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Cogito, ergo non sum

Eintrag erstellt von satsang · - 1.040 Ansichten

Das menschliche Sein basiert nicht auf dem Verstand und den Emotionen, sondern es basiert auf dem jeweiligen inneren Energiefeld, welches zu kreativen Höchstleistungen verhelfen kann, wenn man sich bewusst im Jetzt aufhält und sich mit diesem ausschließlich beschäftigt.

Die Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Zukunft führt in der Regel zu emotionalem Schmerz, der auch die Hauptursache für körperlichen Schmerz und körperlicher Krankheit ist. Groll, Hass, Selbstmitleid, Schuldbewusstsein, Wut, Depression, Eifersucht und anderes mehr, auch die geringste Verärgerung sind alles Ausdruck von Schmerz.

Man kann das Erschaffen von Schmerz in der Gegenwart beenden und vergangenen Schmerz auflösen .

Schmerz, den man erschafft, entspringt aus der Ablehnung dessen, was ist, d.h. aus dem eigenen bewussten Widerstand. Auf Verstandesebene entspricht Widerstand einer Form von Beurteilung auf emotionaler Ebene einer Form von Negativität.

Interessant ist, dass die Intensität des Schmerzes vom Grad des Widerstandes gegenüber dem gegenwärtigen Moment abhängt. Je mehr man fähig ist das Jetzt, so wie es sich darstellt, anzuerkennen, desto geringer sind der Schmerz und das Leiden.

Mach den Moment zum Freund und Verbündeten und nicht zum Feind!

Auf diese Weise lässt sich das ganze Leben auf wundersame Weise verwandeln . Man möge sich dem hingeben, was ist und stets ja zum gegenwärtigen Moment sagen, dann beginnt das Leben für und nicht gegen einen zu arbeiten.

Unbewusste Ego Spuren als Begriff des Schmerzkörpers - man kann diese Form aufgeben.

Wenn der Schmerzkörper von einem Menschen Besitz ergriffen hat, will er immer mehr Schmerz. Ein solcher Mensch wird zum Opfer oder zum Täter. Er möchte Schmerz zufügen oder selbst erleiden oder beides. Natürlich sind sich Menschen, die so Handeln ihres Tuns nicht bewusst.

Sobald Bewusstsein entsteht, entscheiden sich Menschen gegen diesen Wahnsinn.

Wer gegenwärtig wird und bleibt, ist bewusst. Er hört auf zu leiden, den Leiden benötigt Zeit. Vergangenheit kann nur durch einen Mangel an Gegenwärtigkeit aufrechterhalten werden.

Die Qualität des eigenen Bewusstseins in diesem Moment verleiht der Zukunft Gestalt. Aber diese kann nur als Jetzt erfahren werden.

Solange man unbewusst lebt, wird das kreative Potenzial des Jetzt von der psychologischen Zeit verdeckt. Dies ist die Ursache dafür, dass das Leben an Frische, Dynamik und Staunen verliert. Stattdessen werden alte Muster aus Gedanken, Emotionen, Verhalten, Reaktionen und Wünschen immer wieder neu aufgewärmt. Zudem erschafft der Verstand eine Besessenheit von der Zukunft als Flucht vor einer unbefriedigenden Gegenwart. Der Mensch existiert dann unglücklich in seiner Illusionswelt der Vergangenheit und Zukunft und hört auf zu leben.

Leben ist nur im Hier und Heute möglich.

Cogito ergo non sum



6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Das ist ein "inneres Energiefeld", und ich schätze, ich hab' nicht verstanden, wie man darauf kommt, dass es die Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Zukunft ist, die zum emotionalen Schmerz führt - meiner Selbstbeobachtung nach zumindest ist es nicht so, als wäre notwendigerweise der Moment besser als die erinnerte Vergangenheit oder die vorgestellte Zukunft. Ein Bisschen wird mir schwindelig, wenn ich das lese. Ich hab' mir vom Titel her mehr erwartet. Hm,...

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Um sagen zu können , ob der Moment besser, oder schlechter ist, oder war, musst du, um das werten zu können, erst einmal den Moment rationalisieren . Dadurch ist der Moment allerdings kein Moment mehr, sondern eine Erinnerung daran, Das ist gemeint mit "Der Schmerz findet nur im Abgleich zw Vergangenheit und Zukunft statt"

Der Moment in sich ist allgegenwärtig wertfrei, Eigentlich ist die Benamung "Moment" auch nicht passend, weil das Wort einen Prozess impliziert, wie zb "Mit der Wimper zucken" Der Moment ist zeitlich nicht fassbar und erst dann, wenn man aufhört ihn erfassen zu wollen, dehnt er sich zu einer ewigen Ewigkeit aus. Es ist jedoch eine Frage der Wahrnehmung und nicht der Definition, um das Erkennen zu können.

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Naja, es gibt Momente, die als Momente eben doch die Bewertung "angenehm/unangenehm" haben, ohne zu vergleichen. Ganz banal wäre hier der körperliche Schmerz, der unabhängig vom Vergleich mit Vergangenheit oder imaginierter Zukunft einen unangenehmen Zustand darstellt - und wenn der Schmerz besonders stark ist, dann kommen wir auch praktisch nahe an die Totalität des Moment heran, ist der Schmerz nämlich intensiv, dann vergessen wir imaginierte Zukunft und erinnerte Vergangenheit, und haben nur noch den Schmerz selbst im Bewusstsein (und Erinnerung und Vorstellung sind ja Leistungen des Bewusstseins).

Ein Moment impliziert schon einen Prozess, da hast du Recht - und hat als Benennung schon einmal eine Zeitstruktur, die Erinnerung und Vorstellung impliziert. Ich bin in einem Buch über Filmbildung letztens über eine Passage gestoßen, in der die Autorin (Hanne Walberg - ihre publizierte Dissertation) einen Gedankengang von Gilles Deleuze zusammengefasst hat. Wenn ich den richtig verstanden habe (ich muss gestehen, dass ich beim Wiedergeben von Gedanken sehr unsauber bin, weil ich sie selbst komplettiere und weiterdenke, so dass die Grenzen zwischen dem eigentlichen Autoren und mir oft verschwimmen), geht es ihm darum, dass im Moment immer auch die Vergangenheit "als Virtuelles" steckt, weil die Vergangenheit die Wahrnehmungsschemata der Gegenwart konstruiert hat und damit sowohl Gegenwart als auch Vergangenheit gleichzeitig wahrgenommen werden. Die rein sinnliche Wahrnehmung gibt es ja nicht, weil sie uns nichts sagt - auf einem Foto würden wir keinen Menschen, keine Bürste und keinen Hintergrund erkennen, weil das schon eine Strukturierung ist, die auf vergangenen Erfahrungen basiert - es würde uns so viel sagen, wie die Bilder eines Rohrschachtests, bevor wir versucht haben, etwas darauf zu erkennen.

So gesehen ist der Moment als reine Gegenwart praktisch gesehen kaum erfahrbar, außer vielleicht eben bei derart extremen Dingen wie entsetzlichem (körperlichem) Schmerz.

Vor allem aber frage ich mich, warum es gerade der Schmerz ist, der deiner Ansicht nach nur im Moment entsteht und nicht auch das Positive, das Glück, das erst durch Vergleich mit Erinnerung von Vorstellung entsteht. Was ist hinsichtlich der Zeitstruktur am Schmerz so anders, als am Glück? Wären beide in dieser Hinsicht gleich, und würde es stimmen, was du sagst, dann würde man vielleicht keinen Schmerz erfahren können - genauso aber auch kein Glück.

Hm,... irgendwer hat hier einmal einen echt interessanten Vortrag zum Zusammenhang von Schmerz und Glück gepostet:

Die Grunderkenntnis ihrer Arbeit ist die, dass man ohne Verletzlichkeit auch kein wirkliches Glück erfahren kann.

Angenommen, deine Argumentation, dass man, wenn man sozusagen im nicht rationalisierten Moment lebt, Erinnerung und Vorstellung weitgehend ausblendet, keinen Schmerz empfindet, auch gleichzeitig das Glück ausblenden.

Lustiger Weise deckt sich meine persönliche Erfahrung (entgegen meiner Argumentation) eher mit dem, was du beschreibst. Ich laufe seit Ende Mai/Anfang Juni weitgehend (natürlich nicht komplett) trunken von der Nacht und der Musik singend und tanzend herum - und es fühlt sich einfach geil an, in diesem Momenten einfach nichts zu denken, das über die Wahrnehmung der Musik und ihrer Wirkung auf mein Gefühl und meinen Körper hinaus geht (heißt: mitsingen kann ich und bemerke das auch, auch wenn es automatisch passiert). Musik ist in dieser Hinsicht überhaupt etwas derart geiles, weil es einfach nicht für eine Zukunft gemacht ist, sondern ihren Wert im Moment hat. Sie ist zeitlich begrenzt, vergänglich, was vor allem bei Live Musik dem Moment seinen besonderen Wert gibt. Einfach nur geil! :-p

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