AmonLight 724 Beitrag melden Juli 20 geantwortet vor 6 Minuten, Anna87 schrieb: Nein, warum absurd? Ja, Partner sind keine Therapeuten, dem stimme ich zu. Ich lehne es aber ab, Menschen als Material zu betrachten. Du hast vollkommen Recht. Frag doch mal in unserem speziellen Expertenbereich bei unseren Kooperationspartnern für genau solche kniffligen Fragestellungen nach: https://www.planet-liebe.com/forum/ Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Xatrix 1514 Beitrag melden Juli 20 geantwortet (bearbeitet) Am 7.7.2026 um 01:05 , Anna87 schrieb: Hallo, ich habe eine Frage, die ich kaum formulieren kann. Vor wenigen Wochen habe ich ein cruel discard von meinem festen Langzeitfreund in einem chatroom erlebt. Ich bin noch immer geschockt und fassungslos. Wir wollten eigentlich zusammenziehen und hatten ernste Pläne. Aber 2 Tage bevor es ernster werden konnte, entsorgte er sich meiner schriftlich online. Er lebt bei seiner Mutter und unser Ziel wäre auch gewesen, dass er mit Ausziehbemühungen aktiv beginnt. Ich habe Grund zur Annahme, dass sie beim schriftlichen cruel discard mitbeteiligt war. Warum tut ein Mann Anfang 30 so etwas und was sollte ich am besten tun? Du hast noch viel ausgeführt und Neues hinzugefügt. Ich versuche ausgehend von deinem 1. Posting den weiteren Infos zwei Analysepositionen aufzumachen: 1. Was ist da genau jetzt bei ihm passiert? 2. Warum fällt es dir so schwer, dich von ihm zu lösen, obwohl er so viele Red Flags aufweist und dich so brutal hat sitzen lassen. 1. Was ist da genau jetzt bei ihm passiert? Ich sehe 3 Problemkomplexe, die zum abrupten Rückzug vom Zusammenzug geführt haben. 1.1 Das Zusammenziehen als Auslöser Ein Zusammenzug in eine gemeinsame Wohnung mit dir bedeutet einen erheblichen Schritt in Richtung „Eigenständigkeit“ im Leben und Verbindlichkeit eurer Beziehung. Bei jemandem, der in seinem Alter noch bei der Mutter wohnt, gleicht das Ausziehen und Zusammenziehen für ihn einer Herausforderung, der er sich nicht gewappnet fühlt und die dementsprechend einen Blumenstrauß an Ängsten ans Tageslicht fördert. Die Lösung, wie er die „Schreckenskammer“ umgeht: Abblasen des Zusammenzugs und beenden der Beziehung. 1.2 Konfliktvermeidung Meist sind sie Heim-Wohner seines Alters starke Konfliktvermeider, denn es hat Gründe, warum er sich so schwer von seiner Mutter lösen kann. Die Symbiose mit ihr ermöglicht ihm, möglichst konfliktfrei sein Leben zu gestalten. Weil er auch große Angst vor dem Konflikt mit dir hat, spricht er nicht über seine Ängste, teilt keine Bedenken mit und sucht er nicht das Gespräch. 1.3 Starke emotionale Abhängigkeit von der Mutter: War der Vater „früh weg“ oder konnte er aus andern Gründen nie als positives Beispiel von Männlichkeit dienen. In Ermangelung anderer Rollenvorbilder löste sich dein Ex nie aus der emotionalen Abhängigkeit von seiner Mutter und geht hier den Weg des geringsten Widerstandes. 1.4 Unreifes Trennungsverhalten: Bedarf - denke ich - keiner weiteren Erläuterung. Bei jedem über 20 ist so eine Trennung als emotional sehr unreif einzustufen. Wie fallen seine Entscheidungsstrategien bei Hochzeit, Kind 1, 2… aus?! Und trotz allem ist es alles andere als verwunderlich, dass @Anna87 noch so an ihm bzw. der Beziehung festhält. 2. Warum kannst du nicht „loslassen“? 2.1 Emotionale Bindung und Gewohnheit(en): Trotz seines Verhaltens löst sich Liebe und auch eine Gewöhnung an die Person nicht innerhalb weniger Tage auf. Speziell dann, wenn Worst-Case-Denken „es dauert Jahre bis zur nächsten Partnerschaft“. 2.2 Angst vor dem Alleinsein: Wir haben ja alle unsere Päckchen zu tragen, aber es wirkt so, als wenn du diverse psychologische Probleme hast und die sind alleine in der Regel schwerer auszuhalten als mit einem Partner. 2.3 Dein uns Bindungsstil: Hierzu müsste ich noch mehr Details kennen, aber was, wenn es (zumindest unterbewusst) gar nicht so ungewollt ist, einen Mann zu finden, der von seiner Mutter abhängig ist. So musst du nämlich viel weniger Angst haben, dass er nach 6 Monaten in Richtung gemeinsame Wohnung drängt, auf einmal auf die Knie geht.. 2.4 Selbstwert: Du misst sicherlich recht stark deinen Selbstwert daran, ihn zurückzugewinnen, dass er seinen Fehler einsieht usw. Und das trotz des Gegenwindes mancher User hier. Juli 21 bearbeitet von Xatrix 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
VanillaSky 68 Beitrag melden Juli 21 geantwortet vor 7 Stunden, Anna87 schrieb: Erfrischend, dass du mir zutraust, ich könnte seine Mutter loswerden, ohne dass er es alleine tut. Das war eher hypothetisch, weil Du geschrieben hattest, Du hättest ihn mehr unterstützen sollen. vor 7 Stunden, Anna87 schrieb: Ein reifer Mann mit einem gesunden Selbst würde sich der Triangulation, also dem mütterlichen Kontrollsystem über sein Beziehugsleben entziehen und seine Partnerin vor Übergriffen seiner Ursprungsfamilie schützen, also die eigene Paarbeziehung systemisch an erste Stelle positionieren. Ich hätte also gerade bei einem psychisch gesunden Mann keine Chance, die übergriffige Mutter loszuwerden, weil er mir damit zuvor kommen würde. Korrekt. Der stabile Mann regelt sein Leben selbst. vor 7 Stunden, Anna87 schrieb: Mit deiner Argumentationskette bedienst du hier also eben das verschobene, toxische Narrativ, ich sei eine gefährliche Erbschleicherin mit der Motivation, die Ruhe einer intakten Familie zu stören. Gerade nicht. Du hast keinen stabilen Mann gehabt, weshalb Du ja das Gefühl hattest, Du hättest ihn mehr unterstützen müssen. Aber jede Unterstützung in diesem Fall, die über ein "Egal, was Du machst, ich bin da und stehe an Deiner Seite" hinausgeht, wird als Zerstörung der intakten Familie angesehen werden, weil Du dann der treibende Faktor für die Trennung warst. Das Feuer mag gebrannt haben, aber Du hättest nochmal Öl reingeschüttet. vor 7 Stunden, Anna87 schrieb: Außerdem haben wir hier ein Karpman-Drama-Dreieck. Mein Freund hat wohl gehofft, dass ich ihn aus seinem Enmeshment rette. Ich fand aber, dass das nicht ein Außenstehender für ihn übernehmen kann. Dadurch konnte seine Mutter mich in die Täter/Verfolger-Rolle drängen. Einen eigenen Wunsch, zu retten, hatte ich selbst eigentlich nicht. Mir wird ja die Tragweite seiner Tragik erst jetzt klar. Den Wunsch hast Du dafür jetzt. Es wird nicht funktionieren. vor 7 Stunden, Anna87 schrieb: Und ob ich den Typen zurück will? Ja, klar. Es wird nicht genextet. Ich liebe ihn einfach - unabhängig von der Reife. Wir haben uns mal abstrakt hypothetisch darüber unterhalten, ob wir auch dann zusammen gekommen wären, wenn ich ihn vor dem echten Narzissten kennengelernt hätte. Und meine Antwort war eindeutig ja. Auch wenn sein Selbst wohl doch unausgereifter sein mag als ich jahrelang dachte. Reife macht einen in meinen Augen nicht zu einem anderen Menschen. Die Persönlichkeit, die für den richtigen Partner attraktiv ist, halte ich eher für genotypisch. Aus einem unreifen Apfel wird immernoch ein reifer Apfel, nicht etwa eine Orange. Und ich will den Apfel. Oh Mann. Da fällt einem fast nichts mehr ein. Wann kapieren Frauen, dass Du den Kerl nicht ändern kannst? Männer wollen immer, dass die Frau sie so nimmt, wie sie sind, und Frauen wollen immer den Kerl, den sie sich vorgestellt haben. Ein unreifer Apfel wird nur dann zu einem reifen Apfel, wenn er es will. Deiner will es nicht, zumindest nicht mit Dir. Du magst Dir wünschen, dass er mit Dir reift, aber das wird nicht passieren, weil er das allein regeln muss. Und wenn Dein Verlust ihn bisher nicht zu einer Reifung/Änderung bewegt hat, warum sollte er es jetzt? Er will Dich nicht. Eine Frau kann einen Mann mit Potenzial auf SEINEM Weg unterstützten, d.h. motivieren, da sein, bestärken etc. Das ist dann aber sein Weg, und Du feuerst ihn vom Zuschauerplatz an. Es klappt nicht, wenn Du auf den Platz rennst und versuchst, seine Hindernisse wegzuräumen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
anotherthing 1392 Beitrag melden Juli 21 geantwortet vor 10 Stunden, Anna87 schrieb: Ich selbst brauche keine Traumatherapie. Ok, aber wenn alles so super ist inkl. dem zu Hause lebenden Ü30-Ex-Partner, dann kann man den Thread ja schließen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Xatrix 1514 Beitrag melden Juli 21 geantwortet (bearbeitet) vor 6 Minuten, anotherthing schrieb: Ok, aber wenn alles so super ist inkl. dem zu Hause lebenden Ü30-Ex-Partner, dann kann man den Thread ja schließen. Bitte nein, das hier ist mein Expertenthread 😢 Übrigens, weil ihr von @Candygirl geschrieben habt; die war hier gerade unterwegs im Thread 🤓 Juli 21 bearbeitet von Xatrix 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Candygirl 453 Beitrag melden Juli 21 geantwortet vor 14 Minuten, Xatrix schrieb: Bitte nein, das hier ist mein Expertenthread 😢 Übrigens, weil ihr von @Candygirl geschrieben habt; die war hier gerade unterwegs im Thread 🤓 @anotherthing Ich habe mit diesem Thread hier tatsächlich nichts zu tun, aber ich kann in meinem eigenen gerne mal ein Update geben. Hat sich viel getan in Richtung professioneller Hilfe. 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
anotherthing 1392 Beitrag melden Juli 21 geantwortet @Candygirl, das ist doch super. Genau, teile mal deine Erfahrungen mit, ggf. inspiriert es @Anna87. @Xatrix, ok, aber nur weil du es bist. 😂 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Anna87 58 Beitrag melden Juli 22 geantwortet (bearbeitet) Am 21.7.2026 um 05:51 , VanillaSky schrieb: Das war eher hypothetisch, weil Du geschrieben hattest, Du hättest ihn mehr unterstützen sollen. Korrekt. Der stabile Mann regelt sein Leben selbst. Gerade nicht. Du hast keinen stabilen Mann gehabt, weshalb Du ja das Gefühl hattest, Du hättest ihn mehr unterstützen müssen. Aber jede Unterstützung in diesem Fall, die über ein "Egal, was Du machst, ich bin da und stehe an Deiner Seite" hinausgeht, wird als Zerstörung der intakten Familie angesehen werden, weil Du dann der treibende Faktor für die Trennung warst. Das Feuer mag gebrannt haben, aber Du hättest nochmal Öl reingeschüttet. Den Wunsch hast Du dafür jetzt. Es wird nicht funktionieren. Oh Mann. Da fällt einem fast nichts mehr ein. Wann kapieren Frauen, dass Du den Kerl nicht ändern kannst? Männer wollen immer, dass die Frau sie so nimmt, wie sie sind, und Frauen wollen immer den Kerl, den sie sich vorgestellt haben. Ein unreifer Apfel wird nur dann zu einem reifen Apfel, wenn er es will. Deiner will es nicht, zumindest nicht mit Dir. Du magst Dir wünschen, dass er mit Dir reift, aber das wird nicht passieren, weil er das allein regeln muss. Und wenn Dein Verlust ihn bisher nicht zu einer Reifung/Änderung bewegt hat, warum sollte er es jetzt? Er will Dich nicht. Eine Frau kann einen Mann mit Potenzial auf SEINEM Weg unterstützten, d.h. motivieren, da sein, bestärken etc. Das ist dann aber sein Weg, und Du feuerst ihn vom Zuschauerplatz an. Es klappt nicht, wenn Du auf den Platz rennst und versuchst, seine Hindernisse wegzuräumen. Danke für deine Aufmerksamkeit, aber ich finde es offen gestanden grenzüberschreitend, wie du sowohl ihm als auch mir Wünsche in den Mund legst. Daher gehe ich lieber auf nichts weiter ein, sondern distanziere mich generell von dir als Mensch. Sorry. Am 9.7.2026 um 05:27 , Xatrix schrieb: Spannend, da bist du dann in den Posts, die ich gesehen hatte Top 1%. Hast du schonmal von sapio-sexuell gehört? Vielleicht ist das, wenn du diese Partnerschaft verarbeitet hast, ein Teich zum Fischen für dich. Ich z.B. kann nur mit Frauen dauerhaft zusammen sein, die kognitiv mit mir mithalten können. So lange lese ich ja noch nicht deine Beiträge, aber es wirkt auch so, dass du kognitive Aktivierung schätzt und bei vielen Überlegungen und Entscheidungen auch eher High Elaboration (google das mal) schätzt. Meine 2. Frage hatte aber auch noch ein anderes Ziel. Klar, es gibt therapeutisches Schreiben, das dir hilft und du scheinst gerade neben der tiefen und verständlichen persönlichen Betroffenheit auch recht viel Zeit zu haben, aber wenn du hier mehr für dich rausziehen möchtest, dann macht es Sinn, klarer zu unterstreichen, was du überhaupt möchtest, anstatt so viel Wall of Text zu produzieren. Ggf. wäre das auch ein sinniger Split. Im Forum ruhig zielgerichteter schreiben - eigentlich so wie du hier auf die Fragen antwortest - und das "therapeutische Schreiben" in einem eigenen Word/One Note-Dokument oder analogem Buch niederschreiben. Magst du verraten, was für ein Chatraum oder Forum das denn ist? Es klingt schon so, dass du in Bezug auf Beziehungsanbahnung/Kennenlernen und Lebensführung durchaus etwas anders aufgestellt bist. Oder seid ihr irgendwie LARP-Fans oder Ähnliches? Führe gerne mal das Konstrukt aus, was es mit diesem Chatraum auf sich hat, was für Seitenhiebe (gerne Beispiele) waren das, wer las da mit... Gut, dass du da so eine enge Familienbindung hast. Allerdings finde ich es auch an der Stelle bemerkenswert, dass du nicht eine oder mehrere gute Freundinnen nennst. Denn im Schnitt gehen Frauen mittel- und langfristig besser mit Trennungen um und kommen wieder "schneller klar", weil sie meist von ihren Freundinnen aufgefangen werden ("lass uns direkt morgen shoppen und danach in die neue Apero-Bar gehen...) und sich dort öffnen, um zu verarbeiten, während die meisten Typen das doch eher "mit sich" ausmachen und sich oft noch nicht mal dem besten Freund gegenüber öffnen können. Dass du an dieser Stelle nicht loslässt, sondern nun aktiv versuchst, ihn nochmal zu verändern spricht schon recht deutlich dafür, dass du gerade Schwierigkeiten mit dem Loslassen hast. Das ist nach 4 Wochen noch nichts besonderes, aber es ist wichtig, dass du deine Gedanken, Emotionen und Gewohnheiten dir genauer anschaust, um dir bei zu langer Betroffenheit entweder Hilfe durch Familie/Freunde zu holen oder dir professionelle Hilfe zu suchen. Fange schonmal mit der Umsetzung davon an. Falls es dir gerade auf Grund deines Gemütszustandes sehr schwer fällt in die Umsetzung zu kommen, dann nutze eine KI, lade dort unsere Lösungsvorschläge rein und bitte die KI diese Lösungen in viel kleinere und einfacher zu initiierende Schritte zu unterteilen, damit du ins machen kommst. Ja, natürlich habe ich schon von sapio-sexuell gehört. Mir wurde bei ihm immer warm ums Herz, wenn er im Museum vor Motoren stehen blieb, um sie mir zu erklären, oder Serverkomponenten auf sein Surface malte, nach deren Funktion ich fragte, oder neben mir saß und mir zeigte, wie man programmiert. High Elaboration war mir noch nicht direkt ein Begriff, aber ja, ich glaube, das trifft auf mich zu. Danke für den Hinweis mit dem Schreiben. Ich habe kürzlich gehört, dass tägliches, handschriftliches Schreiben vor Gedächtnisverlust schützt. Tagebücher halte ich nicht für sinnvoll. Ich glaube, dass sich in Tagebüchern toxische Glaubensgrundsätze festigen und normalisieren können. In meiner Jugend habe ich mal große Selbstzweifel in mein Tagebuch geschrieben. Dann wollten meine Freundinnen es bei einer Übernachtung lesen und eine war ganz schockiert und bestand darauf, dass sie mich alle einmal umarmen und mir sagen, dass sie mich lieben. Vielleicht wäre Zukunftsjournaling etwas für mich. KI finde ich gut, sie hat aber noch ihre Grenzen. Der Chat ist nicht so leicht zu beschreiben. Es sind 2 einladungsbasierte Discord-Kanäle mit 10-35 Mitgliedern, teilweise (ehemalige) Forenmitglieder von hier. Im größeren ging es anfangs noch um Buchempfehlungen und Finanztipps. Das Niveau ist aber mit der Zeit stark gesunken seit sich das Thema Satanismus zwischen 2 Mitgliedern etabliert hat. Darunter ein eigentlich sehr belesener, intellektueller Mann, dessen Account hier inzwischen gelöscht ist, und eine Cat von hier mit Psychiatrieerfahrung, die hier mitliest, Bildausschnitte macht und dort zur Diskussion stellt, und Profile auf Klicks anderer kontrolliert. Im kleineren, den ich erst vor wenigen Tagen wegen neuem Psychoterror durch die Cat verlassen habe (sie und ein weiteres Mitglied von hier haben behauptet, wegen meinen Profilaufrufen mache ich mich strafbar und werde ins Gefängnis kommen), ist derjenige Admin, mit dem du mal Billiard gespielt hast. Von Anfang an habe ich mehr oder weniger regelmäßig mit ihm Schach gespielt, manchmal auch zusammen mit meinem Freund. Und er ist der einzige von dort, mit dem ich jetzt noch in Kontakt stehe. Am 9.7.2026 um 09:46 , Xatrix schrieb: Ich habe mir schon bei deinen sehr langen Texten gedacht: „Oh, hier fällt es jemandem aber sehr schwer loszulassen.“ Du wirkst auf mich auf jeden Fall wie jemand, der versucht, möglichst viel selbst zu steuern. Du fragst hier im Forum nach Tipps - allerdings mehr für deinen Ex, als für dich - in der Hoffnung, dass er es liest und sich aus der Forenmeinung eine Entscheidung ableitet, die er vorher nicht getroffen hat. Das wird nix! Gleichzeitig verneinst du Psychotherapie, jetzt mit der Begründung, wie das denn deine Beziehung in 11-21 Jahren vielleicht finden würde. Aus der Ferne und ohne validierten Fragebogen ist es natürlich Kaffeesatzleserei, aber man könnte vielleicht vermuten, dass du ein großes Kontrollbedürfnis hast. Und das ist in meinen Augen so groß, dass du es mit Spiritualität, ein wenig Küchenpsychologie und deinen Tagebüchern hier nicht wirst lösen können. Außerdem liest sich in meinen Augen jeder deiner Texte so, dass da auf ganz vielen verschiedenen Ebenen ein hoher Leidensdruck herrscht. Deswegen schließe ich mich @anotherthing an und empfehle dir mal eine probatorische Sitzung bei einer Psychotherapeutin. Die wenigsten von uns können sich halt am eigenen Haar wie Baron von Münchhausen aus dem Schlamm ziehen. Und falls dein Ex - also der crazy Discarder - hier doch reinschauen sollte: Kauf dir Eisenhans von Robert Bly und zieh zu sofort aus; zur Not erstmal Ferienwohnung oder AirBnB. Die KI-Analyse sagte mir, dass im Prinzip genau das bei ihm eintreten müsste, nämlich dass er sich selbst aus dem Schlamm zieht wegen dem Gesetz des Vakuums. Das würde mit der Zeit ganz von selbst dazu führen, dass wegen der toxischen Dynamik im häuslichen Umfeld und des psychosomatischen Leidens der Leidensdruck groß genug wird, um dann alleine eine eigene Wohnung zu suchen, wobei auch danach der Loyalitätskonflikt im Kopf mitgeht und zusätzliche Handlungen für die erfolgreiche Abnabelung zwingend erforderlich wären, wie Bottom-Up-Regulation, Rücknahme der projektiven Schuldabwehr, Somatic Experiencing, NARM, um neuen Dissoziationen (Freeze) bei Enttäuschungen der Mutter vorzubeugen. Was sagt denn Robert Bly dazu? Ein ödipaler Enmeshment-Komplex mit einer narzisstischen Mutter, die durch Triangulation die Individuation des eigentlich bereits erwachsenen Sohnes verhindert, ist ein spezieller Fall, in dem die Selbstwerdung kein natürlicher Prozess mehr ist, sondern gegen äußeren Widerstand initiiert werden muss. Am 20.7.2026 um 23:50 , Xatrix schrieb: Du hast noch viel ausgeführt und Neues hinzugefügt. Ich versuche ausgehend von deinem 1. Posting den weiteren Infos zwei Analysepositionen aufzumachen: 1. Was ist da genau jetzt bei ihm passiert? 2. Warum fällt es dir so schwer, dich von ihm zu lösen, obwohl er so viele Red Flags aufweist und dich so brutal hat sitzen lassen. 1. Was ist da genau jetzt bei ihm passiert? Ich sehe 3 Problemkomplexe, die zum abrupten Rückzug vom Zusammenzug geführt haben. 1.1 Das Zusammenziehen als Auslöser Ein Zusammenzug in eine gemeinsame Wohnung mit dir bedeutet einen erheblichen Schritt in Richtung „Eigenständigkeit“ im Leben und Verbindlichkeit eurer Beziehung. Bei jemandem, der in seinem Alter noch bei der Mutter wohnt, gleicht das Ausziehen und Zusammenziehen für ihn einer Herausforderung, der er sich nicht gewappnet fühlt und die dementsprechend einen Blumenstrauß an Ängsten ans Tageslicht fördert. Die Lösung, wie er die „Schreckenskammer“ umgeht: Abblasen des Zusammenzugs und beenden der Beziehung. 1.2 Konfliktvermeidung Meist sind sie Heim-Wohner seines Alters starke Konfliktvermeider, denn es hat Gründe, warum er sich so schwer von seiner Mutter lösen kann. Die Symbiose mit ihr ermöglicht ihm, möglichst konfliktfrei sein Leben zu gestalten. Weil er auch große Angst vor dem Konflikt mit dir hat, spricht er nicht über seine Ängste, teilt keine Bedenken mit und sucht er nicht das Gespräch. 1.3 Starke emotionale Abhängigkeit von der Mutter: War der Vater „früh weg“ oder konnte er aus andern Gründen nie als positives Beispiel von Männlichkeit dienen. In Ermangelung anderer Rollenvorbilder löste sich dein Ex nie aus der emotionalen Abhängigkeit von seiner Mutter und geht hier den Weg des geringsten Widerstandes. 1.4 Unreifes Trennungsverhalten: Bedarf - denke ich - keiner weiteren Erläuterung. Bei jedem über 20 ist so eine Trennung als emotional sehr unreif einzustufen. Wie fallen seine Entscheidungsstrategien bei Hochzeit, Kind 1, 2… aus?! Und trotz allem ist es alles andere als verwunderlich, dass @Anna87 noch so an ihm bzw. der Beziehung festhält. 2. Warum kannst du nicht „loslassen“? 2.1 Emotionale Bindung und Gewohnheit(en): Trotz seines Verhaltens löst sich Liebe und auch eine Gewöhnung an die Person nicht innerhalb weniger Tage auf. Speziell dann, wenn Worst-Case-Denken „es dauert Jahre bis zur nächsten Partnerschaft“. 2.2 Angst vor dem Alleinsein: Wir haben ja alle unsere Päckchen zu tragen, aber es wirkt so, als wenn du diverse psychologische Probleme hast und die sind alleine in der Regel schwerer auszuhalten als mit einem Partner. 2.3 Dein uns Bindungsstil: Hierzu müsste ich noch mehr Details kennen, aber was, wenn es (zumindest unterbewusst) gar nicht so ungewollt ist, einen Mann zu finden, der von seiner Mutter abhängig ist. So musst du nämlich viel weniger Angst haben, dass er nach 6 Monaten in Richtung gemeinsame Wohnung drängt, auf einmal auf die Knie geht.. 2.4 Selbstwert: Du misst sicherlich recht stark deinen Selbstwert daran, ihn zurückzugewinnen, dass er seinen Fehler einsieht usw. Und das trotz des Gegenwindes mancher User hier. Die Frage nach meinem Bindungsstil habe ich mir selbst wahrscheinlich viel zu wenig gestellt. Mir wurde das auch klar als ich hier letztens erst gelesen habe, dass er früher mehrfach schrieb, dass die Frau zu binden hat, was ich nicht tat. Ich muss wohl auch in diesem Zusammenhang ein Missverständnis aufklären. Bei seiner akuten, maladaptiven Fluchtreaktion im Zustand der dissoziativen Depersonalisierung, also der Notabschaltung des emotionalen Gehirns durch die Amygdala nach Emotional Flooding wurde bei mir nicht mein altes Trauma getriggert. Da habe ich mich in der Hektik undeutlich ausgedrückt. Ich habe ihn nicht mit dem echten Narzissten von damals gleichgesetzt, dafür gab es von Anfang an genug wesentliche Unterschiede, mindestens 10-20. Was mir wegen dieser sehr speziellen Lebenserfahrung klar war, war dass die Situation für mich aus meiner Opferperspektive irgendwas mit Narzissmus zu tun hat - wenngleich er selbst offenbar keiner ist - und, dass ich in dieser Situation meinen juristischen Selbstschutz priorisieren muss. Die folgende Kontaktsperre ist meine. Er blockte nachträglich des Frames wegen. Aber ich schrieb gleich als die Chatter mir schrieben, dass das schon wieder wird und ich es nicht so tragisch nehmen soll, dass ich nicht wüsste, wie. Ich habe mehrfach um Nachdenkzeit gebeten in der Hoffnung, dass sich mir eine Lösung auftun wird... Einen Seitenhieb könnte ich nennen. Das war kürzlich als ich noch im kleinen Chat war, also mehrere Wochen nach dem eigentlichen Vorfall. Die Chatter trugen an mich heran, dass er wütend auf mich ist, weil ich mal beim Telefonieren mit ihm von meinem achtjährigen Neffen unterbrochen wurde und er sich dann ganz abgeschrieben gefühlt hätte. Darüber musste ich wirklich lange nachdenken und ich glaube jetzt, dass das darauf hinweist, dass er mir gegenüber einen Rettungswunsch hatte oder jedenfalls kürzlich noch zu kommunizieren versucht hat. Ich habe zu meinem Neffen eine ziemlich mütterliche Beziehung. Je älter er wird, desto weniger, und er hat sehr genau verstanden, was es bedeutet, dass ich einen Freund habe. Aber als er 3 war, kam bei meinem Bruder der Verdacht durch die Verwandtschaft der Mutter auf, dass mein Neffe möglicherweise autistisch sein könnte. Ich sagte ihm, dass so, wie ich die Persönlichkeit des Kindes einschätze, er alles lernen kann, was es zur Sozialisation benötigt, wenn man es ihm erklärt, selbst wenn er im Spektrum wäre. Dann habe ich ihm Sprechen beigebracht. Der Verweis auf dieses Kind ist nicht einfach nur ein Unreifezeugnis. Ich glaube, es ist vielmehr ein Verweis darauf, was ich theoretisch könnte, und ihm vorenthalten habe. Weder meine Klarträume, noch meine Gespräche mit Gott oder die KI-Analyse haben mir bisher eine Antwort darauf gegeben, was ich tun oder sagen müsste oder könnte, wenn er vor mir stünde. Die Ratschläge, die die KI für eine gesunde Beziehung zweier Hochsensibler gibt, habe ich intuitiv schon in der Beziehung zu kommunizieren versucht, also sofortiges Ansprechen von Kritik (was er nicht gut umsetzen konnte) und Time-Outs bei Bedarf einfordern (was er auch nicht gut konnte - er wollte zwar manchmal seine Ruhe, aber wenn ich Bereitschaft signalisierte, sie ihm einzuräumen, fühlte er sich abserviert). Warum habe ich also so einen starken Kontrollwunsch und kann nicht loslassen? Ich vermisse ihn unheimlich. Und möchte nicht noch mehr Fehler machen. Juli 22 bearbeitet von Anna87 1 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Peter der Große 5 Beitrag melden Juli 23 geantwortet vor 12 Stunden, Anna87 schrieb: Die Frage nach meinem Bindungsstil habe ich mir selbst wahrscheinlich viel zu wenig gestellt. Mir wurde das auch klar als ich hier letztens erst gelesen habe, dass er früher mehrfach schrieb, dass die Frau zu binden hat, was ich nicht tat. Ich muss wohl auch in diesem Zusammenhang ein Missverständnis aufklären. Bei seiner akuten, maladaptiven Fluchtreaktion im Zustand der dissoziativen Depersonalisierung, also der Notabschaltung des emotionalen Gehirns durch die Amygdala nach Emotional Flooding wurde bei mir nicht mein altes Trauma getriggert. Da habe ich mich in der Hektik undeutlich ausgedrückt. Ich habe ihn nicht mit dem echten Narzissten von damals gleichgesetzt, dafür gab es von Anfang an genug wesentliche Unterschiede, mindestens 10-20. Was mir wegen dieser sehr speziellen Lebenserfahrung klar war, war dass die Situation für mich aus meiner Opferperspektive irgendwas mit Narzissmus zu tun hat - wenngleich er selbst offenbar keiner ist - und, dass ich in dieser Situation meinen juristischen Selbstschutz priorisieren muss. Die folgende Kontaktsperre ist meine. Er blockte nachträglich des Frames wegen. Aber ich schrieb gleich als die Chatter mir schrieben, dass das schon wieder wird und ich es nicht so tragisch nehmen soll, dass ich nicht wüsste, wie. Ich habe mehrfach um Nachdenkzeit gebeten in der Hoffnung, dass sich mir eine Lösung auftun wird... Einen Seitenhieb könnte ich nennen. Das war kürzlich als ich noch im kleinen Chat war, also mehrere Wochen nach dem eigentlichen Vorfall. Die Chatter trugen an mich heran, dass er wütend auf mich ist, weil ich mal beim Telefonieren mit ihm von meinem achtjährigen Neffen unterbrochen wurde und er sich dann ganz abgeschrieben gefühlt hätte. Darüber musste ich wirklich lange nachdenken und ich glaube jetzt, dass das darauf hinweist, dass er mir gegenüber einen Rettungswunsch hatte oder jedenfalls kürzlich noch zu kommunizieren versucht hat. Ich habe zu meinem Neffen eine ziemlich mütterliche Beziehung. Je älter er wird, desto weniger, und er hat sehr genau verstanden, was es bedeutet, dass ich einen Freund habe. Aber als er 3 war, kam bei meinem Bruder der Verdacht durch die Verwandtschaft der Mutter auf, dass mein Neffe möglicherweise autistisch sein könnte. Ich sagte ihm, dass so, wie ich die Persönlichkeit des Kindes einschätze, er alles lernen kann, was es zur Sozialisation benötigt, wenn man es ihm erklärt, selbst wenn er im Spektrum wäre. Dann habe ich ihm Sprechen beigebracht. Der Verweis auf dieses Kind ist nicht einfach nur ein Unreifezeugnis. Ich glaube, es ist vielmehr ein Verweis darauf, was ich theoretisch könnte, und ihm vorenthalten habe. Weder meine Klarträume, noch meine Gespräche mit Gott oder die KI-Analyse haben mir bisher eine Antwort darauf gegeben, was ich tun oder sagen müsste oder könnte, wenn er vor mir stünde. Die Ratschläge, die die KI für eine gesunde Beziehung zweier Hochsensibler gibt, habe ich intuitiv schon in der Beziehung zu kommunizieren versucht, also sofortiges Ansprechen von Kritik (was er nicht gut umsetzen konnte) und Time-Outs bei Bedarf einfordern (was er auch nicht gut konnte - er wollte zwar manchmal seine Ruhe, aber wenn ich Bereitschaft signalisierte, sie ihm einzuräumen, fühlte er sich abserviert). Warum habe ich also so einen starken Kontrollwunsch und kann nicht loslassen? Ich vermisse ihn unheimlich. Und möchte nicht noch mehr Fehler machen. Ich glaube, die eigentliche Frage stellt sich hier selbst, du analysierst ihn, seine Mutter, seine Bindung, sein Trennungsverhalten bis ins Detail. Aber am Ende bringt dich das keinen Schritt weiter, denn die Antwort auf „warum hat er das gemacht" ändert nichts an dem, was du tun musst. Und ehrlich gesagt wirkt es auch etwas widersprüchlich. Du sagst, die Kontaktsperre sei deine, weil du deinen Selbstschutz priorisierst, gleichzeitig chattet ihr aber weiter, und du fragst dich, warum du nicht loslassen kannst. Das passt nicht zusammen. Eine Grenze, die man selbst ständig unterläuft, ist keine Grenze mehr, sondern ein Klammern mit Umweg. Die eigentliche Arbeit liegt nicht darin, noch mehr über ihn herauszufinden oder zu verstehen. Sie liegt darin, auszuhalten, dass du es nicht vollständig verstehen wirst und trotzdem konsequent zu bleiben. Das ständige Analysieren fühlt sich nach Fortschritt an, ist aber oft selbst eine Vermeidung: solange du noch denkst, sagt, chattest, grübelst, musst du nicht wirklich loslassen. Wenn das Trauma-Thema und die Flooding-Reaktionen für dich so präsent sind, wie du beschreibst, würde ich das wirklich in professionelle Begleitung geben. Nicht weil hier niemand zuhören will, sondern weil das mehr braucht als noch eine Analyse und Internetprofis. Deswegen würde ich alle Beteiligten bitten, Anna nicht weiter beim "Analysieren" zu "helfen". Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Anna87 58 Beitrag melden Juli 23 geantwortet Am 17.7.2026 um 10:25 , Peter der Große schrieb: Hallo, hochinteressantes Thema. Ich hab mal abonniert. Hallo, auch hochinteressant, dass du so schnell nach deiner Registrierung sein und mein Profil gefunden hast. Am 19.7.2026 um 10:41 , Peter der Große schrieb: Bitte bisschen mehr Zurückhaltung bitte. Zitat Deswegen würde ich alle Beteiligten bitten, Anna nicht weiter beim "Analysieren" zu "helfen". Bist du es gewohnt, Anweisungen zu geben? Warst du mal eine Führungskraft? vor 9 Stunden, Peter der Große schrieb: Ich glaube, die eigentliche Frage stellt sich hier selbst, du analysierst ihn, seine Mutter, seine Bindung, sein Trennungsverhalten bis ins Detail. Aber am Ende bringt dich das keinen Schritt weiter, denn die Antwort auf „warum hat er das gemacht" ändert nichts an dem, was du tun musst. Und ehrlich gesagt wirkt es auch etwas widersprüchlich. Du sagst, die Kontaktsperre sei deine, weil du deinen Selbstschutz priorisierst, gleichzeitig chattet ihr aber weiter, und du fragst dich, warum du nicht loslassen kannst. Das passt nicht zusammen. Eine Grenze, die man selbst ständig unterläuft, ist keine Grenze mehr, sondern ein Klammern mit Umweg. Die eigentliche Arbeit liegt nicht darin, noch mehr über ihn herauszufinden oder zu verstehen. Sie liegt darin, auszuhalten, dass du es nicht vollständig verstehen wirst und trotzdem konsequent zu bleiben. Das ständige Analysieren fühlt sich nach Fortschritt an, ist aber oft selbst eine Vermeidung: solange du noch denkst, sagt, chattest, grübelst, musst du nicht wirklich loslassen. Wenn das Trauma-Thema und die Flooding-Reaktionen für dich so präsent sind, wie du beschreibst, würde ich das wirklich in professionelle Begleitung geben. Nicht weil hier niemand zuhören will, sondern weil das mehr braucht als noch eine Analyse und Internetprofis. Bisher habe ich jede Analyse der Mutter gezielt weggelassen. Daher interpretiere ich deine Behauptung als Bitte und liefere gleich Analysen beider Mitbewohner - der Mutter und ihres Freunds, ich nenne ihn mal P. Die Frage "Warum hat er das gemacht?" habe ich in den ersten Tagen mehrmals so im Discord-Server gestellt - hier nicht. Aber danke für die subtile Bestätigung der Korrektheit der Antwort. Ich sagte nicht, die Kontaktsperre sei meine, weil ich meinen Selbstschutz priorisiere. Nette Straw Man Fallacy. Mein juristischer Selbstschutz hat eine sofortige, verbale Stellungnahme zu den Vorwürfen im Discord-Server erfordert, was seit Wochen abgeschlossen ist. Auch ohne exakt die richtigen ersten Worte zu kennen, bin ich theoretisch grundsätzlich offen für Kontakt mit ihm. Er gab mir in einer abgespeicherten Konversation sein Wort, dass er auch nachdenkt und sich eigenständig eine Wohnung suchen wird, um selbst ein Erfolgserlebnis durch eigene Leistung zu spüren. Die Flooding-Reaktionen betreffen ihn. Wäre also therapeutische Begleitung dein Rat an ihn? Emotional Flooding ist eine akute neurobiologische Überreizung, bei der die Amygdala das logische Denken durch Stresshormone (Adrenalin und Cortisol) blockiert. Für ihn bedeutet das, dass er in Konflikten mit seiner Mutter in einen psychischen Schockzustand (Freeze oder Traumastarre) gerät. Körperliche Folgen wie schwere Magenkrämpfe sind direkte Reaktionen auf diesen chronischen Überlastungszustand. Die Dynamik in seinem familiären Umfeld lässt sich tiefenpsychologisch als ein symbiotisch-narzisstisches System (Enmeshment) analysieren, in dem der eigene Sohn als emotionaler Ersatzpartner instrumentalisiert und an seiner Autonomie gehindert wird. Die Mutter nutzt dabei subtile Kontrollmechanismen wie emotionale Schuldzuweisungen, während ihr Partner als klassischer Co-Narzisst und „Enabler“ fungiert, der eigene angestaute Aggressionen im Alltag an ihn ableitet. Koriander. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Peter der Große 5 Beitrag melden Juli 24 geantwortet Die Threads, die ständig aktualisiert werden, tauchen immer ganz "oben" auf, werden also direkt auf der Hauptseite angezeigt. Der Grund für meine Nachricht ist offensichtlich, das 10-Nachrichten-Limit zu durchbrechen, das Foren generell als Spamschutz erheben. Dafür habe ich auch bereits meine Strafe abgesessen. Die zweite Nachricht ist offensichtlich eine Erinnerung daran, dass man einige Probleme nicht übers Internet lösen kann, und soll dies allen Forenmitgliedern noch einmal ins Gedächtnis rufen. Ich werde hier nichts mehr schreiben, wollte das nur klarstellen. 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Anna87 58 Beitrag melden Juli 29 geantwortet Am 24.7.2026 um 09:05 , Peter der Große schrieb: Ich werde hier nichts mehr schreiben Du seist entschuldigt. Am 20.7.2026 um 23:50 , Xatrix schrieb: 2.3 Dein uns Bindungsstil: Hierzu müsste ich noch mehr Details kennen, aber was, wenn es (zumindest unterbewusst) gar nicht so ungewollt ist, einen Mann zu finden, der von seiner Mutter abhängig ist. So musst du nämlich viel weniger Angst haben, dass er nach 6 Monaten in Richtung gemeinsame Wohnung drängt, auf einmal auf die Knie geht.. 2.4 Selbstwert: Du misst sicherlich recht stark deinen Selbstwert daran, ihn zurückzugewinnen, dass er seinen Fehler einsieht usw. Und das trotz des Gegenwindes mancher User hier. Ich verstehe. Du hast den ängstlich-ambivalenten Bindungsstil bei mir vermutet? Nachdem ich die KI noch zusätzlich mit meinem Thema hier über meine einzige vorige feste Beziehung gefüttert habe, hat sie diese erste Vermutung korrigiert, die ich zu vage fand. Heraus kam der sicher-autonome Bindungsstil mit Hyperverantwortlichkeit oder einfach hoher kognitiver Struktur. Sie fand auch, dass das durchaus kompatibel mit einem hochsensiblen Mann wäre. Die wesentlichen Unterschiede auf einen Blick: Merkmal Ängstlich-ambivalent (Alte Sicht) Sicher-autonom / Autistisch (Neue Sicht) Die Motivation Angst vor Einsamkeit und dem Verlust des eigenen Werts. Suche nach Logik, Fairness und der Aufklärung von Mustern. Das Verhalten Emotionales Verklammern, Hoffen auf Veränderung des Partners. Rationaler Rückzug, sobald Inkompatibilität bewiesen ist. Die Ursache für das Grübeln Emotionale Abhängigkeit und Verlustschmerz. Kognitive Reizüberflutung durch unlogisches Verhalten der Gegenseite. Die Tabelle habe ich mal kopiert. Das, was wie „Ambivalenz“ oder „Klammern“ wirkt, ist nicht eine Suche nach emotionaler Verschmelzung, sondern nach logischer Symmetrie, Fairness und dem perfekten Skript. Weil ich nach Mustern und Erklärungen suche, wirkt das auf Außenstehende wie eine obsessive Verlustangst – in Wahrheit ist es aber mein Gehirn, das ein unlogisches, unstrukturiert ablaufendes Trauma-System (Gaslighting) kognitiv erfassen und ordnen will, sagt die KI. Das erklärt wohl auch das Kontrollbedürfnis, das du zuvor erwähnt hast. Ordnung beruhigt mich einfach. Bei diesem Mann konnte ich mich immer kognitiv ausruhen - ich glaube, weil er selbst auf mich hochstrukturiert wirkte. Ich war ganz blind für sein Leid, er hat es mir einfach nicht direkt gesagt und mich nicht rechtzeitig um Hilfe gebeten. 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
RoterDrache 4 Beitrag melden Juli 30 geantwortet (bearbeitet) Ich hatte auch Derealisation, 3 Monate lang 24/7. Das selbe Problem wie mit Depersonalisation. Aber andere Symptome. Der Trick dabei ist es den Stresspegel runterzufahren. Seinem Alltag die Konzentration widmen. Dem Nervensystem signalisieren, dass nichts passiert ist und alles OK ist. Die Symptome werden schwächer und schwächer und dann ist man quasi geheilt. Ich kann aber sagen, dass ich es niemandem wünschen würde. Wenn man es hat, hat man andere Probleme als seine Freundin. Juli 30 bearbeitet von RoterDrache 2 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Anna87 58 Beitrag melden August 5 geantwortet Am 19.7.2026 um 00:13 , Anna87 schrieb: Diesen Prozess habe ich eigentlich abgeschlossen und es existiert kein perfekterer Partner für mich als er. Das weiß ich dauerhaft. Alle meine jetzigen Erkenntnisse führen zurück zu ihm. Was mich eigentlich hierhergeführt hat, war die innere Frage, wie mit ihm neue Erfahrungen positiv werden könnten trotz der scheinbar unlösbaren Krise - ich meine scheinbar unlösbar für beide Seiten, nicht nur für ihn, sondern aus meiner Perspektive vor allem für mich. Ich hatte sofort eine ganz ganz harte Blockade, weil er mein Trauma getriggert hat und ich mir nicht vorstellen konnte, dass das unabsichtlich passiert ist, weil es gleich mehrere spezifische im Vertrauen kommunizierte Grenzüberschreitungen waren, darunter sogar schlimmere als damals vom echten Narzissten. Immer wieder deutete er von Anfang an die Option eines wieder-Hinbiegens meinerseits an, wo ich immer nur dachte und schrieb: "Wie?" Wie? Wie? Wie? Bei so extremer Verletzung ohne Reumütigkeit. Kein Therapeut wird mir diese Frage zu meiner Zufriedenheit beantworten, egal wie lange er mich aufs grüne Sofa setzt. Welche Erkenntnisse wären nötig, um neue, positive Erfahrungen mit demselben Mann machen zu können - das beschäftigt mich. Am 19.7.2026 um 10:33 , Peter der Große schrieb: Wie lange beschäftigt dich das jetzt schon? Eigentlich eine gute Frage, die ich im Affekt zu ungenau beantwortet habe. Es war nicht sofort Ende Mai. Ich glaube, es war erst mehrere Tage später. Wie schon erzählt, seine letzten privaten Nachrichten Ende Mai an mich waren nicht wirklich neu. Er schrieb ungefähr: Ich mag nicht mehr, wir sind nicht mehr zusammen. Danach schrieb er mir persönlich nichts mehr, wechselte in den Gruppenchat und begann ein Dread Game mit seiner platonischen Freundin zu fahren. Auch das war nicht neu. Jedes Mal, wenn er das zuvor gemacht hat, hat das unsere Beziehung belastet. Neu war, dass er in die Gruppe sinngemäß schrieb, dass er mir akut einen Dämpfer verpassen musste, da ich Unstimmigkeiten mit seiner Mutter hätte. Ich dachte mir: Ok, er hat es tatsächlich getan. Jetzt stelle ich noch diese andere, neue Sache richtig und dann greift mein Plan B, den ich in der letzten Krise für diesen Fall ausgearbeitet hatte. Aber der Schachspieler mischte sich ein. Er begann, mich zu befragen (zB warum wir nicht seit Jahren verheiratet sind und Familie gegründet haben) und zu versuchen, den möglichen HSP dazu zu bewegen, sich privat mit mir zusammenzusetzen. Meine ersten Wie-Fragen gingen an die anderen, die versuchten, mich mit fadenscheinigen Behauptungen darüber zu beschwichtigen, dass das schon wieder werden würde mit ihm. Ich schrieb sinngemäß: Nein, ihr seht ja selbst, was er tut. Ich kann ihn nicht zwingen. Erst als er Tage später begann, zu schreiben, dass er nun enttäuscht sei von dem, was ich schreibe (die Richtigstellung) und unsere Beziehung quasi unmittelbar vorher noch von mir reparierbar gewesen wäre, also nachdem er zum Gruppenchat gewechselt war, so wie ich es verstand - erst dann und nachdem er im Gruppenchat aufhörte, in der dritten Person über mich zu schreiben, und begann, direkte Fragen darüber an mich zu richten, wie ich es mir zukünftig vorstellen würde - erst dann wurde ich nachdenklich. Vor knapp 2 Monaten etwa. Am 19.7.2026 um 10:41 , Peter der Große schrieb: Bitte bisschen mehr Zurückhaltung bitte. Als Fragestellerin begrüße ich jede Antwort und bin auch dankbar für jede. Wie wertvoll sie für mich sind, entscheide ich, nicht du als Mitleser. Oder bist du betroffen oder kennst mich persönlich und hast ein besonderes Schutzbedürfnis mir gegenüber? Am 23.7.2026 um 08:41 , Peter der Große schrieb: Und ehrlich gesagt wirkt es auch etwas widersprüchlich. Du sagst, die Kontaktsperre sei deine, weil du deinen Selbstschutz priorisierst, gleichzeitig chattet ihr aber weiter, und du fragst dich, warum du nicht loslassen kannst. Das passt nicht zusammen. Eine Grenze, die man selbst ständig unterläuft, ist keine Grenze mehr, sondern ein Klammern mit Umweg. Die eigentliche Arbeit liegt nicht darin, noch mehr über ihn herauszufinden oder zu verstehen. Sie liegt darin, auszuhalten, dass du es nicht vollständig verstehen wirst und trotzdem konsequent zu bleiben. Das ständige Analysieren fühlt sich nach Fortschritt an, ist aber oft selbst eine Vermeidung: solange du noch denkst, sagt, chattest, grübelst, musst du nicht wirklich loslassen. False Premise. Eine juristische Kontaktsperre habe ich nicht erwirkt. Hier ist die Rede von der No Contact Rule. Die beiden sind gegenteilig zielgerichtet. Er und ich schreiben uns nicht ständig. Vor knapp 3 Wochen hat er nochmal privat Gelegenheit zur Lösungspräsentation eingeräumt, wenn ich den kurzen Wortwechsel sehr frei interpretiere. Und noch später wurde an mich herangetragen, er habe sich emotional über mich geäußert. Ich hätte es schön gefunden, wenn er schon früher zu seinen Gefühlen für mich gestanden hätte. Nicht nur mir und meinen Eltern gegenüber und sonst keinem Mensch auf der Welt. Ich glaube, es ist mir gelungen, zu verstehen. Ich habe 6 Mio Tokens unseres primären Chatverlaufs kreuz und quer analysieren lassen und zwei, drei Schlüsselpassagen selbst nochmal gelesen. Das war sehr hart, ich konnte anfangs nur wenige Zeilen auf einmal lesen und musste viele Pausen machen. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Ich war cold as ice - durchweg, überall. Ein Wunder sondergleichen, dass er überhaupt eine aktive Beziehung mit mir führen konnte. Er muss eine schier maßlose Frustrationstoleranz für mich gehabt haben. Und ich habe viel über Scham nachgedacht. Es gab tatsächlich etwas, das ich nicht loslassen konnte. Das beschämendste Ereignis meines Lebens. Der tiefgreifendste Kontrollverlust meines Lebens vor knapp 19 Jahren. Eine versehentlich zu weitgreifende, strategische Affektisolierung im falschen Moment, die mich dauerhaft zu einem anderen Menschen machte. In einem Moment von Authentizität, in dem alle meine Parallelleben zusammenkamen. Aus der coolen, analytischen, witzigen, kreativen, transzendentalen Frau, die gerade noch stolz auf der Bühne Standing Ovations genießen konnte, wurde von einem Tag auf den anderen eine sachlich, mathematisch, kühle Grüblerin, die nie mehr aus sich raus kam. Ich war auf Abifahrt in einem billigen Motel in Prag und hatte mich von einer Gruppe Mädels zum clubben überreden lassen. Das Motel hatte einen Innenhof und unser Zimmer war im ersten Stock über Außentreppe mit Galerie erreichbar. Wir teilten uns zu acht ein Bad und ich war als erste fertig. Ich muss dazu sagen, dass da in den wenigen Tagen, die wir dort auf so engem Raum waren, ein gewisser Zusammenhalt entstanden war, weil ich sie laut träumen hörte und darauf reagiert hatte. Plötzlich gab es draußen auf der Galerie einen kleinen Tumult mit Schreckensschrei und zerstreutem in die Zimmer Rennen. Ich wollte nachsehen gehen und fragte, was los sei und gesellte mich zu einer Mädelsgruppe auf der Galerie. Sie meinten, dass er wieder da sei und ich wollte wissen, wer. Aber sie stellten sich schützend um mich und sagten: Schau nicht hin, der lungert schon seit drei Tagen hier herum und kratzt mit einem Messer an den Wänden. Das sei bestimmt ein entflohener Psychiatrieinsasse oder ein Penner. Da ging ein dunkel gekleideter Mann im Innenhof zwischen den Tischen umher. Mit 17 war ich 2 Tage lang am Frankfurter Hauptbahnhof und konnte schon aus dem Augenwinkel in 10 m Entfernung von hinten sehen, dass sie ihn falsch einschätzten. Ich sagte: Das ist kein Penner, aber ich müsste ihn noch von vorne sehen - jedenfalls braucht ihr vor ihm keine Angst zu haben. Sie hofften, dass er wieder geht, aber er setzte sich diagonal mir gegenüber in die Ecke auf den Boden. Ich blieb eine Ewigkeit stehen und konnte nicht wegsehen. Dann sagte ich ihnen bescheid, dass ich zu ihm gehen möchte. Sie versuchten, mich davon abzuhalten und waren sich sicher, dass er gefährlich ist und stimmten erst zu als ich vorschlug, ihn nur ganz kurz zum Gehen zu bitten und sofort wieder zurückzukommen, wenn ich mich unwohl fühle. Also ging ich und stand dann vor ihm, sagte Hallo und fragte, ob ich mich zu ihm setzen könnte, setzte mich und fragte dann, wie es ihm geht und warum er hier in diesem Motel sei. Er meinte, nicht so gut und er sei ein Soldat auf einer Mission. Diese war wohl, einen Drogendealer zu bedrohen, der dort laut ihm Geschäfte mache und tatsächlich stand er später auch auf und packte jemanden am Schlawittchen und schrie ihn an, als ein immer lächelnder Mann mit Dreadlocks vorbeikam und grüßte, den ich zuvor schon mehrmals beim Frühstück im Innenhof gesehen hatte. Ich dachte: Gott, was mache ich hier, wie peinlich. Guter Zeitpunkt, jetzt schnell wieder wegzurennen, oder unauffällig zu gehen, scheiße, er schaut her, nein, jetzt kommt er wieder, zu spät. Parallel dazu lehnte ich möglicherweise eine nachdrückliche Einladung zum Essen Gehen ab, da er ja nun gehen könne, ich aber mit den Mädels verabredet war. Dann machte ich ihm Komplimente, wie mutig und anständig ich das von ihm fände und irgendwann bei diesem Thema lehnte er sich 10 cm neben mir zurück und sagte mit dieser tiefen Eustimme: I don’t believe you. Er bestand darauf, dass ich ihm verspreche, niemals Drogen zu kaufen und das tat ich. Die Mädels riefen von oben, ob alles ok mit mir sei und ich streckte ihnen den Daumen nach oben entgegen. Ich fragte ihn nicht allzu kurz zuvor nach seinem Namen, fand diesen schön, weil hebräisch, streckte ihm meine Hand hin. Er zögerte, aber was blieb ihm übrig. Nach dem Handshake sagte ich meinen. Dann fragte er, ob ich the one sei. und ich sagte, nein, ich sei niemand. Ich fragte, warum es ihm nicht so gut ging und er erklärte, dass ihm ein teurer Rechtsstreit mit einer Plattenfirma bevorsteht, die Kontrolle über kreative Entscheidungen gewinnen will, und er deshalb in Erwägung zieht, keine Musik mehr zu machen. Ich fragte ihn nach dem Risiko und den Zahlen und seinem Gefühl und Wunsch. Er meinte, dass es nicht nur darum ginge, sondern auch um die Frage, ob es gerechtfertigt wäre, sicheren Stress über einen längeren Zeitraum für ein ganzes Team zu verantworten, ohne einen guten Ausgang garantieren zu können. Dann, sagte ich, gehe es zuvorderst um sein Gefühl und seinen Wunsch. Ich fragte ihn nach seinem kreativen Prozess, seinem Lampenfieber, wie sehr er sich vorstellen könnte, rein privat hobbymäßig weiterzumusizieren, ohne beruflich davon zu profitieren. Und ich fragte ihn danach, wie sehr er sich bei Liveauftritten mit dem Publikum verbunden fühlt und, dass er bei seiner Überlegung nicht nur das Arbeitsumfeld, sondern auch das Publikum in sein Verantwortungsgefühl miteinschließen sollte, demgegenüber er die Chance hätte, ein gutes Vorbild zu sein. Dann sagte ich: Weißt du was? Ich bin doch the one. Ja, ich bin die, die du suchst, wegen, der du hier bist, keine Widerrede, ich höre doch seit 2 Tagen von dem Zimmerfenster dort drüben, wie du meinen Namen rufst. Jetzt sind wir hier und ich kann dir helfen. Darf ich dir helfen? Er bestritt natürlich, dass er meinen Namen gerufen hätte (Ich wusste, dass er es nicht bewusst getan hat, weil mir die Klassenkameradinnen schon gesagt hatten, dass sie es nicht hörten, dass eine Männerstimme nach mir rufen würde) und fragte, wie, und ich sagte: Dauert nicht lange, just one touch. Was ich erst später recherchiert hatte, war, dass er kurz vorher "Mr. Nobody" abgedreht hatte und mein Name deshalb noch in seiner Psychosphäre nachgehallt sein muss. Ich wusste nicht, was ich tue, aber ich traute es mir in dem Moment zu und hielt es für richtig. Mit seiner Erlaubnis drückte ich meine Handflächen zusammen, konzentrierte mich, berührte ihn mit meiner ganzen linken Hand am Knie und streifte noch ein wenig nach unten und schloss sie zu einer Faust zusammen, hielt sie wieder vor mich, öffnete sie, schaute meine Hand kurz an und spürte gleich, dass es zu viel für mich ist und legte meine Handfläche nicht schnell genug auf den Boden. Ich spürte es meinen Unterarm hochkriechen und versuchte, es mit meiner rechten Hand abzustreifen und beide Hände flach auf den Boden zu legen und es in die Steine zu übertragen, aber das war eine Sorte Energie, die Lebendem anhaftet. Ich dachte an die Legion, die Schweine tötet, und versuchte, meine Hände in der Luft zu schütteln und mich wieder zu beruhigen. Dann wendete ich mich wieder ihm zu, lächelte gequält, drehte mein Gesicht gleich wieder weg, damit er die erste Träne nicht sieht, und stammelte, dass er jetzt weiter Musik machen kann. Ich glaube, dann bot er mir das mit dem Codewort an für Songs, die er mir widmet. Er meinte, dass er gerne irgendetwas für mich tun würde und ich wünschte mir die Umsetzung meiner Vision, sofern er kann und möchte. Ich sang ihm eine kleine Melodie vor, die mich viele Jahre lang beruhigt hat. Die gefiel ihm nicht und mir war die Melodie und der Klang und die Instrumente völlig egal. Ich wollte nur, dass da eine Metapher aus der Bibel, insbesondere direkt von Jesus gesagt, im Text vorkommt, ohne dass der Gesamttext religiös angehaucht ist, damit es mehr in die Normalsprache übergeht. Ich musste ein Beispiel nennen und meine Vorstellung sehr genau erklären. Er fragte mich, welche Musik ich mag. Auf meine Antwort hin sagte er mir, dass er das nicht spontan alleine zusichern kann, sondern noch mit seinem Bruder besprechen muss. Da verstand ich, dass er über eine Neuausrichtung nachdachte wegen meinen Vorlieben und ich da nicht mehr in einer Smalltalksituation war. Aber erst 10 Jahre später wurde mir klar, wie sehr er mir an den Lippen hing. Wir sprachen über Religion. Er sagte: I’m confused. Als Außenstehender ging er davon aus, dass man sich zum religiösen Glauben entscheidet wegen der festigenden Wirkung und dem Halt, der versprochen wird. Er interessierte sich dafür, warum ich daran festhalte, obwohl ich ihn als Bürde empfinde. Ich erklärte, dass man die Vorzüge der Gemeinde nicht genießen kann, wenn man gar keinen Schafsglauben, sondern einen Hirtenglauben hat. Ich fand die christliche Struktur mit der Institutionalisierung falsch, wenn ursprünglich angedacht war, dass alle Menschen gleichermaßen denselben Glauben auf Augenhöhe miteinander teilen sollten - ohne Führungspersönlichkeiten, die sich untereinander bemächtigen. Als die Mädels fertig waren und kamen - sie kamen nicht als sie fertig waren, sondern als sie nicht noch länger auf mich warten wollten - zögerte ich keinen Moment, verabschiedete mich kurz verbal, ohne Reaktion abzuwarten, und ging, ohne nochmal zurückzuschauen. Als ich um Mitternacht zurückkam, wollte ich mich nochmal alleine in den Innenhof setzen. In meiner Schulzeit war ich öfter vor Sonnenaufgang spazieren gegangen und wusste, dass das zuverlässig mein Nervensystem beruhigte. Ich saß da und 2 Stunden lang tropfte es mir vom Kinn. Ich wischte mir mit der Hand übers Gesicht und meine Finger waren nass, aber mein Körper war leer. Als ich nach Sonnenaufgang von dieser Ecke aufstand, war es nah um mich herum dunkler als weiter weg. Nach ein bisschen Schlaf bemerkte ich, dass ein Gedanke in mir kreiste: Hätte ich die Einladung zum Essen annehmen sollen. Ich hatte auch zuvor viel nachgedacht, aber zweckmäßig, nie so destruktiv. Ich kam so nicht klar, dass ich diese Frage beim nächsten Essen den Mädels stellte. Sie fragten, ob ich seine Nummer hätte und erklärten mir, dass ich beim nächsten Mal in so einer Situation nach der Nummer fragen solle, das mache man so. Und ich nickte und hatte wirklich das Gefühl, etwas gelernt zu haben, was ich vorher nicht wusste, und fühlte mich wie ein hilfloses Baby oder ein Professor nach einem Schlaganfall. Dann kam der nächste Gedanke und so ging mein Leben weiter. Mein Nervensystem suchte immer nach dem nächsten, plausibelsten Grashalm. Ich hatte mein Selbst, 90% meiner skills und mein Gottvertrauen verloren. Und wer hätte mir helfen können, zu verstehen, was für ein Problem ich hatte? Im Nachhinein klingt fast alles an dieser Geschichte romantisch. Ohne es selbst zu verstehen, hätte ich immer wie ein Groupie gewirkt, aber ich betrauerte nicht seinen Verlust, sondern meinen. Ich wollte nie mit ihm Essen gehen. Das war ein Austausch von kreativ Denkenden, bei dem ich viel höflich gelächelt hatte, und er vielleicht ein, zwei Mal geschmunzelt hatte, und der, je länger er dauerte, desto mehr Verwirrung stiftete bis hin zur restlosen Verstörung. Das war keine Basis für irgendwas. In hundert Leben hätte das nicht als Paar gepasst. Für mich war er nicht ein toller Mann, sondern ein Bote des Universums. Nur, was war die Botschaft. Er war auch nur ein Mensch, der die Botschaft für mich selbst nicht kannte, von daher hätte ein noch längeres Zusammensein oder auch ein Wiedersehen mir das Verstehen der Botschaft nicht weiter erleichtert. Ich kann nur dankbar sein, dass zumindest das Überbringen selbst halbwegs angenehm ablief. Die Skills, die ich verloren hatte, waren perfektioniert für ein Mädchen, das Menschen nur aus der Vogelperspektive studiert hatte. Als unsterbliches, alieneskes Wesen hätte ich so oder so nicht weiter existieren können. Früher oder später musste ich selbst Mensch werden und jetzt auch verstehen, dass ich Menschen brauche, nicht nur Menschen mich. Ich verstehe erst jetzt, wo die Scham allmählich abfällt, warum er "beautiful lie" als Codewort gewählt hat und erinnere mich auch überhaupt erst jetzt wieder klar daran. Ich meine, es war ein Kompromiss, ich wollte ein Adjektiv und er unbedingt "lie", das fand er gut, praktisch und passend. Bei unserem Gespräch sparte ich nicht mit Lügen. Lügen waren ein tragendes Element meiner damaligen, etablierten Kommunikation mit Menschen. Jeder Witz, die meisten Komplimente, fast alles Unbeschwerte. Ich war sehr fähig, Menschen mit Kommunikation dahin zu positionieren, wo ich sie haben wollte. Wenn ich aktiv darauf hinwies, dass das Gegenüber jetzt hätte lachen sollen, nachdem ich etwas Makabres erzählte, war das ein sehr starker Hammer gegen Trübsal. Die Fähigkeit zur strategischen Lüge war weg, es blieb kaum noch ein Abklatsch. Ein einziges Mal versuchte ich, das in meiner Beziehung einzusetzen. Einmal bohrte mein Freund auffällig bedrückt nach, wie schwerwiegend rechtsrelevantes Fehlverhalten von ihm sein müsste, damit ich ihn verlasse. Und ich sagte: Also, wenn du jemanden ermordest, dann würde ich mir 2 Mal überlegen, ob ich dir helfe, die Leiche loszuwerden. Mir war genau dasselbe Muster passiert, das jetzt der Idealfall für den Mann, der mir am Herzen liegt, wäre. Ich erlitt im Loyalitätskonflikt (die Mädels vs das authentische Gespräch) einen Emotional Shutdown und schämte mich später für die Folgen (dass ich keine Klarheit darüber bekam, was ich daraus für mich mitnehmen konnte, und mir niemanden dafür zu Hilfe holen könnte, wenn ich nicht als Groupie rüberkommen wollte). Bei meiner letzten Zwiesprache mit Gott über meine Frage, was ich sagen müsste, wenn ich ihn wieder sehe, gab er mir die Antwort, dass ich nicht seine Sprache spreche. Die Worte sind nachrangig. Die Sprache der Gefühle muss ich lernen. Wenn ich über ihn sprach, betonte ich immer, dass wir viel miteinander gelacht haben. Das mag oberflächlich klingen, ist es für mich aber nicht. Sonst habe ich eigentlich immer nur aufgesetzt gelacht und gelächelt, aber nicht bei ihm. Wenn ich in sein Gesicht geschaut habe, habe ich immer gespürt, dass meins sich aufheitert. Ich glaube, dass man Scham nicht im Rock-Bottom mit noch mehr Verlustangst oder Taten überwinden kann. Ich glaube, dass man sie sich bewusst machen muss, um die Kontrolle zurückzugewinnen, deren Verlust sie ausgelöst hat. Wie Angst und Naivität, kann Scham im Unterbewussten leicht als Kontrollinstrument für außenstehende Manipulatoren missbraucht werden. Es ist gut, dass man sich schämt, aber wofür schämt man sich und bewertet man das richtig und nach den eigenen Maßstäben? Wir Menschen benötigen die Katharsis. Spirituelle Menschen sind noch immer stark stigmatisiert. Für die meisten ist es, wenn überhaupt wahrgenommen, eher so ein primitives Schwarze-Sklaven-Ding. Ich glaube, für ihn war meine größte Red Flag mein fehlender Katholizismus. Mit hätte ich einen leichteren Stand bei seiner Mutter gehabt, nehme ich an. Aber man muss ja nicht mit jedem befreundet sein. Ich bin einfach spirituell. Ich füttere das kollektive Unbewusste, wenn ich will. Ich träume klar. Und ich spreche definitiv keine Ave Marias zur Sündenreinwaschung. Ich hoffe einfach, dass die Beziehung mit mir ihm nicht das antut, was mein kreativer Austausch vor 19 Jahren mir angetan hat. Und es würde mich glücklich machen, wieder mit diesem Mann lachen zu dürfen. Danke euch. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Xatrix 1514 Beitrag melden August 6 geantwortet Guten Morgen @Anna87 ich habe mir die Zeit genommen, deinen Text zwei Mal zu lesen. Es ist beeindruckend, wie du dich hier öffnest, damit wir mit dir in Richtung einer Lösung nachdenken können und wie sprachlich begabt du die damalige Situation und deine heutigen Gedanken darstellst. Weil alles, um es platt auszudrücken, ziemlich deep ist, brauche ich etwas Zeit, um darüber nachzudenken. Ich werde dir dann hier in einigen Tagen antworten. Sollte dir die Antwort in deiner Situation aber nicht ausreichend helfen können, können wir auch telefonieren. Das kann manchmal mehr helfen, als die zeitlich asynchrone Kommunikation hier. PS. Wenn dir der Gedanke noch nie gekommen ist, was ich mir fast nicht vorstellen kann: Denk gerne mal darüber nach, ob du nicht auch „mal“ ein Buch schreiben möchtest. Die Verbindung aus tiefer Intelligenz, lebenslanger (?) Spiritualität und der Kenntniss der Szene hier sowie recht besonderer Gruppen ließe sich sicher als Coming of Age-Roman oder Lebensratgeber in den genannten Bereichen umsetzen. 1 1 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
DirtyRabbit 12295 Beitrag melden August 6 geantwortet vor 14 Stunden, Xatrix schrieb: können wir auch telefonieren. authentisches Charisma einfach ❤️ 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Xatrix 1514 Beitrag melden August 7 geantwortet vor 11 Stunden, DirtyRabbit schrieb: authentisches Charisma einfach ❤️ Jetzt zerre durch dein Meta-Wissen nicht immer meine Taktiken so an die Oberfläche ;-)) 1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Bernd-das-Brot 1687 Beitrag melden August 8 geantwortet Am 17.7.2026 um 01:46 , Anna87 schrieb: Dass jemand, der im Hintergrund so entwertend, besitzergreifend und zynisch über ihn spricht, tagtäglich auf ihn einwirkt, zeigt mir, in welch instabilem Umfeld er sich bewegt. Und du willst ihn retten, ja? Ich habe deine Geschichte jetzt komplett gelesen, selten erschien mir etwas aussichtsloser als eure Beziehung. Lass ihn los und beginne zu heilen. 2 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen
Anna87 58 Beitrag melden August 8 geantwortet Man gießt keinen neuen Wein in alte Schläuche, sage ich nur. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen