Bereit zum Sprung

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Hallo Community,

zwar bin ich neu im Forum, beschäftige mich aber geraume Zeit mit Frauen, meiner Liebe(sfähigkeit) und Ähnlichem. Mittlerweile jedoch stoße ich an einen Punkt, an dem ich mit meinen Gedanken nicht mehr weiterkomme. Deswegen ist hier der Platz um mir Luft zu verschaffen.

Liebe/Soziales

In der Rückschau unterscheide ich zwei Phasen: die eine vor dem Studium, die andere nach dem Studium. Ich bin für mein Studium umgezogen und habe dabei einen Boost von Selbstbewusstsein und -vertrauen erfahren, dass ich bisher kaum gekannt hatte. Ich habe fix Anschluss gefunden und bin auch deshalb schnell in eine große Clique geraten (Erstsemester aus meinem 1. Studiengang). Das war alles super und hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Nach etwa einem Monat hab ich dann auch vermehr begonnen, etwas mit meinem Mitbewohner zu unternehmen - schnell wurde er einer meiner besten Kumpels die ich bis dahin hatte. Diese Zeit war wohl eine meiner besten meines Lebens: Feiern bis zum Umfallen, Mädels, ständig unterwegs und viele neue Leute kennengelernt. Ich war in dieser Zeit super entspannt, non-needy (wozu auch, es schien mir alles zuzufliegen) und vor Selbstbewusstsein zu strotzen. In der Rückschau ist das eine wichtige Lektion für mich gewesen: Selbstbewusstsein strahlt man(n) aus, das merken die Frauen und wirkt sich positiv aus. Das hat sich in meinem Kopf festgesetzt. Nun, in dieser Zeit war ich nett zu den Mädels, konnte zuhören, habe mich nicht alleine gefühlt (geschweige denn einsam) und konnte immer auf Leute zählen. In dieser Zeit hatte ich auch die intensivsten Erfahrungen mit Mädels (ich sage bewusst nicht "Frauen"). Vieles davon war positiv, vieles davon war negativ - vor allem endete es meist negativ, da es binnen kurzer Zeit zu Ende war. Schließlich war ich einer, der nix von ONS oder Friends-with-benefits hielt. Allerdings muss ich mir eingestehen, dass ich damals nicht aktiv die Mädels bekommen habe, die ich wollte, sondern oft genommen habe, was sich mir geboten hat (wobei die sicher nicht schlecht waren, bei Gott nicht). Mit der Zeit ebbte dies Gefühl ab, vieles änderte sich:

  • Mein Mitbewohner zog aus (hat das Studium nicht gepackt, eben wegen zu viel feiern und zu wenig lernen) und wir sind sicher nicht im Guten auseinander gegangen. Das war eine bittere Lektion: Trotz super Beziehung kann es schnell zu Ende sein und was bleibt von der Freundschaft? Nichts mehr, kein Kontakt, trotz mehrerer Versuche. Das hat mich zusätzlich geprägt.
  • Die Clique brach auseinander, die Leute verteilten sich auf andere Gruppen und man lebte sich auseinander. Wieder die Lektion: Schnell kann es zu Ende sein, es bleibt, außer ein paar Kontakte die sich kaum halten, nichts.
  • Die "Umschlagshäufigkeit" meiner Beziehungen hat sich von 3 Monaten auf 1 Jahr ausgeweitet, es wurde schwieriger. Dadurch, dass ich weniger Leute um mich herum hatte, ergaben sich kaum mehr Kontakt zum Weiblichen, einige lernte ich Online kennen, andere durch Zufall. Ich hatte auch mal eine kurze PU-Zeit, aber die zerschlug sich wieder (merkt ihr was?) Trotz längerer "Durststrecken" bin ich doch immer wieder in Beziehungen gewesen, die jedoch auch nicht lange hielten.

Von der anfänglichen Begeisterung für die Frau, das Weibliche, ist mittlerweile nicht mehr viel da (vom Frauenhass bin ich jedoch weit entfernt, das möchte ich betonen). Klar, ich behandele sie mit Respekt, aber nur wenn ich das gleiche auch zurückbekomme. Ich bin da mit der Zeit über ziemlich barsch geworden, himmele weder eine Frau an noch laufe ich einer hinterher wie ein reudiger Köter (auch wenn das für mich heisst, 1-2 Jahre Single-Leben zu fristen), noch bekommen sie einen Vertrauensvorschuss, bessere Behandlung oder einen Drink ausgegeben. Einst war ich charmant, heute ist davon nicht mehr viel übrig. Ich habe wohl eine sehr negative Einstellung gegenüber Frauen. "Wie kann das sein, wieso ist das, wie kann ich das ändern?" Das sind meine Gedanken, sie drehen sich Tag ein, Tag aus - und ich komme nicht weiter im Denken. Es ist, als ob ich an einer imaginären Wand ankomme, an der das Denken nicht mehr weiterkommt.

Besonders gegenüber sehr hübschen Frauen habe ich diese Gedanken. Ich habe, besonders bei diesen, eine Angst die ich nicht erklären kann. Es ist nicht die Angst vor dem Ansprechen (die habe ich ständig!), sondern etwas anderes, nicht erklärbares. Vielleicht kennt das jemand von Euch?

Ich will diesen Shit nicht mehr! Ich habe es satt, so schlecht von Frauen zu denken: das 1. ganz schlecht für das Liebesleben ist und 2. ich im Innersten immer noch weiss, dass es ohne sie nur halb so schön im Leben ist.

Leben

Eng damit verknüpft ist auch meine Unzufriedenheit - jene über den Gang meines Lebens und meiner Kontrolle darüber (das ist jetzt keine Meta-Scheisse, ist profaner als es klingt). In der Uni läuft es eigentlich sehr gut, in meinem Nebenjob hab ich eigentlich ein ganz gutes Standing, den Sport betreibe ich, je nach Möglichkeit, relativ regelmäßig. Mein Bekanntenkreis ist relativ groß und begreift jene, denen ich grüße, weil ich sie von früher noch kenne, oder auch jene, die ich aus der Uni aus Seminaren o.ä. kenne. Es gibt Small-Talk, es gibt einen Gruß oder einen abgewandten Blick, weil man manche auch gar nicht sehen will oder nicht mit ihnen reden will. Freunde hingegen, nun, Freunde habe ich nur ganz wenige - oder vielleicht auch gar keine? Was Freunde sind, definiert jeder für sich anders. Ich würde sagen, ich habe vielleicht 1-2 Freunde, der Rest ist mehr oder weniger enger Bekanntenkreis. Ich war nie derjenige, der auf einen großen Freundeskreis zurückgreifen konnte. Das war zuerst kein Problem, das war halt so, damit habe ich mich arrangiert. Aber seit Beginn des Studiums ist alles anders. Jeder scheint kompatibel mit dem anderen zu sein, gemeinsame Interessen zu haben oder den gleichen Humor zu teilen. Was es auch ist, ich weiss es nicht genau. Ich weiss nur, dass ich es kaum geschafft habe (außer einmal, siehe oben) Freunde für mich zu gewinnen. Ist es, weil ich den anderen das Gefühl gebe, auch sehr gut alleine klar zu kommen (dies deutete die Dame der Psychosozialen Beratung an)? Ich dachte immer, das wäre es etwas positives, Unabhängigkeit, Freiheit, Einsamer Wolf. An der Uni erfahre ich das Gegenteil: Hier stellt der Eine alleine ein Unikum das, etwas exotisches. Stets habe ich das Gefühl, dass bei den Anderen was geht, dass sie ständig unterwegs sind, das Leben in vollen Zügen auskosten und alles mitnehmen was geht.

Warum sollte ich das nicht auch haben? Freilich, es kann sein, dass ich einem Trugschluss unterliege. Wahrscheinlich ist das auch so. Aber trotzdem habe ich den Wunsch nach Veränderung in meinem Leben, eben diese "Auskosten mit allen Sinnen", sich nehmen was "der Tisch des Lebens eben so bietet". Ich will etwas verändern, aber weiss weder vo anzufangen, noch wie ich es anstellen soll. Wie ich mich gerade fühle kann ich an einem Bild verdeutlichen: Stellt euch einen Cliffdiver vor, der in 25m über dem Wasserspiegel auf den Klippen steht und sich konzentriert. Er konzentriert sich vor dem Sprung, schaut runter, konzentriert sich weiter, schließt die Augen, breitet die Arme aus und konzentriert sich. Es passiert - nichts. Er konzentriert sich nur, spürt dass er bereit zum Sprung ist, aber kann nicht springen. Er kann es einfach nicht, schafft es nicht - trotzdem verharrt er in Konzentration und hofft, dass er den Sprung schafft. Versteht ihr, was ich meine? Ich weiss nicht, ob dieses "Einsame-Wolf"-Leben gesund ist, gesund für mich ist. Gleichzeitig habe ich große Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen. Beides macht mir Sorgen, nein: Macht mir sogar Angst.

Ich hoffe, ich kann auf eure Anregungen, Gedanken und Kritik zählen.

Bis dahin,

GT500

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Ich kann dir nur empfehlen Dale Carnegie " Wie man freunde gewinnt " zu lesen.

Desweiteren versuche ich auch, wie man diese Zeit in der man fest verwurzelt im Leben war und alles auf Anhieb geklappt hat, zurückzubekommen ;)

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