Bewerbungsgespräche - ich kack ab

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vor 14 Minuten, Mobilni schrieb:

Hab das Gefühl, dass die Rahmenbedingungen kaum einen Unterschied machen. Dass man sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat, gut angezogen kommt und Rückfragen zur Stelle stellt, alles selbstverständlich. An den spezifischen Antworten entscheidet es sich aber:

Finden Sie im Wettbewerb zu stehen gut?

Was ist ihr Mehrwert?

Würden Sie sich als zielstrebig bezeichnen?

Warum ist ihre Abschlussarbeit eine 2 und nicht 1?

Wie würden Sie folgende Situation lösen: ein Teilnehmer findet ihre Maßnahme schlecht und äußert es vor der Gruppe?

Etc etc

Wenn's nicht die geilste Antwort ist, die in ihr Weltbild passt, wars das.

 

Das sind aber auch tatsächlich ziemlich dankbare Fragen, auf die man super antworten bzw. seine eigenen bisherigen Erfolge super darstellen kann. 
 

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Finde ich nicht. Sind alles Stressfragen auf die es keine Antwort gibt sondern persönlicher Geschmack ist. Das eine Unternehmen mag den Thrill kapitalistischen Dschungel, das andere legt eher Wert auf Kompromisse. Die einen wollen einen Macher, die anderen den kritischen Denker. Etc

Du kannst nicht wissen, was ihnen wichtig ist. Die Reihenfolge ist immer: zuerst stellen wir die Fragen, dann der Bewerber. So bist du immer im Nachteil, denn man selbst offenbart sich zuerst. Der Personaler kann sich anpassen

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Und findest du es dann nicht einfach sinnvoll, eine ehrliche Antwort zu geben?

Das sorgt zumindest dafür, dass du siehst, ob die Unternehmenskultur zu dir passt.

Vielleicht wäre es sinnvoll, weg zu kommen von "Ich bin der Bittsteller und muss unbedingt diese Stelle haben",
hin zu "Ich habe Vorstellungen, mein Gegenüber hat Vorstellungen. Vielleicht passen wir zusammen."

Es bringt ja auch nichts, dich als Pinguin zu verkaufen, obwohl du eigentlich ein  Flugvogel bist,
und dich dann zu wundern, dass es dir im Wasser nicht gefällt.

Meine Bewerbungsgespräche sind mittlerweile alle so:
- HR: "Ja, also erzählen sie doch mal was von sich."
- Ich: "Ich habe einen Vorschlag. Lassen sie mich doch erstmal kurz meine wichtigen Fragen stellen. Ich habe nämlich gewisse Ansprüche. Und wenn die mich in Ihrem Unternehmen nicht überzeugen, dann ersparen wir uns am besten die anschließenden 60 Minuten."

Das klingt jetzt erstmal ziemlich direkt und hart, ich bin aber natürlich super nett dabei.
Hatte auch immer Schiss davor, weil alle Ratgeber sagen, dass man zu Kreuze kriechen soll und dankbar für die megatolle Chance sein soll.
Aber das ist das Tolle: Du brauchst nur EINEN Job.
Dann sollte der am besten sehr gut passen.

Ich interviewe nur, um fit darin zu bleiben, deshalb lehne ich immer ab, auch wenn das Gespräch sehr gut war.
Das Feedback ist dann immer "Das ist sehr schade, wir wollten dir ein Angebot unterbreiten. Bitte melde dich wieder, wenn du doch noch Interesse hast.".
Ach und das ist IT, also schauen, wie es in deiner Branche ist und was du drauf hast.

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vor 31 Minuten, saian schrieb:

Und findest du es dann nicht einfach sinnvoll, eine ehrliche Antwort zu geben?

Das sorgt zumindest dafür, dass du siehst, ob die Unternehmenskultur zu dir passt.

Da geh ich voll mit. Klar gibt es Firmen die auf „ja ich war im Studium nicht der fleißigste“ schlecht reagieren, aber die sehen dein Zeugnis und alles schon vorher und wenn’s denen nicht passt, verschwenden die garantiert nicht ihre Zeit mit dir. Man kann die Wahrheit auch nett verpacken. 
Im Bewerbungsgespräch wird natürlich auch fachlich abgesteckt ob du wirklich n Plan hast von dem was in deinem Lebenslauf steht. Aber es geht Vorallem auch um Persönlichkeit. Dass deine Persönlichkeit nicht ins Unternehmen passt, wird dir kein personaler als Feedback geben. Sowieso kriegst du kein ehrlich Feedback von denen, weil du die im Prinzip verklagen könntest, das Risiko geht keiner ein. Also Standart Antwort: andere Bewerber haben fachlich besser gepasst. 
stimmt meistens nicht, meistens ist es deine Art. Ein bisschen Nervosität ist gar nicht schlimm, das zeigt, dass du die Stelle gern hättest. Aber zu versteift geht halt gar nicht. 
wo bewirbst du dich? Es ist auch ein himmelweiter Unterschied ob du dich in nem Berliner Startup oder in nem Hinterwäldler-Versicherungsbranche bewirbst. Also wirklich 100% Unterschied. Um die brauchbare Tipps zu geben, müsstest du halt bisschen genauer erklären, wo genau du hin willst. 

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Seitdem meine Selbstpräsentation optimiert habe, wurden mir auch vor Corona zwei Stellen angeboten, freiberuflich aber immerhin. Ich hörte an der Stimme und am lächeln, dass es ihnen gefällt .

Davor war es gemischt, Mal ein Energiekonzern, Mal ein Konzern für Arbeitssicherheit, Mal eine kleine Unternehmensberatung. Die Gespräche hätten nicht anders sein können. Die einen wollten nur Fachliches Wissen, die anderen nur Persönliches, die dritten ne Mischung. Stärken und Schwächen hat niemand gefragt.

Und so Sachen wie pünktlich sein, sich über das Unternehmen informieren,  Kleidung, Notizblock mitnehmen, das ist für mich gesunder Menschenverstand. Dass das jemand nicht kann, finde ich lustig aber daran liegts nicht. Viel mehr hatte ich das Gefühl, man erwartete Antworten , die einen von den Socken hauen. Eben wie eine starke Selbstpräsentation. Oder weise Antworten, die nicht in ihr Frageschema von entwender oder passen. 

Ist nur mein Bauchgefühl, weil ich davor nicht in der Körpersprache oder Mimik Überraschung, Begeisterung sah. Mehr so ein " jo, passt. Nächste Frage. Nicht schlecht, wir gucken Mal"

 

 

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vor 7 Stunden, Mobilni schrieb:

Finde ich nicht. Sind alles Stressfragen auf die es keine Antwort gibt sondern persönlicher Geschmack ist. Das eine Unternehmen mag den Thrill kapitalistischen Dschungel, das andere legt eher Wert auf Kompromisse. Die einen wollen einen Macher, die anderen den kritischen Denker. Etc

Du kannst nicht wissen, was ihnen wichtig ist. Die Reihenfolge ist immer: zuerst stellen wir die Fragen, dann der Bewerber. So bist du immer im Nachteil, denn man selbst offenbart sich zuerst. Der Personaler kann sich anpassen

klingt sehr negativ eingestellt wenn du so in die gespraeche gehst strahlst du es aus und wundert mich nicht dass du nicht genommen wirst

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vor 7 Stunden, Undisputed schrieb:

Das sind aber auch tatsächlich ziemlich dankbare Fragen, auf die man super antworten bzw. seine eigenen bisherigen Erfolge super darstellen kann. 

Das sind langweilige Standardfragen. Spätestens bei der Frage "Warum ist ihre Abschlussarbeit eine 2 und nicht 1?" wäre ich etwas genervt.

 

Am wichtigsten in Gesprächen ist definitiv das Selbstvertrauen, wenn du dich schon so unsicher fühlst, wirst du das auch ausstrahlen.
Immer auch auf mehrere Stellen bewerben und niemals eine einzelne Firma raussuchen "Ich möchte das da unbedingt". So hast du immer die Auswahl, und du weißt im Bewerbungsgespräch, dass ein verkacken nicht schlimm ist. Wobei ich denke, dass du das bereits halbwegs beherzigt hast.

Ich lasse in den Gesprächen auch gerne durchblicken, dass ich eine Auswahl hab. Praktisch kehre ich dann die Situation um, ich will nicht einen Job bei der Firma, sondern die Firma will mich als Arbeitnehmer. Es ist nichts anderes als ein Game.
Was ich damals gemacht hab - ich hab mich bei Firmen beworben, wo ich nicht wirklich einen Job wollte. So konnte ich praktisch Bewerbungsgespräche üben. Witzigerweise waren das am Ende dann doch ganz interessante Angebote...

Ehrlichkeit ist denke ich auch das aller Wichtigste, zwei Beispiele bei denen ich das auf die Spitze getrieben hab (ich hatte bei allen ein gutes Angebot):
 

Spoiler

- Chef: "Okay, wir programmieren im Haus ziemlich wenig. Können Sie sich denn vorstellen, auch Mal ein Jahr nicht zu programmieren?"
- Ich: "Hm, wenn ich mir das so überlege, nein"
Die Antwort kam wohl unerwartet, und der Chef ruderte sofort zurück und meinte, dass die wohl das auch doch öfters brauchen. Da ich mir das wirklich nicht vorstellen kann/konnte, macht es auch keinen Sinn zu lügen.
Am Ende wurde mir auch gesagt "Uns gefällt Ihre Ehrlichkeit"

Spoiler

- Chef: "Wieso wollen Sie gerade bei uns anfangen?"
- Ich: "Die Stellenausschreibung hat mir gefallen. Von der Firma habe ich noch nicht viel gehört."
- Chef: "Nach welchen Kriterien suchen Sie sich dann letztendlich die Firma/Bewerbungsgespräche aus?"
- Ich: "Ich schicke einfach eine Bewerbung - sofern Stellenausschreibung etc. passt - hin und warte auf einen Rückruf. Genaueres Informieren lohnt sich nicht wirklich zu diesem Zeitpunkt, weil man nur selten auf den Firmenwebseiten sehen kann, wie die "inneren" Werte der Firma sind.
          Wenn mich der Gesprächspartner/Personaler mit Respekt behandelt und sich ein interessantes Gespräch ergibt, bin ich auch an der Firma interessiert und informiere mich genauer."
- Chef: Schaut den Personaler, der daneben sitzt lächelnd an und sagt "Gut, dass wir ihn haben, sonst hätten Sie wohl nicht zugesagt" - und wir alle lachen.

Ganz Wichtig: Es gibt viele Sachen, die wollen Personaler hören. Aber nur weil Sie die hören wollen, sind die nicht zu deinem Vorteil, sondern vielleicht sogar zu deinem Nachteil.

Sehr wichtig ist auch, Fragen zu stellen. Wenn du keine stellst, ist das einfach awkward. Wenn ich keine relevanten Fragen hab, stelle ich einfach Neugier-Fragen, dass kann alles sein und muss nicht Mal Job bezogen sein.
Oft wird am Anfang einfach gefragt: "Ach erzählen Sie etwas über sich, oder führen Sie mich durch den Lebenslauf.". Dafür solltest du definitiv was vorbereiten und mit einem roten Faden deinen Weg authentisch und auch spannend vorstellen. Auch ruhig ausholen und erzählen was dir besonders in der Zeit vorher gefallen hat, muss nicht Mal relevant sein.

 

Vor dem Gespräch bin ich tatsächlich auch manchmal aufgeregt, ich stell mir dann einfach vor, dass ich gleich zum Kaffee mit einem guten Kumpel verabredet bin 😄 Der unterschied ist nur, dass ich etwas mehr über mich erzähle.

 

vor 5 Stunden, Mobilni schrieb:

Davor war es gemischt, Mal ein Energiekonzern, Mal ein Konzern für Arbeitssicherheit, Mal eine kleine Unternehmensberatung. Die Gespräche hätten nicht anders sein können. Die einen wollten nur Fachliches Wissen, die anderen nur Persönliches, die dritten ne Mischung. Stärken und Schwächen hat niemand gefragt.

Letzteres wurde ich auch sehr selten gefragt. Ob fachliches oder persönliches gefragt wird, ist in meinen Gesprächen auch immer komplett anders gewesen.

 

In welcher Branche bewirbst du dich denn?

vor 5 Stunden, Mobilni schrieb:

sich über das Unternehmen informieren

Ist weniger wichtig als man oft denkt. Sowas wie Pünktlichkeit ist selbstverständlich und erwarte ich auch von der Firma. 

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vor 2 Stunden, RoyalDutch schrieb:

klingt sehr negativ eingestellt wenn du so in die gespraeche gehst strahlst du es aus und wundert mich nicht dass du nicht genommen wirst

Klar, jetzt bin ich frustriert : )

Davor bei den Gesprächen aber nicht

@Korrick 

thx, vllt ist es ja wirklich wie beim Game, zu viel Theorie verkopft einen. Ich werds versuchen. Tatsächlich waren es alles Stellen, die ich unbedingt haben wollte.

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vor 2 Stunden, Korrick schrieb:
  vor 8 Stunden, Mobilni schrieb:

sich über das Unternehmen informieren

Ist schon wichtig, aber nur bis zu nem bestimmten Punkt. Die Personalee checken nur kurz ab, ob du überhaupt weißt, wo du dich da beworben hast. Wenn du gar nichts weißt, macht es natürlich erst mal einen schlechten Eindruck. Wenn du aber im weiteren Gespräch punktest, ist es denen dann auch egal. Ne kurze Zusammenfassung reicht völlig, die wollen dir ja meistens auch noch was erzählen. 

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vor 12 Stunden, Mobilni schrieb:

Warum ist ihre Abschlussarbeit eine 2 und nicht 1?

"Weil ich was Schwieriges studiert habe". Seriously. HR hat in einem Gespräch nur die Berechtigung, nein zu sagen. Und selbst dann trifft HR nicht zwingend Entscheidungen.

Wenn Du das Gefühl hast, ein Gespräch ist dumm, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass das Gespräch dumm ist. Das sagt einiges über die Gesprächspartner. Davon lässt man die Finger. Ein guter Gesprächspartner wird Dich keinen Unsinn fragen und auch nicht auftreten, als habe er gerade "Der Psychologe in 30 Tagen" gelesen.

Mich hat mal jemand nach einem Gespräch angerufen und gesagt, ich hätte mich nicht so richtig geöffnet. Beinahe hätte ich geantwortet, dass er ja auch nicht mein Therapeut ist. Ich habe stattdessen gesagt, dass ich mich doch nicht so für die Stelle interessiere. Richtig wars.

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vor 13 Stunden, Geschmunzelt schrieb:

Wenn Du das Gefühl hast, ein Gespräch ist dumm, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass das Gespräch dumm ist.

Oft dienen halt die Fragen nach der Note einfach dazu, den Bewerber zu verunsichern - oder um sich selber als besser darzustellen. Also ja, wie du sagst, das sagt einiges über den Gesprächspartner.

Und wenn der Personaler dumme Fragen stellen darf, darf das aber auch der Bewerber - mehr oder weniger ironisch:
 "Also ich verstehe schon, wieso Sie einen Wert auf Noten legen, sehe ich genauso: Dazu habe ich mir die Kununu-Bewertungen angesehen, zu Ihrer Firma gab es einige 4 Sterne Bewertungen, wieso waren diese nicht 5 Sterne?"

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Am 19.2.2020 um 14:05 , Mobilni schrieb:

30 Bewerbungen, 6 Telefoninterviews davon dann 3 echte Gespräche

Quote finde ich nicht schlecht.

In manche Telefoninterviews und Gespräche gehen, nicht um die Stelle zu bekommen. Bei manchen ist nur Ziel, zu lernen wie der Ablauf ist, das zu trainieren für die wirklich interessante Stelle.

Mach Dir klar, was bedeutet, Du verstellst Dich erfolgreich: Steht schon oben. Im schlimmsten Fall bekommst Du Stelle. Sie entspricht Dir aber nicht.

Am 4.6.2020 um 13:04 , Mobilni schrieb:

Davor war es gemischt, Mal ein Energiekonzern, Mal ein Konzern für Arbeitssicherheit, Mal eine kleine Unternehmensberatung. Die Gespräche hätten nicht anders sein können. Die einen wollten nur Fachliches Wissen, die anderen nur Persönliches, die dritten ne Mischung. Stärken und Schwächen hat niemand gefragt.

Sehr verschiedene Stellen. Kann machen zum Trainieren. Weißt Du überhaupt, was Du willst. Wenn nicht, versuche herauszufinden.

Alles Gute!

Yul

bearbeitet von pu.challenge

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