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... oder von der Kunst, nie richtig erwachsen werden zu müssen! - So könnte der Untertitel zur Überschrift lauten...

Ich habe mir mal ein paar Gedanken zu gewissen Dingen gemacht. Wollte es zunächst in verschiedene Threads aufsplitten, aber dann dachte ich, ok vielleicht passt es auch gut, das mal zusammenzufassen und hier mit reinzupacken. Denn es gibt da bei einigen Bereichen Überschneidungen, vielleicht auch Erlebnisse, die so manche schon gesehen, gehört und miterlebt haben.

Im Groben geht es darum, zu beschreiben, wie ich früher die ältere Generation wahrgenommen habe, als ich selber noch jünger war. Und diese Wahrnehmung von früher mit den Tatsachen von heute zu verknüpfen. Im "Heute" bin ich einer dieser "alten Säcke", auf die ich damals als jüngerer Mensch geschaut habe. Damals, so dachte ich, ist es eben so und so, wenn man mal die Spanne jenseits der 40 erreicht hat. Man dachte, man hätte später ab einem gewissen Erwachsenenalter bestimmte Verhaltensmuster, Vorstellungen und Interessen abgelegt. Man ist dann irgendwie "seriöser", man kleidet sich dann ganz anders, gibt sich anders und befasst sich nicht mehr so viel mit Dingen, die einfach nur "Spass" machen sondern wendet sich fast ausschließlich wichtigen und verantwortungsvollen Dingen zu.

Die zuletzt genannte Tugend - nämlich Verantwortung übernehmen - ist eine Sache, die scheinbar bei der heutigen Ü40-Generation, im Gegensatz zu "damals", nicht mehr so ausgeprägt vorhanden zu sein scheint. Ein allgemein beobachtbares Phänomen? Oder ist es evtl. auch eine Sache, die speziell innerhalb einer bestimmten "Bubble" verstärkt auftaucht? (Kurze Sideinfo, weils vielleicht da gerade mit reinpasst Neulich mal im Biergarten meinte die Frau eines Kumpels "man könne die heutigen Junior-Chefs, also diejenigen, die gerade frisch nach dem Studium einen Führungsposten oder eine Managerstelle bekommen, quasi in der Pfeife rauchen. Keine Kompetenz, kein Verantwortungsbewusstsein, Kein Fachwissen usw. Aber auf Chef machen und dicke Karre fahren" - Gut, wäre nochmal ein eigenes Thema wert ;)). Zurück zum Eigentlichen: Ich kenne einige Ü40-Jungs, bei denen läuft das Rad der Zeit gefühlt immer so weiter, wie es eh und je schon war. Die eigene Bude (Im Eigenheim, was Vaddern mal gekauft hat muss man dazu sagen) haben sie zwar, aber Vaddern kümmert sich nach wie vor um die "schwierigen" Themen wie Instandhaltung der Immobilie, Orga mit Handwerkern, Rasen- und Gartenpflege, Steuererklärung, Schnee schippen im Winter und und und. Ansatzweise werden mal gewisse Aufgaben übertragen aber summa summarum ist der Vater immer noch derjenige, der alle anderen Sachen, die nichts mit dem Job der Jungs (den machen sie mit Bravour) zu tun haben, regelt und managed. Also eben Dinge, die schon in den Privatbereich fallen, die aber eben nicht ausschließlich was mit "Fun" und "Freizeitgestaltung" zu tun haben. Dinge, um die man sich eigentlich selbst kümmert, wenn man "erwachsen" ist und ein eigenes Leben pflegt. Man kann fast sagen, es hat sich seit damals, wo sie noch Anfang 20 waren, kaum was verändert. Ich habe das Gefühl, beim Thema "Verantwortung" sind sie nur im Job gefragt. Im Privatleben haben sie fast nur den "Fun- und Freizeitmodus" ...

Ich sehe da bei Ihnen keine besondere "Mission" oder ein gewisses "Großes Ganzes" auf das sie zustreben. Sie leben mehr oder weniger einfach in den Tag hinein und fröhnen zumeist multimedialen Beschäftigungen. Abwechslung und Tapetenwechsel müssen Ihnen andere Leute aus dem SC aktiv bringen. Sie hatten/haben wohl auch nie daran gedacht, mal eigene Kinder in die Welt zu setzen. Es passt einfach nicht in deren Lebensweise. Dieser Umstand ergänzt sich dann auch sehr gut zum fehlenden "Verantwortungsdruck", den ich vorhin schon beschrieben habe.

Doch man möge mich da jetzt nicht falsch verstehen. Ich unterstelle niemandem "fehlendes maskulines Sendungsbewusstsein", der sich bewusst dafür entscheidet, eben keinen Nachwuchs in die Welt zu setzen (Leider wird man in der Hinsicht hier im Forum von manch konservativen Sichtweisen zu schnell "abgestempelt" >> keiner Kinder gezeugt = kein richtiger Mann. Darf hier an der Stelle auch mal gesagt sein). Bin, was das angeht, aber sehr reflektiert und ich weiß schon, dass im breiten gesellschaftlichen Kontext es "eher normal" angesehen wird, eine Familie zu gründen, als eben keine zu gründen. Doch ist jeder Lebensentwurf eben anders und ich versuche, die Dinge zu verstehen, warum sie so sind, wie sie eben sind. Geht hier auch nicht um "Verurteilung" oder so. Es ist halt einfach eine Beobachtung, dass es heutzutage scheinbar möglich ist, als "Ü40-Peter-Pan" sehr gut durchs Leben zu kommen, ohne die Komfortzone groß verlassen zu müssen. Andere müssen viel steinigere Wege auf sich nehmen, um ein für sie einigermaßen zufriedenes und glückliches Leben zu führen.

Nochmal zum Thema Verantwortung bzw. "Verantwortungsdruck": Nun ich selbst kann mein Leben nicht direkt mit dem von Ihnen vergleichen. Es bestehen viele gemeinsame Interessen, ja, doch beim Thema Verantwortung, Dinge selbst in die Hand nehmen darf ich sagen, da musste ich schon früher die Ärmel selbst hochkrempeln. Ich gebe zu, nicht weil ich das damals "gefühlt" habe, dass ich Dinge erfahren wollte, um "erwachsen" zu werden, nein, vielmehr, war es so, dass ich ins kalte Wasser gefallen bin. Mir ist schon früh (Anfang 20) der Vater verstorben und ich habe in den letzten Jahren meine pflegebedürftige Mutter umsorgt. Ende März diesen Jahres ist sie verstorben. Ich bin also weniger durch einen "natürlichen Reifeprozess" in das Thema "Verantwortung" hineingewachsen, sondern mehr durch den Umstand oder die Umstände, dass ich einfach "musste". Ich wurde nicht groß gefragt, ob mir diese Situationen nun genehm seien, nein, ich musste den Tatsachen ins Auge sehen und mich der Dinge annehmen, die sich mir da im privaten/familiären Bereich entgegengestellt haben. 

Ich habe hier also Erfahrungen skizziert, die sehr persönlich sind, die verdeutlichen, dass es eben nicht immer so nach 0815-Schema läuft, wenn man im Erwachsenenalter angekommen ist. Vor allem diese "Diskrepanz" zwischen früherer Wahrnehmung ("Kind/Jugendlicher > wenn man mal so alt ist, dann ist das so und so" vs. "Heutige Realität > Es ist ja überhaupt gar nicht so gekommen, wie ich damals dachte"). Gibt es hier auch welche unter euch, die genau das nachvollziehen können, also diese "Diskrepanz" zwischen jugendlicher Vorstellungswelt vom späteren Erwachsenen-Dasein und heutigem "ist-Zustand"?

"40 ist das neue 30" - das sagt ja schon einiges aus und ich denke, die meisten können mit solchen "Trendformeln" was anfangen, wissen, wie es gemeint ist. Es ist genau das, diese "Wahrnehmung", dass die Erwachsenen von heute mehr oder weniger noch "Kind/Jugendliche" geblieben sind, ganz im Gegenteil zu dem, was Ihre Eltern damals erlebt haben, als sie in unserem Alter (Im "Midlife" quasi) waren. Unsere Eltern hätten sich nicht so "flippig" gekleidet, hätten nicht "gezockt" und hätten auch nicht einfach mal nur "abgehangen" usw. Man kann es beliebig erweitern und skalieren mit dieser Thematik, man muss nur die Variablen etwas ändern. Dann kann es z.B. auch heißen "30 ist das neue 20" oder "50 ist das neue 40". Die Mechanismen, die diese Entwicklung beschreiben, sind ähnlich, nur dann halt um ein paar Jahre hin oder her verschoben.

Ich stelle also nochmal fest, dass ich hier persönliche Beobachtungen in diesen Dingen gemacht habe aber eben auch, dass gesamtgesellschaftlich immer wieder Nuancen von solchen Phänomenen an anderer Stelle (andere soziale Gruppen, Medien usw.) auftauchen.

Also, was sagt Ihr? Kennt Ihr auch so "Peter-Pan`s" bzw. habt ihr auch schon festgestellt, dass manchmal "20 das neue 10" ist oder dass "60 das neue 50" ist usw.?

Lasst die Tasten glühen!

PS: Text ist etwas länger geworden, als ich eigentlich wollte. Aber all das, was ich da so erzählt habe, musste auch einfach mal von der Seele gesprochen werden.

bearbeitet von Natural Business
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Moin @Natural Business,

ich lese deinen Beitrag und muss zugeben, dass mich das bei mir selbst auch ein bisschen trifft.

Nach der Scheidung hatte ich lange das Gefühl, ich müsste erstmal alles andere im Griff haben, bevor ich mich wieder richtig auf Frauen oder ein neues Leben einlasse. Im Nachhinein war das teilweise auch Vermeidung. Ich wollte nicht wieder so tief reinfallen wie in der Ehe und habe deshalb eine Zeit lang eher auf Abstand gehalten, auch zu mir selbst.

Als ich dann wirklich den Schritt gemacht habe und nach DK gegangen bin, war das für mich der Moment, in dem ich Verantwortung übernommen habe. Weniger im klassischen Sinne (Kinder, Haus, Familie), aber indem ich aufgehört habe, auf bessere Umstände zu warten und stattdessen mein Leben aktiv verändert habe.

Ich habe mit 40 mehr Verantwortung für mein Leben übernommen als mit 35 in einer Ehe. Und das hat mich verändert äußerlich und auch darin, wie ich mit mir selbst umgehe. Gleichzeitig weiß ich, dass ich auch jetzt noch Sachen vor mir herschiebe. Nur andere als früher.

Deshalb lese ich deinen Text auch nicht mit erhobenem Zeigefinger. Ich habe eher das Gefühl, dass ich diesen inneren Kampf zwischen Bequemlichkeit und echter Verantwortung auch kenne.

Ich habe mir hier in DK eine Situation aufgebaut, in der ich relativ frei bin: beruflich, räumlich und auch sexuell. Ich habe aktuell mehrere Frauen, mit denen ich mich regelmäßig treffe, und das funktioniert für mich ganz gut. Es gibt keine großen Konflikte, wenig Drama und ich muss niemanden wirklich durchfüttern oder langfristig tragen. Gleichzeitig frage ich mich manchmal, ob das nicht auch eine sehr bequeme Form von Verantwortungsvermeidung ist. Es ist ja auch eine Form der Komfortzone. Gerade Maja würde sich wohl mehr wünschen und mit Freja könnte ich mir wohl mehr vorstellen.

 

bearbeitet von GermanViking

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@GermanViking

Danke für deine Zeilen zu meiner Thematik. Dein Werdegang liest sich auch sehr spannend und aufschlussreich, auch dein Anhang dazu über die aktuelle Lage in DK. Man hört ja z.B. immer wieder, dass das Leben allgemein in Skandinavien "einfacher" sei bzw. dort nicht so viele Hürden aufgestellt sind, wie es vielleicht hierzulande der Fall ist. Hat es dich auch aus diesen allseits bekannten Gründen nach DK verschlagen oder waren es da nochmal andere persönliche Gründe? 

Ich finde es sehr gut, dass du meinen Beitrag nicht wertend beurteilst, sondern auch gewisse Mechanismen kennst, die scheinbar manchmal einen "Spagat" erfordern, um von A nach B zu kommen. Ich will ja mit meinen beschriebenen Erfahrungen auch nicht mit erhobenem Zeigefinger auf gewisse Leute zeigen, die ich da beschrieben habe. Es ist einfach nur eine Feststellung: Manche Menschen können aufgrund div. Lebensumstände, einem gewissen familiären Netzwerk sehr lange in ihrer "Komfortzone" bleiben. Andere haben dieses "Netzwerk" nicht und sind mehr oder weniger auf sich alleine gestellt.

Ich glaube, bei diesen Sachen kommt es auch darauf an, was man selbst innerlich wirklich will. Das, was die breite Masse/die Gesellschaft einfordert bzw. erwartet, ist nicht immer das, was wir selber wirklich möchten. Doch wir werden ja oft von Kindesbeinen an "indoktriniert" und leben dann so als junger Erwachsener nach diesem Schema. Einfach um "dazuzugehören". Irgendwann im "Midlife" merken wir dann, dass uns dieses Schema aber nicht zufrieden macht. So kommt dann ein "Erwachen" eben erst etwas später und wir streifen Gewohnheiten und Muster von früher ab. Oder, wenn man das nicht so "merkt", dann streift man auch gar keine Gewohnheiten ab und bleibt schön in der Komfortzone (eben wie jene beschriebenen "Ü40-Peter-Pan-Jungs"). Weil eben ein gewisses soziales Netzwerk (Überfürsorge, Kontrolle durch die Eltern?) den "Verantwortungsdruck"  von ihnen fern hält. Dann gibt es aber auch wieder ganz andere Beispiele von Leuten, die sehr "straight" und geradlinig einen gewissen gesellschaftskonformen Weg verfolgen und total in dieser Rolle aufgehen. Das sind mittlerweile vielleicht auch nicht mehr so viele als wie damals zur "Jungzeit" unserer Eltern, aber sie gibt es (noch).

Vielleicht ist der entscheidende Punkt wirklich der: Tun wir etwas, weil wir es selbst wirklich so wollen oder tun wir es, weil wir damit Erwartungen von anderen erfüllen und somit Anerkennung finden? Hier gibt es eben auch so viele Facetten. Manche brauchen keine Anerkennung von anderen, und sie finden ihren Weg des Glücks über "ihr Ding". Andere definieren sich sehr über Anerkennung und werden unglücklich, wenn sie den Erwartungen der anderen nicht entsprechen können. Und dann gibt es noch jene, die haben scheinbar einen gewissen "Jackpot" gezogen: Sie machen ihr Ding und bekommen zusätzlich noch Anerkennung von anderen. 

Ich persönlich bin der Auffassung, dass "Anerkennung" nichts ist, was für sich selbst genommen wirklich erstrebenswert ist. Es kann maximal ein "Nebenprodukt" von dem sein, was man für sich selbst tut: Nämlich sein Ding durchziehen... 😉

 

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Bist du auch in der Lage ohne Chatgpt einen Beitrag zuverfassen? Nicht…sondern…Nicht…sondern… 

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@Natural Business danke für deine Antwort.

Es war vor allem ein persönlicher Grund. Nach der Scheidung hatte ich das Gefühl, dass ich in Deutschland einfach nicht mehr richtig atmen konnte. Einfach weil ich das Gefühl hatte, in einem Leben festzustecken, das ich nicht mehr wollte. Ich mochte Dänemark schon lange, hatte ein gutes berufliches Angebot und die Lebensqualität ist ja auch bekanntlich sehr hoch. Der Umzug nach Dänemark war für mich eher ein radikaler Neustart als der Wunsch nach einem einfacheren Leben. DK hat, ehrlich gesagt, nicht weniger Bürokratie und Regeln als Deutschland, eher im Gegenteil; der Unterschied ist, dass es besser funktioniert.

Was du über Anerkennung schreibst, geht mir auch manchmal durch den Kopf. Ich merke bei mir selbst, dass ich früher relativ stark davon abhängig war, wie andere mich sehen, besonders in der Ehe. Heute ist das deutlich weniger geworden. Meine aktuelle Situation (mehrere Frauen, relativ viel Freiheit, wenig klassische Verantwortung) fühlt sich für mich zwar insgesamt stimmig an, aber ich weiß auch, dass sie für manche Menschen ziemlich egoistisch oder unverantwortlich wirken muss.

Ich habe mit 40 weniger Verantwortung für andere Menschen als viele in meinem Alter, aber mehr Verantwortung für mich selbst als früher. Und das ist für mich der entscheidende Unterschied. Früher habe ich vieles gemacht, weil es „so gehört“ oder weil ich bestimmte Erwartungen erfüllen wollte. Heute mache ich die meisten Dinge, weil ich sie wirklich will, auch wenn das aktuell bedeutet, dass ich manche klassischen Meilensteine (Kinder, Haus, langfristige Beziehung) erstmal noch bewusst auslasse.

Ob das auf Dauer gut geht, weiß ich natürlich auch nicht. Ich merke schon, dass sich emotional da etwas tut. Aber im Moment fühlt es sich deutlich besser an als das, was ich vorher hatte.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Y

https://de.wikipedia.org/wiki/Individuation

Vor allem der Ansatz von C.G. Jung ist in der Hinsicht sehr lesenswert.

In Bezug auf die Peter Pan Ü40 Jungs spielen natürlich die Lebensumstände eine große Rolle. Wenn keine Notwendigkeit besteht mehr Verantwortung zu übernehmen in diversen Lebensbereichen, wird es immer Menschen geben, die es sich in der Bequemlichkeit gemütlich machen.

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vor 1 Stunde, willian_07 schrieb:

https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Y

https://de.wikipedia.org/wiki/Individuation

Vor allem der Ansatz von C.G. Jung ist in der Hinsicht sehr lesenswert.

In Bezug auf die Peter Pan Ü40 Jungs spielen natürlich die Lebensumstände eine große Rolle. Wenn keine Notwendigkeit besteht mehr Verantwortung zu übernehmen in diversen Lebensbereichen, wird es immer Menschen geben, die es sich in der Bequemlichkeit gemütlich machen.

Danke für die Infos. Der Personenkreis, den ich so speziell meine, ist in so einer "Übergangsphase" zwischen Gen X und Gen Y geboren, also Ende 70er bis Anfang 80er. Sicher auch noch mal so eigene "Kohorte" bzw. dieses Kohortending wird ja teils auch unterschiedlich aufgefasst und diskutiert in Soziologie, Psychologie und Populärkultur.

Höre immer wieder gern von C.G. Jung. Hab mich noch nicht tiefgreifender mit ihm befasst, aber was ich da bisher gelesen habe, ist schon sehr interessant auf jedenfall.

Nun, bei den besagten "Peter Pans" sehe ich schon eine eigene Individualität und Meinungsbildung (Um im Modell der "Individuation" zu bleiben). In der Hinsicht also schon eine "Abgrenzung" von den Eltern. Was halt aber immer noch "geblieben" ist, ist so dieses "outsourcen" von schwierigen Entscheidungen, Verantwortungsbereichen und ähnlichem an die Eltern.

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@Natural Business, im Prinzip hast du es selbst gut beschrieben: Die Umstände spielen eine enorme Rolle. 
Großelterngeneration hatte mehrheitlich keine Chance, in der Schule bis 20 und an der Uni bis 30 inkl. Erasmus-Sauftouren zu chillen: Mit 14-16 begann für die meisten die Ausbildung, danach der Arbeitsalltag (teilweise 6 T/Wo), weil man den Eltern nicht auf der Tasche liegen konnte, sie hatten ja in aller Regel selbst kein Geld. Wenn man Interesse am anderen Geschlecht hatte, konnte man in den seltensten Fällen unendlich viel und lange daten, Gesellschaft & Kirche haben erwartet, dass man recht jung heiratet. Hat man jung geheiratet und keine zuverlässigen Verhütungsmittel zur Hand, waren Kinder die logische Konsequenz. Und somit entstand schon in sehr frühem Alter ein Abhängigkeitsgeflecht, in dem jeder seine Pflichten hatte und „free riding“ kaum möglich war. 

Wenn deine Kumpels so aufgewachsen wären, hätte der Großteil von ihnen keine Chance auf ihr heutiges Peter-Pan-Dasein. Aus meiner Sicht ist eine spezielle Form der Wohlstandsverwahrlosung. Früher haben reiche adlige Familien in England, die ihren Söhnen keinen „harten Alltag“ zu Hause bieten konnten, diese auf ein Internat geschickt. Neben solider Bildung haben die Jungs eine wertvolle Erfahrung mitgenommen, spartanisch und diszipliniert leben zu müssen.

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vor einer Stunde, anotherthing schrieb:

Wenn deine Kumpels so aufgewachsen wären, hätte der Großteil von ihnen keine Chance auf ihr heutiges Peter-Pan-Dasein. Aus meiner Sicht ist eine spezielle Form der Wohlstandsverwahrlosung. Früher haben reiche adlige Familien in England, die ihren Söhnen keinen „harten Alltag“ zu Hause bieten konnten, diese auf ein Internat geschickt. Neben solider Bildung haben die Jungs eine wertvolle Erfahrung mitgenommen, spartanisch und diszipliniert leben zu müssen.

Ja, "Wohlstandsverwahrlosung" ist eine gute Umschreibung. Immerhin verdienen diese Jungs ihr eigenes Geld und liegen den Eltern nicht auf der Tasche. Aber Eltern (v.a. der Vater) machen halt immer diverse "Orga-Sachen". Ich meine, es ist vielleicht noch interessant zu erwähnen, dass damals auch deren Vater den Kauf der Immobilie angestossen hat, wo sie jetzt wohnen (Sämtliche Details kenne ich jetzt nicht, wer genau wie das Haus finanziert hat, denke aber, die haben das schon unter sich irgendwie aufgeteilt). Hätte die Familie das Haus damals nicht gekauft, ich würde wetten, die Jungs würden heute noch in ihrem Jugendzimmer im Elterndomizil ihr Dasein fristen .....

Das mit der Großelterngeneration hast du auch sehr gut beschrieben. Ich kenne das so auch, teils noch "krasser". Da spielen auch teilweise Kriegserlebnisse noch mit hinein usw.

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Am 29.6.2026 um 21:18 , Natural Business schrieb:

Im "Heute" bin ich einer dieser "alten Säcke", auf die ich damals als jüngerer Mensch geschaut habe. Damals, so dachte ich, ist es eben so und so, wenn man mal die Spanne jenseits der 40 erreicht hat. Man dachte, man hätte später ab einem gewissen Erwachsenenalter bestimmte Verhaltensmuster, Vorstellungen und Interessen abgelegt. Man ist dann irgendwie "seriöser", man kleidet sich dann ganz anders, gibt sich anders und befasst sich nicht mehr so viel mit Dingen, die einfach nur "Spass" machen sondern wendet sich fast ausschließlich wichtigen und verantwortungsvollen Dingen zu.

Gegenfrage: siehst du HEUTE als "alter Sack" so aus, wie DAMALS die alten Säcke ausgesehen haben? Vermutlich nicht.

Die Optik war damals eher generell älter, weil:

  • Raucher
  • Säufer
  • Solarium
  • Langweiler
  • biederer Kleidungsstil

HEUTE will aber keiner "alt" sein und am Ende noch "alt" aussehen.

Zitat

Ich kenne einige Ü40-Jungs, bei denen läuft das Rad der Zeit gefühlt immer so weiter, wie es eh und je schon war. Die eigene Bude (Im Eigenheim, was Vaddern mal gekauft hat muss man dazu sagen) haben sie zwar, aber Vaddern kümmert sich nach wie vor um die "schwierigen" Themen wie Instandhaltung der Immobilie, Orga mit Handwerkern, Rasen- und Gartenpflege, Steuererklärung, Schnee schippen im Winter und und und. Ansatzweise werden mal gewisse Aufgaben übertragen aber summa summarum ist der Vater immer noch derjenige, der alle anderen Sachen, die nichts mit dem Job der Jungs (den machen sie mit Bravour) zu tun haben, regelt und managed.

Das liegt aber dann an den Eltern, weil die dem Sohn keine Verantwortung beigebracht haben und ihm selbst mit Ü40 noch alles erledigen.

Preisfrage: was passiert, wenn der Vater mal stirbt? Googeln die Typen dann die Lösungen? Was bringen die ihren eigenen Kindern bei, wenn sie selbst nichts beigebracht bekommen haben?!

Zitat

Also eben Dinge, die schon in den Privatbereich fallen, die aber eben nicht ausschließlich was mit "Fun" und "Freizeitgestaltung" zu tun haben. Dinge, um die man sich eigentlich selbst kümmert, wenn man "erwachsen" ist und ein eigenes Leben pflegt. Man kann fast sagen, es hat sich seit damals, wo sie noch Anfang 20 waren, kaum was verändert. Ich habe das Gefühl, beim Thema "Verantwortung" sind sie nur im Job gefragt. Im Privatleben haben sie fast nur den "Fun- und Freizeitmodus" ...

Übernehmen sie denn im Job tatsächlich auch Verantwortung? Oder delegieren sie nur und haben immer Ausreden parat?

Ansonsten sind die Eltern vielleicht in dieser Konstellation superglücklich, weil die in Rente sind und noch "gebraucht" werden...

Zitat

Es ist halt einfach eine Beobachtung, dass es heutzutage scheinbar möglich ist, als "Ü40-Peter-Pan" sehr gut durchs Leben zu kommen, ohne die Komfortzone groß verlassen zu müssen. Andere müssen viel steinigere Wege auf sich nehmen, um ein für sie einigermaßen zufriedenes und glückliches Leben zu führen.

Das klingt so eine bischen nach Neid?! 😉 

Kenne auch einen Kumpel, der mit Ende 40 noch im Dachgeschoss der Eltern wohnt, viel Geld als Bankkaufmann verdient und an seinem Golf rumbastelt. Reicht dem. 

Mal in die Therme mit ihm gehen geht aber nicht, weil: er hat Hängetitten und schämt sich seit Jahren dafür. Finde den Fehler.

Zitat

Ich habe hier also Erfahrungen skizziert, die sehr persönlich sind, die verdeutlichen, dass es eben nicht immer so nach 0815-Schema läuft, wenn man im Erwachsenenalter angekommen ist. Vor allem diese "Diskrepanz" zwischen früherer Wahrnehmung ("Kind/Jugendlicher > wenn man mal so alt ist, dann ist das so und so" vs. "Heutige Realität > Es ist ja überhaupt gar nicht so gekommen, wie ich damals dachte"). Gibt es hier auch welche unter euch, die genau das nachvollziehen können, also diese "Diskrepanz" zwischen jugendlicher Vorstellungswelt vom späteren Erwachsenen-Dasein und heutigem "ist-Zustand"?

Mit 20 war die 40 weit entfernt. Regelrecht unvorstellbar. Mit Ende 40 renn ich jetzt teilweise immer noch wie mit 20 rum. Diese Zeit prägt anscheinend lebenslang. Zumal sich Kleidungs- und Musikstile ja aller paar Jahre wiederholen etc.

Zitat

Es ist genau das, diese "Wahrnehmung", dass die Erwachsenen von heute mehr oder weniger noch "Kind/Jugendliche" geblieben sind, ganz im Gegenteil zu dem, was Ihre Eltern damals erlebt haben, als sie in unserem Alter (Im "Midlife" quasi) waren. Unsere Eltern hätten sich nicht so "flippig" gekleidet, hätten nicht "gezockt" und hätten auch nicht einfach mal nur "abgehangen" usw.

Die Eltern haben dafür andere, "verrückte" Dinge gemacht.

Ich denke die "Junggebliebenen" sind überwiegend diejenigen Leute, welche nie geheiratet haben und keine Kinder haben. Die können einfach "Kind" bleiben. Lebenslang.

Zitat

Also, was sagt Ihr? Kennt Ihr auch so "Peter-Pan`s" bzw. habt ihr auch schon festgestellt, dass manchmal "20 das neue 10" ist oder dass "60 das neue 50" ist usw.?

Definitiv ja. Trifft für HBs aber auch zu, wobei es da eben komisch rüberkommt (weil sie meist "älter" aussehen).

Zitat

PS: Text ist etwas länger geworden, als ich eigentlich wollte. Aber all das, was ich da so erzählt habe, musste auch einfach mal von der Seele gesprochen werden.

Dafür haste ein dickes fettes Like von mir bekommen, Bro! 😉 

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vor einer Stunde, Park schrieb:

Gegenfrage: siehst du HEUTE als "alter Sack" so aus, wie DAMALS die alten Säcke ausgesehen haben? Vermutlich nicht.

Die Optik war damals eher generell älter, weil:

  • Raucher
  • Säufer
  • Solarium
  • Langweiler
  • biederer Kleidungsstil

Keineswegs sehe ich heute so aus, wie in der "damaligen Vorstellung" 😉

Und ja, das macht schon was aus, dieser "biedere" Kleidungsstil, der kann tatsächlich mal glatt so 10 Jahre älter machen oder so. Schrecklich ist aber auch, wenn es zu extrem in eine andere Richtung geht. Keine Ahnung, ob es nur mir so geht, aber irgendwie finde ich schauts immer ein wenig komisch aus, wenn ältere Herrschaften (sagen wir deutlich Ü60) immer noch so "Hoodie" tragen. Und Frauen in der Alterskohorte, die sich immer noch die Nägel flippig färben...

vor einer Stunde, Park schrieb:

Preisfrage: was passiert, wenn der Vater mal stirbt? Googeln die Typen dann die Lösungen? Was bringen die ihren eigenen Kindern bei, wenn sie selbst nichts beigebracht bekommen haben?!

Gute Frage, was dann passiert. Die haben ihren Kindern nichts beizubringen, weil sie kinderlos sind.

 

vor einer Stunde, Park schrieb:

Übernehmen sie denn im Job tatsächlich auch Verantwortung? Oder delegieren sie nur und haben immer Ausreden parat?

Ansonsten sind die Eltern vielleicht in dieser Konstellation superglücklich, weil die in Rente sind und noch "gebraucht" werden...

Was ich so mitbekomme, läuft bei denen im Job alles rund. Da sind sie scheinbar wirklich "kompetent". Naja, machen ihren Job ja auch gefühlt schon ewig. Quasi kaum mal den Arbeitgeber gewechselt.

Ich vermute auch sehr stark, daß Vaddern in der Konstellation einfach Beschäftigung braucht... 

vor einer Stunde, Park schrieb:

Das klingt so eine bischen nach Neid?! 😉 

In der Tat, so wie ich über diese Jungs schreibe, könnte man wirklich meinen, ich "neide" ihnen diesen bequemen Lebensstil. Nun ja, vielleicht teils-teils. Aber im großen und ganzen möchte ich doch nicht tauschen, denn gewisse Dinge nehme ich einfach gerne in die Hand und muss "produktiv" sein..

vor 1 Stunde, Park schrieb:

Ich denke die "Junggebliebenen" sind überwiegend diejenigen Leute, welche nie geheiratet haben und keine Kinder haben. Die können einfach "Kind" bleiben. Lebenslang.

Ja, so in der Art und Weise trifft das schon in etwa zu.

 

vor 1 Stunde, Park schrieb:

Dafür haste ein dickes fettes Like von mir bekommen, Bro! 😉 

Danke auch dafür! 😉

 

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vor 13 Stunden, Natural Business schrieb:

Ja, "Wohlstandsverwahrlosung" ist eine gute Umschreibung.

Es ist, wie gesagt, kein neues Phänomen in der menschlichen Geschichte - nur dass es früher in sehr engen Kreisen (erst reiche Adelige, später Großindustrielle) aufgetreten ist. Als Illustration dafür kann man im heutigen Kontext die Serie „Succession“ nehmen. 
Moderne postindustrielle Gesellschaft macht Wohlstandsverwahrlosung für sehr breite Schichten möglich - das ist sicherlich historisch einzigartig. 
Logischerweise haben diese Schichten eben nicht die Chance, ihre Kinder auf ein englisches Internat aus dem 18. Jhd zu schicken - mit unbeheizten Schlafsälen für mehrere Personen, ohne warmes Wasser, mit einer krassen Mischung aus kognitiven Aufgaben und täglichem Sportunterricht, portioniertem & nicht leckerem Essen etc. Und die wenigsten Familien sind in der Lage, das alles zu Hause umzusetzen, u.a. weil die Eltern sich selber bestrafen würden. 

vor 13 Stunden, Natural Business schrieb:

Immerhin verdienen diese Jungs ihr eigenes Geld und liegen den Eltern nicht auf der Tasche.

Wenn es Selbständige/Gründer/Wissenschaftler sind, stimme ich zu. Wenn es nur Konzernzombies sind, dann nicht. Da muss man sich eher richtig bemühen, den Job zu verlieren bzw. nicht weiter aufzusteigen, also regelmäßig nackt/besoffen/bekifft zur Arbeit kommen.

vor 13 Stunden, Natural Business schrieb:

Aber Eltern (v.a. der Vater) machen halt immer diverse "Orga-Sachen".

Wäre mir auch schon mit 30 hochpeinlich, geschweige denn mit 40. Die eigenen Eltern werden nicht jünger und es ist irgendwann an der Zeit, in der man den Eltern auch mal etwas zurückgibt, statt eine reine Konsumentenhaltung an den Tag zu legen.

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vor 27 Minuten, anotherthing schrieb:

Als Illustration dafür kann man im heutigen Kontext die Serie „Succession“ nehmen. 

Danke, für gute Serien- und Filmtips bin ich immer offen.

vor 28 Minuten, anotherthing schrieb:
Zitat

Immerhin verdienen diese Jungs ihr eigenes Geld und liegen den Eltern nicht auf der Tasche.

Wenn es Selbständige/Gründer/Wissenschaftler sind, stimme ich zu. Wenn es nur Konzernzombies sind, dann nicht. Da muss man sich eher richtig bemühen, den Job zu verlieren bzw. nicht weiter aufzusteigen, also regelmäßig nackt/besoffen/bekifft zur Arbeit kommen.

Also dann sind es wohl doch eher "Konzernzombies"? 😉 Sprich Angestellte in einem größeren Unternehmen. In dem übrigens deren Vater schon beschäftigt war. Der eine zumindest kommt viel rum, arbeitet da als Techniker mit vielen Auslands-Einsätzen. Der andere zelebriert sein Home-Office in der Jogginghose.. 

vor 32 Minuten, anotherthing schrieb:
Zitat

Aber Eltern (v.a. der Vater) machen halt immer diverse "Orga-Sachen".

Wäre mir auch schon mit 30 hochpeinlich, geschweige denn mit 40. Die eigenen Eltern werden nicht jünger und es ist irgendwann an der Zeit, in der man den Eltern auch mal etwas zurückgibt, statt eine reine Konsumentenhaltung an den Tag zu legen.

Das ist eben genau das, was mich so ein wenig an diesem ganzen Schema etwas "triggert": Die Kerle müssen da gefühlt kaum ihre "Bequemzone" verlassen. Ihren Job meistern sie sehr gut und auch sonst, wenn man sich mit ihnen unterhält, z.b. über das Weltgeschehen und so, dann hat man schon den Eindruck, man hat "erwachsene" Personen vor sich. Aber eben dieser spezielle Bereich, um den sich deren Vater kümmert (allgemeine Verwaltung der Immobilie, Grundstückspflege, Instandhaltung etc.) fällt halt auf. Ich glaube, die müssen sich noch nicht mal um die Erledigung ihrer eigenen Steuererklärung kümmern. Da kommt dann wohl der Dad auf sie zu und sagt "Wie sieht es aus? Da und da könnten wir dann mal die Steuererklärung machen!" Mit dem Thema Wäschepflege will ich jetzt gar nicht auch noch anfangen, da kann einem dann die Mutter leid tun...

Ja, so ein bisschen "Anerkennung" von den Jungs ihren "Alten" gegenüber wäre schon schön. Die könnten sie ja mal zum Essen einladen. Doch selbst das bekommen sie nicht hin. Geht nicht darum, dass sie den Restaurantbesuch bezahlen, ganz und gar nicht. Das Geld sitzt bei ihnen locker, bezahlen würden sie viel. Nur "organisieren" muss es halt immer jemand anders ..

Wenn natürlich Muttern die Familie so alle paar Sonntage bei sich daheim bekocht, da wird sich natürlich gerne an den Tisch gesetzt..

Nun, wenn sie bei einem "fremden Vermieter" wohnen würden, dann könnte man die ganze Sache so halbwegs vielleicht noch nachvollziehen, denn sie verhalten sich regelrecht manchmal wie "Mietlinge". Doch es ist halt deren eigenes Heim, deswegen hat das alles so einen komischen Beigeschmack..

Manchmal weiß ich selbst nicht, ob ich bei dem, was ich da so mitbekomme, eher Neid empfinden soll oder eher Mitleid. Selbst hatte ich es nie so leicht. War bei mir fast andersherum, dass ich mich um die Belange meiner Eltern kümmern musste, da sie schon sehr alt waren. Inzwischen sind beide schon verstorben. Ich frage mich natürlich auch, ob ich evtl. auch zu "streng" hier über meine Freunde urteile. Denn immerhin sind sie mir auch sehr wichtig. 

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vor 14 Stunden, Park schrieb:

Ich denke die "Junggebliebenen" sind überwiegend diejenigen Leute, welche nie geheiratet haben und keine Kinder haben. Die können einfach "Kind" bleiben. Lebenslang.

Der Satz bringt es auf den Punkt.

 

Dem gegenüber stehen die Leute, die Kinder in die Welt gesetzt haben. Denn es gibt nicht viele Dinge die einen stärker "erwachsen werden lassen" als Kinder grosszuziehen. 

Weil man plötzlich Verantwortung hat, ob man möchte oder nicht, ob man dazu bereit ist oder nicht. Man MUSS einfach seinen Part erfüllen, weil sonst die Kleinen darunter leiden würden. Und die motivieren mehr als alles je zuvor. 

 

Die Kinderlosen hingegen, leben ihr Peter-Pan-Leben weiter und irgendwann, vielleicht mit 40, 50 oder 60 kommt dann "Regret of omission". Also das Bedauern von dem was mach NICHT gemacht hat. Dass sie zwar ein unterhaltsames, finanziell komfortables Leben gehabt haben, aber rückblickend leer und ohne etwas zu hinterlassen. 

Schlussendlich muss jeder für sich selbst wissen, welchen Weg er einschlägt. Und mit welchen Opportunitätskosten er leben kann. Richtig oder falsch gibt es da sowieso nicht. 

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vor 21 Minuten, holywater schrieb:

Die Kinderlosen hingegen, leben ihr Peter-Pan-Leben weiter und irgendwann, vielleicht mit 40, 50 oder 60 kommt dann "Regret of omission". Also das Bedauern von dem was mach NICHT gemacht hat. Dass sie zwar ein unterhaltsames, finanziell komfortables Leben gehabt haben, aber rückblickend leer und ohne etwas zu hinterlassen. 

Schlussendlich muss jeder für sich selbst wissen, welchen Weg er einschlägt. Und mit welchen Opportunitätskosten er leben kann. Richtig oder falsch gibt es da sowieso nicht. 

Peter Pan hier. Dieses Thema kann man einfach nicht pauschalisieren, da jeder andere Lebenserfahrung hat.
Ich werde nächstes Jahr 40 und habe keine Kinder. War auch nie verheiratet. Und ich habe mich bewusst dafür entschieden. Warum?

Meine Eltern haben mich aufgrund von konservativen Druck durch Familie und Kirche sehr früh bekommen, mit Anfang 20. Meine Eltern waren da selbst noch Kinder gefühlt und ziemlich überfordert. Meine Eltern sind zugewandert und kommen aus der unteren sozialen Schicht. Die nicht Verfügbarkeit von Geld war immer ein Thema. So sehr, dass es mich zu einem geizigen Menschen gemacht hat und ich Jahre gebraucht habe, es loszuwerden, und immer noch Probleme habe, Geld auszugeben.

Ich selbst habe das Glück, dass ich überdurchschnittlich intelligent bin. Ich bin aber als junger Mann ohne Geld ins Leben gestartet. D.h. statt studieren gehen zu können und sich von Papi finanzieren zu lassen, habe ich erst eine Ausbildung gemacht, um überhaupt selbst Geld rein zu bekommen.

Danach bin ich studieren gegangen und habe es durch BaföG bezahlt, dass ich auch brav zurückgezahlt habe

Erstes Studium und der erste Job danach haben mich erst ein kleines Erspartes Vermögen aufbauen lassen. Da war ich aber schon 27. meine Zwanziger bestanden daraus, hart für die Uni zu lernen und gute Noten zu schreiben.

Anschließend habe ich mich noch mal auf den Arsch gesetzt mein Master gemacht, was auch noch mal drei Jahre gedauert hat und ich privat finanziert habe. Das hat im Prinzip meine Erspartes gekostet. Also habe ich mit Anfang 30 wieder bei null angefangen.
 

Ich hätte mir gar nicht in den Zwanzigern und auch nicht Anfang Dreißigern sowas wie eine Familie leisten können. Weder monetär noch von meiner Lebensplanung. 
 

Jetzt bin ich fast 40 und habe mehr Geld auf dem Konto, als wahrscheinlich 80 % meiner gleichgesinnten. In den letzten Jahren erst habe ich mich frei und unabhängig gefühlt. Mit meinem angesparten Vermögen bin ich in der Lage jederzeit berufliche Pausen auszusetzen und muss mich nicht um Existenzängste kümmern.

Diese Freiheit ist mir viel wert, was ich dafür eingetauscht habe, ist halt das Thema Familie. Eine Belastung, die ich mir nicht geben möchte, weil ich es bei meinen Eltern gesehen habe, wie schwer sie es im Leben hatten.

Warum sollte ich mir das antun? Sehe ich einfach nicht.

Und es hat nichts mit Unselbstständigkeit zu tun. Ich führe mein eigenen Haushalt. Ich kümmere mich um meine Finanzen. Ich kümmere mich um meine Verträge. Ich hatte abgesehen von BaföG noch nie Schulden in meinem Leben. Ich habe mein Leben top im Griff, weil ich es fast vollständig selbst kontrollieren kann. Ich kann die Randbedingungen jederzeit ändern und auf irgendwie irgendwas Rücksicht nehmen zu müssen. 
 

Was unter anderem noch hinzukommt, das sehe ich insbesondere bei Single Müttern; für Familie braucht man heutzutage aufgrund der gestiegenen Kosten ein soziales Netz. Kinder alleine großzuziehen ist eigentlich unmöglich beziehungsweise unfassbar anstrengend und risikoreich.

Viele verlassen sich auf ihre Eltern, die meistens in der Nähe wohnen oder auf Verwandte und Freunde.

Meine Verwandten wohnen nicht in meiner Nähe und meinen Eltern traue ich diese Aufgabe einfach nicht zu, einfach aus erster Hand Erfahrung.

Heißt, mein soziales Netz, zum Kinder aufziehen wäre viel zu dünn und somit ein immenses Risiko für mich.

Genau das Thema Heirat, wie viele  Ehen halten überhaupt noch? Ich sehe an den ganzen Single Mamis, die ich date, wie viel Nervenkrieg, Rosenkrieg und mentaler Stress, das ist, wenn man einen Expartner hat, den man nicht los wird beziehungsweise wie Nervenaufreibend der Scheidungsprozess sein kann.

Da ich vorausschauend, plane und nicht naiv bin, habe ich mich auch gegen Heirat entschieden, weil ich eh nicht daran glaube, dass Menschen ein Leben lang zusammen sein können. Und warum sehenden Auge ins verderben rennen? Nur die Illusion zu haben, dass da mal im hohen Alter jemand für mich sein könnte? Möglich, geht aber auch mittlerweile ohne Heirat und den damit verbundenen Kosten und Stress.

 

bearbeitet von CC207
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vor 15 Minuten, CC207 schrieb:

Peter Pan hier. Dieses Thema kann man einfach nicht pauschalisieren, da jeder andere Lebenserfahrung hat.
Ich werde nächstes Jahr 40 und habe keine Kinder. War auch nie verheiratet. Und ich habe mich bewusst dafür entschieden. Warum?

Meine Eltern haben mich aufgrund von konservativen Druck durch Familie und Kirche sehr früh bekommen, mit Anfang 20. Meine Eltern waren da selbst noch Kinder gefühlt und ziemlich überfordert. Meine Eltern sind zugewandert und kommen aus der unteren sozialen Schicht. Die nicht Verfügbarkeit von Geld war immer ein Thema. So sehr, dass es mich zu einem geizigen Menschen gemacht hat und ich Jahre gebraucht habe, es loszuwerden, und immer noch Probleme habe, Geld auszugeben.

Ich selbst habe das Glück, dass ich überdurchschnittlich intelligent bin. Ich bin aber als junger Mann ohne Geld ins Leben gestartet. D.h. statt studieren gehen zu können und sich von Papi finanzieren zu lassen, habe ich erst eine Ausbildung gemacht, um überhaupt selbst Geld rein zu bekommen.

Danach bin ich studieren gegangen und habe es durch BaföG bezahlt, dass ich auch brav zurückgezahlt habe

Erstes Studium und der erste Job danach haben mich erst ein kleines Erspartes Vermögen aufbauen lassen. Da war ich aber schon 27. meine Zwanziger bestanden daraus, hart für die Uni zu lernen und gute Noten zu schreiben.

Anschließend habe ich mich noch mal auf den Arsch gesetzt mein Master gemacht, was auch noch mal drei Jahre gedauert hat und ich privat finanziert habe. Das hat im Prinzip meine Erspartes gekostet. Also habe ich mit Anfang 30 wieder bei null angefangen.
 

Ich hätte mir gar nicht in den Zwanzigern und auch nicht Anfang Dreißigern sowas wie eine Familie leisten können. Weder monetär noch von meiner Lebensplanung. 
 

Jetzt bin ich fast 40 und habe mehr Geld auf dem Konto, als wahrscheinlich 80 % meiner gleichgesinnten. In den letzten Jahren erst habe ich mich frei und unabhängig gefühlt. Mit meinem angesparten Vermögen bin ich in der Lage jederzeit berufliche Pausen auszusetzen und muss mich nicht um Existenzängste kümmern.

Diese Freiheit ist mir viel wert, was ich dafür eingetauscht habe, ist halt das Thema Familie. Eine Belastung, die ich mir nicht geben möchte, weil ich es bei meinen Eltern gesehen habe, wie schwer sie es im Leben hatten.

Warum sollte ich mir das antun? Sehe ich einfach nicht.

Und es hat nichts mit Unselbstständigkeit zu tun. Ich führe mein eigenen Haushalt. Ich kümmere mich um meine Finanzen. Ich kümmere mich um meine Verträge. Ich hatte abgesehen von BaföG noch nie Schulden in meinem Leben. Ich habe mein Leben top im Griff, weil ich es fast vollständig selbst kontrollieren kann. Ich kann die Randbedingungen jederzeit ändern und auf irgendwie irgendwas Rücksicht nehmen zu müssen. 

Der Text ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite aber ziemlich bedrückend zu lesen. Nicht wegen dem, was dir passiert ist. Das ist im Kern nichts „Schlimmes“, sondern eher ein ziemlich normaler Weg: wenig Startkapital, viel Arbeit, Aufbau über Jahre. Der normale Heldenweg eines jeden Mannes. 

Bedrückend ist eher die grundsätzliche Perspektive auf das Thema Kinder und Familie. Dass Kinder hier fast ausschließlich als Belastung beschrieben werden, und dass sich daraus die Vorstellung ableitet, man müsse sich Kinder erst „leisten können“, als wären sie ein Luxusgut wie ein Sportwagen oder eine Immobilie. Das ist ein sehr negatives Bild von etwas, das biologisch, emotional und gesellschaftlich etwas völlig anderes ist.

Es tut ehrlich gesagt schon weh, den Text zu lesen, weil man merkt, dass du das wirklich genau so empfindest und als Wahrheit in dir verinnerlicht hast. Diese sehr starke Fokussierung auf Kontrolle, Freiheit und „keine Abhängigkeiten“ wirkt dabei weniger wie echte Freiheit, sondern eher wie eine konsequent durchgezogene Vermeidung von allem, was langfristig Bindung, Risiko oder Unplanbarkeit mit sich bringt.

Und genau da wird es gesellschaftlich interessant: Wenn immer mehr Menschen zu dieser Schlussfolgerung kommen: Kinder = Belastung, maximale Autonomie = Ziel. Dann muss man sich auch nicht wundern, wenn wir als Gesellschaft genau die Effekte sehen, die wir gerade sehen, nämlich sinkende Geburtenraten und immer weniger Bereitschaft, langfristige Verantwortung für Familie zu übernehmen.

 

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Ü40 und Vaddern macht noch Steuern, Haus und Orga? Das ist kein Mann! Das ist ein Junge mit Gehalt und verlängerter Kindheit.

Job und Karre reichen nicht, wenn privat immer noch jemand anders die echte Verantwortung übernimmt. Frame ist keine Option. Entweder du bist erwachsen oder du bleibst ein Junge. Und Jungen sind für Frauen mit Anspruch keine Option.

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vor 30 Minuten, holywater schrieb:

Dem gegenüber stehen die Leute, die Kinder in die Welt gesetzt haben. Denn es gibt nicht viele Dinge die einen stärker "erwachsen werden lassen" als Kinder grosszuziehen. 

Die Pflege älterer Angehörigen, wie der TE diese übernommen hat. Das dürfte emotional noch herausfordernder sein, weil man bei (gesunden) Kindern einen Fortschritt sieht und bei Pflegebedürftigen den Untergang begleitet.

vor 30 Minuten, holywater schrieb:

Man MUSS einfach seinen Part erfüllen, weil sonst die Kleinen darunter leiden würden. 

Das sehen Erzeuger, die einfach abhauen und die Frau mit dem Kind sitzen lassen, definitiv anders. 

vor 30 Minuten, holywater schrieb:

Die Kinderlosen hingegen, leben ihr Peter-Pan-Leben weiter und irgendwann, vielleicht mit 40, 50 oder 60 kommt dann "Regret of omission". Also das Bedauern von dem was mach NICHT gemacht hat. Dass sie zwar ein unterhaltsames, finanziell komfortables Leben gehabt haben, aber rückblickend leer und ohne etwas zu hinterlassen. 

Ich wage zu bezweifeln, dass es auf jeden einzelnen Menschen ohne biologische Kinder zutrifft. Psychisch gesunde Menschen rechtfertigen ihre Lebenweg, egal, wie dieser aussieht - das ist ein grundlegender Schutzmechanismus zum Selbstwerterhalt.

Andersherum gibt es gerade in familienunfreundlichen Gesellschaften wie Deutschland viele Eltern, die sagen, dass sie ihre Kinder über alles lieben, aber das Elternsein hassen.

vor 28 Minuten, CC207 schrieb:

Nur die Illusion zu haben, dass da mal im hohen Alter jemand für mich sein könnte?

Da stimme ich zu. Erstens ist es eine Illusion, dass jmd da sein wird: Man kann sich mit (erwachsenen) Kindern zerstreiten, sie können auf ein anderes Kontinent ziehen oder im schlimmsten Fall vor einem sterben, genauso wie der Partner/die Partnerin. Zweitens finde ich es auch eine Art „Konsumhaltung“ oder zumindest eine Transaktionsbeziehung gegenüber seinen Angehörigen: Ich habe dich geliebt, also musst du mir jetzt den Arsch abwischen, weil ich es mit 80 nicht selber tun kann. Der Wunsch, für den anderen da zu sein, soll idealerweise intrinsisch sein und nicht durch Pflichtbewusstsein oder Schuldgefühle hervorgerufen sein.

@Natural Business, Konzernzombies müssen wie gesagt keine brillanten Leistung im Job erbringen, um gutes Geld zu machen/befördert zu werden. In DE ist es zum Teil schlimmer als bei Behörden.

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Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage: Ja, es ist möglich, ein "erwachsenes" Leben zu führen, auch wenn man sich bewusst gegen Familienplanung entscheidet! Beispiele hier (wie von @CC207) wurden ja genannt. Sicher kann es eine große Erfüllung sein, Kinder in die Welt zu setzen, aber ich verurteile auch wirklich niemanden, der sich aus bestimmten Gründen dagegen entscheidet. Z.B. wie hätte ich die Pflegesituation mit meiner Mutter hinbekommen sollen, wenn gleichzeitig noch Kinder mit da sind, um die ich mich annehmen müsste? Ja, das wäre eine Gratwanderung gewesen...

Was nun die "Konzernzombies" anbelangt, wie @anotherthing beschreibt, ja, da könnte man auch fast meinen, dass sowas schon wieder eine Art "Privileg" ist. Also wenig tun müssen für einen adäquaten bis (sehr) guten Lebensunterhalt.

vor einer Stunde, RedBitch schrieb:

Ü40 und Vaddern macht noch Steuern, Haus und Orga? Das ist kein Mann! Das ist ein Junge mit Gehalt und verlängerter Kindheit.

In der Hinsicht muss man vielleicht dann "40 ist das neue 30" sogar noch weiter korrigieren. Dann dürfte es lauten "40 ist das neue 20" 🤣

vor einer Stunde, Patte41 schrieb:

Da ist sie/er ja wieder

Wer?

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Alte Männer tragen (trugen, mein Gott bin ich alt) nicht deshalb Hut, weil man in einem gewissen Alter plötzlich damit anfängt, sondern weil sie schon als junge Männer Hut trugen und das beibehalten haben.

Als Student hatte ich einen Bekannten, der mit Ende 20 noch unreifer war als ich Kindskopf. Aber der war halt auch von Beruf Sohn, wo ein Millionenerbe wartete.

Mittlerweile bin ich mit Ü50 kindischer als ich jemals war. :-D

Weil als Kind und Jugendlicher war ich viel zu ernst für mein Alter. Die Kriegsgeneration hat ihre Traumata an ihre Kinder weitergegeben. Wer selbst seine Kindheit und Jugend damit verbringen mußte, dem Tod von der Schippe zu springen, zieht halt keine locker-flockige Spaßgeneration heran.

Dafür haben wir uns schon als 10, 12-Jährige nicht mehr von Zügen überfahren oder von Oberleitungen beim Selfiemachen rösten lassen, weil das zu den frühesten Erfahrungen gehörte, daß das Leben ernst ist. Aber mal so richtig.

Den Generationenunterschied habe ich schon bei absolut Gleichaltrigen in der Klasse gemerkt, wo die Eltern 10, 15 Jahre jünger waren, gutsituiert und schon Kinder gutsituierter Eltern. Die Klassenkameraden hätten auch 20 Jahre später geboren sein können. Völlig andere Welt. Und das nicht im Positiven.

Als Student war ich mal mit einer 3 Jahre Jüngeren unterwegs. Wir wollten Unterwäsche kaufen für den Besuch im Swingerclub. :-D Sie nimmt im Laden eine Strumpfhose aus dem Regal, (zer)reißt die Packung auf, faltet die Strumpfhose von dem Pappding, guckt sie sich an, zupft ein bißchen dran rum und schmeißt sie irgendwo ins Regal zurück.

Ich war völlig konsterniert. (Für die jüngere Generation: Die Strumpfhose war dadurch Müll, kostete soviel wie mehrere Mensaessen. Einfach mal so dem Laden einen solchen Schaden verursacht und es noch nichtmal gemerkt. Laut ihrer Webseite war sie übrigens "Kind der weltbesten Eltern".)

Ähnliche Generationenunterschiede hat man auch hier im Forum gemerkt, als noch was los war. Da habe ich mal ein Beispiel für untergegangenes Gefahrenbewußtsein gebracht: Kind spielt mit anderthalb Meter langem angespitzten Holzstecken und fuchtelt seinem Bruder damit direkt vor dem Gesicht herum, ohne daß der Vater (Lauch) einschreitet. Minute später ein Schrei. Bub hat den Spieß seinem Bruder zwei Zentimeter neben dem Augapfel in die Nase gestochen. Es war schwierig, den U50-Forumsteilnehmern hier überhaupt klarzumachen, was ich an der Situation kritikwürdig finden würde . :crazy:

Also ich war mein (junges) Leben lang ernst und habe dafür nur Kritik geerntet, dafür bin ich heute gerne mal kindisch (und stelle fest, daß ich dabei immer noch reifer agiere wie mittlerweile selbst  Nachrichtensprecher oder Spitzenpolitiker.)

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vor 17 Stunden, RedBitch schrieb:

Ü40 und Vaddern macht noch Steuern, Haus und Orga? Das ist kein Mann! Das ist ein Junge mit Gehalt und verlängerter Kindheit.

Es kann auch an der Persönlichkeit des Vaters liegen, der einfach seine Familie dominieren und den Ton angeben möchte. Da sich auch die "Alten" heutzutage länger "jung" fühlen, wird der "Familienbetrieb" gerne noch nach 60, womöglich bis der Vadder die 70 überschreitet, vom Senior geführt.

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vor 6 Stunden, HerrRossi schrieb:

Ähnliche Generationenunterschiede hat man auch hier im Forum gemerkt, als noch was los war. Da habe ich mal ein Beispiel für untergegangenes Gefahrenbewußtsein gebracht: Kind spielt mit anderthalb Meter langem angespitzten Holzstecken und fuchtelt seinem Bruder damit direkt vor dem Gesicht herum, ohne daß der Vater (Lauch) einschreitet. Minute später ein Schrei. Bub hat den Spieß seinem Bruder zwei Zentimeter neben dem Augapfel in die Nase gestochen. Es war schwierig, den U50-Forumsteilnehmern hier überhaupt klarzumachen, was ich an der Situation kritikwürdig finden würde .

Verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz. Gehört das nicht einfach zum gesunden Menschenverstand, dass man als Vater reale und erhebliche Gefahren für seine Kinder erkennt und unterbindet? Und zwar völlig unabhängig davon, ob man U30, U40 oder Ü60 ist?

Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand, der halbwegs bei Verstand ist, zwei Kinder mit angespitzten Holzstecken auf Kopfhöhe herumfuchteln sieht und sich denkt: „Joa, wird schon nichts passieren.“ Da muss man doch intuitiv eingreifen.

Den Generationenunterschied dafür verantwortlich zu machen, klingt für mich eher nach dem klassischen „Früher war alles besser, wir waren damals noch vernünftig und die Jungen sind alle dumm wie Brot“. Das halte ich für eine ziemlich gewagte Verallgemeinerung.

Ich bin selbst U40 und würde in so einer Situation sofort einschreiten. Nicht, weil ich übervorsichtig bin, sondern weil das eine völlig unnötige Gefahr mit potenziell lebenslangen Folgen ist.

Solches Verhalten, also Kinder einfach machen zu lassen, obwohl eine offensichtliche und gravierende Verletzungsgefahr besteht, beobachte ich persönlich eher bei einzelnen Eltern, unabhängig vom Alter. Wenn überhaupt, habe ich den Eindruck, dass es häufiger in bildungsferneren Milieus vorkommt, wo Risiken teilweise schlechter eingeschätzt oder Grenzen weniger konsequent gesetzt werden. Ob das am Bildungsniveau, fehlender Weitsicht oder einfach an einer anderen Erziehungskultur liegt, sei dahingestellt. Aber einen Generationenkonflikt würde ich daraus nicht ableiten.

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vor 18 Stunden, Natural Business schrieb:

Was nun die "Konzernzombies" anbelangt, wie @anotherthing beschreibt, ja, da könnte man auch fast meinen, dass sowas schon wieder eine Art "Privileg" ist. Also wenig tun müssen für einen adäquaten bis (sehr) guten Lebensunterhalt.

Als „Privileg“ würde ich es nicht bezeichnen, eher als einen der Gründe für den wirtschaftlichen Untergang Deutschlands und  hohe Burn-Out-Raten von denjenigen, die noch nicht zu Konzernzombies geworden sind, sondern das kompensieren müssen, was die Zuletztgenannten liegen lassen/nicht mitdenken.

vor 3 Stunden, Metrodoros schrieb:

Es kann auch an der Persönlichkeit des Vaters liegen

Klar, wie schon gesagt, das ist alles gut in „Succession“ dargestellt. In den meisten Fällen lassen solche Eltern keine Lernräume für die Kinder zu, sodass die Kinder nie - nicht mit 5, nicht mit 10, nicht mit 25 - die Möglichkeit bekommen, eigene Erfahrungen zu machen. Ohne Erfolg-/Misserfolgserfahrungen fehlt logischerweise jedes Bewusstsein dafür, was man machen kann/soll, was zu welchen Konsequenzen führen kann etc. Das einzige Learning bleibt „Lehn dich zurück, Papi/Mami regelt“. Fun fact ist, dass solche Eltern ihre Kinder oft tief in ihrem Herzen für ihre Schwäche und Inkompetenz verachten, ohne zu checken, dass das Problem komplett hausgemacht ist.

Die einzige Chance, dass die Dynamik durchbrochen wird, haben rebellische Kinder.  Sie können genug Trennungsenergie entwickeln und autonom leben - solchen Eltern schmeckt es übrigens überhaupt nicht (= Kontrollverlust), sodass die Separation selten friedlich verläuft, teilweise mit lebenslanger Kontaktsperre einhergeht etc.

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@Natural Business

bzgl. des Eingangspost:

Joa, es bleiben viele lange Jung. Das Sprichtwort "Man wird erst Erwachsen wenn die eigenen Eltern sterben" kommt nicht von ungefähr.

Meine Eltern leben noch bzw bei meinem Vater weiß ich es nicht, denke aber schon. 

Für mich war und ist das Ziel eigentlich schon lange Unabhängigkeit. Habe klar viele Bekannte die groß geerbt haben, wo wer ein Haus übrig hatte oder halt jegliche finanzielle Fehlentscheidungen von so einer magischen Hand aus dem Hintergrund glattgebügelt werden. Sehe darin eigentlich kein Problem und bin darum auch nicht neidisch.

Was teilweise etwas schräg ist, ist dass diese magischen Sponsoren häufig nicht mit einkalkuliert werden, wenn man sich über Finanzen, Eigentumserwerb, Arbeit und Co unterhält. Den Standpunkt dass wenn das Konto leer ist, es einfach leer ist, kann da der ein oder andere nicht nachvollziehen.

Kinder habe ich selbst keine, wüsste jetzt auch nicht warum ich dadurch plötzlich Erwachsener werden sollte oder wie sich das ausdrücken würde. 

Habe früher auch oft Gedacht irgendwann ist man plötzlich Erwachsen und das Leben ist plötzlich so ganz easy, der Abwasch macht sich quasi von alleine und es gibt kaum noch überraschungen 😄

Tja, falsch gedacht...

Hatte zu meinem 15. Geburtstag so ein plötzliches Gefühl jetzt erwachsener zu sein und zu meinem 32. nochmals... hat sich effektiv was geändert... ja und nein.

Kann immernoch stundenlang Kerbal Space Programm oder Silent Hunter 4 zocken und da voll eintauchen, verziehe aber auch keine Mine wenn ich die Steuererklärung machen muss.

Man irrt sich halt so empor. Der eine schneller, der andere langsamer, wiederum andere nie...

Ist am Ende wohl zum einen ne recht ökonomische Geschichte, dass man immer nur so "erwachsen" wird wie man eben erwachsen sein muss und zum anderen auch ne recht individuelle Geschichte.

An meinem letzten Arbeitsplatz hatte ich auch immer der Ruf des ewigen Junggesellen, aufgrund des nicht vorhandenen Eigenheims und der Abwesenheit von Kindern und Ehe. War ich objektiv weniger Eigenverantwortlich... vermutlich nicht. 

Soll doch am Ende jeder halten wie er meint. 

 

bearbeitet von A_guy_named_Who
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