Xatrix Deep Talk: hier rappen 20 Jahre Erfahrung

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Hallo, ich habe eine Frage, die ich kaum formulieren kann. Vor wenigen Wochen habe ich ein cruel discard von meinem festen Langzeitfreund in einem chatroom erlebt. Ich bin noch immer geschockt und fassungslos. Wir wollten eigentlich zusammenziehen und hatten ernste Pläne. Aber 2 Tage bevor es ernster werden konnte, entsorgte er sich meiner schriftlich online. Er lebt bei seiner Mutter und unser Ziel wäre auch gewesen, dass er mit Ausziehbemühungen aktiv beginnt. Ich habe Grund zur Annahme, dass sie beim schriftlichen cruel discard mitbeteiligt war. Warum tut ein Mann Anfang 30 so etwas und was sollte ich am besten tun?

bearbeitet von Anna87

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vor 7 Stunden, Anna87 schrieb:

Hallo, ich habe eine Frage, die ich kaum formulieren kann. Vor wenigen Wochen habe ich ein cruel discard von meinem festen Langzeitfreund in einem chatroom erlebt. Ich bin noch immer geschockt und fassungslos. Wir wollten eigentlich zusammenziehen und hatten ernste Pläne. Aber 2 Tage bevor es ernster werden konnte, entsorgte er sich meiner schriftlich online. Er lebt bei seiner Mutter und unser Ziel wäre auch gewesen, dass er mit Ausziehbemühungen aktiv beginnt. Ich habe Grund zur Annahme, dass sie beim schriftlichen cruel discard mitbeteiligt war. Warum tut ein Mann Anfang 30 so etwas und was sollte ich am besten tun?

Mit den Informationen wird dir hier ehrlich gesagt niemand eine seriöse oder detaillierte Antwort geben können. Dafür fehlen einfach viel zu viele Hintergründe. Wie lange wart ihr zusammen? Wie lief die Beziehung vorher? Gab es Konflikte? Was genau stand in dieser Nachricht? Warum vermutest du, dass seine Mutter beteiligt war? Wenn du wirklich eine Einschätzung möchtest, solltest du deutlich mehr Kontext liefern.

Grundsätzlich kann man aber schon zwei Dinge sagen: Ein Mann Anfang 30, der noch bei seiner Mutter wohnt, ist zumindest eine Red Flag. Das muss nicht automatisch etwas Schlimmes bedeuten, aber es wirft Fragen auf. Genauso ist eine Trennung per Chat, wenn zuvor gemeinsame Zukunftspläne und ein Zusammenzug im Raum standen, ebenfalls eine Red Flag. Wer eine ernsthafte Beziehung führt, sollte auch den Anstand besitzen, eine Trennung persönlich zu kommunizieren.

Deshalb würde ich den Blickwinkel vielleicht etwas verändern. Im Moment siehst du wahrscheinlich nur den Schmerz darüber, wie die Beziehung geendet hat. Ich würde eher darauf schauen, wovor du möglicherweise bewahrt wurdest.

Stell dir vor, ihr wärt tatsächlich zusammengezogen, hättet geheiratet oder sogar Kinder bekommen  und erst dann hättest du festgestellt, dass dieser Mann Konflikte auf diese Art löst, sich möglicherweise stark von seiner Mutter beeinflussen lässt und sich seiner Verantwortung entzieht. Das wäre eine ganz andere Hausnummer gewesen.

So hart sich das jetzt anfühlt: Es ist gut möglich, dass dir hier ein wesentlich größerer Fehler erspart geblieben ist. Deshalb würde ich nicht der Beziehung hinterhertrauern, sondern froh sein, dass sich sein Charakter noch vor einem gemeinsamen Alltag gezeigt hat. Lieber jetzt eine schmerzhafte Trennung als Jahre später mit gemeinsamen Verpflichtungen und einer deutlich komplizierteren Ausgangslage.

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vor 15 Stunden, holywater schrieb:

Stell dir vor, ihr wärt tatsächlich zusammengezogen, hättet geheiratet oder sogar Kinder bekommen  und erst dann hättest du festgestellt, dass dieser Mann Konflikte auf diese Art löst, sich möglicherweise stark von seiner Mutter beeinflussen lässt und sich seiner Verantwortung entzieht. Das wäre eine ganz andere Hausnummer gewesen.

So hart sich das jetzt anfühlt: Es ist gut möglich, dass dir hier ein wesentlich größerer Fehler erspart geblieben ist. Deshalb würde ich nicht der Beziehung hinterhertrauern, sondern froh sein, dass sich sein Charakter noch vor einem gemeinsamen Alltag gezeigt hat. Lieber jetzt eine schmerzhafte Trennung als Jahre später mit gemeinsamen Verpflichtungen und einer deutlich komplizierteren Ausgangslage.

Das war auch einer meiner ersten Impulse. Ich dachte oder schrieb sogar, dass ich froh bin, nicht verheiratet zu sein, sonst müsste ich mich zusätzlich mit dem Thema Scheidung befassen.

Zitat

Im Moment siehst du wahrscheinlich nur den Schmerz darüber, wie die Beziehung geendet hat. 

Nein, ich glaube, das hat nicht eingesetzt. Ich bin noch im Schockzustand und versuche, so viel wie möglich zu analysieren. Das mit ihm war meine letzte Chance, eine eigene Familie zu gründen. Ich bin jetzt Ende 30. Oder besser gesagt, meine letzte Chance, die ich mir selbst gegeben habe. Mit Anfang 20 habe ich schon einmal ein cruel discard erlitten. Das ging damals vor Gericht. Aus der Notwendigkeit heraus, mich gegen einen geschickten Pickup Artist zu verteidigen, habe ich exzessiv juristische Dinge gelesen. Gerade so konnte ich dadurch einer Vorstrafe entgehen. Ich weiß noch wie heute, wie verliebt die Staatsanwältin mir gegenübersaß und errötete, wenn sie von ihm sprach. Jahrelang hatte ich Albträume und konnte mir nicht die Frage beantworten, was ich falsch gemacht habe und warum ich die Gefahr zu spät bemerkte. Ich wäre froh für mich, wenn sich dieses Trauma in dieser Form nicht wiederholen würde und ich es dieses Mal schaffen würde, mir einen Reim auf die Geschehnisse zu machen. Da ich selbst mit der Red Flag, von einem Mann traumatisiert worden zu sein, in die Beziehung ging, hatte ich großes Verständnis für seine Red Flags. Mehr noch, ich habe es nie direkt gewagt, ihn ehrlich und selbstbewusst zu kritisieren. Schriftlich kam es vor, aber wenn ich es ihm ins Gesicht sagen wollte, endete es immer damit, dass ich wegen Schuldgefühlen weinte, damit Frust und Ablehnung bei ihm ausgelöst zu haben. 

Zitat

Grundsätzlich kann man aber schon zwei Dinge sagen: Ein Mann Anfang 30, der noch bei seiner Mutter wohnt, ist zumindest eine Red Flag. Das muss nicht automatisch etwas Schlimmes bedeuten, aber es wirft Fragen auf. Genauso ist eine Trennung per Chat, wenn zuvor gemeinsame Zukunftspläne und ein Zusammenzug im Raum standen, ebenfalls eine Red Flag. Wer eine ernsthafte Beziehung führt, sollte auch den Anstand besitzen, eine Trennung persönlich zu kommunizieren.

Mir liegt die Frage sehr am Herzen, was er rein theoretisch selbst tun müsste, um seine Red Flags loszuwerden und ein besserer Mann zu werden - also anständig und verantwortungsbewusst.

Als die Beziehung begann, war er 27 und sehr negativ seiner Mutter gegenüber eingestellt. Ich habe ihm geglaubt, als er sagte, dass er unbedingt bald ausziehen wolle - unabhängig von mir. Er sagte damals sogar, dass er am liebsten nie wieder mit seiner Mutter sprechen möchte. Es klang überzeugend, dass er sich von ihr lösen wollte. Von daher war das anfänglich kein direktes Liebeshindernis für mich.

Zitat

Wie lange wart ihr zusammen? Wie lief die Beziehung vorher? Gab es Konflikte?

5 Jahre. Es gab Konflike und wenigstens 2 Mal zuvor hat er die Beziehung auch schon beendet oder pausiert. Die erste Pause hat er etwa einen Monat nach Beziehungsbeginn verlangt. Da wollte er kein "Cockblocker" sein. Wir besprachen die Regeln, die eingehalten werden müssen, damit es danach nicht endgültig zuende ist. Ich hatte ihn zum Bachelorzweitversuch überredet und die Beziehungspause war seine Bedingung. Ich gab ihm Ratschläge, Anmerkungen und korrigierte auch mehrmals seine Arbeit und die Korrekturen seines Vorgesetzten, der als Freund seiner Mutter auch sein Mitbewohner war. Er bestand die Arbeit. Das war wohl das letzte Mal, dass er mich ernst nahm und sich sachlich etwas von mir sagen ließ. Bezogen auf diese Arbeit sagten wir ursprünglich, dass es für eine Ehe besser sei, wenn zumindest ein Partner einen akademischen Abschluss hat - ich habe nur gleichwertige Zertifikate.

Die erste richtige Trennung bezog sich schon auf das Wohnungsthema. Es waren nur wenige Tage. Er ließ sich zu einem Treffen überreden, wo sich herausstellte, dass er mich weiterhin liebte. Aber er formulierte ab da unrealistische Forderungen, damit ich ihm meine Liebe beweisen sollte. Ich glaube, er hing sehr an mir. Bei unserem ersten Date hatte er seinen ersten Kuss. Ich hatte in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, dass er Angst bekam, etwas noch besseres zu verpassen, wenn er an mir festhält. Seine Forderungen an mich nach seiner ersten Trennung beinhalteten beispielsweise, dass ich mich darum zu kümmern habe, meinen Lebensunterhalt nach dem Auswandern in sein Heimatland selbst zu bestreiten, ohne mir dort aber selbst eine eigene Unterkunft organisieren zu dürfen. Also er untersagte mir explizit, eine Wohnung zu suchen. Das würde ihn in seiner Männlichkeit und seinem Selbstbild eines guten Freundes kränken. Darum wolle er sich kümmern. Ich gab nach, obwohl Wohnungsnachweis zwingende Einreisevoraussetzung und Voraussetzung für normale Arbeitserlaubnis in diesem Land ist.

Darüber hinaus schreib er aber oft Dinge wie an den besagten Tagen im Chat, nämlich, dass er befürchtet, dass ich nur finanziell versorgt werden will und, dass er "nicht mehr mag" und, dass er von mir das Gefühl vermittelt bekommt, dass er ein Arschloch ist. Ich sah darüber hinweg und tat es als Depriphase ab oder als Unsicherheit, die nach viel Bestätigung wieder weg geht.

Auch dieses Mal stellte ich wie bei seiner Pausenidee Forderungen. Ich wollte eine Kontaktsperre, eine Kommunikationspause. Ich bat mehrmals um Zeit zum Nachdenken und meine letzte Bitte beim Texten zu zweit bestätigte er.

Das war eigentlich nur ein kleiner Ausschnitt der Konflikte. Trotzdem empfand ich die Beziehung als sehr schön. Wir waren uns einig, dass es sehr harmonisch zwischen uns ist. Das war aber nur bei den persönlichen Treffen wirklich so. Wir hatten eine Fernbeziehung und haben uns eher von Wochenende zu Wochenende tatsächlich geliebt und die anderen Tage irgendwie überbrückt. 

Es gab auch Kritik von ihm, die berechtigt war. Zum Beispiel sagte er mehrmals, dass er sich als Entertainer vorkommt und ihm das nicht gefällt. Mir war das nicht sachlich genug in der Kommunikation. Ich habe nie im entscheidenden Moment den Kern der Kritik verstanden. Im Nachhinein glaube ich, dass er gespürt hat, dass ich emotional verschlossen war. Ich erzählte ihm zwar, womit ich mich beschäftige und, was mich interessiert, es wurde aber zu keiner gemeinsamen Aktivität. Seine Hobbies und Interessen haben unsere Kommunikation und gemeinsamen Aktivitäten vollständig dominiert.

Auch das Verbot, eine eigene Wohnung zu suchen, könnte im Nachhinein betrachtet darauf hindeuten, dass er richtigerweise gespürt hat, dass ich ihm nicht zugetraut habe, eine Familie zu versorgen. Wir hatten irgendwann mal in seiner anfänglichen Unsicherheit besprochen, dass wir unsere Finanzen immer trennen werden und nicht ohne Ehevertrag heiraten. Möglicherweise hat er sich danach gesehnt, dass ich versuche, ihm zu bestätigen, dass er es trotzdem schaffen würde, wenn es darauf ankäme.

Er kritisierte auch vorsichtig, dass ich mir kürzlich eine Spirale einsetzen lassen habe. Lange sprach er davon, dass er sich selbstverständlich sofort um alles kümmern würde, wenn es zu einer ungeplanten Schwangerschaft käme. Mein Gedanke war eher dass er sich freut und vielleicht vermehrt Motivation zur Wohnungssuche findet. Geglaubt, dass er sich im Moment einer ungeplanten Schwangerschaft rühren würde, habe ich jedenfalls keine Sekunde lang.

Es hat also, wenn ich mich selbst ehrlich analysiere, meinerseits mangelndes Vertrauen in seine männlichen Fähigkeiten gegeben. Und nichts davon habe ich ihm ins Gesicht gesagt, sondern immer vehement abgestritten. 

Zitat

Was genau stand in dieser Nachricht? Warum vermutest du, dass seine Mutter beteiligt war? Wenn du wirklich eine Einschätzung möchtest, solltest du deutlich mehr Kontext liefern.

Der vorangehende Chat zu zweit war nicht allzu ungewöhnlich. Er mochte mal wieder nicht telefonieren und nannte sich selbst ein Arschloch. Dann fragte er, ob er mir was schuldet, damit wir "eine klare Rechnung über alles" hätten. Und ich meine, auch das habe ich schonmal zuvor von ihm gehört. Am folgenden Abend schrieb er, dass wir nicht mehr zusammen sind, machte ein Bild davon und postete das in einen Incelchatroom, in dem wir beide inaktiv waren. Daraufhin folgten 2 Wochen Hetze gegen mich. Von ihm fiel der Satz "never stick your dick into crazy". In diesem Chatroom ist eine "platonische" Freundin von ihm aktiv, die sofort damit begann, mich zu beschimpfen und zu verhöhnen. Nach 2 Wochen verließ er den Chatraum wieder, das Mobbing durch die Gruppe setzte sich noch 3 weitere Wochen fort, bis ich auch diese Woche ging. 

Er muss nach seinem Übergang in den Chatraum oder nach meiner ersten Reaktion direkt den Administrator im Hintergrund kontaktiert und zu "erpressen" versucht haben, mich zu entfernen, damit ich mich nicht äußern kann. Das ist untypisch vorausschauend und eher etwas, was seine Mutter tun würde. Was sich abspielte, war eine Verleumdung. Nach seinem Bild vom privaten Chat, also auch mit Nachrichten von mir, behauptete er in der Gruppe, dass er verhindern musste, dass ich in 2 Tagen bei seiner Mutter einziehen werde, was sie und er nicht wollen und ich ihm glaubhaft angedroht hätte. Daraufhin müssten er und sie mich ja aushalten, weil ich nicht arbeitswillig sei. Ich schrieb, dass er damit eine Straftat begeht, die keine Lappalie ist. Dann kam etwas, das zweifellos nur von seinem Mitbewohner gekommen sein kann, nämlich, dass er schon auf twitter posten müsste, damit es üble Nachrede wäre. Mein Freund hat keine twitterreichweite und hätte nicht so spontan recherchiert, dass üble Nachrede ein viel niedrigeres Strafmaß hat als wissentliche Verleumdung. Dann folgten etliche Aufforderungen von ihm, dass er will, dass ich ihn anzeige und er es wissen will. Das klang nach seiner Mutter, die sich in mehreren Rechtsstreits befindet und es liebt, Anwälte gegen Nachbarn und Geschwister zu beauftragen. Ich schrieb ihm, dass ich mich zum Dementieren und zur Schadensbegrenzung gezwungen fühle und weiter Zeit zum Nachdenken benötige.

Er schrieb auch in die Gruppe, dass er sich als meine "billige Hure" fühlte. In dem Moment habe ich es nur als Beleidigung verstanden. Tatsächlich war seine Attraktivität für mich der Hauptgrund, diese Beziehung zu führen und über alle Spannungen hinweg zu schauen. In der Gruppe wurde man sich einig, dass er mich einfach benutzt und gemäß eigenem, freien Wunsch weggeworfen hat. Aber etwas sagt mir, dass er mehr sein wollte.

Ich bin sehr spirituell. Das habe ich nie mit ihm geteilt. Er wusste es theoretisch schon, hat sich aber nicht dafür interessiert. Ich bin im christlichen Glauben sehr verwurzelt. Meine Familie betet für mich. Und das heißt zwar nicht, dass es eintritt, aber mein Gott hat mir gesagt, dass er ihn zu mir zurück schicken wird. Vom ersten Tag der Verleumdung an war meine dringendste Frage, was ich zu ihm sagen würde, wenn ich ihn sehen würde. Mir fiel nichts ein. Ich glaube, in der vierten Woche dachte ich, ein passender erster Satz könnte sein: "Schön, dich zu sehen.". Dann fiel mir eine Woche später ein zweiter ein, den ich wieder vergessen habe. Den Mann, der mich mit Anfang 20 traumatisiert hat, habe ich das letzte mal in einem Gerichtsgebäude gesehen. Ich erinnere mich nicht an die letzte Unterhaltung. Mein Freund hat mir bei unserem letzten Treffen gesagt, dass er Ja sagen würde, wenn ich ihm einen Antrag machen würde. Das ist eine sehr starke Erinnerung. Er schrieb den anderen, dass er es mir deshalb nicht persönlich sagen möchte, weil ich ihn dann wieder zum Einlenken manipulieren würde und, dass es keine Chance mehr gibt, weil ich Dinge über seine Mutter geschrieben habe, die Ihm Schaden verursacht hätten, was höchstens dann irgendwie Sinn machen würde, wenn sie mitgelesen und sich darüber empört und ihn das zu spüren gegeben hätte.

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vor 4 Stunden, Anna87 schrieb:

Vielen Dank für deine Antwort.

Das war auch einer meiner ersten Impulse. Ich dachte oder schrieb sogar, dass ich froh bin, nicht verheiratet zu sein, sonst müsste ich mich zusätzlich mit dem Thema Scheidung befassen.

Nein, ich glaube, das hat nicht eingesetzt. Ich bin noch im Schockzustand und versuche, so viel wie möglich zu analysieren. Das mit ihm war meine letzte Chance, eine eigene Familie zu gründen. Ich bin jetzt Ende 30. Oder besser gesagt, meine letzte Chance, die ich mir selbst gegeben habe. Mit Anfang 20 habe ich schon einmal ein cruel discard erlitten. Das ging damals vor Gericht. Aus der Notwendigkeit heraus, mich gegen einen geschickten Pickup Artist zu verteidigen, habe ich exzessiv juristische Dinge gelesen. Gerade so konnte ich dadurch einer Vorstrafe entgehen. Ich weiß noch wie heute, wie verliebt die Staatsanwältin mir gegenübersaß und errötete, wenn sie von ihm sprach. Jahrelang hatte ich Albträume und konnte mir nicht die Frage beantworten, was ich falsch gemacht habe und warum ich die Gefahr zu spät bemerkte. Ich wäre froh für mich, wenn sich dieses Trauma in dieser Form nicht wiederholen würde und ich es dieses Mal schaffen würde, mir einen Reim auf die Geschehnisse zu machen. Da ich selbst mit der Red Flag, von einem Mann traumatisiert worden zu sein, in die Beziehung ging, hatte ich großes Verständnis für seine Red Flags. Mehr noch, ich habe es nie direkt gewagt, ihn ehrlich und selbstbewusst zu kritisieren. Schriftlich kam es vor, aber wenn ich es ihm ins Gesicht sagen wollte, endete es immer damit, dass ich wegen Schuldgefühlen weinte, damit Frust und Ablehnung bei ihm ausgelöst zu haben. 

Mir liegt die Frage sehr am Herzen, was er rein theoretisch selbst tun müsste, um seine Red Flags loszuwerden und ein besserer Mann zu werden - also anständig und verantwortungsbewusst.

 

Hi Anna87, 

@holywater hat dir schon sehr sinnvolle Reflexionen mitgegeben, die sehr helfen können. 

Bevor ich „aushole“, möchte ich dir aber gerne noch 3 Gegenfragen stellen:

1.) Du hast laut deiner Ausssage vor über 10 Jahren eine anscheinend traumatisierende gerichtliche Auseinandersetzung mit einem „Pickup Artist“ gehabt.

Ich bin nun ein wenig verwundert, dass du nun in einem bzw. in „dem“ Pickupforum nach Hilfestellung fragst. Was ist dein Beweggrund?

2.) Deine letzte Antwort ist sehr lang, enthält - außer ich habe um diese frühe Uhrzeit fette Tomaten auf den Augen - keinen einzigen Rechtschreibfehler, Satzzeichenfehler, Buchstabendreher…

So lange du nicht Lektorin bist und dir sehr viel Zeit genommen hast, wundert mich auch das.

Hast du etwas geschrieben und dann eine KI das Ganze glätten lassen oder warum ist der Text so mechanisch?!

3.) Da habe ich schon bei deinem ersten Post Fragezeichen gehabt. Ich spreche ganz gut Englisch und kann mir so „cruel discard“ natürlich übersetzen. 

Aber du benutzt diesen recht seltsamen Begriff wirklich sehr oft und fast mechanisch. Wie kommst du auf diesen Begriff?

4.) Vielleicht habe ich das bei der Wall of Text überlesen, aber wie lange ist die Trennung denn jetzt genau her?

Wie viele gute Freundinnen hast du, die dich auffangen? Wie viel enge Familienmitglieder kümmern sich um dich? 

bearbeitet von Xatrix
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vor 7 Stunden, Xatrix schrieb:

Hi Anna87, 

@holywater hat dir schon sehr sinnvolle Reflexionen mitgegeben, die sehr helfen können. 

Bevor ich „aushole“, möchte ich dir aber gerne noch 3 Gegenfragen stellen:

1.) Du hast laut deiner Ausssage vor über 10 Jahren eine anscheinend traumatisierende gerichtliche Auseinandersetzung mit einem „Pickup Artist“ gehabt.

Ich bin nun ein wenig verwundert, dass du nun in einem bzw. in „dem“ Pickupforum nach Hilfestellung fragst. Was ist dein Beweggrund?

2.) Deine letzte Antwort ist sehr lang, enthält - außer ich habe um diese frühe Uhrzeit fette Tomaten auf den Augen - keinen einzigen Rechtschreibfehler, Satzzeichenfehler, Buchstabendreher…

So lange du nicht Lektorin bist und dir sehr viel Zeit genommen hast, wundert mich auch das.

Hast du etwas geschrieben und dann eine KI das Ganze glätten lassen oder warum ist der Text so mechanisch?!

3.) Da habe ich schon bei deinem ersten Post Fragezeichen gehabt. Ich spreche ganz gut Englisch und kann mir so „cruel discard“ natürlich übersetzen. 

Aber du benutzt diesen recht seltsamen Begriff wirklich sehr oft und fast mechanisch. Wie kommst du auf diesen Begriff?

4.) Vielleicht habe ich das bei der Wall of Text überlesen, aber wie lange ist die Trennung denn jetzt genau her?

Wie viele gute Freundinnen hast du, die dich auffangen? Wie viel enge Familienmitglieder kümmern sich um dich? 

1.) Damals wusste ich noch nichts von Pickup. Ich nenne ihn nachträglich so. In dieses Forum kam ich aus ganz anderen Gründen. Ich bin ganz zufällig vor ein paar Jahren darauf gestoßen und habe hier gute Unterstützung dabei bekommen, meine letzte Beziehung gut zu beenden. Darüberhinaus habe ich auch gute Anregungen bekommen, um besser an meiner Beziehung mit meiner Mutter arbeiten zu können.

2.) Ich schreibe das selbst. Ich habe eine Weile Germanistik studiert und ehrenamtlich Deutsch unterrichtet. 

3.) Den Begriff habe ich recherchiert und fand, dass er passt. In diesem Chatraum sind teilweise Mitglieder von hier und in den letzten Wochen fielen dort mehrere Begriffe aus der Pickup Szene, die ich recherchieren musste. Es wurde geschrieben, dass er mich ghostet und dass er mit Rebound-Beschreibungen wahrscheinlich die Taktik Fake Social Proof anwendet. Er war extrem verletzend und herablassend, was er verbal mir gegenüber zuvor nie persönlich oder schriftlich getan hat.

4.) Ende Juni ist das passiert. Es lief mehrere Wochen lang ab. Er ging und kam wieder in diesen Chatraum und schrieb weiter mit Seitenhieben über mich, bis ich vor etwa 4 Tagen selbst den Kanal verlassen habe. Ich kann mit meiner Mutter und meinen beiden Brüdern darüber sprechen. Einer meiner Brüder äußerte sich besorgt darüber, dass ich in dem Monat 5 kg abgenommen habe.

5.) Meine beiden dringendsten Fragen dazu sind, was er selbst dafür tun müsste, um verantwortungsvoller und anständiger zu werden. Unabhängig von mir. Ich weiß, dass er sein Verhalten nicht reflektiert hat. Es hat vor einer längeren Zeit ein Gespräch gegeben, in dem ich ausführen musste, wo meine Grenze wäre, wann ich mich trennen würde. Und genau das tat er und schrieb auch, dass er von mir erwartet, dass ich mich auch trenne, also die Trennung bestätige oder ihn nicht mehr will. Straftaten waren meine erklärte Grenze. Wenn ich meinen Selbstschutz über die Beziehung stellen muss. Das hat er getan und vor ein paar Tagen schrieb er wieder in diesen Chatraum, dass ich mir etwas eingebildet hätte. Er hat also sein Verhalten nicht bereut oder irgendwie als verwerflich eingeordnet. Und die zweite Frage, die mich schwer beschäftigt und auf mir lastet, auch wenn es banal klingen mag, ist, was ich ihm sagen sollte, wenn ich ihm wieder begegne.

bearbeitet von Anna87

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vor 5 Stunden, Anna87 schrieb:

Vielen Dank für deine Antwort.

Ich würde versuchen, da gar nicht mehr allzu viel zu analysieren, sondern lieber zu akzeptieren. Das Ding ist durch. Aufstehen, Krone richten und schauen, wie es für dich weitergeht. Sich jetzt noch monatelang zu fragen, warum er dieses oder jenes gemacht hat, bringt dich deinem eigentlichen Ziel keinen Millimeter näher.

Deine Einschätzung mit der letzten Chance auf Familiengründung mag hart klingen, aber sie entspricht leider der biologischen Realität. Mit Ende 30 als kinderlose Singlefrau dazustehen, ist für dieses Ziel eine wirklich suboptimale Ausgangslage. Selbst wenn du heute schwanger werden würdest, wäre es medizinisch bereits eine Risikoschwangerschaft. Realistisch gesehen liegt ohne Partner eine Schwangerschaft ohnehin in weiter Ferne, und einen neuen, qualitativen Mann kennenzulernen wird mit Ende 30 leider nicht einfacher. Die meisten attraktiven Männer, die selbst Familie gründen möchten, orientieren sich eher an Frauen Ende 20 oder Anfang 30, bei denen das Zeitfenster biologisch noch deutlich größer ist. Das ist schlicht die Realität des Datingmarktes. Immerhin bist du dir der Ernsthaftigkeit deiner Situation bewusst. Viele Frauen Ende 30 oder Anfang 40 glauben tatsächlich noch, sie hätten unbegrenzt Zeit.

Wie ein Mann es schafft, "ein besserer Mann zu werden", fragst du? Mit jahrelanger Arbeit an sich selbst. Und zwar intrinsisch, weil er es selbst will und nicht, weil ihn jemand dazu drängt. Nach dem, was du schreibst, scheint genau das bei ihm aber nie passiert zu sein. Deshalb bringt dir diese Erkenntnis rückblickend leider wenig.

Die Zusammenfassung eurer fünf Jahre liest sich insgesamt ziemlich wirr, anstrengend und alles andere als harmonisch. Da frage ich mich eher, warum ihr nicht schon viel früher die Reißleine gezogen habt. Wenn man über einen so langen Zeitraum merkt, dass man sich gegenseitig mehr Kraft raubt als gibt und ständig Konflikte produziert, warum hält man dann überhaupt noch daran fest? Dass man einmal in einer unpassenden LTR landet, kann jedem passieren. Aber das bedeutet nicht, dass man so einen Zustand einfach tatenlos akzeptieren muss.

Abschließend habe ich aber auch das Gefühl, dass du selbst einige Baustellen hast, die unabhängig von ihm angegangen werden sollten. Bist du aktuell in therapeutischer oder psychologischer Begleitung? Das wäre aus meiner Sicht überhaupt keine schlechte Idee. Nicht, weil mit dir "etwas nicht stimmt", sondern damit du das Erlebte sauber verarbeiten kannst und nicht mit diesem Ballast in die nächste Beziehung gehst.

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vor 3 Minuten, Anna87 schrieb:

5.) Meine beiden dringendsten Fragen dazu sind, was er selbst dafür tun müsste, um verantwortungsvoller und anständiger zu werden. Unabhängig von mir. Ich weiß, dass er sein Verhalten nicht reflektiert hat. Es hat vor einer längeren Zeit ein Gespräch gegeben, in dem ich ausführen müsste, wo meine Grenze wäre, wann ich mich trennen würde. Und genau das tat er und schrieb auch, dass er von mir erwartet, dass ich mich auch trenne, also die Trennung bestätige oder ihn nicht mehr will. Straftaten waren meine erklärte Grenze. Wenn ich meinen Selbstschutz über die Beziehung stellen muss. Das hat er getan und vor ein paar Tagen schrieb er wieder in diesen Chatraum, dass ich mir etwas eingebildet hätte. Er hat also sein Verhalten nicht bereut oder irgendwie als verwerflich eingeordnet. Und die zweite Frage, die mich schwer beschäftigt und auf mir lastet, auch wenn es banal klingen mag, ist, was ich ihm sagen sollte, wenn ich ihm wieder begegne.

Du machst dir da Gedanken über etwas, das a) nicht in deiner Macht steht und b) auch gar nicht deine Baustelle ist. 
Was er tun müsste ist sein Bier. Hör auf dir diesbezüglich Gedanken zu machen, "wie du ihn reparieren müsstest". Das musst und kannst du nicht. 

Und auch Gedanken bezüglich einer erneuten Begegnung würde ich versuchen abzustellen. Das ist völlig ziel- und sinnloser Brainfuck. Versuche besser diesen Mann aus deinem Leben draussen zu halten. Verlasse irgendwelche Chatrooms wo er sich aufhält, lösche seine Kontaktdaten, Nummern etc. und konzentriere dich auf dich selbst. Nicht auf die Baustellen anderer Leute. 

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vor 48 Minuten, holywater schrieb:

Ich würde versuchen, da gar nicht mehr allzu viel zu analysieren, sondern lieber zu akzeptieren. Das Ding ist durch. Aufstehen, Krone richten und schauen, wie es für dich weitergeht. Sich jetzt noch monatelang zu fragen, warum er dieses oder jenes gemacht hat, bringt dich deinem eigentlichen Ziel keinen Millimeter näher.

Deine Einschätzung mit der letzten Chance auf Familiengründung mag hart klingen, aber sie entspricht leider der biologischen Realität. Mit Ende 30 als kinderlose Singlefrau dazustehen, ist für dieses Ziel eine wirklich suboptimale Ausgangslage. Selbst wenn du heute schwanger werden würdest, wäre es medizinisch bereits eine Risikoschwangerschaft. Realistisch gesehen liegt ohne Partner eine Schwangerschaft ohnehin in weiter Ferne, und einen neuen, qualitativen Mann kennenzulernen wird mit Ende 30 leider nicht einfacher. Die meisten attraktiven Männer, die selbst Familie gründen möchten, orientieren sich eher an Frauen Ende 20 oder Anfang 30, bei denen das Zeitfenster biologisch noch deutlich größer ist. Das ist schlicht die Realität des Datingmarktes. Immerhin bist du dir der Ernsthaftigkeit deiner Situation bewusst. Viele Frauen Ende 30 oder Anfang 40 glauben tatsächlich noch, sie hätten unbegrenzt Zeit.

Wie ein Mann es schafft, "ein besserer Mann zu werden", fragst du? Mit jahrelanger Arbeit an sich selbst. Und zwar intrinsisch, weil er es selbst will und nicht, weil ihn jemand dazu drängt. Nach dem, was du schreibst, scheint genau das bei ihm aber nie passiert zu sein. Deshalb bringt dir diese Erkenntnis rückblickend leider wenig.

Die Zusammenfassung eurer fünf Jahre liest sich insgesamt ziemlich wirr, anstrengend und alles andere als harmonisch. Da frage ich mich eher, warum ihr nicht schon viel früher die Reißleine gezogen habt. Wenn man über einen so langen Zeitraum merkt, dass man sich gegenseitig mehr Kraft raubt als gibt und ständig Konflikte produziert, warum hält man dann überhaupt noch daran fest? Dass man einmal in einer unpassenden LTR landet, kann jedem passieren. Aber das bedeutet nicht, dass man so einen Zustand einfach tatenlos akzeptieren muss.

Abschließend habe ich aber auch das Gefühl, dass du selbst einige Baustellen hast, die unabhängig von ihm angegangen werden sollten. Bist du aktuell in therapeutischer oder psychologischer Begleitung? Das wäre aus meiner Sicht überhaupt keine schlechte Idee. Nicht, weil mit dir "etwas nicht stimmt", sondern damit du das Erlebte sauber verarbeiten kannst und nicht mit diesem Ballast in die nächste Beziehung gehst.

Vielen Dank für deine Antwort.

1.) Ich möchte keine Traumatherapie machen. Es gab damals vor 15 Jahren schon einzelne Vorgespräche mit einer sehr renommierten Psychotherapeutin und Mediatorin, bei denen ich erkannt habe, dass ich selbst der bessere Analysator bin für die Informationen, die sich lediglich in meinem Körper und Geist befinden. Solange keine positiven äußeren Einflüsse oder Menschen hinzukommen, wäre das nur Herumrühren in der vorhandenen Suppe. Und was Beratung angeht, sind für die Qualität des Ratschlags der Charakter und die Motivation des Beraters sehr relevant.

2.) Ich fand die Beziehung tatsächlich wirklich harmonisch, wenn wir uns nahe waren. Deshalb lohnte sie sich für mich. Ich hatte nie das Gefühl, dass er mir Kraft raubt. Belastend war die Distanz und ich war mir immer sicher, dass diese Belastung beim Zusammenziehen vollständig entfallen würde. Das Zusammenziehen war fest geplant. Wie gesagt, die Adresse seiner Mutter sollte ich laut ihm für Bewerbungen nutzen, weil ich insistierte, dass eine echte Adresse vor Ort für mich unverzichtbar ist, um eine neue Arbeitsstelle in seiner Nähe zu bekommen. Jetzt hatte ich im April einen Probearbeitstag, wofür ich auch einen Vertrag bekommen hätte, was aber damit fiel, dass die Mutter einen Rückzieher machte und ich ihre Adresse doch nicht real für die notwendigen Papiere nutzen konnte. Von daher glaube ich auch, dass das eine lange gegrabene Falle der Mutter war, denn er schrieb mir vor 2 Jahren, dass sie ihm diese Idee sagte, dass ich ja bei ihr einziehen könne und er sich so die vermeindlich unbezahlbare eigene Wohnungssuche sparen könne. Wie viel davon ihm bewusst war oder er sich zukünftig bewusst machen kann, weiß ich nicht. Sein lange andauernder Vorwurf, es würde mir fürs Zusammenziehen an Motivation mangeln, war möglicherweise stark vom Einfluss der Mutter geprägt. Ich frage mich einfach selbst, ob er irgendwo bei seinem Urteil über mich Recht hatte. Wie hätte ich ihn so wertschätzen können, dass es bei ihm ankommt in so einer sachlichen Lage? Hat er erwartet, dass ich ihn darum bitte, für mich zu bürgen und war das seine subtile Bitte als er mir beim letzten Treffen in die Augen sah und sagte, dass er bei einem richtigen Kniefall Ja sagt?

 

bearbeitet von Anna87

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vor 4 Stunden, holywater schrieb:

Du machst dir da Gedanken über etwas, das a) nicht in deiner Macht steht und b) auch gar nicht deine Baustelle ist. 
Was er tun müsste ist sein Bier. Hör auf dir diesbezüglich Gedanken zu machen, "wie du ihn reparieren müsstest". Das musst und kannst du nicht. 

Und auch Gedanken bezüglich einer erneuten Begegnung würde ich versuchen abzustellen. Das ist völlig ziel- und sinnloser Brainfuck. Versuche besser diesen Mann aus deinem Leben draussen zu halten. Verlasse irgendwelche Chatrooms wo er sich aufhält, lösche seine Kontaktdaten, Nummern etc. und konzentriere dich auf dich selbst. Nicht auf die Baustellen anderer Leute. 

Es geht mir nicht darum, jetzt realen Einfluss auf ihn ausüben zu wollen. Ich war diejenige, die um Kontaktsperre und Nachdenkzeit gebeten hat. Und ich befinde mich jetzt in dieser Nachdenkzeit. Spätestens vom zweiten Tag an habe ich schon mehr als ausreichend Aufforderungen zum nexten gehört, was nur mich etwas angeht. Ich meine, mal ehrlich. Als ob jetzt ein Versorger mit Kinderwunsch Schlange steht. Er nannte sogar 2 Männer, beides platonische, tote Kontakte. Angenommen, ich sehe ihn nie wieder. Vielleicht kann ich dann noch mit 50 oder 60 einen neuen, netten Partner kennenlernen. Mir ist das zu viel Druck von der Community auf mich als Frau. Angenommen, ich lerne einen anderen netten Mann mit 60 kennen. Was erzähle ich dem dann über meine früheren Beziehungserfahrungen? Dass ich für die Verarbeitung in mehrjähriger therapeutischer Behandlung war? Nope.

Meine Frage zielt darauf ab, wie ich generell in einer seelisch intimen Situation mit einem Mann so das Gespräch führen kann, dass ich die wichtigen Dinge ausspreche, wenn ich ihn zum Nachdenken anregen möchte. Ohne ihn zu kränken oder Unnützes und nicht Zielführendes daherzureden. Auch im Hinblick auf Selektion. Um beiden die Chance zu geben, zu wissen, woran man ist, wenn ich mit etwas einfach nicht mitgehen will.

bearbeitet von Anna87

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vor 39 Minuten, holywater schrieb:

Wie ein Mann es schafft, "ein besserer Mann zu werden", fragst du? Mit jahrelanger Arbeit an sich selbst. Und zwar intrinsisch, weil er es selbst will und nicht, weil ihn jemand dazu drängt. 

Wie konkret. Was wären die konkreten Schritte und Gedanken zur Motivation dazu? Bzw. was wäre nach vorhandener Motivation vom Mann zu tun?

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@Anna87, ich habe zugegebenermaßen nicht alles gelesen, aber genug, um ein paar wichtige Sachen zu thematisieren:

1. Warum warst du damals vor Gericht, wenn ihr nicht verheiratet ward und warum ist er angeblich schlimm, dir aber eine Strafe drohte? Bist du nach der Trennung völlig aus der Tüte geraten und hast sein Auto mit einem Baseballschläger bearbeitet oder was ist passiert?

2. Hast du wirklich einen Kinderwunsch oder willst einfach einen „sicheren Hafen“ erreichen (i.S.v. „wie alle sein“)? Beides ist ok, aber du brauchst Klarheit.
Wenn du wirklich einen Kinderwunsch hast, dann lass Eizellen einfrieren, informiere dich über die Samenspendenoptionen etc. Wenn du Ü35 und U40 bist, ist es die höchste Zeit. Heutzutage gibt es genug „technische“ Möglichkeiten dazu, im europäischen Ausland ist sogar Eizellenspende legal. Es ist alles teuer und aufwendig, ja, aber nicht unmöglich.

3. Dein Problem sind nicht die Männer, sondern dein nicht vorhandener Selbstwert. Wenn ich schon lese, dass dein Ex-Partner nach einem Monat Beziehung Schluss gemacht hat und es nicht das letzte Mal war… das sagt schon alles aus. 

Arbeite dringend an deinem Selbstwert, denn ohne wird nichts in deinem Leben gut funktionieren - keine erfüllende Freundschaft, keine Karriere, keine Partnerschaft. 

4. Du stellst völlig irrelevante Fragen: Deine Aufgabe ist es nicht, herauszufinden, was ein Mann (und schon gar nicht dein Ex, der für dich tot sein sollte) tun soll, um deinen Ansprüchen zu genügen. Deine Aufgabe ist, wie dargestellt, gut für dich selbst zu sorgen, deinen Selbstwert aufzubauen und dann mit einem vernünftigen Screening einen Partner zu finden, der deinen Ansprüchen genügt. Wie er das macht, ist seine Sache, nicht deine.

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Ok, vielen Dank für deine Antwort.

vor 16 Stunden, anotherthing schrieb:

@Anna87, ich habe zugegebenermaßen nicht alles gelesen, aber genug, um ein paar wichtige Sachen zu thematisieren:

1. Warum warst du damals vor Gericht, wenn ihr nicht verheiratet ward und warum ist er angeblich schlimm, dir aber eine Strafe drohte? Bist du nach der Trennung völlig aus der Tüte geraten und hast sein Auto mit einem Baseballschläger bearbeitet oder was ist passiert?

Es ging um eine SMS, die ich ihm geschickt hatte, um emotionale Distanz herzustellen - später habe ich 2 mal meine Nummer geändert. Das kam zur Verhandlung und ich verteidigte mich mit Berufung auf Notwehr, weil ich nachweisen konnte, dass er gewalttätig war. 

Zitat

2. Hast du wirklich einen Kinderwunsch oder willst einfach einen „sicheren Hafen“ erreichen (i.S.v. „wie alle sein“)?

Letzteres, wobei ich mit ihm sehr sehr gerne Eltern geworden wäre.

Zitat

3. Dein Problem sind nicht die Männer, sondern dein nicht vorhandener Selbstwert. Wenn ich schon lese, dass dein Ex-Partner nach einem Monat Beziehung Schluss gemacht hat und es nicht das letzte Mal war… das sagt schon alles aus. 

Arbeite dringend an deinem Selbstwert, denn ohne wird nichts in deinem Leben gut funktionieren - keine erfüllende Freundschaft, keine Karriere, keine Partnerschaft. 

4. Du stellst völlig irrelevante Fragen: Deine Aufgabe ist es nicht, herauszufinden, was ein Mann (und schon gar nicht dein Ex, der für dich tot sein sollte) tun soll, um deinen Ansprüchen zu genügen. Deine Aufgabe ist, wie dargestellt, gut für dich selbst zu sorgen, deinen Selbstwert aufzubauen und dann mit einem vernünftigen Screening einen Partner zu finden, der deinen Ansprüchen genügt. Wie er das macht, ist seine Sache, nicht deine.

Selbstwert kommt vermutlich nicht einfach wie ein Schwarm Zugvögel. Hast du diesbezüglich mit etwas Bestimmtem gute Erfahrungen gemacht?

Ich glaube, dass mein Screening bei ihm sehr gut war. 

bearbeitet von Anna87
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vor 20 Stunden, Anna87 schrieb:

1.) Damals wusste ich noch nichts von Pickup. Ich nenne ihn nachträglich so. In dieses Forum kam ich aus ganz anderen Gründen. Ich bin ganz zufällig vor ein paar Jahren darauf gestoßen und habe hier gute Unterstützung dabei bekommen, meine letzte Beziehung gut zu beenden. Darüberhinaus habe ich auch gute Anregungen bekommen, um besser an meiner Beziehung mit meiner Mutter arbeiten zu können.

Sehr gut, ich hatte mich wegen der rechtlichen Verstrickung doch gewundert, aber das ist plausibel und es freut mich, dass du damals hier hilfreiches Feedback bekommen hast. 

Vielleicht noch eine Begriffsklärung, die auch für dich sinnvoll sein kann, auch wenn es nun natürlich schon lange her ist. Ich habe schon öfter mal von Frauen im Club über andere Männer oder auch auf der Straße aufgeschnappt (gerade zu den Hochzeiten, in Köln konnte man 2009 kaum als hübsche Frau über die Einkaufsstraßen gehen, um nicht mindestens 2x direkt angesprochen zu werden), dass sie sagen "das war sicher gerade ein Pickup Artist. 

Ich möchte an der Stelle weniger aus Standesdenken eben diese beschützen, sondern die Frage aufwerfen: Ist das ein Pickup Artist oder jemand der sich mit der Thematik Pickup länger beschäftigt hat oder wiederum jemand, der eines der bekannten Bücher dazu gelesen hat und sich nun ausprobiert. Der Begriff "Artist" ist so in der Form natürlich nicht geschützt und es gibt natürlich - sagen wir mal - unterschiedlich künstlerisch veranlagte Typen, aber die "Artists" waren oder sollten eine Annäherung an einen Goldstandard sein. D.h. 99% eines Forums (damals gab es ja noch verschiedene) sind Männer, die Pickup betreiben, die natürlich für sich auch beanspruchen können, künstlerisch-kreativ vorzugehen, aber gemeint waren dann doch eher die Top 1% eines Forums, die zwar nicht zaubern können, aber sich was die Quoten beim Ansprechen, Dating... geht, wirklich top Level sind.

 

Nun bezogen auf dich bzw. dich und "ihn". Es ist zwar lange her, aber du kannst mal reflektieren a) wie gut war er (hat er dich vom Ansprechen, seinem ersten Eindruck, den ersten Dates total umgehauen oder war alles ganz okay?). Die ganze Analyse soll auch kein Selbstzweck sein, sondern so kannst du dich der Frage annähern, wie viel von dem Verhalten war wirklich "er", wie viel war vielleicht künstlich angelernt, an welchen Stellen ist vielleicht er einem Forum gefolgt... 

 

2.) Ich schreibe das selbst. Ich habe eine Weile Germanistik studiert und ehrenamtlich Deutsch unterrichtet. 

Spannend, da bist du dann in den Posts, die ich gesehen hatte Top 1%. Hast du schonmal von sapio-sexuell gehört? Vielleicht ist das, wenn du diese Partnerschaft verarbeitet hast, ein Teich zum Fischen für dich. Ich z.B. kann nur mit Frauen dauerhaft zusammen sein, die kognitiv mit mir mithalten können. So lange lese ich ja noch nicht deine Beiträge, aber es wirkt auch so, dass du kognitive Aktivierung schätzt und bei vielen Überlegungen und Entscheidungen auch eher High Elaboration (google das mal) schätzt.

Meine 2. Frage hatte aber auch noch ein anderes Ziel. Klar, es gibt therapeutisches Schreiben, das dir hilft und du scheinst gerade neben der tiefen und verständlichen persönlichen Betroffenheit auch recht viel Zeit zu haben, aber wenn du hier mehr für dich rausziehen möchtest, dann macht es Sinn, klarer zu unterstreichen, was du überhaupt möchtest, anstatt so viel Wall of Text zu produzieren. Ggf. wäre das auch ein sinniger Split. Im Forum ruhig zielgerichteter schreiben - eigentlich so wie du hier auf die Fragen antwortest - und das "therapeutische Schreiben" in einem eigenen Word/One Note-Dokument oder analogem Buch niederschreiben. 

 

vor 20 Stunden, Anna87 schrieb:

3.) Den Begriff habe ich recherchiert und fand, dass er passt. In diesem Chatraum sind teilweise Mitglieder von hier und in den letzten Wochen fielen dort mehrere Begriffe aus der Pickup Szene, die ich recherchieren musste. Es wurde geschrieben, dass er mich ghostet und dass er mit Rebound-Beschreibungen wahrscheinlich die Taktik Fake Social Proof anwendet. Er war extrem verletzend und herablassend, was er verbal mir gegenüber zuvor nie persönlich oder schriftlich getan hat.
Spannend, weil ich natürlich wegen meiner langen Anwesenheit in der Szene viele Begrifflichkeiten kenne, aber ich diesen das erste Mal gelesen habe. Ich lese recht viele UK-Medien und da war mir der Begriff noch nicht untergekommen. 

Magst du verraten, was für ein Chatraum oder Forum das denn ist? Hast du die Frage bei Reddit eingestellt oder warst du gleich auf Planet-Liebe unterwegs? Dann schaue ich mir auch nochmal an, was da zu diesem Begriff geschrieben wird, damit ich mich mal weiterbilde.

Für dich kann so eine Begrifflichkeit natürlich ein positiver Coping-Mechanismus sein, weil du dich vom eigentlichen Trennungsvorgang (der ja im Grunde schon in Richtung "ohne Vorwarnung vorm Altar stehen gelassen" ähnelt..), das macht Sinn. Gleichzeitig müssen wir aber auch darauf achten, dass sich nicht wichtige Faktoren oder Gedanken hinter dieser Begrifflichkeit verstecken, die du in deinem Kopf wahrnimmst, wir aber hier nicht herauslesen können. 

Aber an dich als ehemalige Germanistin würde ich die Konnotation solcher Gedanken beachten. Cruel war diese Trennung von ihm auf jeden Fall, mit dem Begriffsteil habe ich weniger ein Thema. Allerdings solltest du für dich mal "discard" reflektieren. Was wird discarded? Müll, Unbrauchbares [...], was im Grunde eine starke Objektifizierung ist, obwohl du ja ein Mensch aus Fleisch und Blut bist. Vielleicht fühlst du dich von ihm "bösartig entsorgt", um es mal frei zu übersetzen, aber das macht wahrscheinlich etwas mit dir. 

Ich würde vom Coping her viel mehr Verantwortung bei ihm unterstreichen und zu deinem Selbstschutz ihn abzuwerten. "Verrückte Trennung aus dem nichts", oder vielleicht passt für dich auch "Trennung aus dem Nichts ohne Arsch in der Hose", ... denn er hat sich im Grunde genommen getrennt wie ein absolut konfliktscheuer Teenie, was überhaupt nicht altersangemessen ist (ebenfalls massive Red Flag). Bei dem, was du zu ihm schreibst, kann ich mir auch vorstellen, dass er sich schon länger mit dem Gedanken trug, eure Beziehung zu beenden, aber das komplett mit sich allein ausgemacht hat.

Wie sieht es denn bei ihm vom Social Circle her aus? Ich würde erstmal vermuten, dass er jetzt nicht viele enge Freunde hat? Falls doch, wäre es natürlich auch noch spannend, was du denkst, wie dir gegenüber gestanden haben/stehen und ihm wie positiv oder negativ zugesprochen haben.


4.) Ende Juni ist das passiert. Es lief mehrere Wochen lang ab. Er ging und kam wieder in diesen Chatraum und schrieb weiter mit Seitenhieben über mich, bis ich vor etwa 4 Tagen selbst den Kanal verlassen habe. Ich kann mit meiner Mutter und meinen beiden Brüdern darüber sprechen. Einer meiner Brüder äußerte sich besorgt darüber, dass ich in dem Monat 5 kg abgenommen habe.

Hm, da ist wieder dieser Chatraum.. Habt ihr euch auch in so einem kennengelernt? Es klingt schon so, dass du in Bezug auf Beziehungsanbahnung/Kennenlernen und Lebensführung durchaus etwas anders aufgestellt bist. Oder seid ihr irgendwie LARP-Fans oder Ähnliches? 
Führe gerne mal das Konstrukt aus, was es mit diesem Chatraum auf sich hat, was für Seitenhiebe (gerne Beispiele) waren das, wer las da mit...

Gut, dass du da so eine enge Familienbindung hast. Allerdings finde ich es auch an der Stelle bemerkenswert, dass du nicht eine oder mehrere gute Freundinnen nennst. Denn im Schnitt gehen Frauen mittel- und langfristig besser mit Trennungen um und kommen wieder "schneller klar", weil sie meist von ihren Freundinnen aufgefangen werden ("lass uns direkt morgen shoppen und danach in die neue Apero-Bar gehen...) und sich dort öffnen, um zu verarbeiten, während die meisten Typen das doch eher "mit sich" ausmachen und sich oft noch nicht mal dem besten Freund gegenüber öffnen können.

Auch bemerkenswert, dass dein Bruder da so einen genauen Blick auf dich hat. Gewichtsverluste können natürlich nach Trennungen auftreten, aber in einem Monat 5kg ist je nach Ausgangsgewicht schon recht deftig. Wie ist es denn gerade um dein Gefühlsleben bestellt? Du wirst natürlich nicht das blühende Leben sein, aber machen dir Hobbys, Freunde treffen, ein guter Film usw. genau so viel Spaß wie sonst oder ist dss alles krass gedämpft und du steckst in einem Gedankenkarussel fest? Wie versorgst du dich gerade, sind Alltag, Einkaufen etc. gerade so, als wenn ein starkes Gewicht auf dir lastet und dich runterzieht?

Dass du an dieser Stelle nicht loslässt, sondern nun aktiv versuchst, ihn nochmal zu verändern spricht schon recht deutlich dafür, dass du gerade Schwierigkeiten mit dem Loslassen hast. Das ist nach 4 Wochen noch nichts besonderes, aber es ist wichtig, dass du deine Gedanken, Emotionen und Gewohnheiten dir genauer anschaust, um dir bei zu langer Betroffenheit entweder Hilfe durch Familie/Freunde zu holen oder dir professionelle Hilfe zu suchen. 
 

5.) Meine beiden dringendsten Fragen dazu sind, was er selbst dafür tun müsste, um verantwortungsvoller und anständiger zu werden. Unabhängig von mir. Ich weiß, dass er sein Verhalten nicht reflektiert hat. Es hat vor einer längeren Zeit ein Gespräch gegeben, in dem ich ausführen musste, wo meine Grenze wäre, wann ich mich trennen würde. Und genau das tat er und schrieb auch, dass er von mir erwartet, dass ich mich auch trenne, also die Trennung bestätige oder ihn nicht mehr will. Straftaten waren meine erklärte Grenze. Wenn ich meinen Selbstschutz über die Beziehung stellen muss. Das hat er getan und vor ein paar Tagen schrieb er wieder in diesen Chatraum, dass ich mir etwas eingebildet hätte. Er hat also sein Verhalten nicht bereut oder irgendwie als verwerflich eingeordnet. Und die zweite Frage, die mich schwer beschäftigt und auf mir lastet, auch wenn es banal klingen mag, ist, was ich ihm sagen sollte, wenn ich ihm wieder begegne.

Darauf und auf ein paar andere Ausführungen gehe ich heute später nochmal ein. Ich muss erstmal unter die Dusche bevor eines der 3 Kids wach wird und versucht, das zu verhindern ;-) 

Das wollte ich dir hier aber auch schon mal mitgeben. Wenn du gerade Angst hast, dass dies die letzte Chance auf ein eigenes Kind/Kinder war, dann kannst du für dich doch recht viel Druck rausnehmen, wenn du dir Eizellen entnehmen lässt. So kannst du zumindest den Zeitfaktor/die tickende Uhr loslassen. Ansonsten hast du aber wirklich schon Goldstaub von @anotherthing und @holywater bekommen. Fange schonmal mit der Umsetzung davon an. Falls es dir gerade auf Grund deines Gemütszustandes sehr schwer fällt in die Umsetzung zu kommen, dann nutze eine KI, lade dort unsere Lösungsvorschläge rein und bitte die KI diese Lösungen in viel kleinere und einfacher zu initiierende Schritte zu unterteilen, damit du ins machen kommst.

Und was mir sehr gefällt und dir sicher helfen wird: Du teilst hier sehr elaboriert und offen. So können wir für dich (du bist ja Chat-erfahren ;-) ) deine "sozialen Vertragspartner" sein, die kontrollieren, wie du so vorankommst.

 

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vor 20 Stunden, Anna87 schrieb:

Es geht mir nicht darum, jetzt realen Einfluss auf ihn ausüben zu wollen. Ich war diejenige, die um Kontaktsperre und Nachdenkzeit gebeten hat. Und ich befinde mich jetzt in dieser Nachdenkzeit. Spätestens vom zweiten Tag an habe ich schon mehr als ausreichend Aufforderungen zum nexten gehört, was nur mich etwas angeht. Ich meine, mal ehrlich. Als ob jetzt ein Versorger mit Kinderwunsch Schlange steht. Er nannte sogar 2 Männer, beides platonische, tote Kontakte. Angenommen, ich sehe ihn nie wieder. Vielleicht kann ich dann noch mit 50 oder 60 einen neuen, netten Partner kennenlernen. Mir ist das zu viel Druck von der Community auf mich als Frau. Angenommen, ich lerne einen anderen netten Mann mit 60 kennen. Was erzähle ich dem dann über meine früheren Beziehungserfahrungen? Dass ich für die Verarbeitung in mehrjähriger therapeutischer Behandlung war? Nope.

Meine Frage zielt darauf ab, wie ich generell in einer seelisch intimen Situation mit einem Mann so das Gespräch führen kann, dass ich die wichtigen Dinge ausspreche, wenn ich ihn zum Nachdenken anregen möchte. Ohne ihn zu kränken oder Unnützes und nicht Zielführendes daherzureden. Auch im Hinblick auf Selektion. Um beiden die Chance zu geben, zu wissen, woran man ist, wenn ich mit etwas einfach nicht mitgehen will.

Nochmal kurz hierzu: Du bist weder daran Schuld, wenn dein damaliger Partner gewalttätig in der Beziehung war noch für die jetzige Trennung direkt vorm Zusammenziehen. Aber damals Nummer wechseln, Gericht und jetzt Kontaktsperre, Vorschläge von ihm für andere Männer nach der Trennung (wenn ich das richtig verstanden habe?!), aber das klingt schon nach - sagen wir mal - recht komplizierten oder bezogen auf den Ex damals sehr unschönen Beziehungserfahrungen. Vielleicht ist dein Screening doch nicht so gut, wie du vermutest oder du lässt einfach gewisse Dinge bewusst außer acht, weil du selber - no offense - abseits der Standardnormalverteilung (bzw. Norm) bist? 

Und wie kommst du darauf, dass du jetzt 11-21 Jahre ohne festen Partner bist?! 

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Am 8.7.2026 um 04:02 , Xatrix schrieb:

Da habe ich schon bei deinem ersten Post Fragezeichen gehabt. Ich spreche ganz gut Englisch und kann mir so „cruel discard“ natürlich übersetzen. 

Aber du benutzt diesen recht seltsamen Begriff wirklich sehr oft und fast mechanisch. Wie kommst du auf diesen Begriff?

Eigentlich eine sehr schöne Frage. Fast hätte ich sie übersehen. Der cruel discard ist der Hauptgrund für meinen Verdacht auf Fremdbestimmung. Das Phänomen wird auch narcisstic discard genannt und das habe ich ja wie gesagt schonmal erlebt. Es hat so sehr nicht zu ihm gepasst, dass ich zunächst seine "platonische" Freundin mit Hang zum Satanismus in Verdacht hatte, was sich erst änderte, als ich vor 3 Wochen ein kurzes vier-Augen-Gespräch mit seinem Mitbewohner geführt habe. Der Unterton in seiner Stimme klang so als hätte er ein persönliches Motiv, mich von diesem Mann fernzuhalten. Vor 2 Tagen bin ich im Auto langsam an ihm vorbeigefahren. Der zunächst verwirrte, dann starre Blick erinnerte mich an den anderen Narzissten, den ich zuletzt sah als ich mit meinen Eltern an ihm vorbei ins Gerichtsgebäude ging.

Unter dem Einfluss eines Narzissten kann es vorkommen, dass eine hochsensible Person nach außen hin selbst aussieht wie ein Narzisst. Das weiß ich von mir selbst. Ich habe mich sogar von meiner narzisstischen Mutter dazu bequatschen lassen, wieder irgendeinen Mann zu treffen, obwohl ich mich nicht dazu bereit fühlte, und 2 Jahre lang eine Beziehung zu führen, die mir nicht gut tat. Erst hier, als ich um Rat fragte, wie ich nach monatelangem Scheitern endlich diese Beziehung beenden kann, wurde mir bei beidem geholfen, also bei mehr als wonach ich gefragt hatte. Das Schlussmachen an sich wurde mir richtig gut vorgekaut mit konkreten Formulierungen. Ich weiß noch, dass seine erste Reaktion bei dem Gespräch die Frage war, was meine Mutter dazu sagt. Jemand wies mich in meinem Thread auf die Narcisstic-Empath-Dynamik oder Kodäpendenz hin, die zum Muster führen kann, dass sich ein Opfer von emotionaler Misshandlung durch einen Narzissten immer wieder einen Narzissten als Partner wählt. Diese Informationen waren der Durchbruch für meine Beziehungsarbeit mit meiner Mutter, für die ich mir bewusst jahrelang Zeit genommen habe, weil sie mich mein Leben lang schwer belastet hat und ich die Folgen ja mit mir alleine weiter herumtrage. Heute kann ich die Beziehung zu meiner Mutter gesund nennen.

Ich glaube, dass mein Freund hochsensibel war wie ich. Ich sagte ihm, dass ich mich erst Wochen später verliebt habe, aber tatsächlich war es für mich Liebe auf die erste Vibration. Zum ersten Date war ich 200 km zum falschen Parkplatz gefahren, wo ich mich von ihm abholen ließ. Mehrere Minuten bevor er mich zum ersten Mal sah, wusste ich, dass etwas sehr besonderes kommt. Als ich das Auto einfahren und über das Kies brettern hörte und mich in die Richtung drehte, war es als würde ich eine Hand auf der Schulter spüren und die Aufforderung hören, dass ich gut zu ihm sein soll. Dann sah ich ihn im Profil mit dieser Musik einige Meter entfernt an mir vorbeidonnern, was ich irgendwie für sterbendscool hielt und hatte den klaren Satz im Kopf: "Das ist er.". Er ist hier Member und da ich einerseits noch nicht weiß, was ich sagen sollte, sollte ich ihn selbst wiedersehen, und andererseits weiß, dass ich selbst jetzt keinen positiven Einfluss auf ihn ausüben kann, hoffe ich, dass hier vielleicht doch noch hilfreiche Tipps für ihn gedroppt werden. 

bearbeitet von Anna87

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vor 3 Stunden, Anna87 schrieb:

Es ging um eine SMS, die ich ihm geschickt hatte, um emotionale Distanz herzustellen - später habe ich 2 mal meine Nummer geändert. Das kam zur Verhandlung und ich verteidigte mich mit Berufung auf Notwehr, weil ich nachweisen konnte, dass er gewalttätig war. 

Und in der SMS stand dann „Ich töte dich“ oder was? Ich habe irgendwie kein klares Bild davon: er ist gewalttätig, aber du riskierst eine Strafe… 

vor 3 Stunden, Anna87 schrieb:

Letzteres, wobei ich mit ihm sehr sehr gerne Eltern geworden wäre.

Klar, mit einem Typen, der dich ohne Grund mehrmals verlassen hat und bei der Mutti wohnt. Sei doch froh, dass ihr eben nicht lebenslang durch Kinder aneinander gebunden seid.

Wenn du im engeren Sinne eigentlich keine Kinder willst, sondern lediglich in einer Familie „ankommen“, „wie alle sein“ willst etc., umso besser. Denn fürs „Ankommen“ brauchst du kein dermaßen aufwendiges und teueres Konzept wie eine Familie, dafür reicht gesundes Selbstbewusstsein & inneres Frieden.

vor 3 Stunden, Anna87 schrieb:

Selbstwert kommt vermutlich nicht einfach wie ein Schwarm Zugvögel. Hast du diesbezüglich mit etwas Bestimmtem gute Erfahrungen gemacht?

„Six Pillars of Self-Esteem“ ist ein Klassiker - inzwischen etwas veraltet-naiv klingende  Erklärungstexte, aber die Übungen sind ohne jeden Zweifel wirksam. Wie mit allem im Leben, muss man sie aber wirklich durchziehen, nur durch Lesen wird man nicht selbstbewusster. 

Es gibt auch zig andere Bücher, viele schwören z. B. auf Stefanie Stahl. Es gibt kein Allgemeinrezept für alle, jedem hilft ein anderer Ansatz. 

Wenn du feststellen solltest, dass du mit niederschwelligen Selbsthilfeangeboten nicht weiterkommst, such dir bald professionelle Hilfe (nur nicht Heilpraktika, bitte). Wenn das Geld vorhanden ist, zahl die Therapie/das Coaching lieber selber, als auf die Krankenkasse zu hoffen - dein Leidensdruck ist zumindest von außen betrachtet so groß, dass du schlecht 9 Monate auf einen Termin warten kannst. Und ja, ich weiß, jetzt kommt wieder deine Erfahrung aus dem vorletzten Jahrhundert, dass dir ein Profi nicht gut geholfen hat - ja, kann passieren, ist blöd, aber kein Grund zum Aufgeben. Es gibt gute und schlechte Psychotherapeuten und passende oder nicht passende Ansätze - man muss nur den für sich richtigen finden. 

vor 3 Stunden, Anna87 schrieb:

Ich glaube, dass mein Screening bei ihm sehr gut war. 

?! S. oben. 
 

vor 2 Stunden, Anna87 schrieb:

Ich glaube, dass mein Freund hochsensibel war wie ich.

Erstens kann er auch eine Giraffe oder ein Alien gewesen sein - es ist völlig egal. It’s over. 
Zweitens ist „Hochsensibilität“ keine anerkannte psychische Störung/Diagnose, sprich, jeder Holzklotz darf sich hochsensibel nennen und fühlen. Der einzige Grund, warum das Thema boomt, ist weil Influencer es leicht monetisieren können und ihre Fans sich darüber freuen, ihr Fehlverhalten mit etwas wissenschaftlich Klingendem rechtfertigen zu dürfen. Du brauchst diese billigen Tricks nicht. 

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vor 3 Stunden, Anna87 schrieb:

Er ist hier Member

Hm-m, dieser Traummann könnte gefühlt jeder zweite hier sein. 😂😂😂

vor 3 Stunden, Anna87 schrieb:

hoffe ich, dass hier vielleicht doch noch hilfreiche Tipps für ihn gedroppt werden. 

Zum letzten Mal: Das ist nicht deine Baustelle. Und auch nicht die der User hier: ich persönlich verschwende definitiv keine Zeit an Ratschläge für Menschen, die nicht danach gefragt haben. 

Lass den Typen in Ruhe, lass auch mental los und kümmere dich um dich. 

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vor 15 Minuten, anotherthing schrieb:

Hm-m, dieser Traummann könnte gefühlt jeder zweite hier sein. 😂😂 😂

Und ich wär total interessiert, wer. 😂

  • HAHA 1

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vor 35 Minuten, anotherthing schrieb:

Hm-m, dieser Traummann könnte gefühlt jeder zweite hier sein. 😂😂😂

Zum letzten Mal: Das ist nicht deine Baustelle. Und auch nicht die der User hier: ich persönlich verschwende definitiv keine Zeit an Ratschläge für Menschen, die nicht danach gefragt haben. 

Lass den Typen in Ruhe, lass auch mental los und kümmere dich um dich. 

Okay, das verändert wirklich nochmal meine Sicht auf die Thematik. Ich habe dir @Anna87 oben ja schon einige Tipps gegeben.

Einen elementaren möchte ich noch hinzufügen und der steht in Verbindung zu dem, was @anotherthing anführt:

Ich habe mir schon bei deinen sehr langen Texten gedacht: „Oh, hier fällt es jemandem aber sehr schwer loszulassen.“

Du wirkst auf mich auf jeden Fall wie jemand, der versucht, möglichst viel selbst zu steuern. Du fragst hier im Forum nach Tipps - allerdings mehr für deinen Ex, als für dich - in der Hoffnung, dass er es liest und sich aus der Forenmeinung eine Entscheidung ableitet, die er vorher nicht getroffen hat. Das wird nix!

Gleichzeitig verneinst du Psychotherapie, jetzt mit der Begründung, wie das denn deine Beziehung in 11-21 Jahren vielleicht finden würde.

Aus der Ferne und ohne validierten Fragebogen ist es natürlich Kaffeesatzleserei, aber man könnte vielleicht vermuten, dass du ein großes Kontrollbedürfnis hast. Und das ist in meinen Augen so groß, dass du es mit Spiritualität, ein wenig Küchenpsychologie und deinen Tagebüchern hier nicht wirst lösen können. Außerdem liest sich in meinen Augen jeder deiner Texte so, dass da auf ganz vielen verschiedenen Ebenen ein hoher Leidensdruck herrscht.

Deswegen schließe ich mich @anotherthing an und empfehle dir mal eine probatorische Sitzung bei einer Psychotherapeutin. 

Die wenigsten von uns können sich halt am eigenen Haar wie Baron von Münchhausen aus dem Schlamm ziehen.

Und falls dein Ex - also der crazy Discarder - hier doch reinschauen sollte: Kauf dir Eisenhans von Robert Bly und zieh zu sofort aus; zur Not erstmal Ferienwohnung oder AirBnB.

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vor 7 Stunden, Xatrix schrieb:

Vielleicht ist dein Screening doch nicht so gut, wie du vermutest oder du lässt einfach gewisse Dinge bewusst außer acht, weil du selber - no offense - abseits der Standardnormalverteilung (bzw. Norm) bist? 

Das ist eine sehr wahre Beobachtung. 

Zitat

Und wie kommst du darauf, dass du jetzt 11-21 Jahre ohne festen Partner bist?! 

Es waren damals 7 Jahre. Und da war ich Mitte 20. Gemessen an den durch mein jetziges Alter erschwerteren Voraussetzungen für eine neue, stabile Beziehung mit einem noch Unbekannten und derselben Traumasituation (wenn es denn so wäre), könnte sich diese Wartezeit schon locker verdoppeln.

Generell bin ich kein Fan der Next-Kultur. Ich war nie die Sorte Frau, die sich gerne die Hörner vor dem Settlement abstoßen wollte. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich in meinem Leben nur eine einzige, lebenslange, monogame Beziehung mit einem Mann geführt. Oder warum die Verwunderung?

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