Tretboot statt Achterbahn - neue Beziehungsmuster lernen

61 Beiträge in diesem Thema

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vor 42 Minuten, Magnetism schrieb:

Das funktioniert meiner Erfahrung nach dann ein paar Tage, vielleicht 2 Wochen. Danach wird wieder provoziert und die Grenzen immer weiter überschritten, bis die besagte Borderlinerin ihre gewünschte Reaktion hat. Dann gibts Streit / Drama und Symbiose. 

Jap. Die Gefahr ist, dass bei ausbleibender Reaktion die nächste Provokation eine Stufe heftiger ausfällt.

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Wow,  so viele intensive und offene Erfahrungsberichte. Ich hatte gar nicht zu hoffen gewagt, dass es hier so viele gibt, die dieses Thema kennen. Danke euch allen für euer Beteiligung!

Was ich nochmal konkretisieren möchte: Es geht natürlich nicht um "Achterbahn" im Sinne von "als Paar etwas spannendes erleben", sondern um die toxische Version mit extremen aufs und abs, meist mit massiven Grenzverletzungen auf beiden Seiten, auf jeden Fall aber mit Phasen, wo die Beziehung ständig auf der Kippe steht. Das haben die meisten hier ja auch so interpretiert.

Dementsprechend würde ich auch bitten da den Fokus nicht auf Einzeiler-Nebendiskussionen zu legen. Das wäre einfach schade.

Ich hoffe, dass ich am Wochenende mal Zeit finde, ausführlich zu antworten.

 

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Hallo.
Jetzt habe ich mich extra angemeldet um hier auch meine Erfahrungen nieder zu schreiben.

Ich komme aus einer größeren Familie, wobei ich ein Affärekind bin & meine Mutter danach noch geheiratet hat, in der es häufig Drama gab. Teilweise täglich. Wegen Kleinigkeiten. Aber mit vielen Emotionen, Aufregung, Leidenschaft usw 
Ich war es so gewöhnt, kannte es nicht anders. War eben so.
Mein Partner hingegen ist das genaue Gegenteil. Seine Eltern auch getrennt, er aber das Einzelkind das bei der Mutter blieb mit vielen Freiheiten. Kein Stress, kein Drama. Trotzdem gab es immer viel positiven Kontakt mit dem Vater, der Oma, Tante usw.

Als wir jeweils noch bei unseren Eltern gewohnt hatten, habe ich das genossen. Weg von meiner Dramafamilie übers Wochenende zu ihm, wo es einfach ruhig ist.
Nachdem wir dann zusammen gezogen sind & wir uns wirklich jeden Tag gesehen haben, war es zu dann zu Beginn verdammt komisch...
Da war einfach keiner mehr, der mal beleidigt ist oder von sich aus rumzickt.
Einfach so wenige Emotionen im Vergleich zu meiner Familie. Es hat sich zu Beginn wirklich angefühlt, als würde etwas fehlen.
Und ich habe damals auch angefangen an seinen Gefühlen zu zweifeln. War bis dahin für mich ja total normal, dass Gefühle, sowohl positive als auch negative, einfach volle Kanne raus gelassen werden. Und jetzt macht der das einfach nicht! Warum nicht? Fühlt der nix?

Also habe ich damals angefangen selbst Drama zu schieben, damit er Drama schiebt, damit er Gefühle auf eine Weise zeigt, die ich kannte.
Das sehe ich jetzt aber auch erst rückblickend. Damals war das für mich ja ganz "normal".
War langfristig natürlich nicht gut & es hat dann auch ziemlich gekriselt bzw stand auch mal das Beziehungsende im Raum, wurde dann aber nicht umgesetzt.

vor 16 Stunden, Herzdame schrieb:

1. Könnt ihr für euch die Kernelemente bennenen, wie ihr von Achterbahn zum Tretbootfahren gekommen seid? Welche Stellschrauben waren das?

 

Irgendwann fängt man halt an sich & Dinge zu hinterfragen.
Warum ist meine Familie so & seine so anders..?
Warum gibt es in meiner Familie regelmäßig zoff, warum fühlt sich dort immer wieder jemand so ungehört, dass er seine Gefühle so extrem ausdrücken muss und warum bei ihm eben nicht?
Früher fand ich die Ruhe bei ihm himmlisch & jetzt wo wir zusammen wohnen, macht sie mich wütend. Warum? Warum fehlt mir die Achterbahnfahrt mit Drama?
& dann sucht man nach Gründen & Lösungen.

vor 16 Stunden, Herzdame schrieb:

 2. Wie habt ihr diese Umgewöhnung erlebt? Wie schwierig war das? Was war dabei hilfreich? Wart ihr irgendwann "fertig" und das war dann normal? Wie lange hat das gedauert? Oder bleibt es für euch ein dauerhaftes Thema, mit dem ihr immer wieder kämpft?

 

Das war mit sehr viel Unsicherheit verbunden.
Wie soll ich denn jetzt meine Gefühle kommunizieren, ohne Drama. Mache ich das jetzt "richtig"? Versteht er mich so überhaupt, wenn er mich als Dramaqueen kennt?
Was denkt er von mir, wenn ich mein Verhalten jetzt ändere? usw
Gleichzeitig war auch immer mal die Frage im Hinterkopf, ob ich das nur für ihn mache, oder doch auch für mich selbst.
Verbiege ich mich für die Beziehung mit ihm? Im Nachhinein ist man dann schlauer 😃

Geholfen hat mir, dass er mir nie das Gefühl gegeben hat, das "Problem" der Beziehung zu sein.
Auch wenn mein Verhalten sicher teilweise verdammt schräg war.
Aber realistisch gesehen ist keiner perfekt, auch er hatte seine Macken die mich zeitweise durchaus auch an ihm & unserer Beziehung zweifeln ließen.

Bin ich "fertig" oder "normal"? Weis ich nicht..

vor 6 Stunden, Herzdame schrieb:

Ich denke nicht, dass ein Musterwechsel innerhalb einer Beziehung möglich ist, da käme zu viel zusammen. Ich denke, das geht nur mit einem neuen Partner, der (optimalerweise) von sich aus eher Tretbootfahrer ist.

Muss ich widersprechen, wir sind jetzt 10 Jahre zusammen & verlobt.
Man muss natürlich gewillt sein, an sich selbst & der Beziehung zu arbeiten, sowie das was man kennt & gelernt hat zu hinterfragen.
Geht selbstverständlich auch nicht von heute auf morgen & damit muss man als Partner auch eine Zeit lang leben & umgehen können, wenn man an der Beziehung festhalten möchte. (Rückblickend würde ich es auch verstehen, wenn er sich damals von mir getrennt hätte)
Aber er war ja auch nicht perfekt, wir haben uns gemeinsam weiter entwickelt & sind jetzt beide um einiges reifer.
Wir fahren Tretboot im Team & jetzt kann ich die gemeinsame Ruhe auch genießen.

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Drama-Elternhaus, in Folge von Anfang an gut auf Schadensfreiheitsklasse gescreent - viel Tretboot mit Mädels, die eher mit Autos als mit Puppen gespielt haben. Zweite Beziehung Onenities (Vorstandsassistenz, Porsche, superintelligent..), Erfahrung aus dem Hinterherleiden: ist Zeitverschwendung.

Tretboot ist schon bißchen langweilig, entsprechend serielle Beziehungen.

Dann Anfang 40 PU entdeckt mit den irrtümlichen Heilsversprechen: Kriegst jede rum und in den Griff. Damit gespielt, Zielgruppe verbreitert und nicht gleich abgedreht, wenn Mädel nen kleinen oder großen Knall zu haben schien. Nunja, Bestätigung für mein ursprüngliches Vorgehen.

Dabei 2mal Achterbahn. Interessante Erfahrung. So eine Mischung aus durch-die-Gegend-geschleudert-werden (und schleudern) und die Sache bewußt auskosten. Den Sex (incl. emotionalem Aufbau) war's irgendwie wert (falls da ein Zusammenhang ist). Groß andere Sachen werden dann aber auch nicht in der Zeit. Fickjahre. Im Rückblick war ich da nicht unzufrieden mit, aber bei Erinnerungen muß man immer bissel vorsichtig sein.

ZZt Cabrio-Tretboot (oben Offen) und ist gut so.

Thesen aus dem Eingangspost hauen hier nicht so ganz hin. Finde auch nicht Tretboot per se erwachsen, sondern daß man sich bewußt entscheidet und das dann lebt (Grüße an @Magnetism).

 

 

bearbeitet von Jingang
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Der Thread entwickelt sich wirklich phantastisch. Vote for Schatztruhe. Es ist irre spannend, zu lesen, welche Entwicklung Ihr genommen habt. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn wir uns einmal zu einem persönlichen Erfahrungsaustausch treffen könnten. Wir hatten ja im letzten Frühjahr ein kleines Forentreffen in Köln. Dieses Thema ist aus meiner Sicht ein ganzes Wochenende wert. Ein Persönlichkeits-/Beziehungs-Entwicklungs-Seminar-Wochenende. Ich lebe in Berlin und Düsseldorf und bin gerne bereit, im Rheinland oder in der Hauptstadt gemeinsam mit Euch ein Themen-Treffen zu organisieren. Mit dem einen oder anderen Therapeuten oder Coach, sei es aus unseren Reihen, sei es von außen, als Moderator. Nur mal so als Idee.

bearbeitet von Explorer1
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vor 48 Minuten, Explorer1 schrieb:

Persönlichkeits-/Beziehungs-Entwicklungs-Seminar-Wochenende

Wenns um so Persönlichkeitsentwicklungsgeschichten gehen soll, dann würd ich tippen, dass ne Gruppentherapie mehr lohnt. Einerseits weil solche Prozesse eher über Monate und Jahre ablaufen. Und insbesondere weils dabei nen Therapeuten gibt, der selbst nicht zur Gruppe gehört.

So Wochendseminare können dann ne Ergänzung sein.

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@Aldous:

Meinen Vorschlag wollte ich als Kombination aus Spaß, Content und Erfahrungsaustausch für uns Achterbahn- und Tretboot-Fahrer aus dem Forum verstanden wissen. Ich persönlich bin da ganz gut aufgestellt und beraten. Auch mit dem von Dir Erwähnten.

bearbeitet von Explorer1

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wow @Herzdame, wir könnten die gleichen Eltern gehabt haben... Finde mich in großen Teilen deiner Geschichte wieder. Vielleicht schreib ich mal detaillierter dazu, wenn ich die Zeit dazu finde.

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vor 11 Stunden, Explorer1 schrieb:

@Aldous:

Meinen Vorschlag wollte ich als Kombination aus Spaß, Content und Erfahrungsaustausch für uns Achterbahn- und Tretboot-Fahrer aus dem Forum verstanden wissen. Ich persönlich bin da ganz gut aufgestellt und beraten. Auch mit dem von Dir Erwähnten.

So hab ichs auch verstanden. Soll hier ja auch  nicht um einen User im Speziellen gehen, sondern um Entwicklungen.

Mit so Seminaren ist das halt so ähnlich, wie mit nem Urlaub. Wenns gut ist, ist es was ganz anderes als der gewohnte Alltag und man erholt sich super. Nur ist nach zwei oder drei Wochen zurück im Job der Effekt wieder weg.

Macht man dagegen in nem acht Stunden Arbeitstag drei Pausen von 20 oder 30 Minuten - dann kann man durchaus mit ausreichender Erholung über den Tag kommen. Was auf lange Sicht sehr viel mehr bringt, als drei megageile Urlaubsreisen im Jahr. 

Bei so Wochenendsemonaren ist es eigentlich schon typisch, dass die Teilnehmer danach hochmotiviert wie neugebohren nach Hause kommen. Und in dem Moment, in dem sie daheim die Türklinke in die Hand nehmen, sind die altgewohnten Glaubenssätze wieder präsent. Sowas kann ne coole Ergänzung sein, aber für ne Entwicklung brauchs zusätzlich noch ne Basis. Wie du schreibst.

Etwas überspitzt könnte man sagen, dass so coole Seminare auch ne Art von Achterbahn sind - und langfristige Therapien so ne Art Tretboot.

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Meine Kindheit war leider auch sehr toxisch und ich konnte kein Urvertrauen entwickeln.

Ich hätte eigentlich eine ältere Schwester gehabt, sie ist bei der Geburt verstorben.

Mein Vater saß bei der Geburt in der Kneipe und konnte das alles nicht ertragen.

Seitdem hat meine Mutter ihn fertig gemacht. Die beiden haben wirklich nur gestritten und sich regelrecht bekämpft.

Jeden kleinen Fleck auf der Hose hat meine Mutter zum Anlass genommen, ihm einen Spruch zu drücken und ihn zu maßregeln.

Auch hier war sein Mittel der Wahl: Flucht. Aufgestanden vom Tisch und weg.

Als männliches Vorbild war er leider auch schlecht. Ich erinnere mich nicht, mit ihm einmal was zu zweit unternommen zu haben.

Spätere Erinnerungen sind geprägt davon, weggeschickt zu werden, weil er "Baywatch" schauen wollte.

"Geh zu Mama, ich darf hier doch eh nichts entscheiden!"

Vermutlich triggern mich daher eher desinteressierte Männer und interessierte Männer finde ich langweilig.

 

Tretboot kann ich aktuell glaube ich nicht und ich weiß nicht, ob ich das jemals können werde.

Beziehung heißt für mich nicht = Liebe, Intimität, Vertrauen.

Beziehung heißt für mich = Krieg, Streit, Stress, Gefahr

Daher würde ich mich als passiven Bindungsvermeider sehen. Ich lege auch keinen großen Wert auf eine LTR und bin

abends auch oft froh, meine Ruhe zu haben.

In einem Buch von Stefanie Stahl stand es so ähnlich auch drin:

Für negativ gesprägte Personen bedeuten andere Menschen Gefahr. Und die will man vermeiden.

 

Ich glaube, das Muster sitzt bei mir so tief und fest, das werde ich auch nicht mehr wegbekommen. Und ich frage mich, ob

das überhaupt möglich ist? Kann man dann wirklich jemand werden, der zehn Jahre und mehr in einer Beziehung sein kann?

Mir wird das a) schnell langweilig und b) weiß ich nicht, ob ich jemanden so nah an mich heranlassen möchte, dass er wirklich alles von mir weiß.

Allerdings kann es natürlich auch sein, dass diese Lebensart eher meiner unabhängigen, freiheitsliebenden Persönlichkeit geschuldet ist

und weniger dem Umstand meiner Erziehung. Ich denke, es ist eine Komination aus beidem.

 

 

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aus der Sicht des Kleinkindes...

Vater kommt sehr spät von der Arbeit und Mutter geht ihn an.... er versucht alles richtig zu machen, ihr ihre Wünsche zu erfüllen und bekommt wieder einen vor den Deckel.

Mein Dad wird im Buch " nie mehr Mr Nice Guy" optimal beschrieben. Meine Mom war absolut überfordert mit uns- immer sehr emotional, weinerlich etc.

Also kam es zur Scheidung und einem Terminplan, der Auskunft gab, wann ich meinen Vater sehen "darf". Meine Geschwister waren "pflegeleichter und unkomplizierter" womit ich eher die Glaubenssätze besaß

-Ich bin nicht Ok

-Beziehungen funktionieren nicht

-Frauen sind schlecht

-Männer sind schwach

Keine Männlichen Vorbilder- Rebellion gegen Mutter-Lehrer-Schule etc.

 

Erste Beziehung hielt 3 Jahre. Als sie mich verließ war ich am Boden zerstört....Erkenntnis dass ich wie mein Vater war-Nice Guy. Die Erkenntnis kam von alleine.

Fing an zu kompensieren, indem ich mich optimieren wollte. Alles was Optik und Besitz betrifft, was zu Anerkennung und pseudo Selbstwert führte.( dachte es sei Selbstwert aber war abhängig von der Anerkennung anderer)

Mein Drang nach Kompensierung/Selbstoptimierung, mit der Einstellung "Beziehungen brauchst du nicht" und einer gewissen Gleichgültigkeit der Frauenwelt gegenüber, bewirkte dass ich verdammt viele Frauen abbekommen habe.

Viele habe ich verdammt schlecht behandelt, aber es funktionierte und hatte FB´s ONS´s ohne Ende.

Glaubenssatz- Nett sein lohnt sich bei Frauen eh nicht, Optik und Besitz sind alles

 

Das hin und her mit einer Frau war besonders aufregend. Jedesmal wenn sie Drama erzeugte, wechselte der Knopf in meinem Kopf "sei nicht dein Vater" womit ich Grenzen durchsetzte und in die Konfrontation ging....Darauf folgten dann immer Entschuldigungen, Versöhnungssex und für eine Weile war alles ok. Der verbliebene Nice Guy hat natürlich alles verziehen .... da ich das Gefühl hatte mich zu wehren, habe ich den Nice Guy nicht erkannt. Das sie Drama und Terror gemacht hat war ebenfalls ok, hat ja nur meine Glaubenssätze erfüllt- bzw. war wie meine Mutter

Das Wechselbad der Gefühle sorgte dafür, dass ich der Meinung war, dass das eine Gute Beziehung ist. Wir zogen zusammen und hatten Kinderwünsche

 

Via Abendschule begann ich mit Fort-und Weiterbildungen. Bekam im Job Verantwortung und habe angefangen, mich mit den Themen Kommunikation und Menschenführung zu beschäftigen. Zum Glück lernt man bei dem Thema recht schnell, dass es nicht um die Führung anderer geht, sondern das Führung bei mir selbst startet.

Zuhause funktionierte seither gar nichts mehr. Das hin und her machte mir kein Spaß mehr bzw. empfand ich es als ungesund. Hinterfragte immer häufiger was in meiner Beziehung passiert. Hinterfragte Freunde, die mir erzählten das so eine Weiterbildung nicht lohnenswert ist und ich doch eh keinen Job finden werde etc.

Sie wurde immer aggresiver und emotionaler. Vermutlich die Reaktion darauf, dass ich mich im Veränderungsprozess befand.

Streiterein gingen inzwischen so weit, dass sie mit Trennungen gedroht hatte, womit sie mich dann wieder in die Nice Guy Falle bekommen hatte und ich wieder zum Lappen wurde.

 

Ein Tag stellte sie mich im Streit vor die Wahl.Selbstverwirklichung in Arbeit/Beruf oder Sie und Familie, womit ich ihr dann alles Gute wünschte und es mit aller Konsequenz durchgezogen habe. Kontaktsperre-Wohnungssuche etc.

Seither pendel ich seit Jahren zwischen FB´s und FB+. Da bin ich scheinbar in meiner Komfortzone

 

 

 

 

 

 

bearbeitet von browbeat
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Am 12.1.2019 um 16:10 , Female_M schrieb:

Ich glaube, das Muster sitzt bei mir so tief und fest, das werde ich auch nicht mehr wegbekommen. Und ich frage mich, ob

das überhaupt möglich ist? Kann man dann wirklich jemand werden, der zehn Jahre und mehr in einer Beziehung sein kann?

Mir wird das a) schnell langweilig und b) weiß ich nicht, ob ich jemanden so nah an mich heranlassen möchte, dass er wirklich alles von mir weiß.

Allerdings kann es natürlich auch sein, dass diese Lebensart eher meiner unabhängigen, freiheitsliebenden Persönlichkeit geschuldet ist

Ich denke schon dass es möglich ist. Aber Veränderung braucht wie Aldous schon zeigt , Arbeit.

Du musst bereit sein was dafür zu tun und auch Risiken einzugehen.

Wenn dir schnell langweilig wird , hier gabs ja viele die gezeigt haben dass sie die Aufregung nicht mehr in der Achterbahn finden sondern in anderen Dingen.

Sport, Kunst , Musik, extremere Dinge wie Fallschirmspringen usw. , alternative Quellen für die Erfüllung dieses Bedürfnisses zu suchen ist elementarer Bestandteil um Tretbootfahren zu lernen.

Es gibt keine Garantie , für 5 10 oder 20 Jahre. Es erhöht nur die Wahrscheinlichkeit Zeit mit einem anderen Menschen langfristig stressfeier und gesünder zu verbringen.

Ein stück seiner Freiheit aufzugeben ist halt auch immer Teil des Deals. Diese "Langweile" ist auch ein Anzeichen dafür , dass man sein Leben nur mit dieser Gefühlsauf- und ab füllt. 

"Tun wir so, als hätten wir ne Chance".

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Das ist ein sehr bewegender Thread. Die meisten möchte ich drücken.

bearbeitet von Awakened
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vor 2 Stunden, Shangtsung schrieb:

Du musst bereit sein was dafür zu tun und auch Risiken einzugehen.

 

Das ist das Wichtigste. Man muss über seine eigenen Grenzen hinausgehen und genau das tun, wovor man so große Angst hat.

Es gibt da diesen bekannten Spruch: "Das Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone."

Ich zwinge mich teilweise regelrecht, rauszugehen. Mit Männern zu reden. Das können auch Bekannte von mir sein, egal.

Ich date Männer, ältere, jüngere, Hauptsache "üben". Und dann merkt man, dass es gar nicht so schlimm ist und dass das Gegenüber einem nichts wirklich "tun" kann. Dass die eigenen Ängste im Endeffekt unbegründet sind und man eine Menge Spaß haben kann, wenn man sie ignoriert.

Und was ist denn rational gesehen das "Schlimmste", was passieren kann? Eine Beziehung wird beendet. Auch das wird man überleben und allein das Wissen darum fördert den Selbstwert ungemein. Man hat im Endeffekt immer noch sich und das ist ein beruhigendes Gefühl.

Daher möchte ich nicht nur den Selbstwert als wichtige Basis für eine mögliche LTR und ein positives Lebensgefühl hervorheben,

sondern auch die Werte Akzeptanz und Selbstfürsorge.

Akzeptanz in dem Sinne, dass man die Vergangenheit nicht mehr ändern kann. Aber die Zukunft hat man (ein Stück weit) in der Hand.

Selbstfürsorge meint, dass man nach jeder Trennung, jedem Misserfolg weiß, dass man sich selbst hat und sich selbst etwas Gutes tun kann. Schwimmen gehen, zum Friseur oder zur Kosmetikerin. Mit Freunden treffen, verreisen. Man wird schon irgendwie klar kommen.

Wenn man das verstanden und umgesetzt hat, wagt man sich auch immer weiter in das unbekannte Terrain Tretboot vor.

 

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Puh, was für ein Thema...Das hebt sich wirklich mal von dem üblichen ab. Danke @Herzdame, dass du das ins Leben gerufen hast. Ich ziehe meinen Hut vor all den Beiträgen, in denen ihr euch so offenbart habt, Erfahrungen geteilt habt, euch offen gezeigt habt, authentisch eure Lebenserfahrungen geteilt habt. Ihr habt mich damit bereichert und ich habe großen Respekt und Anerkennung für eure Entwicklung unter teils härtesten Ausgangsbedingungen. Ich möchte dieser Tage auch noch etwas dazu schreiben, möchte aber die einzelnen Beiträge erst mal sacken lassen.

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Wow. Das ist ein wirklich bewegender und toller Thread. Ich habe Gänsehaut und manchmal habe ich ein, zwei Tränen beim Lesen vergossen.

Ich möchte nun auch meinen Teil zu der Thematik beitagen, auch wenn ich sehr unsicher bin, das wird persönlich und bisher habe ich hier im Forum viel über meine FBs erzählt, wenig über mich und meine Beziehung...

Phuu...

Was mein Elternhaus angeht, erkenne ich Überschneidungen mit Vielem von dem, was ihr schreibt und das ist sicher kein Zufall. Besonders das, was @Magnetism beschrieben hat. Zwar haben meine Eltern keinen Hang zum Alkohol, aber in meiner Familie werden Bedürfnisse und Gefühle nicht offen kommuniziert. Es wird immer sehr viel geredet, aber niemand sagt etwas. Wirklich Wichtiges oder Unangenehmes wird totgeschwiegen. Also war ich immer darauf angewiesen, non-verbale Signale zu deuten, ich kann sehr gut Stimmungen und Gefühle anderer Menschen "erahnen". (Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass das eine Störung ist???) Natürlich hat das große Vorteile: beruflich profitieren ich davon und auch in Freundschaften. Aber es führt auch dazu, dass ich weniger bei mir bin... ich fokussiere mich so sehr auf die Empfindungen und Signale anderer, dass meine eigenen Empfindungen hinten anstehen. Und auch für meine Freundin ist es schwer. Alle 5 Minuten frage ich "ist alles ok? Was ist los?" Beobachte sie beim Fernsehgucken, ihre Mimik etc. Warum? Weil ich Sorge habe, die Stille bedeutet, da ist was nicht in Ordnung und ich muss erraten was. Das zu verstehen und zu kommunizieren hat uns beiden geholfen. Klar nervt es sie ein bisschen, aber sie weiß, das ist nur, weil ich sicher gehen will, dass halt alles ok ist. 

Ich habe für mich sehr daran gearbeitet, Dinge/meine Gefühle festzustellen und zu kommunizieren. Von FBs bekomme ich oft die Rückmeldung, dass sie meine offene, direkte Kommunikation beeindruckt. Witzig, dass ich plötzlich an Menschen gerate, die das schätzen und selbst praktizieren, Gruß an @Doc Dingo 🙂

Es würde jetzt zu weit führen, jeden Murks aus meinem Heranwachsenden aufzuzählen, zusammengefasst kann ich festhalten, ich hab von meinen Eltern folgende Mindsets mitbekommen: "die Welt ist ein gefährlicher, gemeiner Ort, wo dir alle nur Schlechtes wollen" "irgendwie bist du selbst daran Schuld" "Man (ich) verdient nur Gutes als Belohnung, wenn man vorher durch die Scheiße gegangen ist und hart für Erfolg gearbeitet hat"

Was denkt ihr... fahre ich wohl gerne Achterbahn in Beziehung?

Meinen ersten "richtigen" Freund, mit dem ich knapp 2 Jahre zusammen war und der mich auch entjungfert hat, habe ich kurz vor meinem 18. Geburtstag kennengelernt. Ich habe ihn direkt am 2. Abend betrogen. Naja, wir kannten uns damals auch erst 3 Tage, heute würde ich nie so schnell eine Beziehung eingehen, aber damals war das eben so. Ich hätte da schon ahnen können, dass Monogamie nicht so meins ist, aber daran habe ich nicht gedacht damals. Jetzt gerade kommt mir zum ersten Mal in meinem Leben der Gedanke, dass ich damals nur Angst vor Nähe hatte und sich das Fremdgehen darin begründet? WTF? Ich muss darüber nachdenken...

Jedenfalls war diese Beziehung toxisch im reinsten Bilderbuchsinne... gegenseitige körperliche Gewalt (nicht, weil ich das von irgendwem gelernt hätte, wie es bei vielen ist. Sondern aus der puren Unfähigkeit, meine Bedürfnisse zu kommunizieren und meine Grenzen verbal zu wahren). Schuldzuweisungen, Selbstverletzendes Verhalten (ich) und Drogenmissbrauch (er) und erneute Schuldzuweisungen, Eifersucht und Überwachung, Großartiger Sex (kA ob ich das heute noch so sehen würde?). Irgendwie klingt es dramatischer, als es war, aber wir haben uns klein gehalten und gegenseitig am Wachstum gehindert. 

Nachdem diese Beziehung dann endlich vorbei war und auch sexuell der Knoten geplatzt war, freute ich mich darauf, endlich diese Phase des Hörnerabstossens zu beginnen... aber bevor es dazu kam, lernte ich meine jetzige Freundin kennen und auch wenn ich es diesmal viel langsamer angehen lies, verliebten wir uns und kamen bald zusammen. 

Gerade am Anfang war ich oft irritiert, weil ich "normales" Verhalten nicht kannte. Als ich das erste Mal mit einer guten Freundin Kaffeetrinken ging am Nachmittag sagte meine Freundin "viel Spaß! Wenn du Lust hast, melde dich doch heute Abend bei mir" und dann... nichts... keine Anrufe während des Treffens, keine Vorwürfe, keine Eifersuchtszenen. Da habe ich mich schon gefragt, was los ist. Das hat mich irritiert. Irgendwann gewöhnte ich mich daran, gut behandelt zu werden.

Das heißt aber nicht, dass die Beziehung von Beginn an eine Tretbootbeziehung war. Im Gegenteil, wir sind sehr, sehr krass Achterbahn gefahren und tuen es manchmal noch. Aber man kann auch in einer bestehenden Beziehung die Dynamik ändern, da bin ich sicher  @Herzdame. Bestimmt ist es der schwerere Weg, weil vergessen komplizierter ist als neu lernen von Null. Aber ich glaube schon, dass es möglich ist, wenn beide daran arbeiten. Was heißt glauben - ich erlebe es ja.

"Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen" ob das jetzt von Goethe oder Tucholsky ist... da ist was dran!

Was eine Achterbahnfahrerin antreibt und an guten Zeiten irritiert, ist hier schon sehr treffend beschrieben worden, deswegen versuche ich mich kurz zu halten. Es ist das Mißtrauen, dass die aktuelle Ruhe nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm ist, das diffuse Gefühl, irgendwas stimmt da nicht. 

Hat man erkannt, wie man tickt, kann man besser damit umgehen. Eine der Fragen war ja, wie man das aushalten kann. Ich halte bewusst inne, wenn ich wieder hirnficke und kurz davor bin, Drama zu machen. Ist das, was mich gerade stört wirklich das, worum es mir geht? Oder steckt etwas anderes dahinter? Wenn ich vermute, dass ich mich selbst sabotiere, weil ich - im wahrsten Sinne des Wortes - mein Glück nicht fassen kann, dann sage ich mir selbst "ich verdiene, dass es mir gut geht, es ist alles ok, ich darf glücklich sein" meistens will ich mich dann doch nicht mehr trennen, obwohl meine Freundin mintfarbene Vorhänge will und ich türkise!

Ein ganz wichtiger Punkt ist eben das Selbstwertgefühl. Je mehr man sich selbst achtet, desto mehr machen es die anderen. Wenn ich überzeugt bin, ein Recht zu haben,  respektiert zu werden und glücklich zu sein, dann fordere ich Respekt ein und akzeptiere es, wenn es mir gut geht. Ich denke, das ist die Formel. In der Theorie sehr simpel, in der Praxis auch mal schwer. 

Viele hier schreiben, dass sie in ihrer Rumhurphase Abenteuer erlebt haben und dann irgendwann zur Ruhe kamen und dann das Tretboot genießen konnten. Ich hatte diese Phase eben nie und denke immer, wenn ich mich endlich mal ausgetobt hätte, könnte ich so eine stabile Zweisamkeit besser genießen... aber vermutlich ist man nie fertig mit Austoben sondern - wie immer im Leben - trifft irgendwann eine Entscheidung... wie seht ihr das?

Ps: das was du @scheinheilige zum Ende hin beschreibt, ist so schön! Für mich klingt das nach Bilderbuch Happy End 🙂

bearbeitet von DarkKitty
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Am 5.2.2019 um 12:44 , DarkKitty schrieb:

aber vermutlich ist man nie fertig mit Austoben sondern - wie immer im Leben - trifft irgendwann eine Entscheidung... wie seht ihr das?

Also ich würde mich tatsächlich als „fertig mit Austoben“ bezeichnen.  Reizt mich nicht mehr.

ich gehöre aber ja eh zu der Fraktion, die Sex mit Fremden / neuen Partnern vor allem sehr anstrengend findet. Richtig Spaß macht’s mir erst, wenn man eingespielt ist. Also macht’s für mich einfach überhaupt keinen Sinn gezielt (für mich) schlechten Sex zu haben. Den nehme ich nur in Kauf, wenn die Perspektive da ist, dass es was regelmäßiges wird. Bei allem anderen bleib ich bei knutschen, darreicht völlig aus und macht mir sogar mehr Spaß als Sex mit Fremden.

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vor 26 Minuten, DarkKitty schrieb:

Interessant... ich ticke da ganz anders... die ersten Male sind meistens die besten 🤔

Wegen "alles neu und überraschend"?

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Ja, vermutlich. Und weil man(n) sich da ja auch immer am meisten Mühe gibt. Und wenn ich dann auch oft ne Weile keinen Schwanz hatte, ist das wieder was ganz Besonderes 🙂

Aber klar, viel macht eben das Unbekannte aus, dass man noch nicht weiß, was so kommt. Es spielt sich doch recht schnell eine Art Routine ein, sobald man weiß, was der andere mag. Und ich bin auch nicht so zurückhaltend zu Beginn, ich hatte das vielleicht ein oder zwei Mal, dass der erste Sex etwas krampfig oder unbeholfen war. Sonst ist er von Beginn an gut. 

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