Einschätzung der Zukunft im Ingenieurberuf

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Moin zusammen,

womöglich ist hier in Forum ja der eine oder andere Ingenieur (oder Student) unterwegs, der sich in seinem Berufsleben bereits eine ähnliche Frage gestellt hat, wie ich das nun aktuell tue. 

Für mich ergibt sich aktuell die Situation, dass ich, obwohl diese Stelle den nächsten Karriereschritt darstellt, bei einem externen Dienstleister beschäftigt bin. Ich war auch vorher bei einem externen Dienstleister beschäftigt, und auch davor (wenn auch nur sehr kurz, weil die Firma aus diversen Gründen nichts für mich war). Die ersten beiden Firmen könnte man als eine Art klassisches Ingenieurbüro sehen, die sich innerhalb meiner Fachdisziplinen Projekten angenommen haben und diese eigenständig für verschiedenste Firmen und Branchen durchgezogen haben. In meiner aktuellen Firma bin ich Teil eines Projektteams und stelle innerhalb dieses fachfremden Projektes fachliche Beratung. Versteht mich nicht falsch, mein aktueller Job, und auch der davor, ist/war für mich durchaus in vielen Punkten sehr reizvoll und spannend, wenn ich mir allerdings aktuelle Entwicklungen ansehe, dann stellt sich schon ein Stück weit die Frage nach der Zukunft.

(Für die jenigen, die unbedingt meine genaue Fachrichtung wissen müssen, schreibt mir eine PN)

Was meine ich mit aktuellen Entwicklungen?

Das Positive vorweg, ich kenne niemanden der längerfristig arbeitslos war. Und auch die Gehälter sind solide und steigen vor allem recht schnell an.

Allerdings scheinen Themen wie Leiharbeit, externe Dienstleister etc. doch stark an Bedeutung gewonnen zu haben. Das ergibt sich, wenn man die Stellenangebote in manch einer Region genauer unter die Lupe nimmt (gewisse Personalverleiher und Dienstleister treten da gehäuft auf) aber auch aus Gesprächen mit Kollegen und Kontaktpersonen. Gerade wenn es um spezielles Expertenwissen oder sehr weit aufgestellte Aufgabenbereiche (u.a. außerhalb der Kerngeschäfte einer Firma) geht werden die ausführenden Ingenieure häufiger eingekauft. Auch kleinere und mittelgroße Unternehmen leisten sich nicht so häufig einen eigenen Ingenieur für jeden Bereich. 

Was vielleicht erwähnenswert ist, ist dass ich diese Entwicklung vorwiegend in Großstädten, die ich für lebenswert halte beobachten. Wenn man die Augen offen hält, dann findet man immer mal wieder Stellenangebote zur internen Direktanstellung. Was dabei auffällt ist, dass fast immer ländliche Regionen betroffen sind und auch hier fast immer 5-10 Jahre Berufserfahrung gefordert wird.

Wie seht ihr das? Vielleicht stand der eine oder andere ja bereits mal einer ähnlichen Entwicklung gegenüber. Wie seid ihr damit umgegangen? 

Grüße

The Beard

 

 

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Was machst du denn als Ingenieur? In welcher Branche bist du tätig?

Pauschal würde ich Ingenieuren empfehlen sich im Bereich IoX (speziell IIoT) weiterzubilden.

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Am 12.8.2019 um 17:08 , The bearded and famous schrieb:

Das Positive vorweg, ich kenne niemanden der längerfristig arbeitslos war. Und auch die Gehälter sind solide und steigen vor allem recht schnell an.

Genau aus diesen Gründen brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Die ganzen Probleme mit Leiharbeit betreffen in erster Linie geringqualifizierte Menschen... also prakitsch nur Leute, die man einfach ersetzen kann. Solange du einen ordentlichen Job machst, wirst du immer (oder zumindest in den nächsten Jahren) ohne Probleme gut bezahlte Arbeit finden.

Abhängig von deiner Lebensplanung, solltest du schon eine Festanstellung anstreben- je größer das Unternehmen, desdo besser. Offene Stellen, auf die du dich bewerben kannst, gibts im Ing.-Bereich genug. Sollte für dich kein Problem sein, was zu finden... musst halt nur Zeit und Energie investieren, um richtig zu suchen.

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vor 11 Stunden, grandmasterkermit schrieb:

Abhängig von deiner Lebensplanung, solltest du schon eine Festanstellung anstreben

Als sehr stark nachgefragte Fachkraft ist das aus finanzieller Sicht nicht zu empfehlen. In der IT bspw. kann man als Freelancer unglaublich viel Geld machen. Auch im Angestelltenverhältnis lohnt es sich nicht langfristig in einer Firma zu bleiben, da die wirklich großen Sprünge erst mit dem Jobwechsel kommen. 

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Gast
vor 52 Minuten, MrNicestGuy schrieb:

Als sehr stark nachgefragte Fachkraft ist das aus finanzieller Sicht nicht zu empfehlen. In der IT bspw. kann man als Freelancer unglaublich viel Geld machen. Auch im Angestelltenverhältnis lohnt es sich nicht langfristig in einer Firma zu bleiben, da die wirklich großen Sprünge erst mit dem Jobwechsel kommen. 

Das sind doch schon Plattitüden, die ständig überall von jedem reproduziert werden. Du bist also Freelancer? Oder hast du das nur irgendwo gelesen? Viel Geld ist _möglich_, aber du kannst auch in ner Festanstellung gut genug verdienen, und es hat dann eben andere Vor- und Nachteile.

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Welche Branche? Automobile wird vieles an Dienstleister/Lieferanten abgegeben, bedingt durch Haftungsthemen (IATF und Co) rechnet sich das teilweise sogar - oft auch weil beim Lieferanten dann der Überblick über den Tellerrand vorhanden ist.

Als Dienstleister/Lieferant kannst du dir deine Kunden selbst aussuchen. OEMs und andere große Firmen haben eine begrenzte Menge Kunden. Im Autohaus z.b. oder Großkunden (Unternehmen größer X sind auch nicht unendlich vorhanden).

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Branche: ich kann alle Branchen mit meinem Fachgebiet bedienen. Eine gewisse Einarbeitung ist durch gewisse Unterschiede notwendig, da Rechtslage und Konzepte übertragbar (oder gleich) sind, aber recht schnell abgehandelt. Welches Fachgebiet genau ich bediene lasse ich hier offen. (Wer es unbedingt wissen muss, kann ja privat nachfragen). 

Mein Eindruck, wieso die Thematik häufig ausgelagert wird? Ist ne Abteilung die Geld kostet, erstmal aber keinen Gewinn erwirtschaftet. Mir fallen da verschiedene weitere Gründe ein. Einer der Gründe wäre vermutlich das relativ umfassende Fachwissen, was abgedeckt werden muss. Häufig kommt man mit einem Experten nicht aus und benötigt mehrere. Dienstleister sind gerade KMU, die sich nur eine Person leisten wollen, da praktischer, da der Dienstleister dann halt bei selben Aufwand und Preis mehrere Leute stellen muss. Ein anderer Grund ist, dass die Fachkräfte die benötigt werden für das Geld was geboten wird nicht dort arbeiten wollen wo sie gesucht sind. 

Was mir allerdings auch aufgefallen ist, ist dass auch andere Professionen im Ingenieurbereich (klassischer Maschinenbauer oder Bauingenieur) immer häufiger in AÜ-Verhältnissen oder Projektbüros landen. 

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Gast botte
vor 15 Stunden, grandmasterkermit schrieb:

Die ganzen Probleme mit Leiharbeit betreffen in erster Linie geringqualifizierte Menschen... also praktisch nur Leute, die man einfach ersetzen kann.

Stimmt nicht mehr ganz. Gibt auf Ingenieure und qualifizierte ITler spezialisierte Unternehmen wie Ferchau (Jahresumsatz 2018 an 800 Mio), die sich auf Leiharbeit im 'gehobenen' Sektor spezialisiert haben. Also der Markt ist da.

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vor 43 Minuten, botte schrieb:

Stimmt nicht mehr ganz. Gibt auf Ingenieure und qualifizierte ITler spezialisierte Unternehmen wie Ferchau (Jahresumsatz 2018 an 800 Mio), die sich auf Leiharbeit im 'gehobenen' Sektor spezialisiert haben. Also der Markt ist da.

Ist eben so ein Ding was ich meine. Jetzt bin ich in meinem Fachbereich seltener von Leiharbeit betroffen als es meines Wissens nach beispielsweise der Bauingenieur ist, externer Dienstleister (Consultant) bin ich trotzdem.

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Gast

Consulting ist Leiharbeit für Hochqualifizierte.

Wenn du als Angestellter und Fachkraft bleibst, wirst du irgendwann nach 5 Jahren dein Maximalgehalt erreichen und dann wird nur geringfügig weiter nach vorne gehen, wenn du nicht entscheidest Führungsrollen zu übernehmen. Wenn du dich für Führungsrollen entscheidest, wird auch meistens deine Arbeitszeit steigen und das Aufgabenfeld wechseln. D.h. du wirst zwar mehr verdienen, aber der Nettostundenlohn nicht sonderlich steigen und du musst dich mit neuen Aufgaben anfreunden. Das muss jeder für sich entscheiden. Richtig Geld wirst du erst machen, wenn du weit oben angekommen bist. D.h. du wirst wahrscheinlich wie 99,9% anderer Angestellten im Hamsterrad laufen. Wem es gefällt, sollte es machen.

Wenn du richtig gut verdienen willst, musst du selbstständig werden. Aus IT Sicht kann ich sagen: Wenn du in einem allgemeinen Fachgebiet z.B. Java-Consultant auskennst, das gefragt ist, wirst du einen Stundensatz von 50-100€ rausholen können. Du wirst zwar mehr als in der Firma verdienen, aber auch nicht sonderlich viel. Du musst die Leerlaufzeiten und zusätzliche Ausgaben/Zeit zur Suche nach Projekten abziehen. Kennst du dich einen Spezialgebiet aus z.B. Cobolt-Entwickler für Bankensysteme, kannst du einen Stundensatz von 200-300€ verlangen. Hierbei ist natürlich das Risiko, dass dein Spezialwissen nicht gebraucht wird oder nur kurzfristig. Daher ist strategisch von Vorteil im allgemeinen Feld und in einem Spezialgebiet Wissen zu haben, möglichst welches in Zukunft wahrscheinlich gefragt wird.

Ein anderer Weg wäre bei Kunden Networking zu betreiben und diese an dich zu binden. Dazu solltest aber bereits auf der Ebene eines Projektverantwortlichen sein. Dann kannst du deine eigene Firma aufmachen und mit diesen Kunden und eigenen Leuten Projekte für diese zu machen. Das hat ein Bekannter von mir gemacht. 

bearbeitet von Gast

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