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Gast

Ich komme mit der Situation verlassen zu werden schon klar. Das ist mir in meinem Leben oft genug passiert und mit PU/Selbstwert habe ich auch die nötigen Mechanismen mich da gut aufzufangen. Es ist eher das ich einfach nicht mehr in die Situation kommen möchte, unattraktiv zu sein. Ich definiere mich sehr stark über das Außen, deswegen ist es mir wichtig das meine Partnerin mich - möglichst uneingeschränkt - attraktiv findet. Ich denke meiner Partnerin geht es da ähnlich. Sie hat sich auf diesen anderen Mann eingelassen um ihren Selbstwert wieder zu stabilisieren. So hat sie mir das jedenfalls im Anschluss erklärt.

Ich öffne mich meiner Partnerin, wenn auch nicht immer freiwillig. Und sie ist es definitiv Wert das ich das tue.

Das Buch von David Schnarch steht ungelesen in meinem Schrank. Ich werde es mir mal vornehmen. Danke für die Empehlung!

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vor 3 Minuten, Sam Stage schrieb:

Ich komme mit der Situation verlassen zu werden schon klar. Das ist mir in meinem Leben oft genug passiert und mit PU/Selbstwert habe ich auch die nötigen Mechanismen mich da gut aufzufangen. Es ist eher das ich einfach nicht mehr in die Situation kommen möchte, unattraktiv zu sein. Ich definiere mich sehr stark über das Außen, deswegen ist es mir wichtig das meine Partnerin mich - möglichst uneingeschränkt - attraktiv findet. Ich denke meiner Partnerin geht es da ähnlich. Sie hat sich auf diesen anderen Mann eingelassen um ihren Selbstwert wieder zu stabilisieren. So hat sie mir das jedenfalls im Anschluss erklärt.

Ich öffne mich meiner Partnerin, wenn auch nicht immer freiwillig. Und sie ist es definitiv Wert das ich das tue.

Das Buch von David Schnarch steht ungelesen in meinem Schrank. Ich werde es mir mal vornehmen. Danke für die Empehlung!

Ja, lies das Buch unbedingt durch! Ich warne vor, es ist gerade zu Beginn etwas zäh zu lesen, so nach den ersten 75-100 Seiten konnte ich es aber nicht mehr weglegen. Gerade im Bezug auf die Beziehung des Selbstwertes/ der Bestätigung durch Fremdpersonen, denke ich dass es dir durchaus ein paar interessante Ansatzpunkte geben wird :).

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Gast

Genau - der Anfang war so geschrieben, das ich keinen Bock mehr auf den Rest hatte. Ich bin leider ein sehr ungeduldiger Leser und verliere schnell das Interesse wenn der Autor die Dinge nicht mit wenigen Sätzen auf den Punkt bringt. 

Werde mich da jetzt mal durchbeißen.

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Am 16.5.2019 um 13:24 , capitalcat schrieb:

LEITFRAGEN:

 

Welche Erfahrungen in Bezug auf Vertrauen und Commitment, ob positiv oder negativ, habt ihr bisher in euren Beziehungen erlebt?
Gab es in ehemaligen Beziehungen Asymmetrien, hat einer der Partner in der Hinsicht mehr oder deutlich weniger als der andere investiert?
Konnte sich eure Beziehung in Bezug auf Vertrauensbrüche wieder erholen und wenn ja wie? (Ich definiere hier Vertrauen, mal um Bezug zum Vortrag herzustellen, als das "Dasein und die Unterstützung des Partners für euch in schwierigen Situationen".) 
Welche Tipps und Tricks habt ihr, um auch in längeren Partnerschaften weiterhin in engen emotionalen Kontakt zum Partner zu stehen und nicht den Alltag einkehren zu lassen?
Wie steht es mit dem Thema ums Commitment zum Partner? Seht ihr es ähnlich wie Gottman, dass die Grenzen zwischen den eigenen Wünschen und denen des Partners über die Zeit fließend werden? Oder habt ihr diesbezüglich andere Erfahrungen gemacht?
Wie schafft man es eurer Meinung nach sich selbst nicht plötzlich an letzter Stelle zu finden, sondern eine Balance zu erschaffen?

Wie immer gilt: Leitfragen dienen der Anregung, die Beantwortung dieser ist kein Muss. Solange ihr On-Topic seid ist alles erlaubt
😉!

 

Ich finde den Vortrag mal wieder so... naja, durchwachsen. Das meiste sind Basics und ein paar Sachen gehen, aus meiner Sicht, etwas durcheinander. Ich werde jetzt einfach mal auf die Leitfragen eingehen, die in dem Zusammenhang den größten Sinn ergeben.

Konnte sich eure Beziehung in Bezug auf Vertrauensbrüche wieder erholen und wenn ja wie? (Ich definiere hier Vertrauen, mal um Bezug zum Vortrag herzustellen, als das "Dasein und die Unterstützung des Partners für euch in schwierigen Situationen".) 

Hier ist einer der Punkte, wo ich mit dem alten Mann nicht komform gehe und zwar überhaupt nicht, weil ich Vetrauen vollkommen anders definiere. Vertrauen, ganz grundsätzlich und unabhängig von der Art der Beziehung, bedeutet für mich, sich auf den anderen verlassen zu können. Egal was passiert oder worum es geht. Vertrauen ist keine Unterstützung des Partners, sondern das Wissen, dass man diese Unterstützung erhalten wird. Dementsprechend, können sich Vetrauensbrüche auch nicht wieder erholen. Das Sprichwort: "Fool me once, shame on you- fool me twice, shame on me" gibt es nicht umsonst. Echtes Vertrauen bedeutet, sich totsicher auf etwas verlassen zu können, wenn es wirklich drauf ankommt... und da kann es einfach keine zweite Chance oder Erholung geben, weil das der Grunddefinition von Vertrauen zuwieder läuft. Oder wie David X es mal gesagt hat: "There ist only one trust. When you lose it, it's gone." Vertrauensbrüche sind nicht umsonst einer der Top-Gründe weshalb Beziehungen scheitern.

 

Welche Tipps und Tricks habt ihr, um auch in längeren Partnerschaften weiterhin in engen emotionalen Kontakt zum Partner zu stehen und nicht den Alltag einkehren zu lassen?

Einfach nicht aufhöhren zu verführen. Das ist genau der Fehler, den fast alle machen: Sobald man in einer "Beziehung ist", glauben die Leute ihren Partner/ Partnerin irgendiwe "sicher" zu haben. Die folgen kann man sich jederzeit und überall live und in Farbe ansehen: Bei der ersten Dates geben sich beide noch die größte Mühe: Es wird ein aufregendes Date organisiert, er zieht sich ordentlich an, sie brezelt sich auf... dauert maximal ein halbes Jahr und beide laufen wieder rum wie die letzten Penner, wenn sie dann überhaupt nochetwas zusammen unternehmen, also außerhalb vom (gemeinsamen) Alltag. Das Problem ist halt nicht, dass der Alltag irgendwo einkehren würde- der Alltag ist schon immer da gewesen, nur in der Datingphase und am Anfang der Beziehung unternehmen alle Paare nocht gemeinsam etwas ausßerhalb vom Alltag. Und das dann auchschon der ganze Trick an der Sache: Auch nach Jahren oder Jahrzehnten genauso viel Mühe geben wie beim ersten oder zweiten Date. Dann läuft das auch... bzw. würde laufen, wenn das den meisten Menschen nicht zu viel Arbeit wäre und überdies unnötig, weil die eigene Frau/ Freundin hat "Mann ja sicher".

 

Wie steht es mit dem Thema ums Commitment zum Partner? Seht ihr es ähnlich wie Gottman, dass die Grenzen zwischen den eigenen Wünschen und denen des Partners über die Zeit fließend werden? Oder habt ihr diesbezüglich andere Erfahrungen gemacht?

Den Punkt sehe ich genau anders herum: Die gemeinsamen Wünsche und Ziele sind vorher schon da. Oder anders ausgedrückt: Menschen haben schon Wünsche, Ziele und Pläne für ihre Zukunft, bevor sie mit einem Partner/ Partnerin zusammen kommen... und dann folgt einfach eine knallharte Selektion: Alle Beziehungen, wo die Zukunftsvorstellungen nicht zusammenpassen scheitern. Wenn sich da irgendwas entwickeln, grundsätzlich verändern oder zusammen wachsen würde, wäre die Trennungs- bzw. Scheidungsquote erheblich geringer. Dass die Grenzen zwischen den jeweiligen Wünschen fließend werden, sieht auch nur so aus, weil diese von Anfang an ähnlich genug waren, dass die Beziehung langfristig hält. Und an dieser Stelle macht Gottman dann den Fehler, zu glauben, dass die Partner sich annähern würden, weil er die bereits eleminierten Beziehungen komplett übersieht: Überall dort, wo es nicht gepasst hat, gibt es keine Beziehung mehr und nur dort wo beide gemeinsame Ziele für die Zukunft verfolgen, gibt es auch eine gemeinsame Zukunft... das sieht dann halt nur fließend aus, weil beide zusammen an den gemeinsamen Zielen arbeiten.

 

 

Gab es in ehemaligen Beziehungen Asymmetrien, hat einer der Partner in der Hinsicht mehr oder deutlich weniger als der andere investiert?

Wie schafft man es eurer Meinung nach sich selbst nicht plötzlich an letzter Stelle zu finden, sondern eine Balance zu erschaffen?

Ganz einfach kein Wussi oder Nice-Guy sein. Eine Beziehung untetscheidet sich bei diesen Fragen nicht vom restlichen Leben.

 

 

 

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Am 19.5.2019 um 18:04 , grandmasterkermit schrieb:

Ich finde den Vortrag mal wieder so... naja, durchwachsen. Das meiste sind Basics und ein paar Sachen gehen, aus meiner Sicht, etwas durcheinander.

Ich hab schon mit dem Gedanken gespielt, als Disclaimer vor dem Video zu posten "Hoffentlich ist es nicht das vierte Video in Folge, dass der Grandmaster als "Youtube-Qualität eben" kritisch abstempelt" ;). 
Mal vorne weg: Dieser Faden hatte nie und wird auch nie den Anspruch haben zwingend Inhalte zu posten, die rein "advanced stuff" vermitteln und es wäre schon dadurch schwierig, weil advanced ja nach aktuellem persönlichem Stand schwierig zu definieren sein wird. Darüberhinaus kann sich hier jeder einbringen und ich will hier nur bedingt Zensor in der Hinsicht spielen. Heißt prinzipiell sind alle Videos zugelassen, die die im Eingangspost genannten Themenbereiche tangieren. Das Einzige was ich nicht poste und auch entsprechend schon ablehnen musste, sind Inhalte in denen in gewisser Weise versucht wird einen Hass/ negative Einstellung gegen bestimmte Gruppen zu schüren, in dem u.A. Beleidigungen/ Abwertungen etc. verwendet werden.

Wenn ich eigene Inhalte zum posten auswähle, werden immer wieder auch Themen mit Basics vorzufinden sein, weil
1) ich will das neue User hier auch was für sich mitnehmen können
2) ich persönlich auch gerne mal die Basics nochmal anhöre, weil manchmal dennoch neue Sichtweisen und Ansatzpunkte in den Kopf ploppen können. 

Gerne kannst du übrigens auch ein Video vorschlagen, welches du zur Diskussion stellen magst, wenn du mit den bisherigen Inhalten nicht zufrieden warst!

Ansonsten stimme ich dir zu, wenn du sagst, er bringt hier und da einige Sachen durcheinander. Darauf habe ich versucht in meiner Antwort auf Ryan etwas aufmerksam zu machen. Ich habe das Gefühl, Gottman macht es sich in seinen Ausführungen oft etwas leicht und bezieht nicht immer unterschiedliche Ebenen mit in die Rechnung, wenn es z.B. auch um die Aufrechterhaltung von Anziehung geht. 

Am 19.5.2019 um 18:04 , grandmasterkermit schrieb:

Vertrauen ist keine Unterstützung des Partners, sondern das Wissen, dass man diese Unterstützung erhalten wird.

Ich verstehe es so, dass durch regelmäßiges aktives, echtes Zuhören ("Unterstützung des Partners"), dieser das "Wissen" aka. Vertrauen aufbaut, dass er auch in Zukunft Unterstützung erhalten wird und sich im Fall der Fälle darauf verlassen kann, dass Du für ihn da bist, weil er ja diese Erfahrung in der Vergangenheit gemacht hat. Es kommt jetzt evtl. auch darauf an wie man "Unterstützung" definiert, aber wenn man sich so den allgemeinen Alltag anschaut, so sind doch die meisten Situationen tatsächlich einfach mal Fels in der Brandung sein, sich die Geschichten vom Stress mit Chef anhören oder wie er sagt, selbst wenn du als zuhörender Part, gerade mit den Hörnern in die Ecke gedrängt wirst um Emotionen abzulassen, einfach mal die persönlichen Befindlichkeiten nach hinten anstellen, erkennen um was es gerade wirklich geht und da sein. Ich denke er zieht hier auch eine Verbindung zu seinen vier apokalyptischen Reitern (Mauern, Kritik, Verachtung und Rechtfertigung), denn diese sind ja eben die häufigsten Mechanismen, die immer wieder einkehren können und verhindern, dass wir dem Partner wirklich zuhören.

Und wenn ich in der Vergangenheit diese Erfahrung mit meinem Partner nicht gemacht habe, kann ich da überhaupt von echtem Vertrauen reden?
Wenn ich mir das so überlege, man vertraut normalerweise doch einer Person einfach so blind bzw. gibst du keiner Person dein vollstes Vertrauen ohne vorher mal, kleine Testrunden zu drehen.

Am 19.5.2019 um 18:04 , grandmasterkermit schrieb:

Einfach nicht aufhöhren zu verführen. Das ist genau der Fehler, den fast alle machen: Sobald man in einer "Beziehung ist", glauben die Leute ihren Partner/ Partnerin irgendiwe "sicher" zu haben. Die folgen kann man sich jederzeit und überall live und in Farbe ansehen: Bei der ersten Dates geben sich beide noch die größte Mühe: Es wird ein aufregendes Date organisiert, er zieht sich ordentlich an, sie brezelt sich auf... dauert maximal ein halbes Jahr und beide laufen wieder rum wie die letzten Penner, wenn sie dann überhaupt nochetwas zusammen unternehmen, also außerhalb vom (gemeinsamen) Alltag.

Das hier finde ich spannend. Ich stimme dir dahingehend zu, wenn du sagst, man darf nicht aufhören zu verführen, sich viele ihres Partners (zu) sicher sind und das in vielen Beziehungen nach einer Zeitspanne X
1) keine Zeit mehr in sich selbst und/ oder
2) keine Zeit mehr in die Partnerschaft
gesteckt wird. 

Mein nächster Gedanke an der Stelle ist, wenn es heißt "jmd. hört auf sich Mühe zu geben", ob es nicht tatsächlich eher so ist, dass die Person von Anfang an, sich einfach nur verstellt hat und vorgegeben hat etwas zu sein, was sie nicht ist, eben ein besseres Selbst. Das ist in vielen Fällen meine Grundannahme, denn wenn ich mich gerne schminke oder gut anziehe, dann bedeutet es für mich keine "Mühe" sondern ist etwas was mir Freude bereitet, es verkörpert alles in einem mich und dafür muss man sich nicht anstrengen.

Danke fürs Eingehen auf die Leitfragen :)!

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vor 7 Stunden, capitalcat schrieb:

Ich verstehe es so, dass durch regelmäßiges aktives, echtes Zuhören ("Unterstützung des Partners"), dieser das "Wissen" aka. Vertrauen aufbaut, dass er auch in Zukunft Unterstützung erhalten wird und sich im Fall der Fälle darauf verlassen kann, dass Du für ihn da bist, weil er ja diese Erfahrung in der Vergangenheit gemacht hat. [...] Ich denke er zieht hier auch eine Verbindung zu seinen vier apokalyptischen Reitern (Mauern, Kritik, Verachtung und Rechtfertigung), denn diese sind ja eben die häufigsten Mechanismen, die immer wieder einkehren können und verhindern, dass wir dem Partner wirklich zuhören.

Ist alles vollkommen richtig und nachvollziehbar. Der Punkt ist nur, dass das für mich eher unter "allgemeine Kommuniktaion in der Partnerschaft/ Beziehung" oder "emotionale Nähe" läuft. Die hier angesprochenen Punkte, haben mit "Vertrauen", also "Vertrauen" so wie ich es verstehe, nichts zu tun. "Vertrauen" definiert sich bei mir über Zuverlässigkeit bzw. über das Wissen, sich auf die Zuverlässigkeit des anderen verlassen zu können.

Dementsprechend bezieht sich mein Kritikpunkt auch nicht, auf die Kommunikation der Partnerschaft, da hat Gotman durchaus ein paar gute Punkte angesprochen, sondern auf das Konzept, dass sich verlorenes Vertrauen (einfach) wieder herstellen lässt. Weil das genau der Punkt ist, wo Paartherapeuten einfach nur abkassieren wollen, indem sie den Leuten erzählen, dass sich Vertrauen reparieren oder wiederherstellen lässt. Ist das Vertrauen einmal weg, ist es weg und kommt auchnicht wieder.

vor 7 Stunden, capitalcat schrieb:

Das hier finde ich spannend. Ich stimme dir dahingehend zu, wenn du sagst, man darf nicht aufhören zu verführen, sich viele ihres Partners (zu) sicher sind und das in vielen Beziehungen nach einer Zeitspanne [...]

Mein nächster Gedanke an der Stelle ist, wenn es heißt "jmd. hört auf sich Mühe zu geben", ob es nicht tatsächlich eher so ist, dass die Person von Anfang an, sich einfach nur verstellt hat und vorgegeben hat etwas zu sein, was sie nicht ist, eben ein besseres Selbst. Das ist in vielen Fällen meine Grundannahme, denn wenn ich mich gerne schminke oder gut anziehe, dann bedeutet es für mich keine "Mühe" sondern ist etwas was mir Freude bereitet, es verkörpert alles in einem mich und dafür muss man sich nicht anstrengen.

Das mit dem Verstellen ist natürlich auch wieder so ein Punkt... im eigendlichen Sinne geht es mir um folgendes: Man muss einfach mal vergleichen, wieviel Mühe sich Menschen beim ersten oder zweiten Date geben... und dann beim hundersten oder tausendsten. Wobei ich alle gemeinsamen Treffen/ Unternehmungen hier mal als "Date" betrachte.

Ob sich beide jetzt verstellen oder nicht, ist meiner Ansicht nach da nebensächlich. Falls man sich verstellt, sollte man damit ganz einfach nicht aufhöhren, "fake it, til you make it." Am Anfang, während der Kennenlernphase oder wenn die Beziehung noch neu ist, versuchen alle immer sich von ihrer besten Seite zu zeigen... sobald man dann "fest zusammen ist" höhrt das auf. Natürlich kann man sich nicht immer, jeden Tag rund um die Uhr, so aufbrezeln wie fürs erste Date, aber wenn einem an seinem/ seiner Partner/ Partnerin wirlich etwas liegt, sollte es eigendlich drin sein, sich wenigstens manchmal etwas "Mühe" zu geben.

Was dein Beispiel mit dem "Schminken oder Hübsch anziehen" betrifft: Auch wenn es für dich keine "Mühe" ist, sondern du es gerne machst- viele Frauen (Menschen) machen das gerne am Anfang der Beziehung. Im Verlauf der Zeit lässt das dann stark nach, weil es -warum auch immer- plötzlich keinen Spaß mehr macht, sich für den Partner oder die Partnerin in Schale zu werfen. Das ist eben das, was ich meine. Für eine langfristig erfolgreiche Beziehung ist es mit Sicherheit nicht schädlich, sich wenigstens ab und zu mal zu "Schminken oder Hübsch anzuziehen", auch wenn es "Mühe" ist und im ersten Moment nicht spaßmotiviert. Aber man kann halt auf die Art zeigen, dass einem der Partner/ die Partnerin immernoch genauso wichtig ist, wie am Anfang.

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vor 16 Stunden, grandmasterkermit schrieb:

Was dein Beispiel mit dem "Schminken oder Hübsch anziehen" betrifft: Auch wenn es für dich keine "Mühe" ist, sondern du es gerne machst- viele Frauen (Menschen) machen das gerne am Anfang der Beziehung. Im Verlauf der Zeit lässt das dann stark nach, weil es -warum auch immer- plötzlich keinen Spaß mehr macht, sich für den Partner oder die Partnerin in Schale zu werfen.

Hier habe ich dich wohl an der Stelle ursprünglich etwas missverstanden, weil bei mir "Mühe" eher negativ behaftet ist. Das was du beschreibst, verbuche ich als "Invest in Mich", "Invest in die Beziehung" und/ oder "Invest meinem Partner gegenüber/ in meinen Partner". Und da bin ich dann vollkommen bei dir, wenn du sagst, viele Menschen hören nach einer gewissen Zeit einfach damit auf in die Beziehung zu investieren und eben die kleinen Großen Dinge vom Anfang, schleifen lassen bzw. komplett ausbleiben.

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RUNDE NR.6: MATHIAS JUNG – EROS UND THANATOS/ LEBENSLUST UND ENDLICHKEIT
 

STICHWORTE: 

THANATOS (12:00)

  • Stillstand/ Stagnation; geistiger bzw. körperlicher Tod <-> „Das Gesetzt des Lebens heißt Entwicklung“
  • Zwei Definitionen für den Tod

-> Das Ende (der Entwicklung)
-> Lösung von alten Persönlichkeitsanteilen, vom nicht mehr lebbaren „Ich“; Sterbeprozess des alten „Ichs“ und Werden des neuen „Ichs“

EROS (16:30)

  • Als Gegensatz zum Thanatos
  • Entwicklung; intellektuelle und körperliche Neugier
  • Freunde am eigenen Körper
  • Treibende Kraft
  • Lebensverliebtheit; Freude an der eigenen Schönheit

Weiblicher Missbrauch des Eros/ „Das ewige Mädchen“ (17:15)

  • Bei Frauen, die ins Klimakterium kommen und sich bis dahin nur auf ihre körperliche Ausstrahlung gesetzt haben, sich nur durch die Aufmerksamkeit von Männern definiert haben

„Gibt es überhaupt eine Frau bevor ein Mann das Zimmer betritt und sie sieht?“ – Karl Kraus

  • Bisher keine Bemühungen um geistige Entwicklung oder Kultivierung innerer Werte

-> Neue Lebenszyklen fordern neue Aufgaben/ Bewältigung neuer Herausforderungen; ebenso in der Paarbeziehung (25:00)
-> Altern akzeptieren, dazu stehen
-> Einerseits eine Erleichterung mit ihren positiven Seiten, andererseits erfordert es sich schmerzlichen Fragen zu stellen (Umgang mit dem Tod/ der Endlichkeit, Erlöschen der Fruchtbarkeit etc.pp)

Männlicher Missbrauch des Eros/ „Die Unachtsamkeit gegenüber sich Selbst und dem eigenen Körper“ (29:00)

  • Zum Beispiel erzeugt durch „die Karriere“; Arbeitssucht
  • Vergewaltigung des Eros durch Missbrauch unserer selbstliebenden Kräfte

„Ein Mann, der zu beschäftigt ist sich um seine Gesundheit zu kümmern ist wie ein Handwerker, der keine Zeit hat sein Werkzeug zu pflegen.“

-> Einheit von Geist, Körper und Seele notwendig um erotisch im weitesten Sinne des Lebens zu bleiben
-> Verantwortung gegenüber uns Selber
-> Grundvoraussetzung des Eros ist die Dialektik von Leben und Tod, beides ist voneinander nicht zu trennen (39:00)

„Mit dem vierzigsten Geburtstag beginnt das Alter der Jugend, mit dem fünfzigsten die Jugend des Alters“ – Anatole France (40:00)

  • Verschiebung der Fragen an sich selbst von

„Wer bin ich? Was darf ich? Was kann ich hoffen? Was soll ich tun?“ zu „Was habe ich aus dem Leben gemacht? “

Wir stehen uns selbst in der Verantwortung; müssen uns einer Inventur aussetzen

  • Die Aufgabe des Alters ist Integration
  • Platz in der Gesellschaft finden, Soziale Integration anstreben z.B. durch Teilnahme bei ehrenamtlichen Engagements
  • Das Gefühl haben, man hätte die Welt während seiner Existenz, ein wenig wärmer gemacht

(sich um die Enkel kümmern; Wissen weitergeben, andere Menschen stützen etc.pp.)

Den Tod ins Auge sehen, sich über die Endlichkeit bewusst werden (42:00)

„Wie bei einem Theaterstück kommt es beim Leben nicht darauf an, wie lange es dauert, sondern wie gut es gespielt wird.“ – Seneca

Die Wichtigkeit liegt nicht in den Antworten auf die Fragen, sondern in der Auseinandersetzung mit diesen.

EROS, in seiner Bedeutung der Sexualität, in LTRs (50:00)

„Von manchem Menschen glaubt man sie sind tot, in Wahrheit sind sie nur verheiratet“ – Françoise Sagan

  • Nicht selbstverständlich, sterblich
  • Die Liebe als Produktion, als Arbeit, Pflege des Beziehunsgebäudes
  • Anfang von hormoneller Hochstimmung und Glück gezeichnet; mit dem Alltag kommt die (notwendige) Ent-Täuschung, den Partner sehen wie er ist
  • Häufige Annahme der Eros müsse von selber funktionieren kann in Langzeitbeziehungen zu einer Verkümmerung der Sexualität führen; im Älterwerden einer Beziehung wird das triebhafte/ hormonelle schwächer
  • Sexualität erfordert Ausgeruht-Sein und Muse
  • Aufzählung gängiger Sexkiller (01:02:00)

-> Eros will entwickelt und weiterentwickelt werden
-> In einer Beziehung muss eine Prise Angst, Konkurrenz sein
-> In Langzeitbeziehungen dürfen die sexuelle Spannung und die Zärtlichkeiten nicht vernachlässigt werden, Sex nicht nur ziel gesteuert durchführen

Vorschlag (01:11:00)

  • Liebesvereinbarungen (jährlich) (01:12:00)
  • Zwiegespräche (monatlich) (01:16:00)
  • Immer wieder in Entwicklung gehen; vom Alten aufbrechen; als Paar und Insgesamt im Leben (01:19:00)

Im Eros liegt eine heilende Kraft, gegen den Thanatos; im Orgasmus wird das Ich überwältigt. Die Individuation aufgehoben, Verschmelzung mit dem Anderen für einen Augenblick möglich.

bearbeitet von capitalcat
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Das wirft noch vor dem Anschauen die Frage auf: Soll man Männern glauben, die auf Peacocking setzen?

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Hallo Zusammen! 

Nachdem Geschmunzelt wohl nicht auf Peacocking steht und hier so wenig los war in letzter Zeit, dachte ich ich poste bei dem Depriwetter mal einen Vortrag über Red Flags. Wer kennt sie nicht, wer liebt sie nicht?

Vorweg sei gesagt: Ich finde diesen Vortrag nicht besonders gut, hab ihn vor ner halben Ewigkeit (ca. n' Jahr her, als ich den Faden hier eröffnete) mal angeschaut und einhergehend kurz die wichtigsten Punkte zusammen gefasst.
Prinzipiell empfand ich das Ding als 17:45min verschwendete Lebenszeit - vorausgesetzt man hat die Erwartung etwas Neues für sich selbst mizunehmen.
Da dieser Faden hier, aber wie im Eingangspost bereits erwähnt, unter anderem auch dazu da ist so einen Vortrag auch mal kritisch zu hintefragen, habe ich mich nun entschieden das Ding doch zu posten. 

Ein Aspekt wird beleuchtet, denn ich persönlich ganz interessant finde und gerne eure Einstellung und Erfahrungen dazu wissen würde. 
Weiteres siehe unten. 



RUNDE NR. 7: ALEXANDRA REDCAY – SELECT THE RIGHT RELATIONSHIP


ZUSAMMENFASSUNG:

Stichwort: Screening

  • Häufiges Ignorieren von Red Flags
  • Viele gehen mit der Einstellung in die Kennenlernphase „den Partner schon passend zu machen“, anstatt von v
  • ornherein den passenden Partner zu suchen und unpassende gleich auszusortieren
  • Sich ggü. einer Selbsteinschätzung öffnen/ vergangene Beziehungen bzw. Partnerauswahl näher betrachten und reflektieren
    Welche Anteile tragen wir dazu bei das z.B. bestimmte Dynamiken innerhalb von Beziehungen entstehen? Sind wir z.B. innerlich der Meinung, dass wir etwas Besseres nicht verdient haben? Was sind unsere Ängste und was führt dazu, dass wir uns erneut für Partner entscheiden, die uns nicht guttun?
  • Fokus auf sich und seine Bedürfnisse/ Vorstellungen legen, anstatt übermäßig darauf fokussiert sein, der anderen Person im Kennenlernprozess unbedingt gefallen zu müssen.

PERSÖNLICHE MEINUNG:

Der Vortrag hat einige interessante Aspekte und ist mMn insbesondere für Menschen, die erst am Anfang der Auseinandersetzung mit gängigen Mann-Frau-Dynamiken; Screening oder auch der Reflexion ihrer eigenen Beziehungen stehen, evtl. ein Augenöffner bzw. ein guter, kleiner Einstieg.

Persönlich fand ich den Beitrag nicht wirklich gut; mal abgesehen vom übergeordneten Thema Screening hat mir irgendwie ein klarer, roter Faden als auch wirklich relevante Denkimpulse gefehlt. Imho vermischt sie auch ziemlich viele Themen miteinander, bzw. beleuchtet dann die Zusammenhänge zwischen diesen nicht eingehend genug um es als "großes Ganzes" verkaufen zu können. Den meisten Menschen wird bewusst sein, dass es rel. sinnfrei ist Red Flags zu ignorieren und der Hinweis „Pay attention to red flags“ doesn‘t cut it for me. Das Problem ist schließlich oft nicht die Theorie sondern die Umsetzung. Interessanter fände ich an der Stelle, tatsächliche Leitfragen mitzugeben, die dabei helfen können gängige Muster zu erkennen und zu hinterfragen.

Der Punkt weshalb ich mich dennoch dazu entschieden habe diesen Vortrag zu posten ist ihr Appell auf kritische Stimmen im Freundes- und Bekanntenkreis zu hören. Nun verstehe ich den Gedanken dahinter, denn nahestehende Personen haben nicht dieselbe rosa-rote Brille auf, die eventuell dazu führen kann, dass man permanent wandelnde Red Flags zu sich nach Hause einlädt. Bei einem wenig reflektieren Menschen mag es auch zutreffen, jedoch will ich doch hoffen, dass am Ende vom Tag ich man sich selbst immer noch am besten kennt und in der Lage ist zu beurteilen wie gut oder schlecht ein Mensch für einen ist. Ins Bett steigen muss immer noch jeder selbst mit ihm und nicht die beste Freundin Charlotte - Sophie (Außer natürlich man steht auf den Kink 😉), die Biker Jeff zu reißerisch findet (Natürlich nen überzeichnetes Beispiel).

Der Vorschlag ein Treffen zwischen der besten Freundin Nadine und der zukünftigen, besseren Hälfte per Zufall zu forcieren, fand ich einfach sehr schräg und unangemessen für Personen, die ihre Volljährigkeit erreicht haben.

LEITFRAGEN:

  • Mich würde es nun interessieren, in wie weit ihr euch von eurem Freundes- und Familienkreis in euren Entscheidungen hinsichtlich der Partnerwahl beeinflussen lasst?
  • Wie wichtig ist es euch, dass euer Partner von Freunden angenommen wird bzw. sich in euren Freundeskreis integriert? 
  • Hattet ihr schon mal die Erfahrung gemacht, dass eure SC oder enger Freundeskreis so gar nicht mit einem Partner harmonierte bzw. Vice Versa?
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vor 2 Stunden, capitalcat schrieb:
  • Mich würde es nun interessieren, in wie weit ihr euch von eurem Freundes- und Familienkreis in euren Entscheidungen hinsichtlich der Partnerwahl beeinflussen lasst?

Null.

Aus ganz logischen Gründen:

- Ich verbringe (sehr viel) mehr Zeit mit meinem Partner als meine Familie oder meiner Freunde
- Ich kenne mich selbst besser als meine Familie oder meiner Freunde
 

vor 2 Stunden, capitalcat schrieb:
  • Wie wichtig ist es euch, dass euer Partner von Freunden angenommen wird bzw. sich in euren Freundeskreis integriert? 

Nicht sehr wichtig.

Ich mache lieber großteils getrennt etwas.
Aber klar, mein Partner soll korrekt zu den Freunden sein.
Aber das filtere ich auch gleich am Anfang raus: Wenn jemand nicht sehr nett & gleichzeitig direkt ist, wird er nicht mein Partner oder ein Freund.

 

vor 2 Stunden, capitalcat schrieb:
  • Hattet ihr schon mal die Erfahrung gemacht, dass eure SC oder enger Freundeskreis so gar nicht mit einem Partner harmonierte bzw. Vice Versa?

Anfang 20 mal.

Aber im Erwachsenenleben nie.
Liegt aber auch daran, dass ich bei sowas sehr direkt bin und darüber spreche.
 

 

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vor 43 Minuten, saian schrieb:

Null

Aus ganz logischen Gründen

Na nu übertreib mal nicht. Logik spielt keine entscheidende Rolle bei menschlichen Entscheidungen, auch wenn sich das so anfühlen mag.

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Gast
vor 4 Stunden, capitalcat schrieb:
  • Mich würde es nun interessieren, in wie weit ihr euch von eurem Freundes- und Familienkreis in euren Entscheidungen hinsichtlich der Partnerwahl beeinflussen lasst?

Ich höre mir die Meinungen und Eindrücke immer an von nahestehenden Menschen. Oft erkennen sie bestimmte Verhaltensweisen vom potenziellen Partner, den man selbst in der Idealisierungsphase nicht erkennt. Ihre Meinung ist mir wichtig.

Zitat

 

  • Wie wichtig ist es euch, dass euer Partner von Freunden angenommen wird bzw. sich in euren Freundeskreis integriert? 

Sehr wichtig. Denn meine Freunde waren vor meinem Partner da und werden auch noch da sein, wenn mein Partner weg ist. Eine Frau die sich mit meinen Freunden verscherzt, macht nicht mehr lange. Und das hat einen guten Grund. 

Zitat
  • Hattet ihr schon mal die Erfahrung gemacht, dass eure SC oder enger Freundeskreis so gar nicht mit einem Partner harmonierte bzw. Vice Versa?

Hatte ich und es hat sich bestätigt.

bearbeitet von Gast

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Am 2.10.2019 um 15:27 , capitalcat schrieb:

Nachdem Geschmunzelt wohl nicht auf Peacocking steht

Schau mal.

Wenn ich Dir sage: "Ich bin echt gut im Bett", dann ist das Werbung.
Wenn ich Deinen Freundinnen sage, dass ich echt gut im Bett bin, ist das PR und schon besser.
Ich setze aber lieber auf die Kraft der Marke ;).

Am 2.10.2019 um 15:27 , capitalcat schrieb:

Persönlich fand ich den Beitrag nicht wirklich gut

Wenn man schon mit "Schließen Sie die Augen" beginnt und dann eine Folie auflegt...

Am 2.10.2019 um 15:27 , capitalcat schrieb:

Mich würde es nun interessieren, in wie weit ihr euch von eurem Freundes- und Familienkreis in euren Entscheidungen hinsichtlich der Partnerwahl beeinflussen lasst?

Familie und Freunde sollte man hören, aber wie alle Ratgeber nehmen Sie einem die Entscheidung nicht ab.

Am 2.10.2019 um 15:27 , capitalcat schrieb:

Wie wichtig ist es euch, dass euer Partner von Freunden angenommen wird bzw. sich in euren Freundeskreis integriert? 

Das spielt schon deshalb eine Rolle, weil mein Freundeskreis ganz korrekt und daher ein gutes Messinstrument ist. Wenn die jemanden blöd finden, könnte daran etwas sein.

Am 2.10.2019 um 15:27 , capitalcat schrieb:

Hattet ihr schon mal die Erfahrung gemacht, dass eure SC oder enger Freundeskreis so gar nicht mit einem Partner harmonierte bzw. Vice Versa?

Nein.

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Das mit den Redflags ist immer das gleiche: Jemand, der verliebt ist, sieht die nicht oder will diese nicht sehen. Entscheidungen in Beziehungen und Partnerschaften werden (fast) immer emotional getroffen. Ob etwas, bei objektiver Betrachtung, eine Redflag ist oder nicht spielt deshalb seltenst eine Rolle. Es geht nur darum, ob sich die Redflag auch anfühlt wie eine Redflag... oder eben nicht.

Und genau da setzt dann auch das "Problem" mit dem Freundeskreis an. Meine eigenen Erfahrungen reichen natürlich nicht, für ein komplettes Gesamtbild der Gesamtheit, aber bis jetzt hatte der Freundeskreis immer, wirklich immer und in jedem einzelnen Fall, vollkommen Recht. Ist mir auch selber schon passiert: Exfreundin war Borderlinerin. Wirklich jeder, den ich kannte, hat mich gewarnt. Aber ich habe natürlich auf alle Warnungen geschissen, weil sich "das mit uns, irgendwie richtig angefühlt hat".

Aber insgesamt ist so eine Diskussion auch wieder irgendwie sinnlos, weil sowieso niemand auf Freunde und Familie höhrt, wenn es um die Liebe geht. Da sind halt Menschen, die nur das Beste für einen wollen und den notwendigen Abstand haben, um objektiv zu bleiben, dabei dann auchnoch unabhängig voneinander, ohne sich abgesprochen zu haben oder sich auch nur zu kennen, zum selben Ergebnis kommen: Redflag! Lass den Scheiß, Finger weg! Und dann ist da natürlich noch der oder die Betroffene bzw. Verliebte, der einfach mal alle Ratschläge ignoriert.

Und jetzt noch kurz zu deinen Leitfragen:

Am 2.10.2019 um 15:27 , capitalcat schrieb:

LEITFRAGEN:

  • Mich würde es nun interessieren, in wie weit ihr euch von eurem Freundes- und Familienkreis in euren Entscheidungen hinsichtlich der Partnerwahl beeinflussen lasst?
  • Wie wichtig ist es euch, dass euer Partner von Freunden angenommen wird bzw. sich in euren Freundeskreis integriert? 
  • Hattet ihr schon mal die Erfahrung gemacht, dass eure SC oder enger Freundeskreis so gar nicht mit einem Partner harmonierte bzw. Vice Versa?

1. Garnicht. Genau, wie jeder andere Mensch, den ich kenne. Ist vielleicht nicht die beste Vorgehensweise, aber Entscheidungen muss man nunmal selber treffen. Auch wenns manchmal die falschen sind.

2. Kommt auf die Art der Beziehung an. Ich gehe mal davon aus, dass die Frage sich auf eine LTR bezieht. In einer LTR ist mir das extrem wichtig. Eine feste Freundin muss mit meinen Freunden mindestens klarkommen, besser noch gut verstehen. Ganz einfach, weil meine Freunde ein fester Bestandteil meines Lebens sind.

3. Ja, siehe oben. Mein Freundeskreis hatte recht. Und jedesmal, wenn ein Kumpel eine Frau anschleppt, wo wir anderen ihn warnen... werden die Warnungen erstmal ignoriert, stellen sich dann aber im Nachhinein als mehr nur gerechtfertigt heraus.

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Meine Lieben ❤️,

nach einer langen Winterpause darf ich euch heute eine neue Diskussionsrunde, eingereicht von @RyanStecken, präsentieren. Hierbei handelt es sich um ein Interview mit Eva Illouz, einer israelischen Professorin für Soziologie, die im Bereich Liebe und Sexualität forscht. 

Ich habe im Vorfeld erst reingeschnuppert und freue mich schon sehr darauf das ganze Video zu schauen. Leider nehme ich mir in den letzten Wochen zu wenig Zeit für Kultur und Wissensanreicherungen solcher Art - möchte aber Ryan herzlich für den Vorschlag und die Mühe danken!

Verlinkt habe ich die Originalversion im Deutsch-English-Mix. Wer es gerne mit deutscher Synchro haben will: Bitte einmal HIER klicken.

RUNDE NR. 8: EVA ILLOUZ- WHY DOES LOVE END?


Nachfolgende* Time-Stamps sowie Zusammenfassungen von @RyanStecken:
*Formatierungsanpassungen durch mich erfolgt.

0.00 Opening Statement - Eva postuliert, dass aufgrund der neuen Möglichkeit seine Sexualität ausleben zu können, Menschen mehr Partner haben, also eine Art Serie entsteht. Dadurch haben Menschen nicht nur mehr Sexualpartner sondern auch mehr Beziehungen, also serielle Monogamie.

3:00 Die neue Ära der romantischen Liebe, die Autonomie und Freiheit des Individuums im Fokus hat, im Gegensatz zu dem alten konservativen Paar-Modell. Problematisch ist inwiefern diese neue Freiheit wirklich mehr Zufriedenheit für die Individuen bringt.

7:40 Warum gehen die meisten Trennungen von Frauen aus? Eva meint, dass diese Studien sich hauptsächlich auf die 80er beziehen und das vielleicht nur ein Zeitgeist war. Eventuell Gründe sind unter anderem die unterschiedliche Sozialisierung der Geschlechter, Männer kompetitiv und emotional kalt, Frauen fürsorglich und unterstützend, führt eventuell dazu, dass Frauen frustriert sind in einer LTR.

13:48 Eva meint, es gibt immer mehrere objektive äußere Gründe, die die Liebe gefährden, bzw. zu mehr Trennungen führen.

15:00 Im Buch gibt es das Konstrukt "Negative Beziehungen". Beziehungen werden generell immer brüchiger und instabiler.

18:30 Emanzipation führt zur sexuellen Freiheit der Frauen. Die Gesellschaft kommerzialisiert den Körper von Männer und vor allem Frauen, sprich der Kapitalismus macht Sexualität zum Asset

22:47 Zusammenhang von Kapitalismus und Liebe. Beispiel Geld/Karriere als Selektionsgrund. Familie

24:00 Sexroboter lol

33:00 Warum haben Menschen weniger Sex? Die jüngeren Kohorten haben etwas weniger Sex. Eva meint, dass der Rückgang von LTRs der Grund ist, weil der meiste Sex in stabilen LTRs stattfindet.

36:30 Romantische Liebe basiert auf der Identifizierung einer einzigartigen Person für sich selbst. Moderne Technologien wie das Internet schaffen massiv Optionen, die genau diese Identifikation erschweren, weil die anderen Menschen sich nicht genug unterscheiden.

39:00 Tinder als Phänomen

Wichtig! 43:30 Das Paradoxon der Gesellschaft, der Konflikt zwischen Sicherheit und Freiheit. Dadurch dass Individuen weniger Bindung zu Familie und nahen Freunden haben wird die Paarbeziehung im Angesicht einer unsicheren vor allem ökonomischen Zukunft prinzipiell wichtiger als Bestandteil von emotionalen und nähetechnischem Support. Gleichzeitig gibt es aber auch genug Faktoren, die uns von Monogamie wegziehen. Sie sieht den Trend der Psychologisierung als Folge davon an, dass Menschen diese Problematik bewältigen wollen.

Gerade das letzte ist am wichtigsten. Danach kommt eigentlich noch dass der Produktivismus in der Gesellschaft die Reproduktion drückt, und dass es ein Art Marktkapitaliserung gibt, und die Incel quasi die Verlierer sind.  Und ganz zum Schluss, dass die Familie die einzige Institution ist, die man in einer individualisierten nicht wählen kann.

bearbeitet von capitalcat

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Gast botte

Ich habe Eva Illouz Ende 2019 auf Vortrag in meiner Stadt gehört. Da war ihr Thema vor allem die fortschreitende Definition von 'Liebe' (what ever it means) als einer Art Währung, einer Art von Kapital.Sie hat den Bogen dabei nicht nur bei der Einführung des Internets und Tinder begonnen, sondern versucht zu zeigen, dass das eine Entwicklung ist, die bereits lange vorher (im 18./19. Jahrhundert) eingesetzt hat. Ich war während des Vortrags nicht restlos überzeugt - wenn eine Soziologin mit der soziologischen Brille auf gesellschaftliche Dinge schaut und hinterher ein Buch drüber schreibt, dann ist die Theorie of knalliger als die Realität. Schaue es mir aber gerne noch einmal an - danke fürs Posten, @RyanStecken und @capitalcat!

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lol hätte ich gewusst, dass du das direkt postest, hätte ich mir mehr Mühe gegeben!

Also man muss wissen, dass sie einerseits Feministin und andererseits leicht marxistisch geprägt ist. Aber die Idee Liebe mit dem Kapitalismus zu verknüpfen fande ich gut.

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Gerade eben, RyanStecken schrieb:

lol hätte ich gewusst, dass du das direkt postest, hätte ich mir mehr Mühe gegeben!

Also man muss wissen, dass sie einerseits Feministin und andererseits leicht marxistisch geprägt ist. Aber die Idee Liebe mit dem Kapitalismus zu verknüpfen fande ich gut.

Oh sorry, dachte das war die Endfassung. 
Kannst es ja noch ergänzen, wenn du magst und ich editiere es rein. 

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Gast

 

vor 1 Stunde, RyanStecken schrieb:

Aber die Idee Liebe mit dem Kapitalismus zu verknüpfen fande ich gut.

da ist sie nun nicht die Erste

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Gast botte
vor 9 Stunden, Nachtzug schrieb:

 

da ist sie nun nicht die Erste

<modmode> Bitte keine Einzeiler spammen. Wenn Du da eine konkrete Referenz zur Diskussion beitragen kannst: immer her damit! Ansonsten kann man auch mal schweigen, wenn man nix beizutragen hat. Zumal als Wiederholungstäter. Danke.<\>

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vor 15 Stunden, capitalcat schrieb:

0.00 Opening Statement - Eva postuliert, dass aufgrund der neuen Möglichkeit seine Sexualität ausleben zu können, Menschen mehr Partner haben, also eine Art Serie entsteht. Dadurch haben Menschen nicht nur mehr Sexualpartner sondern auch mehr Beziehungen, also serielle Monogamie.

3:00 Die neue Ära der romantischen Liebe, die Autonomie und Freiheit des Individuums im Fokus hat, im Gegensatz zu dem alten konservativen Paar-Modell. Problematisch ist inwiefern diese neue Freiheit wirklich mehr Zufriedenheit für die Individuen bringt.

7:40 Warum gehen die meisten Trennungen von Frauen aus? Eva meint, dass diese Studien sich hauptsächlich auf die 80er beziehen und das vielleicht nur ein Zeitgeist war. Eventuell Gründe sind unter anderem die unterschiedliche Sozialisierung der Geschlechter, Männer kompetitiv und emotional kalt, Frauen fürsorglich und unterstützend, führt eventuell dazu, dass Frauen frustriert sind in einer LTR.

13:48 Eva meint, es gibt immer mehrere objektive äußere Gründe, die die Liebe gefährden, bzw. zu mehr Trennungen führen.

15:00 Im Buch gibt es das Konstrukt "Negative Beziehungen". Beziehungen werden generell immer brüchiger und instabiler.

33:00 Warum haben Menschen weniger Sex? Die jüngeren Kohorten haben etwas weniger Sex. Eva meint, dass der Rückgang von LTRs der Grund ist, weil der meiste Sex in stabilen LTRs stattfindet.

36:30 Romantische Liebe basiert auf der Identifizierung einer einzigartigen Person für sich selbst. Moderne Technologien wie das Internet schaffen massiv Optionen, die genau diese Identifikation erschweren, weil die anderen Menschen sich nicht genug unterscheiden.

39:00 Tinder als Phänomen


Ich denke, dass die größte Veränderung die Emanzipation der Frau ist, v.a. durch geringere Religiosität, erhöhte Arbeitstätigkeit, vermehrte Möglichkeiten.

Frauen aus den 1920-40ern kamen oft aus religiösen Familien und waren erwerbslos.
Trennung/Scheidung hieß Verstoß aus der Familie, Armut, (wahrscheinlich) Verlust der Kinder und einen schlechten Ruf, da man nur im Dorf (~5 Kilometer) datet.

Die Hürde war für die meisten Frauen wahrscheinlich einfach zu hoch.
Die paar Stunden abends, in der der schlimme Ehemann zuhause war, konnte man ertragen, anstatt alles zu verlieren.
Heutzutage verliert eine Frau eigenlich gar nichts.
Sie bekommt die Kinder, sie hat in der Regel eine Berufsausbildung, die Eltern werden es akzeptieren und man datet im Umkreis von 50km.

Dadurch denke ich, dass die Fertigkeit der Frau, Leid zu ertragen, heutzutage wesentlich geringer trainiert ist und somit auch schneller zur Trennung führt.
Wenn du vor 70 Jahren bereits 10 Mal verprügelt wurdest, dann war das 11. Mal nicht mehr ganz so schlimm.
Heute undenkbar.

Vor ~10 Jahren war ich bei einer Beerdigung. Meine Oma hatte eine Schwester, deren Mann beerdigt wurde.
Sie hat ihn ~15 Jahre davor gepflegt, als er bettlägrig war.
Sie meinte weinend "Jeden Tag habe ich zu Mutter Maria gebetet, dass dieses Arschloch endlich verreckt. Warum hat Gott mir keinen besseren Mann geschenkt?".
Selbst als er bettlägrig war, war er ein mieser Typ und hat sie viele Jahre schlecht behandelt.
Aber 60 Jahre Ehe plus Religion lassen einen viele Sachen ertragen.
 

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1. LOL. Das Schweizerisch an manchen Stellen, wie kann man solche Lüt nur ernst nehmen?

2. Schaue mir gerade das Video an und muss sagen, dass auch wenn viele interessante Fragen/ Thesen angeschnitten werden, ich es schade finde, dass auf vieles nicht weiter eingegangen wird. Natürlich geschieht das Ganze im Zuge ihrer Buchvermarktung und es würde den Rahmen sprengen wenn sie auf alles ausführlich eingehen würde, aber leider kommt imho vieles zu kurz/ bzw. müsste die Moderatorin weniger Themenhopping betreiben.

Wirklich erläutert wurde das Thema mit den neuen Technologien und welche Folgen sie mit sich bringen. Ich finde ihre Erklärung sehr schön, als sie sagt dass unser Gehirn gar nicht in der Lage/ dafür ausgelegt ist die ganze Information die man auf z.B. Tinder bekommt zu verarbeiten etc.pp. und dass es früher ohne diese Technologien durch die geringere Auswahl entsprechend einfacher war, das eine zu dir passende Individuum aus der Masse zu finden. 

vor 22 Stunden, RyanStecken schrieb:

36:30 Romantische Liebe basiert auf der Identifizierung einer einzigartigen Person für sich selbst. Moderne Technologien wie das Internet schaffen massiv Optionen, die genau diese Identifikation erschweren, weil die anderen Menschen sich nicht genug unterscheiden.

Was ich ganz lustig fand war die Aussage "Internet technology completly changes the economy of encounters, because we move from an economy of scarcity to an economy not of abundance but of hyper abundance" - nicht weil es eine neue Beobachtung war, sondern weil mir bei den Stichwörtern "Scarcity & Abundance" direkt Tomassi mit seiner Plate Theory in den Kopf hüpfte; dazu passend von Tomassi das Zitat: "People often make the mistake of assuming that having a wide variety of choices tends to cheapen the commodity, and to a degree this is accurate, but it also allows for a better, learned awareness of which choice amongst the pool is common and which is of higher quality."

Was für mich wiederum ein schönes Beispiel für die Komplexität des Ganzen ist. Auf der einen Seite ist Abundance, also zu deutsch ein Überfluss erst mal nichts schlechtes und gerade wenn man sich mit dem Thema "Alternativen haben" beschäftigt erstmal im Kontext von Beziehungen bzw. spezieller der Wahl eines Partners für eine Beziehung sehr wichtig. Mit dem Überfluss steigen aber entsprechend die Ansprüche bzw. gleichzeitig die Austauschbarkeit falls ein Partner sich noch nicht als den Ansprüchen gerecht herausstellt. Als Ergebnis fördern viele Menschen imho diese Mentalität extrem, bei gleichzeitig immer oberflächlicheren Beziehungen zu anderen Menschen. 

vor 8 Stunden, saian schrieb:

Ich denke, dass die größte Veränderung die Emanzipation der Frau ist, v.a. durch geringere Religiosität, erhöhte Arbeitstätigkeit, vermehrte Möglichkeiten. Trennung/Scheidung hieß Verstoß aus der Familie, Armut, (wahrscheinlich) Verlust der Kinder und einen schlechten Ruf, da man nur im Dorf (~5 Kilometer) datet. (...)

Dadurch denke ich, dass die Fertigkeit der Frau, Leid zu ertragen, heutzutage wesentlich geringer trainiert ist und somit auch schneller zur Trennung führt.
(...) Aber 60 Jahre Ehe plus Religion lassen einen viele Sachen ertragen.

Finde ich so interessant. Du schreibst von "Leid ertragen" und die Wortwahl ist natürlich sehr passend gewählt zu deinen Beispielen. Weg von deinen Beispielen hatte ich die selbe Beobachtung jedoch mit der Formulierung: "Die Fähigkeit Probleme innerhalb der Beziehung auszuhalten ist gesunken". Mit Probleme in der Beziehung meine ich natürlich keine körperliche Gewalt etc.pp. Aber ich habe das Gefühl, die Menschen lassen ihre Partner heutzutage viel schneller fallen, falls es mal zu einer Ebbe innerhalb der Partnerschaft kommt, es besteht nicht mehr(?) das Gefühl eines gemeinsamen "Wirs". 

Dazu ganz passend fand ich eine Erklärung von Jordan Peterson über den [ursprünglichen(?)] Grund für die Eheschließung so schön "[Marriage] definitely puts a boundary around our arguments" und in dem er auch auf das weiter unten geschriebene bzw. von Eva Illouz erläuterte zu sprechen kommt. Die Bezeichnung "Voluntary Enslavement" übrigens auch so geil. [Ist nur ein 5 Minütiger Ausschnitt, falls sich jmd. interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=Rc_NNjV0s1o

Er kommt auch darauf zusprechen wie wichtig es ist einen Grund zu haben um Probleme innerhalb von Beziehungen zu lösen und wenn dieser Grund nicht vorhanden ist, es ein so leichtes ist alles hinzuschmeißen. Womit man wieder den Bogen zur gesellschaftlichen Entwicklung und dem Interview mit Illouz hat, der Grund für den Zusammenhalt einer Familie/ Beziehung ist durch den sinkenden Stellenwert von der monogamen Beziehung/ der Ehe, durch die neu gewonnene Freiheit der Frau, "verschwunden".

vor 22 Stunden, RyanStecken schrieb:

Wichtig! 43:30 Das Paradoxon der Gesellschaft, der Konflikt zwischen Sicherheit und Freiheit. Dadurch dass Individuen weniger Bindung zu Familie und nahen Freunden haben wird die Paarbeziehung im Angesicht einer unsicheren vor allem ökonomischen Zukunft prinzipiell wichtiger als Bestandteil von emotionalen und nähetechnischem Support. Gleichzeitig gibt es aber auch genug Faktoren, die uns von Monogamie wegziehen. Sie sieht den Trend der Psychologisierung als Folge davon an, dass Menschen diese Problematik bewältigen wollen.

Spannt interessanterweise auch den Bogen zu der ersten Diskussionsrunde hier. Esther Perel spricht genau über diesen Konflikt zwischen dem Wunsch nach Sicherheit auf der einen Seite und dem Wunsch nach Abenteuer, Freiheit auf der anderen Seite im Rahmen von Beziehungen, und wie wichtig und gleichzeitig schwierig es ist beide Seiten für eine langanhaltende Beziehung zu bedienen. 

bearbeitet von capitalcat

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vor 7 Minuten, capitalcat schrieb:

Finde ich so interessant. Du schreibst von "Leid ertragen" und die Wortwahl ist natürlich sehr passend gewählt zu deinen Beispielen. Weg von deinen Beispielen hatte ich die selbe Beobachtung jedoch mit der Formulierung: "Die Fähigkeit Probleme innerhalb der Beziehung auszuhalten ist gesunken". Mit Probleme in der Beziehung meine ich natürlich keine körperliche Gewalt etc.pp. Aber ich habe das Gefühl, die Menschen lassen ihre Partner heutzutage viel schneller fallen, falls es mal zu einer Ebbe innerhalb der Partnerschaft kommt, es besteht nicht mehr(?) das Gefühl eines gemeinsamen "Wirs".

Ich denke hier an individuelles Leid, bspw. in der Form von Nichterfüllung von Bedürfnissen, die aber nicht als Problem der Beziehung angesehen werden.
Eine Beziehung hat eine Grenze ins Außen. Was innerhalb passiert, wird (teils implizit) verhandelt.
Ich kann also kein Problem in der Beziehung haben, aber gleichzeitig persönlich leiden.
 

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