrieben:

Ansonsten hast du es sehr weit geschafft, hast gute Abschlüsse und auch gute Perspektiven. Ja und sogar in einem Punkt sind wir deckungsgleich: Auswandern. Diesen Punkt habe ich auch auf der Agenda. Wenn man eine gewisse Zeit im Ausland gelebt hat, weiss man, wie Deutschland einfach nerven kann. In Deutschland ist Neid größer als der Sexualtrieb.

Gruß

Sat

Danke schonmal für den Beitrag, sehr interessant!
Also Punkt 1, da bin ich nicht betroffen, da ich ja selbstständig arbeite mehr oder weniger
 

Punkt 2 dafür umso mehr, weil ich das Gefühl habe, mein Masterstudium ist nichtmal das Papier wert auf dem es gedruckt ist, obwohl ich dafür so viel gekämpft habe, sehe ich Leute, die Hauptschule gemacht haben, jetzt mehr als 10 Jahre Berufserfahrung haben und genauso viel im Moment verdienen, wie ich

Punkt 3 trifft auch sehr stark zu, da ich ja sehr viel herumgereist bin und daher immer sehr verschiedene Freundeskreise hatte

4. und 5.) sind auch sehr krass gerade bei mir vertreten

6.) Das auch, ich versuche 50Stunden pro Woche zu arbeiten (aber unter vollster Effizienz). Ich bin eig den ganzen Tag produktiv, wenn ich nicht grad total erschöpft bin

7.) Struktur habe ich in meinem Leben mit alle paar Monate umherziehen und neuer Firmengründung natürlich auch überhaupt nicht. Jetzt hier in Deutschland vielleicht etwas in ein, zwei Wochen, wenn ich alles einigermaßen geregelt habe

Am Freitag habe ich einen Bluttest (war beim Allgemeinmediziner mit den oben genannten Symptomen), wobei ich eigentlich ziemlich sicher bin, dass das Alles Stress bedingt ist, da ich schon vorher Bluttests gemacht habe und sonst immer gesund war

Danke schon mal für die Hilfe, Leute 🙂

Geilster Satz ever: 

Zitat

In Deutschland ist Neid größer als der Sexualtrieb.

 

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vor 3 Stunden, Mujeriego89 schrieb:

Ich hoffe, dass mein Körper halt solang durchhält, bis ich reich geworden bin und ich mir dann nen guten Arzt in den USA leisten kann, der mich dann wieder zusammenflickt 😄
Ich weiß klingt absurd, aber ich sehe im Moment keine Alternative. Das best case-Szenario wäre vielleicht, wenn ich ne gute Firma in den USA finden würde, die mich komplett krankenversichert, dann könnte ich das ganze über Jahre hinweg aufarbeiten, aber ob das klappt weiß ich natürlich jetzt noch nicht

Dir ist bewusst dass du deine Aufenthaltsgenehmigung in den USA super schnell verlierst wenn du dort in eine Vollform einer psychischen oder psychosomatischen Krankheit kippst?

Aus DE kann dich niemand rauswerfen und du hast ein gutes Sozialnetz. Drüben hast gar nix. Dein Stresslevel wird eher noch höher sein.

vor 3 Stunden, Mujeriego89 schrieb:

ich habe da heute wegen der psychosomatischen Ambulanz gegoogelt. Klingt eig ganz gut, aber ist das realistisch das Problem in 2-3 Monaten in den Griff zu kriegen (volle Mitarbeit meinerseits wäre gegeben). Ich weiß sowas ist immer schwer einzuschätzen, aber frag mal lieber trotzdem

Warum ist das relevant? Wenn du Herzprobleme oder einen vollen Burnout reisst kostet dir das wesentlich mehr Lebenszeit als jetzt mal dich auszukurieren.

Du hast viel geschafft im Leben, und einen sehr schweren Start gemeistert. Da kannst ordentlich stolz sein drauf. Gönn dir auch mal den Halt und die Geborgenheit die du früher nie hattest im Rahmen einer medizinischen Auszeit. Du hast nur einen Körper.

 

bearbeitet von Helmut
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Guten Morgen,

mir scheint gerade auch schon voll die Sonne aus dem Arsch. 

 

Ich fange mal beim Geld an: 

Du brauchst momentan dringend welches. Verdiene es einfach mal leicht momentan! Geld verdienen kannst Du quasi durch reines Absitzen [wirst schon nicht unterfordert werden...]!

Schön irgendwo 37,5 Stunden, paar Überstunden, nette Kollegen, festes Umfeld, g u t e 2000 netto, sollte drin sein. Haste mal was. Kein Hirnfick und Gelaber vom Uncle Sam Psychodoc im Sillicon, mal eben easy und nicht zu viel träumen. Der Realitätsschock hat Dich ja schon längst erwischt. Das muss hier auch nicht ausgeführt werden, nehme ich an, oder? Ernsthaft? 

Da bleiben viele Stunden in der Woche übrig, in denen Du Dich schönen Dingen hinwenden kannst. Tauchurlaub auf Bali und so Späße sind auch drin. 

Du hast noch ein paar Jahrzehnte vor Dir und momentan sicher recht wenig Erfahrung, kaum Kontakte, wirst wohl nicht die Miete für die nächsten Monate auf dem Konto haben, geschweige denn, mit deiner UG - wenn überhaupt - irgendwie über die Runden kommen. Müssen wir hier nicht so genau wissen... Andeutungen hast Du schon welche gemacht.  

Eine Unternehmensgründun können wir ja mal in einem anderen Thread in grundsätzlicher Natur erörtern, oder auch nicht, und die muss hier konkret, glaube ich, auch nicht großartig besprochen werden, oder?

Keine Kohle und Probleme ist eine beschissene Kombination. Kurzfristig lässt sich nur eines ändern für Dich. 

Kohle ist Trumpf. Fertig. 

 

Zu Deinen geistigen Problemen mal aus meinem Affenleben:  

Kennst Du Psychologen persönlich? Leute aus dem Studium, irgendwelche Bekannte? 

Ich kenne da den ein oder anderen und hatte mit denen schon meine Gespräche. Um es vorweg zu nehmen: gebracht hat es nichts. 

Das sind Leute, die es lieben zuzuhören, die sich echt für quasi jeden und alles interessieren, Leute, die zuhören, aber in ihrer Rolle grundsätzlich mal niemandem leichtfertig irgendetwas raten. Das sind alles andere als die großen Ratgeber, keine Mentoren, einfach nur Psychomüllschlucker. Einen Mentor könntest Du vielleicht eher gebrauchen als einen Psychodoc - so aus dem Bauchgefühl heraus. Von Leuten, die den ganzen Tag ständig kotzen gehen, keinen Funken Selbstachtung haben, sowas von doof oder gerade unglücklich geschieden, einfach ein Fünkchen Elend in Person sind oder der Hauptschullehrer am Ende seiner Kräfte... Die interessieren sich echt für jeden und hören sich ALLES an. Manche hören sich auch richtig perversen und kranken Rummel an den ganzen Tag und wissen das irgendwie zu schätzen. 

Für den einen ist es Balsam mit denen zu sprechen, andere, wie ich z.B., sehen das eher so mit Gefühlen und Blicken, die sie nicht weiter bringen. 

'Siddhartha' von Hesse, ca. zwei Stunden Lektüre für zwischendurch, hat mein Leben mehr verändert.  

Das ist auch geiler als irgendson Post hier von irgendeinem. Da steckt viel, viel, viel mehr drin. 

Lustig was zu tippen ist easy. Hermann hatte was drauf ohne Internet.  

JEDEN Post hier hast Du in 10 Jahren vergessen. Siddharthe wirst Du nie wieder vergessen! Versprochen!

[Wenn das für Dich was bringt, wäre es natürlich großartig!] 

Wobei, ehrlich gesagt, kurzfristig war es schon gut. Diese Kurzfristigkeit kann hier und da einen großen Unterschied machen! Darin liegt vielleicht die Daseinsberechtigung der ganzen Geschichte. 

Lange Rede kurzer Sinn, Du kannst da ewig irgendwo in der Klinik sitzen, Kur machen, "rumlabern", aber es wird darauf hinaus laufen, dass Du mit Deiner Selbst so weit klarkommen musst, dass die kein schlechtes Gewissen haben, Dich nach Hause zu schicken. Das sind auch nur Menschen, die mal irgendwie ein Erfolgserlebnis und ihre persönliche Ruhe und Gelassenheit erreichen wollen. 

E i n e Bekannte von mir lächelt und lacht auch ständig so nett selbst in düstester Stunde, dass es echt wohltuend ist.

 

Wenn Du ein Bedürfnis nach ein paar Stündchen professioneller Menschlichkeit verspürst, dann ist das was für Dich! Sonst könnte das voll die Enttäuschung geben - nachdem Du denn in sechs Wochen oder so mal einen ersten Termin hattest. Natürlich kannst Du auch einen auf Akutpatienen machen und da neben der Kotzjenny im Warteraum Platz nehmen. Das musst Du wissen. 

 

Grundsätzlich rate ich eher davon ab, Psychobehandlungne in seiner Krankenakte zu sammeln und später mal Kreuzchen machen zu müssen, dass man mal in Behandlung war. Das kann einem teuer zu stehen bekommen. 

Für die arme, vergewaltigte Kotzjenny, die null Perspektive hat, spielt das weniger eine Rolle als für jemanden wie Dich, dem das ggf. tausende Euro kosten kann und "erreichbar" ist. 

 

[NEIN, nein, nein, keine Geringschätzung hier!!!!!] 

 

Weil ich voll der Held bin, der schon das Schaltjahrproblem in der Informatik in Pseudocode nur mit Hilfe des Internets gebacken bekam, erlaube ich mir das bei DIR einfach mal hier. 

Im Ernst, Du hast schon viele hinter Dir gelassen. Die Durchfallquoten im Studium bei Dir lagen sicher auch mal bei 70% oder höher, wie es eben so üblich ist. 

Ich muss mir auch einen abmühen, aber dann schon auf einer wesentlich weniger anspruchsvollen Ebene, was die lieben Zahlen anbelangt, und in welchen Zusammenhängen das alles abläuft. 

 

Gerne schreibe ich auch noch etwas in einen Thread zum Thema "Warum ich lieber in XYZ leben möchte - Deutschland gefällt mir nicht". Eröffne mal einen! 

 

Ich wünsche Dir, dass Du gut durch den Tag kommst! Morgen und übermorgen auch noch! Überübermorgen vielleicht mal ein Vorstellungsgespräch? 

In München liegt der Schotter doch auch der Straße. 

Ende der Woche könnte doch ein Geldplatzregen niederkommen, oder? Ach, muss ja mal. 

bearbeitet von OrangUtan
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Ich habe nen ähnlichen Schulweg wie du aber werde quasi 4 Jahre später fertig als du. Mein Vater hatte aber zumindest den Anstand immer schön Abstand von mir zu halten und mir durch seine Abwesenheit zu zeigen wieviel ich ihm bedeute.

Meinen höchsten Respekt an dieser Stelle du hast ne Menge geschafft und dann auch viel von der Welt gesehen.

Aber imo läufst du irgendwie ins offene Messer. Dass was du machst riecht praktisch danach , dass du irgendwann zusammenbrichst.

Ich will dir gar nix schlechtes aber ich glaube dein Geist und dein Körper werden irgendwann nicht mehr können.

Und ich glaube auch dass 1 Jahr wo du dich um die beiden kümmerst, dir für die fehlende Zeit mit deiner Mom vergibst und vielleicht auch das Verhältnis mit deinem Vater aufarbeitest, dir mehr hilft als vieles Andere.

 

Du bist ein total Ehrgeiziger Mensch aber hast das gleiche Problem wie ich , du willst irgendwann zuviel auf einmal. Meiner Meinung nach geh lieber zu nem Psychologen , mach ne Therapie und schalt ein bisschen runter für ne weile.

Weil sonst machst du ja im Prinzip genau dasselbe was du vor der Erstellung dieses Threads gemacht hast.

Es ist natürlich deine Entscheidung was du tust und ich will dir gar nix schlecht reden, deshalb viel Glück und Erfolg.

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Gast

Den Aussagen im Thread gibts nicht mehr viel hinzuzufügen. Respekt vor deinem Leben (ich sage bewusst nicht "Mitleid") und vor dem, wie du es trotzdem bisher zu deinen Zielen geschafft hast. Manche verwöhnte Kinder mit 1a Lebensverhältnissen haben deutlich weniger geschafft.

Meine 5 Cent zu deinen kommenden Plänen: Du willst dich nicht ernsthaft selbstständig "kaputtarbeiten", nur um dann "irgendwann mal" (der Zeitraum ist irgendwann endlos lang gefühlt) genug Kohle zu haben - und dann? Was mich am meisten schockiert bzw. verwundert ist folgende Aussage: "Ich arbeite mich jetzt erstmal halb tot bis ich reich bin und dann lasse ich mich für Geld wieder zusammen flicken." Die Ansicht ist mMn ein extremes Beispiel dafür, dass du dringend psychologische Hilfe benötigst, um ein paar Dinge wieder in die Bahn zu lenken. Was genau stellst du dir drunter vor, wie dein Leben ablaufen soll, wenn du Geld hast, aber ein psychisches Wrack bist? Der Psychologe verpasst dir schwupps einfach eine neue Hülle und Seele und du lebst ab da dann wie der König? Das alles funktioniert niemals so und du wirst auch nach der Behandlung und mit viel Geld niemals glücklich werden.

Nimm die Vorschläge der Leute ernst, wie die der Vorposter, bzw. hol dir in deinem Bekanntenkreis/Freundeskreis von älteren Leuten ein paar Erfahrungen ein, wie es WIRKLICH im Leben läuft. Fahr ein paar Gänge zurück. Überleg dir das mit der Selbstständigkeit nochmal. Punkt 1 von oben in der Liste mit der Kontrolle im Leben: Du hast in der Selbstständigkeit extrem viel Unsicherheit und gefühlt viel weniger Kontrolle über deinen Alltag als bei einem 9to5 Job, bei dem du nen Feierabend hast und deine Kohle am Ende des Monats sicher in deinen Geldbeutel flattert. Dazu hast du die nötige Zeit, die du brauchst, um auch mal abzuschalten. Gerade für deine geschundene Seele (wichtig: Vergangenheit - NICHT GEGENWART) wäre es wichtig, mal ein paar Stunden das "Schöne" im Leben wieder zu erkennen und mit den 2k netto im Monat nach allen Abzügen einfach mal ein gutes Essen abends zu genießen oder mit Freunden zum Bowlen zu gehen. DIE ERLEBNISSE werden dein Leben wieder in Einklang bringen - NICHT der (höchstwahrscheinlich aber sowieso nicht) eintretende Reichtum durch das eigene Unternehmen (selbst gründen =! reich werden... ein nahezu überwältigender Anteil von Gründungen gehen innerhalb weniger Jahre zugrunde und das wird dir auch den Kopf kosten irgendwann, wenn dein letzter Strohhalm wegbricht mit dem Unternehmen). Mach dir auch bewusst: die Aufgabe deines Geschäfts zugunsten deiner Gesundheit ist zwar vielleicht KURZFRISTIG eine gefühlte Niederlage, langfristig wirst du aber einen unschätzbaren Wert daraus ziehen.

Versuch einfach mal in kleineren Schritten zu denken. Auch bezogen auf die psychologische Behandlung. Schon bevor du die nötigen Maßnahmen in die Wege leitest, zweifelst du an der Ausführung (zu wenig Zeit... eh bald Umzug... muss den richtigen finden.. kein Geld). Selbe Symptome wie oben schon genannt: Du hast gefühlt keine Kontrolle über deine Entscheidungen, weil du zu langfristig denkst. Wer weiß, ob du es überhaupt in die USA schaffst? Und dann hast du wieder ein halbes Jahr verschwendet, ohne, dass sich was geändert hat. Genau diese negativen Erfahrungen können dich weiter runter ziehen, als du es für möglich hältst. 

Mein Vorschlag:

Fang bei dem an, was du sofort ändern kannst. Die kurzfristigen Veränderungen werden den größten Einfluss auf deine Genesung und deinen zukünftigen Erfolg im Leben haben. Verliere dabei natürlich nicht die "Vision" aus den Augen - aber behalte die nahe Zukunft unter Kontrolle und mach langsam einen Schritt nach dem anderen. Daran wirst du wachsen und du wirst auch lernen, Niederlagen trotz deiner angeknacksten Psyche anzunehmen und daraus zu lernen. Blende die Eventualitäten, die dich langfristig erwarten, größtenteils aus. Viele "erfolgreiche" Menschen im Leben werden dir verraten können, dass im Leben oft vieles anders kommt, als man es plant und, dass sie zB niemals geplant hatten dort anzukommen, wo sie stehen.

Ansonsten alles Gute für deine Zukunft und fokussiere dich auf das was du wirklich beeinflussen kannst: das was in deinem Leben noch auf dich wartet. Schließe mit der Vergangenheit ab.

VG

 

 

 

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vor 11 Stunden, Mujeriego89 schrieb:

Ich hoffe, dass mein Körper halt solang durchhält, bis ich reich geworden bin und ich mir dann nen guten Arzt in den USA leisten kann, der mich dann wieder zusammenflickt 😄

Die relevante Frage lautet hier natürlich: Und was, wenn nicht? Was passiert, wenn Dein Körper nicht solange durchhält? Was passiert, wenn Du weiter den riskanten Weg gehst?

Gruß, SF

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@OrangUtan

Warst du in Therapie oder hast du nur privat mit irgendwelchen befreundeten Psychologen gesprochen?

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vor 5 Stunden, OrangUtan schrieb:

Guten Morgen,

mir scheint gerade auch schon voll die Sonne aus dem Arsch. 

 

Ich fange mal beim Geld an: 

Du brauchst momentan dringend welches. Verdiene es einfach mal leicht momentan! Geld verdienen kannst Du quasi durch reines Absitzen [wirst schon nicht unterfordert werden...]!

Schön irgendwo 37,5 Stunden, paar Überstunden, nette Kollegen, festes Umfeld, g u t e 2000 netto, sollte drin sein. Haste mal was. Kein Hirnfick und Gelaber vom Uncle Sam Psychodoc im Sillicon, mal eben easy und nicht zu viel träumen. Der Realitätsschock hat Dich ja schon längst erwischt. Das muss hier auch nicht ausgeführt werden, nehme ich an, oder? Ernsthaft? 

Da bleiben viele Stunden in der Woche übrig, in denen Du Dich schönen Dingen hinwenden kannst. Tauchurlaub auf Bali und so Späße sind auch drin. 

Du hast noch ein paar Jahrzehnte vor Dir und momentan sicher recht wenig Erfahrung, kaum Kontakte, wirst wohl nicht die Miete für die nächsten Monate auf dem Konto haben, geschweige denn, mit deiner UG - wenn überhaupt - irgendwie über die Runden kommen. Müssen wir hier nicht so genau wissen... Andeutungen hast Du schon welche gemacht.  

Eine Unternehmensgründun können wir ja mal in einem anderen Thread in grundsätzlicher Natur erörtern, oder auch nicht, und die muss hier konkret, glaube ich, auch nicht großartig besprochen werden, oder?

Keine Kohle und Probleme ist eine beschissene Kombination. Kurzfristig lässt sich nur eines ändern für Dich. 

Kohle ist Trumpf. Fertig. 

 

Zu Deinen geistigen Problemen mal aus meinem Affenleben:  

Kennst Du Psychologen persönlich? Leute aus dem Studium, irgendwelche Bekannte? 

Ich kenne da den ein oder anderen und hatte mit denen schon meine Gespräche. Um es vorweg zu nehmen: gebracht hat es nichts. 

Das sind Leute, die es lieben zuzuhören, die sich echt für quasi jeden und alles interessieren, Leute, die zuhören, aber in ihrer Rolle grundsätzlich mal niemandem leichtfertig irgendetwas raten. Das sind alles andere als die großen Ratgeber, keine Mentoren, einfach nur Psychomüllschlucker. Einen Mentor könntest Du vielleicht eher gebrauchen als einen Psychodoc - so aus dem Bauchgefühl heraus. Von Leuten, die den ganzen Tag ständig kotzen gehen, keinen Funken Selbstachtung haben, sowas von doof oder gerade unglücklich geschieden, einfach ein Fünkchen Elend in Person sind oder der Hauptschullehrer am Ende seiner Kräfte... Die interessieren sich echt für jeden und hören sich ALLES an. Manche hören sich auch richtig perversen und kranken Rummel an den ganzen Tag und wissen das irgendwie zu schätzen. 

Für den einen ist es Balsam mit denen zu sprechen, andere, wie ich z.B., sehen das eher so mit Gefühlen und Blicken, die sie nicht weiter bringen. 

'Siddhartha' von Hesse, ca. zwei Stunden Lektüre für zwischendurch, hat mein Leben mehr verändert.  

Das ist auch geiler als irgendson Post hier von irgendeinem. Da steckt viel, viel, viel mehr drin. 

Lustig was zu tippen ist easy. Hermann hatte was drauf ohne Internet.  

JEDEN Post hier hast Du in 10 Jahren vergessen. Siddharthe wirst Du nie wieder vergessen! Versprochen!

[Wenn das für Dich was bringt, wäre es natürlich großartig!] 

Wobei, ehrlich gesagt, kurzfristig war es schon gut. Diese Kurzfristigkeit kann hier und da einen großen Unterschied machen! Darin liegt vielleicht die Daseinsberechtigung der ganzen Geschichte. 

Lange Rede kurzer Sinn, Du kannst da ewig irgendwo in der Klinik sitzen, Kur machen, "rumlabern", aber es wird darauf hinaus laufen, dass Du mit Deiner Selbst so weit klarkommen musst, dass die kein schlechtes Gewissen haben, Dich nach Hause zu schicken. Das sind auch nur Menschen, die mal irgendwie ein Erfolgserlebnis und ihre persönliche Ruhe und Gelassenheit erreichen wollen. 

E i n e Bekannte von mir lächelt und lacht auch ständig so nett selbst in düstester Stunde, dass es echt wohltuend ist.

 

Wenn Du ein Bedürfnis nach ein paar Stündchen professioneller Menschlichkeit verspürst, dann ist das was für Dich! Sonst könnte das voll die Enttäuschung geben - nachdem Du denn in sechs Wochen oder so mal einen ersten Termin hattest. Natürlich kannst Du auch einen auf Akutpatienen machen und da neben der Kotzjenny im Warteraum Platz nehmen. Das musst Du wissen. 

 

Grundsätzlich rate ich eher davon ab, Psychobehandlungne in seiner Krankenakte zu sammeln und später mal Kreuzchen machen zu müssen, dass man mal in Behandlung war. Das kann einem teuer zu stehen bekommen. 

Für die arme, vergewaltigte Kotzjenny, die null Perspektive hat, spielt das weniger eine Rolle als für jemanden wie Dich, dem das ggf. tausende Euro kosten kann und "erreichbar" ist. 

 

[NEIN, nein, nein, keine Geringschätzung hier!!!!!] 

 

Weil ich voll der Held bin, der schon das Schaltjahrproblem in der Informatik in Pseudocode nur mit Hilfe des Internets gebacken bekam, erlaube ich mir das bei DIR einfach mal hier. 

Im Ernst, Du hast schon viele hinter Dir gelassen. Die Durchfallquoten im Studium bei Dir lagen sicher auch mal bei 70% oder höher, wie es eben so üblich ist. 

Ich muss mir auch einen abmühen, aber dann schon auf einer wesentlich weniger anspruchsvollen Ebene, was die lieben Zahlen anbelangt, und in welchen Zusammenhängen das alles abläuft. 

 

Gerne schreibe ich auch noch etwas in einen Thread zum Thema "Warum ich lieber in XYZ leben möchte - Deutschland gefällt mir nicht". Eröffne mal einen! 

 

Ich wünsche Dir, dass Du gut durch den Tag kommst! Morgen und übermorgen auch noch! Überübermorgen vielleicht mal ein Vorstellungsgespräch? 

In München liegt der Schotter doch auch der Straße. 

Ende der Woche könnte doch ein Geldplatzregen niederkommen, oder? Ach, muss ja mal. 

Das stimmt, das ist auch ein Punkt mit der psychischen Behandlung, dass man dann in den Krankenakten quasi stigmatisiert wird. Das will ich auf garkeinen Fall, irgendwelche Nachteile daraus ziehen

Bzgl. dem "normal" arbeiten mit 2k netto: Das sagt ihr so einfach, aber ich krieg bei dem Gedanken einfach nur das Kotzen. Für was, habe ich denn die letzten 16 Jahre wie ein Blöder durchgezogen (bayerisches Gymi, etc.)? Um jetzt genauso dazustehen, wie mein Kumpel, der nen 3er Hauptschulabschluss gemacht hat und die ganzen Jahre über in ner schönen Wohnung mit eigener Karre gewohnt hab, während ich mir NIE was zum Trinken in der Disko geleistet habe? Für das, das ich mich dann in 10 Jahren "hochgebückt" habe und dann irgendwann mit Bafög-Schulden abbezahlen dann mal auf den Break-Even-Point mit nem Hauptschüler komme (nichts gegen Hauptschule, aber das ist halt nunmal nicht fair, dass ich den "harten" Weg nehme und dann erst mit 40 so viel Kohle habe, wie jemand, der seine Schulzeit "verchillt" hat

Was mir durch den Thread hier definitiv klar geworden ist: Mit meiner Psyche stimmt etwas definitiv nicht, vorher war mir die Schwere des Problems ehrlich gesagt garnicht so stark bewusst. Aber mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass mich noch niemand meiner Freunde (auch nur gelegentlich) so "zugeheult" & "zugejammert" hat, wie cih meine Freunde. Das tut mir auch immer mega Leid, aber ich habe halt alle paar Wochen so ein, zwei Tage wo mir einfach nur nach Heulen zumute ist. Ich bewältige dies meistens dann mit Hilfe von Freunden. Das belastet natürlich auch meine sozialen Kontakte. 

Ja ich glaube es wäre nicht schlecht so eine psychologische Hilfe zu haben, aber ich kann und willl jetzt den eingeschrittenen Weg (auswandern & eigenes Unternehmen weiterführen (zumindest Teilzeit) nicht einfach aufgeben). Mein Plan sieht eh vor, jetzt noch ein paar Monate selbstständig zu arbeiten und dann in einer Firma (in den USA) mein sicheres Gehalt zu verdienen & dann halt meine Freizeit in mein Business zu stecken und das über mehrere Jahre hinweg aufzubauen.

Bzgl. dieser "depressiven Attacken": 
Es gibt bestimmte Faktoren, die die auslösen:
- Schlechtes Wetter (2/10)
- Misserfolg bei Frauen (8/10)
- Stress (8/10)
- Dauer seit der letzten "Attacke" (4/10)
- Ungewissheit im Leben (7/10)

Danach geht es mir meistens aber wieder besser für einige Wochen

 

Bzgl. der Frage welche Alternative es gibt, wenn es nicht klappt mit Reich werden:
Ich bin sicher, dass ich es packe reich zu werden (zumindest ein paar Millionen halte ich für realistisch). Ich bin wirklich gut in meiner Arbeit und ich "kenne" den Weg des Erfolges bereits durch PU (natürlich unterscheidet sich der Weg ein bisschen im Vergleich zum PU, aber ich glaube die Grundprinzipien sind die selben)
Ich persönlich kann mir auch nicht vorstellen, wie ich mit 2 oder 3k netto im Monat glücklich sein kann, mit meiner Vergangenheit. Das wäre dann zwar weniger stressig, aber ich glaube, dass ich extrem unglücklich wäre so einen "schlechten" Deal gemacht zu haben mit meiner Vergangenheit

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vor 36 Minuten, Mujeriego89 schrieb:

Bzgl. der Frage welche Alternative es gibt, wenn es nicht klappt mit Reich werden:
Ich bin sicher, dass ich es packe reich zu werden (zumindest ein paar Millionen halte ich für realistisch). Ich bin wirklich gut in meiner Arbeit und ich "kenne" den Weg des Erfolges bereits durch PU (natürlich unterscheidet sich der Weg ein bisschen im Vergleich zum PU, aber ich glaube die Grundprinzipien sind die selben)
Ich persönlich kann mir auch nicht vorstellen, wie ich mit 2 oder 3k netto im Monat glücklich sein kann, mit meiner Vergangenheit. Das wäre dann zwar weniger stressig, aber ich glaube, dass ich extrem unglücklich wäre so einen "schlechten" Deal gemacht zu haben mit meiner Vergangenheit

Meine Frage bezog sich nicht darauf, was ist, wenn Du nicht reich wirst. Was ich meine ist: Was ist denn, wenn Du auf Deinem eingeschlagenen Weg zusammenklappst, und zwar so richtig: Sei es mit einem Herzinfarkt, sei es mit einem schweren Lungeninfekt aufgrund deines angegriffenen Immunsystems, sei es weil Dein Hirn Ruhe braucht und Dich daher zum Selbstschutz mal durchdrehen lässt?

Bei der Gelegenheit will ich Dir noch eine Frage stellen: Bist Du Dir dessen bewusst, dass Du Dir wichtige Zukunftspläne extrem aus Deiner Vergangenheit diktieren lässt? Du sagst nicht, dass X Dir Spaß macht, dass Dich Y reizt, und dass Du es deshalb tust. Du sagst, dass Du eine schlechte Vergangenheit hattest und daher von Deiner Zukunft etwas besonderes erwartest.

Was in Dir ist es eigentlich, das diese Forderungen an Deine Zukunft stellt? Was in Dir will das UNBEDINGT?

Zitat: "Mein Vater wollte UNBEDINGT, dass ich aufs Gymnasium gehe"

Woher kommt diese Fixierung auf großen Reichtum, ein Ziel, das man nur mit sehr viel Ehrgeiz erreichen kann?

Zitat: "ich war schon immer ein sehr (übertrieben?) ehrgeiziger Mensch (ich schätze, das liegt an dem Einfluss meines Vaters in der Kindheit)"

Ich bin kein Experte, ich bin nur ein Typ, der an einem Rechner sitzt. Aber selbst ich sehe hier ein paar Querverbindungen, über die es sich sehr lohnt, einmal nachzudenken. Und noch ein paar andere, die ich hier nicht aufgeschrieben habe.

Ein Experte, ein Psychologe, könnte Dir ganz andere Fragen als ich stellen, über die Du nachdenken kannst. Das ist ein bisschen schwieriger, als zu Fuß nach Spanien zu gehen, aber Du bist ja weder faul noch dumm, also schaffst Du das auch.

Gruß, SF

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vor 3 Stunden, speedfreek schrieb:

Meine Frage bezog sich nicht darauf, was ist, wenn Du nicht reich wirst. Was ich meine ist: Was ist denn, wenn Du auf Deinem eingeschlagenen Weg zusammenklappst, und zwar so richtig: Sei es mit einem Herzinfarkt, sei es mit einem schweren Lungeninfekt aufgrund deines angegriffenen Immunsystems, sei es weil Dein Hirn Ruhe braucht und Dich daher zum Selbstschutz mal durchdrehen lässt?

Bei der Gelegenheit will ich Dir noch eine Frage stellen: Bist Du Dir dessen bewusst, dass Du Dir wichtige Zukunftspläne extrem aus Deiner Vergangenheit diktieren lässt? Du sagst nicht, dass X Dir Spaß macht, dass Dich Y reizt, und dass Du es deshalb tust. Du sagst, dass Du eine schlechte Vergangenheit hattest und daher von Deiner Zukunft etwas besonderes erwartest.

Ja ist mir schon bewusst

Was in Dir ist es eigentlich, das diese Forderungen an Deine Zukunft stellt? Was in Dir will das UNBEDINGT?

Schwer zu sagen. Einerseits finde ich es halt super ungerecht mir mit fast 30 und ner akademischen Ausbildung gerade mal ne mickrige Einzimmerwohnung oder WG-Zimmer leisten zu können und ein schäbiges Auto (von dem ich in Deutschland auch nicht weiß, wie lange ich es fahren darf; siehe Diesel-Skandal). 

Zitat: "Mein Vater wollte UNBEDINGT, dass ich aufs Gymnasium gehe"

Woher kommt diese Fixierung auf großen Reichtum, ein Ziel, das man nur mit sehr viel Ehrgeiz erreichen kann?
Wollte schon immer reich sein, selbst als kleines Kind (mit 6 Jahren). Das bedeutet halt Freiheit, wenn man reich ist, ein Value der mir sehr viel wert ist

Zitat: "ich war schon immer ein sehr (übertrieben?) ehrgeiziger Mensch (ich schätze, das liegt an dem Einfluss meines Vaters in der Kindheit)"

Ich bin kein Experte, ich bin nur ein Typ, der an einem Rechner sitzt. Aber selbst ich sehe hier ein paar Querverbindungen, über die es sich sehr lohnt, einmal nachzudenken. Und noch ein paar andere, die ich hier nicht aufgeschrieben habe.

Ja ich sehe diese Querverbindungen schon auch. Ich denke ja sehr oft über mich selbst nach

Ein Experte, ein Psychologe, könnte Dir ganz andere Fragen als ich stellen, über die Du nachdenken kannst. Das ist ein bisschen schwieriger, als zu Fuß nach Spanien zu gehen, aber Du bist ja weder faul noch dumm, also schaffst Du das auch.

Ja, aber so einfach ist das ja nicht. Ich war ja schon vor zwei Jahren mal für 10 Sitzungen bei einem Psychologen. Mir ist dabei aufgefallen, dass das nicht nur irgendein Psychologe sein muss, sondern der muss glaub auch "zu dir passen" und es ist in Deutschland schwierig und langwierig in Deutschland überhaupt nen Psychologen zu finden, der Patienten aufnimmt bzw. eine Therapie anbietet (zumindest war das in Berlin so), vielleicht ist das in Bayern anders

Gruß, SF

 

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vor 3 Stunden, speedfreek schrieb:

Meine Frage bezog sich nicht darauf, was ist, wenn Du nicht reich wirst. Was ich meine ist: Was ist denn, wenn Du auf Deinem eingeschlagenen Weg zusammenklappst, und zwar so richtig: Sei es mit einem Herzinfarkt, sei es mit einem schweren Lungeninfekt aufgrund deines angegriffenen Immunsystems, sei es weil Dein Hirn Ruhe braucht und Dich daher zum Selbstschutz mal durchdrehen lässt?

Bei der Gelegenheit will ich Dir noch eine Frage stellen: Bist Du Dir dessen bewusst, dass Du Dir wichtige Zukunftspläne extrem aus Deiner Vergangenheit diktieren lässt? Du sagst nicht, dass X Dir Spaß macht, dass Dich Y reizt, und dass Du es deshalb tust. Du sagst, dass Du eine schlechte Vergangenheit hattest und daher von Deiner Zukunft etwas besonderes erwartest.

Was in Dir ist es eigentlich, das diese Forderungen an Deine Zukunft stellt? Was in Dir will das UNBEDINGT?

Zitat: "Mein Vater wollte UNBEDINGT, dass ich aufs Gymnasium gehe"

Woher kommt diese Fixierung auf großen Reichtum, ein Ziel, das man nur mit sehr viel Ehrgeiz erreichen kann?

Zitat: "ich war schon immer ein sehr (übertrieben?) ehrgeiziger Mensch (ich schätze, das liegt an dem Einfluss meines Vaters in der Kindheit)"

Ich bin kein Experte, ich bin nur ein Typ, der an einem Rechner sitzt. Aber selbst ich sehe hier ein paar Querverbindungen, über die es sich sehr lohnt, einmal nachzudenken. Und noch ein paar andere, die ich hier nicht aufgeschrieben habe.

Ein Experte, ein Psychologe, könnte Dir ganz andere Fragen als ich stellen, über die Du nachdenken kannst. Das ist ein bisschen schwieriger, als zu Fuß nach Spanien zu gehen, aber Du bist ja weder faul noch dumm, also schaffst Du das auch.

Gruß, SF

Danke dir auf jeden Fall für deine sehr guten & konstruktiven Fragen! Leider weiß ich im Moment auch nicht so ganz, was da jetzt das Beste wäre, um das anzugehen. Im Moment gönne ich mir gerade eine kleine Auszeit für ein paar Tage, weil es körperlich auch garnicht anders geht

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vor 57 Minuten, Mujeriego89 schrieb:

Was in Dir ist es eigentlich, das diese Forderungen an Deine Zukunft stellt? Was in Dir will das UNBEDINGT?

Schwer zu sagen. Einerseits finde ich es halt super ungerecht mir mit fast 30 und ner akademischen Ausbildung gerade mal ne mickrige Einzimmerwohnung oder WG-Zimmer leisten zu können und ein schäbiges Auto (von dem ich in Deutschland auch nicht weiß, wie lange ich es fahren darf; siehe Diesel-Skandal).

Was ist daran "ungerecht" eine Karriere als angestellter mit nem "normalen" Gehalt zu starten, das vielleicht nicht so hoch ist, aber man schafft innerhalb ein paar Jahren trotzdem 1-2 Stufen, steigt auf und hat bald das doppelte auf dem Konto? DAS ist völlig normal. Hab aber mittlerweile ja schon oben in deinen Antworten gelesen, dass du irgendwie versuchst das genaue Gegenteil von deiner Kindheit zu erreichen. Wie jemand dir schon antwortete und ich dir auch: schau mal weniger auf deine Vergangenheit, sondern, was es dir für die Zukunft bringen soll.

Ne Tatsache, die mir bei dir wie rote Lampen aufleuchtet ist, dass du anscheinend denkst, dass finanzielle Mittel und Materialismus deine "schlechte" Vergangenheit aufwiegen können. Glaubst du echt, dass du mit viel Geld und ner geilen Karre z.B. die Frau findest, die du dir wünschst? Eine, die sich wirklich für dich interessiert und keine, die nur scharf auf deine Kohle ist? 

vor 5 Stunden, Mujeriego89 schrieb:

Bzgl. dieser "depressiven Attacken": 
Es gibt bestimmte Faktoren, die die auslösen:
- Schlechtes Wetter (2/10)
- Misserfolg bei Frauen (8/10)
- Stress (8/10)
- Dauer seit der letzten "Attacke" (4/10)
- Ungewissheit im Leben (7/10)

Zu den genannten Punkten: Wie dir vor allem im PU (in dem du dich ja anscheinend so gut auskennst? oder doch nicht?) laufend angeraten wird ist, sich nicht durch äußere Einflüsse zu definieren, sondern mit sich selbst im Reinen zu sein. Du wirst in deinen Stimmungen fast ausschließlich entweder von außen gesteuert oder es sind deine eigenen "Sorgen und Problemchen", die dich aus der Bahn werfen. Arbeite An dir... und dann mach dir Gedanken darum, ob Michaela dich heiß findet oder dein Freund Michael nicht mehr auf ein Bier mitkommt, falls du ihm keins mehr ausgibst. Dein eigenes Wohlbefinden spiegelt sich auch auf deine Beziehungen wieder und darauf, wie du auf andere wirkst. 

bearbeitet von Gast

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vor 42 Minuten, prince1512 schrieb:

Was ist daran "ungerecht" eine Karriere als angestellter mit nem "normalen" Gehalt zu starten, das vielleicht nicht so hoch ist, aber man schafft innerhalb ein paar Jahren trotzdem 1-2 Stufen, steigt auf und hat bald das doppelte auf dem Konto? DAS ist völlig normal. Hab aber mittlerweile ja schon oben in deinen Antworten gelesen, dass du irgendwie versuchst das genaue Gegenteil von deiner Kindheit zu erreichen. Wie jemand dir schon antwortete und ich dir auch: schau mal weniger auf deine Vergangenheit, sondern, was es dir für die Zukunft bringen soll.

So schnell wird man nicht das Doppelte verdienen. Das würde mich schon stark wundern, wenn es so schnell gehen würde (kann mich da aber auch irren). Kann ja gerne jemand der Informatiker/Wirtschaftler schreiben, ob das so ist. Das wäre auf jeden Fall interessant

Ne Tatsache, die mir bei dir wie rote Lampen aufleuchtet ist, dass du anscheinend denkst, dass finanzielle Mittel und Materialismus deine "schlechte" Vergangenheit aufwiegen können. Glaubst du echt, dass du mit viel Geld und ner geilen Karre z.B. die Frau findest, die du dir wünschst? Eine, die sich wirklich für dich interessiert und keine, die nur scharf auf deine Kohle ist? 

Es geht mir nicht darum irgendwelche Mädels heranzuziehen, weswegen ich reich werden will. Ich hatte schon mehr als 100 Lays, was will Mann mehr?
Ich will auch nicht heiraten und keine Kinder kriegen, das ist mir Alles nicht wichtig

Zu den genannten Punkten: Wie dir vor allem im PU (in dem du dich ja anscheinend so gut auskennst? oder doch nicht?) laufend angeraten wird ist, sich nicht durch äußere Einflüsse zu definieren, sondern mit sich selbst im Reinen zu sein. Du wirst in deinen Stimmungen fast ausschließlich entweder von außen gesteuert oder es sind deine eigenen "Sorgen und Problemchen", die dich aus der Bahn werfen. Arbeite An dir... und dann mach dir Gedanken darum, ob Michaela dich heiß findet oder dein Freund Michael nicht mehr auf ein Bier mitkommt, falls du ihm keins mehr ausgibst. Dein eigenes Wohlbefinden spiegelt sich auch auf deine Beziehungen wieder und darauf, wie du auf andere wirkst. 

Der Tipp "arbeite an dir", sagt mir halt leider rein garnichts. Bitte konkret nen Tipp oder Hinweis geben, dann arbeite ich gern daran, aber damit kann ich leider nichts anfangen

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Gast

Was willst du dann mit der ganzen Kohle? Du kannst auch für normales Geld in den Urlaub, dafür musst du keine Mille verdienen. Das alles auf Kosten deiner körperlichen und psychischen Gesundheit?

vor 19 Minuten, Mujeriego89 schrieb:

Der Tipp "arbeite an dir", sagt mir halt leider rein garnichts. Bitte konkret nen Tipp oder Hinweis geben, dann arbeite ich gern daran, aber damit kann ich leider nichts anfangen

Das wird dir unter anderem ein guter Psychologe genauer erläutern. Schreib Tagebuch, setz dir realistische Ziele, lern dich mit deinen Macken zu akzeptieren, ziehe Kraft aus Meditation etc. und nicht aus externem Lob, hör auf deinen Körper und seine Signale ("Der Körper ist der Spiegel der Seele"). Das sind nur ein paar Beispiele.

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vor 6 Stunden, Mujeriego89 schrieb:

Bzgl. dieser "depressiven Attacken": 
Es gibt bestimmte Faktoren, die die auslösen:
- Schlechtes Wetter (2/10)
- Misserfolg bei Frauen (8/10)
- Stress (8/10)
- Dauer seit der letzten "Attacke" (4/10)
- Ungewissheit im Leben (7/10)

Dir ist schon bewusst, dass 2 der 3 stärksten Auslöser sich bei Auswanderung und Aufbauen eines Business in den USA noch massiv verstärken werden?

 Ich wünsch dir alles Gute. Du hast sehr deutlich gemacht, dass du bisher noch nicht genug Leidensdruck hast. Dann ist das so. Vielleicht brauchst du den großen Knall um aufzuwachen.

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Meine Eltern stehen als Beamte in einem besonderen Treueverhältnis zu ihren jeweiligen Dienstherren, die dafür gesorgt haben, dass es hier in Deutschland bisher zu keinen 'griechischen Verhältnissen' kam. Ich fühle ich mich dem deutschen Staat mit großer Dankbarkeit verbunden für unser materielles Wohlergehen und bin stolz auf meine Eltern, dass die sich ihr und mein Wohlergehen nicht verraucht und versoffen haben. 

Im Herzen trage ich nun die Impulse der Großen Oktober- und Novemberrevolution - was eine Überleitung ^^ 

in der Grundschule habe ich jeden Tag mit meinen Eltern die Hausaufgaben gemacht, ließ mir auch mal beim Basteln irgendeines depperten Vögelhäuschens tatkräftig unter die Arme greifen und, naja, bin bisher nur damit total auf die Nase gefallen, nicht aufm Gymi mal ein wenig mehr Mathe gepaukt zu haben. Dann wäre ich hier heute schon längst fertig gewesen. Das rächt sich momentan voll. Ich schwimme hier heute schon den ganzen Tag total rum bei Aufgaben, die Du gefühlt in drei Sekunden im Kopf gelöst hättest. Ich habe gerade echt Stress. Drei Versuche sind gefühlte drei zu wenig. 

Mein Doppelstudium der Rechtswissenschaften und der kunterbunten Steuerwelt, welches ich echt quasi für lau kriege, dient nur dem Zwecke ausreichende Methoden- und Fachkompetenzen zu erlangen, um für Frieden, Freiheit und Solidarität an der (un-)sichtbaren Front des Klassenkampfes kämpfen zu können nicht als eine totale Luftnummer.  

 

Geld zu verdienen um mir bekloppte Bedürfnisse zu erfüllen, ist nicht mein Wunsch.

 

Ich bitte Dich solidarisch mit Deinem Hauptschul-Genossen die Front zu schließen und endlich an einem Strang zu ziehen! 

 

Bildung eignet man sich nicht mitunter mühsam an, um Kohle zu scheffeln, sondern um diese Welt zu verbessern! Spaß macht es auch sich zu bilden - wenn auch weite Teile und Mühen Deiner akademischen "Glanzleistung" für mich ein totales Rätsel bleiben. Wenn es in Mathe um "Definition, Satz, Beweis" geht, dann bin ich raus, was mich schon ziemlich wurmt, aber ich tippe hier gerade zu einem nicht so ganz gern gesehenen Thema hier (hier ist man ja politikallergisch) und bitte auch um keine Kommentare hierzu...

 

Komm' mal auf dem Gedanken klar, dass es auch Nicht-Akademiker gibt, die Geld verdienen. Angebot und Nachfrage und so. Hast Du doch alles mal irgendwann in den Ansätzen studiert, oder? 

 

Es gibt tausende Maschinenbauer, die nur einen Bruchteil dessen verdienen, was patente "Ungelernte", Gesellen und Meister am Ende des Tages verdienen. Ich sehe da nichts kritikwürdiges und wüsste jetzt auch nicht, ob ich anstatt irgendwelches Zeug zu lesen und zu tippen, lieber in die E-Technik einsteigen wollte. Naja, um ehrlich zu sein: Ich checke da ja mal gar nichts schon ab Seite 3 der Einleitung. 

 

Wie geht es mit deinen körperlichen Symptomen? Da würde ich dann doch mal gucken.  

 

 Aber komme wirklich weg davon, Deine Gedanken ums Geld kreiseln zu lassen. Rückblickend 'demnächst' findest Du das sicher auch lächerlich. Oder jetzt am Ende dieses kurzen Posts. 

 

Hast Du Dir 'Siddhartha' mal angeschaut? Lies mal gleich zur Entspannung bis zur Hälfte oder so. Die ersten Seiten sind nicht so gut und fesselnd, aber dann wird es schon hier und da bei Dir irgendwo mal Klick machen, nehme ich an. Naja, Welterklärung und -formel ist was anderes, aber ein guter Einstieg ist's schon, sich von diesem ganzen materiellen Hokuspokus zu lösen. 

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