Die Konsequenzen des eierlosen Handelns - oder doch nicht?

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2. Alter der Frau 28
3. Anzahl der Dates, die bereits stattgefunden haben 3
4. Etappe der Verführung (siehe "Welche Etappen gibt es?") Küssen

 

Männers und Deerns,

ich brauche mal eine externe Einschätzung zu folgendem Sachverhalt. Vorweg: vieles, was nicht gut gelaufen ist, ist mir selbst bewusst, aber für das weitere Vorgehen bzw. eine detaillierte Analyse benötige ich externen Input. Für die Wall of Text entschuldige ich mich im Vorwege, aber ich denke, die Zwischentöne sind wichtig für den Gesamtzusammenhang.

Ich habe eine junge Dame kennengelernt. Adrett, klug, witzig. Nummern ausgetauscht, sie hat sich relativ schnell relativ viel gemeldet. Ich halte jedoch nicht viel vom Textgame und bin daher bei Whatsapp grundsätzlich eher vorlaut und frech (C&F) unterwegs, ohne es zu übertreiben. Kam bei ihr ausnahmslos gut an, auch auf Negs reagierte sie humorvoll. Wir vereinbarten ein zeitnahes Date.

1. Date: Der Flow ist weg
Ich hätte sie zunächst fast gar nicht wiedererkannt. Hübsch zurecht gemacht, tolles Kleid, tolles Lächeln. Wir hatten gleich einen guten Flow, haben über dies und das gesprochen, als würden wir uns schon ewig kennen. Dabei fiel mir immer wieder auf, dass sie mich ständig ansah. Ich erwähne das deshalb, weil es schon wirklich Gestarre (mit Lächeln auf den Lippen) war und ich mich gefragt hab, ob mir noch Reste vom Mittagessen zwischen den Zähnen hängen. Gut, kann sein, dass ich auch einfach nur phantastisch ausgesehen habe. Fazit der ersten Stunde: Jackpot.

Wir kamen an einen kleinen See, holten uns am dortigen Imbiss ein Bier und setzten uns an den Strand. Das Setting war perfekt. Sonnenuntergang, Bier, hübsche Frau, toller Flow und ihr ständiger Blick, der sagte "Tu es endlich". Ich habe jedoch echt (!) erst im Nachhinein gerafft, wie perfekt die Situation eigentlich war. Ich war eher im "Laid-Back-Feierabend"-Modus, als im "Date"-Modus und hab einfach die entspannte Zeit genossen, ohne dabei auch nur Ansatzweise auf die Idee zu kommen, meine Lippen auf ihre zu pressen. Kennt ihr das? Richtig clever.

Dem Flow tat das Ganze glücklicherweise keinen Abbruch, sie war gnädig. Wir hatten weiterhin eine tolle Stimmung, plauderten auch über sehr private Dinge (nicht auf "Du bist mein Mülleimer"-Basis, sondern eher auf der Basis "Ich vertraue mich dir an"). Komfort war also durchweg nicht das Problem.

Das Treffen endete mit einer Umarmung und ihren gesäuselten Worten "Das war echt klasse, ich würde dich gerne bald wiedersehen". Ich fühlte mich kurz wie der King, bis ich im Auto saß. Erst da fiel mir auf, wie sehr ich das Date unterbewusst in einen freundlichen Spaziergang ohne erotische Spannung verwandelt habe. Ist mir bis dato nie passiert, aber ich hatte einfach keinen Frame, ich war der lustige Unterhaltungstyp mit einer Prise "macho-mäßiger Womanizer" (O-Ton) und Tiefgang (letzterer hat mir vorerst den Arsch gerettet). Zu Hause angekommen ohrfeigte ich mich innerlich selbst, ob der nicht genutzten Möglichkeiten und zog das Fazit: wäre ich die Frau gewesen, hätte ich gedacht "Hübscher, sympathischer und tiefgründiger Typ ohne Eier".

2. Date: Scheiß Gören
Da ich das erste Date bereits kurze Zeit später analysiert und in die Kategorie "Eierlos" abgeheftet habe, hatte ich kaum mit einer Gelegenheit gerechnet, das Ganze in die richtige Richtung zu lenken. Aufgeben ist aber keine Option und da sie mir beim 1. Treffen meine Hose besudelt hat, forderte ich sie charmant zur Wiedergutmachung auf. Sinngemäß: "Hose nicht zu retten, Wiedergutmachung Samstag 19 Uhr in Restaurant XYZ, Rechnung geht auf dich". Klingt geschrieben unfreundlicher als es war.

Fand sie gut, das Treffen stand und ich freute mich darauf, meine Eier auf dem Silbertablett zu servieren. Schon nach der Begrüßung war klar: easy. Sie hatte sich wieder hübsch zurecht gemacht, ihr weißes Lächeln aufgesetzt und freute sich sichtlich, mich wiederzusehen. Wir hatten von der ersten Sekunde wieder einen guten Flow, dieses Mal auch konstant mit einer prickelnden Spannung. Das Essen verlief normal, gute Gespräche, witzige Momente und jeder, der uns von außen gesehen hätte, hätte ob des guten Vibes gedacht "Tolles Paar". Ein Eskalationsfenster öffnete sich jedoch im Restaurant nicht.

Ich verlagerte das Ganze an einen romantischen Platz am Ufer eines kleinen Kanals. Körpernähe, Kino, Flow - alles da. Irgendwann sagte sie "Wir müssen hier unbedingt mal zusammen Kanu fahren". Ich nahm ihre Hand, sah ihr in die Augen und sagte: "Machen wir. Aber ich bin der Kapitän". Unsere Münder näherten sich, doch kurz bevor es zur Berührung kommen sollte..PAMM. Flog direkt neben mir eine Flasche auf den Boden. In der Zwischenzeit hatte sich, von uns unbemerkt, eine Gruppe Jugendlicher ca. 20m hinter uns gesetzt, die im Zuge ihres Rausches schlagartig wilde Sau spielten. Gut, kein Problem, kurz ernst (ernst, nicht bedrohlich oder aggressiv) hingeguckt, ein "Sorry, hab euch nicht gesehen" gehört. Abgehakt. Leider dröhnte aus deren Ghettoblaster "DJ Bobo Greatest Hits". Fand ich witzig, aber eine Aufforderung zu einer spontanen Tanzeinlage wurde ihrerseits rigoros abgelehnt "So eine Kackmusik".

Auch kein Problem, Locationwechsel. Ihre Hand genommen und die nächste romantische Bank angesteuert. Auf dem Weg dorthin (ca. 200 Meter) fiel ihr jedoch ein "Ich bin total müde, mir tun die Füße weh". PiPaPo, sie wollte nach Hause. Der Flow war schlagartig auch weg. Fuck, ich war am Arsch. Sie war sichtlich pissig, dass es wieder nicht zur Ekskalation kam. Konnte ich ihr auch nicht verübeln. Der Druck nahm zu, ein zweites Date ohne Eskalation? Undenkbar. Ist mir auch noch nie passiert. Aber mir fiel, während sie schnurstracks in Richtung ihrer Wohnung ging, keine Möglichkeit ein, das Ruder noch einmal rumzureissen. Jegliches "Trinken wir bei dir noch einen Kaffee?" (sinngemäß) hätte für mich völlig unkalibriert und fast schon verzweifelt gewirkt, vor allem, weil die Stimmung schlagartig (und für mich in unverhältnismäßiger Weise) völlig am Arsch war. Letzte Ausfahrt "Lass mich bei dir nochmal kurz aufs Klo". Antwort (angepisst, als hätten wir Streit): "Sorry, aber ich habe nicht aufgeräumt, das wäre mir unangenehm". Klaaaaaaaaaar. "Gut, kateller. Verkackt" dachte ich. Man muss auch Niederlagen akzeptieren und diese fußte für mich eindeutig auf meiner Lethargie beim 1. Date.  Wir verabschiedeten uns ergebnisoffen mit einer Umarmung.

3. Date: W T F
3. Date? Ja, ich weiß auch nicht, warum sie immer noch gnädig war und die fehlende Eskalation verzieh, aber es kam tatsächlich zu einem dritten Date. Exakt 3 Tage später. Kurzfassung: von Anfang an toller Flow, Körpernähe, direkt Hand in Hand gegangen, nach 15 Min KC auf der "romantischen Bank" vom 2. Date. Sie strahlte mich mit einem verliebten Lächeln an, das sagte "Endlich, du Lusche". Ich war zufrieden, vor allem nach dem Verlauf der ersten beiden Treffen. Lucky Bastard. Wir schlenderten durch Hand in Hand, gackernd wie zwei Teenies, durch die Stadt und genossen die Zeit. Wir kauften unterwegs zwei Tüten Süßkram, die ich mit einem verschmitzten Lächeln und "Die essen wir jetzt bei dir auf der Couch, während wir Netflix gucken" in meine Tasche packte. Die Netflix-Story passte gut, wir hatten über "Netflix & Chill" vorher noch amüsiert gelästert. Ihre Antwort mit einem strahlenden Grinsen "Nicht so schnell, du alter Macho". Kein Problem, also vorsorglich schon einmal den Weg Richtung ihrer Wohnung eingeschlagen. Kurzer Boxenstop auf der Parkbank,
20 Minuten eng umschlungen und fummelnd den Sonnenuntergang genossen (Sie mit Kopf an meiner Schulter "Es ist wirklich schön mit dir"). Aufgestanden, ich grinsend "Ich glaube, das MHD der Gummibärchen gilt nur bis 23:30 Uhr (Es war 23 Uhr). Die sollten wir jetzt schnell verhaften, bevor die schlecht werden". (sinngemäß). Hand ausgestreckt. Nichts. Flow weg. Komplett. Völlige Kälte. Hä????  "Ich bin müde". Sie ging also in Richtung ihrer Wohnung, ähnlich angepisst wie beim zweiten Date. Dieses Mal konnte ich mir ihr Verhalten genau null erklären. Von jetzt auf gleich. Zwar legten wir den Rückweg eng umschlungen und mit kurzen Knutschpausen zurück, aber sie war sichtlich müde und/oder sogar angepisst. Zum Abschied gabs n paar Knutscher, die aber ihrerseits eher verhalten und fast schon distanziert waren. Bevor ich irgendwas ala "Ich komm noch mit zu dir" (wäre mE ob der Stimmung eh schlecht kalibriert gewesen) sagen konnte, war sie auch schon verschwunden. Das war vorgestern. Sie tippert zwar noch munter drauf los "Guten Morgen", "Was machst du?" nur belangloses Anpingen, ob der andere noch antwortet.

Nun brauche ich eure Einschätzung. Ich hatte bis dato noch nie ein dritter Date ohne vollständige Eskalation und bin entsprechend ratlos. Ich kenne das "Keine Eier"-Gefühl einfach nicht. Gut, das Kurzfazit kann lauten: Ein Paradebeispiel, was fehlende Eskalation auslöst. Akzeptiere ich, aber dennoch: warum zum Fick jetzt nach dem 3. Date, wo wir das Eskalationslevel (für mich stimmig kalibriert) hochgefahren und gehalten haben? Hätte sie nach meiner vergessenen (ja, vergessenen) Eskalation beim 1. Date gesagt "Eierlose Lusche", hätte ich das akzeptiert.

Die Analyse des 2. Dates fällt mir schwer, bis zum Fast-Kuss lief es klasse, nach dem Flaschen-Gate wars schlagartig gruselig. Obwohl ich die Situation inkl. der charmanten Aufforderung zu einem Tänzchen zur "Kackmusik" -für so einen abgedrehten Spaß war sie sonst immer zu haben- für mich souverän gelöst habe. Sie sah das scheinbar anders und war angepisst, dass wieder nichts passiert ist. Verstehe ich. Auch hier: hätte sich das Ganze im Sande verlaufen, hätte ich meine Niederlage akzeptiert. (Tipps für das Verhalten nach dem Flaschen-Gate?)

Aber warum nach Date 3, wo für mein Empfinden alles nachgeholt wurde, was bei den ersten beiden Treffen fehlte? Gebt mir mal bitte eure Analyse und Input, wo mein Denkfehler liegt und wie ich am besten weiter vorgehe. Ich stehe auf dem eierlosen Schlauch.

Ich denke euch im Voraus!

Gruß
kateller

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Möglicherweise ist Deine Grundannahme falsch?

Du hast durch PU gelernt, dass du eskalieren must, sonst wirst du als "eierlose lusche" in die Friendzone abgeschoben.

Stell dir mal vor, dass sie noch nie was von PU gehört hat und gar nicht weiß, dass du zu eskalieren hast.

Möglicherweise freut sie sich einfach darüber, dass du ihr Zeit lässt,

vieleicht findet sie dich gar nicht eierlos, sondern im Gegenteil, schiebt Müdigkeit vor,

weil ihr dass noch zu schnell wäre, mit dir schon im Bett zu landen.

Vielleicht ist sie die, die "Zeit braucht, Vertrauen aufzubauen" und keine für "ne schnelle nummer" ist?

Vieleicht ist alles in Ordnung und sie freut sich auf das vierte Date?

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Hi Deborah,

erst einmal danke für deine Antwort. Das habe ich auch schon überlegt, aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das für mich vorerst keine schlüssige Erklärung ist. Gut, ihre zurückhaltende Art beim letzten Abschied könnte man mit den Bedenken erklären : "Wenn wir jetzt richtig knutschen, werde ich schwach/erwartet er mehr" o.ä.

Aber warum wirkte sie dann bei Treffen 2 bzw. 3 mittendrin einfach enttäuscht bzw. sogar pissig? Es gab tatsächlich zu den jeweiligen Zeitpunkten keinen Grund dafür, der für mich ersichtlich wäre. Wir hatten einen guten Vibe.

Was mir gerade noch eingefallen und bei jedem Date aufgefallen ist: Wir hatten bei allen Dates tatsächlich mindestens 20 Situationen, in denen sie mich beiläufig berühren wollte, aber dann (objektiv kaum sichtbar) zurückgeschreckt ist.

Beispiel im Restaurant:

Sie: "Bestell du dir mal ein Eis, damit ich nicht so verfressen aussehe. Ich nasche dann davon".
Ich grinsend: "Nix ist. Für den Versuch bestell ich dir 2" *tue so, als ob ich den Kellner heranwinke*
SIe lacht: "WEHE!!! Lass das!" und will mir die Hand auf den Arm legen, zuckt aber (scheinbar überrascht von ihrem Reflex) bereits nach wenigen Millimetern zurück.

Auch das typische "Auf den Arm knuffen" nach einem frechen Spruch meinerseits hat sie mehrmals gut sichtbar abgebrochen. Kam mir vor, als sei sie da schüchtern bzw. sehr zurückhaltend, was aber ansonsten überhaupt nicht zu ihrem Auftreten passt (Keck, schlagfertig und auch in puncto Dates ihrem Erzählen nach nicht unbedingt sparsam).

Und nein, das alles ist kein PDM, mich interessiert tatsächlich nur der ursächliche Zusammenhang zwischen meinem Handeln und ihren Reaktionen.

 

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Ich kann mir das nur so erklären, dass du dich zweimal hintereinander von ihrer schlechten Laune hast anstecken lassen. Ob bewusst oder unterbewusst, es hat dich getroffen und du hast jeweils angefangen an dir zu Zweifeln. Das hat sie gemerkt und du zeigst ihr damit emotionale Instabilität. Sie hat keinen Fels an ihrer Seite, wenn sie mal schlecht drauf ist und das mögen Frauen gar nicht bzw. brauchen Frauen das essentiell!

 

Das Problem ist, dass du einen Sieg oder eine Niederlage direkt mit ihrer Emotionalität in Verbindung setzt!

Ist sie gut drauf = gewonnen, also weitermachen

Ist sie schlecht drauf = verloren, was habe ich denn jetzt falsch gemacht?

Merkst du wie "reaktiv" sich dein Mindset nur anhand ihrer Laune verschiebt? Davon musst du weg!

bearbeitet von SanDiego69
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Hi Sandiego,

ein sehr guter Input, ich danke dir dafür.

Dass sie mein reaktives Mindset bemerkt hat, schließe ich nicht aus. Wobei ich beim 2. Treffen nicht hektisch durch die Straßen gelaufen bin, auf der Suche nach einer dunklen Ecke. Ich habe das aus Unterhaltungszwecken etwas überspitzt formuliert. Ich war lediglich aufmerksam, ob sich irgendwo noch ein nettes Plötzchen findet. Beim 3. Date war mir ihre Stimmungsschwankung dann wirklich wumpe, hab sie in den Arm genommen und nach Hause geleitet. Die Frage, warum sich ihre Stimmung so schlagartig verändert hat, bleibt jedoch. Denn meine Reaktion (wenn sie denn kam) kam erst, als die Laune schlagartig schon gesunken war.

Das "reaktive Mindset" ist eine sehr gute Formulierung und trifft mit Sicherheit auch ein Stück weit zu. Zumindest was sie Bewertung "Sieg" oder "Niederlage" betrifft. Aber das nur im stillen Kämmerlein für mich alleine. Die Lust auf eine Analyse kam immer erst im Auto bzw. zu Hause, ich bin jedes Treffen unvoreingenommen und mit beschwingter Laune angegangen. Ich will das Ganze auch nicht bis in jede Mikromimik sezieren, ich bin einfach nur neugierig, welche Ursachen hinter dem Ablauf stecken.

Aber: das reaktive Mindset nehme ich mir auf jeden Fall zu Herzen - auch bei meinen privaten Analysen.

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