Kann man mit sich und seinem Leben glücklich und zufrieden sein?

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Ich bin durch einen anderen Thread (Thema Reichtum) auf den Gedanken gekommen, dass man als Mensch wohl niemals vollständig glücklich und zufrieden sein kann. Der Mensch ist dazu geneigt, immer mehr zu wollen. Immer nach dem zu Streben, was er gerade nicht hat. Daher hat wohl jeder (ich pauschalisiere das jetzt einfach mal bewusst, da ich bisher noch keinen Menschen kennen gelernt habe, der zu 100% mit sich im reinen und zufrieden und glücklich mit seinem Leben ist kennen gelernt habe) eine Art innere Unruhe in sich. Egal wie gut man aussieht, egal wie viel man verdient, egal was man geschafft hat, man will immer noch mehr. Liegt wohl in unserer Natur und ist wahrscheinlich auch wichtig, sonst würden wir vermutlich heute noch in Höhlen leben. 

Meine Frage wäre jetzt einfach, ob es wirklich Menschen gibt, die - wenn sie ganz ehrlich zu sich sind - wirklich im hier und jetzt zu 100% zufrieden mit sich und ihrem Leben sind? Und wie kommt man an diesen Punkt? Und ist es überhaupt erstrebenswert an einen solchen Punkt zu kommen? Einerseits ist sich weiterbilden und weiterentwickeln doch eine sehr wichtige und gute Sachen (Beispiel Höhlen), aber andererseits wird man dann ja niemals zu 100% zufrieden und glücklich sein können und immer auf irgendeine Art und Weise unzufrieden/unglücklich sein. Kann man es lernen, mit dem was man hat glücklich und zufrieden zu sein oder wäre das sogar eher kontraproduktiv?

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vor 2 Stunden, dgbrtdck schrieb:

Meine Frage wäre jetzt einfach, ob es wirklich Menschen gibt, die - wenn sie ganz ehrlich zu sich sind - wirklich im hier und jetzt zu 100% zufrieden mit sich und ihrem Leben sind?

Zufriedenheit hat nix mit Wirklichkeit oder Ehrlichkeit zu tun. Eine Logik, nach der man dann zufrieden wäre, wenn man ehrlich ist, wäre paradox. "Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich zufrieden." macht keinen Sinn. Sinn macht "Wenn ich zufrieden bin, dann bin ich zufrieden."

Anders gesagt, macht eine Wenn-Dann Logik keinen Sinn, wenns um Zufriedenheit geht.

Es macht auch keinen Sinn, von Menschen zu reden, die zufrieden sind. Weil jeder mal zufrieden, und man unzufrieden ist.

 

vor 2 Stunden, dgbrtdck schrieb:

wie kommt man an diesen Punkt?

Garnicht. An einem Punkt kann man nur sein. Dahin kommen kann man nicht. Sonst wärs ne Linie.

Genauso isses mit Zuständen wie beispielsweise Zufriedenheit. Man kann nur zufrieden sein. Solange man zufrieden werden will, ist man natürlich schon darum nicht zufrieden, weil man zufrieden werden will.

 

vor 2 Stunden, dgbrtdck schrieb:

Und ist es überhaupt erstrebenswert an einen solchen Punkt zu kommen? Einerseits ist sich weiterbilden und weiterentwickeln doch eine sehr wichtige und gute Sachen (Beispiel Höhlen), aber andererseits wird man dann ja niemals zu 100% zufrieden und glücklich sein können und immer auf irgendeine Art und Weise unzufrieden/unglücklich sein.

Wieso sollten Weiterbilden und Weiterentwickeln gute Sachen sein? Ist ne These, die du nicht wirst begründen können. Auch nicht mit den Höhlen.

Naheliegender und besser begründbar ist die These, dass man sich dann entwickelt, wenn es erforderlich ist. Und wir Menschen ansonsten ausgesprochen konservativ veranlagt sind. So, wie der Rest der beobachtbaren Natur auch.

 

vor 2 Stunden, dgbrtdck schrieb:

Kann man es lernen, mit dem was man hat glücklich und zufrieden zu sein

Klar. Ist letztendlich ne Sache der Übung.

Genau genommen, bleibt dir auch garnix andes übrig. Es ist ziemlich einleuchtend, dass du immer genau das hast, was du hast. Und du darum nur mit dem zufrieden sein kannst, was du hast. Geht also nicht darum, was man hat - sondern darum, ob man zufrieden ist.

 

vor 2 Stunden, dgbrtdck schrieb:

oder wäre das sogar eher kontraproduktiv?

Zufriedenheit und Produktivität sind keine kontradiktionären Gegensätze. Insofern musste dir da keinen Kopf machen.

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vor 3 Stunden, dgbrtdck schrieb:

Egal wie gut man aussieht, egal wie viel man verdient, egal was man geschafft hat, man will immer noch mehr.

Japp. Die Welt ist nicht genug. Wie könnte sie auch. 

Zufriedenheit stammt von Frieden. Das Gegenteil wäre Konflikt. Bedeutet ohne Konflikt herrscht Frieden.

Der Zustand lässt sich also sehr leicht erreichen: Löse alle Konflikte auf. Der einfachste Weg ist es alles zu aktzeptieren. Nehme das was gerade ist an ohne Widerstand zu leisten und du bist in Frieden mit der Welt (oder anders gesagt: zufrieden).

Dieser Zustand kommt von innen und hat nichts mit äußeren Dingen zu tun. Wenn ich selbst zurück denke hatte ich meine schönste Zeit als im Außen alles chaotisch war. Vierstellige Schulden, kein Geld für Lebensmittel, keine Freunde, keine Freundin, kein Job,  gesundheitliche Probleme und ich lebte in meinem Auto, ABER ich war selbst der glücklichste Mensch dem ich je begnetet bin. 

 

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vor 12 Stunden, dgbrtdck schrieb:

Meine Frage wäre jetzt einfach, ob es wirklich Menschen gibt, die - wenn sie ganz ehrlich zu sich sind - wirklich im hier und jetzt zu 100% zufrieden mit sich und ihrem Leben sind? Und wie kommt man an diesen Punkt? Und ist es überhaupt erstrebenswert an einen solchen Punkt zu kommen? Einerseits ist sich weiterbilden und weiterentwickeln doch eine sehr wichtige und gute Sachen (Beispiel Höhlen), aber andererseits wird man dann ja niemals zu 100% zufrieden und glücklich sein können und immer auf irgendeine Art und Weise unzufrieden/unglücklich sein. Kann man es lernen, mit dem was man hat glücklich und zufrieden zu sein oder wäre das sogar eher kontraproduktiv?

Erst mal müsstest du definieren, was du mit Glück bzw. Zufriedenheit meinst. In der Positiven Psychologie ist es üblich, Zufriedenheit als ein langfristiges Konzept zu betrachten, das viel mit den Lebensumständen, der eigenen Einstellung und den eigenen Leistungen zu tun hat. So ne Art Delta aus Ansprüchen und Erwartungen und der (selbst geschaffenen wie von äußeren Umständen vorherbestimmten) Lebensrealität. Glück wird dagegen eher als flüchtiges Momentgefühl gesehen, das sich zwar beispielsweise (kurzfristig) nach einem erzielten Erfolg einstellen kann, aber etwa auch durch eine Achterbahnfahrt, einen aufregenden Flirt, ein gutes Gespräch, Sex oder Drogen... Man kann glücklich sein aber nicht zufrieden und zufrieden sein aber nicht glücklich. Und das Ansammeln möglichst vieler Glücksmomente ist meist ein ziemlich sicheres Rezept, um mittel- bis langfristig unzufrieden zu werden.

Dann stellt sich die Frage, was 100% glücklich oder 100% zufrieden heißen soll... Erst mal ist es sowieso schwierig, das Ganze zu messen oder für sich selbst einzuschätzen:

  • Bzgl. Glück: Woher soll ich wissen, ob es nicht irgendeinen "Kick" gibt (vielleicht eine neue Stellung beim Sex, eine hübschere Partnerin, eine effektivere Droge), der mich noch glücklicher macht?.
  • Bzgl. Zufriedenheit (je nach gewählter "Strategie", siehe unten bei dem Text an Aldous) : Woher soll ich wissen, ob es nicht einen (realisierbaren) Erfolg gibt, der meine Zufriedenheit noch weiter steigt? Bzw. woher soll ich wissen, dass ich nicht noch besser lernen kann, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe?

Sowohl Zufriedenheit als auch Glück sind als Spektrum zu betrachten. Man kann zwar - Erinnerungsverzerrungen usw. mal ausgeschlossen - noch relativ leicht unterscheiden, ob ich heute oder vor einem Jahr zufriedener bin bzw. war. Oder ob der Sex mit Marie oder der mit Peggy-Chantal mich glücklicher gemacht hat. Aber ein absolutes Maß anzugeben, fällt eher schwer.

Dann unterscheidet sich das Empfinden und Erleben unterschiedlicher Menschen, weil jeder mit einem bestimmten "Gefühlsspektrum" auf die Welt kommt. Was für den einen 100% sind, sind für den anderen vielleicht nur 50% usw.

Ob es Menschen gibt, die zu 100% glücklich oder zu 100% zufrieden sind, kann ich dir daher nicht beantworten. Aber es gibt mit Sicherheit Menschen, die sehr glücklich oder sehr zufrieden sind. Und ja, Zufriedenheit kann man zu einem bestimmten Grad lernen (man geht davon aus, dass knapp 50% der Zufriedenheit genetisch determiniert sind und der (leicht) größere Anteil von den Lebensumständen und der eigenen Einstellung bestimmt wird). Wie wird man zufriedener? Dafür gibt es kein Patentrezept. Jeder hat verschiedene Vorlieben, Talente, Interessen, etc. Ich denke aber, potenziell erfolgversprechend sind etwa (unvollständig und in ungeordneter Reihenfolge): Sport, Meditation, Sozialkontakte, ein erfüllender oder zumindest erträglicher Job, ein Grundmaß an finanzieller Sicherheit, das Leben in einer guten, stabilen Umgebung, Dankbarkeit, sich möglichst wenig mit anderen zu vergleichen, sich hohe (aber realistische) Ziele setzen und dann Blut, Schweiß und Tränen investieren um sie zu erreichen, anderen Menschen helfen, Integrität (und als notwendige Voraussetzung das Bewusstsein um eigene Werte), Verzicht auf Drogen, häufig im "Flow-Zustand" sein, usw.

Wenn dich das Thema interessiert und du des Englischen mächtig bist, schau dir doch die Vorlesungsreihe mal an:

 

 

vor 9 Stunden, Aldous schrieb:

Zufriedenheit hat nix mit Wirklichkeit oder Ehrlichkeit zu tun. Eine Logik, nach der man dann zufrieden wäre, wenn man ehrlich ist, wäre paradox. "Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich zufrieden." macht keinen Sinn. Sinn macht "Wenn ich zufrieden bin, dann bin ich zufrieden."

Anders gesagt, macht eine Wenn-Dann Logik keinen Sinn, wenns um Zufriedenheit geht.

Es macht auch keinen Sinn, von Menschen zu reden, die zufrieden sind. Weil jeder mal zufrieden, und man unzufrieden ist.

Sehe ich nicht so. Erst mal meinte der TE hier vermutlich keine Wenn-Dann-Logik im Sinne einer Conditio sine qua non. Das Ehrlich-Zu-Sich-Selber-Sein soll wohl eher eine Art hinreichende Bedingung sein (in der durchaus plausiblen Annahme, dass man sich auch zufriedener fühlen kann als man es "tatsächlich" ist, also dass man sich diesbezüglich vorübergehend selbst belügen kann).

Unabhängig davon halte ich aber auch eine tatsächliche Wenn-Dann-Logik in bezug auf Zufriedenheit (oder Glück) keinesfalls für paradox. Im Gegenteil: Sowohl Glück als auch Zufriedenheit entstehen m. E. niemals losgelöst von den allgemeinen Lebensumständen, der eigenen Genetik, der aktuellen Situation, der eigenen Einstellung, der Gedanken, Gefühle, Entscheidungen und Handlungen. Es gibt zweifellos verschiedene Wege um Glück bzw. Zufriedenheit zu erreichen, aber selbst wenn sie "nur" durch die Veränderung der inneren Haltung entstehen, geht diesen "Zuständen" eben etwas voraus (in dem Fall: eine Entscheidung bzw. ein Lernprozess). Sagst du ja auch selbst weiter unten, indem du behauptest, Zufriedenheit sei Übungssache.

vor 9 Stunden, Aldous schrieb:

Garnicht. An einem Punkt kann man nur sein. Dahin kommen kann man nicht. Sonst wärs ne Linie.

Genauso isses mit Zuständen wie beispielsweise Zufriedenheit. Man kann nur zufrieden sein. Solange man zufrieden werden will, ist man natürlich schon darum nicht zufrieden, weil man zufrieden werden will.

Eine Linie setzt sich aber aus unendlich vielen Punkten zusammen. Wenn man Zufriedenheit zum Zeitpunkt x misst, dann geht es immer um einen Punkt. Trotzdem liegt der Punkt auf einer Linie. Ich denke sehr wohl, dass man grundsätzlich dahin kommen kann, zufrieden oder glücklich zu sein. Genauer genommen: Ein bestimmtes Maß an Zufriedenheit oder Glück zu erreichen (ist ja beides ein Kontinuum und kein binäres Maß).

vor 9 Stunden, Aldous schrieb:

Wieso sollten Weiterbilden und Weiterentwickeln gute Sachen sein? Ist ne These, die du nicht wirst begründen können. Auch nicht mit den Höhlen.

Naheliegender und besser begründbar ist die These, dass man sich dann entwickelt, wenn es erforderlich ist. Und wir Menschen ansonsten ausgesprochen konservativ veranlagt sind. So, wie der Rest der beobachtbaren Natur auch. 

Mir fallen Tausend Gründe ein, warum Weiterbilden und Weiterentwickeln "gute Sachen" sind. Natürlich sind das alles Argumente auf Individualebene und im Kontext der jeweiligen aktuellen Lebenssituation. Banales Beispiel: Wenn ich mich weiterbilde, habe ich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Klar kann man dann wieder fragen: Brauche ich diese besseren Chancen? Dient das irgendeinem höheren Zweck? Der Menschheit? Dem Universum? Gott? Auf diesen Ebenen wird die Begründung in der Tat schwer, aber auf diesen Ebenen wird alles schwer zu begründen, weil wir dann grundsätzliche Sinnfragen der (menschlichen) Existenz stellen, die niemand beantworten kann... Ich für meinen Teil bin jedenfalls ganz froh, nicht mehr in Höhlen zu leben 😉

Dazu bezweifel ich, dass man sich automatisch entwickelt, wenn es erforderlich ist. Ist natürlich wieder eine Definitionsfrage von "entwickeln" und "erforderlich sein"... Aber auf ein Alltagsbeispiel bezogen: Es gibt unzählige Drogensüchtige, die sich mit jedem Akt des Konsums ein Stück näher ins eigene Grab bringen. Wäre es erforderlich, dass sie sich ändern? Unbedingt! Tun sie es? In der Regel nicht...

vor 9 Stunden, Aldous schrieb:

Zufriedenheit und Produktivität sind keine kontradiktionären Gegensätze. Insofern musste dir da keinen Kopf machen.

Auch hier widerspreche ich. Glück und Produktivität sind keine konträren Gegensätze. Zufriedenheit und Produktivität können konträre Gegensätze sein, müssen es aber nicht. Hängt sehr stark davon ab, welche Einstellung bzw. Strategie man in Bezug auf Zufriedenheit wählt.

Laut Duden ist Zufriedenheit definiert als

a) innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als man hat;
b) mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen oder ähnlichem einverstanden zu sein, nichts auszusetzen zu haben.

Demnach lässt sich [ein höheres Maß an] Zufriedenheit auf zwei Wege erreichen: Indem man [mehr von dem] erreicht, was man erreichen will (das müssen keineswegs materielle Ziele sein) - oder indem man die Ansprüche und Erwartungen "herunterschraubt", sodass sie [besser] mit der Realität im Einklang sind. Ich denke, es gibt hier keinen perfekten Weg und es lassen sich für beide Strategien gute Gründe finden. Wenn man die menschliche Natur (Neigung zu Unzufriedenheit), aber auch die individuellen Limitierungen (Zeit, Geld, Talente usw.) in Betracht zieht, glaube ich, dass man mit einem Mittelweg am besten fährt.

 
 
 
bearbeitet von tonystark
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Ach Tony, angenehm, wenn ich nichts mehr schreiben muss, weil du alles umfassend erklärt hast.

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@dgbrtdck, Du definierst Dir da 'Zufriedenheit' als einen Zustand, den es anzustreben und zu erreichen gilt. Das aber sind Ziele - nicht Zufriedenheit. Wenn Du Deine Zufriedenheit an Ziele kopppelst, wirst Du in der Tat immer zu kurz springen. Da gibt es immer noch etwas, das man tun kann, haben kann, erleben kann. Da wirst Du niemals 100% erreichen.

Versuch mal, Deine Zufriedenheit, Dein subjektives Gefühl davon zu entkoppeln. Zufriedenheit aus Deinem jetzigen Zustand zu beziehen. Bist Du auf einem guten Weg? Bist Du mit Dir und dem, was Du tust und wie Du lebst, im Reinen? Wenn ja: reicht. Mehr braucht es nicht. Die Frage, ob Du zufrieden bist, beantwortet sich immer: heute. Nicht morgen. Da bin ich bei Aldous.

Schau: ich habe immer noch sehr, sehr viele Ziele. Beruflich. Körperlich. Partnerschaftlich. Aber heute und jetzt sitze ich in einem Hotelzimmer; bin ausgeschlafen, gesund, habe gut gefrühstückt, beim Frühstück gerade nochmal durch meine Handybilder geschaut und gesehen, dass ich mit meiner Freundin seit geraumer Zeit sichtbar glücklich bin. Heute ist das Leben gut. Ich warte auf den Beginn einer Konferenz, wo es viel zu tun und zu erreichen gibt, aber das ist: morgen. Bis Mitte Oktober habe ich beruflich viel zu tun, wobei es auch viel zu gewinnen gibt, aber das ist: in 10 Tagen. Heute ist das Leben gut.

Kann man das lernen? Bei mir ist das mit der Erfahrung gekommen. Mit Erfolgen, aber auch mit bitteren Niederlagen. Und mit der Erkenntnis, dass es so oder so immer weiter geht. 

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vor einer Stunde, tonystark schrieb:

(in der durchaus plausiblen Annahme, dass man sich auch zufriedener fühlen kann als man es "tatsächlich" ist, also dass man sich selbst belügen kann).

Zufriedenheit ist ein Empfinden. Man kann sich nur zufrieden fühlen. Sich zufriedener fühlen, als man sich fühlt, geht nicht. Mit tatsächlich sein, und so weiter, hat das nix zu tun.

 

vor einer Stunde, tonystark schrieb:

Es gibt zweifellos verschiedene Wege um Glück bzw. Zufriedenheit zu erreichen, aber selbst wenn sie "nur" durch die Veränderung der inneren Haltung entstehen, geht diesen "Zuständen" eben etwas voraus. Sagst du ja auch selbst weiter unten, indem du behauptest, Zufriedenheit sei Übungssache.

Ne, haste falsch verstanden. Übungssache ist, sich zufrieden zu fühlen, mit dem was ist. Klar kannste glauben, dass Zufriedenheit ein Zustand ist, den du erstmal erreichen müsstest. Also, dass es Bedingungen gäbe, die erste eintreten müssten, damit du dich dann zufrieden fühlen kannst. Und wenn du das glaubst, dann ist auch naheliegend, dass du dich erst dann zufrieden fühlst, wenn die von dir geglaubten Gründe eingetreten sind.

Die Übungssache ist dabei, mit zunehmender Übung weniger Gründe zu brauchen. Wenn man das will.

 

vor einer Stunde, tonystark schrieb:

Eine Linie setzt sich aber aus unendlich vielen Punkten zusammen. Wenn man Zufriedenheit zum Zeitpunkt x misst, dann geht es immer um einen Punkt. Trotzdem liegt der Punkt auf einer Linie. Ich denke sehr wohl, dass man grundsätzlich dahin kommen kann, zufrieden oder glücklich zu sein. Genauer genommen: Ein bestimmtes Maß an Zufriedenheit oder Glück zu erreichen (ist ja beides ein Kontinuum und kein binäres Maß).

Ja, und wie schon gesagt. Weil du das denkst, läuft das bei dir so.

 

vor einer Stunde, tonystark schrieb:

Mir fallen Tausend Gründe ein, warum Weiterbilden und Weiterentwickeln "gute Sachen" sind.

Ne, andersum. Weil es Gründe brauch, aus denen Weiterbilden und Weiterentwickeln gute Sachen sind, darum sind beides nur dann gute Sachen, wenn diese jeweiligen Gründe zutreffen. Treffen andere Gründe zu, dann können beides schlechte Sachen sein. Oder auch neutrale. Beispielsweise ist Weiterentwickeln dann ne nützliche Sache, wenn sich äußere Umstände ändern. Und wenn sich Umstände nicht ändern, dann kann Entwicklung durchaus Nachteile bedeuten.

 

vor 1 Stunde, tonystark schrieb:

Es gibt unzählige Drogensüchtige, die sich mit jedem Akt des Konsums ein Stück näher ins eigene Grab bringen. Wäre es erforderlich, dass sie sich ändern? Unbedingt! Tun sie es? In der Regel nicht...

Dachte ich auch mal. Nachdem ich ne Zeit lang mit Leuten gearbeitet hab, von denen die Meisten süchtig waren, sehe ich das nicht mehr so. Um es mal mit deiner Argumentation zu erklären: Wenn ich glaube, dass ich nen Schuss brauche, um mich zufrieden zu fühlen - dann ist das für mich so. Und wenn du glaubst, dass du Zufriedenheit durch andere Mittel erreichen müsstest - dann ist das für dich so. Unterm Strich denken wir dann beide nach dem gleichen süchtigen Prinzip - mit dem Unterschied, dass wir uns verschiedene Gründe rationalisieren.

 

vor 1 Stunde, tonystark schrieb:

Auch hier widerspreche ich. Glück und Produktivität sind keine konträren Gegensätze. Zufriedenheit und Produktivität können konträre Gegensätze sein, müssen es aber nicht.

Ne. Nicht konträr, sondern kontradiktionär. Und du widersprichst auch nicht, sondern bestätigst. Kontradiktionäre Gegensätze bedeutet, dass sich zwei Sachen gegenseitig ausschließen. Entweder ist das eine, oder das andere. Aber beides gleichzeitig gibts nicht. Entweder ist sie schwanger, oder nicht. Aber sie kann nicht einerseits schwanger sein, und gleichzeitig andererseits nicht schwanger. 

Und da Zufriedenheit und Produktivität keine kontradiktionären Gegensätze sind, kann man rundum zufrieden und produktiv gleichzeitig sein. Oder so. Nö?

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vor 3 Stunden, Aldous schrieb:

Zufriedenheit ist ein Empfinden. Man kann sich nur zufrieden fühlen. Sich zufriedener fühlen, als man sich fühlt, geht nicht. Mit tatsächlich sein, und so weiter, hat das nix zu tun.

Gerade WEIL Zufriedenheit eine Empfindung ist, ist sie als Kontinuum zu betrachten. Trauer ist auch eine Empfindung. Ich kann traurig sein, weil mein Lieblingsverein verloren hat oder ich kann traurig sein, weil meine Eltern bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen sind. In beiden Fällen ist Trauer vorhanden, trotzdem sind wir uns wohl einig, dass sich das Ausmaß der Trauer unterscheiden dürfte. Ebenso verhält es sich m. E. mit Zufriedenheit. Klar kann man auch sagen: Ich definiere Empfindungen im Allgemeinen oder Zufriedenheit im Speziellen binär (also vorhanden ab einem Mindestlevel und nicht vorhanden unter diesem Mindestlevel), aber das spiegelt das menschliche Erleben halt nur sehr unzureichend wider. Und selbst dann behaupte ich einfach mal, dass praktisch niemand (dauerhaft) Zufriedenheit erlebt, wenn er nicht in irgendeiner Weise ständig daran arbeitet, die Zufriedenheit aufrecht zu erhalten. Dafür passiert zu viel Scheiße im Leben. Entweder muss man also immer wieder lernen, mit schlechter werdenden Umständen, bspw. den Alterungserscheinungen, Krankheiten etc., zurechtzukommen ("sich mit weniger zufrieden zu geben") oder eben die Umstände in irgendeiner Weise verbessern / bewahren.

vor 3 Stunden, Aldous schrieb:

Ne, haste falsch verstanden. Übungssache ist, sich zufrieden zu fühlen, mit dem was ist. Klar kannste glauben, dass Zufriedenheit ein Zustand ist, den du erstmal erreichen müsstest. Also, dass es Bedingungen gäbe, die erste eintreten müssten, damit du dich dann zufrieden fühlen kannst. Und wenn du das glaubst, dann ist auch naheliegend, dass du dich erst dann zufrieden fühlst, wenn die von dir geglaubten Gründe eingetreten sind. 

Die Übungssache ist dabei, mit zunehmender Übung weniger Gründe zu brauchen. Wenn man das will.

Das ist das was ich weiter unten mit der zweiten Strategie zur Erlangung von Zufriedenheit beschrieben habe: Die Ansprüche bzw. die Erwartungen senken (nach dem Motto: Wenn ich gesund bin, bin ich zufrieden.). Kann man machen, aber für mich stellt sich die Frage, inwieweit diese Strategie allein tatsächlich dauerhaft realisierbar ist und auch inwieweit sie (in Extremform) erstrebenswert ist. Das Streben nach höherer oder das Aufrechterhalten der aktuellen Zufriedenheit sind immerhin starke Motivatoren und in hohem Maße sinnstiftend. Wenn ich Zufriedenheit einfach dadurch erlange, dass ich meine Erwartungen und Ansprüche auf Null senke, gibt es faktisch keinen Grund mehr, irgendetwas zu, das Anstrengung bedeutet.

Und doch, ich habe schon verstanden, was du meintest - trotzdem geht selbst dieser Strategie (mit wenig zufrieden sein) strenggenommen eine Wenn-Dann-Logik voraus: Wenn ich gelernt habe, mich mit weniger zufrieden zu geben, dann bin ich zufrieden. Und bei noch genauerer Betrachtung muss selbst nach Erlernen dieser geringen Anspruchshaltung mindestens eine zweite Bedingung, das Leben, immer erfüllt sein. Realistischerweise dürfte aber kaum ein Mensch so genügsam sein: Gesundheit, ein Dach überm Kopf, etwas zu Essen, der ein oder andere Sozialkontakt dürften bei den meisten Menschen ebenfalls notwendige Voraussetzungen für Zufriedenheit sein.

vor 3 Stunden, Aldous schrieb:

Dachte ich auch mal. Nachdem ich ne Zeit lang mit Leuten gearbeitet hab, von denen die Meisten süchtig waren, sehe ich das nicht mehr so. Um es mal mit deiner Argumentation zu erklären: Wenn ich glaube, dass ich nen Schuss brauche, um mich zufrieden zu fühlen - dann ist das für mich so. Und wenn du glaubst, dass du Zufriedenheit durch andere Mittel erreichen müsstest - dann ist das für dich so. Unterm Strich denken wir dann beide nach dem gleichen süchtigen Prinzip - mit dem Unterschied, dass wir uns verschiedene Gründe rationalisieren. 

Ist jetzt wieder eine Definitionsfrage, aber wenn man Zufriedenheit und Glück als Konzepte so trennt, wie es in der Psychologie üblich ist, dann behaupte ich mal, dass die wenigsten Junkies längerfristig der (irrtümlichen) Annahme unterliegen, der Drogenkonsum würde sie zufriedener machen. Glücklicher ohne Zweifel (bis zum Abklingen des Highs), aber die meisten wissen nur zu gut, dass sie sich damit selbst zerstören. Wenn du glaubst, dass Zufriedenheit unabhängig von irgendwelchen Umständen und Bedingungen funktionieren kann, müsstest du begründen, warum jemand, der zufrieden ist, irgendetwas unternehmen sollte, das anstrengend ist (siehe unten).

vor 3 Stunden, Aldous schrieb:

Ne. Nicht konträr, sondern kontradiktionär. Und du widersprichst auch nicht, sondern bestätigst. Kontradiktionäre Gegensätze bedeutet, dass sich zwei Sachen gegenseitig ausschließen. Entweder ist das eine, oder das andere. Aber beides gleichzeitig gibts nicht. Entweder ist sie schwanger, oder nicht. Aber sie kann nicht einerseits schwanger sein, und gleichzeitig andererseits nicht schwanger. 

Und da Zufriedenheit und Produktivität keine kontradiktionären Gegensätze sind, kann man rundum zufrieden und produktiv gleichzeitig sein. Oder so. Nö?

Dann heißt es aber kontradiktorisch und nicht kontradiktionär 😉 

Und bezüglich deiner Argumentation noch einmal die Frage: Wenn du wirklich rundum zufrieden wärst (was soll das Wort "rundum" überhaupt? Ich dachte, es gibt nur zufrieden oder nicht zufrieden? ;)): Welchen Anreiz hättest du dann, IRGENDETWAS zu tun? M. E. zielt auf irgendeiner Ebene jegliche Handlung darauf ab, positive Gefühle zu erlangen (oder zu bewahren) oder eben negative zu vermeiden. Ich kann glücklich sein (etwa weil ich gerade frisch verliebt bin) oder unglücklich (weil mein Hamster gestorben ist) und trotzdem produktiv, insoweit stimme ich zu.

Aber wenn ich rundum zufrieden wäre: Warum sollte ich mir dann die Mühe machen, produktiv zu sein? Ergibt eben nur Sinn, wenn man aus der Produktivität einen Teil seiner Zufriedenheit bezieht bzw. weil man sich dadurch für die Zukunft eine höhere (oder wenigstens das gleiche Maß an) Zufriedenheit erhofft. Wenn du der Meinung bist, dass man vollkommen zufrieden und trotzdem produktiv sein kann, stimme ich dir zwar theoretisch zu. Praktisch aber geht Handeln immer eine Motivation voraus. Wenn du also für dich sagen kannst (was deine Beiträge anklingen lassen): Ich bin rundum zufrieden: Dann beantworte mir bitte die Frage, warum du dir (vermutlich) die Mühe machst, täglich die Zähne zu putzen, zur Arbeit zu gehen, Freunde zu treffen... Kostet doch alles nur Energie und ist für sich genommen erst mal mit Anstrengung verbunden? Glück kann hier auch nicht der Motivator sein, jedenfalls nicht beim Zähneputzen oder bei der Arbeit. Also was ist dein Antrieb, wenn du dir nicht irgendwie erhoffst, durch das Zähneputzen deine Zahngesundheit und damit dein Zufriedenheitslevel zu erhalten?

 

Möglicherweise unterscheiden sich unsere Ansichten aber auch gar nicht so sehr und ein Großteil der Differenzen beruht auf definitorischen Unterschieden. Was ich unter anderem bei dir und botte teilweise herauslese und voll und ganz unterschreiben würde: Es ist eine gute Strategie, seine Zufriedenheit nicht so sehr an das Angekommensein (etwa: die berufliche Beförderung, der Körperfettanteil XY oder der Geldbetrag YZ auf dem Konto) zu knüpfen, sondern eher danach zu fragen: Befinde ich mich auf dem Weg zu meinem Idealzustand? Habe ich heute in Übereinstimmung mit meinen Werten gelebt? Habe ich den Tag so gelebt, wie es für mich gut und sinnvoll erscheint? Und das muss eben nicht bedeuten: Habe ich nach dem Motto "schneller, höher, weiter" gelebt? - sondern es kann auch heißen: Habe ich heute Zeit in der Natur verbracht? Habe ich Zeit genutzt um mich zu erholen und innezuhalten? Bin ich gut mit mir und meinen Mitmenschen umgegangen? Oder eben auch: Habe ich mich in Dankbarkeit geübt (was stark in Richtung "sich mit dem Zufriedengeben, was man hat" geht)?

 

vor 4 Stunden, Herzdame schrieb:

Ach Tony, angenehm, wenn ich nichts mehr schreiben muss, weil du alles umfassend erklärt hast.

Hab ich doch nur für dich getan 😉 

bearbeitet von tonystark
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vor 3 Stunden, tonystark schrieb:

Und selbst dann behaupte ich einfach mal, dass praktisch niemand (dauerhaft) Zufriedenheit erlebt, wenn er nicht in irgendeiner Weise ständig daran arbeitet, die Zufriedenheit aufrecht zu erhalten. Dafür passiert zu viel Scheiße im Leben. Entweder muss man also immer wieder lernen, mit schlechter werdenden Umständen, bspw. den Alterungserscheinungen, Krankheiten etc., zurechtzukommen ("sich mit weniger zufrieden zu geben") oder eben die Umstände in irgendeiner Weise verbessern / bewahren.

Meinste nicht, dass das ein ziemlich wirkungsvoller Weg ist,  in Richtung Unzufriedenheit?

 

vor 3 Stunden, tonystark schrieb:

Das ist das was ich weiter unten mit der zweiten Strategie zur Erlangung von Zufriedenheit beschrieben habe: Die Ansprüche bzw. die Erwartungen senken (nach dem Motto: Wenn ich gesund bin, bin ich zufrieden.).

Erwartungen senken funzt genau genommen garnicht. Bescheidenheit ist zwar kaum jemals verkehrt - man kann aber auch ruhig hohe Ansprüche haben, wenn man will. Weil eh klar ist, dass es anders kommt, als erwartet. Die Frage ist darum eher, wie du damit umgehst, dass deine Erwartungen nicht erfüllt werden?

Mit der Strategie Erwartungen zu senken, stellt man sich auch schnell selbst ein Bein. Wenn man unzufrieden ist, dann kann man sich das damit begründen, dass man nicht bekommen hat, was man wollte - und das kann man dann auf die zu hohen Erwartungen schieben. Und glauben, dass man zufriedener wäre, wenn man weniger erwarten würde. Und dann kann man daran arbeiten, seine Erwartungen zu senken. Und was passiert dann? Genau. Man erwartet weniger - und es kommt natürich wieder anders als erwartet.

Kurz gesagt, kann man sich ne Menge Ausreden zurechtrationalisieren, wegen denen man nicht zufrieden sein kann. Weil man ja damit ausgelastet ist, zufrieden zu werden. Also irgendwann mal.

 

vor 3 Stunden, tonystark schrieb:

Das Streben nach höherer oder das Aufrechterhalten der aktuellen Zufriedenheit sind immerhin starke Motivatoren und in hohem Maße sinnstiftend.

Wie schon gesagt. Zufriedenheit aufrecht erhalten wollen, ist ein ziemlich wirkungsvoller Weg in Richtung Unufriedenheit.

Und so ähnlich isses auch mit dem Sinnstiftenden. Wenn du nicht religiös bist, oder so, dann gibts keinen Sinn. Schon garnicht, wenns um Emotionen geht. Mit Emotionen kannste letztendlich nur eines machen. Nämich empfinden. Nen Sinn brauchs da nicht. Sondern man kann auch sich auch dann zufrieden fühlen, wenns keinen Sinn macht.

 

vor 3 Stunden, tonystark schrieb:

Wenn du also für dich sagen kannst (was deine Beiträge anklingen lassen): Ich bin rundum zufrieden:

Ich würd ja sagen, wer mit so nem Mindset durch die Gegend läuft, der muss schon nen ziemlichen Riss in der Schüssel, oder was ziemlich Gutes geraucht haben. Idealerweise beides.

 

vor 3 Stunden, tonystark schrieb:

Möglicherweise unterscheiden sich unsere Ansichten aber auch gar nicht so sehr und ein Großteil der Differenzen beruht auf definitorischen Unterschieden. Was ich unter anderem bei dir und botte teilweise herauslese und voll und ganz unterschreiben würde: Es ist eine gute Strategie, seine Zufriedenheit nicht so sehr an das Angekommensein (etwa: die berufliche Beförderung, der Körperfettanteil XY oder der Geldbetrag YZ auf dem Konto) zu knüpfen, sondern eher danach zu fragen: Befinde ich mich auf dem Weg zu meinem Idealzustand? Habe ich heute in Übereinstimmung mit meinen Werten gelebt? Habe ich den Tag so gelebt, wie es für mich gut und sinnvoll erscheint? Und das muss eben nicht bedeuten: Habe ich nach dem Motto "schneller, höher, weiter" gelebt? - sondern es kann auch heißen: Habe ich heute Zeit in der Natur verbracht? Habe ich Zeit genutzt um mich zu erholen und innezuhalten? Bin ich gut mit mir und meinen Mitmenschen umgegangen? Oder eben auch: Habe ich mich in Dankbarkeit geübt (was stark in Richtung "sich mit dem Zufriedengeben, was man hat" geht)?

In der Gestalttherapie gibts den Begriff des Mindfucks. Meint kurz gesagt, über etwas nachzudenken, um es nicht zu tun. Genauer gesagt, um es nicht zu empfinden. Also ne Ausrede.

Wenn ich mich beispielsweise dauerhaft unzufrieden fühle. Und einerseits merke, dass das auf Dauer doch irgendwie doof ist. Ich mich andererseits aber auch nicht traue, mich anders zu fühlen. Dann wär das ne ziemlich normale Situation. Geht den meisten Leuten ab und an so. Möglicherweise sogar allen. Jedenfalls hab ich dann nen Konflikt. Nen inneren Konflikt. Einerseits will ich mich anders fühlen. Weil so, wie ich mich fühle, gehts mir nicht gut. Andererseits will ich an Gewohntem festhalten. Weil ich da weiss, was ich hab.

Was mach ich dann also, damit mein Konflikt erträglicher wird? Genau. Ich fange an was zu planen und zu tun, damit ich mich irgendwann mal zufriedener fühlen kann.

Damit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits kann ich mich weiter so unzufrieden fühlen, wie ich es gewohnt bin. Und andererseits lenke ich mich davon ab, dass ich mich nicht zufrieden fühle - weil ich ja was dafür tue, dass ich mich irgendwann mal zufrieden fühlen werde.

Einigermaßen klar, was gemeint ist?

Ist auch ne clevere und nützliche Strategie. Das Blöde dabei ist nur, dass dabei viel verdrängt wird. Und man unterm Streich darum keine angenehmen Emotionen spürt, weil man Unangenehme verdrängt.

Darum der Tip, auch mal nicht drüber nachzudenken, was warum wie sein könnte. Sondern das zu empfinden, was gerade ist.

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Was Du beschreibst, ist m. E. nicht Zufriedenheit (jedenfalls nicht in der gebräuchlichen Definition), sondern geht nach meinem Verständnis eher in Richtung Achtsamkeit bzw. Akzeptanz (wahrnehmen was ist, ohne dabei zu bewerten). Beides kann sehr positiv auf die Zufriedenheit einzahlen. Ist aber nicht dasselbe.

 

vor 4 Stunden, Aldous schrieb:

Wie schon gesagt. Zufriedenheit aufrecht erhalten wollen, ist ein ziemlich wirkungsvoller Weg in Richtung Unufriedenheit.

Sehe ich keineswegs so. Ein Beispiel aus der Forschung: Es lässt sich zeigen, dass Menschen mit zunehmendem Gehalt auch ein höheres Zufriedenheitslevel angeben, wobei der Grenznutzen abnimmt. Wird dann oft auf die vereinfachte Formel heruntergebrochen, dass zwischen 80.000 Euro und 100.000 Euro Jahresgehalt kein Zufriedenheitszuwachs mehr zu erzielen wäre. Ist so nicht ganz korrekt und lässt sich sicher nicht auf den Einzelfall übertragen, aber das soll hier auch nicht weiter interessieren. Man kann jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass (neben vielen anderen Dingen) das eigene Gehalt einen Einfluss auf die empfundene Zufriedenheit hat. Ergibt auch Sinn, weil ein gewisses finanzielles Polster eben auch ein bestimmtes Maß an Sicherheit und Freiheit bedeuten, die eben ohne dieses Polster nicht vorhanden wären. Daraus folgt aber auch, dass ich, um dieses Maß an Zufriedenheit aufrecht zu erhalten, weiter zur Arbeit gehen muss. Lasse ich das bleiben, wird meine Zufriedenheit sehr wahrscheinlich sinken.

Anderes Beispiel aus der Forschung: Unmittelbar nach einem schweren Unfall mit einschneidenden Folgen für das weitere Leben (weiß jetzt gerade nicht, inwieweit das noch genauer spezifiziert war) sinkt die Lebenszufriedenheit der meisten Menschen erst einmal stark ab, erreicht nach 1-2 Jahren aber meist wieder das Ausgangslevel. Grund: Man lernt, sich damit zu arrangieren, erschließt neue Quellen von positiven Gefühlen etc. Was folgt daraus? Erst einmal, dass auch die eigene Gesundheit in einem engen Zusammenhang mit der Zufriedenheit steht. Und da Gesundheit nicht einfach passiert, sollte man (zumindest ansatzweise) ständig daran arbeiten, sie aufrecht zu erhalten. Sport treiben, sich halbwegs ausgewogen ernähren, Zähne putzen, Unfälle vermeiden usw... Ganz allgemein gesprochen: Zufriedenheit geschieht für die meisten Menschen eben nicht einfach so im luftleeren Raum, sondern hängt durchaus von äußeren Umständen, dem eigenen Handeln (v. a. den Ergebnissen vergangener Handlungen), der eigenen Einstellung usw. ab. Jedenfalls nach Ansicht der meisten Psychologen und der teilnehmenden Probanden. Zweitens folgt: Die erlebte Zufriedenheit ist eben nicht binär, sondern unterliegt (im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Möglichkeiten) messbaren Schwankungen. Gravierende Fehlentscheidungen ("die dunkelgelbe Ampel schaff ich noch!") können das Zufriedenheitslevel (jedenfalls temporär) stark absenken.

Wenn du jetzt hergehst und sagst: Zufriedenheit ist binär und man sollte sie losgelöst von allem betrachten, dann kannst du das zwar für dich so definieren, aber dann deckt sich deine Definition vermutlich nicht mit der der meisten anderen Menschen (behaupte ich mal ganz frech). Außerdem musst du dir auch die Frage gefallen lassen, ob du, wenn man dich über Nacht deines Geldes, deiner Gesundheit, deiner Freunde, deines Jobs usw. berauben würde, genauso zufrieden wärst wie heute (oder, um in binärer Sprache zu bleiben: Ob es dir ebensoleicht fallen würde, Zufriedenheit zu empfinden wie heute). Alternativszenario: Wenn du morgen einfach nicht mehr zur Arbeit gehen würdest, sondern just for fun mal eine Bank überfallen und dabei zwei Menschen töten würdest. Wärst du dann trotzdem zufrieden (vorausgesetzt du bist es heute)?

Wenn du ehrlich bist (haha) und die Antworten darauf "nein" lauten, dann ist deine ganze Argumentation Augenwischerei. Andernfalls verwechselst du (wie ich vermute) Zufriedenheit mit Achtsamkeit bzw. Akzeptanz.

bearbeitet von tonystark
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Joah, ich hab ne Freundin, die ziemlich oft und ausgesprochen spontan glücklich und zufrieden ist. Und der es damit schwer fällt, ihr Leben gerade noch eben so auf die Reihe zu bekommen. Sie nimmt sich irgendwas vor, plant alles, wägt das für und wider ab, beginnt die Umsetzung - und zack hat sie spontan ne andere Idee. Die Frau ist immer wieder völlig glücklich mit sich, ihrem Leben, der Welt und dem Rest vom Universum. Und wenn man sie nicht mehrmals am Tag packt und mitzieht, kommt man mit ihr keine zwei Häuserblöcke weit. Kurz gesagt, ist sie einfach klasse. Und nach ner Weile geht sie damit allen Leuten auf den Sack. Sich selbst am allermeisten.

Aber um nochmal auf die Frage von @dgbrtdck zurück zu kommen. Klar kann man mit sich und seinem Leben 100% ehrlich im hier und jetzt und so zufrieden sein. Und es liegt in der Natur der Sache, dass man sich ein oder zwei Minuten später wieder weniger zufrieden fühlen wird. Oder ein bis zwei Sekunden später. Je nachdem. Darum bringts keine größeren Gefahren mit sich, auch mal zufrieden zu sein. Kann man ruhig mal machen.

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Am 29.9.2018 um 03:28 , dgbrtdck schrieb:

Ich bin durch einen anderen Thread (Thema Reichtum) auf den Gedanken gekommen, dass man als Mensch wohl niemals vollständig glücklich und zufrieden sein kann. Der Mensch ist dazu geneigt, immer mehr zu wollen. Immer nach dem zu Streben, was er gerade nicht hat. Daher hat wohl jeder (ich pauschalisiere das jetzt einfach mal bewusst, da ich bisher noch keinen Menschen kennen gelernt habe, der zu 100% mit sich im reinen und zufrieden und glücklich mit seinem Leben ist kennen gelernt habe) eine Art innere Unruhe in sich. Egal wie gut man aussieht, egal wie viel man verdient, egal was man geschafft hat, man will immer noch mehr. Liegt wohl in unserer Natur und ist wahrscheinlich auch wichtig, sonst würden wir vermutlich heute noch in Höhlen leben. 

Meine Frage wäre jetzt einfach, ob es wirklich Menschen gibt, die - wenn sie ganz ehrlich zu sich sind - wirklich im hier und jetzt zu 100% zufrieden mit sich und ihrem Leben sind? Und wie kommt man an diesen Punkt? Und ist es überhaupt erstrebenswert an einen solchen Punkt zu kommen? Einerseits ist sich weiterbilden und weiterentwickeln doch eine sehr wichtige und gute Sachen (Beispiel Höhlen), aber andererseits wird man dann ja niemals zu 100% zufrieden und glücklich sein können und immer auf irgendeine Art und Weise unzufrieden/unglücklich sein. Kann man es lernen, mit dem was man hat glücklich und zufrieden zu sein oder wäre das sogar eher kontraproduktiv?

Das was du hier beschreibst wurde bereits sehr gut in der sozialmedizinischen Forschung erörtert. Hierbei wurden konkret Lebenszufriedenheit und Qualität mit dem Erhalt menschlicher Gesundheit und der Prävention von Krankheit kausal erforscht. Prof. Aaron Antonovksy hat diese in den 70er Jahren beschrieben und das Phänomen von Gesundheit, Krankheit bzw. Lebenszufriedenheit oder der gerechten Auseinandersetzung von exogen eintreffenden Stressstimuli gut beschrieben, mit den Begriffen "Salutogenese" und ferner dem Begriff des "Kohärenzgefühls". 

Letzteres konzentriert sich auf die Dynamik und Kapazitätsfähigkeit individueller Menschen, gewisse Stimuli und Stressfaktoren nicht als "Problem" oder Unzufriedenheit zu betrachten, sondern eher als "Herausforderung" oder Challenge im Sinne dienend einer Motivationsquelle um stetig den Lebensinhalt damit voran zu treiben. 
Beispiele wären hier zum Beispiel nicht die perspektivische Betrachtung finanziell marginaler Zustände, sondern viel mehr den Drang und Motivation an der eigenen Karriere etwas zu verbessern um so stetig einen besseren Cashflow zu bekommen. Menschen mit einem ausgeprägten Koheränzsinn sehen also viel weniger Baustellen im Leben als Hindernis an, sondern diese Differenzen als persönliche (motivierende Lebens-)Herausforderung um adäquat dadurch eine Lösung zu finden. 

Ein anderes Beispiel wäre, wenn eine Person seinen eigenen Körper nicht als schandhaft betrachtet sondern viel mehr eine funktionale und selbst zu beweisende Herausforderung sieht, gewisse sportliche Leistungen und Ziele zu erreichen. 

Hierbei liegen zentrale Werte und Standpunkte in der Betrachtungsweise individueller Auffassungsmöglichkeiten. Wenn jemand sein Leben oder einzelne Stellen im persönlichen Lebensbereich als problematisch betrachtet, dann neigen gewisse Personengruppen eher daran zu erkranken als Menschen die dies eher als Lebensziel oder Motivationsquelle betrachten. 

Eine 100% "Zufriedenheit" so wie du es beschreibst lässt sich somit nicht so einfach beschreiben und erklären. "Zufriedenheitsgefühle" entstammen meist dem subjektiven Spektrum, als auch der Fähigkeit einzelner Personen mit eintreffenden Stresssituationen adäquat umzugehen. Eine gewisse "Sättigung" gewisser Lebensziele ist aber dadurch sehr wohl realisierbar, sofern man wie obig beschrieben sich aneignet ein gesundes Koheränzgefühl dadurch zu entwickeln. 
Hingegen wäre eine rein 100% Akzeptanz persönlicher Lebensmodalitäten- und Qualitäten insofern nicht realisierbar bzw. erkennbar, da jedem Individuum dann die Motivation und Schutzmotivation an Lebensinhalten fehlen würde, und somit eine Motivationsquelle zum Erhalt der Lebensinhalte dadurch erlöscht. Der Mensch benötigt somit permanente Reize auf kognitiver Ebene, um am Leben zu bleiben durch Stimulationsvorgänge des Gehirns und Ausschüttungen von Glückshormonen. 


Daher ist es wichtig und sinnvoll für dich zu verstehen, dass eine "absolute Glückseligkeit" im engeren Sinne nicht gibt, sondern viel mehr Reize und Ziele als Ansporn gesehen werden sollten, um die eigene Lebensqualität und Gesundheit aufrecht zu erhalten. 

Menschen mit zB einem niedrigen Koheränzgefühl neigen eher dazu depressiv zu sein oder generell schnell zu erkranken (gehören zumeist auch einer niedrigeren sozialen Schicht an und verfügen sowohl mental als auch physisch nicht über die nötigen Ressourcen um Stressfaktoren gerecht zu werden). Daher ist es essentiell ein gesundes Fundament an Bewusstsein körpernaher Gesundheit als auch mentaler Gesundheit aufzubauen. 

bearbeitet von pMaximus
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Finde 100%ige Zufriedenheit nicht erstrebenswert. Was treibt mich denn dann noch an? Was in meinen Augen dem Kern näher kommt ist Selbstsicherheit. Wenn es mal nicht gut läuft, weiß ich, dass ich das regeln werde.

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Tony und Maxi bringen es geil auf den Punkt. Danke dafür. Ich will auch die persönliche Einstellung als größten Faktor der Zufriedenheit betonen.

Das Glücklichsein ist meines Empfindens nach Einstellungssache. Die richtige Einstellung und Aufgabe eines Jeden ist es dabei trotz allem Vergangenen, aller Umstände und aller Geschehnisse das Positive zu sehen und sein Bestes zu geben. Für sich selber aber auch für alle Anderen. "If you live a pathological life you are pathologizing society"- J. Peterson. Das Erreichen von Zielen und Materiellem bringt dabei keine Zufriedenheit. Keine Ziele und monetäre Probleme werden aber meistens damit einhergehen - nicht sein Bestes zu geben. Meilensteine und Konsum sehe ich als eine Art Bonus mit kleinen Kick, beeinflusst aber nicht wirklich das Glücklichsein selbst.

Um auf dein Beispiel mit der Höhle einzugehen: Der Mensch ist in meinen Augen dann glücklich, wenn er dabei ist seine Situation und die seiner Mitmenschen positiv zu beeinflussen. Sitzt er im Freien und baut trotz Wissens der Möglichkeit keine Unterkunft, sondern mampft eine Banane nach der anderen während andere anfangen krank zu werden, so wird er spätestens wenn seine FBs nicht mehr feucht werden Depressionen schieben und sich fragen, ob er nicht etwas hätte besser machen können. Baut er stattdessen eine Unterkunft und hat ein paar schöne Stunden mit seiner FB unter Dach, kann er am nächsten Morgen den Sonnenaufgang mit einer gewohnt positiven Grundeinstellung wahrnehmen und sich dann vielleicht auf die Jagd nach Wild begeben. 

Wenn ich während aller Umstände und mir bekannten Informationen mein Bestes gebe, bin ich zufrieden. Wenn ich in einer Klausur nicht die geilste Note hole aber weiß mein bestes gegeben zu haben: Zufrieden damit. Wenn ich Krank werde nach mehreren durchzechten Nächten und Schlafmangel. My own fucking fault – nicht so zufrieden. Wenn ich von einem Auto auf dem Bürgersteig angefahren werde wird zwar keine Feier veranstaltet aber was hätte ich machen sollen – nicht das Haus verlassen? Wenn andere irgendwelche fancy objects haben ich aber weiß, meinen Ausgabenpräferenzen und Werten nach einen fairen Kompromiss gefunden zu haben: juckt mich nicht. Mit der richtigen Einstellung und dem Handeln nach deinen Werten wirst du ein Happy Motherfucker und musst auch nicht auf das Eintreffen irgendwelcher Events warten.

bearbeitet von Almendudler
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Am 30.9.2018 um 10:26 , MrMaker schrieb:

Finde 100%ige Zufriedenheit nicht erstrebenswert. Was treibt mich denn dann noch an?

Man könnte sagen, dass dich das Streben nach Zufriedenheit antreibt.

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Am ‎29‎.‎09‎.‎2018 um 06:02 , Aldous schrieb:

Man kann nur zufrieden sein. Solange man zufrieden werden will, ist man natürlich schon darum nicht zufrieden, weil man zufrieden werden will.

vor 2 Stunden, Aldous schrieb:

Man könnte sagen, dass dich das Streben nach Zufriedenheit antreibt.

Ich glaube wir arbeiten uns an einer Definition von Zufriedenheit ab und sind was die innere Einstellung und Dankbarkeit für die aktuelle Situation angeht einer Meinung.

Was ich konkret nicht anstrebe ist die Zufriedenheit z.B. die Ziele/Pläne aus Post 1 erreicht zu haben. Die Unzufriedenheit/Motivation davor ist in meinen Augen viel erfüllender.

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vor 31 Minuten, MrMaker schrieb:

Ich glaube wir arbeiten uns an einer Definition von Zufriedenheit ab und sind was die innere Einstellung und Dankbarkeit für die aktuelle Situation angeht einer Meinung.

Das Gefühl habe ich auch. Ich versuch's mal mit einer Analogie:

Während die einen hier über's Wetter reden (das man in der Tat größtenteils nur so nehmen kann wie es ist und das sich kaum bis gar nicht bewusst herbeiführen, bewahren, unterdrücken oder in die Zukunft verschieben lässt, um es dann zu genießen), reden andere über's Klima, also einem langfristigen Trend (oder anders ausgedrückt: ein Prozess), der eben sehr stark sowohl von äußeren Rahmengegebenheiten und den menschlichen Handlungen und Entscheidungen abhängt und - jedenfalls für den heutigen Menschen - ständiger Anpassungen und Anstrengungen bedarf, um unerwünschte Entwicklungen zu vermeiden und/oder besser mit diesen Entwicklungen umzugehen.

In bezug auf die individuelle (Lebens-)zufriedenheit fallen unter die "äußeren Rahmenbedingungen" etwa genetisch determinierte Persönlichkeitsmerkmale, der Gefühlskorridor, externe Einflüsse und der individuelle Umgang damit, bedingt durch Einstellungen usw. Zu den Handlungen und Entscheidungen zählen etwa der Aufbau und die Pflege eines sozialen Netzes, eine gewisse finanzielle Sicherheit, der Erhalt der Gesundheit, ein stabiles Umfeld, der Aufbau und das Leben nach einem Wertesystem, ganz allgemein erstrebenswerte Ziele (Sinnhaftigkeit) für sich zu finden und danach zu leben etc. pp. Wenn ich den ganzen Tag nur rumgammel, aber mir meine momentanen Gefühle in ihrer ganzen Bandbreite "erlaube" (=ihnen mit Achtsamkeit begegne), mag ich zwar immer mal wieder vorübergehend glücklich sein - bezogen auf die längerfristige Zufriedenheit wäre das für die meisten Menschen aber kontraproduktiv.

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vor 2 Stunden, MrMaker schrieb:

Ich glaube wir arbeiten uns an einer Definition von Zufriedenheit ab und sind was die innere Einstellung und Dankbarkeit für die aktuelle Situation angeht einer Meinung.

Was ich konkret nicht anstrebe ist die Zufriedenheit z.B. die Ziele/Pläne aus Post 1 erreicht zu haben. Die Unzufriedenheit/Motivation davor ist in meinen Augen viel erfüllender.

Bei den Psychoanalytikern korreliert jedes Bedürfnis mit einer komplementären Angst davor, dass das Bedürfnis unerfüllt bleibt. Hälste die Luft an, bekommste irgendwann Angst zu ersticken. Die Angst ist dann deine Motivation, um einzuatmen. Und das Einatmen befriedigt dann das Bedürfnis und macht dich zufrieden. Bis sich das Zwerchfell wieder meldet.

So gesehen motiviert dich das Streben nach Zufriedenheit.

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