Ich muss endlich mein Kernproblem angehen

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Ich merke gerade, dass ich seit Jahren mein Kernproblem vor mir herschiebe: Ich kann nicht gut damit umgehen, wenn von Menschen nicht das zurück kommt, was ich mir erhoffe und ich breche denn schnell den Kontakt ab.

Eigentlich bin ich sehr gut darin neue Kontakte zu knüpfen, aber sobald ich mich enttäuscht fühle, sei es weil ich keine Antwort auf eine Nachricht bekomme oder jemand nie anbietet auch mal mich zu besuchen, reagiere ich gekränkt und sehe oft den Kontaktabbruch als einziges Mittel mein gefühltes Ungleichgewicht in der Beziehung wieder herzustellen.

Wenn man nach Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls geht, denke ich hier an sich selbstischer behaupten. Demnach ist es folgerichtig sich selbst zu lieben und sich von der Person zu distanzieren, die einen enttäuscht. Nehmen wir mal eine aktuelle Situation mit einem Freund:

Ich ihn vor ein paar Wochen nach langer Zeit wieder getroffen und er hat den Wunsch nach Kontakt geäußert. Er wohnt jetzt im angesagten Viertel und bot mir an bei ihm vorbei zu kommen. Ich hatte zu der Zeit den Kontakt nicht mehr gesucht, weil er selten die Initiative ergriff und machte deutlich, dass er an der Reihe sei mal mich zu besuchen. Er tat dies denn auch und wir hatten einen netten Nachmittag. Daraufhin besuchte ich ihn eine Woche später spontan. Er kam denn wiederum zu meinem Geburtstag. Kurze Zeit später besuchte ich ihn wieder spontan, weil ich auf einen Flohmarkt um die Ecke wollte. Er kam mit und wir hatten einen netten Nachmittag. An dem Tag sprachen wir auch über Technik und er wollte einen kleinen Computer von mir abkaufen, den ich nicht mehr unbedingt brauche. Er meinte ich könnte die Tage rum kommen und ihm den bringen. Da ging es schon wieder bei mir los!

"Was ich soll ihm den bringen? Er will doch was von mir. Soll er den halt abholen." Ich fand es herablassend von ihm so etwas zu verlangen. Ich beschloss ihm den Computer nicht zu bringen und antwortete nicht direkt auf sein Angebot.

Ca. 1,5 Wochen später schrieb er mir und hatte ein paar Technikfragen. Er sprach es nicht direkt an, aber erwähnte den Computer wieder. Ich war an dem Wochenende krank, bot ihm das Teil nochmal an. Ich sagte ich würde zu Hause bleiben und er könne das Teil gerne abholen. Darauf antwortete er nicht mehr.

Nun sind wieder über 2-3 Wochen vergangen und ich hatte aufgrund einer Feierlichkeit Grund mich mit einem Gruß bei ihm zu melden. Aus dem Anlass schlug ich auch ein Treffen vor. Eigentlich fühle ich mich wegen der ganzen Sache aber gerade nicht gut. Ich wollte mich nicht bei ihm melden und fühle mich jetzt gar nicht nach dem Treffen. Ich überlege ihm morgen einfach abzusagen und darauf zu warten bis er sich wieder meldet.

Irgendwie wird aus dem ganzen denn ein Spiel und das finde ich recht anstrengend. Freundschaft sollte nicht so ein Geringe um Aufmerksamkeit sein. Vielleicht empfinde auch nur ich es so und er denkt überhaupt nicht darüber nach. Das würde mich aber auch verletzen.

Früher habe ich denn immer abrupt den Kontakt beendet oder meine Unzufriedenheit angesprochen. Mittlerweile tue ich das nicht mehr und das ist schon ein Fortschritt. Trotzdem reagiere ich immer noch gekränkt und lasse mich davon runter ziehen. Deshalb schreibe ich wohl gerade diesen Text als Kompensation.

Wie reagiert ihr auf solche Situationen? Ich bin mir bewusst, dass viele Menschen solche Probleme nicht haben und das ganz pragmatisch sehen. Für mich ist es das leider nicht. Dies ist genau der Grund warum mein SC so klein ist. Fast all meine Bekanntschaften sind so schnell geendet.

 

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Nun, was du erlebst sind emotionale Trigger in Beziehung. Die entstehenen durch ähnliche Verletzungen mit deinen ersten Bindungspersonen, also Eltern, Geschwistern. Um das zu lösen wirst du ohne deine Kindheitserinnerungen nicht rumkommen. 

Die klassische Frage wäre da: Wo hast du ähnliche Erfahrungen in deiner Kindheit gemacht?

usw, usw.

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vor 14 Stunden, Mobilni schrieb:

Nun, was du erlebst sind emotionale Trigger in Beziehung. Die entstehenen durch ähnliche Verletzungen mit deinen ersten Bindungspersonen, also Eltern, Geschwistern. Um das zu lösen wirst du ohne deine Kindheitserinnerungen nicht rumkommen. 

Die klassische Frage wäre da: Wo hast du ähnliche Erfahrungen in deiner Kindheit gemacht?

usw, usw.

Ich wurde als vierjähriger von meiner Mutter verstoßen nach der Trennung meiner Eltern. Ich weiß also eigentlich sehr genau woher es kommt. Bin auch seit Jahren in Behandlung deswegen. Es ist etwas besser geworden dadurch, aber nicht ganz weg. Trotzdem denke ich, dass es sich für niemanden gut anfühlt nicht beachtet zu werden und andere Menschen damit evtl. anders umgehen. Persönlichkeisentwicklung geht ja in der Regel nicht in die Tiefe und ist mehr eine Art selbstgeführte Verhaltenstherapie getragen von der Gemeinschaft hier. Daher hoffe ich hier nur auf Strategien um damit umzugehen.

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vor 28 Minuten, crazytimes schrieb:

Ich wurde als vierjähriger von meiner Mutter verstoßen nach der Trennung meiner Eltern. Ich weiß also eigentlich sehr genau woher es kommt. Bin auch seit Jahren in Behandlung deswegen. Es ist etwas besser geworden dadurch, aber nicht ganz weg. Trotzdem denke ich, dass es sich für niemanden gut anfühlt nicht beachtet zu werden und andere Menschen damit evtl. anders umgehen. Persönlichkeisentwicklung geht ja in der Regel nicht in die Tiefe und ist mehr eine Art selbstgeführte Verhaltenstherapie getragen von der Gemeinschaft hier. Daher hoffe ich hier nur auf Strategien um damit umzugehen.

Ich denke eine quick-fix Strategie gibt es nicht. Dir muss nur klar sein, dass dieser Mensch, obwohl (!) ihr euch kaum kennt, eine immense Macht über deine Gefühlswelt hat. Das hat nichts mit ihm zu tun. Du kannst auf ihn wütend sein aber im Grunde bist du wegen etwas anderem wütend. Es ist nicht hilfreich, es an ihm dann auszulassen oder sich vor seiner Kränkung zu retten, es ist ja nicht seine. Und, dass du den Kontaktabbruch zu ihm brauchst (!) um runterzukommen. Die Erkenntnis alleine sollte erstmal nen mentalen Abstand herstellen. Grundsätzlich gibt es auch nen Unterschied, ob du deine Kränkung spürst oder ob du sie auch ausagierst. Das ist ne innere Energie, an sich sehr gut. Richte sie lieber daran, wie du deine innere Not selbst beruhigen kannst, statt über den Kontaktabbruch. Die Grenzen zwischen, wann ist er ein Arsch und wann ist es mein Thema, wirst du mit der Zeit lernen. Aktuell geht es noch nicht, daher würde ich erstmal davon ausgehen, dass es was mit mir zu tun hat.

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Gast

Hey, Du.

Lass das Buch mal vorerst bei Seite.

Es besteht ein Unterschied zwischen "sich nur ausgenutzt/hintergangen/verarscht fühlen" und tatsächlich ausgenutzt zu werden.

Wenn du dir zu 100% sicher wärst, dass dein Gegenüber dich absichtlich so behandelt, weil er dich nicht auf Augenhöhe sieht, und nur als "Kumpel" (und dich so ganz simpel auch wie von dir beschrieben ausnutzt), du aber z.B. mehr, dann ist deine Reaktion ja korrekt, dass du den Kontakt abbrichst, da du nur Menschen um dich haben möchtest, die dich auf Augenhöhe sehen und auch so behandeln.

Du kannst dir folgende Fragen zur Hilfe stellen:

- Wie lange kenne ich mein Gegenüber, bei dem dieses Gefühl durch sein Verhalten auftaucht?

- War er in schweren Zeiten für mich da?

- Ist es vielleicht nur eine allgemeine Eigenart von ihm, und ist er nicht nur speziell zu dir so?

Wenn er z.B. seit Jahren ein guter Freund ist, der es in Notlagen bewiesen hat, dann solltest du dir klar machen, dass er dich nicht absichtlich erniedrigen möchte.

Dann, beachten, dass nicht jeder perfekt ist, er vielleicht auch unbewusst Mechanismen hat. So wie es dich möglicherweise unbewusst triggert, hat er vielleicht unbewusst als Schutz oder Bequemlichkeit etc. solche von dir beschrieben Verhaltensweisen.

Wenn du zu dem Entschluss kommst, dass es zu seinem allgemeinen Verhalten gehört, und er sich bei jedem so verhält, dann musst du für dich selbst entscheiden, ob du damit umgehen kannst. Ich denke ja, da du ja dann weißt, wie du das zu sehen hast und es nicht persönlich nimmst.

Aber das wichtigste ist doch: Wenn er dich wirklich auf Augenhöhe sieht, dann kannst du es einfach ansprechen: "Hey du, mir kommt es so vor, als ob du mich ausnutzen möchtest, da du den PC von mir haben willst, aber einfach sagst, dass ich den vorbei bringen soll. Für mich wäre es eigentlich korrekt, wenn du ihn abholst, da du ihn ja auch möchtest". Die Antwort, sein Invest hierauf wird dir einige Fragen beantworten.

Und auch noch zu beachten: Es gibt wirklich Menschen, die einen so simpel und ganz "sanft/primitiv" ausnutzen. Aber wenn sie das bei 10-20 Menschen am Tag machen, ist das eine Menge und sie machen sich das Leben einfach. Also etwas aufs Bauchgefühl hören ist nicht verkehrt. Da musst du in deinem Umfeld vergleichen, ob du wirklich bei jedem solche Gefühle empfindest, oder nur bei ein paaar. Wenn letzteres, dann hast du vielleicht sogar Recht und achtest nur dich selbst, weil du dir nicht alles gefallen lassen möchtest?

Aber: Um dir selbst eigene Sicherheit zu geben, würde ich doch einfach mal das tun, was ich in fett markiert habe. Von deiner Wahrnehmung sprechen, respektvoll darlegen, wie es dir rüber kam, und seine Sicht der Dinge erfragen. Vielleicht war es ihm in diesem Fall auch gar nicht so bewusst und er dachte einfach: "Ach, der kommt ja eh so oft spontan unangemeldet vorbei, um mit mir was zu unternehmen (Und er geht ja auch immer drauf ein, nimmt sich die Zeit, also mag er dich wohl?), da kan er ihn auch beim nächsten Mal einfach mitbringen."

Was dir helfen könnte, ist denke ich, wirklich nicht nur kurze Verhaltensabschnitte eines Menschen zu sehen, sondern sein ganzes Verhalten dir gegenüber über eine lange Zeit. Wenn er dich die meiste Zeit auf Augenhöhe behandelt, dann sind die anderen Sachen nur Kleinigkeiten, über die man sprechen kann, und lernen kann, damit umzugehen, wenn einem etwas an dem Gegenüber liegt. Geben und Nehmen. Das ist dann Freundschaft.

Also, nicht unbedingt immer selbst den Psychologen spielen und sich möglicherweise selbst was einreden, dass es an der KIndheit liegt. Es kann, aber dann bespreche es in deiner Behandlung. Es kann aber auch nicht, und dann erniedrigst du dich selbst, obwohl dein Bauchgefühl möglicherweise doch Recht hat!

 

bearbeitet von Gast

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Du klammerst dich an eine Vorstellung wie etwas zu sein, oder zu laufen hat. Läuft es dann nicht so, bist du enttäuscht. Enttäuscht sein, bedeutet auch etwas zu enttarnen, nämlich deine zu großen Bedürfnisse und Vorstellungen an Menschen, die es dir Recht machen sollen, es aber nicht tun. Man ist aber nicht enttäuscht von dem, was ein Anderer tut oder nicht tut, sondern nur über die eigene Erwartung an den Anderen. Eine Strategie wäre, Dinge klarer abzusprechen. Dieses hin- und her mit dem PC war kinderkram. Enttäuschungen begegnen uns täglich. Lerne damit umzugehen, ansonsten könnte es dir passieren in die Verbitterung abzurutschen und das muss nicht sein. Beleuchte deine aufkommenden Emotionen, wenn du dich enttäuscht fühlst und hinterfrage diese. Niemand muss es dir Recht machen; gilt natürlich auch umgekehrt. Ich tippe mal darauf, dass du auch mehr negative Gedanken am Tag hegst als positive. Positives Denken ist aber wichtig. Dieser Teil deiner Persönlichkeitsentwicklung darf ausgebaut werden. Bei der nächsten Enttäuschung, egal welcher, sag dir und meine es ernst, dass  -er oder sie- müssen meinen Erwartungen nicht entsprechen und dann schau mal was deine Emotionen dazu sagen. In der Regel flachen sie dann auch etwas ab, 

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vor 6 Stunden, KOK1615 schrieb:

Wenn er dich wirklich auf Augenhöhe sieht, dann kannst du es einfach ansprechen: "Hey du, mir kommt es so vor, als ob du mich ausnutzen möchtest, da du den PC von mir haben willst, aber einfach sagst, dass ich den vorbei bringen soll. Für mich wäre es eigentlich korrekt, wenn du ihn abholst, da du ihn ja auch möchtest". Die Antwort, sein Invest hierauf wird dir einige Fragen beantworten.

Er hat sich heute gemeldet und wir waren was essen. Da ich vorher schon in der Stadt war, hatte ich den Computer denn auch nicht mit, was ich ihm denn auf seine Frage so entgegnete. Am Ende des Tages fragte er wieder nach dem Computer und sagte ich könnte ihm den ja bringen. Ich sprach denn an, dass mir in unserer Freundschaft ein Gleichgewicht wichtig ist, ich ihm einen guten Preis für den Computer mache und ihm den denn auch nicht noch hinterher tragen möchte. Er hat darauf vorgeschlagen gleich mit zu mir zu kommen und ihn abzuholen. Wir haben denn noch hier kurz was gezockt und er ist los. Alles in allem ist das jetzt okay für mich gelaufen. Ich habe nicht überreagiert und trotzdem meine Bedürfnisse nicht komplett vernachlässigt.

vor 5 Stunden, Firster schrieb:

Du klammerst dich an eine Vorstellung wie etwas zu sein, oder zu laufen hat. Läuft es dann nicht so, bist du enttäuscht. Enttäuscht sein, bedeutet auch etwas zu enttarnen, nämlich deine zu großen Bedürfnisse und Vorstellungen an Menschen, die es dir Recht machen sollen, es aber nicht tun. Man ist aber nicht enttäuscht von dem, was ein Anderer tut oder nicht tut, sondern nur über die eigene Erwartung an den Anderen. Eine Strategie wäre, Dinge klarer abzusprechen. Dieses hin- und her mit dem PC war kinderkram. Enttäuschungen begegnen uns täglich. Lerne damit umzugehen, ansonsten könnte es dir passieren in die Verbitterung abzurutschen und das muss nicht sein. Beleuchte deine aufkommenden Emotionen, wenn du dich enttäuscht fühlst und hinterfrage diese. Niemand muss es dir Recht machen; gilt natürlich auch umgekehrt. Ich tippe mal darauf, dass du auch mehr negative Gedanken am Tag hegst als positive. Positives Denken ist aber wichtig. Dieser Teil deiner Persönlichkeitsentwicklung darf ausgebaut werden. Bei der nächsten Enttäuschung, egal welcher, sag dir und meine es ernst, dass  -er oder sie- müssen meinen Erwartungen nicht entsprechen und dann schau mal was deine Emotionen dazu sagen. In der Regel flachen sie dann auch etwas ab,  

Klar, die Erwartungshaltung ist ein wichtiger Punkt und definitiv etwas woran ich arbeiten kann. Dennoch ist es für mich aufgrund meiner Vergangenheit wichtig meine Bedürfnisse wahr zu nehmen und diese auch zu äußern. Sonst staut es sich bei mir auf und ich explodiere. Ich werde aber versuchen mir dein Mantra mal zu geben, wenn es das nächste mal vorkommt.

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Gast
vor 10 Minuten, crazytimes schrieb:

Ich sprach denn an, dass mir in unserer Freundschaft ein Gleichgewicht wichtig ist, ich ihm einen guten Preis für den Computer mache und ihm den denn auch nicht noch hinterher tragen möchte. Er hat darauf vorgeschlagen gleich mit zu mir zu kommen und ihn abzuholen. Wir haben denn noch hier kurz was gezockt und er ist los.

Na siehst du. So negativ war es also für ihn gar nicht auf dem Schirm.

Also: nicht so sehr in solche Dinge reinsteigern, sondern direkt angewöhnen, höflich, ruhig und wohlwollend auf Augenhöhe bei deinem Gegenüber das Gespräch zu suchen, wenn du dich mal ungerecht behandelt fühlst. So klärt sich doch schon einiges und es gibt keinen Grund für Spekulationen, zudem machst du (hoffentlich) in Zukunft positive, friedliche Erfahrungen, dass dir die Menschen nichts böses wollen. Und die, die dem Gespräch nicht auf Augenhöhe begenen, die kannst du ausselektieren.

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Am 22.4.2023 um 22:25 , crazytimes schrieb:

"Was ich soll ihm den bringen? Er will doch was von mir. Soll er den halt abholen." Ich fand es herablassend von ihm so etwas zu verlangen. Ich beschloss ihm den Computer nicht zu bringen und antwortete nicht direkt auf sein Angebot.

Ich weiß, das ist inzwischen geklärt.

Dennoch hast du die Sache in deinem Kopf unbewusst größer gemacht, als sie war.
Wäre ja ohne großes "Gleichgewicht in einer Freundschaft", "Augenhöhe" etc. einfach gewesen ihm zu sagen, dass es dir besser passt, wenn er das Ding kurz abholt.
 

Am 22.4.2023 um 22:25 , crazytimes schrieb:

Trotzdem reagiere ich immer noch gekränkt und lasse mich davon runter ziehen.

Das genau ist wohl der wichtige Punkt. Solche Kleinigkeiten nicht immer gleich persönlich nehmen. Einfach locker bleiben.

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Es kommt auch auf den vibe an. Ich hätte kein Problem ihm den PC zu bringen, wenn ich ihn auch verkaufen will oder es nicht drängt und ich in der Gegend bin, why not. Macht keinen Unterschied. 

Und wenn ich keine Zeit/Lust habe würde ich das auch so sagen "Sry ich komme in nächster Zeit leider nicht dazu, aber wenn du in früher brauchst, komm vorbei". 

 

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vor 19 Stunden, crazytimes schrieb:

Klar, die Erwartungshaltung ist ein wichtiger Punkt und definitiv etwas woran ich arbeiten kann. Dennoch ist es für mich aufgrund meiner Vergangenheit wichtig meine Bedürfnisse wahr zu nehmen und diese auch zu äußern. Sonst staut es sich bei mir auf und ich explodiere. Ich werde aber versuchen mir dein Mantra mal zu geben, wenn es das nächste mal vorkommt.

Nicht nur aufgrund deiner Vergangenheit, ist es wichtig Bedürfnisse zu äußern. Selbstverständlich sollte, ja muss ein jeder seine Wünsche und Bedürfnisse äußern, ansonsten können sie ja nicht erfüllt werden. In deinem speziellen Fall allerdings erwartest du von anderen die Befriedigung deiner Wünsche, ohne das sie diese kennen. Zum Beispiel das hier:

Am 22.4.2023 um 22:25 , crazytimes schrieb:

Er meinte ich könnte die Tage rum kommen und ihm den bringen. Da ging es schon wieder bei mir los!

Glaubst du wirklich, er wollte dich bewusst kränken, oder dich ausnutzen etcpp. Das glaube ich nicht. Er dachte sich wohl, dass wenn du den PC mitbringst, es nur ein Weg ist, was ja auch wahr ist und er dachte wahrscheinlich an einen netten Nachmittag mit dir. Dieses "Nette" hast du dir selber zerstört und das solltest du los werden. Außerdem hätte ein weiteres Treffen eure Beziehung zueinander gefestigt und ausgebaut. Es ist sehr schade, dass du diese Chance nicht wahrgenommen hast. Was du benötigst ist ein wenig Distanz zu den von dir erdachten Motiven. Im Großen und Ganzen meinen es die Menschen gut. Untergrab dir das nicht selber.

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Am 24.4.2023 um 18:34 , ElNuevo schrieb:

Sei doch mal ganz verrückt und tue gezielt Kleinigkeiten einfach nur so. Für andere Menschen, nicht für dich! Bring Arbeitskollegen einen Kaffee, tue Menschen einen Gefallen, bringe ihm bei nächster Gelegenheit den Computer. Warum - Weil du es so willst ohne Erwartungen, mit reiner Absicht! Und dann achte mal auf dein Gefühl und auf deine Umgebung. 

Werde ich mal probieren. Danke! 🙂

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Am 24.4.2023 um 18:34 , ElNuevo schrieb:

Sei doch mal ganz verrückt und tue gezielt Kleinigkeiten einfach nur so. Für andere Menschen, nicht für dich! Bring Arbeitskollegen einen Kaffee, tue Menschen einen Gefallen, bringe ihm bei nächster Gelegenheit den Computer. Warum - Weil du es so willst ohne Erwartungen, mit reiner Absicht! Und dann achte mal auf dein Gefühl und auf deine Umgebung. 

Kann das wirklich sehr empfehlen!

Das ist ein Investment mit einem sehr hohem Return wenn man das zu seinem Standard macht. Dabei sollte man sich selbst aber genauso wichtig nehmen und die eigenen Bedürfnisse nicht unter die der anderen stellen.

bearbeitet von Gast

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Am 22.4.2023 um 22:25 , crazytimes schrieb:

Ich merke gerade, dass ich seit Jahren mein Kernproblem vor mir herschiebe: Ich kann nicht gut damit umgehen, wenn von Menschen nicht das zurück kommt, was ich mir erhoffe und ich breche denn schnell den Kontakt ab.

Eigentlich bin ich sehr gut darin neue Kontakte zu knüpfen, aber sobald ich mich enttäuscht fühle, sei es weil ich keine Antwort auf eine Nachricht bekomme oder jemand nie anbietet auch mal mich zu besuchen, reagiere ich gekränkt und sehe oft den Kontaktabbruch als einziges Mittel mein gefühltes Ungleichgewicht in der Beziehung wieder herzustellen.

Wenn man nach Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls geht, denke ich hier an sich selbstischer behaupten. Demnach ist es folgerichtig sich selbst zu lieben und sich von der Person zu distanzieren, die einen enttäuscht. Nehmen wir mal eine aktuelle Situation mit einem Freund:

Ich ihn vor ein paar Wochen nach langer Zeit wieder getroffen und er hat den Wunsch nach Kontakt geäußert. Er wohnt jetzt im angesagten Viertel und bot mir an bei ihm vorbei zu kommen. Ich hatte zu der Zeit den Kontakt nicht mehr gesucht, weil er selten die Initiative ergriff und machte deutlich, dass er an der Reihe sei mal mich zu besuchen. Er tat dies denn auch und wir hatten einen netten Nachmittag. Daraufhin besuchte ich ihn eine Woche später spontan. Er kam denn wiederum zu meinem Geburtstag. Kurze Zeit später besuchte ich ihn wieder spontan, weil ich auf einen Flohmarkt um die Ecke wollte. Er kam mit und wir hatten einen netten Nachmittag. An dem Tag sprachen wir auch über Technik und er wollte einen kleinen Computer von mir abkaufen, den ich nicht mehr unbedingt brauche. Er meinte ich könnte die Tage rum kommen und ihm den bringen. Da ging es schon wieder bei mir los!

"Was ich soll ihm den bringen? Er will doch was von mir. Soll er den halt abholen." Ich fand es herablassend von ihm so etwas zu verlangen. Ich beschloss ihm den Computer nicht zu bringen und antwortete nicht direkt auf sein Angebot.

Ca. 1,5 Wochen später schrieb er mir und hatte ein paar Technikfragen. Er sprach es nicht direkt an, aber erwähnte den Computer wieder. Ich war an dem Wochenende krank, bot ihm das Teil nochmal an. Ich sagte ich würde zu Hause bleiben und er könne das Teil gerne abholen. Darauf antwortete er nicht mehr.

Nun sind wieder über 2-3 Wochen vergangen und ich hatte aufgrund einer Feierlichkeit Grund mich mit einem Gruß bei ihm zu melden. Aus dem Anlass schlug ich auch ein Treffen vor. Eigentlich fühle ich mich wegen der ganzen Sache aber gerade nicht gut. Ich wollte mich nicht bei ihm melden und fühle mich jetzt gar nicht nach dem Treffen. Ich überlege ihm morgen einfach abzusagen und darauf zu warten bis er sich wieder meldet.

Irgendwie wird aus dem ganzen denn ein Spiel und das finde ich recht anstrengend. Freundschaft sollte nicht so ein Geringe um Aufmerksamkeit sein. Vielleicht empfinde auch nur ich es so und er denkt überhaupt nicht darüber nach. Das würde mich aber auch verletzen.

Früher habe ich denn immer abrupt den Kontakt beendet oder meine Unzufriedenheit angesprochen. Mittlerweile tue ich das nicht mehr und das ist schon ein Fortschritt. Trotzdem reagiere ich immer noch gekränkt und lasse mich davon runter ziehen. Deshalb schreibe ich wohl gerade diesen Text als Kompensation.

Wie reagiert ihr auf solche Situationen? Ich bin mir bewusst, dass viele Menschen solche Probleme nicht haben und das ganz pragmatisch sehen. Für mich ist es das leider nicht. Dies ist genau der Grund warum mein SC so klein ist. Fast all meine Bekanntschaften sind so schnell geendet.

 

Ich kenne das sehr gut von mir selbst und ich vermute, auch bei dir wird es schwer weggehen.

Ich habe auch jahrelang versucht das zu verändern, mittlerweile akzeptiere ich das vielmehr. Nämlich, dass ich überdurchschnittlich hohe Erwartungen an "Freundschaft" habe.
Alles andere sind für mich "Bekanntschaften, Kontakte". In einer Welt wie dieser, insbesondere in der heutigen Zeit, verliert "Freundschaft" immer mehr an Bedeutung. Klingt vielleicht sehr pessimistisch, bin ich aber als Mensch gar nicht. Aber ich weiß, wie ich als Freund für andere sein kann und sehe den Unterschied dann.

Also, schau einfach, aber es kann gut sein, dass du vielmehr lernst es zu akzeptieren und mehr dein Ding machst. Es geht oft, gerade in diesem Forum hier, um Veränderungen. Aber in letzter Zeit entdecke ich mehr und mehr die Selbstakzeptanz und das ist mega befreiend! Die Grundlage für mich ist die Selbstakzeptanz, dann kommen "Veränderungen", vielmehr Entwicklungen im Rahmen dieser Selbstakzeptanz.

Statt meine Erwartungen und Ansprüche runterzuschrauben, verkehre ich lieber mit weniger Menschen und definiere nur wenige Kontakte als "Freundschaft".
Übrigens, haben meine hohen Erwartungen und Ansprüche mich im Leben zu was gebracht. Meine Kunden z.B. profitieren von meinem hohen Maß an Engagement für sie.

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