Ich kann hier wiederholen, was ich an anderer Stelle geschrieben habe. Bekämpfen von Approach Anxiety 101 1) 2) 3)   In Zusammenfassung heißt das, dass man sich Ängste nich wegrationalisieren kann (1), dass man sich nicht wirklich warm machen bzw. darauf vorbereiten kann (3) und dass es (2) nicht das Ziel sein sollte, furchtlos zu sein. Die Furcht vor Zurückweisung hat eine ganz existenzielle Berechtigung. Diese muss man akzeptieren. Es ist normal Angst zu haben, und die Angst wird man nur dann los, wenn man sich ihr stellt. Das war eine der schwersten Lektionen, die ich lernen musste, nachdem ich über Jahre mit AA gekämpft hatte. Nämlich, dass die Angst nur dadurch weggeht, dass man sich ihr stellt; und man trotz Angst ansprechen muss. Da geht es darum zu sagen: Ich habe in diesem Moment große Angst, aber ich mache es trotzdem! Ich fürchte mich gerade immens vor der Abweisung durch die Frau, aber ich spreche sie trotzdem an. Die Furcht wird größer, je mehr Schritte ich auf die Frau zumache, aber ich akzeptiere die Angst und mache es trotzdem. Man akzeptiert die Angst, aber man nimmt sie nicht Ernst. Man lässt sie existieren, aber man handelt nicht nach ihr. Ich habe früher ewig viel Zeit verbraucht, mir die AA irgendwie nehmen zu wollen und dahin zu kommen, dass ich angstfrei werde. Bis ich erkannt habe, dass das der völlig falsche Weg war. Ich wurde die Angst erst dann allmählich los, indem ich akzeptiert habe: Ja, ich habe eine Angst; und indem ich aufhörte zu versuchen, sie irgendwie wegzudenken. Ich habe aufgehört, die Angst zu unterdrücken - aber gleichzeitig habe ich aufgehört, auf sie zu hören. Man kann verschieden daran rangehen. So kann man die Angst umarmen und positiv deuten, während man anspricht. Dahingehend kann man sie auch genießen. Man kann sich aber auch vorstellen, man packt sie in ein stilles Kämmerchen und sperrt sie dort ein. Aber man kann sie nicht unterdrücken und man kann sich nicht angstfrei machen! Während ich das schreibe, erinnere ich mich an das Gefühl, wie extrem unangenehm die AA bei meinen ersten Approaches war. Wie ich Schritte auf eine Fraue zumache, und eine starke Stimme in mir schreit: "Mach es nicht! Dreh um!" Aber auf diese Stimme darf man nicht hören. Ich habe die Stimme wie ein kleinlautes Kind betrachtet, das Aufmerksamkeit will. Ich sagte: "Du kannst so laut schreien wie du willst, umdrehen werde ich trotzdem nicht!" Die Angst wurde immer größer, je näher ich der Frau kam, bis ich vor ihr stand. Die Stimme sagte: "Machs nicht!!!" Aber ich habe sie einfach schreien lassen. Im Hintergrund hat meine Angst um Aufmerksamkeit gebettelt. Ich habe akzeptiert, dass sie da ist - mehr nicht -, und einfach gemacht. Nach dem ersten Approach an einem Tag wird die Angst weniger. Mit der Zeit lernt man die Angst dann neu kennen, nämlich als Aufregung, dass gerade etwas Spannendes passiert. Dass jeder Approach ein Abenteuer ist. Also als Resüme: Es ist fatal, die Angst loswerden zu wollen. Es hilft nur zu machen, obwohl man Angst hat. Und dadurch, dass man Dinge trotz der Angst macht, wird sie gleichzeitig weniger und wird zu etwas Positivem.
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