Why Karma is a Bitch

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Ja, es macht was mit mir.

Und ich persönlich bin gerne bereit anzunehmen das es das tut. Jeder Mensch hat Gründe warum er so handelt wie er es tut. Geht ein Verhalten gegen meine Wertvorstellung, kann ich ja mal hinterfragen warum der Mensch anders handelt als ich es tun würde. Hat er gute Gründe dafür, kann ich es vielleicht akzeptieren und es macht dann eben nichts mit mir, weil ich es verstehe. Oder es ändert mein Wertesystem, weil dieses sich weiterentwickelt.

Ich war früher ein strickter Gegner vom Betrug am Partner. Mittlerweile habe ich durch eigene Erfahrungen und auch in Diskussionen hier im Forum, mein Wertesystem verändert. Und für mich sogar verbessert, weil es mehr meiner Persönlichkeit entspricht. 

Manche Wertesysteme gründen sich vielleicht nur auf Ängste und sind es wert mal hinterfragt zu werden. 

Ich bin nicht sicher ob eine so konsequente Lebensführung wie du sie vorschlägst, nicht einen zu starren Rahmen bildet mit dem man ggfls. gar nicht glücklich ist. Ich denke das muss jeder sehr individuell für sich entscheiden. 

Toller Thread, danke das du ihn geschrieben hast.

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Ich glaube, dass es nicht mal unbedingt nötig ist, dass man sowas selbst in seiner eigenen Erlebniswelt erfährt, sondern, dass es schon reicht, wenn man davon ganz stumpf nur im Internet liest. Ich denke da an Rollo Tomassi. Es kommt noch ein weiterer Punkt dazu, man muss dafür auch empfänglich sein. Nicht jeder verliert sofort das Vertrauen in die Menschheit, übertrieben gesagt, weil auf der ganzen Welt gemordet wird. Auch dann nicht wenn mir zum dritten Mal das Fahrrad ausm Fahrradkeller gestohlen wurde, d.h. aber meiner Meinung nach auch, dass es irgendwie ne Disposition dafür gibt, ob man jetzt das Vertrauen verliert oder nicht bei besagten Erfahrungen (von Alphaplayer).

Vielleicht nochmal anders. Wäre es überhaupt jemals möglich, dass du dich in so einer Situation befinden könntest? Ich glaube, dass das nicht immer eine bewusste Entscheidung ist.

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vor 2 Stunden, Sam Stage schrieb:

Hat er gute Gründe dafür, kann ich es vielleicht akzeptieren und es macht dann eben nichts mit mir, weil ich es verstehe. Oder es ändert mein Wertesystem, weil dieses sich weiterentwickelt.

Stimmt, diese Option hab ich übersehen - also Verhalten integrieren, in einer Art das es zu mir passend macht. Womit wir wieder beim "Change it, Love it or Leave it" wären...

Möglicherweise ist das auch die Antwort auf deine zweite Beobachtung, ob's nicht eventuell zu eng wird. Und ja, ebenfalls richtig: Viele Werte und sonstige Präferenzen/Abneigungen entstehen oft aus eigener Unsicherheit, Angst, Neid etc. und lösen oder verändern sich wenn man damit arbeitet.

Heißt am Beispiel: Wenn ich von meiner Freundin wüsste, dass sie ihren Partner nur deswegen betrügt, weil er sie seit drei Jahren körperlich nicht mehr berührt hat/Sex wollte, dann werde ich es eher verstehen, und es wird mein gefühltes Risiko reduzieren, das Gleiche in meiner Welt zu erleben.

Danke für den Input Sam!

vor 1 Stunde, Hannax schrieb:

dass es schon reicht, wenn man davon ganz stumpf nur im Internet liest. Ich denke da an Rollo Tomassi. Es kommt noch ein weiterer Punkt dazu, man muss dafür auch empfänglich sein.

Ich würde mal spontan vermuten, dass genau diese Empfänglichkeit durch einen bereits vorprogrammierten Wahrnehmungsfilter entsteht.

 

Wieder Beispiel: Gibt hier immer wieder Kerle die sich an einer leistungsorientierten und sehr funktionalen Definition von Männlichkeit und Selbstwert anhalten. Also du bist was du Geld verdienst, was du im Status darstellt, was du "vorweisen kannst". Hat den Vorteil einer gefühlten Kontrolle über das eigene Leben, wenn man "nur" im Schema X ein paar Prozentpunkte die Pyramide nach oben klettern braucht um dann das zu kriegen was man will.

Hat aber den Nachteil, wenn ich mir dieses Wertesystem von "Nur meßbare Leistung in den Kategorien Muckis, Status und Geld zählt" zu eigen mache, dass ich natürlich ständig gefährdet bin durch andere, die das schon besser oder länger machen als ich. Wenn das schon meine Grundeinstellung im Leben ist ("Wahrnehmungsfilter-Grundprogramm"), dann werd ich natürlich auf Rollo's Website mit Hypergamie, "Burden of Performance" etc. total anspringen. Und andere, die aus einer anderen Wahrnehmung kommen, werden teils gar nicht verstehe von was ich rede, weil das tatsächlich in deren Welt nicht exsistiert, deren Filter das schon rausfischt.

Es mag das Folgende ein wenig esoterisch klingen, aber für mich zeigt sich in eigener Erfahrung wirklich immer mehr, dass wir unsere Realität erschaffen aus der mentalen Grundschwingung heraus welche uns den ganzen Tag über begleitet wenn wir am wenigsten darauf achten.

Weswegen (sorry ob der späteren Antwort):

vor 1 Stunde, Hannax schrieb:

Wäre es überhaupt jemals möglich, dass du dich in so einer Situation befinden könntest? Ich glaube, dass das nicht immer eine bewusste Entscheidung ist.

Die ganze Theorie hier ist eine Bewusstseinsübung, so gesehen sind diese Situationen wenn sie uns eindrücklich passieren, ganz sicher keine bewusste Entscheidung, sondern eben genau Ausdruck unserer unbewussten Filter und Standards.

bearbeitet von Helmut
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Hallo Helmut, 

Vielen Dank für diesen thread. Das ist ein sau interessantes Thema. Ich kenne das Modell mit der peer Group, was hier quasi andockt. Damit hier jeder versteht, was gemeint ist: 

Die peer Group sind die Menschen, mit denen wir am meisten Zeit verbringen. Oft wird da von den "top 5" gesprochen. Und wir werden mit der Zeit zu einem gewissen Teil zum durchschnitt dieser Menschen. Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir uns genau überlegen, mit welchen Menschen wir Zeit verbringen, weil sich deren Denken und Handeln auf unser eigenes Denken und Handeln auswirkt. Das hast du bereits super in deinem anfangs post geschrieben. Und das ist wirklich so.

Eine tolle Übung haben @Waterbird und ich dahingehend vor einiger Zeit entwickelt. Wir reflektieren jede Woche, mit welchen Menschen wir Zeit verbracht haben, welche Menschen wir kennengelernt haben und welche Menschen wieder in unser Leben getreten sind oder gegangen sind. Dann bewerten wir, wie gut uns das getan hat (nach Gefühl, hier gibt es keine punktesysteme oder so) und überlegen uns daraufhin dann, ob wir in Zukunft mehr, weniger oder gleich viel Zeit mit diesen Personen verbringen möchten. Das funktioniert wirklich gut. Allerdings ist es dann auch wichtig, sich daran zu halten, sprich wenn du merkst, dass dir jemand nicht gut tut und du ihm weniger bis keine Zeit mehr einräumen möchtest, dann solltest du das auch so handhaben und den Kontakt "freezen". 

Und wenn du merkst, dass zb der erfahrene Unternehmer, das liebevolle Mädel oder sonst eine Person, die du getroffen hast, einen positiven Effekt auf dich hatte, dann geh auf auf diese Person zu, um öfter mit ihr Zeit zu verbringen. Das kannst du den Personen auch gerne dann sagen, wenn dir danach ist und solange es auf einer gesunden Basis passiert. 

Vielleicht hilft das dem ein oder anderen weiter als kleine Ergänzung zu dem tollen thread. 

bearbeitet von Kalter Kakao
ergänzung
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vor einer Stunde, Kalter Kakao schrieb:

Eine tolle Übung haben @Waterbird und ich dahingehend vor einiger Zeit entwickelt. Wir reflektieren jede Woche, mit welchen Menschen wir Zeit verbracht haben, welche Menschen wir kennengelernt haben und welche Menschen wieder in unser Leben getreten sind oder gegangen sind. Dann bewerten wir, wie gut uns das getan hat (nach Gefühl, hier gibt es keine punktesysteme oder so) und überlegen uns daraufhin dann, ob wir in Zukunft mehr, weniger oder gleich viel Zeit mit diesen Personen verbringen möchten.

Sehr coole Idee! 

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vor 15 Stunden, Helmut schrieb:

Die einfache Grundregel „Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu.“ beherrschen meiner Erfahrung nach relativ viele Leute.

meiner Erfahrung nach kennen die meisten Leute diese Grundregel. Was das danach-leben (so habe ich dein "beherrschen" verstanden) angeht sieht das allerdings anders aus.

vor 15 Stunden, Helmut schrieb:

Aber, wie sieht's mit Dingen aus wo andere Personen was Komisches tun, und ich bin der Nutznießer oder zumindest stille Beobachter? Klar kann man sagen "Sie betrügt, ihre Beziehung, ich kenn ihn nicht, nicht mein Problem".

Allerdings: Ich stell hier mal die Theorie zur Debatte, dass alles was wir in unserem Umfeld unwidersprochen (also ohne äußeren oder zumindest inneren Widerstand) zulassen, unseren Wahrnehmungsfilter programmiert.

Einerseits bin ich da total bei dir, was das Programmieren des Filters angeht. Andererseits habe ich den Eindruck, dass die meisten Menschen Meister darin sind, genau solche Fälle -zumindest auf der bewussten Ebene- so zu rationalisieren, dass es kurzfristig erstmal keine Auswirkung hat.

Um bei dem Beispiel Sex mit einer vergebenen Frau zu bleiben finden wir ja hier in unzähligen Threads die Aussage "kein LTR-Material. Wenn sie ihren Freund mit dir betrügt, wird sie dich auch betrügen". Es findet also stillschweigend eine Verurteilung statt weil der innere Widerstand eben doch da war. Ein Umdenken findet allerdings erst statt, wenn sich diese Erfahrung wiederholt.

Also quasi - steter Tropfen höhlt den Stein.

Ich finde eine gewisse Achtsamkeit an den Tag zu legen, den eigenen Intuitionen mehr nachzugehen ist hier essenziell.

vor 15 Stunden, Helmut schrieb:

Dies bedeutet: Wenn ich weiß mein bester Kumpel bescheißt seinen Arbeitgeber um irgendwelche Fahrtkostenzuschüsse... und ich sag nix, ich blende es aus und ignoriere die Tatsache, obwohl sie meine eigenen Werte verletzt... dann macht das langfristig was mit mir

Hier ist die Preisfrage: was macht das mit dir?

Ich sehe da im Prinzip zwei Richtungen, in die das ausschlagen kann: entweder fange ich an, mich von dem Kumpel zu distanzieren oooder ich nehme es bei meiner nächsten Fahrtkostenabrechnung vielleicht auch nicht ganz so genau. Und an der Stelle wird es irgendwo zur Charakterfrage. Bin ich mir meiner Werte bewusst und richte mich und mein Handeln danach aus, oder verschiebe ich meine Grenzen? Das knifflige daran finde ich, dass man nicht pauschal sagen kann das eine ist gut und das andere schlecht. Immerhin können solche Situationen auch "positiv" sein und das verändern der eigenen Grenze eine Entwicklung.

Ich glaube ich schweife ab, wollte an der Stelle nur aufzeigen, dass Karma in beide Richtungen wirkt. Quasi Madonna und Bitch in einem 😉

Letztlich würde ich es darauf runterbrechen, dass sich jeder seine Realität selbst schafft - der Knackpunkt ist nur, ob man dies bewusst oder unbewusst tut.

vor 1 Stunde, Kalter Kakao schrieb:

Eine tolle Übung haben @Waterbird und ich dahingehend vor einiger Zeit entwickelt. Wir reflektieren jede Woche, mit welchen Menschen wir Zeit verbracht haben, welche Menschen wir kennengelernt haben und welche Menschen wieder in unser Leben getreten sind oder gegangen sind. Dann bewerten wir, wie gut uns das getan hat (nach Gefühl, hier gibt es keine punktesysteme oder so) und überlegen uns daraufhin dann, ob wir in Zukunft mehr, weniger oder gleich viel Zeit mit diesen Personen verbringen möchten. Das funktioniert wirklich gut. Allerdings ist es dann auch wichtig, sich daran zu halten, sprich wenn du merkst, dass dir jemand nicht gut tut und du ihm weniger bis keine Zeit mehr einräumen möchtest, dann solltest du das auch so handhaben und den Kontakt "freezen".  

Find ich einen coolen Ansatz. Über welchen Zeitraum plant ihr dies zu tun?

Ich stelle es mir in der Praxis irgendwie auf Dauer anstrengend vor und würde erwarten, dass sich mit ein bisschen Übung letztlich ein gesundes Bauchgefühl etabliert, dass mir im direkten Kontatk mit einer Person zeigt, ob er/sie mir gut tut oder eben nicht.

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vor 2 Stunden, a.supertramp schrieb:

Find ich einen coolen Ansatz. Über welchen Zeitraum plant ihr dies zu tun?

Wir machen das seit ca. einem Monat in dem Umfang, wie lange noch offenes Ende.

vor 2 Stunden, a.supertramp schrieb:

Ich stelle es mir in der Praxis irgendwie auf Dauer anstrengend vor und würde erwarten, dass sich mit ein bisschen Übung letztlich ein gesundes Bauchgefühl etabliert, dass mir im direkten Kontatk mit einer Person zeigt, ob er/sie mir gut tut oder eben nicht.

Bis jetzt macht es sogar echt Spaß und stellt sich als sehr effektiv raus, wenn es auch umgesetzt wird. Im

Und ja, du hast Recht, Endeffekt ist es Training für dein Bauchgefühl und dafür, mehr auf deine eigenen Sichtweisen und Bedürfnisse zu achten und nicht auf die von anderen Menschen zu gucken. 

Es geht ja hier um die Qualität unserer Peer Group, und sich aktiv und bewusst darüber Gedanken zu machen, kann sehr entscheidend sein. 

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Grundsätzlich stimme ich zu aber das wird in Deutschland bereits gelebt, meiner Meinung nach zu stark. Jeder Nachbar und Bürger fühlt sich entitled dich in einem rauen Ton belehren zu dürfen, wenn ihm etwas nicht passt.

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vor 6 Stunden, a.supertramp schrieb:

Hier ist die Preisfrage: was macht das mit dir?

Ich sehe da im Prinzip zwei Richtungen, in die das ausschlagen kann: entweder fange ich an, mich von dem Kumpel zu distanzieren oooder ich nehme es bei meiner nächsten Fahrtkostenabrechnung vielleicht auch nicht ganz so genau. Und an der Stelle wird es irgendwo zur Charakterfrage. Bin ich mir meiner Werte bewusst und richte mich und mein Handeln danach aus, oder verschiebe ich meine Grenzen? Das knifflige daran finde ich, dass man nicht pauschal sagen kann das eine ist gut und das andere schlecht. Immerhin können solche Situationen auch "positiv" sein und das verändern der eigenen Grenze eine Entwicklung.

Den Gedankengang kann ich nachvollziehen, und geht irgendwo Richtung was Sam schon meinte. Also das man auch seine eigenen Haltungen daran hinterfragt, wer einen umgibt und wie es andere machen.

Gibt aber noch eine dritte Richtung, wo das hingehen kann: Weder distanziere ich mich von dem Kerl, noch nehme ich selbst meine Abrechnungen deswegen lockerer (also ich ändere nicht meine eigene Haltung) - aber falls ich mal in eine Position komme, wo ich selbst für Mitarbeiter zuständig bin, könnte es sein, dass ich mich zu einem sehr kontrollwütigen Chef entwickle. Weil ich ja aus "Erfahrung weiß" (Filter) das Mitarbeiter gerne Chefs betrügen.

vor 3 Stunden, Mobilni schrieb:

Jeder Nachbar und Bürger fühlt sich entitled dich in einem rauen Ton belehren zu dürfen, wenn ihm etwas nicht passt.

Das is wohl meistens schlicht Alltagsfrust, kompensiert durch Unfreundlichkeit gegen andere. Du bist ja für die in der Regel kein "wichtiges Umfeld" und die machen das sicher üblicherweise auch nicht, weil es "Grundwerte" sind die du verletzt, und sie sich in Bewußtheit üben...

bearbeitet von Helmut
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vor 14 Minuten, Helmut schrieb:

Gibt aber noch eine dritte Richtung, wo das hingehen kann: Weder distanziere ich mich von dem Kerl, noch nehme ich selbst meine Abrechnungen deswegen lockerer (also ich ändere nicht meine eigene Haltung) - aber falls ich mal in eine Position komme, wo ich selbst für Mitarbeiter zuständig bin, könnte es sein, dass ich mich zu einem sehr kontrollwütigen Chef entwickle. Weil ich ja aus "Erfahrung weiß" (Filter) das Mitarbeiter gerne Chefs betrügen.

Interessanter Ansatz. An der Stelle verlassen wir ja wieder die direkte Ebene und es greift - nach meiner Meinung - wieder das Zitat von Marcel. Also dass ich diese Kontrollwut nur entwickeln kann, wenn ich selbst dazu bereit wäre die Regeln zu meinem Vorteil zu beugen. Es findet also doch ein Umdenken statt. Bin nicht sicher ob eine (Betonung liegt auf eine) „indirekte“ Erfahrung für einen solchen Filter ausreicht.

Unterm Strich denke ich, dass das wiederum darauf zurück zu führen ist, dass wir zum verallgemeinern neigen. Müssen wir ja irgendwo auch. Denke dass für eine Filterveränderung aber eben mehr als eine Referenzerfahrung nötig ist. Ausreißer von dem, was man als Norm annimmt gibt es immer. Für ein Umdenken braucht es dann aber X Ausreißer um daraus wieder eine „Regel“ ableiten zu können.

Mich würde an der Stelle mal deine Definition von „Karma“ interessieren.

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vor 45 Minuten, a.supertramp schrieb:

An der Stelle verlassen wir ja wieder die direkte Ebene und es greift - nach meiner Meinung - wieder das Zitat von Marcel. Also dass ich diese Kontrollwut nur entwickeln kann, wenn ich selbst dazu bereit wäre die Regeln zu meinem Vorteil zu beugen.

Das glaube ich eben gerade nicht... sondern wenn ich lang genug meinem Kumpel zusehe wie der das tut, und ohne Konsequenzen (Konsequenzen wären auch, ich spreche ihn darauf an) damit davonkommt, dann wird mir als späterer Chef wahrscheinlich der Gedanke im Magen liegen, dass da draussen Leute sind, die jahrelang mit solchen Spielchen davongekommen sind.

Dafür muss ich meiner Meinung nach nicht selbst Täter gewesen sein, sondern es reicht der Erfahrungswert, dass es solche Leute gibt, und denen niemand die Meinung sagt. Würde ich meinen Kumpel drauf anhauen, dass ich es nicht okay finde, und er ändert ev. sogar sein Verhalten, dann wäre ich später als Chef wahrscheinlich mental nicht vorbelastet mir solche Sorgen zu machen.

vor 45 Minuten, a.supertramp schrieb:

Mich würde an der Stelle mal deine Definition von „Karma“ interessieren.

Gute Frage - ich hab das im Eingangstext in der Form verwendet, wie es umgangssprachlich oft gemeint ist: "What goes around comes around", also dass uns unsere eigenen guten oder schlechten Taten wieder einholen.

Für mich selbst würde ich präzisieren, dass es eben diese Grundschwingung ist, die ich meinem Leben gebe - und die mir dann an diversen Orten und in diversen Begegnungen wieder entgegenkommt.

Beispiel: Weil ich z.B. großen Wert darauf lege authentisch und nicht-manipultiv zu kommunizieren, begegnet ich im Alltag irgendwie kaum jemand der versucht mich zu seinen Zwecken zu manipulieren (und ich meine damit nicht, dass ich es nicht merke 😉 ).

bearbeitet von Helmut
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vor 37 Minuten, Helmut schrieb:

Das glaube ich eben gerade nicht... sondern wenn ich lang genug meinem Kumpel zusehe wie der das tut, und ohne Konsequenzen (Konsequenzen wären auch, ich spreche ihn darauf an) damit davonkommt, dann wird mir als späterer Chef wahrscheinlich der Gedanke im Magen liegen, dass da draussen Leute sind, die jahrelang mit solchen Spielchen davongekommen sind.

Dafür muss ich meiner Meinung nach nicht selbst Täter gewesen sein, sondern es reicht der Erfahrungswert, dass es solche Leute gibt, und denen niemand die Meinung sagt. Würde ich meinen Kumpel drauf anhauen, dass ich es nicht okay finde, und er ändert ev. sogar sein Verhalten, dann wäre ich später als Chef wahrscheinlich mental nicht vorbelastet mir solche Sorgen zu machen.

Puh, kannst du diesen Gedanken denn in irgend eine Richtung ableiten oder begründen?

In der Realität ist es doch meist so, dass Chefs schon einkalkulieren, dass man immer faule Eier dabei hat, also das xy% der Leute zu ihrem persönlichen Vorteil bescheissen. Dass jetzt eine Referenzerfahrung im persönlichen Umfeld dazu führt dass sich das merklich verschlimmert halte ich für unwahrscheinlich.

Auch der Punkt „ohne Konsequenzen (Konsequenz wäre auch ich spreche ihn darauf an)“ hält -zumindest in meiner Welt- einem Realitätscheck nicht stand.

Genauso ist ja auch die Entwicklung die unser Alphaplayer gemacht hat hier eher die Ausnahme als die Regel und - in meinen Augen - auf die Summe der Erfahrungen und der daraus abgeleiteten Regel zurückzuführen. Oder anders gesagt: wenn ich 1x oder auch mehrmals mit ein und der selben vergebenen Frau schlafe, leite ich daraus (bisher zum Glück ;)) noch kein allgemeines Vertrauensproblem für mich ab.

 

Können da aber gern unterschiedliche Auffassungen haben - wollte bei dem Thema nur darauf hinweisen, dass das was in der Theorie stimmig erscheint sich nicht unbedingt 1:1 auf die Realität übertragen lässt. Bei der Grundmessage des Threads - wie ich sie auffasse - bin ich voll bei dir.

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vor 23 Minuten, a.supertramp schrieb:

auf die Summe der Erfahrungen und der daraus abgeleiteten Regel zurückzuführen

Ja klar, eine Grundmenge brauchst du schon. Einmal oder zweimal wird noch net reichen.

vor 23 Minuten, a.supertramp schrieb:

Puh, kannst du diesen Gedanken denn in irgend eine Richtung ableiten oder begründen?

Ich versuchs mal: Nach meinem Verständnis schreiben wir in unserer Welt eine höhere Wahrscheinlichkeit, "Realitätsgrad", Möglichkeit des Eintretens den Dingen zu, die uns regelmäßig begegnen, die wir regelmäßig wahrnehmen, die rund um uns passieren.

Beispiel aus der Realität: Kumpel von mir ist Polizist. Hatte echte Sorge ob er überhaupt mal heiraten soll, weil er ständig von den älteren Kollegen die Stories hört wie Ehen zerbrechen und sie mit den Exfrauen streiten.

Weder hat er jemals eine Frau betrogen, noch wurde er betrogen, noch war er verheiratet und wurde geschieden, noch hätten seine Eltern sich scheiden lassen (im Gegenteil waren die sogar sehr solide glücklich zusammen schon sehr lange Jahre). Eigene Erfahrungen oder eigene "Täterschaft" bzw. Bereitschaft zum Tätersein können wir also nicht als Grund nehmen.

Trotzdem war er ständig in den "Schwingungen" der Kollegen, die halt offenbar überproportional viel im Vergleich zur Gesamtbevölkerung erzählen wie sehr Scheidungen wahrscheinlich seien.

In dem Fall bin ich dann übrigens bei Sam, dass es wahrscheinlich helfen würde sich im Detail anzusehen warum die Kollegen sich alle scheiden lassen. Damit aus dem Schema F wieder lauter individuelle Stories werden, die ich verstehe und dann für mich nicht mehr so einfach analog glauben werde.

Drum auch: Klar, wenn mein Kumpel mir einmal erzählt er hätte irgendwo jemand um ein paar Euro geprellt - wird mir das wurscht sein. Wenn ich ständig höre wie er andere Leute um relevante Summen abzockt, wird das in meiner Welt "üblicher und normaler" und mein Wahrnehmungsfilter wird dadurch vorprogrammiert, Dinge die mir geschehen auch unter dem Aspekt zu betrachten.

Wenn ich aktiv kontere, dann nehme ich dem ganzen wieder einen Teil des "is halt so" Faktors. Weil ich dann eine Realtät schaffe, wo auch andere dagegen kontern.

 

Bin auch deiner Meinung: Jeder darf seine eigene Realität haben, gerade bei dem Thema 😉

bearbeitet von Helmut

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Am 18.12.2020 um 22:29 , Helmut schrieb:

lohnende Übung mal zu hinterfragen welche Dinge wir in unserem Umfeld stillschweigend als "is halt so" akzeptieren, die eigentlich unseren inneren Wertehaltungen konträr laufen. Und wenn schon nicht im Außen, dann zumindest im Inneren eine bewußte Distanzierung davon zu erschaffen.

Steht es denn nicht im Gegensatz dazu, dass man so in seiner Filterblase lebt und nichts von Außen mehr an einen gelangen kann? Wie steht es dann um „leben und leben lassen“, also möglichst wertfrei bzw. vorurteilsfrei durchs Leben zu laufen, weil man sonst eventuell der sture alte Bock ist, der von seiner vorgefertigten Meinung nicht abrücken will. 
Natürlich gibt es gewisse Dinge, die man nun mal als schlecht bewertet und von diesen könnte oder sogar sollte man sich, ganz wie du es beschreibst, distanzieren (ob innerlich oder äußerlich). Aber oft sind es nicht mal die eigenen Werte, die man hart verurteilt, sondern Dinge, die einem durch Erziehung oder Gesellschaft eingepflanzt wurden. 
Ist es möglich sich eine Welt zu schaffen, in der man selber ausschließlich rechtschaffene Freunde und Bekannte hat? Ein Alice im Wunderland Leben. 

Ich gebe dir aber vollkommen recht mit dem Wahrnehmungsfilter. Ich habe es selbst erlebt und es fällt mir, selbst nach vielen Jahren, sehr oft noch schwer von dieser Wertung abzurücken.
Es ist bestimmt nicht so, dass es bei jedem auf gleiche Art und Weise wirkt, aber etwas macht es bestimmt dennoch mit einem. 

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vor 11 Minuten, Dig-it-up schrieb:

Steht es denn nicht im Gegensatz dazu, dass man so in seiner Filterblase lebt und nichts von Außen mehr an einen gelangen kann? Wie steht es dann um „leben und leben lassen“, also möglichst wertfrei bzw. vorurteilsfrei durchs Leben zu laufen, weil man sonst eventuell der sture alte Bock ist, der von seiner vorgefertigten Meinung nicht abrücken will. 

Drum war der Einwurf von Sam so wichtig... dass ich die Leute, die meine Werte "verletzen" auch wirklich mal versuche zu verstehen und hinterfragen. Dann kann ich entweder meinen Kompass neu justieren, oder trotzdem Distanz schaffen, oder es auch einfach viel weniger in meine Welt beziehen, ohne in einer Abschottung zu verschwinden.

vor 11 Minuten, Dig-it-up schrieb:

Aber oft sind es nicht mal die eigenen Werte, die man hart verurteilt, sondern Dinge, die einem durch Erziehung oder Gesellschaft eingepflanzt wurden. 

Ich bin wirklich froh über dieses Feedback, weil ich beim schreiben offenbar nicht immer dran denke, dass ich da selbst schon viel innerlich sortiert habe und daran gearbeitet habe mich von Introjekten zu befreien. Für jemand der das nicht tut, wäre tatsächlich ein reines "Love it or Leave it" ein Blasenkonstrukt.

bearbeitet von Helmut

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Eine Frau die sich mit einem Schläger einlässt, und meint Ihrer wäre ja anders ZU IHR, macht im prinzip den gleichen Fehler/Erfahrung. Wer glaubt sich mit Menschen einlassen zu müssen, die sich anderen gegenüber unvereinbar mit eigenen Werten verhalten, riskiert halt dann auch mal getroffen zu werden. (Das heißt nicht das man es damit ausschließen kann, aber wir kriegen alle was wir in Summe akzeptiert oder nur toleriert und gefördert haben zurück. Ein goßer Volksentscheid mit Payback-Lotterie). Wenns einen nicht trifft, dann die Mutter, Vater, Bruder, Schwester, Sohn oder Tochter, Freunde etc.

Das gute an der Sache ist, jeder wählt. Gibt keine Enthaltungen. Und jeder hat die Chance auf das Glückslos.

Fazit: Jeder wählt die Werte die er in der Welt haben will. Die Einflussreichsten setzen sich durch.

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