Disziplien..... Wichtig oder nicht?????

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Hallo zusammen, es ist schon etwas länger her, dass ich hier geschrieben habe. Aber nun würde ich gerne mal wissen, wie ihr zu dem Thema Disziplin steht. Ich verstehe darunter, dass man das was man zusagt, auch einhält, die Pflichten die man zusagt auch übernimmt. Weiter verstehe ich darunter, dass man eine Tun und Agieren innerhalb eines Musters hält, das man sich selber gibt. Also wenn ich mit Vornehme, jeden Tag um 10:14 meine Nase anzufassen. Aber auch die Disziplin, bestimmte Gedanken nicht zu verfolgen. Also der Gedanke von Angst. Hier sage ich mit "Nein! Das Thema hatten wir schon! Ich will dich Gedanken nicht" 

Wie seht ihr das mit der Disziplin? Habt ihr bestimmte Übungen die euch helfen, Disziplin in eurem Leben aufzubauen? 

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In der Motivationspsychologie gibt es das sog. Rubikon-Modell (Heckhausen, 1989), welches eine Handlung in vier Phasen unterteilt. Die Kernaussage ist im Grunde genommen, dass sich allein mittels Motivation und Intention keine Verhaltensveränderungen vorhersagen lassen. Das kennt jeder von sich selbst: Die Motivation gesünder zu leben ist da, es scheitert aber an der Umsetzung. Hier kommt die Volition ins Spiel, welche als Fähigkeit, die eigenen Intentionen trotz widriger Umstände in die Tat umzusetzen, grob übersetzt werden kann. Nach meiner Ansicht ist die Volition das wichtigere Maß, wenn es um Verhaltensänderungen geht.

Da Sprache und vor allem die mit den Worten zusammenhängenden Assoziationen in gewisser Weise die eigene Realität bildet, nutze ich dieses Wort lieber als das der "Disziplin", welches für mich mit Militär, Kirche und anderen eher negativen Assoziationen verknüpft ist.

Sowohl auf die Motivation als auch auf die Volition wirken unterschiedlichste Faktoren ein, die von Aufgabe zu Aufgabe variieren können. Entsprechend ist meine Meinung, dass man weniger davon sprechen kann, allgemein sehr diszipliniert zu sein (auch, wenn das einige sicherlich mehr sind als andere), sondern dass man immer den Kontext, die Aufgabe und den eigenen Bezug zu beiden miteinbeziehen muss. Ein wunderbares Modell, welches mögliche Einflussfaktoren auf das eigene Gesundheitsverhalten  untersucht, ist der Health Action Process Approach von Schwarzer. Es geht ebenfalls von einer motivatonalen Phase und einer volitionalen Phase aus (siehe Anhang). Das Modell an sich ist ziemlich selbsterklärend. Um Dich nicht zu langweilen schreib ich dazu nichts weiter.

Um nun, nach einem etwas weiteren Bogen, auf Dein Anliegen zu kommen: Du siehst, dass gewisse Aspekte auf die Motivation (die ohne Frage sehr wichtig ist) und gewisse Aspekte auf die Volition wirken. Wenn Du nun nicht die Möglichkeit hast, gezielt auf Deine Volition Einfluss zu nehmen, funktioniert es vielleicht, sich bewusst den anderen Faktoren des Modells zu widmen. Also zunächst schauen, woher Deine Intention kommt, Selbstwirksamkeit stärken, positive Erwartungen bilden, die Handlung planen und so weiter.

Etwas weniger wissenschaftlich: Vor Jahren habe ich mal ein PU-Video geschaut, bei dem der Typ (ich glaube es war Wayne Elise aka Juggler, hat damals einiges zum Comfort gemacht - denke der ist mittlerweile nicht mehr in der Szene) einem riet, mit kleinen Dingen anzufangen, wie einen Stuhl gerade rücken, das letzte Schokoladenstück nicht zu essen und so weiter. Der Gedanke dahinter war, dass Disziplin wie ein Muskel funktioniert und man ihn so mit kleinen Handlungen ("kleinen Gewichten") trainieren kann. Für mich klingt das zwar eher nach dem Aufbauen von Gewohnheiten (Sprache), macht inhaltlich aber vielleicht keinen großen Unterschied.

Darüber hinaus habe ich mal im Spiegel oder so (beim Zahnarzt - zumindest keine seriöse Quelle, so viel ist sicher) mal gelesen, dass Willenskraft (noch ein Wort, dass besser als Disziplin ist) eine begrenzte Ressource ist, die gegen späten Nachmittag rapide abnimmt. Entsprechend ist es morgens vielleicht leichter Deine Ziele umzusetzen. Ob das wirklich so ist, kann ich Dir nicht sagen. 

Oh und ganz wichtig: Nicht zu viel auf einmal vornehmen. Das ist meiner Erfahrung nach immer zum Scheitern verurteilt. In diesem Zusammenhang gilt, dass das Schnelle am Ende doch immer am längsten dauert. Stück für Stück. Auch, wenn es nervig ist.
 

 

Bildschirmfoto 2018-12-05 um 12.11.42.png

Quelle: Schwarzer, R. (2008). Modeling health behavior change: How to predict and modify the adoption and maintenance of health behaviors. Applied psychology, 57(1), 1-29.

bearbeitet von Jigga
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