24 Beiträge in diesem Thema

Empfohlene Beiträge

Hi zusammen,

ich beschäftige mich momentan mit Hypnose und vor allem Selbsthypnose – sowohl aus psychologischer Sicht als auch im Hinblick auf Themen wie Fokus, Gewohnheiten, Leistungsfähigkeit und innere Zustände.

Mich interessieren sowohl evidenzbasierte Ressourcen als auch Ansätze, die etwas über den klassischen Mainstream hinausgehen. Bücher, Videos, Kurse oder persönliche Empfehlungen sind alle willkommen.

Welche Inhalte würdet ihr jemandem empfehlen, der tiefer in das Thema einsteigen möchte?

Vielen Dank!

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@Xatrix könnte dir da gute Empfehlungen geben. ...wenn er mal wieder reinschaut. 😏

Was möchtest du denn konkret verändern/erreichen?

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Michael Yapko – Trancework

Der Klassiker inzwischen, wissenschaftlich fundierte und zugleich praxisnahe Einführung. 

bearbeitet von GermanViking
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vor 2 Stunden, GermanViking schrieb:

Michael Yapko – Trancework

Der Klassiker inzwischen, wissenschaftlich fundierte und zugleich praxisnahe Einführung. 

danke dir !

Wendest du das Wissen aus dem Buch an?

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@30verheiratet Ich nutze vor allem die indirekten Techniken und die Art, wie Yapko über Zustände, Aufmerksamkeit und Suggestionen schreibt. Für mich geht es weniger darum, stundenlang klassische Selbsthypnose-Sitzungen zu machen, sondern eher darum, bestimmte mentale Zustände gezielter herzustellen und zu halten.

Wenn ich merke, dass ich mental unruhig oder abgelenkt bin, arbeite ich bewusst mit Trance-ähnlichen Zuständen, um wieder klarer und fokussierter zu werden. Das ist für mich eher ein Tool als eine große spirituelle Sache.

Im Umgang mit Frauen (vor allem in dominanten Sessions) nutze viel von dem, was man über indirekte Suggestion, Pacing & Leading und das Führen von Aufmerksamkeit lernt. Das hilft mir, Frauen gezielter in bestimmte mentale und körperliche Zustände zu bringen.

Was ich eher weniger mache, ist klassisches täglich 20 Minuten Selbsthypnose für Gewohnheitsänderung. Da finde ich andere Methoden (vor allem Verhalten + Umfeld verändern) oft effektiver.
Aber das Grundverständnis aus dem Buch, wie man Aufmerksamkeit lenkt, wie man Zustände aufbaut und wie Suggestionen wirklich wirken, nutze ich relativ regelmäßig, auch wenn es nicht immer als Hypnose erkennbar ist.

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vor 3 Stunden, GermanViking schrieb:

@30verheiratet Ich nutze vor allem die indirekten Techniken und die Art, wie Yapko über Zustände, Aufmerksamkeit und Suggestionen schreibt. Für mich geht es weniger darum, stundenlang klassische Selbsthypnose-Sitzungen zu machen, sondern eher darum, bestimmte mentale Zustände gezielter herzustellen und zu halten.

[...]
Aber das Grundverständnis aus dem Buch, wie man Aufmerksamkeit lenkt, wie man Zustände aufbaut und wie Suggestionen wirklich wirken, nutze ich relativ regelmäßig, auch wenn es nicht immer als Hypnose erkennbar ist.

Kannst du dann auch geiles Textgame? Aufmerksamkeit lenken, Frauen geil schreiben, usw.?

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Prompts schreiben vielleicht 😂

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vor 15 Stunden, DoItAgain schrieb:

@Xatrix könnte dir da gute Empfehlungen geben. ...wenn er mal wieder reinschaut. 😏

Was möchtest du denn konkret verändern/erreichen?

ich möchte ähnlich wie bei einer Meditation meinen Fokus und mentalen Zustand mit einer Hypnose routine mehr unter Kontrolle bringen

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vor 4 Minuten, VideoGamePlayer schrieb:

Habe mich schon gewundert wie der (seine Beiträge) so schnell tippen kann..

Die Dead Internet Theory ist schon längst keine Theorie mehr...

https://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Internet_theory

bearbeitet von holywater
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vor 2 Stunden, 30verheiratet schrieb:

ich möchte ähnlich wie bei einer Meditation meinen Fokus und mentalen Zustand mit einer Hypnose routine mehr unter Kontrolle bringen

Wenn du etwas willst, das man mit Meditation sehr gut erreichen kann, dann nutz genau das. Ansonsten evtl NLP um Ressourcen zu ankern.

Aber ich muss ChatGPT schon Recht geben, dass du mit dem Verändern von Gewohnheiten nachhaltiger bist.

vor 12 Stunden, VideoGamePlayer schrieb:

Kannst du dann auch geiles Textgame? Aufmerksamkeit lenken, Frauen geil schreiben, usw.?

Is ne nette Idee, Frauen zu hypnotisieren, damit sie sich einem an den Hals werfen. In der Praxis ist das kaum bis garnicht umsetzbar. Beim Texten noch schwieriger.

Wenn du die Compliance hast, um sowas durchzuziehen, kannst du ihr einfach ins Ohr flüstern, was du gleich mit ihr machen wirst und sie wird auslaufen.

Das gleiche gilt für Sexting.

...aber ganz ehrlich: Hört auf mit fancy Textgame! Die besten Moves sind sehr einfach und schreiben sollte man immer nur, um die Logistik zu klären. Alles Andere gibt höchstens Kopfschmerzen.

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vor 23 Minuten, VideoGamePlayer schrieb:

Woher weiß man sowas?

Ich überprüf sowas gerne mal. 😏

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vor 4 Minuten, VideoGamePlayer schrieb:

Weißt ja nicht woher das jetzt kam! Maximal eine Korrelation.

Vermutlich hast du Recht. Ist wohl einfach pures Glück.

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Am 29.6.2026 um 18:09 , DoItAgain schrieb:

@Xatrix könnte dir da gute Empfehlungen geben. ...wenn er mal wieder reinschaut. 😏

Was möchtest du denn konkret verändern/erreichen?

Pünktlich zur Sommersaison bin ich zurück/Sorry, scheine mich echt über die Jahre zum virtuellen Saisonarbeiter entwickelt zu haben 🙈

Ich schreibe die Tage gerne mal etwas Längeres aus meiner Erfahrung hier rein, kann aber schon mal unterstreichen, dass der Bereich Hypnose und Selbsthypnose (du kannst dir ja auch eigene Hypnosen aufnehmen und mit schöner Entspanngsmusik unterlegen) für mich neben viel, viel Praxis ein sehr essentieller Bereich meiner Entwicklung war. 

bearbeitet von Xatrix
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vor 14 Stunden, Xatrix schrieb:

bin ich zurück/Sorry

endlich - du bist so ziemlich der einzige den ich für voll nehm wenn er mir wiederspricht weil dich leute kennen die mich auch kennen und weiß das DU kein babbler bist.

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vor 6 Stunden, DirtyRabbit schrieb:

endlich - du bist so ziemlich der einzige den ich für voll nehm wenn er mir wiederspricht weil dich leute kennen die mich auch kennen und weiß das DU kein babbler bist.

Oh Mensch, da krieg ich ja Pippi in die Augen 🥲 Du und das Forum haben mir auch gefehlt!!

Und gut zu wissen: Ich bin mit neuen Begriffen zurück, weiß jetzt auch was Köpek und Esek sind ;-))

PS. Falls ihr euch fragt, unter welchem Stein ich mich versteckt habe: Nachwuchs Nr. 4 ist bald da, aufs Dach kommt ne große Photovoltaik wollte geplant werden, viele Projekte im Job..

bearbeitet von Xatrix
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vor 7 Stunden, Xatrix schrieb:

Nachwuchs Nr. 4 ist bald da

Herzlichen Glückwunsch! Immer noch mit derselben Frau oder gab es Personalwechsel in der Zwischenzeit?

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vor 5 Stunden, anotherthing schrieb:

Herzlichen Glückwunsch! Immer noch mit derselben Frau oder gab es Personalwechsel in der Zwischenzeit?

Nee, das ist immer noch dieselbe und das ist auch gut so :-))

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Hat hier jemand dreimal Beetlejuice gesagt? 😉

Keine Sorge, es geht jetzt nicht um den kleinen Quälgeist aus dem Film.

Aber wenn die Zeit da ist und dann auch noch nach einem meiner Lieblingsthemen – Hypnose – gefragt wird, da juckt es mich ja wieder in den Fingern, euch nicht unter der Länge eines Romans aus diesem Thread zu entlassen.

Prolog: Von Speed Seduction, geheimen Techniken und den frühen Pick-up-Jahren

Zuerst antworte ich in meinem guten und altbekannten Stil auf eine Frage, die so noch gar nicht gestellt wurde – die aber vermutlich viele User, die genau in diesen Thread schauen, beantwortet haben möchten.

Es geht um das, was früher unter der Begrifflichkeit „Speed Seduction“ verstanden wurde (Ross Jeffries, lange her, Anfangszeit der Pick-up-Szene in den 80ern/90ern: NLP meets Seduction).

Damals wurden ganz viele Dinge ausprobiert, die in meinen Augen rückblickend viel zu stark im Bereich des Fantastischen, Realitätsfernen und teilweise der Selbsttäuschung angesiedelt waren.

Es gab später Dinge wie das „Black Door Pattern“ oder bestimmte Pick-up-Lines und Sprachmuster, die angeblich eine Frau plötzlich „umprogrammieren“ sollten – oder aus dem vermeintlich unattraktiven Typpes in ihrer Wahrnehmung auf einmal den extrem maskulinen Mann machen sollten.

Genau solche Vorstellungen wurden damals teilweise propagiert, und Menschen wie Ross Jeffries und andere haben damit sehr viel Geld verdient. Im deutschen Raum wurde dieser Ansatz beispielsweise auch von Stefan Strecker aufgegriffen. Sein Buch findet man vermutlich heute nur noch gebraucht auf Amazon oder eBay. Wer sich für die Historie interessiert, kann sich da natürlich einlesen.

Für mich persönlich ist das der am wenigsten sinnvolle Bereich dessen, was mit Hypnose und NLP versucht wurde.

Denn auch wenn es nicht immer explizit so formuliert wurde: Im Grunde arbeitet dieses ganze Speed-Seduction-Konzept mit Werkzeugen aus dem Bereich der hypnotischen Sprache – also etwa Suggestionen, bewussten Auslassungen, Generalisierungen, Tilgungen und ähnlichen Mechanismen.

Viele dieser sprachlichen Muster gehen auf die Arbeit von Milton H. Erickson zurück und haben durchaus ihre Berechtigung – allerdings vor allem in einem völlig anderen Kontext: nämlich im therapeutischen Bereich, in Hypnosesitzungen oder in professioneller Kommunikation.

Aber dieser alte Speed-Seduction-Weg ist aus meiner Sicht zurecht weitgehend verschwunden.

Viele der Versprechen waren schlicht Fantasie: Die Vorstellung, man könne durch ein paar bestimmte Sprachmuster einen anderen Menschen quasi „steuern“ oder Anziehung erzeugen, ohne selbst an sich arbeiten zu müssen, halte ich für problematisch.

Letztlich wurde mit dieser suggerierten Allmacht sehr viel Geld verdient.

Die Idee, dass man sich selbst nicht verändern muss, sondern nur ein paar geheime Techniken lernen muss, ist natürlich extrem verlockend.

Die Sehnsucht nach der Abkürzung ist menschlich

Im Grunde genommen war Speed Seduction in meinen Augen für viele Männer der Traum von einer viel zu einfachen Abkürzung – und dieser Wunsch ist erst einmal absolut nachvollziehbar.

Wenn man in einem Lebensbereich unsicher ist, negative Erfahrungen gemacht hat oder sich hilflos fühlt, ist die Vorstellung natürlich extrem attraktiv, dass es irgendwo einen geheimen Hebel gibt, der plötzlich alles verändert.

Das ist fast ein wenig wie die „Wunderfrage“ in der lösungsorientierten Kurzzeittherapie ;-)

Und genau darin liegt für mich der Kern dieser ganzen Versprechen.

Ich muss nur die richtige Technik finden, genug dafür bezahlen oder stark genug daran glauben – und plötzlich löst sich das Problem.

Ein passender Vergleich ist für mich das klassische Pheromon-Spray, das zeitweise ebenfalls in solchen Kreisen beworben wurde.

Man kauft sich ein teures Spray für 20 bis 50 Euro, obwohl die wissenschaftliche Evidenz für die versprochenen Effekte zumindest sehr fragwürdig ist, trägt es auf und hofft, dass einem dadurch plötzlich alle Frauen zu Füßen liegen.

Interessanterweise kann so etwas in einzelnen Fällen sogar scheinbar funktionieren – aber vermutlich nicht wegen der eigentlichen Wirkung des Sprays.

Wenn ein Mann fest daran glaubt, jetzt eine Art neue „Superkraft“ zu besitzen, verändert sich möglicherweise sein eigenes Verhalten:

Er tritt selbstbewusster auf, traut sich mehr, ist entspannter oder flirtet offensiver.

Eine klassische selbsterfüllende Prophezeiung.

Das Problem ist aber:

Diese neue Superkraft bekommt sehr schnell Löcher wie ein Schweizer Käse.

Spätestens wenn zwei oder drei Körbe hintereinander kommen, beginnt der Zweifel:

„Moment – vielleicht funktioniert dieses Wundermittel doch nicht so, wie ich dachte.“

Und wenn der Glaube daran erst einmal verschwunden ist, steht man im Grunde wieder genau dort, wo man vorher war.

Vielleicht hat man sogar einen Schritt zurück gemacht, weil man Zeit und Energie in eine vermeintliche Abkürzung investiert hat, statt an den Dingen zu arbeiten, die langfristig wirklich etwas verändern.

Vom Manipulieren anderer zum Arbeiten an sich selbst

Jetzt kommen wir zu dem Bereich der Hypnose, der für mich persönlich – aber auch für viele Bekannte und ehemalige Coaching-Teilnehmer – den größten Nutzen gebracht hat:

Hypnose und hypnotische Sprachmuster vor allem auf sich selbst anzuwenden oder sie, wenn man als Coach arbeitet, verantwortungsvoll in Coaching-Prozessen einzusetzen.

Auch hier geht es im ersten Schritt wieder um Sprache.

Der entscheidende Unterschied ist aber:

Ich versuche nicht, mit irgendwelchen geheimen Sprachmustern eine Frau zu „knacken“ oder eine bestimmte Reaktion in ihr auszulösen.

Natürlich kann Sprache Einfluss auf Menschen haben – das habe ich oben bereits beschrieben –, aber eben nicht auf diese magische Art, wie es in Teilen der alten Speed-Seduction-Szene verkauft wurde.

Viel spannender ist für mich die Frage:

Wie kann ich meine eigene Sprache und mein eigenes Denken so verändern, dass ich damit mich selbst positiv beeinflusse?

Viele Menschen haben früher – und auch heute noch – sehr stark an das Thema Affirmationen geglaubt.

„Ich bin selbstbewusst.“
„Ich bin erfolgreich.“
„Alle Menschen lieben mich.“

Das Problem dabei:

Wenn solche Aussagen extrem weit von der eigenen erlebten Realität entfernt sind, können sie sogar einen gegenteiligen Effekt erzeugen.

Statt Veränderung entsteht innerer Widerstand, weil ein Teil des eigenen Gehirns sofort antwortet:

„Nein, stimmt nicht.“

Deshalb sehe ich klassische Affirmationen nur als begrenzt wirksames Werkzeug und finde andere sprachliche Ansätze deutlich interessanter.

Hier kommt für mich der spannendere Teil des NLP ins Spiel.

Ganz grob zusammengefasst:

Richard Bandler und John Grinder haben in den 1970er-Jahren versucht, außergewöhnlich erfolgreiche Therapeuten und Kommunikatoren zu untersuchen.

Sie beobachteten unter anderem deren Sprache, Denkmodelle und Interventionen, transkribierten Sitzungen und versuchten daraus wiederholbare Muster abzuleiten.

Unabhängig davon, wie man NLP als Gesamtmodell bewertet, ist diese Grundidee interessant:

Nicht zu fragen:

„Warum funktioniert etwas?“

Sondern:

„Was genau macht jemand, bei dem es funktioniert?“

Besonders spannend ist hier die Verbindung zur modernen Hypnotherapie durch Milton H. Erickson.

Viele Psychologiestudierende oder therapeutisch Interessierte werden irgendwann auf die Milton-Erickson-Gesellschaften oder entsprechende Institute stoßen, die sich auf seine Arbeit beziehen.

Erickson war durch eine schwere Polio-Erkrankung körperlich stark eingeschränkt und entwickelte über Jahrzehnte einen sehr besonderen therapeutischen Kommunikationsstil.

Sprache, Stimme, Geschichten, Metaphern und indirekte Suggestionen wurden zentrale Werkzeuge seiner Arbeit.

Bandler und Grinder analysierten später seine Kommunikationsmuster und veröffentlichten dazu unter anderem die beiden Bücher:

Patterns of the Hypnotic Techniques of Milton H. Erickson – Volume I

Patterns of the Hypnotic Techniques of Milton H. Erickson – Volume II

Aus dieser Analyse entstand innerhalb des NLP das sogenannte Milton-Modell – eine Sammlung von Sprachmustern, die mit Mehdreutigkeit, Vorstellungskraft und innerer Verarbeitung arbeiten.

Beispiele dafür sind eingebettete Suggestionen, Vorannahmen, Metaphern, Geschichten und bewusst offene Sprache.

An dieser Stelle ist mir aber eine Differenzierung wichtig:

Milton H. Erickson hat unabhängig von jeder NLP-Diskussion einen festen Platz in der Geschichte der modernen Psychotherapie und insbesondere der Hypnotherapie.

NLP als Gesamtmodell muss man davon getrennt betrachten.

Hier ist die wissenschaftliche Bewertung deutlich kritischer und kontroverser.

Für viele Grundannahmen des NLP gibt es bis heute keine überzeugende wissenschaftliche Evidenz.

Gleichzeitig finde ich die Bewertung nicht ganz trivial, weil NLP kein einzelnes klar abgegrenztes Verfahren ist, sondern eher ein großer Werkzeugkoffer aus sehr unterschiedlichen Methoden, Kommunikationsmodellen und Interventionen.

Dadurch ist es schwieriger, „NLP“ als Ganzes zu untersuchen als eine klar definierte einzelne Intervention.

Aus meiner Sicht ist deshalb die spannendere Frage nicht:

„Funktioniert NLP oder funktioniert NLP nicht?“

Sondern:

Welche konkreten Werkzeuge, Modelle oder Interventionen daraus sind hilfreich – und warum?

Wenn man beginnt, die Muster und Prinzipien dahinter wirklich zu verstehen und anzuwenden, kann man sie aus meiner Sicht sehr gut zuerst auf sich selbst übertragen.

Eine Möglichkeit ist beispielsweise, eigene Hypnosen oder Tranceprozesse zu konzipieren, diese einzusprechen, vielleicht mit angenehmer Musik zu unterlegen und sie sich anschließend selbst anzuhören.

Auf diese Art habe ich damals sehr viel mit mir selbst experimentiert und eigene Erfahrungen gesammelt, bevor ich überhaupt begonnen habe, solche Werkzeuge in der Arbeit mit anderen Menschen einzusetzen.

Der nächste Schritt ist dann natürlich Übung.

In Hypnose wird man – wie in vielen anderen Bereichen auch – vor allem dadurch besser, dass man praktische Erfahrung sammelt und mit unterschiedlichen Menschen arbeitet.

Ich hatte damals den Vorteil, dass ich diese Methoden im Rahmen meiner Coachings anwenden und weiterentwickeln konnte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings bereits mehrere Hypnose-Ausbildungen absolviert und ein entsprechendes professionelles Fundament aufgebaut.

Ich würde deshalb niemandem empfehlen, einfach ohne Vorbereitung auf Menschen loszugehen.

Wenn man üben möchte, könnte man eher in einem passenden Rahmen anfangen – beispielsweise mit freiwilligen Übungspartnern, die wissen, worauf sie sich einlassen, und offen dafür sind, gemeinsam Erfahrungen zu sammeln.

Vom bewussten Lernen zur eigenen Intuition

Meine persönliche Arbeitshypothese ist, dass man Hypnose vor allem dann wirklich gut lernt, wenn man sie praktisch erlebt und anwendet.

Deshalb habe ich einen großen Teil meiner eigenen Hypnose-Skills tatsächlich in Live-Workshops aufgebaut – in ganz unterschiedlichen Bereichen, bei verschiedenen Anbietern und auf sehr unterschiedlichen Intensitäts- und Preisleven.

Schriftliche Quellen waren für mich natürlich ebenfalls wichtig. Dazu gehören unter anderem die Arbeiten von Bandler und Grinder sowie Audioaufnahmen und Seminarmitschnitte, in denen man sehr gut hören kann, wie bestimmte Sprachmuster, Betonungen und Prozesse tatsächlich angewendet werden.

Meine größte praktische Inspirationsquelle im Bereich Hypnose waren aber über viele Jahre die Workshops von Chris Mulzer (Kikidan Berlin), einem der bekanntesten deutschen NLP-Trainer, der selbst noch direkt von Richard Bandler ausgebildet wurde.

Über einen Zeitraum von ungefähr acht Jahren habe ich dort immer wieder an unterschiedlichsten Hypnose-Formaten teilgenommen.

Was ich an diesen Workshops besonders wertvoll fand, war der enorme Fokus auf praktische Anwendung und Ausprobieren.

Fachlich war nicht immer alles so sauber oder wissenschaftlich eingeordnet, wie ich persönlich es mir manchmal gewünscht hätte – dafür bin ich vermutlich einfach zu wissenschaftlich und kognitiv geprägt.

Aber genau diese Formate hatten eine andere große Stärke:

Man kam unglaublich viel ins Tun.

Man arbeitete immer wieder mit unterschiedlichen Übungspartnern und wurde Schritt für Schritt herausgefordert, tatsächlich hypnotische Prozesse anzuleiten, statt nur theoretisch darüber zu sprechen.

Am Anfang sitzt man vielleicht noch nervös da und fragt sich: „Funktioniert das überhaupt?“, „Kann ich das wirklich?“, „Passiert da gerade tatsächlich etwas?“

Aber genau durch dieses wiederholte Üben entsteht Sicherheit.

Und häufig merkt man schon nach einem intensiven Zwei- oder Drei-Tages-Workshop deutliche Fortschritte – einfach, weil aus theoretischem Wissen langsam eine praktische Fähigkeit wird.

Nachdem ich dieses sehr anwendungsorientierte Wissen über die Jahre gesammelt und praktisch erlebt hatte, habe ich irgendwann begonnen, Hypnose nicht mehr nur in Einzelcoachings einzusetzen, sondern auch in größeren Seminaren.

Das war für meine eigene Entwicklung noch einmal ein großer Schritt.

Denn es ist etwas anderes, ob man mit einer einzelnen Person arbeitet oder ob man vor einem Seminarraum mit 20 bis 50 Menschen steht und versucht, einen Prozess anzuleiten, der für viele unterschiedliche Menschen gleichzeitig funktioniert.

Genau daraus entsteht unglaublich viel Lernerfahrung.

Man merkt plötzlich, wie unterschiedlich Menschen reagieren:

Manche können sich sehr schnell auf solche Prozesse einlassen, andere brauchen deutlich länger.

Manche Menschen arbeiten innerlich sehr stark mit Bildern, andere reagieren viel mehr auf Geschichten, Sprache, Metaphern oder bestimmte emotionale Zugänge.

Auch die Erwartungshaltung spielt eine Rolle:

Manche Teilnehmer kommen mit einem sehr starken Glauben an Hypnose, andere sind skeptischer.

Und auch das beeinflusst natürlich, wie jemand einen solchen Prozess erlebt.

Für mich persönlich war genau diese Vielfalt einer der größten Entwicklungsschritte, weil man lernt, flexibler zu werden und nicht nur ein festes Skript abzuarbeiten.

Gleichzeitig muss ich dazu sagen:

Dieser Punkt kam bei mir nicht nach ein paar Wochen.

Dahinter standen sechs bis acht Jahre Beschäftigung mit dem Thema, viele Seminare, viel Übung und ehrlicherweise auch eine Menge Geld, das ich in Ausbildungen und Weiterentwicklung investiert habe.

Wenn du jetzt aber einen Quickstart oder einen ersten Quick-Win suchst, würde ich anders anfangen.

Natürlich kann man auch hier einzelne Punkte kritisch sehen, aber eine für mich damals hilfreiche Quelle waren beispielsweise die kostenlosen Hypnosen von Chris Mulzer auf Kikidan.de.

Dort gab es unter anderem die „Übung des goldenen Lichts“ und verschiedene andere Formate.

Der erste Schritt wäre aus meiner Sicht:

Hör dir solche Hypnosen zunächst einfach an und sammle eigene Erfahrungen.

Schau, was für dich funktioniert.

Manche Menschen können sich im Liegen besser darauf einlassen, andere im Sitzen.

Manche schlafen gerade am Anfang schnell dabei ein – besonders wenn sie aus einem stressigen Alltag kommen.

Und auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen:

Wo endet noch Trance?

Wo beginnt Schlaf?

Welche Prozesse laufen trotzdem weiter?

Aber unabhängig davon bekommst du eine erste innere Referenz:

Wie fühlt sich ein solcher Zustand für mich überhaupt an?

Und genau diese eigene Erfahrung finde ich enorm wichtig.

Wenn du ein Gefühl dafür entwickelt hast, was bei dir funktioniert, kommt der nächste spannende Schritt:

Analysiere, was dort eigentlich passiert.

Du kannst dich beispielsweise mit einer Transkriptionssoftware hinsetzen oder ganz klassisch selbst mitschreiben:

Welche Metaphern werden verwendet?

Welche Suggestionen tauchen auf?

Welche Muster aus dem Milton-Modell erkennst du wieder?

Wo werden Geschichten verschachtelt (Nested Loops)?

Wie wird Aufmerksamkeit geführt?

Versuche wirklich zu verstehen:

Was macht jemand, der darin viel Erfahrung hat, eigentlich genau?

Am Anfang bist du damit natürlich noch nicht an dem Punkt, völlig eigene Hypnosen zu entwickeln.

Du bist zunächst bei der Reproduktion.

Und das ist völlig in Ordnung.

Fast jedes Lernen beginnt damit:

Man schaut sich an, was Menschen machen, die eine Fähigkeit bereits beherrschen, versucht die Struktur dahinter zu verstehen und baut es zunächst nach.

Der nächste Schritt ist dann die Synthese.

Also nicht mehr nur:

„Ich verstehe, was jemand anderes macht.“

Sondern:

„Ich kann verschiedene Elemente nehmen und daraus etwas Eigenes erschaffen.“

Und daraus entsteht mit der Zeit vielleicht ein eigener Stil, der aus vielen verschiedenen Einflüssen gewachsen ist.

Je häufiger du diesen Prozess durchläufst, desto mehr verändert sich etwas.

Aus bewusst gelerntem Handwerk entsteht eine intuitive Fähigkeit.

Ein guter Vergleich ist für mich ein Musiker:

Am Anfang lernt er bewusst einzelne Akkorde, Tonleitern und Techniken.

Jeder Fingergriff braucht Aufmerksamkeit.

Aber irgendwann muss ein erfahrener Musiker beim Spielen nicht mehr über jeden einzelnen Ton nachdenken.

Er kann improvisieren, variieren und seinen eigenen Stil einbringen.

Nicht, weil er die Grundlagen vergessen hat.

Sondern weil er sie so tief verinnerlicht hat, dass sie ein Teil von ihm geworden sind.

Und genau so sehe ich gute Hypnose:

Am Anfang lernst du bewusst Modelle, Muster und Techniken.

Aber das Ziel ist nicht, für immer ein Skript abzulesen.

Das Ziel ist, irgendwann frei spielen zu können.

Abschließend hoffe ich, dass euch mein langer Text jetzt nicht zu viel Lebenszeit geklaut hat. 😉

Aber vielleicht merkt man gerade an der Länge auch, wie wichtig mir das Thema Hypnose selbst nach über 20 Jahren Beschäftigung mit Persönlichkeitsentwicklung immer noch ist. Denn für mich war es nie nur eine Sammlung von Techniken oder Sprachmustern. Gerade die Verbindung aus praktischer Erfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und hypnotischer Arbeit hat bei mir persönlich in einigen Bereichen wirklich viel verändert:

Mein Selbstbewusstsein.

Mein innerer Dialog.

Der Umgang mit negativen Gedankenschleifen.

Mein Selbstbild und die Art, wie ich auf mich selbst schaue.

Und das war dann doch alles an investierter Zeit und Geld wert.

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vor 20 Stunden, Xatrix schrieb:

Hat hier jemand dreimal Beetlejuice gesagt? 😉

Keine Sorge, es geht jetzt nicht um den kleinen Quälgeist aus dem Film.

Aber wenn die Zeit da ist und dann auch noch nach einem meiner Lieblingsthemen – Hypnose – gefragt wird, da juckt es mich ja wieder in den Fingern, euch nicht unter der Länge eines Romans aus diesem Thread zu entlassen.

Prolog: Von Speed Seduction, geheimen Techniken und den frühen Pick-up-Jahren

Zuerst antworte ich in meinem guten und altbekannten Stil auf eine Frage, die so noch gar nicht gestellt wurde – die aber vermutlich viele User, die genau in diesen Thread schauen, beantwortet haben möchten.

Es geht um das, was früher unter der Begrifflichkeit „Speed Seduction“ verstanden wurde (Ross Jeffries, lange her, Anfangszeit der Pick-up-Szene in den 80ern/90ern: NLP meets Seduction).

Damals wurden ganz viele Dinge ausprobiert, die in meinen Augen rückblickend viel zu stark im Bereich des Fantastischen, Realitätsfernen und teilweise der Selbsttäuschung angesiedelt waren.

Es gab später Dinge wie das „Black Door Pattern“ oder bestimmte Pick-up-Lines und Sprachmuster, die angeblich eine Frau plötzlich „umprogrammieren“ sollten – oder aus dem vermeintlich unattraktiven Typpes in ihrer Wahrnehmung auf einmal den extrem maskulinen Mann machen sollten.

-> Gar nicht meine Absicht bin fast 10 Jahre verheiratet 🙂

Genau solche Vorstellungen wurden damals teilweise propagiert, und Menschen wie Ross Jeffries und andere haben damit sehr viel Geld verdient. Im deutschen Raum wurde dieser Ansatz beispielsweise auch von Stefan Strecker aufgegriffen. Sein Buch findet man vermutlich heute nur noch gebraucht auf Amazon oder eBay. Wer sich für die Historie interessiert, kann sich da natürlich einlesen.

Für mich persönlich ist das der am wenigsten sinnvolle Bereich dessen, was mit Hypnose und NLP versucht wurde.

Denn auch wenn es nicht immer explizit so formuliert wurde: Im Grunde arbeitet dieses ganze Speed-Seduction-Konzept mit Werkzeugen aus dem Bereich der hypnotischen Sprache – also etwa Suggestionen, bewussten Auslassungen, Generalisierungen, Tilgungen und ähnlichen Mechanismen.

Viele dieser sprachlichen Muster gehen auf die Arbeit von Milton H. Erickson zurück und haben durchaus ihre Berechtigung – allerdings vor allem in einem völlig anderen Kontext: nämlich im therapeutischen Bereich, in Hypnosesitzungen oder in professioneller Kommunikation.

Aber dieser alte Speed-Seduction-Weg ist aus meiner Sicht zurecht weitgehend verschwunden.

Viele der Versprechen waren schlicht Fantasie: Die Vorstellung, man könne durch ein paar bestimmte Sprachmuster einen anderen Menschen quasi „steuern“ oder Anziehung erzeugen, ohne selbst an sich arbeiten zu müssen, halte ich für problematisch.

Letztlich wurde mit dieser suggerierten Allmacht sehr viel Geld verdient.

Die Idee, dass man sich selbst nicht verändern muss, sondern nur ein paar geheime Techniken lernen muss, ist natürlich extrem verlockend.

Die Sehnsucht nach der Abkürzung ist menschlich

Im Grunde genommen war Speed Seduction in meinen Augen für viele Männer der Traum von einer viel zu einfachen Abkürzung – und dieser Wunsch ist erst einmal absolut nachvollziehbar.

Wenn man in einem Lebensbereich unsicher ist, negative Erfahrungen gemacht hat oder sich hilflos fühlt, ist die Vorstellung natürlich extrem attraktiv, dass es irgendwo einen geheimen Hebel gibt, der plötzlich alles verändert.

Das ist fast ein wenig wie die „Wunderfrage“ in der lösungsorientierten Kurzzeittherapie ;-)

Und genau darin liegt für mich der Kern dieser ganzen Versprechen.

Ich muss nur die richtige Technik finden, genug dafür bezahlen oder stark genug daran glauben – und plötzlich löst sich das Problem.

Ein passender Vergleich ist für mich das klassische Pheromon-Spray, das zeitweise ebenfalls in solchen Kreisen beworben wurde.

Man kauft sich ein teures Spray für 20 bis 50 Euro, obwohl die wissenschaftliche Evidenz für die versprochenen Effekte zumindest sehr fragwürdig ist, trägt es auf und hofft, dass einem dadurch plötzlich alle Frauen zu Füßen liegen.

Interessanterweise kann so etwas in einzelnen Fällen sogar scheinbar funktionieren – aber vermutlich nicht wegen der eigentlichen Wirkung des Sprays.

Wenn ein Mann fest daran glaubt, jetzt eine Art neue „Superkraft“ zu besitzen, verändert sich möglicherweise sein eigenes Verhalten:

Er tritt selbstbewusster auf, traut sich mehr, ist entspannter oder flirtet offensiver.

Eine klassische selbsterfüllende Prophezeiung.

genau diesen Placebo will ich auch für mich nutzen.

ich denke immer wenn ich das Wort Selbstbewusstsein oder Glück sage und dann schnipse kann ich dieses Gefühl aufrufen ob das tatsächlich so ist, I DONT KNOW. es hilft aber und daher funktioniert es...

Das Problem ist aber:

Diese neue Superkraft bekommt sehr schnell Löcher wie ein Schweizer Käse.

Spätestens wenn zwei oder drei Körbe hintereinander kommen, beginnt der Zweifel:

„Moment – vielleicht funktioniert dieses Wundermittel doch nicht so, wie ich dachte.“

Und wenn der Glaube daran erst einmal verschwunden ist, steht man im Grunde wieder genau dort, wo man vorher war.

Vielleicht hat man sogar einen Schritt zurück gemacht, weil man Zeit und Energie in eine vermeintliche Abkürzung investiert hat, statt an den Dingen zu arbeiten, die langfristig wirklich etwas verändern.

Vom Manipulieren anderer zum Arbeiten an sich selbst

Jetzt kommen wir zu dem Bereich der Hypnose, der für mich persönlich – aber auch für viele Bekannte und ehemalige Coaching-Teilnehmer – den größten Nutzen gebracht hat:

Hypnose und hypnotische Sprachmuster vor allem auf sich selbst anzuwenden oder sie, wenn man als Coach arbeitet, verantwortungsvoll in Coaching-Prozessen einzusetzen.

Auch hier geht es im ersten Schritt wieder um Sprache.

Der entscheidende Unterschied ist aber:

Ich versuche nicht, mit irgendwelchen geheimen Sprachmustern eine Frau zu „knacken“ oder eine bestimmte Reaktion in ihr auszulösen.

Natürlich kann Sprache Einfluss auf Menschen haben – das habe ich oben bereits beschrieben –, aber eben nicht auf diese magische Art, wie es in Teilen der alten Speed-Seduction-Szene verkauft wurde.

Viel spannender ist für mich die Frage:

Wie kann ich meine eigene Sprache und mein eigenes Denken so verändern, dass ich damit mich selbst positiv beeinflusse?

Viele Menschen haben früher – und auch heute noch – sehr stark an das Thema Affirmationen geglaubt.

„Ich bin selbstbewusst.“
„Ich bin erfolgreich.“
„Alle Menschen lieben mich.“

Das Problem dabei:

Wenn solche Aussagen extrem weit von der eigenen erlebten Realität entfernt sind, können sie sogar einen gegenteiligen Effekt erzeugen.

Statt Veränderung entsteht innerer Widerstand, weil ein Teil des eigenen Gehirns sofort antwortet:

„Nein, stimmt nicht.“

Deshalb sehe ich klassische Affirmationen nur als begrenzt wirksames Werkzeug und finde andere sprachliche Ansätze deutlich interessanter.

Hier kommt für mich der spannendere Teil des NLP ins Spiel.

You got me hooked.

Ganz grob zusammengefasst:

Richard Bandler und John Grinder haben in den 1970er-Jahren versucht, außergewöhnlich erfolgreiche Therapeuten und Kommunikatoren zu untersuchen.

Sie beobachteten unter anderem deren Sprache, Denkmodelle und Interventionen, transkribierten Sitzungen und versuchten daraus wiederholbare Muster abzuleiten.

Unabhängig davon, wie man NLP als Gesamtmodell bewertet, ist diese Grundidee interessant:

Nicht zu fragen:

„Warum funktioniert etwas?“

Sondern:

„Was genau macht jemand, bei dem es funktioniert?“

Besonders spannend ist hier die Verbindung zur modernen Hypnotherapie durch Milton H. Erickson.

Viele Psychologiestudierende oder therapeutisch Interessierte werden irgendwann auf die Milton-Erickson-Gesellschaften oder entsprechende Institute stoßen, die sich auf seine Arbeit beziehen.

Erickson war durch eine schwere Polio-Erkrankung körperlich stark eingeschränkt und entwickelte über Jahrzehnte einen sehr besonderen therapeutischen Kommunikationsstil.

Sprache, Stimme, Geschichten, Metaphern und indirekte Suggestionen wurden zentrale Werkzeuge seiner Arbeit.

Bandler und Grinder analysierten später seine Kommunikationsmuster und veröffentlichten dazu unter anderem die beiden Bücher:

Patterns of the Hypnotic Techniques of Milton H. Erickson – Volume I

Patterns of the Hypnotic Techniques of Milton H. Erickson – Volume II

zieh ich mir eine Zusammenfassung zu rein, ich schau mal.

Aus dieser Analyse entstand innerhalb des NLP das sogenannte Milton-Modell – eine Sammlung von Sprachmustern, die mit Mehdreutigkeit, Vorstellungskraft und innerer Verarbeitung arbeiten.

Beispiele dafür sind eingebettete Suggestionen, Vorannahmen, Metaphern, Geschichten und bewusst offene Sprache.

An dieser Stelle ist mir aber eine Differenzierung wichtig:

Milton H. Erickson hat unabhängig von jeder NLP-Diskussion einen festen Platz in der Geschichte der modernen Psychotherapie und insbesondere der Hypnotherapie.

NLP als Gesamtmodell muss man davon getrennt betrachten.

Hier ist die wissenschaftliche Bewertung deutlich kritischer und kontroverser.

Für viele Grundannahmen des NLP gibt es bis heute keine überzeugende wissenschaftliche Evidenz.

Gleichzeitig finde ich die Bewertung nicht ganz trivial, weil NLP kein einzelnes klar abgegrenztes Verfahren ist, sondern eher ein großer Werkzeugkoffer aus sehr unterschiedlichen Methoden, Kommunikationsmodellen und Interventionen.

Dadurch ist es schwieriger, „NLP“ als Ganzes zu untersuchen als eine klar definierte einzelne Intervention.

Aus meiner Sicht ist deshalb die spannendere Frage nicht:

„Funktioniert NLP oder funktioniert NLP nicht?“

Sondern:

Welche konkreten Werkzeuge, Modelle oder Interventionen daraus sind hilfreich – und warum?

Wenn man beginnt, die Muster und Prinzipien dahinter wirklich zu verstehen und anzuwenden, kann man sie aus meiner Sicht sehr gut zuerst auf sich selbst übertragen.

Eine Möglichkeit ist beispielsweise, eigene Hypnosen oder Tranceprozesse zu konzipieren, diese einzusprechen, vielleicht mit angenehmer Musik zu unterlegen und sie sich anschließend selbst anzuhören.

Auf diese Art habe ich damals sehr viel mit mir selbst experimentiert und eigene Erfahrungen gesammelt, bevor ich überhaupt begonnen habe, solche Werkzeuge in der Arbeit mit anderen Menschen einzusetzen.

Der nächste Schritt ist dann natürlich Übung.

In Hypnose wird man – wie in vielen anderen Bereichen auch – vor allem dadurch besser, dass man praktische Erfahrung sammelt und mit unterschiedlichen Menschen arbeitet.

Ich hatte damals den Vorteil, dass ich diese Methoden im Rahmen meiner Coachings anwenden und weiterentwickeln konnte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings bereits mehrere Hypnose-Ausbildungen absolviert und ein entsprechendes professionelles Fundament aufgebaut.

welche Hypnose Ausbildungen bringen viel? fahre wahrscheinlich nächstes Jahr nach Los Angeles zu Marzcel Klein, ist auch ein Hypnotiseur.

Ich würde deshalb niemandem empfehlen, einfach ohne Vorbereitung auf Menschen loszugehen.

Wenn man üben möchte, könnte man eher in einem passenden Rahmen anfangen – beispielsweise mit freiwilligen Übungspartnern, die wissen, worauf sie sich einlassen, und offen dafür sind, gemeinsam Erfahrungen zu sammeln.

erhoffe ich mir auch von so Seminaren.

Vom bewussten Lernen zur eigenen Intuition

Meine persönliche Arbeitshypothese ist, dass man Hypnose vor allem dann wirklich gut lernt, wenn man sie praktisch erlebt und anwendet.

Deshalb habe ich einen großen Teil meiner eigenen Hypnose-Skills tatsächlich in Live-Workshops aufgebaut – in ganz unterschiedlichen Bereichen, bei verschiedenen Anbietern und auf sehr unterschiedlichen Intensitäts- und Preisleven.

Schriftliche Quellen waren für mich natürlich ebenfalls wichtig. Dazu gehören unter anderem die Arbeiten von Bandler und Grinder sowie Audioaufnahmen und Seminarmitschnitte, in denen man sehr gut hören kann, wie bestimmte Sprachmuster, Betonungen und Prozesse tatsächlich angewendet werden.

Meine größte praktische Inspirationsquelle im Bereich Hypnose waren aber über viele Jahre die Workshops von Chris Mulzer (Kikidan Berlin), einem der bekanntesten deutschen NLP-Trainer, der selbst noch direkt von Richard Bandler ausgebildet wurde.

Über einen Zeitraum von ungefähr acht Jahren habe ich dort immer wieder an unterschiedlichsten Hypnose-Formaten teilgenommen.

Was ich an diesen Workshops besonders wertvoll fand, war der enorme Fokus auf praktische Anwendung und Ausprobieren.

Fachlich war nicht immer alles so sauber oder wissenschaftlich eingeordnet, wie ich persönlich es mir manchmal gewünscht hätte – dafür bin ich vermutlich einfach zu wissenschaftlich und kognitiv geprägt.

check ich mal ab

Aber genau diese Formate hatten eine andere große Stärke:

Man kam unglaublich viel ins Tun.

Man arbeitete immer wieder mit unterschiedlichen Übungspartnern und wurde Schritt für Schritt herausgefordert, tatsächlich hypnotische Prozesse anzuleiten, statt nur theoretisch darüber zu sprechen.

Am Anfang sitzt man vielleicht noch nervös da und fragt sich: „Funktioniert das überhaupt?“, „Kann ich das wirklich?“, „Passiert da gerade tatsächlich etwas?“

Aber genau durch dieses wiederholte Üben entsteht Sicherheit.

Und häufig merkt man schon nach einem intensiven Zwei- oder Drei-Tages-Workshop deutliche Fortschritte – einfach, weil aus theoretischem Wissen langsam eine praktische Fähigkeit wird.

Nachdem ich dieses sehr anwendungsorientierte Wissen über die Jahre gesammelt und praktisch erlebt hatte, habe ich irgendwann begonnen, Hypnose nicht mehr nur in Einzelcoachings einzusetzen, sondern auch in größeren Seminaren.

Das war für meine eigene Entwicklung noch einmal ein großer Schritt.

Denn es ist etwas anderes, ob man mit einer einzelnen Person arbeitet oder ob man vor einem Seminarraum mit 20 bis 50 Menschen steht und versucht, einen Prozess anzuleiten, der für viele unterschiedliche Menschen gleichzeitig funktioniert.

Genau daraus entsteht unglaublich viel Lernerfahrung.

Man merkt plötzlich, wie unterschiedlich Menschen reagieren:

Manche können sich sehr schnell auf solche Prozesse einlassen, andere brauchen deutlich länger.

Manche Menschen arbeiten innerlich sehr stark mit Bildern, andere reagieren viel mehr auf Geschichten, Sprache, Metaphern oder bestimmte emotionale Zugänge.

Auch die Erwartungshaltung spielt eine Rolle:

Manche Teilnehmer kommen mit einem sehr starken Glauben an Hypnose, andere sind skeptischer.

Und auch das beeinflusst natürlich, wie jemand einen solchen Prozess erlebt.

Für mich persönlich war genau diese Vielfalt einer der größten Entwicklungsschritte, weil man lernt, flexibler zu werden und nicht nur ein festes Skript abzuarbeiten.

Gleichzeitig muss ich dazu sagen:

Dieser Punkt kam bei mir nicht nach ein paar Wochen.

Dahinter standen sechs bis acht Jahre Beschäftigung mit dem Thema, viele Seminare, viel Übung und ehrlicherweise auch eine Menge Geld, das ich in Ausbildungen und Weiterentwicklung investiert habe.

Wenn du jetzt aber einen Quickstart oder einen ersten Quick-Win suchst, würde ich anders anfangen.

Natürlich kann man auch hier einzelne Punkte kritisch sehen, aber eine für mich damals hilfreiche Quelle waren beispielsweise die kostenlosen Hypnosen von Chris Mulzer auf Kikidan.de.

Dort gab es unter anderem die „Übung des goldenen Lichts“ und verschiedene andere Formate.

Danke schau ich mir an!

Der erste Schritt wäre aus meiner Sicht:

Hör dir solche Hypnosen zunächst einfach an und sammle eigene Erfahrungen.

Schau, was für dich funktioniert.

Manche Menschen können sich im Liegen besser darauf einlassen, andere im Sitzen.

Manche schlafen gerade am Anfang schnell dabei ein – besonders wenn sie aus einem stressigen Alltag kommen.

Und auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen:

Wo endet noch Trance?

Wo beginnt Schlaf?

Welche Prozesse laufen trotzdem weiter?

Aber unabhängig davon bekommst du eine erste innere Referenz:

Wie fühlt sich ein solcher Zustand für mich überhaupt an?

Und genau diese eigene Erfahrung finde ich enorm wichtig.

Wenn du ein Gefühl dafür entwickelt hast, was bei dir funktioniert, kommt der nächste spannende Schritt:

Analysiere, was dort eigentlich passiert.

Du kannst dich beispielsweise mit einer Transkriptionssoftware hinsetzen oder ganz klassisch selbst mitschreiben:

Welche Metaphern werden verwendet?

Welche Suggestionen tauchen auf?

Welche Muster aus dem Milton-Modell erkennst du wieder?

Wo werden Geschichten verschachtelt (Nested Loops)?

Wie wird Aufmerksamkeit geführt?

Versuche wirklich zu verstehen:

Was macht jemand, der darin viel Erfahrung hat, eigentlich genau?

Am Anfang bist du damit natürlich noch nicht an dem Punkt, völlig eigene Hypnosen zu entwickeln.

Du bist zunächst bei der Reproduktion.

Und das ist völlig in Ordnung.

Fast jedes Lernen beginnt damit:

Man schaut sich an, was Menschen machen, die eine Fähigkeit bereits beherrschen, versucht die Struktur dahinter zu verstehen und baut es zunächst nach.

Der nächste Schritt ist dann die Synthese.

Also nicht mehr nur:

„Ich verstehe, was jemand anderes macht.“

Sondern:

„Ich kann verschiedene Elemente nehmen und daraus etwas Eigenes erschaffen.“

Und daraus entsteht mit der Zeit vielleicht ein eigener Stil, der aus vielen verschiedenen Einflüssen gewachsen ist.

Je häufiger du diesen Prozess durchläufst, desto mehr verändert sich etwas.

Aus bewusst gelerntem Handwerk entsteht eine intuitive Fähigkeit.

Ein guter Vergleich ist für mich ein Musiker:

Am Anfang lernt er bewusst einzelne Akkorde, Tonleitern und Techniken.

Jeder Fingergriff braucht Aufmerksamkeit.

Aber irgendwann muss ein erfahrener Musiker beim Spielen nicht mehr über jeden einzelnen Ton nachdenken.

Er kann improvisieren, variieren und seinen eigenen Stil einbringen.

Nicht, weil er die Grundlagen vergessen hat.

Sondern weil er sie so tief verinnerlicht hat, dass sie ein Teil von ihm geworden sind.

Und genau so sehe ich gute Hypnose:

Am Anfang lernst du bewusst Modelle, Muster und Techniken.

Aber das Ziel ist nicht, für immer ein Skript abzulesen.

Das Ziel ist, irgendwann frei spielen zu können.

-> Das ist auf jeden Fall mein kurzfristiges Ziel, Intuition aufzubauen welche Dinge im Alltag mich in eine Derp Trance Bringen und was ich tun kann um mich selber daraus zu bringen oder aktiv mir selbst zu helfen mit Hypnose/Meditation.

vor 20 Stunden, Xatrix schrieb:

Abschließend hoffe ich, dass euch mein langer Text jetzt nicht zu viel Lebenszeit geklaut hat. 😉

Aber vielleicht merkt man gerade an der Länge auch, wie wichtig mir das Thema Hypnose selbst nach über 20 Jahren Beschäftigung mit Persönlichkeitsentwicklung immer noch ist. Denn für mich war es nie nur eine Sammlung von Techniken oder Sprachmustern. Gerade die Verbindung aus praktischer Erfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und hypnotischer Arbeit hat bei mir persönlich in einigen Bereichen wirklich viel verändert:

Mein Selbstbewusstsein.

Mein innerer Dialog.

Der Umgang mit negativen Gedankenschleifen.

Mein Selbstbild und die Art, wie ich auf mich selbst schaue.

Und das war dann doch alles an investierter Zeit und Geld wert.

DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE!!!!!!

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