Freundin schlittert in Depressionen

20 Beiträge in diesem Thema

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1. Dein Alter: 23

2. Ihr/Sein Alter: 24

3. Art der Beziehung: monogam 

4. Dauer der Beziehung: 5 Monate

5. Dauer der Kennenlernphase vor LTR: 4-5 Monate

6. Qualität/Häufigkeit Sex: bis auf kleine Ausnahmen immer wenn wir uns sehen; Qualität nicht zu bemängeln

7. Gemeinsame Wohnung? Nö

8. Probleme, um die es sich handelt: siehe unten

 

 

Hey Leute, 

 

ich muss mich an euch wenden, weil mir dieses Thema doch auf dem Nerv brennt.

Meine Freundin hat gerade eine schwierige Phase, sie sagt, es gehe ihr richtig beschissen. Sie sehe an allem nur das Negative und könne sich für nichts mehr motivieren. Anfangs dachte ich, dass das vorbeigeht und habe es auf das Studium geschoben: Wir studieren beide Jura, stehen kurz vorm ersten Staatsexamen und dadurch, dass das Examen knüppelhart ist und man ggf. nach 5 Jahren Studium nur mit nem Abi da steht, hatte es mich auch nicht gewundert, dass man mal streckenweise etwas die Motivation verliert. Dazu kommt, dass ihre besten Freunde so langsam alle wegziehen und sie sich nur noch selten mit ihnen treffen kann. Zu Leuten aus der Uni kann sie nicht so eine starke Bindung aufbauen. Hat früher aktiv Mannschaftssport gespielt, mittlerweile aber „keine Hobbies“ mehr.

Sie nimmt noch an einer universitären psychologischen Behandlung teil, die ihrer Aussage nach jedoch nicht viel hilft. Von professioneller Hilfe sieht sie ab, da sie fürchtet, deswegen später keine Anstellung beim Staat zu bekommen.

Bin ich in ihrer Gegenwart, merke ich kaum was von ihren heftigen Emotionen, wobei ich sagen muss, dass ich auch naturgemäß einer fröhlicher Typ bin und dann auch bei ihr für gute Laune sorge. Es war wirklich bis jetzt eine sehr schöne Zeit mit ausschliesslich Harmonie, keinen Streitigkeiten, keinem Rumgezicke. 

Ich versuche mit ihr über das Thema auch zu reden, merke aber, dass ich bei diesem Thema an meine Grenzen komme. Ich weiss dann auch teilweise nicht, was ich ihr in so einer Situation sagen oder raten soll, denn ich kann mich dort nicht so recht reinversetzen. Das mit dem in Leute reinversetzen ist bei mir auch generell ein Problem habe ich das Gefühl.
Bei mir sieht’s komplett gegenteilig aus: ich bin zwar beispielsweise zielstrebig, was das Studium angeht, mache mir aber keinen Kopf darüber was passiert, wenn ich nicht bestehen sollte. Und ich glaube dadurch läufts auch ganz in Ordnung. 

Gestern Abend waren wir mit ihrer besten Freundin noch in einer Kneipe und als meine Freundin kurz auf Toilette war, meinte ihre Freundin, dass bei ihr wirklich kurz vor 12 wäre, sie ihr Dinge erzählt habe, die dafür gesorgt haben, dass sie sie kaum wieder erkannt habe. Sie brauche jemanden, der ihr zeigt, dass er für sie da ist. Aber wie geht das? 

Das alles klingt auch nach ziemlich niedrigem Selbstbewusstsein in gewissen Bereichen. Sollte ich ihr mal evtl. etwas Literatur mitgeben? Ich habe hier noch „Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls“ und „Jetzt!“, welche definitiv auf meinem Lebensweg gut getan haben.

Sie teilte mir mit, dass sie schon einmal eine solche beschissene Phase hatte, dort aber wieder rauskam. Das müsste die Zeit gewesen sein, als sie sich von ihrem Ex-Freund getrennt hat; deshalb frage ich mich ob ich vielleicht Teil des Problems sein könnte 😅

 

Was denkt ihr darüber? Habt ihr irgendwelche Ratschläge wie ich mit der Situation besser umgehen kann und auch ggf. ihr etwas unter die Arme greifen kann? 

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Du kannst da garnichts machen außer das du Verständnis hast. Was mir persönlich hilft ist viel Zeit in der Natur zu verbringen wenn ich down bin. Vielleicht geht ihr beide mal Wandern oder so. Da kommt man auf andere Gedanken und kann die eigene Situation besser einschätzen.

Deine Freundin soll sich dringend professionelle Hilfe holen wenn es tatsächlich 5 vor 12 ist. Ne erfolgreiche Selbstmörderin wird auch nicht von Staat angestellt...

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vor 2 Stunden, kkiok schrieb:

Sie nimmt noch an einer universitären psychologischen Behandlung teil, die ihrer Aussage nach jedoch nicht viel hilft. Von professioneller Hilfe sieht sie ab, da sie fürchtet, deswegen später keine Anstellung beim Staat zu bekommen.

Aus der Ferne ist es natürlich schwer (zumal ausgehend von Informationen aus zweiter Hand), den Schweregrad ihrer Symptome auch nur halbwegs einzuschätzen. Was du so schilderst, könnte allerdings durchaus auf eine depressive Episode hindeuten. Ich würde deiner Freundin auf jeden Fall raten, das Ganze von einem Arzt oder einem Therapeuten diagnostisch abklären zu lassen und ggf. auch eine Therapie und/oder medikamentöse Behandlung ernsthaft in Betracht ziehen. Die möglichen negativen Auswirkung auf eine Anstellung im Staatsdienst würde ich hier an zweiter Stelle sehen. Gesundheit geht immer vor! Ich will zwar keine Panik verbreiten, aber Depressionserkrankungen (was allerdings auch ausdrücklich sehr schwere Formen einschließt) verkürzen die Lebenserwartung eines Menschen im SCHNITT um ca. 10 Jahre (höheres Suizidrisiko, Vernachlässigung der eigenen Gesundheit sowie psychischer und physischer Stress), d. h. in etwa so viel wie das Rauchen. Nur um zu zeigen, dass das keine Lappalie ist.

Nun zu den Befürchtungen deiner Freundin:

Im schlimmsten Falle bliebe ihr die Verbeamtung verwehrt - so what? Dann kann sie immer noch als Angestellte arbeiten (ob sie überhaupt verbeamtet wird, ist auch ohne psychische Erkrankung im Lebenslauf nicht gewiss) und/oder ihr Glück bei anderen Dienstherren probieren! Leichte/mittelschwere depressve Episoden - zumal wenn sie sich mit Prüfungsstress begründen lassen - sollten heute allerdings kaum noch ein Ausschlusskriterium für die Beamtenlaufbahn sein. Fast jeder Fünfte erkrankt im Laufe seines Lebens mindestens einmal an einer Form der Depressionserkrankung. Betrachtet man psychische Erkankungen insgesamt, so ist allein innerhalb eines einzigen Jahres mehr als jeder Vierte Deutsche mindestens einmal betroffen. Psychische Erkrankungen sind zunehmend gesellschaftlich akzeptiert und das gilt bzw. sollte auch zunehmend für Personalentscheider im Staatswesen gelten. Bei schweren Erkrankungen (insbesondere solchen, die dauerhafter Natur sind wie bspw. Persönlichkeitsstörungen) sieht das in bezug auf den Beamtendienst freilich anders aus, aber (die meisten) Depressionserkrankungen heißen heute nicht umsonst depressive EPISODEN. Eben weil sie nur temporär auftreten und vor allem ein einmaliges Vorkommen praktisch keine Prognosekraft für die Zukunft besitzt.

Auf der anderen Seite ist die Problematik mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhang mit einer Anstellung im Staatsdienst auch den meisten Therapeuten bewusst und wenn man da seine Sorgen von Beginn an offen kommuniziert, lassen sich einige Therapeuten auch darauf ein, eine mildere bzw. abgeschwächte Diagnose zu stellen, um dem Patienten diesbezüglich möglichst keine Steine in den Weg zu legen.

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vor 15 Stunden, kkiok schrieb:

Von professioneller Hilfe sieht sie ab, da sie fürchtet, deswegen später keine Anstellung beim Staat zu bekommen.

Abgesehen davon, dass man als guter Jurist nicht unbedingt beim Staat arbeiten muss, geht die Gesundheit vor.

Wie wäre es denn mal mit etwas Pause? Also so ein oder zwei Wochen zum Runterkommen. In der Examensvorbereitung kriegen viele Nachwuchsjuristen psychische oder psychosomatische Symptome. Irgendwann braucht der Kopf halt auch Abstand.

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vor 23 Stunden, kkiok schrieb:

Das alles klingt auch nach ziemlich niedrigem Selbstbewusstsein in gewissen Bereichen. Sollte ich ihr mal evtl. etwas Literatur mitgeben?

In einer sowieso stressigen Phase eher nicht. Bevor sich da Veränderungen einstellen, dauerts Monate. Und meist wirds erstmal schlechter, bevors besser wird.

Mittel der Wahl wären eher Entspannugn und Unterstützung. Gönnt euch oft Auszeiten. Muss nicht lange sein. Eher öfters. Täglich ne angenehme Mitagspause und nen Abendspaziergang bringen auf Dauer mehr, als 2 Monate Urlaub. Sowohl für dich, als auch für sie.

Ansonsten können auch Lebensberatungen helfen. Gibts bei freien Trägern. Caritas, SKFM, Diakonie, AWO, usw. Das sind inzwischen durch die Bank ausgebildete Therapeuten, die durchaus nicht schlechter sind, als Niedergelassene. Beratung ist kostenlos und unterliegt der Verschwiegenheitspflicht.

Falls ihr besser betucht seid, könnt ihr euch auch einen psychologischen Psychotherapeuten als Supervisor oder Coach buchen. Könnt ihr dann von der Steuer absetzen und im Lebenslauf positiv vermerken.

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Hey Leute, ich wollte ich mich mal melden und einen Zwischenstand geben.

Wir sind immer noch zusammen und die Beziehung verläuft zwischen uns sehr harmonisch, es gibt so gut wie keine Streitereien, höchstens mal eine Meinungsverschiedenheit, welche aber nicht der Rede wert sind.

Meine Freundin hat ihre Examensvorbereitung durchgezogen so gut es ging und hat vor zwei Wochen ihren ersten Versuch abgelegt. Das Problem mit ihren Depressionen hat sich allerdings um einiges verstärkt. Das führte sogar so weit, dass sie aufgrund von Panikattacken, Heulkrämpfen und Suizidgedanken für die letzten Wochen vorm Examen zurück zu ihren Eltern gezogen ist. In der Zeit hat sie verschiedene, teils starke Medikamente genommen. Momentan nimmt sie nur Antidepressiva. Auch konnte ich ihr in der Zeit keine große Hilfe sein, weil ich mich selbst auf meinen Verbesserungsversuch vorbereitet habe; wir haben also das gleiche Examen geschrieben. Das Problem ist aber, dass sie sich ziemlich sicher ist, dass sie durchgefallen ist. Sie konnte sich in den Klausuren nicht konzentrieren, hatte Blackouts. Bei mir dagegen liefs super, vielleicht nicht so gut wie beim ersten Versuch, insgesamt bin ich aber zufrieden. Das versunsichert sie.

Ihre Stimmung wird seitdem besser und auch muss sie kaum noch weinen, wenn sie jetzt gerade nicht an ihr Examen denkt. Wenn sie ihren Abschluss aber haben will, muss sie logischerweise nochmal ran und sie hat Angst, dass sie dann wieder in so ein extremes Loch fällt. Momentan besteht ihr Alltag darin, von einem Therapeuten zum nächsten zu rennen, um eine ordentliche Therapie zu finden. Auch einen Termin beim Psychiater hat sie, allerdings erst im August.

Immerhin konnte ich und ihre Familie sie kurze Zeit nach meinem Eingangspost dazu bewegen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Bisher war sie seit ca. 8 Monaten in regelmäßigen Abständen bei einer Therapeutin. Viel hat das allerdings nicht gebracht.

Ich „traue“ mich kaum mit ihr über meine Zukunftspläne zu reden. Mein Plan ist es, nächstes Jahr noch einen Master im Ausland zu machen und anschließend das Referendariat in einem anderen Bundesland zu absolvieren. So langsam würde ich gerne mit ihr mal darüber reden, allerdings hab ich Schiss, dass es das noch schlimmer macht. Ich weiß nicht wie sie es finden wird, wenn ich ein ganzes Jahr weg bin, anschließend dann noch in einem anderen Bundesland lebe und sie evtl. immer noch mit ihrem ersten Examen zu kämpfen hat. Die Entscheidung mit dem Ausland steht aber, das lasse ich mir von nichts und niemand ausreden.

Insgesamt hab ich Bedenken, dass sich unsere Beziehung in verschiedene Richtungen entwickelt. In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich auch überfordert gefühlt. Fühl ich mich auch jetzt etwas; sie möchte sich evtl. im Laufe des Jahres in eine Klinik einweisen lassen. Das ist schon harter Tobak.

Allerdings ist sie wirklich ein toller Mensch, ich bin super zufrieden. Ich bin nur überfragt, wie das ganze weitergehen soll.

Was meint ihr?

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vor 14 Stunden, kkiok schrieb:

Fühl ich mich auch jetzt etwas; sie möchte sich evtl. im Laufe des Jahres in eine Klinik einweisen lassen. Das ist schon harter Tobak.

Das wäre möglicherweise hilfreich, wenn sie ansonsten nicht zurecht kommt. Ein paar Wochen konzentrierte Arbeit an Problemen kann sinnvoll sein, vorausgesetzt, die Klinik macht nicht nur medikamentöse Ruhigstellung, sondern ordentliche Therapie. Ist schwer, aus der Ferne sinnvolle Hilfen zu geben, aber: Helfen ihr Dinge wie Achtsamkeitsarbeit, Tagesstruktur, Sport, eventuell künstlerische Arbeit? Was tut Ihr, um Distanz zur Juristerei zu bekommen?

vor 14 Stunden, kkiok schrieb:

Allerdings ist sie wirklich ein toller Mensch, ich bin super zufrieden. Ich bin nur überfragt, wie das ganze weitergehen soll.

Das ist normal. Sehr wichtig für Dich: Als Partner kannst Du sie nicht therapieren und bist nicht dafür verantwortlich, dass sie Depressionen hat.

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Wir haben uns schon vorm Examen eine Liste mit Aktivitäten erstellt, die wir danach abarbeiten wollen. 

Wir gehen viel spazieren, fahren Fahrrad, waren letzte Woche Squash spielen, um auch mal ne neue Sportarten kennenzulernen. Allerdings fallen jetzt Sachen wie auf eine Kunstausstellung zu gehen wegen Corona zur Zeit flach. Auch einen Kurztrip kann man gegenwärtig knicken. 

Sie ist tatsächlich auch an künstlerischen Tätigkeiten interessiert. Hin und wieder trifft sie sich mit Freunden, um irgendwas kreatives zu malen oder zu basteln, das scheint ihr zu helfen. 

Achtsamkeitsübungen sind ihr auch geläufig, es fällt ihr allerdings schwer aus diesen negativen Gedanken rauszukommen bzw. an etwas anderes zu denken.

vor 53 Minuten, Geschmunzelt schrieb:

Das ist normal. Sehr wichtig für Dich: Als Partner kannst Du sie nicht therapieren und bist nicht dafür verantwortlich, dass sie Depressionen hat.

Ja, ich weiß...ich finde es nur mies, dass sie das ganze so mitnimmt. 

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War sie beim Arzt?

Was du erzählst klingt wie meine Geschichte. Durch den Stress des Studiums und der Examensvorbereitung habe ich wohl Hashimoto entwickelt und wenn sich das schleppt und sich weiter manifestiert, dann ist die Symptomatik echt dramatisch. Sie soll unbedingt zum Arzt (Endokrinologe) gehen und die SD-Werte untersuchen lassen.

 

LG

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Hey!:) erstmal super, dass du überlegst, was du machen kannst. Das klingt auf jeden Fall nach Empathie.

Ich hatte selbst über ein halbes Jahr mittlere/schwere Depressionen und nehme seit zehn Monaten Antidepressiva.

 

Das klingt bei deiner Freundin sehr nach Depression. Ich bin kein Arzt, aber ich erkenne viele Symptome von mir selbst wieder.

Am 20.4.2019 um 08:28 , kkiok schrieb:

Ich versuche mit ihr über das Thema auch zu reden, merke aber, dass ich bei diesem Thema an meine Grenzen komme. Ich weiss dann auch teilweise nicht, was ich ihr in so einer Situation sagen oder raten soll, denn ich kann mich dort nicht so recht reinversetzen.

Das ist verdammt schwer. Depression ist von außen einfach wahnsinnig schwer nachzuvollziehen. Liegt also nicht an dir. Vielleicht hilft dir das: Stell dir deine Gefühle wie ein Faß vor. Wenn du wahnsinnig gut drauf bit, ist das Faß voll mit Glückshormonen. Und wenn du wahnsinnig traurig bist, ist das Faß voll mit Traurigkeit. Bei einer Depression ist das Faß immer voll mit Traurigkeit. Und das Faß ist immer voll. Du gehst joggen, es ist voll. Du duschst, es ist voll. Die Sonne scheint, es ist voll. Du schläfst ein, es ist voll. Du wachst auf, es ist voll. Durchgehend mit sehr wenigen Schwankungen, bis du wieder einschläfst. Das ist ein ungeheurer Druck, den man spürt. Wie auf Ecstasy, nur genau andersrum. Und das über Tage, Wochen, Monate. Du bist dann so ausgelaugt und ohne Energie, da du die ganze Zeit mit viel zu viel negativen Emotionen zu kämpfen hast.

Am 20.4.2019 um 08:28 , kkiok schrieb:

Von professioneller Hilfe sieht sie ab, da sie fürchtet, deswegen später keine Anstellung beim Staat zu bekommen.

Ich weiß nicht, wie das bei deiner Freundin ist, also welche Stelle sie will. Aber ich arbeite für den Staat und der weiß es auch nicht. Ich habe beim Staat angefangen, nachdem ich die Antidepressiva schon 4 Monate genommen habe.

Zitat

Das alles klingt auch nach ziemlich niedrigem Selbstbewusstsein in gewissen Bereichen.

Das ist eine mögliche Begleiterscheinung einer Depression. Niedriger Selbstwert und übertriebene Schuldgefühle z.B. Bücher zu Selbstwert helfen da erstmal nicht.

 

Sondern was sie braucht, ist professionelle Hilfe(Therapie) und gegebenenfalls Medikamente.

 

Da sie gerade echt wenig Energie hat, kannst du ihr vielleicht helfen bzw. sie unterstützen, indem du ihr anbietest, dich über mögliche Therapien zu informieren. Wo kann sie hingehen? Wie kann sie ein Erstgespräch vereinbaren? Kannst du für sie(mit ihrem Wissen und ihrer Einwilligung) einen Termin vereinbaren? Kann sie vielleicht erstmal telefonisch Kontakt aufnehmen? Telefonisch mit einem/einer Psychologen/in sprechen?

Versuch ihr den Weg zur Therapie so einfach wie möglich zu machen - wenn sie will.

 

 

Ich hoffe, ich konnte dir helfen und habe hier nichts falsches geschrieben. Aus meiner Perspektive macht das so am meisten Sinn.

Alles Gute Dir und Deiner Freundin!

 

 

bearbeitet von PU_Azubi
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Am 16.3.2020 um 17:50 , kkiok schrieb:

Bisher war sie seit ca. 8 Monaten in regelmäßigen Abständen bei einer Therapeutin. Viel hat das allerdings nicht gebracht.

Inwiefern?

Du hast ja geschrieben, dass deine Freundin Medikamente bekommen hat, bei verschiedenen Ärzten war und über einen stationären Aufenthalt nachdenkt, ect.
Vielleicht kannst du das ja noch ein wenig näher beschreiben. Würde gern verstehen, inwieweit sie bereits Hilfen in Anspruch genommen hat und da in ein Hilfssystem eingebunden ist?

 

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Und nochmal die Frage:

Wie verhütet ihr???? 

Hormonelle Verhütung löst oft Depressionen aus, wesentlich öfter als Ärzte oder der Beipackzettel vermuten. Ich selbst hatte mehrere Jahre mit schweren Depressionen zu kämpfen, die erst richtig weg waren, als ich die Hormone abgesetzt hab. Falls Sie in der Zeit nach der Trennung vom Ex keine Hormone genommen hat, könnte das auch die Erklärung sein, warum sie aus dem Loch raus kam, und mit der neuen Beziehung (und wieder Hormonen) wieder rein fiel.

Klär das unbedingt mit ihr ab! Und auch der Weg, die Schilddrüse zu überprüfen, ist wahnsinnig wichtig! 

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Wartet mal die Ergebnisse ab. Wenn sie nicht um vier Punkte kämpfen muss sondern sicher in die mündliche gehen kann, fällt der ganze Stress danach von einem hab. Das erste ist halt n harter Cope, besonders wenn man sich das unbedingte Ziel gesetzt hat, VB zu bekommen. 
 

Das der Markt für Juristen derzeit top ist, hilft einem da gedanklich eigentlich schon. 

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Hallo @kkiok,

erstmal finde ich es richtig toll, dass du dich ein Jahr später hier nochmal meldest. Vielen Dank!

Im Grunde habe ich bzgl deiner Freundin nix Neues zu sagen. Das wurde hier schon hinreichend getan. Was mir im Thread aber fehlt, ist der Fokus auf deine Person.

Denn für dich war es sicher auch kein leichtes Jahr. Deine Freundin hat Hilfe durch dich, die Familie und Therapeuten gehabt. Du hingegen warst in der gleichen Prüfungssituation mit guten Ergebnissen UND hast dich zeitgleich auch noch um deine kranke Freundin gekümmert. Das verdient ein dickes RESPEKT! denn deine Leistung und Courage sollten hier nicht übersehen werden. 

Auch finde ich es gut, dass du 1. Ziele für deine Zukunft hast und 2. diese auch nicht zur Diskussion stellst. Denn deine Karriere ist der Schlüssel zum privaten Glück. Deine Freundin kann von heute auf morgen meinen, dass du keinen Platz mehr in ihrem Leben verdienst und verschwinden (bei der Erkrankung sogar recht wahrscheinlich). Aber was dich nie verlässt ist dein Invest in eine gute Ausbildung und Karriere. Damit baust du dir heute das Fundament für ein unabhängiges und glückliches Leben auf. Daher halte daran fest!

Und ja, ich verstehe dass diese Pläne deiner Freundin sicher nicht schmecken werden, aber irgendwann musst du damit raus. Einerseits verdient sie die Wahrheit und andererseits kann man sie nun auch nicht (zu deinem Nachteil) ihr ganzes Leben lang in Watte packen. Erst recht nicht später in der realen Welt nach der Komfortzone Uni.

Möglich, dass sie die Prüfung verhaut und letztlich ihr Studium scheitert. Das ist nicht schön, aber passiert nicht wenigen. Und das ist auch gut so, um fähige Juristen von den Unfähigen zu trennen. 

Es kann nunmal nicht jeder bestehen. Und wenn deine Freundin hier nicht gegensteuern kann oder will (z.B. durch einen stationären Aufenthalt), dann ist es richtig wenn sie jetzt das STOP-Schild bekommt, statt in der echten Welt an den alltäglichen Hürden ihres Berufs zu verzweifeln. 

Will sagen: Vielleicht ist das Studium nichts für sie (Jura ist bis zum Examen ja eher solala schwer), was sie evtl. einfach nur mal einsehen müsste?

Beste Grüße und dir viel Kraft. 

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Am 18.3.2020 um 17:14 , PU_Azubi schrieb:

 

Das ist verdammt schwer. Depression ist von außen einfach wahnsinnig schwer nachzuvollziehen. Liegt also nicht an dir. Vielleicht hilft dir das: Stell dir deine Gefühle wie ein Faß vor. Wenn du wahnsinnig gut drauf bit, ist das Faß voll mit Glückshormonen. Und wenn du wahnsinnig traurig bist, ist das Faß voll mit Traurigkeit. Bei einer Depression ist das Faß immer voll mit Traurigkeit. Und das Faß ist immer voll. Du gehst joggen, es ist voll. Du duschst, es ist voll. Die Sonne scheint, es ist voll. Du schläfst ein, es ist voll. Du wachst auf, es ist voll. Durchgehend mit sehr wenigen Schwankungen, bis du wieder einschläfst. Das ist ein ungeheurer Druck, den man spürt. Wie auf Ecstasy, nur genau andersrum. Und das über Tage, Wochen, Monate. Du bist dann so ausgelaugt und ohne Energie, da du die ganze Zeit mit viel zu viel negativen Emotionen zu kämpfen hast.

Ich weiß nicht, wie das bei deiner Freundin ist, also welche Stelle sie will. Aber ich arbeite für den Staat und der weiß es auch nicht. Ich habe beim Staat angefangen, nachdem ich die Antidepressiva schon 4 Monate genommen habe.

 

 

Danke, das ist wirklich ein gutes Beispiel, damit kann man es sich halbwegs vorstellen. Ihr Traumberuf ist halt Richterin, aber das wird ohne ordentliches Examen sowieso nix...Den Gedanken hat sie auch schon weitgehend aus ihrem Kopf gestrichen.

 

Wie läuft denn eine Therapie so ab? Einmal die Woche ein Gespräch und Zuhause noch irgendwelche "Übungen"?

Am 19.3.2020 um 21:18 , Lillith schrieb:

Inwiefern?

Du hast ja geschrieben, dass deine Freundin Medikamente bekommen hat, bei verschiedenen Ärzten war und über einen stationären Aufenthalt nachdenkt, ect.
Vielleicht kannst du das ja noch ein wenig näher beschreiben. Würde gern verstehen, inwieweit sie bereits Hilfen in Anspruch genommen hat und da in ein Hilfssystem eingebunden ist?

 

 

Ihre Schwester hat in der Zeit eine Liste mit Therapeuten zusammengestellt. Die hat sie teilweise schon abgearbeitet und Termine für Erstgespräche vereinbart. Momenten hat sie einige Erstgespräche, scheint aber einen sympathischen, ich glaube Psychologen, gefunden zu haben. Dort hatte sie aber erst ein Gespräch, es geht also quasi jetzt erst "richtig" los. 

Das mit dem stationären Aufenthalt in einer Klinik ist momentan nur ein Gedanke. In dieser Hinsicht hat sie sich noch nicht wirklich informiert.

Jetzt, wo das Examen erst mal rum ist, geht es ihr direkt auch viel besser. Klar, sie hat immer noch viele negative Gedanken, Albträume über das Examen, aber ihre Grundstimmung ist eine ganz andere. 

Am 20.3.2020 um 10:34 , Nahilaa schrieb:

Und nochmal die Frage:

Wie verhütet ihr???? 

Hormonelle Verhütung löst oft Depressionen aus, wesentlich öfter als Ärzte oder der Beipackzettel vermuten. Ich selbst hatte mehrere Jahre mit schweren Depressionen zu kämpfen, die erst richtig weg waren, als ich die Hormone abgesetzt hab. Falls Sie in der Zeit nach der Trennung vom Ex keine Hormone genommen hat, könnte das auch die Erklärung sein, warum sie aus dem Loch raus kam, und mit der neuen Beziehung (und wieder Hormonen) wieder rein fiel.

Klär das unbedingt mit ihr ab! Und auch der Weg, die Schilddrüse zu überprüfen, ist wahnsinnig wichtig! 

Wir verhüten mit Kupferball ohne Hormone. Auf die Schilddrüsenwerte habe ich sie auch schon angesprochen. Ihrer Aussage nach hat sie die bereits checken lassen.

Am 20.3.2020 um 10:41 , Bud_Fox schrieb:

Wartet mal die Ergebnisse ab. Wenn sie nicht um vier Punkte kämpfen muss sondern sicher in die mündliche gehen kann, fällt der ganze Stress danach von einem hab. Das erste ist halt n harter Cope, besonders wenn man sich das unbedingte Ziel gesetzt hat, VB zu bekommen. 
 

Das der Markt für Juristen derzeit top ist, hilft einem da gedanklich eigentlich schon. 

Unterstreich ich so. Aber bei ihr war es wohl so katastrophal, dass es auch kein Kampf um vier Punkte wird...

vor 12 Stunden, Suane schrieb:

 

Will sagen: Vielleicht ist das Studium nichts für sie (Jura ist bis zum Examen ja eher solala schwer), was sie evtl. einfach nur mal einsehen müsste?

 

Vielen Dank für deine Worte!

Daran denkt sie auch hin und wieder. Sehe ich auch so. Von den Leuten, die mit mir angefangen haben, sind die wenigsten noch da. Deswegen, es ist wirklich keine Schande, sich das einzugestehen. Ich habe nur Bedenken, dass sie der Gedanke noch weiter nach unten zieht. Vor allem der Gedanke, dass 5-6 Jahre Studium komplett umsonst gewesen sein sollen. Andererseits ist das Leben ja damit auch nicht vorbei. Einen Jura Bachelor wird sie sich wohl anerkennen lassen können, wenn sie noch das ein oder andere Modul nachschiebt. Danach könnte sie immer noch einen Master oder ähnliches machen.

 

Andererseits hat sie ja noch einen Versuch. Allerdings habe ich Bedenken, dass sie das wieder komplett fertig machen wird. Sie hängt momentan sozusagen in der Luft.

vor 13 Stunden, Suane schrieb:

 

Auch finde ich es gut, dass du 1. Ziele für deine Zukunft hast und 2. diese auch nicht zur Diskussion stellst. Denn deine Karriere ist der Schlüssel zum privaten Glück. Deine Freundin kann von heute auf morgen meinen, dass du keinen Platz mehr in ihrem Leben verdienst und verschwinden (bei der Erkrankung sogar recht wahrscheinlich). Aber was dich nie verlässt ist dein Invest in eine gute Ausbildung und Karriere. Damit baust du dir heute das Fundament für ein unabhängiges und glückliches Leben auf. Daher halte daran fest!

 

Das ist so wichtig. Habe ich damals bei meiner ersten LTR gelernt. Seitdem habe ich mir geschworen, mich nie wieder von irgendwas oder irgendwem abhängig zu machen, speziell was den beruflichen Werdegang anbelangt. 

 

Grüße

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PS: Ein stationärer Aufenthalt hätte auch den Charm, dass man die Prüfung dann verschieben könnte. Also erst "geheilt" antritt. 

Freundin von mir hatte sich einweisen lassen und dann eben (ich glaube) ein Urlaubssemester gemacht. Klar ist das Lebenszeit. Ich denke aber es lohnt sich das mal endlich wirklich anzugegen - ein Jahr später und es ist quasi nichts passiert.

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vor 39 Minuten, kkiok schrieb:

Wie läuft denn eine Therapie so ab? Einmal die Woche ein Gespräch und Zuhause noch irgendwelche "Übungen"?

Es gibt ganz unterschiedliche Formen von Therapie. Ich mache eine Verhaltens-/Gesprächstherapie. Man redet, analysiert ein bisschen, stellt fest, wie es ist, was man möchte, wo man hinwill, wie man das angehen könnte, wie es seit der letzten Therapiestunde so gelaufen ist. Und außerhalb der Therapie versucht man, sich, sein Verhalten, sein Umfeld zu überdenken und daran zu arbeiten.

Alles in allem sehr viel Arbeit, da die meiste Veränderung innerhalb der Therapie von einem selbst abhängt, aber: es lohnt sich. (Zumindest bei mir) ist es so, dass man die Welt ganz anders wahrnimmt. Aus anderen Blickwinkeln, .... . Und verglichen mit der depressiven Phase und dem damit zusammenhängenden Kampf mit den eigene Emotionen ist es nicht sehr anstrengend.

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