Nachdenklich machender Artikel GQ

119 Beiträge in diesem Thema

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Da flattert mir die aktuelle GQ ins Haus und ich ärgere mich, dass auf dem Cover Christoph Walz ist, dessen Art zu reden ich überhaupt nicht mag. Dann wird auf den ersten Seite gleich ein assiges Parfum von Philipp Plein beworben. Na toll. Leider erweist sich das Interview mit Walz als spannend und er hat tolle Ansichten. Soviel dazu. Vielleicht sollte ich auch das Parfum bestellen.

Nachdenklich, ja fast verstört hat mich aber eine Kolumne. Was würden Männer und Frauen machen, wenn es das andere Geschlchlecht nicht gäbe, fragt die Autorin und das Schmunzeln in meinem Gesicht über die ersten Gedanken und Antworten gefrot mir etwas, als ich weiterlas.

Mädels hier, denkt Ihr wirklich manchmal so?

Jungs hier, habt ihr -wie ich- darüber eigentlich nie nachgedacht?

Wie könnte man unsere Verführungsstrategien in Einklang bringen mit den Bedenken, die die Autorin offenbar nicht grundlos anbringt?

@Marcel Herzog  @mods  ich habe den Artikel als Bild angehängt, ich meine, mit etwas Wohlwollen ist das von der Zitierfreiheit gedeckt. Falls ihr Bedenken habt, dann löscht den Anhang und meinen Beitrag.

 

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bearbeitet von Fastlane
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Schwieriges Thema mMn und der Artikel ist alles andere als Differenziert. Das Thema könnte man so gut aufbereiten, dass es einfach ein Verständnis vermittelt. Ohne, wie Marcel schon sagte, zu pauschalisieren.

Am Ende haben wir dann wirklich nette Jungs, die sich nicht mehr trauen, anzusprechen, weil sie so etwas gelesen haben. Die richtige Zielgruppe erreicht es nicht. Aber auch, wenn man diese erreichte, hätte es keine Wirkung mMn. Man muss woanders anfangen und das Thema ganz anderes angehen. 

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Hmmm.
Also anders als Marcel nehme ich den Artikel jetzt nicht so wahr als ob sie Männern die Schuld gibt - ...obwohl, ja doch vielleicht ist es schon arg pauschalisiert oder besser gesagt: nicht genug differenziert* -, aber ich finde sie drückt in der zweiten Artikelhälfte Männern zu viel Verantwortung, für unbekannte Frauen, zu. Was imho unfair ist. Prinzipiell kann ich aber schon bestätigen, dass in vielen Situationen eine innere "Angst" zu vernehmen ist, der man eigentlich keinen Platz einräumen will, aber die sich doch breit macht. Breit macht sie sich, aus vorherigen negativen Erfahrungen und ich denke, da wird hier jede Frau etwas zu berichten haben, sei es noch so klein; oder aus Geschichten, die man vielleicht mal aus den Nachrichten vernommen hat und aus dem Wissen, dass man einem Mann körperlich einfach wirklich total unterlegen ist. 

Schon alleine ihr Beispiel mit dem Nachts Spazieren im Park. Ich mache im Sommer eine Abendrunde Spaziergang um 22/ 23 Uhr, weil ich danach besser schlafe. Und auch wenn ich mich prinzipiell nicht als ängstlich bezeichne, so dreht man sich doch oft mal um, um zu checken ob da keiner hinter dir läuft; manchmal läuft da einer mit seinen Hunden Gassi und man überlegt sich heimlich im Kopf, ob einer aus den umgebenden Häusern im Zweifelsfall deinen Schrei hören würde. Meine Mutter und mein Freund sagen mir ich soll immer Pfefferspray in meiner Tasche haben, auch wenn ich mich vehement seit Jahren wehre, eines mitzutragen, weil es mir das Gefühl verleiht der unterliegenden Angst mehr Raum einzugestehen als nötig.

Ich denke, viele Männer unterschätzen, dieses Gefühl tatsächlich. Ich denke nicht, dass Männer jetzt Angst haben sollten auf Grund solcher Artikel Frauen anzusprechen oder das Männer in der Verantwortung sind jetzt übervorsichtig/ -beschützerisch zu sein. Ich denke auch, dass die Männer, die sich wirklich angesprochen fühlen sollten, schon wissen, dass das was sie da aktuell machen falsch ist. 

*was ich aber im Rahmen eines solchen einseitigen Artikels nicht schlimm finde. Sollte imho ein Leser selbst in der Lage dazu sein. 

bearbeitet von capitalcat
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Ich kann es im Ansatz schon verstehen, ich lese nur selten, Mann von Fraurngruppe belästigt oder schlimmeres. Oder Mann von Frau in Hauseingang gezerrt und vergewaltigt. Männer leiden allerdings genauso unter der Angst vor Gewalt ihrer Geschlechtsgenossen. Es wird leider auch immer schlimmer, die Hemmschwelle für solche Delikte sinkt und die Aufklärungststatistik ist gering. 

Jedoch war mein erster Gedanke auch "nichts besonderes" 24 Stunden ohne Männer, wäre manche Tage schon arg fies. Nee das lassen wir schön bleiben. 

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vor 4 Minuten, capitalcat schrieb:

Ich denke, viele Männer unterschätzen, dieses Gefühl tatsächlich.

Ja, stimme dir hier vollkommen zu. Ist wohl unmöglich. Und gerade deshalb muss man das Thema anders angehen!

Ich habe hier mal vor paar Monaten (?) eine YouTube-Video zu dem Thema gepostet, dass ich hierfür aber sehr viel besser finde:

 

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Warum machst du jetzt son Wind? Sonne Artikel gibt es überall schon seit Jahren. Wo hast du die letzten 5 Jahre gelebt? GQ hat jetzt auch keine besonders große Reichweite als dass man das bedenklich finden könnte. Also warum hilfst du der Autorin dabei son dreckiges Gedankengut noch weiter zu verbreiten?

 

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vor 2 Minuten, capitalcat schrieb:

Schon alleine ihr Beispiel mit dem Nachts Spazieren im Park. Ich mache im Sommer eine Abendrunde Spaziergang um 22/ 23 Uhr, weil ich danach besser schlafe. Und auch wenn ich mich prinzipiell nicht als ängstlich bezeichne, so dreht man sich doch oft mal um, um zu checken ob da keiner hinter dir läuft; manchmal läuft da einer mit seinen Hunden Gassi und man überlegt sich heimlich im Kopf, ob einer aus den umgebenden Häusern im Zweifelsfall deinen Schrei hören würde. Meine Mutter und mein Freund sagen mir ich soll immer Pfefferspray in meiner Tasche haben, auch wenn ich mich vehement seit Jahren wehre, eines mitzutragen, weil es mir das Gefühl verleiht der unterliegenden Angst mehr Raum einzugestehen als nötig.

weißte warum ich das super nachvollziehen kann? Weil es mir in dieser Situation genau so geht. Auch ich drehe mich nachts öfter mal um wenn ich zu Fuß unterwegs bin und ich bin ein großer Kerl. Und ich denke es gibt jede Menge Typen da draußen die das ganz ähnlich empfinden. Angst ist kein Frauenthema! Und für den Umgang mit der Angst ist man selbst verantwortlich.

Ich erwarte ja auch nicht, dass mich ein Team Stewardessen zu meinem Sitz bringt, mich sanft in den Arm nimmt und mir ermutigende Worte zuflüstert. Obwohl ich echt heftige Flugangst habe. Aber wenn Stewardessen mit nacktem Oberkörper arbeiten würden, dann wär die Angst weg ... vielleicht ist das ja doch ein guter Ansatz ...

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vor 1 Minute, spirou schrieb:

Und gerade deshalb muss man das Thema anders angehen!

Hast du Vorschläge?

Zum Video: Kenne ich selbst von früher auch, dass die "Konditionierung" nett und freundlich zu sein, den im übertriebenen Sinne (for lack of a better word) "Selbsterhaltungstrieb" überschattet. Da war ich so zwischen 18-23. Mittlerweile bin ich direkter und vielleicht selbst einfach dreister, wobei ich sagen muss, dass ich auch deutlich weniger negative Encounter habe als damals. Denke, dass liegt einerseits daran, dass ich früher weniger Selbstbewusstsein hatte und man das an meiner Körperhaltung schon von weitem sah und an zweiter Stelle, ggf. mit dem steigendem Alter, dass Interesse verfliegt (?). 

vor 1 Minute, Hexer schrieb:

weißte warum ich das super nachvollziehen kann? Weil es mir in dieser Situation genau so geht. Auch ich drehe mich nachts öfter mal um wenn ich zu Fuß unterwegs bin und ich bin ein großer Kerl. Und ich denke es gibt jede Menge Typen da draußen die das ganz ähnlich empfinden. Angst ist kein Frauenthema! Und für den Umgang mit der Angst ist man selbst verantwortlich.

Ich erwarte ja auch nicht, dass mich ein Team Stewardessen zu meinem Sitz bringt, mich sanft in den Arm nimmt und mir ermutigende Worte zuflüstert. Obwohl ich echt heftige Flugangst habe. Aber wenn Stewardessen mit nacktem Oberkörper arbeiten würden, dann wär die Angst weg ... vielleicht ist das ja doch ein guter Ansatz ...

Ja, aber komm. Das ist für mich jetzt whataboutism. Ja, als Mann bist du auch gefährdet und wenn da einer mit einer Waffe/ Messer ankommt, bist du ziemlich schlecht dran. Spricht keiner ab. Aber. Als Frau bist du halt schon ohne den Einsatz von Waffen körperlich benachteiligt. Das ist echt extrem und ich glaube, wenn man nicht regelmäßig diese Kraft des Gegegnübers spürt, kann man das Gefühl wirklich nicht nachfühlen. 

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vor 22 Minuten, Hexer schrieb:

Was mich aber dabei besonders nervt ist diese Position, dass Frau nichts verändern muss (im Gegenteil: Rücksichtnahme wäre ja ne Einschränkung, das geht natürlich nicht).

Lass uns mal ein Beispiel aus dem Text nehmen: Mann und Frau sind nachts zufällig auf derselben Straße unterwegs, der Mann dabei einen Meter hinter der Frau. In dem Text fordert die Autorin ja nun dazu auf, dass der Mann die Seite wechseln möge, um zu signalisieren "ich bin nicht hinter dir her". Deiner Ansicht nach sollte besser die Frau die Straßenseite wechseln, um zu signalisieren "ich hab gerade n ungutes Gefühl"?

 

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Die zweite Hälfte des Artikels fand ich deswegen interessant, weil es ja praktisch in der Verführungskunst helfen kann. Ansätze davon beherzigen wir ja schon, mit Augenkontakt und Annähern von vorne, abgewandt, nicht bedrohliche Haltung. Ich merke aber, dass ich viel zu wenig darüber nachgedacht habe, wie sich Frauen in Situationen fühlen könnten, die außerhalb meines Direktansprechens liegen. Ich hab doch gar kein Interesse daran, eine Frau zu verängstigen, das Gegenteil ist der Fall. Und wenn ich das vermeiden kann, in dem ich die Straßenseite wechsle, warum nicht.

Hängen geblieben bin ich aber im ersten Teil, der ja weniger dramatisch daherkommt. Beleuchtet er doch ein Problem, das ich schon häufiger von schönen Frauen geschildert bekommen habe. „Ja, ich würde anstatt im Hotelzimmer zu sitzen, gerne in die Bar runtergehen. Das mache ich aber nicht. Die Typen dort betrachten mich als Freiwild. Selbst wenn sie nicht betrunken und penetrant sind, so stört es mich doch, dass jeder Kerl meint, dass eine allein da sitzende Frau automatisch angesprochen werden muss.“ So ähnlich habe ich das oft gehört, immer verbunden mit dem Zusatz, dass der richtige Mann natürlich kommen darf. Ein typischer weiblicher Widerspruch. Es kann ja nicht sein, dass die Frau im Hotelzimmer bleibt. Oder man ihr rät, die Bewunderung und Ansprache doch zu genießen.

Ich habe noch keine richtige Lösung. Denn auch ich predige ja, dass jede Frau angesprochen werden kann, am besten innerhalb der ersten 3 Sekunden. Es würde mir aber auch auf den Sack gehen, wenn ich irgendwo mit meinem Laptop sässe und schnell etwas erledigen möchte und dauernd angequatscht würde.

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vor 5 Minuten, Hexer schrieb:

Angst ist kein Frauenthema!

Dazu gibt es eine super Doku:

 

vor 4 Minuten, capitalcat schrieb:

Hast du Vorschläge?

Ja, einige. Je nachdem, wie weit man ausholen will. Man kann aber damit anfangen, die bisherige Kritik hier umzusetzen.

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vor 6 Minuten, Elisa_Day schrieb:

Lass uns mal ein Beispiel aus dem Text nehmen: Mann und Frau sind nachts zufällig auf derselben Straße unterwegs, der Mann dabei einen Meter hinter der Frau. In dem Text fordert die Autorin ja nun dazu auf, dass der Mann die Seite wechseln möge, um zu signalisieren "ich bin nicht hinter dir her". Deiner Ansicht nach sollte besser die Frau die Straßenseite wechseln, um zu signalisieren "ich hab gerade n ungutes Gefühl"?

 

Ich komme ja auch aus einer nicht ganz ungefährlichen Stadt, mir wurde geraten in einem selbstverteitigungskurs damals an der Schule, wenn man denkt das einem jemand folgt soll man sich mit dem Rücken Richtung Hauswand drehen so tun als wenn man etwas in der Tasche suchen würde und den "bedroher" vorbei lassen. Meist kann man im Bruchteil einer Sekunde erkennen ob es eine Bedrohung darstellt. Und man nimmt dem Angreifer den Überraschungseffekt. Bisher ist mir das erspart geblieben, aber ich bin allgemein kein ängstlicher Mensch. 

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Natürlich kann man immer beleuchten, welche Autorin so etwas geschrieben hat, genauso wie das weibliche Anspruchsdenken. Das ist mir aber zu einfach, alles auf die verhärmten Emanzen oder übertriebenes Prinzessinendenken zu schieben.

Ich frage mich bei so etwas immer, was ich selbst ändern kann. Das ist der schwierigere Weg, anstatt auf andere abzuladen, bei sich selbst anzufangen. Genauso rate ich es ja auch jedem hier, die Schuld erst mal nicht bei der Frau zu suchen, weil man das sowieso nicht ändern kann, sondern bei sich selbst anzufangen.

Was also tun in der Hotelbar? Noch besser screenen? Denn bei einem bin ich mir ganz sicher: von den richtigen Typen möchten die Frauen angesprochen werden. Auch wenn es Fitnessstudios und Saunen für Frauen gibt, so gehen Mädchen doch abends nur deswegen weg, weil auch Jungs da sind! Welche Mädelsclique will Samstagabend in eine Disco, in der nur andere Mädelscliquen sind. Die beste Unterhaltung dort wäre Mord- und Totschlag, wer am besten geschminkt ist. Aber was sie wollen, sind Jungs. Irgendwie muss man mit dem Widerspruch umgehen, der sich daraus ergibt und aus dem Tenor des Artikels.

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vor 5 Minuten, Fastlane schrieb:

Was also tun in der Hotelbar? Noch besser screenen? Denn bei einem bin ich mir ganz sicher: von den richtigen Typen möchten die Frauen angesprochen werden. Auch wenn es Fitnessstudios und Saunen für Frauen gibt, so gehen Mädchen doch abends nur deswegen weg, weil auch Jungs da sind! Welche Mädelsclique will Samstagabend in eine Disco, in der nur andere Mädelscliquen sind. Die beste Unterhaltung dort wäre Mord- und Totschlag, wer am besten geschminkt ist. Aber was sie wollen, sind Jungs. Irgendwie muss man mit dem Widerspruch umgehen, der sich daraus ergibt und aus dem Tenor des Artikels.

Sehr interessant dazu dieser Artikel der Welt. Damals zur meetoo-Debatte:

https://www.welt.de/politik/ausland/article172335715/Franzoesinnen-gegen-MeToo-Die-Freiheit-aufdringlich-zu-werden.html

bearbeitet von spirou
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vor 11 Minuten, Elisa_Day schrieb:

Lass uns mal ein Beispiel aus dem Text nehmen: Mann und Frau sind nachts zufällig auf derselben Straße unterwegs, der Mann dabei einen Meter hinter der Frau. In dem Text fordert die Autorin ja nun dazu auf, dass der Mann die Seite wechseln möge, um zu signalisieren "ich bin nicht hinter dir her". Deiner Ansicht nach sollte besser die Frau die Straßenseite wechseln, um zu signalisieren "ich hab gerade n ungutes Gefühl"?

Weißte, ich bekomme das natürlich auch im Alltag mit. Wenn in so einer Situation die Frau sich unnatürlich verhält, dann versuche ich natürlich möglichst schnell und im größten Abstand vorbeizukommen. Aber das ist pure Nettigkeit von mir. Auf die Idee, die Straßenseite zu wechseln würde ich im Leben nicht kommen. Ich kann ihre Gedanken nicht erahnen und ich versuche es auch erst gar nicht.

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vor 23 Minuten, capitalcat schrieb:

Ja, aber komm. Das ist für mich jetzt whataboutism. Ja, als Mann bist du auch gefährdet und wenn da einer mit einer Waffe/ Messer ankommt, bist du ziemlich schlecht dran. Spricht keiner ab. Aber. Als Frau bist du halt schon ohne den Einsatz von Waffen körperlich benachteiligt. Das ist echt extrem und ich glaube, wenn man nicht regelmäßig diese Kraft des Gegegnübers spürt, kann man das Gefühl wirklich nicht nachfühlen. 

Du willst echt sagen meine Angst sei weniger wert? Das ist ja Spannend!

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Schwieriges Thema. Ich kann Frauen voll und ganz verstehen, dass sie Angst haben, nachts alleine rum zu laufen, weil potentiell ein Vergewaltiger hinter jeder Ecke lauern könnte. Aber nur Männern die Schuld und Verantwortung zu geben, ist schon heavy, einfach weil so viele Faktoren da mitspielen. Und das kommt ja häufiger aus der Feminismus Bewegung.  Heutzutage kann schon ein "Du siehst scharf aus" als sexuelle Nötigung bewertet werden. Zudem: Was haben diese Schuldzuweisungen und Verantwortungsverschiebung für Konsequenzen? Grade für Männer, die überhaupt keinen Bezug dazu haben und brav ihr Bürgerleben leben? Steigert nur vermehrt die Unsicherheiten vieler Männer, was dazu führt, dass viele einfach verweichlicht und femininer werden.

Statistisch gesehen ist die Anzahl gemeldeter Vergewaltigungen in Deutschland ganz weit unten auf der Liste im Vergleich zu anderen Ländern in der EU. Zudem passieren die meisten Vergewaltigungen im Bekanntenkreis oder in der vertrauten Umgebung. Klar passiert es auch so auf unbekannten Terrain mit unbekannten Leuten, aber wer kann einem schon eine garantierte Sicherheit bieten? Die lebenslange Unversehrtheit hätte ich auch gerne, als Mann. Aber auch Männer geraten in ungemütliche Situationen, nicht nur die Frauen. 

Andere Fragen, die ich mir natürlich stelle sind: Warum muss ein Mann vergewaltigen? Welche Motive stecken dahinter? Reine Lust? Etwas, was für mich noch etwas unbeleuchtet ist und ich keine passenden Quellen dazu finde. Vielleicht hat da jemand anders mehr Infos. Ich tippe eher auf extreme Frustration, mangelnde Auswahl und eine ungesunde Einstellung, was die eigene verzerrte Realität bestätigt und letztendlich zu diesem Handeln motiviert. Denke, dass der Scheiß einfach n Symptom von viel tiefergehenden Problemen gesellschaftlicher Strukturen ist, die sich nicht per se aufheben lassen, wenn man nur Männern die Schuld gibt.

Game und Pickup sollte meiner Meinung nach das Standardreportoire eines jeden Mannes sein, um da positiv mitzuwirken. Genau so wie Empathie für solche Situationen.

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vor 3 Minuten, Hexer schrieb:
vor 27 Minuten, capitalcat schrieb:

Ja, aber komm. Das ist für mich jetzt whataboutism. Ja, als Mann bist du auch gefährdet und wenn da einer mit einer Waffe/ Messer ankommt, bist du ziemlich schlecht dran. Spricht keiner ab. Aber. Als Frau bist du halt schon ohne den Einsatz von Waffen körperlich benachteiligt. Das ist echt extrem und ich glaube, wenn man nicht regelmäßig diese Kraft des Gegegnübers spürt, kann man das Gefühl wirklich nicht nachfühlen. 

Du willst echt sagen meine Angst sei weniger wert? Das ist ja Spannend!

Naja von Wert zu sprechen ist etwas irritierend in diesem Kontext. Aber sie ist definitiv (noch) irrationaler. Ist schon richtig was CC schreibt. Erstmal kommst du als Mann für gewisse Stratftatbestände als Opfer (fast) nicht in Frage und zum anderen hast du in körperlichen Auseinandersetzungen deutlich bessere Chancen als eine Frau. Ergo solltest du begründetermaßen auch weniger Angst haben.

vor 14 Minuten, Fastlane schrieb:

Ich frage mich bei so etwas immer, was ich selbst ändern kann. Das ist der schwierigere Weg, anstatt auf andere abzuladen, bei sich selbst anzufangen.

Alles eine Frage von Intention und Ausführung. Wenn beides gut ist, bin ich mit mir selbst im Reinen. Eine negative Reaktion des Gegenübers kann es dann natürlich immer noch geben, aber das liegt dann nicht mehr in meiner Verantwortung.

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vor 1 Stunde, Fastlane schrieb:

Nachdenklich, ja fast verstört hat mich aber eine Kolumne. Was würden Männer und Frauen machen, wenn es das andere Geschlchlecht nicht gäbe, fragt die Autorin und das Schmunzeln in meinem Gesicht über die ersten Gedanken und Antworten gefrot mir etwas, als ich weiterlas.

Ich denke, dass natürlich nicht nur Aussagen a la "Endlich keine Männer mehr!" kamen sondern als Teil einer Masse von Menschen, die eben von bestimmten Erlebnissen vorgeprägt sind...es gibt schließlich auch Männer, die sich nachts unwohler fühlen, als tagsüber, das bringt vielleicht einfach der Zustand von Dunkelheit an sich mit sich. Man sieht einfach weniger. Weniger Menschen auf der Straße, Gestalten die etwas vorhaben nutzen sowas natürlich aus. Schließlich gibt es ja Gründe, warum ein Überfall oft nachts geschieht. Die Autorin hat schon ein krasses, einschlägiges, persönliches Erlebnis geschildert. Sowas prägt, reagiert hat sie jedoch mit Kampfeswillen und das war sehr gut!

Zitat

Jungs hier, habt ihr -wie ich- darüber eigentlich nie nachgedacht?

Doch selbstverständlich. Spätestens seit Beginn der Zeiten des zumindest subkommunizierten Generalverdachtes machte ich mir Gedanken, wie ich wirke, wenn ich des nachts unterwegs bin. Ich kam jedoch auch zu dem Schluss, dass eine Modifikation meines Verhaltens dann ab einem gewissen Punkt meine eigene Freiheit einschränken könnte. Das mag erstmal egoistisch klingen, doch ich gehe ja nicht aktiv in der Nacht auf der Straße auf Mädels zu und schon gar nicht in einer bedrohlichen Manier. Wenn ich schnell nach Hause will und da läuft jemand vor mir und ich habe es eilig, dann schreite ich halt schneller und überhole einfach. Das liegt aber auch daran dass ich mit meinen Schritten vielleicht per se schneller bin. Den Punkt, wo die Autorin sagt, man solle sich da jetzt für eine Frau prügeln...äh!...naja das ist natürlich eine Aufforderung für eine eventuelle Straftat -  rein objektiv als Außenstehender gesehen...denn man weiß ja null, was da eigentlich los ist. Da sollte man als Frau wohl besser offen um Hilfe bitten, so wie es oft geraten wird. Aufmerksamkeit erzeugen und einfach mit einer Gruppe von Leuten mitlaufen usw...für das eigene Selbstvertrauen tut es gut Kampfsport oder zumindest ein paar effektive Kniffe zu erlernen, um das Kräfteverhältnis auszuhebeln und das geht, siehe Krav Maga oder andere Techniken. So wurde schon manche Vergewaltigung verhindert, auch durch die Verursachung des Todes des Gegners.

Zitat

Wie könnte man unsere Verführungsstrategien in Einklang bringen mit den Bedenken, die die Autorin offenbar nicht grundlos anbringt?

Körpersprache ist ein wichtiger Aspekt, denke ich. Jemand der etwas vorhat, hat mMn schon eine gewisse Subkommunikation inne. Das gedrungene Bild von dunklen Gestalten kommt nicht von ungefähr, ebenfalls wie langes Anstarren und Warten, bis eine Person alleine ist...auch ein Fokus beinhaltet ja ein gewisses Interesse, ob positiv oder negativ. Hände raus ist ja per se ein offenes Zeichen. Doch das Ding ist halt, dass auch solche Mittel wieder missbräuchlich eingesetzt werden können. 

Der Artikel spiegelt jedoch auch eine gewisse Hemmnis seitens der Frau wieder, was die eigene Selbstbehauptung angeht und das finde ich sollte in heutigen Zeiten nicht einfach nur per se an die Männlichkeit abgegeben werden, wenn man mal die körperlichen Verhältnisse außen vor lässt, denn das impliziert ja wieder die Rolle des Mannes als den großen Beschützer, was nicht nur ordendtlich nach hinten losgehen kann - die Autorin sagt ja, dass der Mann lieber aufs Maul kriegen soll als sie selbst, platt gesagt - sondern ebenfalls gesellschaftlich kontrovers diskutiert wieder gerne als Bevormundung der Frau ausgelegt werden kann.

Kurz und gut: Interessante Debatte, inhaltlich sehr vielseitig, doch auch sehr abhängig von der Perspektive des Individuums, inklusive dessen Prägung und Erwartungen.

bearbeitet von LALO
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vor 35 Minuten, Hexer schrieb:

weißte warum ich das super nachvollziehen kann? Weil es mir in dieser Situation genau so geht. Auch ich drehe mich nachts öfter mal um wenn ich zu Fuß unterwegs bin und ich bin ein großer Kerl. Und ich denke es gibt jede Menge Typen da draußen die das ganz ähnlich empfinden. Angst ist kein Frauenthema! Und für den Umgang mit der Angst ist man selbst verantwortlich.

Kenn ich, nennt sich Wachsamkeit und ist komplett natürlich. Hab ich ständig, wenn ich nachts unterwegs bin, auch wenn ich nur um den Block gehe. Ich scanne meine Umgebung ab und bin bei schlecht einsehbaren Ecken noch ne Schippe aufmerksamer. Bin auch extrem viel Nachts allein unterwegs gewesen, um irgendwo hin zu komen oder eben nachts alleine nachhause zu kommen, besonders als Jugendlicher. Einmal war ich angetrunken, auf dem Nachhauseweg und ein Mann meinte wohl ich wäre ein leichtes Opfer für ein Überfall, blöderweise hat er den Effekt von Adrenalien und Angst unterschätzt und hat ordentlich kassiert - aber auf die Fresse 😄

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Redet mal mit euren Mädels. Da hatten erstaunlich viele schon recht brenzlige Situationen durch. Und konnten oft auch nicht besonders gut damit umgehen. Physische Unterlegenheit ist schon bißchen problematisch.

Wird leider verwässert und vor allem tabuisiert von dämlichen "er hat mir hinterhergepfiffen" Diskussionen.

vor 6 Minuten, TheCreat0r schrieb:

vergewaltigen? Welche Motive stecken dahinter? Reine Lust? Etwas, was für mich noch etwas unbeleuchtet ist und ich keine passenden Quellen dazu finde. Vielleicht hat da jemand anders mehr Infos. Ich tippe eher auf extreme Frustration, mangelnde Auswahl und eine ungesunde Einstellung, was die eigene verzerrte Realität bestätigt und letztendlich zu diesem Handeln motiviert.

Geht wohl öfter um Macht. Was ganz gut ist, weil Frau theoretisch aktiv aus dem Opferding rauskommen kann.

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