Unfreiwillig "Leiche" im Keller

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Hallo,

folgender Sachverhalt treibt mich zurzeit sehr um her, weshalb ich mich über eure Meinung dazu freuen würde.

Ich hatte mich Ende letzten Jahres bei einem Unternehmen beworben was zur selben Unternehmensgruppe wie ein ehemaliger Arbeitgeber gehört.

Das erste Gespräch war grundsätzlich sehr positiv, der GF grillte mich aber ziemlich wegen des damaligen Fortgangs aus der Unternehmensgruppe und meinem jetzigen Wechselwunsch, da ich dort erst seit ca. einem Jahr war.

Trotzdem wurde ich nach mehreren Wochen zum zweiten Gespräch geladen. Das Problem war, dass ich zwischenzeitlich entlassen wurde.

Da der GF, wie gesagt, meine bisherigen Wechsel sehr kritisch sah hatte ich Angst dies zu thematisieren. Zumal ich zu dem Zeitpunkt noch in der Kündigungsfrist war, also formal noch beschäftigt und die Hoffnung hatte, den Wechsel innerhalb der Kündigungsfrist „sauber“ regeln zu können. Direkt lügen wollte ich natürlich nicht, deshalb habe ich zum Beispiel bei Aussagen wie „Konnten Sie sich den Termin freischaufeln?“ geantwortet: „Habe ich gerne eingerichtet.“ Ich habe also formal nichts Falsches gesagt, im Wissen um den Umstand hätte das Gegenüber dies natürlich als Unwahrheit aufgefasst.

Seit dem sind ca. 4 weitere Wochen vergangen und ich hatte die Stelle eigentlich bereits abgeschrieben. Jetzt wurde ich doch noch zum dritten Gespräch eingeladen. Ich hadere gerade echt ziemlich mit mir, wie ich mich in dem Gespräch verhalten soll? „Frame“ halten oder die Karten auf den Tisch legen!?

Ich würde es schon gerne sagen, ich habe aber die Befürchtung, dass der Umstand dann in jedem Fall, mindestens, „viel Staub aufwirbelt“ und wahrscheinlich unterstellt wird, dass ich in den vorherigen Gesprächen nicht die Wahrheit gesagt habe. Darüber hinaus, wäre meine Verhandlungsbasis dadurch natürlich völlig zerlegt.

Zwischenmenschlich würde ich den Umstand gerne auflösen, anderseits denke ich, dass der Punkt den Sachverhalt aufzuklären (leider) einfach überschritten ist und ich dadurch jetzt objektiv nichts mehr gewinnen, sondern nur verlieren kann.

Wie würdet Ihr Euch verhalten?

bearbeitet von Moin Moin

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chill einfach, du bist nicht gezwungen die karten aufn Tisch zu legen, nur die die sich nicht vermeiden lassen.

vor 8 Minuten, Moin Moin schrieb:

der GF grillte mich aber ziemlich wegen des damaligen Fortgangs aus der Unternehmensgruppe und meinem jetzigen Wechselwunsch,

wie kann man sich das vorstellen?

bearbeitet von DirtyRabbit

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vor 2 Minuten, DirtyRabbit schrieb:

 

wie kann man sich das vorstellen?

Danke dir erstmal.

Das Gespräch war eigentlich fachlich und zwischenmenschlich super. Nur mit dem Punkt hatte er definitiv ein Thema und da kamen mehrere kritische Nachfragen, ging dann so in die Richtung, ob ich zu wenig Resilient sei. .

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vor 2 Minuten, Moin Moin schrieb:

Nur mit dem Punkt hatte er definitiv ein Thema und da kamen mehrere kritische Nachfragen, ging dann so in die Richtung, ob ich zu wenig Resilient sei.

sag doch einfach "ich weiß nur was ich will und das war nicht das was ich mir vorgestellt habe die nächsten Jahre bzw. bis zur Rente zu machen" - damit zeigste straight das Du für etwas stehst und weißt was du willst, du ggf. bereit bist dafür auch etwas (in dem Fall den job) zu verlieren bzw. nicht zu bekommen.

Ist im Prinzip wie bei Frauen wenn Du sagst das das und das passt mir nicht wenn ich mit einer in LTR bin (freizügige Bilder auf Social media z.B.) -> Die weiß dann was für dich dealbreaker ist oder nicht und kann dann sagen ok bin drin oder draußen.

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vor 29 Minuten, Moin Moin schrieb:

.

Hmm, also wenn Sie dich schon zu einem dritten Gespräch einladen haben Sie entweder viel zu viel Zeit oder wollen dich jetzt festnageln. Daher würde ich erstmal keine großen Filme schieben und selbstbewusst ins Gespräch gehen.

Lese ich richtig heraus, dass die Unternehmen über 3 Ecken zusammen gehören? Hier wird ja dann ggf. auch auf dem Flurfunk schon mitgeteilt worden sein, dass Du eben zwischenzeitlich gekündigt wurdest. Wieso Du gekündigt wurdest wäre nochmal interessant. Dies kann natürlich ein unangenehmer Punkt sein wenn Du dort durch Fehlverhalten oder Arbeitszeitbetrug etc. gekündigt worden bist.

Grundlegend hat es deinen zukünftigen Arbeitgeber aber einen feuchten Furz zu interessieren, was zu einer Kündigung geführt hat. Hat halt auf beiden Seiten nicht mehr gepasst und irgendwer hat den entscheidenden Schritt getan. Kannst im Zweifel noch irgendwie so drehen dass Du noch festhalten wolltest und daher noch nicht über ungelegte Eier sprechen wolltest. (falls es überhaupt zur Sprache kommt)

Würde aber generell eher nicht Lügen, sondern einfach wie Du es bisher gehalten hast, einfach Dinge auslassen, nach denen Niemand gefragt hat.

Zum Thema Gehaltsverhandlung... das sehe ich nicht so schwierig. Du bist jetzt halt frei am Markt und kannst theoretisch überall arbeiten, ist ja nicht so dass Du verhungern würdest wenn Die dir den Job nicht geben.

Ich würde da eher selbstbewusst ins Gespräch gehen und etwas fordernd agieren... 3 Dates und immernoch nicht gebumst ist halt Zeitvertreib, aber keine stabile Basis für eine Beziehung.

Frame es daher in Richtung "Herr XY, wir treffen uns nun bereits zum 3. mal, ich komme zwar gerne her und freue mich auch jedesmal über den Austausch, aber ich brauche von Ihnen hier langsam ein klares Signal, wir haben bereits alles besprochen und müssen uns doch nur noch des Handels einig werden. Ich möchte gerne in Ihrer Firma anfangen und sehe viel Potenzial für meine eigene Entwicklung und ein noch höheres indem was ich aktiv dem Unternehmenserfolg beisteuern kann. Offen und Direkt wäre mein Angebot Summe X und wir können noch heute einschlagen".

Und dann lässt ihn was dazu sagen, wenn er knausert, lässt ihn einfach mal ohne eine Antwort sitzen und wartest bis er was sagt. Wenn er nicht entgegenkommt, dann kannst schauen dass Du eine feste Erhöhung bei SEHR KONKRETEN Zielen vereinbarst in 6-12 Monaten die vertraglich festgehalten und automatisch umgesetzt wird, Du aber im Gegenseitigen Vertrauen in Kauf nimmst ggf. für ein paar Mark weniger erstmal anzufangen und ihn von deiner Leistung zu überzeugen.

Lege dir vorher sehr feste Limits unter denen Du nicht anfängst, egal was passiert oder versprochen wird. Schreibe die am besten auf, ne kleine Matrix mit Jahresbrutto, Monatsbrutto und entsprechendem Netto indem Bereich zwischen minimum,  dem was Du willst und Bonusziel. Viele GFs sind ja nicht auf den Kopf gefallen, und springen hier mal gerne zwischen Monats und Jahresgehalt hin und her um zu verwirren und den Deal zu ihren gunsten zu drehen. Da ist es SEHR hilfreich, das alles schon bedacht zu haben und fest im Sattel zu sitzen... zeugt ja auch davon dass Du dich selbst und deine Ziele ernst nimmst, was für gewöhnlich erfolgreichen Menschen imponiert.

Edit: Falls ihr euch nicht einig werdet. Dann gehst Du halt einfach, sagst ihm Du würdest dich freuen wenn ihr euch noch einig werdet und freust dich über eine Zeitnahe Rückmeldung.

bearbeitet von A_guy_named_Who

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PS: ich hatte mich mal neben der Weiterbildung früher für n Nebenjob "beworben" für 200€  2 Sonntage im Monat als Fahrer für weitere Strecken.

Hab da angerufen blabla die war voll freundlich usw. aber meinte dann ich soll kurz noch ne Bewerbung schicken...ich kurz n 3-4 Zeiler hingeschrieben.

Kam dann "wir benötigen noch Ihren Lebenslauf".

Hab geantwortet das ich die Bewerbung zurückziehe mit dem dreisten spruch" ich hab mir nicht als Geschäftsführer beworben sondern für 2 Arbeitstage im Monat für 200€"  mit "..." am ende noch lol

Reaktion -> Die hat 2 Tage später angerufen und mir trotzdem den Job angeboten lol.

bearbeitet von DirtyRabbit

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vor 49 Minuten, Moin Moin schrieb:

Jetzt wurde ich doch noch zum dritten Gespräch eingeladen.

Wieder mit dem GF? Waren die anderen Gespräche auch immer nur mit dem GF? Wieviele Gespräche soll es insgesamt geben?

vor 50 Minuten, Moin Moin schrieb:

Wie würdet Ihr Euch verhalten?

Immer nur auf Sachen antworten, die ich konkret gefragt werde. Wenn der Prozess durch das Unternehmen so lange dauer und sich in der Zwischenzeit etwas ändert, ist das einfach etwas das passieren kann.

Ansonsten, wenn die Gespräche bisher alle nur mit dem GF waren und er sich nach Gespräch Nummer 3 immer noch nicht entscheiden kann, würde ich mir überlegen, ob ich mit so jemanden zusammen arbeiten will. Außerdem würde ich mir Optionen schaffen und weitere Interviews an Land ziehen. Stärkt zum einem deine Verhandlungsposition und gibt dir die Möglichkeit zu wählen, wo du arbeiten möchtest.

Konkret würde ich folgendes machen um in weitere Interview-Prozesse zu kommen.

  • Mein aktuellen CV bei claude.ai hochladen mit dem Prompt "Du bist ein erfahrener Hiring Manager und Recruiter, prüfe und bewerte meinen CV und gib mir einen Score von 1-100". Dann schauen was er dir für einen Score gibt und dann folgenden Prompt "Schreibe meinen CV neu. Nutze dabei Goggle´s X,Y,Z Formel (X= erreicht, Y=gemessen durch, Z=durch Ausführung von). Erstelle den CV so, dass er mindestens einen Score von 95 erreicht. Nutze menschliche Sprache, die nicht KI klingt". Dann Hast du deinen Master-CV
  • Dann schaust du bei den Jobboards nach passenden Stellen für dich. Hast du eine gefunden, lädst du deinen Master CV mit der Job-Beschreibung hoch bei Claude mit folgendem Prompt "Gib mir einen Score wie passend mein CV für diese Job Beschreibung ist von 1-100. Passe meinen CV so an, dass die relavanten Skills für die Rolle auf den ersten Blick ersichtlich sind und er mindestens einen Score von 95 für diese Rolle hat. Erstelle mir außerdem ein passendes Anschreiben. Nutze menschliche Sprache die nicht nach KI klingt"
  • Wenn Du dann den passenden CV und Anschreiben hast, suchst du nach dem Hiring Manager bei LinkedIn und schickst ihm eine Kontaktanfrage oder rufst ihn an, wenn du die Telefonnummer findest. Für die Nachricht oder das Telefonat, kann dir Claude auch helfen. Ziel sollte sein, dass der Hiring Manager dir sagt, du sollst dich bewerben oder nach deinem CV fragt bzw. einen ersten Intro-Call vereinbart. Dadurch kannst du das Screening vom ATS des Unternehmens und des Recruiters überspringen. Wenn du nach 2-3 Tagen noch nichts gehört hast vom Hiring Manager, bewirb dich einfach trotzdem normal.
  • Nutze Claude für die Interview-Vorbereitung. Sag ihm er soll dir Infos zu den Ansprechpartnern stellen, Welche Fragen sie wahrscheinlich zu der Rolle stellen werden, Wie du nach der STAR-Methode darauf antworten kannst, Welche Fragen du am Ende des Gesprächs stellen kannst usw. Wenn du eine Case Study machen musst, kann die Claude auch helfen, die zu erstellen, dir die Speaking Notes zu erstellen usw. Im Gespräch mit dem Hiring Manager würde ich am Ende des Gesprächs immer folgende Frage stellen "Wenn du an den idealen Kandidaten für die Rolle denkst, welche Skills bringt er mit und wie unterscheiden sich diese Skills von meinen". Je nach Antwort weißt du dann wo du stehst bzw. hast die Möglichkeit auf die fehlenden Skills einzugehen.
  • Zusätzlich würde ich noch alle relevanten Headhunter aus der entsprechenden Branche bei LinkedIn anschreiben und denen meinen Master CV schicken. Außerdem noch mein Netzwerk nutzen und nachfragen, ob sie vielleicht was wissen, was passen könnte
  • CV, Anschreiben und Co natürlich immer nochmal gegenlesen und ggfs. verbessern

 

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Danke euch! Ich gehe mal auf eure einzelnen Fragen ein:

  • Nein, die Unternehmen gehören sind zusammen. Bei der potenziell neuen Firma habe ich mal in der Unternehmensgruppe gearbeitet und bin da freiwillig mit top Beurteilungen gegangen. Dort gibt es auch personelle Überschneidungen zu denen ich immer noch einen guten Draht habe.
  • Ich wurde entlassen weil es menschlich nicht so wirklich passte und dann kam noch ein massiver Auftragseinbruch hinzu. Dort bin ich dann betriebsbedingt entlassen worden, habe allerdings ein top Arbeitszeugnis bekommen. Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass ich Führungskraft bin.
  • Die Gespräche waren mit einem leitenden Angestellten, dem GF und jetzt dem erweiterten Führungskreis. Der GF persönlich hat mich angerufen und zum Gespräch eingeladen. Es hörte sich so an alles wenn es sehr konkret werden würde. Bzw. ich glaube nicht, dass da noch viele andere Kandidaten im Rennen sind. Den Wechselwunsch habe ich demnach, vermutlich bereits schlüssig erklärt.

Meine Sorge ist eingentlich nur, dass negativ darauf reagiert wird wenn rauskommt, dass ich entlassen worden bin und dies ja bisher nicht gesagt habe. Und ob man dem deshalb vorweg greift?

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vor 23 Minuten, Moin Moin schrieb:

Meine Sorge ist eingentlich nur, dass negativ darauf reagiert wird wenn rauskommt, dass ich entlassen worden bin und dies ja bisher nicht gesagt habe. Und ob man dem deshalb vorweg greift?

Wie gesagt 3. Gespräch... die Würfel sind vermutlich für dich schon gefallen. Hole das Beste raus und gut ist. 

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