Welche Bücher lest ihr zurzeit?

1056 Beiträge in diesem Thema

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vor 14 Stunden, Jingang schrieb:

Ja, aber mehr so App denke ich.

Hmm. Lad es dir mal runter und berichte bitte, dann überleg ich es mir. Grund für mein Lesetief war auch so eine Ambition und ein Ehrgeiz, der sich damals entwickelt hat und den möchte ich jetzt eigentlich tunlichst vermeiden. Hatte das Gefühl, ich lese viel um vorallem auch „gebildet“ zu wirken und das ist natürlich ein scheiß Grund haha 

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Am 29.4.2023 um 10:01 , Fokko schrieb:

Hab ich mir als Hörbuch auf dem Hochsitz reingezogen. Selten was blöderes gelesen: Das geht doch die ganz Zeit bloß darum, dass der alte Sack sich an dem Buben aufgeilt.

Sehr späte Antwort hierauf, aber hab jetzt bisschen recherchiert und anscheinend hat Thomas Mann wirklich pädophile Neigungen gehabt. Hat auch seinen eigenen Kindern beim Baden zugesehen und war anscheinend in den jungen Klaus Mann verliebt (aber nichts angetan). 

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Thomas Mann ertrag ich nicht, weder ästhetisch noch weltanschaulich. Seine Prosa schaut halt bisschen bedeutungsschwer drein während sie so vor sich hin schwurbelt, aber so richtig was geben konnte der mir nie. Ist auch ein unsympathischer Typ. Der Bevölkerung in der alten Heimat via Volksempfänger erklären, dass es ihre moralische Pflicht ist, sich gegen die Diktatur aufzulehnen, während man selbst die kalifornische Sonne genießt. Gleiche Kategorie wie Herbert Grönemeyer, der vor den Wahlen mal schnell aus England eingeflogen ist, um bei Maischberger den deutschen Wahlhammeln ins Gewissen zu reden. Den Fehler des erhobenen Zeigefingers hat Hesse, der hier ja auch diskutiert wurde, zum Glück nie gemacht. Sein Siddhartha (1922) hat mir vor einem Jahrzehnt mal über nen üblen Winter hinweg geholfen, das halte ich ihm sehr zu gute. Hab jetzt seine Märchen (1919) am Bett liegen, da hat eines so sechs bis zehn Seiten, das taugt mir gerade sehr.

Weil es soweit ich zurückgelesen habe hier immer nur um Prosa ging: Lest ihr auch Lyrik? Ist irgendwie abseits von Rapmusik ziemlich aus der Mode gekommen, aber ich find da viel gutes dran. Ist sprachlich halt verdichtet, sprachlich dadurch auch viel durchdachter und natürlich melodisch. Joseph von Eichendorff schreibt für mich so, wie Caspar David Friedrich malt, das sind die gleichen Bilder, der gleiche deutsche Wald, heimlich - im Sinne von Ernst Jünger - Heim und unheimlich zugleich. Gottfried Benn hat mit Reisen (1950) schon Recht gehabt und hat es heute mit den ganzen Dubaikaspern noch mehr. Oder natürlich Heinrich Heine, ich glaube kein anderer Schriftsteller hat so viel Volksseele in sich getragen wie das Kerlchen. Ob es so kurze Sachen sind wie Heimkehr (1823) oder das lange Wintermärchen (1844), das ist wirklich ganz großartige Literatur. Das alles, was in der lyrischen Gattung heute rauskommt, entweder Kitsch oder degenerierte Kackscheiße ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Es war einmal, könnte man sagen. 😉

bearbeitet von Gandora IV
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Haha, Hesse ist für mich der personifizierte Zeigefinger 🙂 

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Am 8.5.2026 um 21:48 , Gandora IV schrieb:

Weil es soweit ich zurückgelesen habe hier immer nur um Prosa ging: Lest ihr auch Lyrik?

Leider nicht, ich finde da keinen Zugang. Meine Partnerin hat mir auch mal Liebesgedichte von Rilke geschenkt und kann sich da unglaublich reinträumen, mir gibt das - leider - wirklich nichts. Weiß nicht wieso, dauert vielleicht noch. 

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Marco Wanda-Dass es uns überhaupt gegeben hat. 
 

Hier werden anscheinend nur Klassiker der Literatur besprochen, aber das war das erste erzählende Buch, das ich seit langem gelesen habe. 
 

Es war genial. Innerhalb von drei Stunden fertig gelesen. Ich bin großer Fan und habe mich schon lange nicht dran gewagt, weil ich nicht wusste was mich erwartet, aber da erfüllt es alle Erwartungen aufgrund der Interna. Für Leute, die weder was mit der Band anfangen können, noch mit der Musik wird es etwas weniger verlockend  sein, aber  selbst dann, wird man sich aufgrund dem Schreibstil unterhalten fühlen und wird interessant zu lesen sein, wie eine Band im Musikgeschäft groß wird. Besonders wenn man die Stadt Wien und Musik generell mag, kommt man auf seine Kosten. 

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