Seid ihr glücklich mit dem (deutschen) Arbeitszeitmodell?

62 Beiträge in diesem Thema

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Erstmal Daumen hoch für den Ansatz, Lebensqualität und Arbeitszeit zu hinterfragen.

vor 16 Minuten, Dandy Brandy schrieb:

4000 Netto weil ich so geil bin für 25 Stunden inner Woche? Habe ich aber noch keinen kennengelernt. Wäre mir auch sehr suspekt und derjenige müßte schon richtig wichtige Arbeit für Menschheit und Gesellschaft machen, damit ich die Ausbeutung anderer nicht ständig als Ursache für seine hohen Einnahmen vermuten würde.

Hier denkst Du innerhalb Deiner "Box".

4.000 netto für 25 Stunden ist als Arbeitnehmer schwierig. Sobald man Hebel wie Kapital, Reichweite oder Arbeitszeit anderer Leute rein bringt ist das eher die untere Grenze.

Genauso wie es da draußen Jungs gibt, die sich auf Mädels abgeschleppen spezialisiert haben, gibt es Jungs, die über 4K für 25 Stunden eher lächeln und sich die 4K am Tag holen.

Und es gibt auch Jungs, die 4K am Tag als "Peanuts" bezeichnen und das locker als Kosten pro Tag für ihr Boot ansehen, was ihnen aber einfach Spaß bringt. Selbst die Jungs spielen im Vergleich zu anderen Jungs eher im Sandkasten.

 

 

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vor 16 Stunden, Mobilni schrieb:

Klingt cool, freut mich für dich. In welcher Branche bist du denn?

Unternehmensberatung mit Schwerpunkt digitalem Marketing. In Agenturen und IT-Buden finden sich generell eigentlich recht viele Unternehmen, die große Freiheiten lassen, Stichwort Start-Up Kultur, Arbeiten wie bei Google usw. (Bei manchen aber auch nur zum Schein.) In der Kreativbranche ist schon länger angekommen, dass Kreativität nicht 9 to 5 entsteht. (Dafür ist die Bezahlung auch oft nicht so dolle.) Ich lebe da natürlich auch ein bisschen in meiner eigenen Filterblase, aber ich habe schon den Eindruck, dass sich das immer häufiger durchsetzt, zumindest in Ansätzen.

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Am 13.8.2018 um 00:14 , botte schrieb:

bzw. ein Austausch riskant und teuer wäre

Dachte im öffentlichen Dienst gibt es keine Verhandlungen sondern alleinig die Bindung an Entgeltgrupprn für die ausgeschriebene Stelle? Kurios.   

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vor 24 Minuten, JaWe schrieb:

Dachte im öffentlichen Dienst gibt es keine Verhandlungen sondern alleinig die Bindung an Entgeltgrupprn für die ausgeschriebene Stelle? Kurios.   

Im Prinzip ja, und für viele Berufsgruppen gibt es da auch nicht viel Spielraum; die sind in den Anhängen zu den Tarifverträgen mehr oder weniger akkurat beschrieben. Heisst, wenn Du Laborant bist und arbeitest Laborantentätigkeit in einem Betrieb mit vielen vergleichbaren Stellen, dann gibt es wenig oder keinen Spielraum.

Wenn Du allerdings entsprechend spezialisiert bist (idealerweise: n=1 in Deinem Betrieb) UND Deine Tätigkeit nicht in dieses Raster fällt UND Du vielleicht auch noch mit relevanten Vorerfahrungen aus nicht-tarifgebundenen Arbeitsverhältnissen kommst ('die Industrie'), dann hat ein Arbeitgeber im öffentlichen Dienst schon ein paar Möglichkeiten:

- etwas Flexibilität bei der Eingruppierung
- Anerkennung der nicht-ÖD Vorerfahrung bei den Stufen (da steckt sehr viel Gehalt drin!)
- vertragliche Zusage einer Gewinnungszulage z.B. als Stufenvorwegnahme

Das muss man allerdings sehr gut begründen und verhandeln, denn insbesondere die Personalräte wachen oft sehr(!!!) eifersüchtig über die geliebte Gleichbehandlung. Aber wenn der Arbeitgeber Dich unbedingt will oder gar braucht, gibt es da schon Spielräume. Das interne Budget dafür muss er natürlich auch haben; wenn zum Beispiel nur TV-L13 ausgeschrieben und gegenfinanziert ist, dann geht kein TV-L15. Wenn Dein Arbeitgeber aber absehen kann, dass es schwierig wird, dann können Stellen auch 'weich'', d.h. ohne feste Eingruppierung ausgeschrieben werden - wenn er so vorausschauend ist. Viele schreiben halt dann trotzdem TV-L13 aus, 'weil mehr halt nicht drin ist', und wundern sich dann einfach ein paar Jahre lang, dass sie keine vernünftigen Leute für die Stelle finden. Nur mal als Beispiel.

bearbeitet von botte

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Danke für den letzten Absatz. Sowas ähnliches ist mir schonmal zu Ohren gekommen, da die öffentlichen teilweise konkurrenzfähig zur Industrie sein müssen um überhaupt noch qualifiziertes Personal für besondere stellen zu ergattern. Eins frage ich mich jedoch: 

vor 16 Minuten, botte schrieb:

vertragliche Zusage einer Gewinnungszulage

In welchem Bereich muss der Staat denn Gewinne einfahren, sodass eine Gewinnzulage überhaupt erst ausgeschüttet werden kann? 

edit: btw würde ich es moralisch nicht gutheißen, wenn vom Staat erwirtschsftlivhes Geld (durch was auch immer) nicht wieder in den städtischen Haushalt zurückfließt und der Allgemeinheit zur Verfügung steht, sondern in die Taschen privater Leute wandert. 

bearbeitet von JaWe

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vor 13 Minuten, JaWe schrieb:

In welchem Bereich muss der Staat denn Gewinne einfahren, sodass eine Gewinnzulage überhaupt erst ausgeschüttet werden kann?

Das ist eine Zulage, um Dich als Mitarbeiter zu gewinnen. Mit betriebswirtschaftlichen Gewinnen hat das nichts zu tun. Kann man übrigens durch einfaches Googeln heraus finden 😉 Und nebenbei: es handelt sich dann um ein vertraglich vereinbartes Gehalt, nicht um eine opake Krötenwanderung. Das hat keine moralische Komponente.

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Den Spruch mit Google kannst du dir sparen, danke. 

bearbeitet von JaWe

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vor 6 Minuten, JaWe schrieb:

Den Spruch mit Google kannst du dir sparen, danke. 

Gern geschehen. Ich kann mir auch detaillierte Antworten ersparen.

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@Mobilni: die gesündere Denkweise wäre wohl sich einen Job (oder eher Berufung) zu suchen bei der man ein Arbeitszeitenmodell erst gar nicht hinterfragen muss. Ich bin als Berater derzeit auf einem eher öden Projekt gestafft und zähle hier jede Stunde. Wenn ich dann zuhause bin, arbeite ich an einer Start Up Idee, was sich null wie Arbeit anfühlt. Das trotz ca. 10 - 20 investierter Wochenstunden. Ich käme erst gar nicht auf die Idee meine Stunden zu zählen, da mir diese Tätigkeit extrem viel Spaß bereitet. 

Lange Rede, kurzer Sinn: probiere Sachen aus und finde Themen und Aktivitäten für die du brennst. Dann fühlt sich Arbeit auch nicht wie Arbeit an. Viel Erfolg!

bearbeitet von suchti.

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Am ‎13‎.‎08‎.‎2018 um 14:34 , spartakus666 schrieb:

Erstmal Daumen hoch für den Ansatz, Lebensqualität und Arbeitszeit zu hinterfragen.

Hier denkst Du innerhalb Deiner "Box".

4.000 netto für 25 Stunden ist als Arbeitnehmer schwierig. Sobald man Hebel wie Kapital, Reichweite oder Arbeitszeit anderer Leute rein bringt ist das eher die untere Grenze.

Genauso wie es da draußen Jungs gibt, die sich auf Mädels abgeschleppen spezialisiert haben, gibt es Jungs, die über 4K für 25 Stunden eher lächeln und sich die 4K am Tag holen.

Und es gibt auch Jungs, die 4K am Tag als "Peanuts" bezeichnen und das locker als Kosten pro Tag für ihr Boot ansehen, was ihnen aber einfach Spaß bringt. Selbst die Jungs spielen im Vergleich zu anderen Jungs eher im Sandkasten.

 

 

Nichts gegen über den Tellerrand schauen und klar gibt es erfolgreiche Unternehmer. In München vielleicht proportional mehr als anderswo.

Aber anhand des Beispiels 4k netto/Tag. Wie viele "Jungs" kennst du tatsächlich die 2.9Mio brutto im Jahr anschleppen? Über längere Zeiträume. Als Angestellter wäre das so etwa Level eines DAX-Konzern-Vorstandsmitglieds. In starken Jahren.

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Ich glaube er meint allgemein alternative Verdienstmöglichkeiten. Ein gutes Beispiel sind die Jungs von simple pickup. Haben durch YouTube ihre Anhänger gefunden und Geld über Klicks , Bootcamps und online Lernplattformen gemacht. Nach 2-3 Jahren hatte die schon ein Millionenunternehmen und heute nehmen sie sich ca. 200.000€ pro Jahr. Könnten aber auch einfach die Firma verkaufen und was anderes machen. Keiner hat nen Uniabschluss, und fanden eine Wurmloch im "System" um Geld zu machen. Wenn du gleichzeitig noch scherzeshalber in bitcoin, die eine oder Wohnung, weitere start Ups  oder sonstige Spielereien investierst, hast du du mehr Möglichkeiten Geld fabrizieren , das nicht Folge von 0815 Arbeitnehmerstunden ist

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vor 1 Stunde, Mobilni schrieb:

Wenn du gleichzeitig noch scherzeshalber in bitcoin, die eine oder Wohnung, weitere start Ups  oder sonstige Spielereien investierst, hast du du mehr Möglichkeiten Geld fabrizieren , das nicht Folge von 0815 Arbeitnehmerstunden ist

Sich ein passives Einkommen aufzubauen, ist in jedem Fall sinnvoll auch wenn man am Anfang nicht viel hat. Schau dir Warren Buffet an: Hat als Teenager mit Taschengeld angefangen in Aktien zu investieren und ist nun der zweitrechste Mann der Welt.

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